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Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman: Braut wider Willen

Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman: Braut wider Willen

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Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman: Braut wider Willen

Länge:
141 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 20, 2019
ISBN:
9783740954079
Format:
Buch

Beschreibung

Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit.

Fürst Nikolaus von Toska stand am Fenster seines Arbeitszimmers und sah versonnen auf das idyllische Städtchen hinunter, das sich an den Fuß des Berges schmiegte, auf dem sich die Burg Toska erhob. Früher war es nur ein kleines Dorf gewesen, doch im Laufe der Zeit hatten sich dort immer mehr Menschen angesiedelt. Zur Zeit der Raubritter und Eroberungskriege suchte das Volk Zuflucht in der wehrhaften Festung, die mit dem stattlichen Burgfried, den soliden Mauern und den Wehrgängen nur schwer einzunehmen war. Heute bot die Burg zwar gegen die moderne Kriegsführung keinen Schutz mehr. Aber trotzdem lebten die Menschen gern im Schatten des noch immer imposanten Gemäuers, das tapfer dem Zahn der Zeit trotzte. Das Volk liebte seinen Fürsten, der nicht nur eine vergangene Epoche repräsentierte, sondern für sie sorgte, wie es einst die Vorfahren getan hatten. So hatte Fürst Nikolaus unter anderem eine Klinik errichten lassen, die über alle modernen Gerätschaften verfügte, und eine Stiftung ins Leben gerufen, die auch Kindern weniger betuchter Eltern eine gute Bildung ermöglichte. Er fühlte sich für jeden einzelnen seiner Untertanen verantwortlich. Der Fürst seufzte. Leider trat sein einziger Sohn so gar nicht in seine Fußstapfen. Prinz Janko war ein Mann mit vielen Gesichtern. Er war hochintelligent, von großem Ernst und hatte das schwierige Studium der Wirtschaftswissenschaft mit Bravour gemeistert, war in Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft bewandert, was ihn als würdigen Nachfolger auf den Fürstentitel auszeichnete. Aber in seinen Adern floss auch das heiße Blut der Magyaren, denen sie entstammten. So nahm der Prinz lieber an Reitturnieren teil oder übte sich im Fechten, statt hinterm Schreibtisch zu sitzen und die Nase in die Bücher zu stecken. Hingegen war er auch ein charmanter Unterhalter, glänzte in Gesellschaften mit seinem scharfsinnigen Witz oder lehrte seinen Gegner auf dem Golfplatz das Fürchten, wenn er mit ruhiger Hand die schwierigsten Bälle einlochte. Trotz seiner einunddreißig Jahre war Prinz Janko noch Junggeselle und dachte auch nicht daran, diesen Status zu ändern. Er stürzte sich lieber in amouröse Abenteuer, statt sich nach der Dame seines Herzens umzusehen, wollte das Leben genießen, bevor er sich den Zwängen und Verpflichtungen seines Standes unterordnete. Den fünfundsiebzigjährigen Vater wähnte er rüstig genug, um das Fürstenhaus noch eine Weile zu repräsentieren und die Familiengeschäfte zu führen. Fürst Nikolaus wusste, dass nicht zuletzt ihrer beider Eigensinn am Verhalten des Sohnes schuld war. Er konnte sich mit den Neuerungen nicht anfreunden, die der Sohn durchführen wollte, sobald dieser das Zepter auf Burg Toska schwang, und Janko wollte nicht die altbackenen Ideen des Vaters übernehmen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 20, 2019
ISBN:
9783740954079
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman - Britta von Meierhofen

Fürstenkrone Classic

– 20 –

Braut wider Willen

Ein Traumpaar rauft sich zusammen ...

Britta von Meierhofen

Fürst Nikolaus von Toska stand am Fenster seines Arbeitszimmers und sah versonnen auf das idyllische Städtchen hinunter, das sich an den Fuß des Berges schmiegte, auf dem sich die Burg Toska erhob. Früher war es nur ein kleines Dorf gewesen, doch im Laufe der Zeit hatten sich dort immer mehr Menschen angesiedelt. Zur Zeit der Raubritter und Eroberungskriege suchte das Volk Zuflucht in der wehrhaften Festung, die mit dem stattlichen Burgfried, den soliden Mauern und den Wehrgängen nur schwer einzunehmen war. Heute bot die Burg zwar gegen die moderne Kriegsführung keinen Schutz mehr. Aber trotzdem lebten die Menschen gern im Schatten des noch immer imposanten Gemäuers, das tapfer dem Zahn der Zeit trotzte.

Das Volk liebte seinen Fürsten, der nicht nur eine vergangene Epoche repräsentierte, sondern für sie sorgte, wie es einst die Vorfahren getan hatten. So hatte Fürst Nikolaus unter anderem eine Klinik errichten lassen, die über alle modernen Gerätschaften verfügte, und eine Stiftung ins Leben gerufen, die auch Kindern weniger betuchter Eltern eine gute Bildung ermöglichte. Er fühlte sich für jeden einzelnen seiner Untertanen verantwortlich.

Der Fürst seufzte. Leider trat sein einziger Sohn so gar nicht in seine Fußstapfen. Prinz Janko war ein Mann mit vielen Gesichtern. Er war hochintelligent, von großem Ernst und hatte das schwierige Studium der Wirtschaftswissenschaft mit Bravour gemeistert, war in Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft bewandert, was ihn als würdigen Nachfolger auf den Fürstentitel auszeichnete. Aber in seinen Adern floss auch das heiße Blut der Magyaren, denen sie entstammten. So nahm der Prinz lieber an Reitturnieren teil oder übte sich im Fechten, statt hinterm Schreibtisch zu sitzen und die Nase in die Bücher zu stecken. Hingegen war er auch ein charmanter Unterhalter, glänzte in Gesellschaften mit seinem scharfsinnigen Witz oder lehrte seinen Gegner auf dem Golfplatz das Fürchten, wenn er mit ruhiger Hand die schwierigsten Bälle einlochte.

Trotz seiner einunddreißig Jahre war Prinz Janko noch Junggeselle und dachte auch nicht daran, diesen Status zu ändern. Er stürzte sich lieber in amouröse Abenteuer, statt sich nach der Dame seines Herzens umzusehen, wollte das Leben genießen, bevor er sich den Zwängen und Verpflichtungen seines Standes unterordnete. Den fünfundsiebzigjährigen Vater wähnte er rüstig genug, um das Fürstenhaus noch eine Weile zu repräsentieren und die Familiengeschäfte zu führen.

Fürst Nikolaus wusste, dass nicht zuletzt ihrer beider Eigensinn am Verhalten des Sohnes schuld war. Er konnte sich mit den Neuerungen nicht anfreunden, die der Sohn durchführen wollte, sobald dieser das Zepter auf Burg Toska schwang, und Janko wollte nicht die altbackenen Ideen des Vaters übernehmen. Trotzdem wurde es höchste Zeit, dass sich der Prinz auf seine Pflichten besann.

Der Fürst stöhnte leise. Er sehnte sich nach Ruhe, nach fröhlichem Kinderlachen in dem ehrwürdigen alten Gemäuer, in dem eine lähmende Stille herrschte, seit seine geliebte Frau Maria und die gerade mal fünfundzwanzig Jahre alte Tochter Marietta von ihm gegangen waren. Ein Autounfall hatte beide vor knapp sechs Jahren aus dem Leben gerissen.

Verstohlen strich Fürst Nikolaus über seine feuchten Augen. Noch heute konnte er den Verlust nicht verwinden. Er hatte mit der vierzehn Jahre jüngeren Maria eine wundervolle Ehe geführt, und sein Nesthäkchen war sein ein und alles gewesen.

Energisch befreite sich Fürst aus den quälenden Gedanken. Eigentlich durfte er sich nicht über den Sohn beschweren. Er, Fürst Nikolaus, war in jungen Jahren nicht viel anders gewesen. Auch er hatte zum Leidwesen seines Vaters lange Zeit nichts von Pflicht und Ehe wissen wollen. Doch dann hatte ihn die Liebe zu Maria wie ein Blitz getroffen, und aus dem Lebemann war ein solider Ehemann geworden.

Der Fürst schlug mit der Faust in die flache Hand. Auch er würde Prinz Janko auf den rechten Weg bringen, wie es damals sein Vater bei ihm getan hatte, als er ihn mit der bezaubernden österreichischen Komtess Maria von Buch zusammenbrachte! Und er wusste auch schon, wie …

Es klopfte an der schweren Eichentür. Der Fürst wandte sich um und bat herein. Butler Istvan, ein großgewachsener Mann mittleren Alters, trat ein und meldete den Besuch von Dr. Theophil Hausmann, dem deutschstämmigen Leibarzt des Fürsten.

»Ich lasse bitten«, erwiderte Fürst Nikolaus und setzte sich in einen der schweren Klubsessel, die als Sitzgruppe dienten. »Sorgen Sie bitte dafür, dass man uns Kaffee serviert, Istvan.«

Der Butler, der schon seit seinem achtzehnten Lebensjahr im Dienst des Fürsten stand, nickte höflich, trat zur Seite und ließ den Arzt ein. Dann schloss er die Tür und winkte einen Diener zu sich, der abwartend ein paar Meter weiter im Foyer verharrte. Er erteilte dem Mann den Auftrag, Kaffee zu servieren, und bezog selbst Posten vor der Tür, für den Fall, dass der Fürst noch weitere Wünsche hatte.

*

Dr. Hausmann war ein behäbig wirkender Mann Anfang sechzig, mit klugen kleinen Augen, die hinter einer überdimensionalen Hornbrille verborgen waren, und leicht schütterem Haar. Er deutete eine Verbeugung an und nahm auf Einladung des Fürsten Platz. Umständlich öffnete er seinen schon etwas abgegriffenen Aktenkoffer. Der Fürst entlohnte ihn angemessen, er hätte sich durchaus einen neuen leisten können. Aber das erschien ihm nicht wichtig. Er war Arzt mit Leib und Seele und steckte sein Honorar lieber in die Forschung, statt sich mit Glanz und Glitter zu umgeben.

»Ich kann Ihnen die glückliche Mitteilung machen, dass die Laborauswertung Ihrer Untersuchung nur gute Ergebnisse erbrachte, Durchlaucht«, berichtete er eifrig, während er die Unterlagen aus der Tasche nahm. »Sie erfreuen sich bester Gesundheit, was in Ihrem Alter nicht selbstverständlich ist. – Pardon.«

Er senkte verlegen den Kopf. Wenn er den Fürsten auch seit Jahren ärztlich betreute und ihr Umgangston im Verhältnis zu der sonst steifen Etikette des Fürs­tenhauses, sehr locker war, war es ein Fauxpas auf das Alter von Fürst Nikolaus anzuspielen, noch dazu, weil man diesem die Jahre nicht ansah. Das markante Gesicht war sonnengebräunt und wies kaum Falten auf. Ebenso war sein Gang ungebeugt, was ihn noch größer und stattlicher erscheinen ließ.

»So«, antwortete der Fürst trocken. Er stand auf, ging zu dem Arzt und legte ihm schwer die Hände auf die Schulter. »Mein lieber Theophil, jetzt hören Sie mir mal gut zu.« Seine tiefe sonore Stimme beeindruckte ebenso wie seine Gestalt.

Dr. Hausmann hob verwundert den Kopf. Er hub zu einer Frage an, doch der Fürst wischte unwillig mit der Hand durch die Luft. Er ließ von dem Arzt ab, verschränkte die Hände auf dem Rücken und wanderte durchs Zimmer. Es dauerte eine Weile, bis er sein Schweigen brach. Dr. Hausmann konnte seine Ungeduld kaum zügeln.

»Offiziell erfreue ich mich keineswegs bester Gesundheit«, begann der Fürst endlich. Er setzte sich wieder seinem Besuch gegenüber. »Ich stehe sozusagen mit einem Bein im Grab.« Ein amüsiertes Lächeln kräuselte seine Lippen, als er das fassungslose Gesicht des Arztes sah.

Dr. Hausmann nahm die Brille ab und putzte sie übertrieben sorgfältig. »Wie soll ich das verstehen, Durchlaucht?«, fragte er heiser.

Das Schmunzeln des Fürsten verstärkte sich. Er beugte sich etwas vor und meinte verschwörerisch: »Natürlich können Sie meinen Worten noch nicht folgen, mein lieber Theophil. Ich will nichts weiter als Ihre Hilfe bei einem Komplott.«

»Komplott …?«, wiederholte Dr. Hausmann noch verwirrter.

Der Fürst wollte antworten, wurde aber vom Diener unterbrochen, der den Kaffee brachte. Der stilvoll in Livree gekleidete Mann stellte das Silbertablett mit dem Geschirr auf einer Anrichte ab, nahm die Kanne zur Hand und schenkte mit unbewegter Miene die Tassen ein. Der Fürst wünschte sein Getränk schwarz, während Dr. Hausmann Milch und Zucker bevorzugte.

Der Diener servierte und stellte noch eine Schale mit Gebäck auf den Tisch. Dann machte er einen Bückling und zog sich zurück.

Fürst Nikolaus wartete ab, bis sie wieder allein waren, dann fuhr er fort: »Ich finde, es ist an der Zeit, dass mein lieber Sohn den Müßiggang beendet und sich auf seine Pflichten besinnt. Wenn ich im Augenblick auch noch rüstig bin und das Fürstenhaus durchaus noch führen kann, kann es morgen schon ganz anders aussehen. Doch Janko tut nichts dergleichen, um sich auf meine Nachfolge vorzubereiten. Lieber jagt er auf seinem Pferd über die Puszta oder macht dieser Theaterprinzessin den Hof, statt Einblicke in die Geschäfte unseres Hauses zu nehmen.«

»Prinz Janko war während des Studiums Jahrgangsbester«, erinnerte der Arzt vorsichtig und rührte nachdrücklich in seiner Tasse. Er vermied es, auf die Tänzerin zu sprechen zu kommen, mit der Prinz Janko seit einiger Zeit liiert war, wusste, wie allergisch der Fürst auf diese Frau reagierte.

Der Fürst winkte schroff ab. »Auch der hellste Kopf dürfte ohne eine gewisse Vorbereitung mit den umfangreichen Verpflichtungen unseres Hauses überfordert sein. Wenn ich heute mein Haupt zur Ruhe bette, muss Janko nahtlos die Führung übernehmen, sonst bricht bald ein Chaos aus. Es wird auch höchste Zeit, dass er heiratet. Ein Fürst braucht eine Frau an seiner Seite, die ihn mit ihrer Wärme und Sanftmut leitet und ihm in Stunden des Zweifelns mit ihrem Rat zur Seite steht.« Wieder dachte er an seine Gemahlin, die all diese Eigenschaften in sich vereint hatte. Er hätte keine bessere Frau finden können.

»Von einer sanftmütigen Person ist Tatjana Komerovka aber weit entfernt«, platzte Dr. Hausmann nun doch heraus. »Sie ist ein wahres Temperamentbündel, würde mehr Porzellan zerschlagen, als das Schloss zu bieten hat.«

Er schlug sich mit der Hand vor den Mund. Wie konnte er so vermessen sein, in der russischen Primaballerina die mögliche Fürstin von Toska zu sehen. Selbst der Prinz würde es nicht wagen, die zwar sehr hübsche, aber auch exzentrische Frau der Familie als seine künftige Gemahlin zu präsentieren. Es war dem Fürsten schon ein Dorn im Auge, dass die Boulevardpresse keine Gelegenheit ausließ, über die wenig standesgemäße Verbindung seines Sohnes mit der Tänzerin zu berichten.

»Ich spreche nicht von dieser Theaterprinzessin«, fertigte Fürst Nikolaus sein Gegenüber ab. »Diese Frau mag repräsentieren und sich auf dem glatten Parkett der Gesellschaft bewegen können. Aber sie hat nicht das Zeug zu einer Fürstin, wie es meine Frau gewesen war.«

»Niemand wird jemals Fürstin Maria, Gott hab sie selig, das Wasser reichen können, mein Fürst«, pflichtete Dr. Hausmann hastig bei, um seinen Fauxpas wieder wettzumachen.

Der Fürst lächelte fein. Er setzte sich zurück und legte die Fingerspitzen aneinander. »Wie Sie wissen, mein lieber Theophil, stammte meine Gattin aus einem verarmten Adelshaus. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, musste sie als Zofe bei einer Gräfin arbeiten, die eine sehr schwierige,

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