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Fussball verbindet: Prominente über den beliebtesten Ballsport

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Fussball verbindet: Prominente über den beliebtesten Ballsport

Länge:
202 Seiten
1 Stunde
Freigegeben:
Nov 14, 2019
ISBN:
9783800079933
Format:
Buch

Beschreibung

Wie wurde Alfred Dorfer von seinem Opa in die Welt des Fußballs eingeführt? Wieso verdankt Karl Hohenlohe seiner Mutter eine traumatische Erfahrung im Wiener Stadion? Wie begeistert war Dompfarrer Toni Faber von kroatischen und polnischen Fans bei der EM 2008, weil sie in voller Montur im Stephansdom für den Sieg beteten?
Diese und viele weitere Anekdoten versammelt der Journalist Peter Slavin in diesem Buch, unter anderem mit: Elisabeth Orth, Martin Grubinger, Robert Palfrader, Gernot Kulis, Michael Ostrowski, Vea Kaiser, Peter Rapp, Thomas Stipsits, Manuel Rubey, Adele Neuhauser, Harald Krassnitzer, Karim El-Gawhary, Nicholas Ofczarek, David Schalko, Dirk Stermann.
Freigegeben:
Nov 14, 2019
ISBN:
9783800079933
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Fussball verbindet - Peter Slavin

DORFER

Alles andere als cool

Es ist kein Geheimnis, dass Alfred Dorfer großer Fußballfan ist und sich Austria Wien verbunden fühlt. Wer sich ein bisschen für die Materie interessiert, weiß das, auch weil der Kult-Kabarettist selbst keinen Hehl daraus macht. Aber wie wurde er eigentlich Austria-Fan? Ich kontaktierte seine Managerin (deren PR-Firma den Namen „ultraviolett" trägt) und die Zusage für ein Gespräch über Fußball kam trotz vollem Terminkalender schnell zustande. Für wichtige Interviews ist immer Zeit!

Also, wie wurde Dorfer ein Veilchen? Welchem Verein seine Liebe gelten würde, das entschied er tatsächlich alleine. Die einzige fußballerische Prägung, die er in der Familie hatte, war der Opa, der aber ein Vienna-Anhänger war. Als Alfred Dorfer das zarte Alter von sieben Jahren erreichte (wir schreiben das Jahr 1968), nahm ihn der Großvater das erste Mal auf die Hohe Warte mit. Dessen Aufforderung klang so: „So, jetzt gehst aber mit am Fußballplatz." Die Großmutter war dagegen, weil ihrer Meinung nach dort der Umgang schlecht und die Sprache verroht war, was den kleinen Alfred freilich noch neugieriger machte. Schlechter Umgang? – Ja, bitte! Großvater und Enkel setzten sich durch, die beiden gingen.

Damals gab es im Stadion Hohe Warte nur Stehplätze, in Dorfers Erinnerung bestand das Publikum ausschließlich aus grau gekleideten, rauchenden Männern. Das klingt ein wenig nach den Herren aus Michael Endes Roman „Momo, aber die waren Bösewichte und keine Fußballfans. Jedenfalls lautete das Premieren-Livespiel von Alfred Dorfer Vienna gegen Austria und der siebenjährige Alfred verliebte sich erstmals in seinem Leben. „Das ist so, wie wenn du ein Mädchen das erste Mal siehst und dich sofort zu ihr hingezogen fühlst, ohne es erklären zu können. Ab diesem Zeitpunkt brannte ich für die Austria.

Dabei kann er nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob es ein berauschendes Spiel der Veilchen gewesen ist, er glaubt, dass es damals unentschieden ausging. Was ihn so faszinierte und einnahm, war die Atmosphäre. Die Austria-Fans waren in der Überzahl und Dorfer gefiel das soziale Erlebnis. „Dass da geschimpft und geraucht wurde, war mir mit sieben Jahren völlig wurscht. Aber diese homogene Männermasse war wie eine familiäre Situation, im Sinne einer gewissen Einigkeit."

Am Fußballplatz hat Dorfer von diesem Umfeld viel gelernt, auch was den Dialekt anbelangt. „Der Spruch war gut, nicht gerade literarisch, aber er war gut. Ich meine das gar nicht herablassend. Es ist ein Biotop, in das du eintauchst und in dem jeder gleich ist. Die Frage ist: Findest du das cool oder hält man sich für zu gut dafür? Ich fand es immer cool."

Dorfer ging jahrzehntelang ins Austria-Stadion und bekam alle Höhen und Tiefen mit. Im alten Horr-Stadion nahm er sich ein Abo auf der Nordtribüne, die VIP-Zone kam für ihn nicht infrage. „Natürlich triffst du da immer dieselben Leute und hast immer dieselben Sozialkontakte, das fand ich super. Auch weil beim Fußball die Binsenweisheit „geteiltes Leid ist halbes Leid auf jeden Fall der Realität entspricht. „Da sitzt du Mitte Dezember beim letzten Match des Jahres bei einem 0:0 gegen Ried. Es ist saukalt, du hältst dich am Tee, den du ohne Rum bekommen hast, fest und fragst dich, was eigentlich mit dir los ist. Es gibt so viele schöne andere Hobbys, du kannst lesen, du kannst selbst Sport machen, aber du sitzt trotzdem wieder hier."

Irgendwann ergab ein Abo keinen Sinn mehr, weil Alfred Dorfer ständig mit seinen Kabarettprogrammen unterwegs war. Dass er inzwischen seltener zu den Spielen geht, tut auch seiner Gesundheit gut, denn die Figur Dorfer, die die Öffentlichkeit kennt, hat zumindest beim Fußball nichts mit der Realität gemein: „Auf der Bühne oder im Film bin ich immer komplett cool und niemals nervös, hingegen auf dem Fußballplatz ist das komplett anders. Als ich noch geraucht habe, habe ich während des Spiels ein ganzes Packerl weggeraucht."

Nehmen wir eine besonders spannende Meisterschaftsentscheidung im Juni 1991. Da genügte der Austria in der letzten Bundesligarunde bei der Admira ein Unentschieden, um nach jahrelanger Durststrecke wieder den Meistertitel zu holen.

Was soll man sagen? Die Veilchen lagen rasch 0:2 hinten und vergaben einen Elfmeter. Am Ende wurde es doch noch ein 2:2.

Alfred Dorfer bekam davon aber vorerst nichts mit. Er war zu der Zeit auf Tour in der Steiermark, irgendwo in der Mur-Mürz-Furche, aber selbst wenn er in Wien gewesen wäre, wäre er nicht ins Stadion gegangen. Da hätte wohl mindestens ein Packerl Zigaretten dran glauben müssen. Stattdessen ging Dorfer spazieren, sogar mit Kopfhörern im Ohr, damit er nicht zufällig einen Zwischenstand erfahren konnte – wobei davon auszugehen ist, dass dieses Match bei der Bevölkerung in der Mur-Mürz-Furche auf der Prioritätenliste nicht extrem weit oben stand. Aber was weiß man schon?

Er hatte Musik im Ohr, aber kein Radio, das war auch ausgeschlossen. Fußballübertragungen im Radio erträgt Dorfer nicht, der Spannungsfaktor ist ihm viel zu hoch. Plötzliche Durchsagen wie „Achtung, Achtung, Tor in der Südstadt hält er nicht aus. „Das ist für mich tödlich, da bekomme ich einen Herzinfarkt. Im Laufe des Tages erfuhr er das Ergebnis dann doch, am Abend gab es somit Grund zum Feiern, zwei Monate später im August übrigens auch, da kam sein Sohn zur Welt.

Der Fußball von Austria Wien stand für Schönheit und Eleganz, umso überraschender ist es, dass Dorfers Herz für Fußball außerhalb Österreichs für Manchester United schlägt. „Das ist tatsächlich unverständlich, dass ich zum englischen Fußball tendiere, muss Dorfer selbst den Kopf schütteln, „weil die ja jahrzehntelang einen Mistkick gespielt haben.

Aber als Teenager war er auf Sprachferien und besuchte ein Chelsea-Match in London. Es war die alte Chelsea-Heimstätte, dunkel kam es ihm dort vor und gefährlich, was er als 15-Jähriger natürlich spannend fand. Die Stimmung in England hat ihn wahrscheinlich fasziniert. Vereine wie Barcelona oder Inter Mailand interessierten ihn nie, die italienische Liga kann ihm wegen Langeweile überhaupt gestohlen bleiben. „Ich war zwei Mal in Italien auf Matches. Das war so unglaublich fad, das war wie Schach. Und die Stimmung war im Olympiastadion in Rom wegen der Laufbahn auch furchtbar."

Da sind die Erinnerungen an die grauen Männer beim Vienna-Match 1968 schon erfreulicher. War der Großvater eigentlich nie traurig, dass der Enkel sich für die Austria entschied und gegen seinen Verein? „Überhaupt nicht, ihm ist es in erster Linie darum gegangen, dass er nicht mehr allein auf den Fußballplatz gehen muss. So hatte er plötzlich einen Kompagnon. Das Schöne für ihn war nicht nur der Stadionbesuch, sondern auch, danach zum Würstelstand zu gehen und dort in Ruhe seine Zigarren zu rauchen. Wenn er mich nicht gehabt hätte, hätte er früher nach Hause müssen."

GERNOT KULIS

Eis in der Trainingshose

Von allen Prominenten, die in diesem Buch vorkommen, wage ich zu behaupten, dass Gernot Kulis am besten Fußball spielen kann. Diese Behauptung ist nicht allzu kühn, der Comedian war schließlich kurze Zeit Profikicker bei Sturm Graz, seine Mitspieler waren Kapazunder wie Ivica Vastic, sein Trainer war der legendäre Ivica Osim. Aber warum nur für kurze Zeit?

Kulis wurde im Lavanttal, in der 3000-Seelen-Gemeinde St. Paul, geboren, nicht zu verwechseln mit St. Pauli. Beim FC St. Paul lernte der kleine Gernot das Kicken, wurde zweimal mit den Knaben Vizemeister und trumpfte auch bei einem in Kärnten berühmten Knirpsturnier mit dem faszinierenden Namen „Onkel Toms Hüttenzauber" auf, bei dem er Torschützenkönig wurde.

Kulis’ erste internationale Fußballerinnerung ist die WM 1986 in Mexiko, die er als Neunjähriger auf dem St. Pauler Kirtag verfolgte: „Zweitausend Leute waren da und haben die Spiele von Maradona und Argentinien verfolgt. Da waren überall Fernseher aufgestellt, so gesehen hat St. Paul das Public Viewing erfunden. Was haben die St. Paulaner von Maradonas geschichtsträchtigem Handspiel gehalten, der viel zitierten „Hand Gottes, mit der England aus dem Bewerb geschossen wurde? „Ich glaub’, am Kirtag waren alle so angeduselt, das hat keiner gesehen. Aber gut, der Schiri im Stadion hat es ja auch nicht gesehen."

Damals war Kulis übrigens AC-Milan-Fan, angetan hatte es ihm der dortige Stürmerstar Marco van Basten. Und wer solche Vorbilder hat, kann nicht ernsthaft beim FC St. Paul bleiben wollen – sorry, liebe Lavanttaler. Mit dreizehn Jahren sagte Kulis daher zu seiner Mama: „Ich werd’ da nix, ich muss da weg! Nun haben viele Kinder große Träume, aber Kulis’ entscheidender Vorteil war, dass seine Einstellung passte: „Ich wollte wirklich Profi werden und habe sieben Stunden am Tag Fußball gespielt. Aber vielleicht wollte ich auch unbedingt weg, weil wir damals gerade das Derby gegen Eitweg verloren haben.

Sein Bruder nahm Gernots Karriere in die Hand, ein Wechsel zu Rapid oder Admira Wacker stand im Raum, die Wahl fiel dann aber auf Sturm Graz. Dort war es für Gernot Kulis ohne die Familie aber nicht immer einfach, körperlich war er dafür bald in einem ausgezeichneten Zustand. „Wir hatten einen Top-Konditionstrainer. Mit 16 Jahren habe ich an einem Cross-Country-Lauf teilgenommen, drei Kilometer lang, und bin Dritter geworden. Aus dem Stand, alle anderen waren Leichtathleten."

Fürs Nationalteam spielte er in dieser Zeit auch, unter Trainer Paul Gludovatz. Der Burgenländer war wegen seiner Strenge gefürchtet, fast 30 Jahre lang coachte er aber erfolgreich verschiedenste Nachwuchsteams beim ÖFB. Kulis verzieht ein bisschen das Gesicht, wenn er an ihn denkt: „Er war ein autoritärer Typ, für mich zu autoritär, andere sehen das aber vielleicht anders."

Um zu veranschaulichen, was er mit „zu autoritär" meint, fällt ihm eine ganz besondere Anekdote

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