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Die großen Western Classic 13: Tod und rote Teufel

Die großen Western Classic 13: Tod und rote Teufel

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Die großen Western Classic 13: Tod und rote Teufel

Länge:
140 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 2, 2019
ISBN:
9783740951627
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen).

Mist! dachte Patrik McCanless im Niederstürzen. Während er ins Gebüsch flog, sah er den Braunen zusammenbrechen und hörte die peitschenden Abschüsse ihrer Winchester. Patrik machte sich keuchend von dem Astwerk frei, kroch zu seinem Pferd hinüber und zog den Spencer-Karabiner aus dem Scabbard. Der Braune hob noch einmal wiehernd den Kopf, ehe ein Zittern durch den Leib lief und das Tier stumm dalag. Das war der dritte Gaul, den sie ihm unter den Schenkeln weggeschossen hatten. Drei Pferde in zwei Monaten. Und fast immer an der gleichen Stelle. Wütend schob McCanless den Lauf über den Mochicca-Sattel und blickte zur Südplatte hinüber, an dessen Ufergrund das Gesindel in Sträuchern verborgen lag und ihn mit einigen gezielten Salven eindeckte. Staub und Steine spritzten auf, und einige Geschosse fuhren klatschend in den toten Körper des Braunen, der McCanless als Deckung diente. Er hatte den Stetson in den Nacken geschoben, um ihnen möglichst wenig Sicht zu bieten. Als er dann einige Rauchwölkchen ausmachte, jagte er vier Schüsse ins Gesträuch. Ein greller Aufschrei war die Antwort, und Patrik McCanless sah den verwilderten Burschen, der aus dem Chaparrel heraustaumelte und nach einigen Schritten lang hinschlug. Das Echo der Kanonade rollte über den Fluß hinweg, als McCanless bereits einen zweiten Gegner im Visier hatte. Er war ein wilder Junge von zwanzig Jahren und bereit zu kämpfen. Während seine Schüsse den zweiten Burschen aus dem Busch trieben, galten seine Gedanken Robert Haslam, der ihm die ersten Tricks auf der Pony-Route beigebracht und die hübschesten Mädchen auf der Strecke gezeigt hatte. Bob war sein Vorbild. Und sicher hätte Bob nicht anders gehandelt als er. Letzten Endes schleppte Patrik McCanless 25. 000 Dollar für Colonel Asher in Independence durch die Wildnis.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 2, 2019
ISBN:
9783740951627
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Die großen Western Classic 13

Titel in dieser Serie (40)

Buchvorschau

Die großen Western Classic 13 - Joe Juhnke

Leseprobe:

Pulverrauch in Abilene

Es war an einem Mittag im April. Der Himmel war basaltfarben und mit düsteren Wolken verhangen. Sonst erstreckte sich in dieser Jahreszeit über Kansas ein strahlendblauer Himmel. Aber in diesem Jahr war es anders. Der Frühling kam nur träge über das Land, über die Sandsteppen, über die Weite der Prärie. Das Büffelgras auf der Weide war noch genauso grau und verwaschen wie die tiefhängenden Wolken. Die Rinder ließen ihre Köpfe hängen. Die Cowboys saßen mit eingezogenen Schultern in den Sätteln. Es waren vier Männer, die an den Korrals vorbei auf die Stadt zuritten. Die Cowboys blickten auf und sahen zu den Reitern hinüber. Cass Hoxter war der erste. Viehagent nannte sich der Bandit neuerdings. Niemand wußte genau, wie er an die kleine Herde gekommen war, die er vor wenigen Tagen drüben in Topeka verkauft hatte. Sie hatten Bucks in den Taschen, die Männer, die zu seiner Crew zählten. Cass Hoxter mochte vierzig Jahre sein. Er war ein grobknochiger, hagerer Mann. Sein Gesicht war durch eine brandrote Narbe seltsam verzerrt. Ein Siouxindianer hatte ihm vor Jahren das Gesicht buchstäblich mit einem Messer in zwei Hälften gespalten. Die Narbe zog sich vom rechten Augenwinkel unter der vorspringenden Nase vorbei bis zur Kinnspitze. Aber auch ohne diese schauerliche Narbe wäre Cass Hoxters Gesicht abschreckend gewesen.

Die großen Western Classic

– 13 –

Tod und rote Teufel

Joe Juhnke

Mist! dachte Patrik McCanless im Niederstürzen. Während er ins Gebüsch flog, sah er den Braunen zusammenbrechen und hörte die peitschenden Abschüsse ihrer Winchester.

Patrik machte sich keuchend von dem Astwerk frei, kroch zu seinem Pferd hinüber und zog den Spencer-Karabiner aus dem Scabbard. Der Braune hob noch einmal wiehernd den Kopf, ehe ein Zittern durch den Leib lief und das Tier stumm dalag.

Das war der dritte Gaul, den sie ihm unter den Schenkeln weggeschossen hatten. Drei Pferde in zwei Monaten. Und fast immer an der gleichen Stelle.

Wütend schob McCanless den Lauf über den Mochicca-Sattel und blickte zur Südplatte hinüber, an dessen Ufergrund das Gesindel in Sträuchern verborgen lag und ihn mit einigen gezielten Salven eindeckte.

Staub und Steine spritzten auf, und einige Geschosse fuhren klatschend in den toten Körper des Braunen, der McCanless als Deckung diente.

Er hatte den Stetson in den Nacken geschoben, um ihnen möglichst wenig Sicht zu bieten. Als er dann einige Rauchwölkchen ausmachte, jagte er vier Schüsse ins Gesträuch.

Ein greller Aufschrei war die Antwort, und Patrik McCanless sah den verwilderten Burschen, der aus dem Chaparrel heraustaumelte und nach einigen Schritten lang hinschlug.

Das Echo der Kanonade rollte über den Fluß hinweg, als McCanless bereits einen zweiten Gegner im Visier hatte. Er war ein wilder Junge von zwanzig Jahren und bereit zu kämpfen. Während seine Schüsse den zweiten Burschen aus dem Busch trieben, galten seine Gedanken Robert Haslam, der ihm die ersten Tricks auf der Pony-Route beigebracht und die hübschesten Mädchen auf der Strecke gezeigt hatte.

Bob war sein Vorbild. Und sicher hätte Bob nicht anders gehandelt als er.

Letzten Endes schleppte Patrik McCanless 25.000 Dollar für Colonel Asher in Independence durch die Wildnis.

Patrik zog den Kopf ein, denn die Kugeln flogen ihm verdammt dicht um die Ohren. Er hörte das Klatschen des Bleis, das sich ins Leder des Mochillas bohrte oder als Querschläger über ihn hinwegpfiff.

Es mußten noch wenigstens acht Gegner sein, die ihn unter Beschuß hielten. Zwei lagen auf der Decke.

Woher sie nur immer wußten, wenn eine kostbare Ladung durch die Gegend transportiert wurde? Irgendwo zwischen St. Joseph am Missouri und Frisco mußte ihr Informant auf einem einflußreichen Posten sitzen. Irgendwo auf den 190 Relaisstationen, die die beiden Städte verbanden.

Je länger Patrik nachdachte, desto mehr gelangte er zu der Überzeugung, daß der Verräter nur auf den Stationen an der Platte zu suchen war.

Das Feuer hatte nachgelassen. McCanless blieb trotzdem wachsam. Sie hatten ihn hier festgenagelt und wußten, daß er ohne Pferd nicht weiterkam.

Sicher wunderte sich Sam Haligan auf der Relaisstation, wenn Patrik nicht auftauchte. Und ebenso sicher schickte er dann bestimmt ein paar Leute auf den Weg.

Doch ehe sie ihn an der Platte gefunden hatten, war er längst ein toter Mann.

McCanless schob seine Navy neben sich und war entschlossen, seine Haut so teuer wie möglich zu Markte zu tragen.

Er zog aus der schmalen Satteltasche ein dickbäuchiges Kuvert, das er unter das Hemd schob, denn schon beschäftigten sich seine Gedanken mit Flucht. Er wollte hier nicht frühzeitig sein Leben aushauchen. Dafür war er zu jung, und er hatte sich noch einiges vorgenommen. Erst vor drei Tagen hatte er, als er sich mit Rebecca amüsiert hatte, die Annehmlichkeiten des Lebens genießen dürfen.

Rebecca war ein Teufelsweib, hübsch und verführerisch. Ihre Stimme brachte das Blut zum Wallen, und ihre Figur machte alle Männer verrückt, wenn sie im Crystal Palace in Boiler über die Bretter hüpfte und ihre langen Beine dazu schwang. Verdammt, sie war nicht prüde und geizte nicht sonderlich mit ihren Reizen. Doch wenn sie in Patriks Armen lag, war sie ein süßes, schnurrendes Kätzchen und zugleich ein erotischer Vulkan.

McCanless hatte unwillkürlich die Augen geschlossen. Er fühlte ihre Nähe, den verführerischen Duft, der ihrer Haut entstieg, die Leidenschaft, mit der sie ihn vor drei Tagen in den siebten Himmel entführt hatte. Eine Schande, daß er nach Independence mußte.

Oh, das war so recht nach seinem Geschmack gewesen.

Diese Gedanken entfachten Patriks Lebensmut. Er schob die Navy hinter den Gurt, faßte die Spencer am Lauf und rutschte ins blühende Gesträuch. Wenn er unbemerkt zum Fluß hinunterkam, hatte er eine Chance. Und einen Gaul konnte er bei den Forsyts auftreiben.

Patrik McCanless spannte seinen jugendlichen, sehnigen Körper, ehe er in die Knie ging und durch das flache Gras zum Ufer robbte.

Doch irgendwann verharrte seine Bewegung, und sein Herz begann zu klopfen. Ganz dicht hinter sich hörte er eine harte Männerstimme.

»Bleib liegen, Ponymann, ganz flach auf dem Bauch, und strecke die Arme weit von dir!«

Patricks Muskeln verkrampften sich. Sein Blut pulsierte schneller. Und während er den Spencer-Karabiner von sich schob, sah er unter der Achsel hindurch drei schmutzige Stiefelpaare, die breitbeinig im Gras standen. Und er erkannte die grauen Zipfel ihrer Regenmäntel, die ihre Körper umspannten, obwohl die Sonne am Himmel stand und es erbärmlich heiß war. Zugleich begriff er seinen Fehler.

Er hatte nur Augen für die Schützen im Gebüsch gehabt und dabei nicht bemerkt, wie ihn ein paar andere Rustler umgangen hatten.

»Das Geld ist nicht im Sattel«, schrie ein vierter Bursche.

Fast gleichzeitig drückte sich eine Gewehrmündung in Patriks Nacken.

»Hol’s aus dem Hemd, Ponyboy!«

Das war ein dunkler Baß, und McCanless kramte in seiner Erinnerung, wo er diese Stimme schon einmal gehört hatte.

McCanless schob die Hand unter den Stoff. Für eine Sekunde berührte er die Navy am Leibgurt, doch der Flintenlauf im Nacken warnte ihn vor einer Unvorsichtigkeit.

Einmal konnte ich ihnen entkommen, dachte Patrik wütend, zweimal haben sie mich hier an der Südplatte in den letzten Monaten ausgeraubt. Mich und ein halbes Dutzend anderer Ponyreiter, die größere Geldsummen überführt hatten.

Es war zum Haare ausraufen.

McCanless zog ruckartig den Umschlag aus der Tasche und warf ihn über die Schulter.

Der Druck im Nacken ließ nach. Er hörte ein zufriedenes Aufatmen. Und dann machte Patrik McCanless den entscheidenden Fehler in seinem jungen Leben.

Er drehte den Körper leicht zur Seite und hob neugierig den Kopf.

Vier Männer in langen grauen Regenmänteln standen dort. Einer riß hastig das Kuvert auf.

»Sie?« fragte McCanless fassungslos, und sein Kiefer klappte überrascht herunter. »Sie…« Da traf ihn ein feindseliger Blick des Mannes, der den versiegelten Umschlag in der Hand hielt.

»Du bist ein Idiot, McCanless. Ein neugieriger, dummer Narr. Gib’s ihm, Jack!«

Der, der neben ihm stand, hob seine Winchester. McCanless drehte sich wieder um, kam auf die Knie. Seine Rechte zuckte wie ein Blitz zum Gurt.

Doch noch ehe seine Hand die Navy erreichen konnte, machten die Banditen kurzen Prozeß. Patrik McCanless registrierte noch den unsagbaren Schmerz, glaubte in dunkle Tiefen zu stürzen, hörte den peitschenden Abschuß und fiel stumm hintenüber ins Gras.

»Holt die Pferde, wir müssen hier weg!« befahl ihr Anführer ohne große Regung. Sein Blick streifte den Toten, ehe er auf den nächsten Hügel stieg und seinen Leuten am Fluß ein Zeichen gab.

Minuten später sprengten acht Reiter in nördlicher Richtung durch das weite Tal und verschwanden in einer Senke.

Zurück blieb Patrik McCanless, der für seine Neugierde mit seinem Leben eingebüßt hatte.

Am Himmel bewegten sich mächtige Schatten, die immer enger werdende Kreise zogen und niederschwebten.

Geier.

*

Dan Forsyt zog mächtig an den Zügeln seines Gespanns und drehte gleichzeitig die Bremse. Noch ehe der schwere Wagen stand, riß Forsyt seine Henry aus der Halterung und jagte dem nächststehenden Kuttergeier eine Kugel zwischen die Federn.

Der Schall des Abschusses schreckte die Aasfresser auf, und sie flohen krächzend auf.

»Bleib zurück, Nancy!« sagte der Alte zu seiner Tochter und reichte ihr die Zügel. Mit einem Satz war er vom Bock und näherte sich der reglosen Gestalt im Gras. Der Mann lag auf dem Gesicht, und Forsyt erkannte auf den ersten Blick, daß ihm nicht mehr zu helfen war.

Er sah das Pferd etwa 20

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