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Super Pulp Nr. 5: das Fachblatt für Pulp-Thriller, Horror & Science Fiction

Super Pulp Nr. 5: das Fachblatt für Pulp-Thriller, Horror & Science Fiction

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Super Pulp Nr. 5: das Fachblatt für Pulp-Thriller, Horror & Science Fiction

Länge:
152 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 9, 2019
ISBN:
9783748127772
Format:
Buch

Beschreibung

Es versetzte dem österreichischen Heftroman den Todesstoß: das "Schmutz- und Schundgesetz" - das naturgemäß dem Schutz der Jugend "vor sittlicher Gefährdung" dienen sollte. Erlassen wurde es nicht etwa von den Nazis, sondern 1950, während der Besatzungszeit. Und es gilt (wenn auch in novellierter Form) bis jetzt. Schon damals waren es selbsternannte Jugendschützer, die hektisch nach allem fahndeten, was sie für "schädliche Druckwerke" hielten. Mit ihren Anträgen auf Beschlagnahme richteten sie jene heimischen Verlage zugrunde, die auf schnell geschriebene und durchaus sensationslüsterne Abenteuer- und Kriminalromane spezialisiert waren. Wer sich trotzdem weiterhin mit gutem Stoff versorgen wollte, musste zu Romanheften aus Deutschland greifen oder in Tauschzentralen nach altem Material suchen. Bis heute. Die EDITION SUPER PULP lässt Österreichs Schund-Tradition wiederaufleben: Unser Magazin versammelt die beliebtesten Genres der modernen "Volksliteratur": sagenhafte Science-Fiction, gruslige Geistergeschichten und trashige Thriller. Unterhaltsam, spannend und natürlich wissenschaftlich fundiert. Das müssen Sie lesen!
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 9, 2019
ISBN:
9783748127772
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Super Pulp Nr. 5 - Philipp Schaab

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Die Begleiterin

Rat Boy

Avalon

Freunden des gepflegten Bauchschusses

Die heilige Hure

Nachtschattengewächse

Mission V – Das Orakel von Enig M-A XXIII

Ich bin immer ich

Weitere Informationen

EDITORIAL

Was 2011 als Werbebeilage des Wiener Indie-Verlags EVOLVER BOOKS begann, dann sanft entschlief und schließlich 2018 aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde, entwickelt sich langsam aber stetig zu einer feinen Leistungsschau der fantastischen Literaturszene. SUPER PULP lebt und es erfindet sich immer wieder neu, was natürlich zu einem guten Teil an den Beiträgen seiner fleißigen AutorInnen liegt, aber nicht nur …

Mit vorliegender Ausgabe halten Sie ein Magazin in Händen, das hübscher, umfangreicher und interessanter daherkommt und – vor allem! – das gleiche kostet, wie noch vor einem halben Jahr. Nicht zuletzt die hohe Preiskalkulation hat uns bewogen das Konzept des Heftes noch einmal zu überarbeiten und den lästigen und aus produktionstechnischen Gründen nicht reduzierbaren Preis durch doppelten Umfang und ein überarbeitetes Format amtlich zu machen.

Wir kosten nach wie vor 4,95 € und sind jeden Cent davon wert! Lesen Sie selbst, wie sich unser Heft verändert hat, erfreuen Sie sich an packenden Beiträgen, einem formidablen Stargast, einem liebevollen Layout und an dem wunderschönen Cover des Wiener Comic-Künstlers Ron Putzker, der das Motiv zur Stefan Hensch-Story „Die heilige Hure" aus dem Hut gezaubert hat.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht

Ihr r.evolver

DIE BEGLEITERIN

Philipp Schaab ist unserem Publikum seit den Urtagen von SUPER PULP ein Begriff. Sein zombieeskes „Schamanenerbe erschien 2011 in der ersten Ausgabe unseres Fachmagazins (und ebenso natürlich Anfang 2019 in der Neuauflage). Mit „Die Begleiterin eröffnet der Autor, der einst im sagenumwobenen Odenwald das Licht der Welt erblickte, unseren fantastischen Reigen im brandneu gelaunchten SUPER PULP-Format: Eine attraktive junge Frau rutscht – berufsbedingt – von einer Zwangslage in die nächste, und die hat es wahrlich in sich …

Und beim dritten Mal sagte sie: „Seht dort, ich sehe meinen Herrn im Paradies sitzen und das Paradies ist farbig und grün und zusammen mit meinem Herren sind Männer und junge Diener. Er ruft nach mir. Laßt mich zu ihm gehen!" Und so gingen sie mit ihr zum Schiff. (Ahmad ibn Fadlān)

Wirtschaftlicher Erfolg äußert sich auf vielfältige Weise. Für Menschen, die in Milenas Branche arbeiten, bedeutet es, einen Kunden zu finden, der sie großzügig bezahlt, gut behandelt und für eine ganze Nacht mietet. Solche Kunden versprechen nicht nur reichlich Geld, sondern manchmal sogar ein sauberes und bequemes Bett. Wenn sie älter sind, erledigt sich der geschäftliche Teil der gemeinsamen Nacht außerdem relativ rasch, und ihre übrige Arbeit besteht aus einigen Stunden angenehmen Schlafs und einem Blow Job beim Morgenkaffee. Voraussetzung ihres Glücks ist natürlich, dass ihre Kunden auch zahlen, was nicht immer der Fall ist. Hat sie heute Glück? Sie betet für den Erfolg, ohne zu wissen, an wen sie da eigentlich ihre Gebete richtet.

Sie geht zum vereinbarten Treffpunkt, eine unauffällige Straßenkreuzung, abseits vom Strich, abseits von jeder Aufmerksamkeit, abseits von der Polizei. Der Abend ist still, der Lärm verhallt in der Leere der abbruchreifen, regendurchnässten Häuser. Der Gestank von vermoderten Tapeten und Pisse in der Luft; der Geruch ihrer Heimat, hier und jetzt. Ein vergessener Fleck auf dem Stadtplan, ein vergessener Ort auf der Welt, anus mundi. Das ist ihre Heimat, ein Keller, eine durchgelegene, schwarzfleckige Matratze, eine Schublade, mit einem Vorhängeschloss gesichert, ein vergilbtes Bild von Mami und Papi und dem kleinen Bruder, Relikt aus Irkutsk, dem Daheim von gestern. Der Armut, der sie dort entflohen ist, den beengten Verhältnissen in der elterlichen Wohnung, wo sie ein kleines Kinderzimmer mit ihrem Bruder teilte. Der Stadt, wo es keine Arbeit für sie gibt, nur reichlich Wodka um sich die arbeitsfreie Zeit zu vertreiben. Flucht zum verheißungsvollen Reichtum der westlichen Welt.

Ein Wagen hält, Metallic-Lackierung, Kombimodell, gepflegter Mittelklassewagen, unauffällig, so war es besprochen, ein Fenster wird geöffnet, fragende Augen schauen sie an. „Wie heißt du? „Milena, sagt sie, steigt ein, lächelt.

Er begutachtet sie während der Fahrt. Weibliche, aber schlanke Figur, langes lockiges Haar, blond, große blaue Augen, schmale Nase, spitzes Kinn. Das Mädchen stimmt exakt mit den Vorgaben überein. Sie schaut gedankenverloren hinaus, schweigt. Wozu auch reden?

Er bereut es bereits, dass er sie nach ihrem Namen gefragt hat. Er ist nur der Fahrer. Graue kurze Haare, graues Hemd, ausgewaschene Jacke, vermutlich einmal schwarz. So unauffällig wie das Auto.

Draußen immer hellere Straßen, saubere, freundlichere Häuser. Sie vergisst das Klo im Keller ihrer Behausung, 30 Benutzer, kaum jemand, der es einmal saubermacht.

Ein Polizeiwagen nähert sich auf der Gegenfahrbahn, Blaulicht leuchtet auf, Sirenen heulen, Autos machen den Weg frei. Milena wird nervös. Sie will nicht erwischt werden. Polizeikontrolle bedeutet Abschiebung, versuchte Bestechung vielleicht Knast. Die Agentur würde ihr das nicht verzeihen. Immerhin schuldet Milena der Organisation noch über 10.000 Euro, Reisekosten fürs Einschmuggeln in den EU-Raum. Die Agentur ist fair, sie bietet gute Konditionen, verkauft ihre Klientinnen nicht an Mädchenhändler, um sie in Bordellen verschwinden zu lassen, jedenfalls nicht, wenn sie sich als intelligent und selbstständig erweisen. Ein Mädchen wie Milena lässt sie frei arbeiten, denn Milena bezahlt jeden Monat pünktlich ihre Rate, gibt den drei Vertretern der Agentur mit den breiten Schultern, die sie alle vier Wochen fast auf die Minute genau zur gleichen Zeit in ihrem Keller besuchen, brav den geforderten Anteil. Milena hat die breitschultrigen Vertreter der Agentur nie enttäuscht und wird das auch gewiss nie tun. Dafür schützt die Agentur die Mädchen sogar, hält die Schläger anderer Organisationen von ihnen fern, ja, wacht über ihre schönen Kapitalanlagen. Auch der Keller, den sie bewohnt, das abbruchreife Haus, soll der Agentur gehören, aber das ist nur ein Gerücht, das sie von den anderen Mädchen gehört hat.

*

Der Polizeiwagen rauscht vorbei, der graue Fahrer lächelt, seine Zähne so grau wie seine Kleidung. Er ist von Milena beeindruckt, so jung und doch so eine Ausstrahlung, so einen Ehrgeiz im Blick, ungebrochene Hoffnung, das gefällt ihm. Der Kunde wird zufrieden sein. Ihre Furcht vor der Polizei zeigt ihm die Grenzen des Mädchens, ihre Angst vor der Abschiebung. Wahrscheinlich haben die Schleuser ihr den Pass abgenommen. Im Falle einer Kontrolle wird sie als illegale Einwanderin ohne Papiere in ein sogenanntes „sicheres Nicht-EU Land abgeschoben, wo es seit Verabschiedung des Gesetzes preisgünstige Internierungslager für Fälle wie sie gibt. Die neueste Regelung der Regierung, um „kriminelle Einwanderer loszuwerden und an den Stammtischen zu punkten. Offiziell wird in solchen EU-finanzierten Lagern streng die UN-Menschenrechtskonvention eingehalten, aber merkwürdigerweise ist ihr Ruf trotzdem nicht der beste.

Das Zwielicht verdunkelt sich, wird Nacht allmählich, sternenklar. Keine Häuser, stille Landstraße. Milena ist überrascht, kein teures Appartement in einem Wolkenkratzer, keine elegante Vorstadtvilla. Sie fahren mitten ins Nirgendwo.

„Er hat ein eigenes Schloss, das Anwesen ist enorm groß. Er weist mit dem Finger in die umliegenden Wälder, die an den Scheiben vorbeirauschen, schwarz und bedrohlich. „Wir sind schon auf seinem Besitz. Keine Laterne, keine Beleuchtung mehr, nur noch Waldödnis. Wie lange fahren sie schon durch dieses finstere Märchenland? Stunden? Minuten? Lange dunkle Äste tauchen vor der Scheibe auf, schlagen fast dagegen, die Straße verschwindet hinter den langen Armen der Bäume. Merkwürdige Rhythmen erwachsen aus den Umgebungsgeräuschen und dem Takt, den der Motor vorgibt, Kratzen, Rauschen, Raunen. Traum oder Alptraum, guter oder böser Zauber? Milena ist gebannt, ihr Herz rast. Alles fügt sich zusammen, welch außergewöhnlicher Tag. Ich habe einen wirklich reichen Kunden erwischt. Sie kann ihr Glück kaum fassen, aber da ist auch ein anderes Gefühl, das bedenkliche. Der Wald macht ihr Angst, ist das ein Zeichen? Ist das nicht zu viel, nicht eine Nummer zu groß für sie? Aber er zahlt wirklich gut. Nein, keine Angst vor dem, was kommt. Die Zukunft liegt vor ihr. Mag Böses lauern im Wald, so wie es ihre Großmutter immer erzählt hat; sie sitzt sicher im Auto, fährt ins Licht. Dort am Horizont ist es schon, sie kann es sehen.

„Wir sind da." Im Schein der brennenden Fackeln erhebt sich ein gewaltiges Gebäude, ein Schloss vermutlich. Sie steigen vor einer Treppe aus, die zu mächtigen dorischen Säulen führt, dahinter sind eine schwere Tür und hohe Fenster erkennbar, die von innen nur schwach von flackerndem Licht beleuchtet werden. Glück, denkt sich Milena, vielleicht habe ich heute wirklich Glück.

Der Fahrer führt sie durch die Reihen der Wächter, schwer bewaffnete, schweigsame Gestalten, in das gewaltige Haus. In der Vorhalle wird sie in einer Art Zelt empfangen, rot gefärbte Seide, bemalt mit schwarzen Ornamenten und Kreaturen, die entfernt an Tiere erinnern. Eine alte, dickliche Frau tritt aus dem Schatten des von einer Feuerschale spärlich beleuchteten Zeltes. Rotunterlaufene, seltsam kaltmilchige Augen werfen ihren Blick auf Milena. Schwermütig, abschätzend, sieht sie auf das Mädchen, das ihr gerade gebracht worden ist.

*

„Zieh dich aus! Sie deutet auf Milenas schwarzes Kleid und ihre hochhackigen, rotlackierten Schuhe, die besten, die sie besitzt. „Das brauchst du hier nicht. Du erhältst neue Kleidung.

Milena fröstelt ob des Erscheinungsbildes der Frau. Ob das eine Lesben-Party war? Wie eine Bedienstete sah dieses unheimliche Weib in der grauen Kutte jedenfalls nicht aus. Es muss eine Art Kostümfest sein. Vielleicht auch eine Fetisch-Party der seltsameren Sorte. Aus einer reich verzierten Holzkiste, deren Deckel

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