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Die großen Western Classic 12: Pulverrauch und blaue Bohnen

Die großen Western Classic 12: Pulverrauch und blaue Bohnen

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Die großen Western Classic 12: Pulverrauch und blaue Bohnen

Länge:
128 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 25, 2019
ISBN:
9783740951122
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen).

Vor vier Jahren schon wollte Clifton Hill seinen alten Freund Hank Intyre in Roy Mills besuchen, um mit ihm einen netten, kleinen Schwatz zu halten und um eine alte Schuld zu begleichen. Clifton Hill war ein Mensch, der so schnell nichts vergaß, auch nicht, daß er dem Freund vierhundert Dollar schuldete, die dieser ihm, kurz bevor ihr gemeinsamer Trail endete, geliehen hatte. Im Gegensatz zu ihm stand Hank Intyre fest auf den Beinen. Heute besaß er in der Nähe von Roy Mills 'ne kleine Ranch. Und er, Clifton Hill? Mit einem schwachen Lächeln strich der schlanke sonnenverbrannte Reiter über das glatte samtfarbene Fell der Stute und blickte dabei über das grüne blühende Weideland zu der nahen Stadt hinüber, deren Dächer neugierig über einen sanften Hang hinausragten. Was er besaß, war ein guter Gaul, 'nen alten Büffelsattel, eine durchgerutschte Hose, zwei große, blitzende und wohlgepflegte Eisen an den Schenkeln, 'ne Büchse im Futteral und ein zweites Hemd in dem Schlafsack. Dazu vierhundert Dollar im Gurt, die dem Freund gehörten. Dazu kamen noch ein Dollar und achtzig Cent in der Hosentasche für den ersten gemeinsamen Drink in Roy Mills. Das war Cliff Hills armselige Ausbeute von vier vergeblichen Jagdjahren nach dem Glück. Die ersten Häuser tauchten aus dem Schatten der Hügel auf. Niedriggehaltene Lehmhütten mit verwitterten Büffelgrasdächern, Holzhütten, deren Dächer mit aufgeschnittenen Konservendosen gedeckt waren und rostig in der Sonne glänzten. Aus irgendeiner der vielen Kneipen wehten wimmernde Gitarrentöne über die windstille Straße. Eine schmalzige Frauenstimme sang dazu eine mexikanische Serenade. Einige Mädchen winkten ihm zu, und auch er hob lächelnd die Hand. Sicher gehörten sie in eine der vielen Tanzdielen hier. Er kannte diese Art der Kundenwerbung zur Genüge aus anderen Städten. Doch Cliff Hills Lächeln gefror plötzlich in jähem Umschwung seiner Gefühle. Mit einer harten Bewegung brachte er seine Stute zum Stehen. Eine mächtige Eiche zog seine Blicke mit fast magischer Kraft an.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jun 25, 2019
ISBN:
9783740951122
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Die großen Western Classic 12

Titel in dieser Serie (40)

Buchvorschau

Die großen Western Classic 12 - Joe Juhnke

Die großen Western Classic

– 12 –

Pulverrauch und blaue Bohnen

Joe Juhnke

Vor vier Jahren schon wollte Clifton Hill seinen alten Freund Hank Intyre in Roy Mills besuchen, um mit ihm einen netten, kleinen Schwatz zu halten und um eine alte Schuld zu begleichen.

Clifton Hill war ein Mensch, der so schnell nichts vergaß, auch nicht, daß er dem Freund vierhundert Dollar schuldete, die dieser ihm, kurz bevor ihr gemeinsamer Trail endete, geliehen hatte.

Im Gegensatz zu ihm stand Hank Intyre fest auf den Beinen.

Heute besaß er in der Nähe von Roy Mills ’ne kleine Ranch.

Und er, Clifton Hill?

Mit einem schwachen Lächeln strich der schlanke sonnenverbrannte Reiter über das glatte samtfarbene Fell der Stute und blickte dabei über das grüne blühende Weideland zu der nahen Stadt hinüber, deren Dächer neugierig über einen sanften Hang hinausragten.

Was er besaß, war ein guter Gaul, ’nen alten Büffelsattel, eine durchgerutschte Hose, zwei große, blitzende und wohlgepflegte Eisen an den Schenkeln, ’ne Büchse im Futteral und ein zweites Hemd in dem Schlafsack. Dazu vierhundert Dollar im Gurt, die dem Freund gehörten. Dazu kamen noch ein Dollar und achtzig Cent in der Hosentasche für den ersten gemeinsamen Drink in Roy Mills.

Das war Cliff Hills armselige Ausbeute von vier vergeblichen Jagdjahren nach dem Glück.

Die ersten Häuser tauchten aus dem Schatten der Hügel auf. Niedriggehaltene Lehmhütten mit verwitterten Büffelgrasdächern, Holzhütten, deren Dächer mit aufgeschnittenen Konservendosen gedeckt waren und rostig in der Sonne glänzten.

Aus irgendeiner der vielen Kneipen wehten wimmernde Gitarrentöne über die windstille Straße. Eine schmalzige Frauenstimme sang dazu eine mexikanische Serenade.

Einige Mädchen winkten ihm zu, und auch er hob lächelnd die Hand. Sicher gehörten sie in eine der vielen Tanzdielen hier. Er kannte diese Art der Kundenwerbung zur Genüge aus anderen Städten.

Doch Cliff Hills Lächeln gefror plötzlich in jähem Umschwung seiner Gefühle. Mit einer harten Bewegung brachte er seine Stute zum Stehen.

Eine mächtige Eiche zog seine Blicke mit fast magischer Kraft an. Ihm war auf einmal, als kratze eine eiskalte Hand seinen Rücken blutig, und ein seltsames Würgen ging durch seine Kehle.

Diese Eiche hatte einen recht seltsamen, schaurigen Schmuck. Es war eine Zierde in Gestalt eines Menschen, der schlaff in einer Hanfschlinge hing. Es war ein verzerrtes Gesicht, das Hill da entgegenstarrte.

Cliff Hills blaue Augen blitzten plötzlich kalt und glänzend in kristallener Härte, seine Lippen schlossen sich zu einem messerscharfen Strich.

»Hank Intyre«, kam es über die blutlosen Lippen, »mein Freund Hank!«

Und dann schoß jäh alles Blut in seinen Schädel.

Seine Rechte machte eine kurze Bewegung. In der Sonne blitzte der kalte Stahl eines Fünfundvierzigers auf, und eine harte Detonation brach sich an den Fassaden der Häuser.

Durch die Gestalt des Hängenden ging eine Bewegung, denn der Strick barst. Die Füße knallten in den Staub, und mit einer grotesken Bewegung fiel der Tote zusammen.

Clifton Hill war schon aus dem Sattel geglitten. Zwei Schritte brachten ihn neben den toten Freund. Er kniete nieder und bettete den Kopf Intyres in seinen Schoß.

Clifton Hill war ein verdammt harter Mann und zeigte selten seine Gefühle. Aber er schämte sich nicht der Tränen, die aus den Augenwinkeln direkt auf das längst erstarrte Gesicht des Freundes fielen. Seine Finger fuhren immer wieder über das zerfallene, von Leichenblässe bedeckte Gesicht des toten Freundes.

Da berührte eine Hand seine Schulter, eine Stimme drang an sein Ohr, knarrend wie altes, brüchiges Leder.

»Wer hat dir erlaubt, Intyre von der Eiche zu nehmen, Bursche?«

Sanft ließ Cliff den Toten in den Sand zurückgleiten. Im Aufrichten schob er die Hand von seiner Schulter und drehte sich um.

Vor ihm stand ein Mann, klein, gedrungen, ein wahres Muskelpaket mit niederer Stirn und tiefliegenden Augen. Der lang herabhängende Schnauzbart zuckte unruhig, und unruhig war auch das Licht seiner Augen.

»Wer hat Intyre aufgehängt?« fragte Clifton Hill mit einem bösartigen Unterton in der Stimme. Seine Finger schlossen sich zu Fäusten. Sein Atem ging röchelnd, und er streifte den hastig Zurücktretenden.

»Ich«, erwiderte der andere und deutete auf das Schild an seiner Brust. »Ich, Rondo Sullivan, in meiner Eigenschaft als Town-Marshal. Und nun möchte ich wissen, wer du bist, Bursche.«

Cliftons Fäuste sprangen jäh vor. Sie bohrten sich in das aufreizend feiste Gesicht des Town-Marshals und rissen diesem die Beine weg. Er schlug auf die Straße, der Staub wirbelte hoch. Cliff setzte sofort hinterher.

Vorbei war es mit seiner Beherrschung, die er bisher noch in jeder Situation zeigte, vorbei seine Achtung vor dem Gesetz, die er bisher nie verweigert hatte.

Es sah verdammt schwarz aus für den Marshal, weil Cliff eben rot sah, und Sullivan wäre bestimmt für den Rest seines Lebens ein Invalide geworden, wenn Cliffs Groll nicht unvermutet einen Dämpfer bekommen hätte.

Und dieser Dämpfer war der bleierne Griff eines Schießprügels.

Clifton Hill küßte dieses Eisen und legte sich stumm ebenfalls in den Straßenstaub.

»Beim Satan, ich werde dich aufhängen«, nuschelte der verprügelte Marshal, während er wankend auf die Beine kam, »und ich werde dir den Knoten so setzen, daß du erst noch ’ne Weile luftschaukelst, ehe du in die Hölle abfährst. Ich danke dir, Head.« Sullivan wischte sich mit dem Rockärmel das Blut aus dem Gesicht, dann knallte er seinem Gehilfen die Stiefelspitze in die Nieren, »steh auf, du Stinktier, hast doch den ganzen Tag Zeit, dich auszuruhen. Jetzt, wo du mal gebraucht wirst, willst du wohl hier ein kleines Schläfchen halten.«

Kim Flesch hob stöhnend den Kopf. Mit einem stumpfen Blick aus glasigen Augen grinste er den Marshal an, ehe sein Gesicht wieder in den Staub zurückfiel.

»Kalkuliere, Rondo, dein Gehilfe ist noch nicht ganz fit.«

Tom Head lächelte geringschätzig, während er seine Kanone unter dem Rock verstaute, »werde dir helfen, den Burschen ins Jail zu bringen. Das ist ein ganz bösartiger Puma, und ich glaube, der ist am ungefährlichsten, wenn er hinter festen Gittern hockt.«

Tom Head machte ganz den Eindruck eines feinen Pinsels. Er trug einen erstklassigen Schneideranzug mit einer taubengrauen Seidenweste. Eine makellose Erscheinung. Er packte nun ohne alle Umschweife zu, und Sullivan blieb keine andere Wahl, als es ihm gleichtzutun.

Eine breite Schleifspur zog sich durch den Sand, und sie endete unter dem Vordach des Jails.

Clifton Hill träumte hinter Gittern, ohne etwas davon zu ahnen, wo er sich befand.

»Wie kam es denn eigentlich zu dieser stürmischen Auseinandersetzung?« Der Gentleman Head reinigte sich die Hände im Wasserbottich und bot danach dem Marshal einen schwarzen Zigarillo an.

»Verdammt harte Fäuste hatte er.« Fluchend spuckte Sullivan eine Ladung Blut aus dem offenen Fenster. »Aber er wird mir büßen.«

»Sicher, Rondo.« Head hob beschwichtigend die Hand und lächelte. »Schätze, er ist ein guter Freund Intyres, drum wird es auch nicht schwer sein, ein Freiticket für den Höhentrail auszustellen.«

Rondo Sullivan schwieg einen Augenblick überrascht. Seine Stirn legte sich in tausend Falten, stupide starrte er zu dem smarten Mr. Head hoch. Tom Head lächelte gleichgültig.

»Der Fremde ist gefährlich, Tom«, sagte er, sich abwendend, »und Intyre war ein Viehdieb. Wahrscheinlich wird er auch einer sein. Wir sehen uns doch heute abend in der ›Oase‹.«

Klappernd schlug die Tür ins Schloß.

*

Roy Mills war eine aufstrebende junge Stadt. Vor fünfzehn Jahren grasten hier noch völlig ungestört die Kühe, und nur das Postgebäude von Roy Mills stand an der Straße. Nach und nach kamen dann noch ein paar Hütten dazu. Einmal war es ein Store, dann eine Schnapskneipe, die sich rentierte, weil die Route gut befahren war.

Yeah, und dann war aus Roy Mills armseliger Poststation plötzlich eine Stadt geworden. Eine Stadt, mit Stores und Kneipen, mit Händlern und Bürgern, mit halbwilden Burschen und hübschen Tanzmädchen. Und sie wurde mit jedem Tag größer.

Doch was kümmerte Clifton der Werdegang und der rasche Aufstieg dieses Drecknestes, das seiner Ansicht nach auch immer ein Drecknest bleiben würde. Hier ging es um seinen Hals.

Der Marshal wollte ihn mit aller Gewalt hängen, und er hatte auch schon eine Handhabe dafür, dabei wußte Sullivan bestimmt ebenso gut wie er, Clifton Hill, daß er kein Viehdieb war. Aber der Marshal wollte seine Rache.

»Zum Satan mit dir«, knurrte Hill wütend. »Ich komme geradewegs aus Montana und habe mit den Viehdiebstählen hier nicht das geringste zu tun, und mein Freund auch nicht, das sage ich dir, Marshal.«

»Hank Intyre wurde aber überführt«, sagte Sullivan durch die Gitterstäbe, »die Posse fand auf seiner Weide Longheadschen Brand. Intyre sagte zwar, daß die Tiere sich auf seine Weide verlaufen hatten, aber das glaubten ihm die Richter nicht. Wie sollte das auch gehen, denn es waren Longheadsche dreijährige Kühe. Die prächtigsten, die er besaß, und sie grasten am Rapid Ear, also hundert Meilen von Intyres Grenze entfernt. Aber was erzähle ich dir alles. Du weißt es bestimmt viel besser als ich.«

Hill

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