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Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman: Fürstin meines Herzens

Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman: Fürstin meines Herzens

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Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman: Fürstin meines Herzens

Länge:
136 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 3, 2019
ISBN:
9783740954765
Format:
Buch

Beschreibung

Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit.

Aus drei Himmelsrichtungen schoben sich schwere Gewitterwolken zusammen und verfinsterten den Nachthimmel. Nur ab und zu zuckten blauweiße Blitze zwischen den Fronten hin und her. Die folgenden Donner rollten nicht, sondern schlugen wie kurze trockene Sprenggeschosse ein. Hinter zahlreichen Fenstern von Schloß Maissenau brannte noch Licht. Die Dienerschaft wagte es in dieser Nacht nicht, zeitiger schlafen zu gehen. Stubenmädchen, Mägde und Köchinnen drängten sich in der im Kellergeschoß etablierten Küche zusammen, als dürften sie sich dort vor einer drohenden Katastrophe sicher fühlen. Diener und Hausknechte standen hinter den Fenstern bereit, um im Notfall sofort einzugreifen. Nur Franz, der noch recht junge Kammerdiener des Fürsten Harald von Maissenau, hielt sich in der Nähe seines Herrn auf. Der Fürst, mit dreißig Jahren bereits zweifacher Doktor und anerkannter Archäologe, merkte nichts von dem drohenden Unheil, das langsam über das Land näherrückte und sich ausgerechnet über dem Schloß zusammenballte. Er liebte die Nachtstunden, weil sie ihm eine vollkommene Konzentration auf seine historischen Studien ermöglichten. In dieser Nacht arbeitete er in der umfangreichen, historisch möblierten Bibliothek des Schlosses. Auf einem großen Tisch mit kostbaren Intarsien stand eine etwa einen Meter hohe Steinstatue. Sie stellte eine Gottkönigin von unfaßbarer Schönheit dar. Fürst Harald hatte selbst die wirkungsvolle indirekte Beleuchtung des Kunstwerks durch Spotlights ersonnen. Doch dann zerbarst die Atmosphäre durch einen schmetternden Schlag, der die Fundamente des historischen Schlosses erzittern ließ. Blitze zuckten in ununterbrochener Folge aus den schwarz zusammengeballten Wolken nieder, Donner dröhnten. Fürst Harald von Maissenau sprang auf. Sein sonnengebräuntes Gesicht war fahl geworden. Er trat zu einem der hohen Fenster, riß den schwarzen Samtvorhang zurück und sah das Feuermeer am Himmel. Schon im Hinauslaufen, brachte er das Tonbandgerät zum Schweigen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Sep 3, 2019
ISBN:
9783740954765
Format:
Buch

Über den Autor


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Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman - Melanie Rhoden

Fürstenkrone Classic

– 22 –

Fürstin meines Herzens

Was Fürst Harald mit der geheimnisvollen Mira erlebte

Melanie Rhoden

Aus drei Himmelsrichtungen schoben sich schwere Gewitterwolken zusammen und verfinsterten den Nachthimmel. Nur ab und zu zuckten blauweiße Blitze zwischen den Fronten hin und her. Die folgenden Donner rollten nicht, sondern schlugen wie kurze trockene Sprenggeschosse ein. Hinter zahlreichen Fenstern von Schloß Maissenau brannte noch Licht. Die Dienerschaft wagte es in dieser Nacht nicht, zeitiger schlafen zu gehen. Stubenmädchen, Mägde und Köchinnen drängten sich in der im Kellergeschoß etablierten Küche zusammen, als dürften sie sich dort vor einer drohenden Katastrophe sicher fühlen. Diener und Hausknechte standen hinter den Fenstern bereit, um im Notfall sofort einzugreifen. Nur Franz, der noch recht junge Kammerdiener des Fürsten Harald von Maissenau, hielt sich in der Nähe seines Herrn auf.

Der Fürst, mit dreißig Jahren bereits zweifacher Doktor und anerkannter Archäologe, merkte nichts von dem drohenden Unheil, das langsam über das Land näherrückte und sich ausgerechnet über dem Schloß zusammenballte. Er liebte die Nachtstunden, weil sie ihm eine vollkommene Konzentration auf seine historischen Studien ermöglichten. In dieser Nacht arbeitete er in der umfangreichen, historisch möblierten Bibliothek des Schlosses. Auf einem großen Tisch mit kostbaren Intarsien stand eine etwa einen Meter hohe Steinstatue. Sie stellte eine Gottkönigin von unfaßbarer Schönheit dar. Fürst Harald hatte selbst die wirkungsvolle indirekte Beleuchtung des Kunstwerks durch Spotlights ersonnen.

Doch dann zerbarst die Atmosphäre durch einen schmetternden Schlag, der die Fundamente des historischen Schlosses erzittern ließ. Blitze zuckten in ununterbrochener Folge aus den schwarz zusammengeballten Wolken nieder, Donner dröhnten. Fürst Harald von Maissenau sprang auf. Sein sonnengebräuntes Gesicht war fahl geworden. Er trat zu einem der hohen Fenster, riß den schwarzen Samtvorhang zurück und sah das Feuermeer am Himmel. Schon im Hinauslaufen, brachte er das Tonbandgerät zum Schweigen.

In der großen Halle eilten die Diener ziemlich ratlos umher. James, der englische Butler, bildete den einzigen ruhigen Pol in dem Gewirr. Er erteilte Anweisungen zum Schließen der schweren Fensterläden.

»Franz!« rief der Fürst den jungen Kammerdiener an. »Komm sofort mit mir! Wir müssen zum Gestüt hinausfahren!«

»Sehr wohl, Durchlaucht!«

Die beiden Männer verließen das Schloß durch das Hauptportal. Sie kämpften sich zum Chauffeurhaus hinüber. Karl, der Fahrer, war nirgendwo zu finden, denn er versuchte soeben, gemeinsam mit dem Gärtner, die Glashäuser der fürstlichen Rosenzucht zu retten. Am Geländeauto steckte der Zündschlüssel. Weil der Fürst den Fahrersitz einnahm schwang sich Franz auf den Platz daneben. Gleich darauf raste das Auto über den Parkweg hinüber zum Gutshof.

Im bläulichen Schein der Blitze tauchte der mächtige Block des Gutshofes auf. Jetzt ertasteten die beiden Finger der Scheinwerfer wild durcheinanderlaufende Gestalten. Das waren die Dienstleute, die noch zu sichern versuchten, was nicht niet- und nagelfest war. Planen wurden vom Sturm durch die Nacht gerissen, mächtige Heuballen jagten wie Spielbälle dahin. Das Vieh in den Ställen brüllte in panischer Angst.

Unmittelbar vor einer jungen Magd trat der Fürst die Bremse nieder. Der Wagen hielt schleudernd. Harald von Maissenau schrie: »Wo ist der Verwalter?«

»Gestüt! Koppel neun!« antwortete die Magd. Schon hatte der Fürst den Geländewagen gewendet. Mit laut heulendem Motor raste er über Feld- und Wiesenwege auf die großen Weideflächen zu. Die wertvollsten Zuchttiere waren während der Sommermonate Tag und Nacht auf den Wiesen, weil sie das gegen alle Krankheiten widerstandsfähiger und stärker machte. Kein Unwetter konnte die Pferde gefährden, aber was jetzt über die Erde hereingebrochen war, ließ beinahe einen Weltuntergang fürchten.

Jetzt sah der Fürst das Licht einer elektrischen Blendlaterne. Dort mußte der Verwalter mit seinen Leuten zu finden sein! Etwa dreißig Meter vor der Einzäunung versperrte ein weiterer Zaun die Straße.

»Komm!« rief der Fürst seinem Kammerdiener zu. »Wir laufen hin!«

Sie sprangen aus dem Auto und rannten im Licht der Scheinwerferkegel zur Koppel neun hin. Etwa fünfzig Meter noch. Vierzig. Da geschah es! Ein blendend grelles Feuer fiel vom Himmel, weißlichrot; eine Kugel mit gelbstrahlendem Schein. Ohrenbetäubendes Krachen, das nicht enden wollte. Und die Feuerkugel fiel vom Himmel zur Erde, prallte nicht hart auf, sondern rollte mit großen, weiten Sprüngen über den Wiesenboden, der bei der Berührung mit dem fremden Körper zischend verbrannte.

»Die Pferde!« schrie der junge Fürst auf. Er blieb regungslos stehen, als wäre er zu einer Säule erstarrt. Neben ihm, ebenfalls unfähig, sich zu bewegen, der Kammerdiener. Sie starrten auf die Feuerkugel, die auf die Koppel mit den wertvollsten, edelsten Zuchthengsten zurollte. Deutlich wie in einem Film mit Zeitdehnung, sah der Fürst, wie sich die Pferde vor Grauen aufbäumten. Die Feuerkugel schien ins Gigantische zu wachsen und rollte genau auf die entsetzen Tiere zu.

Und dann – keine fünfzig Meter von der Koppel neun entfernt – zersprang der Kugelblitz in Millionen von Glutteilen, übersprühte das Land ringsum mit Feuer. Hell schrien die Pferde auf.

Plötzlich war es finster, denn die unentwegt fortzuckenden Blitze erschienen nur noch wie schwache Lichter. Der mächtigste der Hengste bäumte sich auf, wendete sich von dem Feuerregen ab und raste in gestrecktem Galopp über den Wiesenboden. Hinter ihm folgten mit donnernden Hufen etwa zwanzig weitere Hengste.

»Sie kommen geradewegs auf uns zu!« schrie der Kammerdiener entsetzt und starrte regungslos, ohne eine Reaktion der Abwehr, den wild anstürmenden Pferden entgegen.

Der Tod! Das war der Tod, das Ende; das unausbleibliche, unausweichliche Ende! Die Tiere waren wie von Sinnen. Dazu blendeten sie noch die Scheinwerfer des Autos, so daß sie die beiden Menschen zwischen ihnen und den Lichtern nicht wahrnehmen konnten.

Fürst Harald von Maissenau sagte so ruhig, daß er meinte, er hörte einen fremden Menschen sprechen: »Die durchbrechen die Einzäunung. Keine Möglichkeit mehr zu…«

Er konnte den Satz nicht zu Ende sprechen, denn in diesem Augenblick prallten die ersten Pferdeleiber gegen die mächtigen Balken und Stämme. Krachen, Splittern, Schmerzensschreie verletzter Tiere. Aber die nachfolgenden drängten weiter, und im Licht der Blitze sahen der Fürst und sein Begleiter die Welle der Pferdeleiber heranrollen. Sinnlos, dem Verhängnis entfliehen zu wollen…

Als hätte er das Unheil vorausgeahnt, lief schon die ganze Zeit über ein Mann in Richtung auf den Fürsten zu. Er schwang eine starke Blendlaterne, die er auf die Pferde richtete. Und er rannte direkt in die todbringende Welle der Tierkörper, schreiend, gestikulierend. Ihn hätten die Hengste nicht gefährdet; aber er lief in die Gefahr, in den drohenden Tod.

Jetzt hörte ihn der Fürst schreien. Mit ein paar mächtigen Sprüngen lief Harald von Maissenau vor, den Pferden entgegen. Er stand nun neben dem Mann mit der Blendlaterne. Zu zweit schwenkten sie wild die Arme. Ein Blitz zuckte auf, beleuchtete sie gespenstisch.

Und der Leithengst scheute zurück. Kaum zehn Meter vor dem Fürsten und seinem Verwalter hielt die Mauer der Pferde an. Dann brach der Leithengst seitwärts weg, und die anderen Pferde folgten ihm.

Die beiden Männer standen noch einige Sekunden lang wie betäubt. Sie hörten nicht mehr die Donner krachen, sahen die Blitze nicht mehr über den Himmel brennen. Fürst Harald von Maissenau erwachte als erster aus der Erstarrung und sagte zu Hannes Feldern, seinem Verwalter: »Feldern, dafür stehe ich in Ihrer Schuld! Sie haben mir das Leben…«

Der Verwalter ließ seinen Herrn nicht zu Ende sprechen. Mit einem seltsam wilden Auflachen schrie er: »Dafür werde ich Ihnen vielleicht einmal eine Rechnung präsentieren müssen, Durchlaucht!«

In dem Augenblick kamen auch Pferdeknechte angelaufen. Mit einer herrischen Handbewegung dirigierte sie der Verwalter in einen großen Halbkreis, weil er den Pferden den Weg zum Fluß abschneiden wollte. Der Fürst ordnete sich ganz selbstverständlich dem Rat des erfahrenen Gutsverwalters unter und fragte:

»Soll ich mit dem Wagen…«

Wieder schnitt ihm Hannes Feldern den Satz ab und schrie: »Durchlaucht, mit dem Auto, volle Scheinwerfer! Fahren Sie vom Fluß her den Pferden entgegen. Wenn sie über die Böschung abstürzen, verletzten sich die Tiere!«

Fürst Harald zögerte keinen Augenblick. Er rannte zurück zum Auto. Dort fand er auch seinen Kammerdiener Franz wieder, der nun taumelnd neben ihm herlief. Sie fuhren in rasendem Tempo zum Fluß, stellten sich zwischen die wild gewordenen Pferde und die gefährlich steil abfallende Uferböschung. Langsam fuhren sie den Tieren entgegen…

Eine Stunde später waren die Pferde in eine unversehrte Koppel zusammengetrieben. Das Ärgste war überstanden. Die drei Gewitterfronten zogen gegen Osten ab. Schweißüberströmt, müde, geradezu erschöpft, fuhr Fürst Harald zum Schloß zurück. In der Nähe des Gutshofes überholte er die Gruppe der Knechte, die vom Gutsverwalter angeführt wurde. Harald von Maissenau hielt den Wagen. Er stieg aus und ging auf Hannes Feldern zu.

»Danke, Herr Feldern«, sagte der Fürst schlicht und drückte die Hand seines Verwalters. »Ich stehe tief in Ihrer Schuld. Nicht zuletzt hat Ihr Eingreifen die wertvollen Tiere vor dem Sturz über die Uferböschung bewahrt. Herr Feldern, sagen Sie einen Wunsch, ich werde ihn erfüllen.«

Jetzt erst fiel dem Fürsten auf, welch grundlegende Veränderung in dem Verwalter inzwischen vor sich gegangen war. Vorhin, im Kampf, ein Mann von fünfundvierzig Jahren, groß, stark, mit wallend weißem Haar; jetzt ein müder Mann, gebrochen, vor der Zeit gealtert. Die Augen lagen tief in den Höhlen, wirkten leer und ausdruckslos. Der Verwalter wiederholte stumpf: »Einen Wunsch? Durchlaucht, vielleicht ein andermal. Im Augenblick wüßte ich wirklich nicht, was…«

Seine Stimme erstarb in einem unverständlichen Murmeln. Fürst Harald von Maissenau ahnte nicht die wahre Ursache für diese schreckliche Veränderung im Wesen seines Verwalters. Das war nicht jener Mann, der ihm vor kaum einer Stunde mit mutiger Verwegenheit das Leben gerettet hatte.

Weil der Fürst meinte, der Verwalter hätte sich eben in seinem heldenhaften Kampf um das Gestüt überanstrengt, ließ er ihn jetzt in Frieden und rief den Knechten zu: »Einen zweiten Wochenlohn für jeden von euch! Und mein Kellermeister wird euch

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