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Kampf um Mitteldeutschland

Kampf um Mitteldeutschland

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Kampf um Mitteldeutschland

Länge:
158 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 30, 2019
ISBN:
9783750473485
Format:
Buch

Beschreibung

Eine Gruppe von Wehrmachtsoldaten, unter der Führung des jungen Unteroffiziers Peller, gerät in den Rückzugsstrudel der deutschen Truppen aus der Festung Harz.
Nun entbrennt für Sie die nächste Schlacht, zwischen den Städten Bernburg (Saale), seiner Heimatstadt Köthen und Dessau- Roßlau bis kurz vor die Tore der eingeschlossenen Reichshauptstadt Berlin.
Herausgeber:
Freigegeben:
Nov 30, 2019
ISBN:
9783750473485
Format:
Buch

Über den Autor

Hermann Weinhauer wurde 1965 im kleinen beschaulichem Dorf Thurau in Anhalt geboren. Er ist Vater von 3 Söhnen und seit seiner Jugend im militärischen und militärgeschichtlichem Sachbereich stark interessiert.


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Buchvorschau

Kampf um Mitteldeutschland - Hermann Weinhauer

Herr Oberstleutnant, es wird immer dringender nun endgültig schnellstens Verteidigungsmaßnahmen zu ergreifen und bestehende zu vollenden! Der Kreisleiter Himmerich steht mit seiner Parteiuniform vor dem Stadtkommandanten der Stadt Bernburg an der Saale, dem Oberstleutnant Schnitter. Dieser war seines Zeichens eigentlich hauptamtlich Leiter des Wehrmeldeamtes in Bernburg und wurde am 8. April von Gauleiter Jordan in Dessau, welcher zugleich Reichsverteidigungskommissar für seinen Gau war zum Kampfkommandanten der Stadt Bernburg ernannt.

"Herr Oberstleutnant, ich muss sie eindringlich darauf hinweisen, dass die allgemeine militärische Lage es mehr als notwendig macht, sowohl die Panzersperren zu vollenden,als auch die drei Saalebrücken zu sprengen!

Meine Vorstellungen, wer dies auf ziviler Seite zu überwachen hat, habe ich ihnen bereits erörtert, da sie anscheinend nicht gewillt sind Personal zu stellen, müssen diese es halt allein tun!" Der Offizier sieht dem Parteimann fest in die Augen und erörtert ruhig „Herr Himmerich, wie sie bereits wissen, habe ich weder die Kapazitäten an Menschen, noch an Material irgendetwas in dieser Richtung zu bewegen. Die Stadt wurde seit Wochen systematisch von allen Kampfgruppen entblößt.

An diesem Zustand hat sich bisher nichts geändert!" Der Kreisleiter sieht ebenso starr zurück und erwidert kalt „Das ist ja ungeheuerlich. Gauleiter Jordan hat einen unmissverständlichen Befehl gegeben, worin alle Städte mit äußersten Widerstand zu verteidigen sind. Sie wurden, meines Wissens nach vor kurzem erst erneut auf diesem Unmissverständlichen Befehl hingewiesen.

Der Befehl steht. Die Brücken müssen weg! Die Sperren müssen stehen! Gleichgültig steht der Oberstleutnant da, reicht dem Parteimann den Telefonhörer und antwortet „Dann rufen sie den Oberbürgermeister an. Er wird die notwendigen Materialien, sowie das Personal wohl aus den ansässigen Betrieben organisieren können. Himmerich ergreift zähneknirschend den ihm hingehaltenen Hörer und lässt sich, da momentan Fliegeralarm besteht zum Befehlsstand des Luftschutzleiters durchstellen.

Am anderen Ende der Leitung ertönt nun die helle Stimme des Telefonisten „Jawohl, wer da?" fragt dieser.

„Hier spricht Kreisleiter Himmerich. Ich wünsche schnellstens den Herrn Oberbürgermeister zu sprechen."

antwortet dieser. Der junge Telefonist, ein Mitglied der örtlichen Hitlerjugend wendet sich zum Oberbürgermeister und meint zu diesem „Herr Oberbürgermeister, der Herr Kreisleiter wünscht sie zu sprechen. Oberbürgermeister Eggert sieht auf und sagt „Fragen sie Herrn Himmerich, in welcher Angelegenheit er mich zu sprechen wünscht. Der junge Telefonist frag mit verlegener Stimme „Herr Kreisleiter, der Herr Oberbürgermeister möchte wissen in welcher Angelegenheit sie ihn zu sprechen wünschen. Der Kreisleiter am anderen Ende der Leitung schnaubt verärgert ob der Unverfrorenheit des Stadtoberhauptes und erwidert erbost „In der Angelegenheit Sprengung der Saaleübergänge! Der Telefonist erschrickt und stammelt „Der Kreisleiter meinte, in der Angelegenheit der Sprengung der Saaleübergänge, Herr Oberbürgermeister! Nun springt Oberbürgermeister Eggert von seinem Platz hoch, läuft zum Telefon und ergreift, trotz aller persönlichen Differenzen, welche sich in den letzten Wochen zwischen ihm und dem Kreisleiter aufgetan haben und dafür sorgten, das ein persönlicher Verkehr zwischen beiden gänzlich abgebrochen war zum Hörer, reißt es dem jungen Telefonisten fast aus der Hand und spricht laut, doch sachlich in den Hörer „Hier Eggert. Was bitte schön wollen sie tun? Kurze Stille am anderen Ende der Leitung. Der Parteimann am anderen Ende der Leitung hat wohl nicht mit einem so stürmischen beginn des Gesprächs mit dem Oberbürgermeister gerechnet. Nun räuspert sich Kreisleiter Himmerich und meint „Ich habe den ausdrücklichen Befehl des Herren Gauleiters Jordan bekommen, das alle drei Saalebrücken bis spätestens Morgen früh um 06:00 Uhr zur Sprengung bereit zu sein haben. In Übereinstimmung mit Oberstleutnant Schnitter habe ich für die Sprengung der Eisenbahn- und Annenbrücke den Herrn Direktor Kerstein von den Solvay- Werken und für die Sprengung der SA- Brücke den Herrn Bauarchitekt Alsleben vorgesehen. Eggert holt tief Luft, jeder Anwesende im Luftschutzleitstand kann seine nun folgenden Worte hören, als er sagt „Erlauben sie mal, Herr Himmerich. Mir ist nicht bekannt, dass Herr Alsleben ihnen untersteht. Ich allein, in meiner Funktion als Oberbürgermeister habe über ihn zu verfügen und er wird diese Sprengung nicht ausführen! Des Weiteren muss ich im Namen der Stadt Bernburg gegen die Sprengung der Eisenbahn- und der Annenbrücke schärfsten Widerspruch einlegen. Die Folgen einer solchen Sprengung wären für die Stadt untragbar. Der Außenverkehr zwischen Talstadt und Bergstadt wären über längerer Zeit hinaus immens gestört, vom Schifferkehr ganz abgesehen. Die Folgen sind nicht einzuschätzen. Auch werden dadurch sämtliche Versorgungsleitungen der Stadt mit Strom, Wasser und Gas zerstört. Für die Stadt würde dies unerträgliche Folgen haben. Ich als Oberbürgermeister kann und werde dies nicht Verantworten! Der Kreisleiter hört sich diese Ausführung an und erwidert kurz und knapp „Der Befehl des Gauleiters liegt vor. Dieser muss unter allen Umständen ausgeführt werden! Herr Eggert erwidert abschließend ebenso kurz und kühl „Ich werde dennoch meinen energischen Widerspruch aufrecht erhalten und behalte mir weitere Schritte, nötigenfalls beim Gauleiter selbst vor! und knallt den Hörer auf die Gabel. Oberbürgermeister Eggert ist wieder einmal auf das Äußerste gereizt. Niemand im Bunker wagt es ihn anzusprechen. Abgesehen von den notwendigen Durchgaben der Luftlage herrscht in dem stickigen, grauwandigen Stahlbetonklotz eisiges Schweigen.

Nach einigen Minuten durchbricht Eggert selbst die bedrückende Stille und meint mehr zu sich selbst gerichtet „Wo soll das alles nur noch Enden?"

Während des nun folgenden Abends kommt es zu energischen Gesprächen und Diskussionen zwischen Oberbürgermeister Eggert und wichtigen, angesehenen Bürgern der Stadt. Dort sticht besonders der Direktor des örtlichen Roten Kreuzes, Herr Bökelmann als tatkräftiger Wortführer hervor. Alle sind sich einig, dass man dieses Unheil in Form der Brückensprengung von der Stadt Bernburg mit allen Mitteln abhalten muss.

Doch auch der Kreisleiter bleibt an diesem Abend nicht untätig. Gegen 23:30 Uhr setzt er sich fernmündlich mit dem Direktor der Deutschen Solvay Werke in Verbindung und teilt ihm, in befehlsgewohntem Ton mit, dass er die Eisenbahn- Annen- und SA- Brücke bis 06:00 Uhr zur Sprengung vorzubereiten habe.

Direktor Kerstein erwidert daraufhin „Herr Kreisleiter, ich muss diesen Befehl ablehnen. Darüber hinaus ist es unmöglich die Sprengung bis zu diesem Zeitpunkt sicher zu stellen. Himmerich meint schroff „Herr Kerstein, dies ist ein Befehl des Gauleiters und der steht. Die Brücken haben bis morgen Mittag gesprengt zu sein! Kerstein erwidert nochmal „Herr Kreisleiter, ich lehne diesen Befehl energisch ab und überhaupt, dieser Zeitplan ist nicht aufrecht zu halten. Des Weiterem sind mir die genauen Konstruktionen der Brücken gänzlich unbekannt und ich weiß ebenso wenig, ob dort überhaupt Sprengkammern vorgesehen sind!"

Der Kreisleiter schreit, ob der anhaltenden Ablehnung des Befehls nun schon fast in den Hörer „Herr Kerstein, der Befehl an ihre Person bleibt bestehen! Die Brücken sind spätestens Morgen Mittag gesprengt. Sie haften mir persönlich mit ihrem Kopf dafür!" und knallt den Hörer auf.

Geschockt von dieser Drohung eilt Direktor Kerstein zum Bauarchitekten Alsleben, um sich bei ihm nach der Lage der Sprengkammern an den Brücken zu erkundigen, doch erfährt er nur, das auch ihm die Lage der Kammern nicht bekannt seien.

Mit diesen Erkenntnissen begibt sich der Direktor nun persönlich zum Kreisleiter. Er steht vor dem Parteimann und sagt „Herr Himmerich, selbst der Herr Alsleben hat keine Ahnung, wo die Sprengkammern an den Brücken liegen, oder ob es überhaupt welche gibt. Unter diesen Umständen ist eine Sprengung mit den vorhandenen Mitteln nicht möglich." Himmerich sieht den Direktor kalt an, zieht seine Uniformjacke zurecht und meint zum Direktor „Herr Kerstein, das ist völlig egal.

Sprengstoff ist Sprengstoff und die Brücken fliegen auch ohne Sprengkammern in die Luft!"

Die ebenfalls anwesenden Herren Oberstleutnant Schnitter, der Leiter der Technischen Nothilfe Müller, Stabsleiter Knabe und die Direktoren der Gas- und Elektrizitätswerke Schlemming und Rettig hören sich das Gespräch genau an. Wenig später treffen noch die Herren Alsleben, Oberstadtbauingenieur Schürmann und der Tiefbauunternehmer Schulz im Büro ein. Alle anwesenden Herren, mit Ausnahme von Oberstleutnant Schnitter und dem Stabsleiter weisen dem Kreisleiter ausführlich auf die Gefahr einer Sprengung ohne genauere Kenntnisse der Konstruktion hin. Schürmann, Alsleben und der Direktor der Gaswerke Schlemming sind auf direktem Wunsch des Oberbürgermeisters zur Besprechung gekommen, da es dieser noch immer ausdrücklich vermeidet direkten Kontakt mit Kreisleiter Himmerich zu pflegen. Sie haben die Weisung von Oberbürgermeister Eggert erhalten, in seinem Namen auf das energischste gegen die, in ihren Augen Sinnlose Brückensprengung zu protestieren und so sind es diese Herren und der Direktor Kerstein, welche in offene Opposition zum Kreisleiter gehen.

„Herr Himmerich, ich weise sie nochmals darauf hin, dass es katastrophale Folgen haben wird, wenn diese Brücken gesprengt werden. Abgesehen von den Gas-, Strom- und Wasserleitungen läuft genau unter der SA-Brücke das 600- adrige Fernsprechkabel von Leipzig nach Würzburg entlang! Eine Verbindung wäre nicht mehr möglich." zählt Kerstein auf. Direktor Schlemming ergänzt „Ganz abgesehen von der Tatsache, dass das Fernsprechkabel des Oberkommandos des Heeres unter der Brücke verläuft!

Welche Auswirkung würde deren Zerstörung haben!"

Bauingenieur Alsleben schlägt nun nochmals die Baupläne der drei Brücken auf, zieht mit seinen schmalen Fingern eine gedachte Linie über die Zeichnungen und meint „Und schauen sie doch selbst.

Es sind keinerlei vermerke für irgendwelche Sprengkammern zu erkennen. Wie sollen sie da gesprengt werden? Oberirdische Sprengversuche würden immensen Schaden an den umliegenden Gebäuden verursachen. Der Nutzen würde die Schäden in keiner Weise decken."

Der Kreisleiter dreht sich unwirsch um, winkt mit seiner rechten Hand ab und schiebt mit einem „Und wenn schon. Sei es wie es sei. Ich habe einen Befehl von Gauleiter Jordan und diesen muss ich ausführen. alle Einwände beiseite. „Unter diesen Umständen muss ich wiederholt die Durchführung der Sprengung ablehnen! entgegnet Kerstein.

Mit eisig- kaltem Blick sieht der Kreisleiter seine Kontrahenten der Reihe nach an und entgegnet ihnen mit aller Verachtung in seiner Stimme zu der er fähig ist „Nun gut. Dann sind sie hiermit entlassen. Mit Ausnahme des Herren Kerstein. Auch wenn sie selbst diese Sprengung nicht durchführen wollen, so muss ich sie dennoch bitten, noch einen Moment hier zu bleiben.

Der Gauleiter wird selbstverständlich davon in Kenntnis gesetzt. Der Rest kann Wegtreten. Die übrigen Männer der kleinen Oppositionsgruppe verlassen daraufhin die Besprechung. Als diese weg sind, greift Himmerich zum Telefon und sagt „Hier Kreisleiter Himmerich, verbinden sie mich umgehend mit dem Pionierübungsplatz Dessau- Roßlau. Kerstein sieht ihn fragend an. Wenig später kommt die Verbindung mit Dessau zustande. „Hier ist Kreisleiter Himmerich aus Bernburg. Ich muss sie bitten, mir ein Sprengkommando samt Ausrüstung zu schicken, um drei Saalebrücken im Stadtgebiet zu sprengen. Moment Oberleutnant, ich gebe ihnen kurz die wichtigsten Daten durch." Es werden die wichtigsten Brückendaten durchgegeben.

Der Kreisleiter wendet sich nun an Direktor Kerstein „Herr Kerstein, ich bitte sie, dass sie das hoffentlich bald eintreffende Sprengkommando einweisen würden, damit es nicht zu den von ihnen befürchteten Schäden an den Umliegenden Gebäuden kommt, den unnötiger Schaden ist auch nicht meine Absicht, doch auch ich habe meine Befehle! Der Direktor räuspert sich und entgegnet „Nun, man sollte erst einmal abwarten, ob ein Kommando frei ist. Sicherlich hat die Wehrmacht wohl wichtigeres zu tun, als sinnlos Brücken zu sprengen.

Der Kreisleiter erwidert diese Äußerung mit einem kalten Blick, doch entgegnet nichts.

Gegen 03:00 Uhr kommt der Rückruf aus Dessau, das das Sprengkommando in Marsch gesetzt wurde und wohl gegen 07:00 Uhr eintreffen wird.

Um etwa 03:30 Uhr verlässt der Direktor der Solvay-Werke das Kreisleiterbüro von Fritz Himmerich, um sich gegen 07:00 Uhr erneut darin einzufinden.

Kurz darauf trifft auch das Kommando aus Dessau ein.

Es wird von einem Stabsfeldwebel geführt. Direktor Kerstein und der junge Unteroffizier besichtigen die drei zu sprengenden Brücken. Dabei entdecken sie an der SA- Brücke doch Sprengkammern. Nachdem das Kommando in drei Sprengtrupps eingeteilt wurde und sich an die Arbeit macht, verlässt der Direktor das Geschehen, denn aus tiefster innerer Überzeugung lehnt er die Sprengung noch immer ab.

*

Stabsfeldwebel Hainer Wilke, Führer eines Trupps von Pionieren aus der Pionierkampfschule Dessau- Roßlau teilt seine Männer in drei Trupps ein „Feldwebel Paulsen, sie und

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