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Die großen Western Classic 20 – Western: Stadt in Angst

Die großen Western Classic 20 – Western: Stadt in Angst

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Die großen Western Classic 20 – Western: Stadt in Angst

Länge:
129 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 20, 2019
ISBN:
9783740954246
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen).

Abend auf dem Hochland von Nebraska. Ein Mann zügelt sein Pferd. Dunkel ist seine Reitkleidung, und dunkel ist sein Pferd. Langsam beugt er sich im Sattel nach vorn. Seltsame Lichter tanzen in seinen blaugrauen Augen, die kalt zu der großen Rinderstadt hinübersehen. Still ist der Mann. Nur seine Augen bewegen sich. Er lässt den wachsamen Blick forschend über das hochgelegene Weideland gleiten, erkennt fernab den dunklen Rauchpilz der Teekesseltyp-Lok, die sich auf ihrem stählernen Weg zu der großen Stadt bewegt und drei Wagen keuchend hinter sich her zieht. Auf einmal murmelt er spröde: "Das ist die Stadt, in der es nun beginnen wird. Zwei Jahre habe ich auf diese Stunde warten müssen. Ich hatte sein Gesicht nicht vergessen. Dieses Gesicht fand ich hier wieder. Sechs Hundesöhne waren es damals, und nur drei kenne ich jetzt. Aber ich will nicht länger warten." Jeder von ihnen wird zittern, denkt dieser Mann. Sie alle werden es büßen – alle sechs. Erst einer, dann der zweite. Viele Jahre sind vergangen, aber nun ist die Stunde der Abrechnung gekommen. Die Rache. Das denkt er, und seine Augen sind ohne Hass, doch so kalt wie das Gletschereis droben am Evans-Pass.
Herausgeber:
Freigegeben:
Aug 20, 2019
ISBN:
9783740954246
Format:
Buch

Über den Autor


Ähnlich wie Die großen Western Classic 20 – Western

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Buchvorschau

Die großen Western Classic 20 – Western - U.H. Wilken

Die großen Western Classic

– 20 –

Stadt in Angst

… und die Nacht sollte sie schützen

U.H. Wilken

Abend auf dem Hochland von Nebraska. Ein Mann zügelt sein Pferd. Dunkel ist seine Reitkleidung, und dunkel ist sein Pferd.

Langsam beugt er sich im Sattel nach vorn. Seltsame Lichter tanzen in seinen blaugrauen Augen, die kalt zu der großen Rinderstadt hinübersehen.

Still ist der Mann. Nur seine Augen bewegen sich. Er lässt den wachsamen Blick forschend über das hochgelegene Weideland gleiten, erkennt fernab den dunklen Rauchpilz der Teekesseltyp-Lok, die sich auf ihrem stählernen Weg zu der großen Stadt bewegt und drei Wagen keuchend hinter sich her zieht.

Auf einmal murmelt er spröde: »Das ist die Stadt, in der es nun beginnen wird. Zwei Jahre habe ich auf diese Stunde warten müssen. Ich hatte sein Gesicht nicht vergessen. Dieses Gesicht fand ich hier wieder. Sechs Hundesöhne waren es damals, und nur drei kenne ich jetzt. Aber ich will nicht länger warten.«

Jeder von ihnen wird zittern, denkt dieser Mann. Sie alle werden es büßen – alle sechs. Erst einer, dann der zweite. Viele Jahre sind vergangen, aber nun ist die Stunde der Abrechnung gekommen.

Die Rache.

Das denkt er, und seine Augen sind ohne Hass, doch so kalt wie das Gletschereis droben am Evans-Pass.

Sommerabend …

Glitzernde Regentropfen an Bäumen und Sträuchern, an schlanken Gräsern. Milde Luft. Im Westen das Feuer des Sonnenunterganges.

Und ein Mann, der nun auf die Stadt zureitet.

Ogallala, Riesenrindermarkt von Nebraska, gelegen in der Nähe des Old Oregon Trail, dicht am South Platte River.

Überall große Corrals, am Bahnhof gewaltige Verladerampen. Der Zug der Union Pacific kommt näher.

Hohl klingt der Hufschlag, als der Reiter die breite Holzbrücke, die sich über den trübe dahinfließenden South Platte spannt, überquert. Und dann ist er auch schon zwischen den leeren Corrals, hat wenig später die ersten Häuser erreicht und lenkt das Pferd die Front Street hinauf, vorbei an hell erleuchteten Saloons.

Gestern erst ist eine Herde aus Texas verladen worden. Morgen schon wird eine andere Herde eintreffen.

Die Stadt schläft nie. Und doch herrscht an diesem Sommerabend etwas Ruhe. Wenn aber erst die Treibermannschaft hier ist, bricht die Hölle wieder los. Der Reiter blickt nach rechts. Dort liegt das Sheriff Office.

Die Lok pfeift, und weißer Dampf zischt in den Abendhimmel. Leute rennen zu der Station. Der Reiter verzieht den Mund bitter. Drüben ist eine Einfahrt. Dorthin lenkt er sein Pferd.

Bald wird sich die Angst in manchem Haus einnisten, beklemmende, zermürbende Angst, die nicht weichen wird. Diese Angst vor einem Unbekannten.

Die Angst vor Ringo.

Sanfter Wind kommt auf. Knarrend gleitet die Tür des Sheriff Office nach außen.

Sheriff Scott Caldwell steht auf dem Gehsteig.

Ein großer, harter Mann, ein Draufgänger, dessen große Hände diese Stadt immer wieder aufs Neue zähmen müssen.

Über die Fahrbahn kommt ein Mann gelaufen – der Deputy.

»Der Zug aus Omaha ist da, Boss«, sagt er.

»Geh hin, sieh dir die Leute an, Jimmy.«

Jimmy Antonio nickt hastig und läuft die Straße hinauf.

Der harte Sheriff steht vor seinem Office – still, ruhig, gelassen, aber bereit, sofort einzugreifen, sollte hier jemand vom Teufel gepackt worden sein.

Scott Caldwell weiß, wie er das zu machen hat, und er macht es höllisch rau und derb. Seit fast zwei Jahren.

Da blitzt drüben auf der anderen Straßenseite wieder ein Stück Metall an der Hemdbrust eines Mannes auf. Dieser junge, schmächtige Mann kommt herüber.

Der zweite Deputy – Ches Hardey.

»Boss, ist Jimmy am Gleis?«, fragt er etwas atemlos.

»Ja.« Caldwell nickt. »Hilf ihm!«

»Glaubst du, dass es Kummer gibt, Boss?«

»Aus Omaha ist selten was Gutes in diese Stadt gekommen, oder?«

Ches rennt los.

Der Sheriff blickt ihm kurz nach, sieht dann auf die Fronten der Häuser, der Saloons, sieht die Pferde davor, die Leute auf dem Gehsteig. Die Einfahrt drüben ist leer, verlassen.

Jemand schreit heftig im »Palace«, flucht, tobt.

Scott Caldwell strafft sich. Ohne sich zu beeilen, wandert er über die Fahrbahn zum Saloon, stößt die Pendeltür auf und sieht zwischen umgestürzten Tischen einen Mann liegen. Davor steht der Schmied, seine Hemdsärmel aufgerollt, mit hochgeblockten Armen.

Caldwell drückt den Rücken an die Wand neben der Tür, verschränkt die Arme und lächelt ausdruckslos.

Schnaufend dreht sich der bullige Schmied herum. In seinen wasserhellen Augen flackert es sekundenlang.

Da sagt Caldwell auch schon ruhig: »Ich hab’s dir oft genug gesagt, Johnny, du sollst hier nicht den wilden Mann spielen. Jeder weiß, dass du stark wie ein Longhorn bist. Willst du es etwa mit mir einmal versuchen, Johnny?«

»Dieser saublöde Bulle hat mir den Hocker unterm Hintern weggerissen«, faucht der Boy zwischen den Tischen. »Ist wohl nicht die feine Art, wie? Hat Verstand wie ’ne Eintagsfliege, dieses Riesenbaby.«

»Ha!«, macht Johnny Lester und will zupacken. »Dich Wurm zerreibe ich im Anzug.«

»Johnny!«

Sanft und ruhig ist Caldwells Stimme, fast bittend.

Der Schmied kommt hoch.

»Was ist’n, Sheriff?«

Er dreht sich um, hat Caldwell dicht vor sich und spürt im nächsten Moment dessen Rechte.

Mit kurzer Drehung des Oberkörpers verleiht Caldwell seinem Schlag knallharte Kraft. Johnny Lester kommt sofort aus dem Gleichgewicht, fegt wie abgeschossen auf die Tische zu, dreht sich, knallt rücklings gegen eine schmale Tischkante und kracht schwer zwischen die Tische.

Dort streckt er alle viere von sich.

»K.o.«, konstatiert der Saloonkeeper ungerührt. »Zwei Zentner Schlachtgewicht, ein Gramm Verstand. Aber ein guter Hammerschwinger.«

Caldwell ist wieder an der Tür.

»Habe dich nicht gebeten, ein paar Takte zu quatschen, Quincy.«

Die Pendeltür schlägt knarrend. Der Sheriff ist draußen.

Er geht auf dem Gehsteig entlang und kommt aufs Bahngelände, erblickt die drei Personenwagen, die Neugierigen, die Fahrgäste, die kochende Lok, das Zugpersonal und seine Deputies.

Der Sheriff beobachtet nur. Wachsam ist er, misstrauisch jedem Fremden gegenüber.

Er betrachtet die Bahnleute, die paar Leute aus Omaha und die Lady dort am Zug, die gerade zwei Träger heranwinkt.

Jimmy Antonio nähert sich.

»Das ist sie, Boss«, sagt er dunkel, als er dicht vor Sheriff Caldwell steht. »Alexis North.«

Caldwell blickt über Jimmys Schulter hinweg zu Alexis North.

»Ja«, sagt er dehnend, »das ist Poker-Alexis. Solange ich in Ogallala bin, pendelt sie zwischen Omaha und hier hin und her. Sehe sie nicht gern hier, bestimmt nicht. Sonst noch etwas Unerfreuliches, Jimmy?«

»Nein. Die anderen wollen weiter nach Cheyenne. Nur einer bleibt hier, ein Viehaufkäufer, wie ich hörte.«

»Sie kommt her. Geh mit Ches zurück. Wartet im Office auf mich.«

»In Ordnung, Boss.«

Caldwell tippt an die Stetsonkrempe.

Alexis North steht vor ihm, lächelt weich, blickt zu ihm auf und sagt singend: »Ich sehe Ihnen an, dass Sie sich nicht freuen, Sheriff.«

»Aber, aber.« Caldwell schüttelt den kantigen Kopf. »Wie können Sie das behaupten, schöne Lady?«

»Ich behaupte es ja nicht, ich sehe es nur.« Die Spielerin – die beste zwischen Cheyenne und Omaha – lächelt gespielt traurig. »Dabei hatte ich geglaubt, hier mit offenen Armen empfangen zu werden – von Ihnen, Sheriff.«

»Das wird ein anderer wohl gern tun, wie?« Caldwell grinst anzüglich.

»Henry Mortimer – ja, vielleicht«, gibt sie zu. »Ich habe einen Vertrag mit ihm. Viermal im Jahr Tanzen und Singen. Dass ich dabei pokere, nehmen Sie mir doch nicht übel?«

»Wie könnte ich, wenn so ehrlich gespielt wird wie bei Ihnen, Miss Alexis.«

»Lassen wir doch die Ironie, Sheriff.« Das Lächeln auf ihrem schönen, aber stark geschminkten Gesicht verliert sich. »Da kommen meine Träger. Sehen wir uns noch heute im Palace?«

»Ich kann’s nicht versprechen.«

»Verstehe. Na schön. Guten Abend, Sheriff.«

Er nickt lächelnd, und sie geht, schlank, biegsam und mit stolz erhobenem Kinn.

*

Scott Caldwells Schritte dröhnen hohl auf dem abgetretenen Brettersteg. Er geht zum Office.

Die Pokerspielerin ist dicht vor dem Palace-Saloon.

Einige Leute sehen ihr nach, und einer sagt es deutlich: »Henry Mortimer wird sich verdammt freuen. Jetzt ist sie wieder bei ihm und lockt die Leute in den Saloon.«

Caldwell hört kaum auf die Gespräche der Menschen. Man grüßt ihn, er grüßt wieder, nickt, lächelt oder hebt flüchtig die Hand.

Ogallala ist froh, diesen Sheriff zu haben, aber nicht alle Leute stehen hinter ihm. Manche wollen das Geschäft ihres Lebens machen in dieser Verladestadt im Norden, wollen die Treibmannschaften aus Kansas und sogar Texas um ihr sauer verdientes Geld bringen, aber

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