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I'm Here to Win: Wie Chris McCormack zweimal den Ironman Hawaii gewann

I'm Here to Win: Wie Chris McCormack zweimal den Ironman Hawaii gewann

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I'm Here to Win: Wie Chris McCormack zweimal den Ironman Hawaii gewann

Bewertungen:
5/5 (1 Bewertung)
Länge:
548 Seiten
10 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 5, 2014
ISBN:
9783955900267
Format:
Buch

Beschreibung

Als der Austalier Chris McCormack 2007 den Ironman Hawaii gewann, sagte die Szene: Na endlich. Als er seinen Triumph 2010 wiederholte, sorgte er für eine Überraschung – denn eigentlich hatte ihn die Triathlonwelt längst abgeschrieben. In seinem Buch berichtet Chris McCormack über seinen Weg an die Weltspitze des Triathlons und darüber, dass das tägliche Schwimmen, Radfahren und Laufen längst nicht genug sind, um den wichtigsten Titel des Triathlonsports zu gewinnen. "Every race is a war" oder "No problems, just solutions" heißen nicht nur Kapitel in diesem Buch, sondern auch die Lebens- und Wettkampfeinstellungen von Chris McCormack, der sich als wahrer Meister der psychologischen Kriegsführung entpuppt.
Herausgeber:
Freigegeben:
May 5, 2014
ISBN:
9783955900267
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

I'm Here to Win - Chris McCormack

I’m Here to Win

Wie Chris McCormack zweimal den

Ironman Hawaii gewann

Chris McCormack

mit Tim Vandehey

I’M HERE

TO WIN

Wie Chris McCormack zweimal den Ironman Hawaii gewann

Übersetzt aus dem Amerikanischen von Torsten Walter

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Dieses Buch ist meiner Mutter und jeder Frau gewidmet, die jemals mit Brustkrebs zu kämpfen hatte.

Mum, ich vermisse dich so sehr!

Copyright © 2011 by Chris McCormack

Erstmals erschienen 2011 unter dem Titel „I'm Here to Win" bei Center Street, Hachette Book Group, 237 Park Avenue, New York, NY 10017, USA.

www.centerstreet.com.

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

2. Auflage 2012

Copyright der deutschen Ausgabe: © spomedis GmbH, Hamburg 2011

Alle Rechte vorbehalten.

Dieses Buch oder Teile dieses Buches dürfen nicht ohne die schriftliche Genehmigung des Verlags vervielfältigt, elektronisch gespeichert oder auf andere Medien übertragen werden.

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Torsten Walter

Lektorat: Frank Wechsel

Layout und Satz: Melanie Trommer

Abbildungen: siehe Bildnachweis

ISBN: 978-3-95590-026-7 (ePUB)

ISBN: 978-3-95590-031-1 (Kindle)

www.spomedis.de

Vorwort

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Sebastian Kienle 

I’m Here to Win – ich bin hier, um zu siegen. Der Titel dieses Buches sagt viel aus über den australischen Autor: den extrovertierten, charismatischen Weltmeister und Ironmansieger Chris ­McCormack. Schließlich ist „Macca" kein Leisetreter. Und doch hat er seinen Worten immer Taten folgen lassen und damit über die Triathlonszene hinaus immer mehr Gehör gefunden. Wer die Rennergebnisse am Ende jedes Kapitels anschaut, der kann die großen Wettkämpfe, die Macca noch nicht gewonnen hat, tatsächlich an einer Hand ­abzählen.

Für Hobbytriathleten ist dieses Buch nicht nur eine tiefe Quelle der Motivation, sondern es gibt auch handfeste Tipps. Das alles mit dem Schwung eines Romans und nicht mit der wissenschaftlichen Dürre eines schon so oft gedruckten Ratgebers „Wie funktioniert eigentlich Triathlon?". Wenn Sie auf der letzten Seite angekommen sind, sollten Sie dieses Werk an einen Freund oder ein Familien­mitglied weitergeben. Er wird dann vielleicht endlich verstehen, was zur Hölle Sie da eigentlich machen. Und warum.

Für Profis ist dieses Buch eine Anleitung zum Gewinnen! Chris hinterfragt alles Etablierte. Wer mehr als ein Jahrzehnt lang über 200 Tage im Jahr unterwegs ist und wie Chris die Augen offen hält, der sammelt viele Eindrücke. Chris McCormack animiert Sie, ausgetretene Pfade zu verlassen und selbst ein „Winning System" immer wieder zu verbessern. Manchmal wünsche ich mir fast, er hätte ein paar von seinen Tipps für sich behalten …

Wer Chris McCormack gegenübersteht, der kann vielleicht seine spezielle Aura spüren – er steht schnell im Mittelpunkt, ohne sich selbst dorthin zu stellen. In diesem Buch steht die Erklärung dafür. Chris vermittelt die Faszination des von außen betrachtet häufig etwas langweilig wirkenden Langdistanztriathlons. Auch wer im Anschluss an die Lektüre nicht gleich die Laufschuhe schnürt, den Fahrradhändler mit Fragen löchert oder sich intensiv mit schwarzen Gummianzügen beschäftigt, kann einiges aus „I’m Here to Win" mitnehmen. Schließlich hatte auch Chris abseits des Sports einige Schicksalsschläge zu verkraften. Doch anstatt zu zerbrechen, zieht er daraus neue ­Motivation!

Ich kenne Chris McCormack gut. Und ich habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ich bin nicht enttäuscht worden: Macca nimmt wie gewohnt kein Blatt vor den Mund, schlägt aber auch selbstkritische Töne an. Und manchmal musste ich beim Lesen wirklich lachen. Zum Beispiel, als er seinen Auftritt vor dem ersten Hawaii-Start beschreibt. Chris McCormack hat sich vom Ausnahmetalent zum besten Taktiker im Triathlon entwickelt, nur deshalb konnte er eine Dekade lang diesen Sport dominieren. Doch nicht nur er hat auf diesem Weg gewonnen, seine Art hat den Triathlonsport in den Fokus gerückt. Auch hier hat Chris über den Tellerrand geschaut und sich von ­Muhammad Ali, dem ungeschlagenen Champion im Wortgefecht, dem Kampf vor dem Kampf, inspirieren lassen. Ich bin sicher: Dieses Buch wird sich zu einem Standardwerk unseres Sports entwickeln. Weil es so ist, wie es ist: Here to Win! 

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr

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Sebastian Kienle

Einführung

Überall hieß es, ich könnte die Ironman-Weltmeisterschaften 2010 in Kona niemals gewinnen. Es stand einfach außer Frage!

Zumindest beruhte das auf den konventionellen Weisheiten dieser Leute: Ich sei zu schwer, zu alt, zu ungestüm und würde mich zu sehr auf meinen Lorbeeren ausruhen. Drei Jahre zuvor hatte ich das Rennen bereits gewonnen, doch die meisten „Experten sahen in meinem Sieg von 2007 nichts weiter als das breite rote Zielband am Ende meiner brillanten Karriere. Sie empfahlen mir, einen würdevollen Abschied von meiner Rolle als weltweit führender Triathlet zu nehmen. Mit anderen Worten: „Macca, hier ist dein Hut, was hetzt du dich noch? Es herrschte der unausgesprochene Konsens, dass mit mir beim wichtigsten Eintages-Ausdauerrennen der Welt nicht mehr zu rechnen war.

Als ich 2002 das erste Mal bei den Ironman World Championships an den Start ging, waren die Leute der Meinung: „Der Typ wird bestimmt noch zehn Ironmanrennen gewinnen. Im Laufe der Jahre habe ich Rennen auf allen Kontinenten gewonnen und hatte den Weltcup über die Kurzstrecke mit Starts in Europa, Asien und Nordamerika bereits 1997 dominiert. Ich hatte mir praktisch alle wichtigen Titel unseres Sports geholt, darunter Global Triathlete Of The Year und Competitor of The Year" im Jahr 2001. Und ich war der erste Triathlet überhaupt, der in derselben Saison den US-Titel der Profis und den Titel über die Sprintstrecke errang.

Nach meinem Wechsel auf die Ironman-Distanz 2002 gelangen mir beim Ironman Australia fünf Siege in Folge. 2003 verlor ich mein erstes europäisches Langstreckenrennen bei der prestigeträchtigen Challenge Roth in Deutschland – gegen den fünfmaligen Sieger Lothar Leder, und zwar in einem unglaublichen Zielspurt. Doch ich kam zurück und gewann das Rennen Jahr für Jahr von 2004 bis 2007. Auch auf der Mitteldistanz – der halben Ironmanstrecke – zerpflückte ich das Feld. Mit dieser Erfolgsliste im Rücken glaubte die gesamte Triathlonwelt, ich würde das Rennen in Kona gleichermaßen dominieren. Großspurig und voller Selbstbewusstsein reiste ich im Oktober 2002 in die Triathlon-Welthauptstadt, Kona auf Hawaii. In meinem ersten TV-Interview brachte ich es auf den Punkt: „Mann, ich bin hier, um zu gewinnen!" 

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Nun, für die Weltmeisterkrone brauchte ich sechs Jahre, die härtesten meiner Karriere. Kona lehrte mich Demut, wie es das bei fast jedem Triathleten tut. 2002 kam ich erst gar nicht ins Ziel, weil ich auf der Marathonstrecke durch die berüchtigten Lavafelder nördlich von Kailua-Kona derbe einging, dort wo die brütende Hitze jeden Körper, der nach dem Schwimmen und Radfahren eh schon ausgelaugt ist, an seine äußerste Grenze bringt. 2003 marschierte ich zu Fuß nach demütigenden 9:32:11 Stunden ins Ziel. 2004 musste ich auf der Laufstrecke aufgeben, weil ich die Hitzekrämpfe nicht mehr ertrug. 2005 konnte ich mich von einer Schwächekrise auf dem Rad wieder erholen und finishte als Sechster – mit der schnellsten Marathonzeit des Tages. 2006 kam ich als Zweiter ins Ziel – hinter Normann Stadler, der an diesem Tag immerhin einen neuen Streckenrekord mit dem Rad erzielt hatte. Ich war also auf dem richtigen Weg. Dann endlich, 2007, triumphierte ich über die Hitze und Luftfeuchtigkeit und gewann den Titel, auf den ich meine ganze Karriere lang scharf gewesen war, den Titel, den mir schon keiner, mich manchmal eingeschlossen, mehr zugetraut hatte. Mein Sieg 2007 war sozusagen das Juwel in meiner Triathlonkrone.

Meine Titelverteidigung 2008 galt als Formalität: Jeder war sich sicher, dass ich wieder gewinnen würde, für mich war es aber ein großes und hartes Rennen – weit mehr als eine Formalität! Da ich leider einen Raddefekt hatte, holte sich mein australischer Landsmann Craig Alexander die Krone des Champions. Als ihm auch im Folgejahr der Sieg gelang, war die Triathlonwelt mehr als willig, einen neuen Triathlonkönig zu küren. Schöne Karriere, Macca, danke für alles, aber mach jetzt mal Platz für die nächste Generation! 

Es war ein Schock für mich: Ich war der vollständigste Triathlet auf dem Planeten, mit Siegen über alle Distanzen, hatte bewiesen, dass ich auch in Kona gewinnen konnte, und kam 2009 immerhin noch als Vierter ins Ziel. Trotzdem wurde ich als bedeutungslos abgeschrieben. Es zeigte sich nur zu deutlich, wie schnell die Geschichte einen zugunsten des nächsten Helden fallen lässt.

Kona, 2008 und 2009

Die Sache verhielt sich so: Ich wusste, dass ich 2010 würde gewinnen können. 2008 hatte mir meine Radpanne einen Strich durch die Rechnung gemacht, ich hatte nicht einmal die Spur einer Chance, meinen Titel zu verteidigen. Ich sprach kein Wort darüber; Kona ist ein Dorf und ich wollte Craigs Erfolg oder den der anderen keinesfalls schmälern, indem ich Ausreden erfand. Ich habe zu viel Respekt vor ihnen und vor unserem Sport. Nachdem mich meine Ausrüstung auf der Radstrecke zum Aufgeben gezwungen hatte, kehrte ich in mein Zimmer im King Kamehameha Hotel zurück, sah die Top-Profis vom Rad steigen und auf die Marathonstrecke gehen und Craig als Ersten über die Ziellinie laufen. Ich bin schon aus dem Olympia-Team geworfen worden und hatte in meiner Karriere schon viel erlebt, aber dieses Erlebnis war das Schlimmste, mit dem ich je im Sport fertigwerden musste. Ich fühlte mich um den Sieg betrogen. Eine technische Panne kann alles zunichte machen: All die investierte Zeit, all das Training, das Leiden, all die Schmerzen sind plötzlich bedeutungslos. Ich hatte nicht verloren, man hatte mir das Rennen gestohlen, ohne dass ich irgendeinen Einfluss darauf gehabt hätte! Das fraß regelrecht an mir.

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Ich ließ es hinter mir und beschäftigte mich eingehend mit dem Event, dann kam ich 2009 zurück und war bereit, Craig herauszufordern. Kona war ein Rennen, das ihm gut passte: Er ist ja eher von kleiner Statur und liebt Hitze und Feuchtigkeit, um die man in Kona nie herumkommt. Ich wusste: Auf Hawaii war er in seinem Element. Bei der Pressekonferenz vor dem Rennen sagte ich jedoch: „Crowie [Craigs Spitzname, Anm. d. Übers.] hat meinen Titel nur geborgt und er hat mich in Kona noch nie im Rennen geschlagen. Das hatte er auch nie, da ich ja wegen eines Defekts aussteigen musste, er hat mich nie von Mann zu Mann geschlagen. „Ich bin seit 1994 in Australien immer wieder gegen ihn angetreten und in vielleicht einhundert Rennen schlug er mich nur viermal. Er spürte diesen Druck, das wusste ich. Manch einer nahm mir meine Worte übel. Frei von der Leber weg zu sagen, was ich dachte, hat mich nicht immer beliebt gemacht. Aber ich wollte ja nur darauf hinweisen, dass die Raddisziplin seine Schwäche ist. Ich wollte jedem mitteilen, wie ich zu gewinnen gedachte – und Selbstzweifel in Craig auslösen. Mentale Spielchen hatte ich schon seit Jahren so effektiv eingesetzt!

Aber man weiß ja, wie es mit den besten Plänen läuft: 2009 hatte ich eine furchtbare Schwimmzeit. Auf dem Rad konnte ich mich nach vorn schieben, aber Craig holte mich schließlich beim Laufen wieder ein – er ist einer der besten Marathonläufer, die je in Kona antraten. So gewann er seinen zweiten Titel in Folge. Und das war’s dann: Macca war hinüber. Ich aber wusste, dass meine Performance 2009 trotz der miserablen Schwimmzeit spektakulär gewesen war, vielleicht sogar besser als der Sieg 2007.

Ich hatte im Wasser dreieinhalb Minuten verloren aus Gründen, die ich immer noch nicht kenne; ich lag hinter Jungs, die ich in meiner gesamten Karriere noch nie von hinten gesehen hatte. Das ist das Problem mit einigen Leuten in unserem Sport: Sie sehen immer nur die Ergebnisse und nicht die Rennen. Hätten sie irgendetwas über die Trends eines Athleten gewusst, dann hätten sie gesagt: „Halt mal, da stimmt was nicht mit Maccas Schwimmzeit." Ich war noch nie 54 Minuten geschwommen; ich schwamm immer 50. Ich lag nach dem Schwimmen immer etwas zurück, kämpfte mich auf dem Rad in die Führungsgruppe und gab ihnen einige Minuten (sodass ich an die Spitze gelangte). Dann fiel ich im Marathon zurück, vielleicht auf den siebten Platz, riss mich zusammen, um als Vierter ins Ziel kommen – mit vier Minuten Rückstand auf den Sieger. So sahen meine Trends aus. Hätte ich also meine typische Schwimmzeit gehabt und diese dreieinhalb Minuten nicht so früh liegenlassen, dann: Bumm! Ich hätte nur 30 Sekunden hinter dem Führenden gelegen und Craigs Titel angreifen können.

Ich machte mir also nichts vor: Es war nicht so, dass ich mit den Jungs, die nach dem Schwimmen vor mir lagen, nicht hätte mithalten können, ich wusste, dass ich es konnte. Glaubt mir: Ich will niemals der ausgelutschte Schwergewichtsboxer mit ewigen Comebacks sein, in denen er eine einzige weitere Night of Glory sucht und dem man dann die Fresse poliert. Jeder Athlet kann es fühlen, wann es Zeit ist, abzutreten. Wenn für mich die Zeit gekommen ist, werde ich frohen Mutes nach Hause gehen und mehr Zeit mit meiner Frau und meinen Töchtern verbringen. Aber 2009 hatte ich dieses Gefühl noch nicht. Auch wenn jedermann bereits meinen Nachruf schrieb: Ich war bereit, ihnen zu zeigen, dass die Berichte von meinem Ableben verfrüht waren.

The Race Hacker

Als ich erklärte, in Kona 2010 wieder am Start zu stehen, war jeder baff. Das Wort „Dinosaurier habe ich mehrmals gehört. Die Leute sagten Dinge wie: „Da kommt wieder ­McCormack und reißt das Maul auf. Er muss sich wohl selbst überzeugen, erzählt jedermann, der es hören will, wie er das Rennen gewinnen will. Er ist ein Träumer. Er wird die Konkurrenten auf dem Rad nie weit genug abschütteln können, und Alexander ist einfach ein zu guter Läufer. Macca ist zu alt, das schafft er nicht. 

Nun, ich wusste, dass ich gewinnen konnte. In der Winterpause tat ich das, was so viele andere Triathleten nicht tun: Ich zerlegte das Rennen in seine Einzelteile und sah es mir strategisch an. Ich sehe mich als Computerhacker, der in ein System einbricht. Als ich mir das Video vom 2009er-Rennen ansah, erkannte ich, dass die Läufer das Rennen wegen der Art und Weise gewannen, wie wir anderen uns auf dem Rad verhielten. Ich merkte: Auf dem Rad zwischen Meile 40 und 80, also dort, wo wir vom Queen Kaahumanu Highway abbiegen und uns zum Turnaround nach Hawi hochquälen, tendieren die Athleten dazu, sich zurückzulehnen, anstatt eine Attacke zu wagen, um einen Vorsprung herauszufahren. Dieser Streckenabschnitt ist berüchtigt für seinen heimtückischen Seitenwind und jeder ging bei den Böen auf Nummer sicher. Das bedeutet, dass die besten Läufer auf dem Rad ihre Beine schonen konnten, sie kamen also erholt zurück nach Kailua-Kona und rannten dann beim Marathon allen davon.

Das zeigte mir, dass sie das Rennen „gehackt hatten. Sie hatten erkannt, dass die Schwäche der nicht so guten Läufer in ihrer Renngestaltung lag. Nun musste ich die Athleten, die ich aus dem europäischen Rennzirkus kannte und die von der Dominanz der Spitzenläufer eingeschüchtert waren, überzeugen, dass man die Spitzenläufer genau an dieser Stelle mit der richtigen Strategie schlagen konnte. Wir mussten einfach auf der Seitenwindpassage das Tempo erhöhen. Wir würden Zeit gegenüber den Top-Läufern gewinnen und sie zwingen, auf dem Weg zurück in die Stadt „mitzugehen, also ihr Pulver zu verschießen. Mit müden Beinen kämen sie dann zurück in die Stadt und könnten keine Bestzeiten mehr auf der Marathonstrecke hinlegen. Wir gestatteten diesen Jungs doch nur, uns beim Marathon abzukochen, weil wir ihr Spiel spielten! Mehr war das nicht. Ich hatte vor, die Läufer mein Spiel spielen zu lassen.

In jedem Interview, das ich der Triathlonpresse im nächsten Jahr gab, sagte ich also so etwas wie: „Jungs, das ist die Formel, um die Läufer zu knacken. Ich werde das durchziehen. Kommt und macht mit." Wie vorherzusehen war, hielten mich die anderen Athleten für verrückt. Sie waren alle so geblendet von der neuen Generation von Ironman-Athleten wie Craig Alexander, Andreas Raelert, Terenzo Bozzone oder Rasmus Henning, dass sie sie für unschlagbar hielten. Aber warum sollte man dann überhaupt an den Start gehen? Ich wusste: Sie sind zu schlagen. Und das begann ich schon früh im Jahr 2010 herauszuposaunen. 

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Natürlich hatte mein Wahnsinn einen Sinn: Ich wollte ein Pack zusammenstellen, denn beim Ironman herrscht trotz Windschattenverbots der Rudeltrieb. Das Drafting ist zwar illegal, aber wenn man in größeren Gruppen mit Abstand fährt, hilft auch das, das eigene Tempo stabil zu halten. So kann man einen unbeabsichtigten Tempoverlust verhindern und vermeiden, mit einem höheren Energieaufwand wieder aufschließen zu müssen. Außerdem kann ich beim Gruppenfahren die anderen Athleten beobachten und Schwächen suchen, die ich dann ausnutzen kann. Ich sprach also mit Triathleten wie dem Deutschen Timo Bracht, dem zweimaligen Ironman Europameister, der 2010 auch beim Ironman Arizona siegte: „Timo, du bist ein guter Schwimmer und ein überragender Radfahrer, aber solche Konkurrenten wie Craig Alexander und Rasmus Henning sind immer die besseren Läufer. Warum steigst du mit ihnen vom Rad, wenn du auf der Radstrecke deine stärkste Waffe hast? Geh nach Hause, sprich mit deinen Trainern und du wirst sehen, dass wir in den Querwinden angreifen müssen. Das wird das Rennen neu eröffnen und wir ziehen ihnen die Beine weg." Ich wollte meine Saat ausbringen, denn ich nehme doch an, dass jeder auf Hawaii gewinnen will, also erklärte ich ihnen die Strategie, von der ich wusste, dass sie funktionieren würde.

Die meisten Athleten sind nur mit sich selbst beschäftigt und nicht mit dem Rennen. Aber im Amerikanischen sagt man: „If all you have is a hammer, every problem becomes a nail, right?" Für die meisten Triathleten und Trainer ist das einzige Werkzeug, das sie haben, mehr Training. Zu langsam im Wasser? Härter trainieren. Du kannst auf dem Rad nicht mithalten? Reiße mehr Kilometer ab. Sie sehen alle nur die physische Seite des Rennen und das allein bringt es nicht. Ein Ironman dauert bei den Profis acht Stunden, gewonnen oder verloren wird aber in den letzten Sekunden, wenn ein Athlet einen Zug macht, der ihm einen Vorteil verschafft – oder den Hals bricht. Erfahrung und Strategie helfen, die Momente herauszufinden, wo du deine Energien investieren musst, um die beste Aussicht auf einen Sieg zu bekommen.

Jedes Rennen ist ein Puzzle und wenn du weißt, welches Teil du suchen musst, und gewillt bist, für eine Weile aus dieser rein trainingsbasierten Denkart auszubrechen, kannst du einen Vorteil daraus gewinnen. Ich glaube, diese Mentalität stammt aus meinen Kindertagen, als ich ein Läufer war. Schon auf der Rückfahrt nach Hause analysierte ich meine Rennen mit meinem Vater: „Dad, ich fühlte mich gut und dann, bei Kilometer vier, rannten mir an einem Hügel alle davon! Mein Vater war sehr analytisch veranlagt. Er meinte: „Was meinst du, warum das so ist? Ich entgegnete: „Weil es so hart war. „Genau, mein Sohn. Das war die Schlüsselstelle des Rennens. Was musst du also tun, wenn du dort nächstes Jahr wieder startest? Und ich sagte: „Ich muss am Berg stärker sein, Dad."

So finde ich die fehlenden Teile im Puzzlespiel der Rennen. Heute habe ich das fehlende Stück für Kona gefunden und ich weiß, dass ich das Rennen gewinnen könnte, wenn ich Mitstreiter fände. Leider machte mich meine öffentliche Kampagne auf der Suche nach Alliierten nicht besonders populär. Was ich als ehrlichen Dialog über die beste Nutzung der Talente und Grenzen anderer Athleten ansah, nannten andere anmaßend und respektlos. Eine Menge Ironman-Athleten, darunter zahlreiche Amateure, sagten, ich würde den Geist des Rennens verletzen, und solche Sachen. Ich bin aber Profi, ich bin nicht auf ein Finisher-Shirt aus und darauf, beim Zieleinlauf namentlich genannt zu werden, wenn der Ansager Mike Reilly ruft: „You are an Ironman!"  

Meine Jobbeschreibung ist ganz simple: Win the race! Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Ich werde mich ja nie unsportlich verhalten, aber ich werde alles innerhalb der Regeln tun, um mir einen Vorteil zu verschaffen, auch wenn das ein paar Agegroupern gegen den Strich geht, sorry!

Trotzdem glaube ich, werde ich ziemlich missverstanden. Ich will das klären: Wer ich bin, was ich tue und wie ich es tue. Meine Karriere hing mit weit mehr Dingen zusammen als körperlichem Talent oder fleißigem Training. Andere Faktoren haben mir meine Stellung verschafft: meine Beschäftigung mit subtiler psychologischer Kriegführung im Rennen, die ehrliche Analyse meiner Schwächen und die systematische Suche nach Methoden, sie zu überwinden. Dabei suche ich auch außerhalb des Triathlons in anderen Disziplinen. Setzt man das dann alles zusammen, erhält man die erfolgreichste Karriere in der Geschichte des Triathlons. Das ist die Story hinter meinem Erfolg.

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Kapitel 1 

I’m Here to Win!

Beim ersten Mal in Kona machte ich Fotos wie ein Tourist. Ich wusste gar nicht, wie ich mich unter all den Weltklasse-Triathleten verhalten sollte, die ich in der ganzen Stadt sah. Ich fühlte mich wie ein Tennisspieler, der das erste Mal in Wimbledon auf dem Centre Court steht.

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M

eine Reise zum Ironman Hawaii begann Jahre, bevor ich am Morgen des Rennens in der Bucht von Kailua-Kona auf der Stelle Wasser trat – bereit, das angesehenste Multisport-Ausdauerrennen der Welt in Angriff zu nehmen. Mehr als zehn Jahre sprachen mein bester Freund Sean ­Maroney und ich von kaum etwas anderem, als es nach Kona zu schaffen. Für uns idealistische junge Dreikämpfer war der Plan ebenso simpel wie völlig unverschämt: Wir würden uns nach und nach durch die Top-Triathlons arbeiten, ungeachtet dessen, ob wir einen gewännen oder nicht, denn unser einziges Ziel war es, Erfahrungen zu sammeln, hübsche Sportlerinnen zu treffen und eine tolle Zeit zu haben. Wie im Kinofilm „Das Beste kommt zum Schluss" sollte zum Finale eine gemeinsame Teilnahme am Ironman Hawaii stehen, um dann wahrscheinlich nach Australien zurückzukehren und im Glanz unserer Abenteuer zu baden.

Einige der geplanten Rennen haben wir tatsächlich bestritten. Während ich Profi wurde, entschied sich Sean für eine Karriere als Rettungsschwimmer auf Hawaii (wer kann es ihm verübeln?) und arbeitete ab und an als Schwimm- und Triathloncoach. Wenn er aber hörte, dass ich ein weiteres Rennen auf unserer Liste abhaken wollte, ließ er alles stehen und liegen. „Du machst Chicago? Ich komme! Ich spendierte ihm ein Ticket, er flog ein und ich startete. Nach meinem Sieg beim Mrs. T’s ­Chicago Triathlon im Jahr 2000 trafen wir ­Spencer Smith, den britischen Kurzstrecken-Weltmeister, der auch Ironman-Siege einheimste, und andere Athleten, die wir schon immer verehrt hatten. Wir machten auf cool, aber zurück im Hotelzimmer sprangen wir auf dem Bett herum und riefen: „Guck dir nur mal die Trophäe mit all den Namen an! Wir waren wie kleine Kinder, die mit ihren Idolen spielen durften …

Ich war Weltmeister geworden und Sean war auf der ganzen Reise bei mir gewesen. Und als das Jahr 2002 kam, sah es so aus, als sollte unser wichtigster Jugendtraum tatsächlich wahrwerden. Das war das Jahr, in dem ich dem australischen Verbandsprogramm und meinem Kurzstrecken-Background den Rücken kehrte und mit Ironman-Rennen begann. Ignoranz kann ein Segen sein, vermute ich: Im Mai 2001 war ich bei der Wildflower-Mitteldistanz gestartet, ohne eine Strategie. Ich machte alles so wie auf den Kurzstreckenrennen und verdoppelte es. Ein Half-Ironman ist doppelt so lang wie ein Kurzstreckenrennen, also machte das in meinen Augen Sinn. Ich brach den Streckenrekord.

Dann flog ich zum Ironman Australia und schlug drei Weltmeister, als ich meine erste Langdistanz absolvierte. Damit tat ich es Luc Van Lierde und Dave Scott gleich, die bis dahin die einzigen waren, die direkt ihren ersten Ironman gewonnen hatten. Das Beste daran: Der Sieg beim Ironman Australia verschaffte mir die Qualifikation für Kona im Oktober 2002. Ich war auf dem Weg nach Hawaii!

Freude und Schmerz

Das war im April, und die Dinge entwickelten sich noch besser: Im Juni 2002 rief mich Sean an und war so aufgeregt, dass ich ihn auch ohne Telefon gehört hätte. Ich kam vom Training und mein Telefon war heißgelaufen von all seinen Anrufen. Er hatte eindeutig schon Bier Nummer zehn intus, als er mich endlich erreichte. „Ich bin drin, du Hund!, brüllte er mir ins Ohr. Er hatte auf typische Sean-Art gefeiert, weil er beim Keauhou Kona Half Ironman auf Big Island gut genug gefinisht hatte, um sich als Agegrouper für den Ironman ­Hawaii zu qualifizieren. „Endlich sind wir in Kona! Ich komme nach Alcatraz, um deinen vierten Sieg zu sehen.

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Sean Maroney und ich am Australian Institute of Sport 1994. Sean sagte, er wollte ein Foto von sich mit dem Typen haben, der einmal der beste Triathlet der Welt werden würde. Ich lachte und sagte: „Dann sollte ich besser das Foto von dir machen." Schließlich haben wir die Kamera zusammen genommen und uns beide fotografiert.

Dreimal hatte ich den Escape from Alcatraz Triathlon schon gewonnen und wollte es 2002 noch einmal schaffen, am besten mit der Pulversierung des Streckenrekords des Amerikaners Mike Pigg. Sean vergötterte Mike Pigg. Mike war eigentlich ein Schwimmer und Radfahrer, und so sah sich Sean auch. Seans Mutter wusste, dass wir für den Triathlon lebten, aber wir trieben sie in den Wahnsinn, wenn wir den ganzen Tag Videos von Mike Pigg und Mark Allen, meinem Idol, ansahen. Wenn sie genug hatte, scheuchte sie uns vor die Tür: „Geht spielen, Kinder!" Ich startete in Alcatraz wegen Mike, deshalb war ich begeistert, vielleicht seinen Rekord erreichen zu können.

Sean meinte: „Ich gehe heute feiern und dann komme ich rüber und schaue dir in Alcatraz zu. Kann ich bei dir wohnen?" Ich reiste zwar mit meiner Frau Emma-Jane, aber natürlich sagte ich zu. Sean war ja mein Kumpel. Wir würden das schon hinbekommen.

Wir schwebten im siebten Himmel: Ich würde mit einem meiner Helden aus Kinderzeiten gleichziehen und dann würden wir uns zusammen den Traum erfüllen, den wir als Teenager in Sydney bei der Übertragung des Rennens in Kona ausgeheckt hatten. Ich konnte es kaum glauben. Für Sean freute ich mich noch mehr als für mich selbst. Er war von uns beiden derjenige mit mehr Potenzial, aber er konnte nicht auf die Partys verzichten, um sich noch mehr aufs Training zu konzentrieren. Er war eine Naturgewalt: laut, positiv, großzügig und immer auf der Suche nach Spaß. Dafür liebte ich ihn. Das hatte uns als Kinder verbunden – das Leben war eine einzige große Party.

Ich ging schlafen und plante, Sean am nächsten Tag anzurufen, wenn er seinen Kater auskurierte. Am nächsten Morgen bekam ich eine E-Mail von Mrs. Maroney, Seans Mutter. Ich hatte noch nie eine Mail von ihr bekommen, was die Alarmglocken in meinem Kopf losschrillen ließ. Als ich die Nachricht las, verschlug es mir die Sprache: „Chris, Sean ist letzte Nacht gestorben."

Was? Keine Details, nur diese paar schrecklichen Worte. Ich dachte: „Vielleicht habe ich es falsch gelesen oder so, und rief sofort auf Seans Handy an. Keine Antwort. Noch mal. Keine Antwort. Noch mal. Keine Antwort. Nun war mir wirklich bange und ich rief Mrs. Maroney an. „Mrs. Maroney, hier ist Chris. Sie brach in Tränen aus, und da wusste ich direkt, dass Sean wirklich tot war. Es war das schlimmste Telefonat meines Lebens. Er hatte seine Hawaii-Qualifikation in einem Hotel in Honolulu gefeiert und war von einem Balkon im 27. Stock gestürzt. Er starb am 6. Juni 2002 im Alter von 27 Jahren.

„Ich nehme das nächste Flugzeug, Mrs. ­Maroney. Ich komme heim. Kaum hatte ich aufgelegt, kamen auch mir die Tränen. Ich buchte sofort ein Ticket. Der früheste Flug ging erst in 24 Stunden. Ich musste zurück nach Los Angeles, meine Sachen packen. Das Telefon klingelte. Diesmal Mr. Maroney, Seans Vater. Ich kann mich erinnern, wie er sagte: „Chris, wir haben das hier besprochen und wir wollen, dass du nach Alcatraz fährst und startest. Ich antwortete: „Nein, nein, nein, Mr. Maroney. Das ist das Letzte, was ich jetzt im Kopf habe. Er entgegnete: „Chris, Seans letzter glücklicher Moment war der Gedanke, dass du Mike Piggs Rekord unterbietest.

In meinem Kopf drehte sich alles. Ich sagte: „Mr. Maroney, er war mein bester Freund. Ich habe jetzt nicht den Kopf dafür. Ich kann ­Escape from Alcatraz nicht gewinnen. Ich komme nach Hause. Mr. Maroney war Assistant Commissioner der Polizei von New South Wales und ein sehr durchsetzungsfähiger Mann, ein absoluter Gentlemen. „Nein, sagte er in einem Ton, der keinen Kompromiss zuließ. Du startest und dann kommst du heim. Aber erst gewinnst du das Rennen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Was blieb mir anders übrig als: „Okay, Mr. Maroney. Ich versuche mein Bestes. Emma und ich flogen also nach San Francisco zum Escape from Alcatraz Triathlon.

Ein Wunder

Escape from Alcatraz ist ein kaltes, hartes Rennen, das im eisigen Wasser der Bucht von San ­Francisco gestartet wird. Die Hauptbe­drohung für meinen vierten Sieg war Greg Bennett, ein Kollege, auf den ich meine ganze Karriere über immer wieder getroffen war. Er hatte gerade den Weltcup gewonnen und war in unglaublicher Laufform. Aber Escape from ­Alcatraz wird in Wahrheit auf dem Rad gewonnen. Ich rechnete mir also aus, das Pack auf dem Rad hinter mir zu lassen und dann mit der dritt- oder viertschnellsten Laufzeit zu gewinnen.

Ich trug im Rennen eine schwarze Armbinde in Gedenken an Sean, und jedermann wusste, dass ich meinen besten Freund verloren hatte. Die Neuigkeit ging in Australien herum wie ein Lauffeuer. Die Kommentatoren wussten, wie eng meine Beziehung zu Sean gewesen war und ich glaube, sie schrieben mich an diesem Tag bereits ab. Dem war auch beinahe so: Eine Hälfte meines Herzens war auf der anderen Seite der Welt bei Seans Familie.

Das Rennen startete und nach dem Schwimmen überraschte mich Greg Bennett, als er auf dem Rad davonstob. Als wir von den Rädern stiegen, um den Lauf zu beginnen, hatte Greg einen deutlichen Vorsprung auf mich. Damn! Ich schaute beim Laufen in den Himmel und rief Sean zu: „Sorry, Kumpel! Das Rennen war halb rum und ich dachte: „Okay, ich werde nicht gewinnen, kein Problem. Ich werde ins Flugzeug steigen und nach Australien zurückfliegen und mich nur noch um meinen Kumpel kümmern. Ich hatte in einem Rennen bisher noch nie über eine Niederlage nachgedacht, das war eine meiner Stärken. Ich blieb immer positiv und fand bei allen Widrigkeiten Wege, auf Kurs zu bleiben. Aber an diesem Tag würde ich nur eine Chance haben, wenn Greg ­Bennett einbrechen würde.

Dann kam mir ein Krankenwagen entgegen, und die Sanitäter gaben mir einen Zwischenstand: „One minute, Macca. Das hieß, Bennett lag nur eine Minute vor mir. Wahrscheinlich war er eher zwei Minuten vor mir, dachte ich, er ist so ein guter Läufer, besser als ich. Doch dann bekam ich mehr Zwischenstände: „­Fourty-five seconds, Macca! Fourty seconds, er ist verloren! Unmöglich, dachte ich. Greg ­Bennett brach niemals ein. Never ever war er in seiner gesamten Karriere eingebrochen. Hier gab es nur einen Lauf über acht Meilen, etwa 13 Kilometer. Greg konnte im Schlaf laufen!

Als wir den hügeligen Abschnitt der Laufstrecke verließen, kam ein Geräusch näher, es klang wie ein Motorrad. Das Rennen ist kurvenreich, sodass man nicht weit nach vorn sehen konnte. Aber da war dieses Motorradgeräusch vor mir, das sich aus Bäumen erhob. Nach der nächsten Biegung erkannte ich es: Es war das Führungsmotorrad, das den Ersten

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