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Alte Märchen - neu erzählt (Band 2)

Alte Märchen - neu erzählt (Band 2)

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Alte Märchen - neu erzählt (Band 2)

Länge:
113 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 8, 2019
ISBN:
9783966339643
Format:
Buch

Beschreibung

Wenn wir Märchen hören oder lesen, gehen wir wie durch ein magisches Tor in eine andere Welt. Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm sind generationsweit bekannt. Die Autorin hat Märchen der Brüder Grimm neu bearbeitet, ohne sie grundlegend zu ändern. Entstanden ist eine kleine Märchensammlung für Jung und Alt
enthält u.a.
Frau Holle
Die Bremer Stadtmusikanten
Das tapfere Schneiderlein
Das Waldhaus
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 8, 2019
ISBN:
9783966339643
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Alte Märchen - neu erzählt (Band 2)

Buchvorschau

Alte Märchen - neu erzählt (Band 2) - Regina Schulz

Alt.

Es war einmal ein junger Jägersbursche, der wohnte mit seinen Eltern in einem grossen Wald. Er war immer fröhlich und spielte lustige Lieder auf seiner selbst geschnitzten Flöte.

Als er eines Tages auf Hasenjagd ging, kam ihm ein altes Mütterchen entgegen. „Guter Mann, sprach sie, „ich bin hungrig und durstig, habt ihr bitte etwas für mich?

Da gab er dem Mütterchen von seinem Brot und einen grossen Schluck Wasser dazu.

Sie freute sich und als sie mit essen fertig war, sagte das Mütterchen zu ihm „Höre, lieber Jäger, was ich dir sage! Für dein gutes Herz will ich dir ein Geschenk machen, geh nur immer diesen Weg entlang, dann wirst du an einen Baum kommen. Darauf sitzen neun Vögel, die haben einen Mantel in den Krallen und raufen sich darum. Da lege du deine Büchse an und schieß mitten in die Vögel hinein. Dann werden sie den Mantel fallen lassen, aber auch einer von den Vögeln wird getroffen sein und tot herabstürzen. Den Mantel nimm mit dir, es ist ein Wunschmantel. Wenn du ihn um die Schultern wirfst, brauchst du dich nur an einen Ort zu wünschen und im Augenblick bist du dort. Aus dem toten Vogel nimm das Herz heraus und verwahre es gut, dann wirst du jeden Morgen beim Aufstehen ein Gold-stück unter deinem Kopfkissen finden."

Der Jäger dankte der weisen Frau und dachte bei sich ,Schöne Dinge, die sie mir versprochen hat, wenn es nun auch so einträfe.

Doch, wie er etwa hundert Schritte gegangen war, hörte er über sich in den Ästen ein Geschrei und Gezwitscher, dass er aufschaute.

Da sah er einen Haufen Vögel, die rissen mit den Schnäbeln und Füssen an einem Tuch herum. Sie schrien, zerrten und balgten sich und jeder wollte es für sich allein haben.

„Nun, sprach der Jäger, „das ist ja verwunderlich, es kommt gerade so, wie das Mütterchen gesagt hat!

Er nahm die Büchse von der Schulter, legte an und schoss mitten in den Vogelschwarm hinein, dass die Federn herumflogen. Da nahmen die Vögel mit grossem Geschrei Reissaus, aber einer fiel tot herab und der Mantel sank ebenfalls zu Boden.

Da tat der Jäger wie ihm die Alte geheissen hatte, schnitt den Vogel auf, suchte das Herz, steckte es in seine Hosentasche und nahm auch den Mantel mit nach Haus.

Am anderen Morgen, als er aufwachte, war er sehr neugierig und wollte sehen, ob die Prophezeiung auch eingetroffen sei. Wie er aber sein Kopfkissen in die Höhe hob, da schimmerte ihm das Goldstück entgegen und am anderen Morgen fand er wieder eins und so weiter jedes Mal, wenn er aufstand.

Er sammelte sich einen Haufen Gold zusammen und eines Tages sagte er zu sich selbst „Was hilft mir all mein Gold, wenn ich daheim bleibe? Ich will ausziehen und mich in der Welt umsehen."

Da nahm er von seinen Eltern Abschied, hing seinen Jäger-ranzen und seine Flinte um und zog in die Welt.

Es trug sich zu, dass er eines Tages durch einen dichten Wald kam, und wie der zu Ende war, lag vor ihm ein grosses Schloss. An einem der Fenster stand eine Alte mit einer wunderschönen Jungfrau und beide schauten herab.

Die Alte aber war eine Hexe und sprach zu dem Mädchen „Dort kommt einer aus dem Wald, der hat einen wunderbaren Schatz, den müssen wir uns holen, mein Herzenstöchterchen. Er hat auch ein Vogelherz bei sich, deshalb liegt jeden Morgen ein Goldstück unter seinem Kopfkissen."

Sie erzählte ihrer Tochter was sie tun sollte und zuletzt drohte sie ihr und sprach mit zornigen Augen „Wenn du mir nicht gehorchst, so wirst du sehr unglücklich werden!"

Als nun der Jäger näher kam, erblickte er das Mädchen und sprach zu sich „Ich bin nun so lange herumgezogen, ich will einmal ausruhen und in das schöne Schloss einkehren!"

Eigentlich aber war die Ursache, dass ihm das schöne Mädchen sehr gefiel und er sie kennenlernen wollte.

Er ging in das Schloss hinein, wurde freundlich empfangen und höflich bewirtet.

Es dauerte nicht lange, da war er so in das Hexenmädchen verliebt, dass er an nichts anders mehr dachte und nur nach ihren Augen sah und was sie verlangte, das tat er gerne.

Da sprach die Alte zu ihrer Tochter „Nun müssen wir das Vogelherz haben, er wird nichts spüren, wenn es ihm fehlt."

Sie brauten einen Trank zusammen und wie der gekocht war, tat die Hexe ihn in einen Becher und gab ihn dem Mädchen, sie sollte dies dem Jäger reichen.

Da sprach es „Nun, mein Liebster, trink das, es wird dir gut tun!"

Da nahm er den Becher und wie er den Trank geschluckt hatte, schlief er auf der Stelle ein.

Das Mädchen nahm das Vogelherz und brachte es zu ihrem Bett.

Von nun an fand der Jäger kein Gold mehr unter seinem Kopfkissen, sondern es lag unter dem Kissen des Mädchens, wo es die Alte jeden Morgen holte.

Aber er war so verliebt und vernarrt, dass er an nichts anders dachte, als sich mit dem Mädchen die Zeit zu vertreiben.

Ein paar Tage später sprach die alte Hexe zu ihrer Tochter „Das Vogelherz haben wir, aber den Wunschmantel müssen wir ihm auch abnehmen!"

Da antwortete das Mädchen „Den wollen wir ihm lassen, er hat ja schon seinen Reichtum verloren!"

Die Alte wurde böse und sprach „So ein Mantel ist ein wunderbares Ding, das selten auf der Welt gefunden wird, den soll und muss ich haben!"

Sie gab dem Mädchen Anweisung und sagte, wenn es ihr nicht gehorche, sollte es ihm schlimm ergehen.

Da tat es nach dem Geheiss der Alten, stellte sich einmal ans Fenster und schaute in die weite Gegend, als wäre es ganz traurig.

Der Jäger nahm sie in den Arm und fragte „Was stehst du so traurig da?"

„Ach, mein Schatz gab es zur Antwort, „da drüben hinter dem Wald liegt der Granatberg, wo die schönsten Edelsteine wachsen. Ich habe so grosses Verlangen danach, dass ich, wenn ich daran denke, ganz traurig bin. Aber wer kann sie holen? Nur die Vögel kommen hin, ein Mensch nimmermehr.

„Hast du weiter nichts zu klagen, sagte der Jäger, „den Kummer will ich dir vom Herzen nehmen.

Damit legte er seinen Mantel um ihrer beiden Schultern und wünschte sich hinüber auf den Granatberg und im Augenblick sassen sie auch beide drauf.

Da schimmerte das edelste Gestein von allen Seiten, dass es eine Freude war und sie sammelten die schönsten und kostbarsten Stücke zusammen.

Nun hatte es aber

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