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Die großen Western Classic 18: Red River-Ballade

Die großen Western Classic 18: Red River-Ballade

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Die großen Western Classic 18: Red River-Ballade

Länge:
117 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 6, 2019
ISBN:
9783740953393
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen).

Der große Rancher Matt Cardigan parierte abrupt sein Pferd und lauschte. Was hat er, dachte der junge Charlie. Wir sind noch sechs Meilen von der Ranch entfernt. Was hat Vater gehört? Charlie hörte nichts. Mit dem Alten war eine seltsame Veränderung vorgegangen. Er duckte sich immer tiefer. Sein eckiges Gesicht schien noch kantiger geworden zu sein, seine Hand kroch langsam zum Gewehr. Matt Cardigans Blicke huschten über die Büsche rechts und links des Weges. Sie waren hier nicht auf dem breiten Fahrweg zur Stadt, sondern mitten durch die Playa del Oro geritten. Hier gab es nur einen schmalen Pfad, kaum breit genug für zwei nebeneinanderlaufende Pferde. Indianer, grübelte Big Matthew. Das gibt es doch nicht. Wir haben keine Rothäute mehr in unserem Land, oder sie sitzen in Reservationen. Unwillkürlich musste er sich bei diesem Gedanken schütteln. Ging es etwa wieder los, wie damals? Matt Cardigan hatte das Gewehr in der Hand, bemerkte den verstörten Blick seines Sohnes. "Pass auf, wir drehen um", sagte er gepresst. "Und dann Galopp!"
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 6, 2019
ISBN:
9783740953393
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Die großen Western Classic 18 - G.F. Wego

Die großen Western Classic

– 18 –

Red River-Ballade

G.F. Wego

Der große Rancher Matt Cardigan parierte abrupt sein Pferd und lauschte. Was hat er, dachte der junge Charlie. Wir sind noch sechs Meilen von der Ranch entfernt. Was hat Vater gehört?

Charlie hörte nichts.

Mit dem Alten war eine seltsame Veränderung vorgegangen. Er duckte sich immer tiefer. Sein eckiges Gesicht schien noch kantiger geworden zu sein, seine Hand kroch langsam zum Gewehr. Matt Cardigans Blicke huschten über die Büsche rechts und links des Weges. Sie waren hier nicht auf dem breiten Fahrweg zur Stadt, sondern mitten durch die Playa del Oro geritten. Hier gab es nur einen schmalen Pfad, kaum breit genug für zwei nebeneinanderlaufende Pferde.

Indianer, grübelte Big Matthew. Das gibt es doch nicht. Wir haben keine Rothäute mehr in unserem Land, oder sie sitzen in Reservationen.

Unwillkürlich musste er sich bei diesem Gedanken schütteln. Ging es etwa wieder los, wie damals?

Matt Cardigan hatte das Gewehr in der Hand, bemerkte den verstörten Blick seines Sohnes.

»Pass auf, wir drehen um«, sagte er gepresst. »Und dann Galopp!«

»Warum denn?«

»Indianer!«

»Was?«

Dem Jungen fuhr es durch Mark und Bein, er wollte es nicht glauben. »Dreh um, sofort!«

Einen bitteren Moment dachte Matt daran, dass Ruben ihn nicht so blödsinnig verwundert angesehen hätte. Ruben, sein Ältester, hätte die Gefahr vor ihm gerochen, aber der kleine Charlie schlief lieber.

Matt riss das Pferd herum, während er instinktiv registrierte, schon viel zu weit geritten zu sein. Er ahnte nichts Gutes.

Als sein brauner Hengst drehte, sah er es und stieß ruckartig die Linke hoch. Die Büsche seitlich von ihm teilten sich jäh. Der Alte reagierte wie in seinen besten Tagen. Das Gewehr sprang förmlich in die Waagerechte. Matt feuerte auf den Schatten. Gleichzeitig presste er seinen Oberkörper auf die Mähne des Pferdes und trieb es mit wilden Nackenschlägen in die Weichen an. Der Hengst machte einen Riesensatz.

Dicht an Matt schwirrte ein Pfeil vorbei. Dieses unheimliche Geräusch vermischte sich mit dem Schuss aus seinem alten Spencerkarabiner. Das Echo rollte in Wellen über die blühenden Büsche. Dann gellten zwei Schreie, der eine vor dem Rancher, der andere hinter ihm. Er sah, wie die Gestalt getroffen zurückgeschleudert wurde, als hätte eine gewaltige Faust den Körper voll erwischt.

»Los!«, rief Matt und sah sich nach seinem Sohn um.

Hinter dem Jungen war etwas. Charlie gab seinem Falben die Hacken. Dabei schrie er vor Schmerz und duckte sich über dem lang gestreckten Pferdehals, ein Pfeil hatte sein Bein getroffen.

Dort, wo die Bewegung war, zuckte in der nächsten Sekunde ein Mündungsblitz auf. Er war kaum vierzig Yards entfernt. Die Kugel traf den Falben.

Irgendetwas in Matt Cardigan explodierte. Wenn sie ihn angriffen, dann war das ganz anders, als wenn sie auf seine Söhne schossen. Er brüllte wie ein wilder Stier, als er zwei-, dreimal feuerte und jemand aus den, Büschen taumelte und hinschlug.

Dann steilte der Falbe, machte noch einen Satz.

»Spring ab!«

Mehr brachte der Alte nicht heraus. Er brüllte einen Befehl, und der Junge gehorchte sogar. Er warf sich nach links, landete am Rand des Pfades, verlor aber sein Gewehr.

Matt Cardigans Hengst wirbelte schnaubend herum. Der Rancher drückte ihm die Hacken tief ein. Das Pferd jagte drei Längen zurück.

»Steh auf, schnell.«

Matts gewaltige Faust packte zu. Die schwieligen Finger krallten sich in den Jackenkragen Charlies. Mit Bärenkräften, die früher Hufeisen zerbrochen hatten, riss der Alte seinen Sohn auf den Hengst.

Einen Moment ärgerte es ihn, dass Little Charlie sein Gewehr liegen ließ, aber es war nun auch egal.

»Halt dich an mir fest, Junge.«

Und er hielt sich fest. Er schrie auch nicht mehr. Der Hengst galoppierte zwischen die Büsche. Einen anderen Weg sah Matt Cardigan nicht mehr. Der Teufel mochte wissen, was noch alles am Pfad wartete. Der Hengst brach durch das Buschwerk, raste auf die nächste Lichtung zu. Der Buschstreifen war an dieser Stelle nur schmal, aber er bot wenigstens etwas Deckung. Die Lichtung war etwa 160 Yards breit und 300 lang.

Die beiden hatten kaum die Mitte erreicht, da knallte es hinter ihnen erneut. Die Kugel streifte den Hengst. Der schwere Leib zuckte kurz und streckte sich. Matt sah sich um, während der Hengst in gerader Richtung auf den Buschstreifen zupreschte. Er konnte nicht schießen, weil ihn Charlie behinderte. Aber auch der Indianer hinter ihnen hatte keine Chance zu einem zweiten Schuss. Er hatte anscheinend keinen Mehrlader. Im Mondlicht glaubte Matt zu erkennen, dass der Halunke hastig nachlud.

Gleich darauf hatten sie die Lichtung überquert und Deckung in den Büschen gefunden. Kaum 100 Yards mochten sie geritten sein, als Matt spürte, dass das Pferd langsamer wurde.

»Sieh nach, wo es ihn erwischt hat«, knurrte er Charlie an. »Mach schnell, Junge!«

»Ja, Dad. Mein Bein …«

»Sieh nach.«

Charlie stöhnte, beugte sich zur Seite, sah das Blut an der unteren Rundung des Pferdebauches.

»Er blutet am Bauch, Dad.«

»Verdammt!«

Matt musste sich entscheiden. Wenn er eine Chance haben wollte, musste er aus dem Sattel. Der Braune wurde immer langsamer. Als die nächste Lichtung hinter ihnen lag, hielt er an.

»Runter, Junge.«

»Dad, ich kann nicht laufen«, jammerte Charlie. »Was hast du vor?«

»Uns den Hals zu retten, wenn es geht, was sonst?«, fauchte Matt. »Los, steig ab, wir müssen es versuchen. Der Hengst läuft noch eine Weile ohne Reiter. Das ist unsere Chance.«

Er sprang hinter Charlie ab. Der Junge lag auf den Knien und umklammerte sein Bein. Matt schlug seinem Hengst auf die Kruppe. Das Tier rannte weiter.

»Wenn du schreist, holt dich der Teufel«, stieß der Rancher grimmig hervor. »Beiß die Zähne zusammen, Junge. Du hast Glück gehabt, der Pfeil ist nur durchs Fleisch gefahren. Ich breche ihn ab und ziehe ihn raus, verstanden? Also, nimm dich zusammen.«

Es knackte, dann riss Matt den Schaft mit einer blitzschnellen Bewegung aus Charlies Bein, nahm sein Messer und schlitzte dem Jungen die Hose auf. Der Junge schrie nicht, aber er schnaufte wie ein Jungbulle, den jemand am Lasso hat. Matt saugte, spuckte das Blut aus, fluchte leise und schlang sein Halstuch fest um Charlies Schenkel.

»Fertig, Junge. Steh auf, wir müssen laufen, so weit wir können. Wenn wir den Hügel erreichen, haben wir mehr Glück als Verstand. Ich wette, die Halunken kommen uns nach.«

Er lief voraus, sein mächtiger Körper bahnte dem Jungen einen Weg.

»Dad, Dad, wo kommen die Indianer her? Weshalb sind sie hier?«

»Weiß der Teufel«, zischte Matt. »Vielleicht sind sie aus der Reservation geflohen? Seit sieben Jahren keine Indianer mehr, und plötzlich sind sie da. Verdammte Geschichte. Machst du etwa schlapp?«

»Es geht noch, Dad.«

Es geht noch, dachte Matt bitter. Er sagt, es geht noch. Er ist zu langsam, so kommen wir nie bis auf den Hügel. Hier stehen die Büsche nicht so eng beieinander. Nur auf dem Hügel haben wir eine Chance, uns die Indianer vom Hals zu halten.

*

Zuerst war der Schrei zu hören, danach das Brechen der Zweige. Der alte Matt Cardigan fuhr herum.

Charlie lag am Boden und stöhnte. Sein Gesicht war eine bleiche Maske im sanften Licht des Mondes, die Augen groß und dunkel.

»Ich – ich kann nicht mehr, Vater.«

Da schoss es Matt durch den Kopf, dass Ruben niemals aufgegeben hätte. Sein ältester Sohn glich ihm aufs Haar. Er war genauso zäh, hart und unnachgiebig gegen sich selbst.

Dennoch fühlte der alte Matt nichts als Mitleid. Jeden anderen Mann hätte er angebrüllt und mit Gewalt hochgetrieben. Bei Charlie konnte er das nicht. Der war nun mal der »Kleine«, der Lieblingssohn des Alten. Vielleicht deshalb, weil Charlie den alten Matt an seine Mutter erinnerte.

Der Rancher kehrte um, war mit einigen Sätzen bei seinem jüngsten Sohn und riss ihn hoch. Sein Blick fiel auf das Hosenbein.

Blut. Der behelfsmäßige Verband hielt die Wunde nicht zusammen. »Es tut mir leid, Dad.«

Der Alte sagte nichts, weil Charlies Worte so matt klangen. Ein Sorgenkind war er ja immer gewesen.

Kurz entschlossen packte Matt den Jungen und wuchtete ihn sich auf den Rücken.

Matt Cardigan lief. Vor ihm stand der Mond über den sanften Hügeln. Ganz weit hinten sah er die Kette der Cap Rock-Berge.

»Dad, lass mich runter. Du kannst mich nicht so weit tragen.«

»Hoho.«

Da war er

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