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Naturkosmetik aus Kräutern im Jahreslauf: Seifen, Salben, Tinkturen, Auszüge und vieles mehr; PRAXISBUCH Naturkosmetik

Naturkosmetik aus Kräutern im Jahreslauf: Seifen, Salben, Tinkturen, Auszüge und vieles mehr; PRAXISBUCH Naturkosmetik

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Naturkosmetik aus Kräutern im Jahreslauf: Seifen, Salben, Tinkturen, Auszüge und vieles mehr; PRAXISBUCH Naturkosmetik

Länge:
538 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Sep 4, 2019
ISBN:
9783702018481
Format:
Buch

Beschreibung

Dieser Ratgeber für selbst gesammelte Kräuter und Heilpflanzen aus der Natur sowie deren Anwendungsmöglichkeiten vereint traditionelles und modernes Wissen, um Naturkosmetikprodukte in der eigenen Küche herzustellen: Von Seife oder einer einfachen Tinktur bis hin zur aufwendig gerührten Creme.
Im gezielt in Monatskapiteln aufgebauten Buch, ist jederzeit genau zu erkennen, welche Kräuter sich ernten lassen und was daraus gezaubert werden kann. So werden fast das ganze Jahr über eigene Produkte hergestellt.
Von selbst gesammelten Maiwipfeln, die zu Hustensirup verarbeitet werden können, einer Mückenstichsalbe aus Spitzwegerich, Lippenstift mit Vogelmiere bis hin zu Brennnesselseife für eine bessere Durchblutung ist für jeden Bedarf etwas dabei. Viele kleine Tipps helfen, Alltagsbeschwerden zu lindern. Die Rezepte sind leicht nachvollziehbar und mit Schritt-für-Schritt-Fotos erklärt.
Dabei weist das Buch zwei Besonderheiten auf: Viele Rezepte für Haustiere sind enthalten und die meisten Produkte sind vegan!
Freigegeben:
Sep 4, 2019
ISBN:
9783702018481
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Naturkosmetik aus Kräutern im Jahreslauf - Justine Strupp

AUTORIN

Einleitung

Einen Schritt zurück zur Natur zu machen, kann ich jedem nur empfehlen. Dies bedeutet Luxus, man gibt zwar gewohnte Bequemlichkeiten auf, weckt aber schlummernde Bedürfnisse in sich. Man entdeckt sich und seine Umgebung neu und weiß diese auch neu zu schätzen. Die Gaben aus der Natur sind ein Geschenk, welches wir alle beschützen sollten. Unsere Welt gibt es nur einmal, daher sollten wir lernen, wieder bewusster mit ihr umzugehen. Kräuter können nicht nur zu unserem Wohlbefinden beitragen, sondern Sie haben auch die Möglichkeit, uns Schönheit zu schenken.

Beim Sammeln der Kräuter ist einiges zu beachten. Pflücken Sie nichts, was Sie nicht kennen. Das Sammeln sollte stets sehr bewusst getan werden und nicht irgendwelche Pflanzen auf Verdacht mitgenommen werden. Es sollte aus der Natur nur so viel genommen werden, wie man auch wirklich braucht, zu viel schadet der Natur. Deswegen sollte man sich vor jedem Sammeln bewusst sein, welches Kraut gerade blüht, wie es aussieht und, noch viel wichtiger, was ich daraus herstellen möchte und wie viel ich dafür benötige. Man sollte nie von einem Ort alles nehmen, sondern nicht mehr als ⅓, sodass es gar nicht auffällt, dass etwas entnommen wurde. Besonders bei Blüten ist dies von großer Bedeutung für alle Insekten, da diese als Nahrung fungieren und somit auch für unser Überleben von Bedeutung sind. Zudem sollte auch im Naturschutzgebiet nicht gesammelt werden, es gibt auch einige Kräuter, wie zum Beispiel Felsen-Beifuß (Artemisia rupestris L.), Zedern-Wacholder (Juniperus cedrus), Wilde Weinrebe (Vitis vinifera L. ssp. Sylvestris), Schwarze Schafsgarbe (Achillea atrata L.), Arnika (Arnica montana L.), die unter Naturschutz stehen.

In diesem Buch werden ausschließlich Hinweise zur Heilkunde und zu Naturkosmetikprodukten gegeben. Dies trifft immer nur auf die jeweilige beschriebene Art und die angegebene Verwendung zu. Sie zu gebrauchen, setzt daher Ihre sichere Kenntnis voraus, diese auch zu erkennen. Jede Behandlung sollte nur in einem bestimmten Zeitraum stattfinden, auch selbst gemischte Kräuterteemischungen sollten regelmäßig gewechselt werden. Insgesamt sollten nur kleine gesundheitliche Probleme selbst behandelt werden. Den Arztbesuch kann dieses Buch nicht ersetzen.

KRÄUTER TROCKNEN

Die Art und Weise des Trocknens sowie die Aufbewahrung und die Haltbarkeit der Aromen ist sehr unterschiedlich. Am besten sammelt man die Kräuter an einem regenfreien Tag, da bei Regen das Aroma am geringsten ist. Bei gesammelten Kräutern sollte auf das Waschen, wenn möglich, verzichtet werden, dadurch können die Blätter und Blüten beschädigt werden und ihre wertvollen Inhaltsstoffe sogar verloren gehen. Außerdem dauert der Trocknungsvorgang umso länger. Durch Schütteln und mit dem Ausbreiten auf einem entsprechenden Kräutertrockner oder einer Küchenrolle können alle Insekten, die sich noch auf den Pflanzen befinden, fliehen.

Die Pflanze sollte so wenig wie nötig beim Trocknen verkleinert werden, da hierbei die wichtigen ätherischen Öle und Inhaltsstoffe austreten.

KRÄUTER AN DER LUFT TROCKNEN

Hierbei handelt es sich um die schonendste Art Kräuter zu trocknen. Dies ist zwar sehr zeitintensiv, allerdings bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe so erhalten und das Kraut wird am besten konserviert.

Zum Trocknen in Bündeln eignen sich windgeschützte, trockene, warme und schattige Plätze. Es sollte jedoch nicht wärmer als 35 °C werden, da sich sonst die ätherischen Öle verflüchtigen können. Die Kräuter werden kopfüber aufgehängt. Dieser Vorgang kann von fünf Tagen bis zu drei Wochen dauern.

Nach dem Sammeln erstmal auslegen, sodass alle Insekten noch fliehen können.

KRÄUTER IM DÖRRAUTOMAT TROCKNEN

Hier ist ein Dörrautomat geeignet, der den Kräutern auf niedrigen Temperaturen die Feuchtigkeit entzieht (zwischen 35 und 50 °C).

KRÄUTER IM BACKOFEN TROCKNEN

Man kann die Kräuter auch im Backofen trocknen. Hierfür werden die Kräuter grob zerkleinert (die Stücke sollten ca. ein bis zwei Zentimeter groß sein) und auf dem Backblech mit Backpapier ausgebreitet. Hier eignet es sich am besten, den Ofen auf 30 bis 50 °C einzustellen. Die Kräuter dürfen nicht zu dicht beieinanderliegen. Um diesen Vorgang besonders schonend zu machen, sollten hierfür ca. zwei bis drei Stunden eingeplant werden.

AUFBEWAHRUNG

Die Gläser sollten dunkel sein und an einem trockenen Ort aufbewahrt werden. Dann sind die Kräuter und ihre Geschmacks- und Inhaltsstoffe bis zu einem Jahr haltbar.

UNSERE HAUT

Die Haut ist eines unserer wichtigsten Sinnesorgane, man nimmt mit ihr Berührungen, Vibrationen, Temperaturen, Schmerzen und Druck wahr.

Die Haut lässt sich in drei Bereiche unterteilen

•Oberhaut (Epidermis): Sie bildet die natürliche Abgrenzung, eine mechanische Barriere zur Umwelt und schützt uns so vor Verletzungen, UV-Strahlung, Kälte, Austrocknung und Krankheitserregern. Sie ist nochmals aufgeteilt in eine Keimschicht und eine Hornschicht. In der Keimschicht liegen die Hautpigmente, welche für die Färbung der Haut zuständig sind. Die Keimschicht bildet regelmäßig neue Hautzellen, bei sehr beanspruchten Stellen kommt es zur Hornhautbildung.

•Lederhaut (Cutis): Hier befinden sich die Talgdrüsen, die für die Geschmeidigkeit der Haut sorgen, die Haarwurzeln regen durch die ständige Bewegung die Talgproduktion an. Die Kollagenfasern sorgen für eine gewisse Elastizität.

•Unterhaut (Subcutis): Hier liegen die Schweißdrüsen. Die Unterhaut besteht aus Bindegewebe mit Fettpolstern, welche als Wärmeisolation wirken.

Wie die Haut selbst lassen sich auch verschiedene Hauttypen bestimmen

•Normale Haut: Feine Poren, keine Unreinheiten, glatt und straff

•Trockene Haut: Sehr geringe Talgproduktion und wasserarm. Die Haut spannt und wird leicht schuppig

•Fettige Haut: Große Poren, sehr ausgeprägte Talgproduktion, Unreinheiten. Desto älter man wird, desto geringer wird die Talgproduktion und die Haut wird schöner.

•Mischhaut: Hier sind meist Nase, Kinn und die Stirn fettig und die anderen Hautpartien trocken.

BASISWISSEN ZUR KOSMETIKHERSTELLUNG

Besonders bei selbst hergestellter Kosmetik ist es besonders wichtig, einige Dinge zu beachten.

•Frische Rohstoffe verwenden (Mindesthaltbarkeitsdatum beachten).

•In Ruhe und sauber arbeiten.

•Alles vorher gut reinigen und desinfizieren.

•Die Produkte entsprechend lagern.

•Cremes mit einem Spatel entnehmen, um Verunreinigungen zu vermeiden und die Haltbarkeit zu verlängern.

Einen weiteren Tipp, den ich allen Hobbyrührern geben möchte, ist, Kosmetik in sehr kleinen Mengen herzustellen. So verschwendet man keine Rohstoffe, wenn eine Creme oder Salbe mal nicht gefällt, man braucht nicht so lange, um diese aufzubrauchen, und hat mehr Möglichkeiten, auszuprobieren, was am besten gefällt und für die Haut am geeignetsten ist. Hierbei spielt auch der pH-Wert eine entscheidende Rolle.

PH-WERT

Mit dem pH-Wert (lateinisch Potentia hydrogenii) wird der Säuregehalt einer Flüssigkeit bestimmt. Diese kann sauer, neutral oder alkalisch/basisch sein. Die Skala reicht von 0 bis 14. In der Mitte, bei einem pH-Wert von 7, liegt der so genannte Neutralpunkt, der destilliertem Wasser entspricht. Von 0 bis 6,9 spricht man von Säurebereich und von 7,1 bis 14 von dem alkalischen/basischen Bereich.

Unsere Haut hat einen pH-Wert von 4,1 bis 5,8, welcher als pH-hautneutral bezeichnet wird und sich im sauren Bereich befindet. Dies kommt durch den produzierten Schweiß und den Talg zustande, den man auch als Säuremantel bezeichnet. Diese chemische Barriere schützt uns automatisch vor Krankheitserregern, indem deren Wachstum gehemmt wird oder diese umgehend abgetötet werden.

Daher sollte man immer versuchen, die Haut mit Pflege- und Reinigungsmitteln, welche alkalisch/basisch sind, nicht zu sehr aus dem Gleichgewicht zu bringen, damit sie sich schnell erholen kann.

BASISWISSEN ZUR SEIFENHERSTELLUNG

IM KALTVERFAHREN

Dieses Verfahren eignet sich meiner Meinung nach am besten für einen Anfänger und lässt der eigenen Kreativität einen größeren Spielraum als das Heißverseifen. Das ausführliche Belesen vor der eigenen Seifenherstellung ist von großer Wichtigkeit.

Durch die verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, die beim Kaltverfahren zustande kommen, bleiben die pflegenden Eigenschaften der Öle und Fette erhalten. Diese Art von Seifen sind besonders hochwertig und sehr pflegend für die Haut.

Seifen werden aus pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten hergestellt. Dabei handelt es sich um den so genannten „Fettansatz, welcher mit Natronlauge vermischt wird. Dieses Verfahren nennt man Seifesieden, was künstlich durch den Stabmixer erzeugt wird, um den Prozess der chemischen Reaktion, die man „Verseifung nennt, zu erhöhen. Dadurch verbinden sich die Fettsäuremoleküle mit den Laugenmolekülen und bilden aus Säure und Base ein Seifenmolekül. Beide Bestandteile neutralisieren sich somit gegenseitig. Bei diesem chemischen Prozess bleibt das Glycerin erhalten, welches einen pflegenden Effekt hat. Die Menge der Natronlauge muss für jede Seife individuell ausgerechnet werden, da jedes Öl und jedes Fett eine andere Verseifungszahl hat. Dafür gibt es Seifentabellen und Seifenrechner, welche man im Internet findet. Die genaue Menge der Natronlauge muss sehr genau ausgerechnet werden, bis zwei Stellen nach dem Komma. Wird die Lauge zu schwach, verseifen Öle und Fette nicht richtig und die Seife kann dadurch schmierig werden. Verwendet man jedoch zu viel Natronlauge, kann man sich damit die Haut verätzen. Ist die Seife richtig verseift, sind weder Öle noch Fette nachweisbar.

Öle und Fette werden mild geschmolzen, was die einzige Wärmezufuhr bei diesem Verfahren ist. Bei ungefähr 35 bis 55 °C wird die Natronlauge, welche vorher in destilliertem Wasser gelöst worden ist, der Öl-Fett-Mischung hinzugegeben. Die Natronlauge sollte immer durch ein Sieb in die Mischung gegeben werden, da man hierbei am besten beurteilen kann, ob sich die Lauge vollständig aufgelöst hat und sich keine Klümpchen gebildet haben. Durch die Zugabe der Natronlauge trübt sich der Seifenleim und bekommt eine Art sämige Konsistenz.

Mit dem Stabmixer mixt und rührt man jetzt abwechselnd den Seifenleim, bis dieser noch etwas dickflüssiger wird und man eine Abzeichnung auf dem Leim erkennen kann, die so genannte „Spurbildung". Daran erkennt man, dass der Seifenleim fertig ist. In diesem Zustand werden dem Leim Farben und Duftöle untergemischt.

Die Seifenmasse kann jetzt in die vorbereiteten Seifenformen abgefüllt werden. Es gibt Seifenformen, die isolierend sind, andernfalls kann die Seife mit Handtüchern oder Frischhaltefolie zugedeckt werden. Dies ist für die Seife wichtig, um in die „Gelphase" zu gelangen. Hierbei heizt sich die Seife durch die chemische Reaktion der Lauge auf bis zu 75 °C auf. Die Temperatur schwankt je nach Zugabe der Zusätze, die in den Seifenleim gegeben worden sind. Nach ein paar Tagen kann die Seife aus Ihrer Form genommen werden. Jedoch muss man auf die Benutzung der neuen Seife noch warten, da die Seife erst einen Reifeprozess durchlaufen muss.

Der Reifungsprozess kann bis zu sechs Wochen dauern, je nach verwendeten Ölen und Fetten. Dieser findet bei Zimmertemperatur statt, hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Seife atmen kann und trocken gelagert wird. Frisch gesiedete Seife hat am Anfang einen sehr hohen pH-Wert, welcher für die Haut zu reizend wäre. Die menschliche Haut hat einen pH-Wert von durchschnittlich 5,5 eine gereifte Seife sollte einen pH-Wert von 8 bis 10 haben, um diese zu verwenden. Mit Indikatorpapier, welches man in jeder Apotheke erhält, kann man den pH-Wert überprüfen.

Die Lauge unter Einhaltung der Sicherheitsvorgaben ansetzen und auskühlen lassen.

Genaues Abwiegen mit der Feinwaage, dann wird das NaOH zum destillierten Wasser hinzugegeben, nicht umgekehrt.

Öle und Fette abwiegen.

Feste Öle einschmelzen …

… und die restlichen Öle dazumischen.

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