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DSA: Das Blut der Castesier 2 - Schwarze Schwingen: Das Schwarze Auge Roman Nr. 166

DSA: Das Blut der Castesier 2 - Schwarze Schwingen: Das Schwarze Auge Roman Nr. 166

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DSA: Das Blut der Castesier 2 - Schwarze Schwingen: Das Schwarze Auge Roman Nr. 166

Länge:
436 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Aug. 2019
ISBN:
9783963312984
Format:
Buch

Beschreibung

Lucia musste einen hohen Preis für ihren Aufstieg in der Legion zahlen. Nun wird sie auf eine Mission in die Dschungel des Südens entsandt, ins
Reich der Wudu, die einem blutrünstigen Gott huldigen.
Sabella hat sich zu einem folgenschweren Schritt entschlossen, um ihre Freiheit zu erringen und sich von ihrem Meister Andronicus zu lösen. Doch noch immer verfolgt sie die mysteriöse Dämonin, die Andronicus beschworen hat und die Sabella beinahe das Leben kostete.
Valerius versucht, in einer der Banden Fuß zu fassen, die ihre Hände nach Puninum ausgestreckt hat. Er unterschätzt jedoch, wie weit die Unterweltherrscher bereit sind zu gehen, um die Macht an sich zu reißen.

Schwarze Schwingen ist der zweite Teil der sechsteiligen Reihe Das Blut der Castesier, eine epische Geschichte in den Dunklen Zeiten Aventuriens.
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Aug. 2019
ISBN:
9783963312984
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

DSA - Daniel Jödemann

Impressum

Ulisses SpieleBand US25719Titelbild: Dagmara MatuszakAventurien-Karte: Daniel JödemannRedaktion: Nikolai HochLektorat: Frauke ForsterKorrektorat: Claudia WallerUmschlaggestaltung und Illustrationen: Nadine Schäkel, Patrick SoederLayout und Satz: Nadine HoffmannEbook-Gestaltung: Michael Mingers

Copyright © 2019 by Ulisses Spiele GmbH, Waldems. DAS SCHWARZE AUGE, AVENTURIEN und DERE, MYRANOR, RIESLAND, THARUN und UTHURIA sind eingetragene Marken der Significant GbR. Alle Rechte von Ulisses Spiele GmbH vorbehalten.

Titel und Inhalte dieses Werkes sind urheberrechtlich geschützt. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Bearbeitung, Verarbeitung, Verbreitung und Vervielfältigung des Werkes in jedweder Form, insbesondere die Vervielfältigung auf photomechanischem, elektronischem oder ähnlichem Weg, sind nur mit schriftlicher Genehmigung der Ulisses Spiele GmbH, Waldems, gestattet.

Print-ISBN 978-3-96331-183-3

Ebook-ISBN 9783963312984

Daniel Jödemann

Schwarze Schwingen

Das Blut der Castesier II

Ein Roman in der Welt von Das Schwarze Auge©

Originalausgabe

Mit Dank an

Mareike Aurora, Elena Buksmann, Moritz Mielke und Thomas Ritzinger

Was bisher geschah

»Die dunkle Herrin erhebt sich. Die Öffnerin von Utharions Pforte auf dem Thron aus Gold und Blut sieht dich, Sterblicher! Die Legatin von Dya’khol ist nahe!«

»Verschwinde! Mein Wille … ist stärker!«

»Der Atem der Praecentora der heulenden Finsternis versiegt nie!«

— der Geflügelte Schatten und Sabella Castesia,

am 15. Tag des Effard im Jahre XVII Yarum

»In deiner Arroganz ist dir wohl ein Gedanke niemals in den Sinn gekommen.«

»Was? Welcher?«

»Dass noch etwas Schlimmeres an dieser Akademie umgeht als du.«

— Sabella Castesia und Acinus Semesius,

am 53. Tag des Effard im Jahre XVII Yarum

Band I: Blutnacht

Nach langjährigen Unruhen erringt Yarum-Horas den Adlerthron des Bosparanischen Reiches und verspricht seinen Untertanen, Ordnung und Wohlstand wiederherzustellen. Nur wenige Monate später befiehlt der Herrscher seiner Cancellaria Glaciana Aedinia und der ihm treu ergebenen Sonnenlegion, gegen mehrere einflussreiche Comites und ihre Familien vorzugehen. Als Grund wird angegeben, dass sich die Geächteten gegen den Horas gewandt haben. Diesem Massaker in der später so genannten Blutnacht fallen auch die angesehenen Castesier zum Opfer. Allein drei Geschwister entkommen: die siebenjährige Livia, sowie die dreijährigen Zwillinge Valerius und Sabella.

Vierzehn Jahre später tritt Optia Lucia Arponia gemeinsam mit ihrem Kameraden Marcellus Vibius in die Bosparanische Legion ein. Eigentlich unter dem Namen Livia Castesia geboren, wurde Lucia von der Patrizierin Fastidia Arponia gerettet. Fastidia tauschte sie heimlich gegen ihre gleichaltrige, todkranke Tochter Lucia aus und zog sie als ihre Erbin auf.

Lucia lässt ihren Sohn Lucius in Bosparan zurück und hofft auf eine ruhmreiche Dienstzeit – die beste Voraussetzung für eine Beamtenlaufbahn in der Capitale. Zu ihrem Entsetzen findet sich Lucia jedoch in der wenig glanzvollen siebten Legion wieder, der Legio VII Coverna. Die Coverna schließt sich in Belenas, im Süden des Reiches, der Legio XX Fulminata an. Angeführt wird ihr Feldzug von Strategus Cassus Bosparanius. Cassus, ein Sohn von Yarum-Horas, ist fest entschlossen, sich durch die Eroberung des tulamidischen Emirats Elem einen Namen zu machen und sich seinem Vater so als Thronfolger zu empfehlen.

In ihrer ersten Schlacht wird Lucia von Panik überwältigt und ihr Centurio kommt ums Leben. Cassus ernennt Lucia daraufhin persönlich zur Centuria. Sie ist hocherfreut, dem Strategus aufgefallen zu sein, und entschließt sich dazu, den Veteranen Rufus Pulcher zu ihrem Optio und Stellvertreter zu ernennen. Zudem lässt sie sich auf eine Affäre mit Cassus’ Berater, Tribun Flavius Aedinius ein, dem ältesten Sohn der Cancellaria Glaciana.

Der Feldzug verlegt sich nun darauf, abgelegenere Gebiete unter Kontrolle der Elemiten einzunehmen. Doch inzwischen werden immer wieder Legionäre aus dem Feldlager entführt – offenbar von Waldmenschen vom mysteriösen Stamm der Wudu, die tief in den Dschungeln Meridianas leben.

Schließlich kommt es zum verheerenden Gegenangriff der Elemiten, durch den die Coverna nahezu ausgelöscht wird. Cassus lässt aufgrund des Versagens der Coverna ein Exempel statuieren, dem auch Marcellus zum Opfer fällt.

Lucias jüngster Bruder Valerius wurde in der Blutnacht von seinem tulamidischen Haussklaven Umbra vor der Sonnenlegion gerettet. Umbra ließ jedoch bei der Flucht Valerius’ Zwillingsschwester Sabella zurück. Von Umbra in die Lehren des tulamidischen Gottes Feqz eingeweiht, verdingt sich Valerius nun, vierzehn Jahre nach der Blutnacht, als Dieb und Einbrecher in Puninum. Vor wenigen Monaten hat er sich zudem auf eine heimliche Liebelei mit der forschen Patriziertochter Ariana Lusia eingelassen.

Eines Tages stellt Valerius’ Kamerad Sylvius ihn dem einflussreichen Tavernenbesitzer und Nandurios-Priester Tacitus vor, der Aufträge an Diebe und Einbrecher vermittelt. Der Sacerdos bemüht sich darum, das Gleichgewicht in der Puninumer Unterwelt zu wahren – insbesondere versucht er zu verhindern, dass einzelne Unterweltherrscher die Oberhand in seiner Stadt gewinnen. Valerius erfährt, dass derzeit zwei von ihnen ihre Hand nach Puninum ausgestreckt haben: Die Mussadin aus dem tulamidischen Yol-Fassar und die Fünf Banden von Bosparan, die von dem mysteriösen Procurator angeführt werden.

Valerius und Sylvius steigen für Tacitus in die Villa eines Magiers ein. Jedoch endet dieses Unternehmen zu seinem Entsetzen mit dem Tod des Zauberers. Als Ariana ihm offenbart, dass sie ein Kind von ihm erwartet, bittet Valerius Tacitus, weiter für ihn arbeiten zu dürfen. Auch wenn der Tavernenbesitzer an ihm zweifelt, überträgt er Valerius probeweise weitere Aufträge.

Valerius’ Zwillingsschwester Sabella hat ebenfalls überlebt, auch wenn sie sich nicht an ihre Familie und ihren Bruder erinnern kann. Sie wird nun, vierzehn Jahre nach der Blutnacht, von dem heruntergekommenen Magier und Nekromanten Andronicus ausgebildet. Andronicus zog mit Sabella jahrelang auf der Suche nach Auftragsarbeiten durch die Nordprovinzen – und blieb immer nur so lange an einem Ort, bis er aufgrund von Trunkenheit oder Spielschulden die Flucht ergreifen musste.

Dieses Mal entschließt sich Andronicus jedoch, ein Angebot von Quintus Menunius, dem Leiter der Magierakademie von Puninum, anzunehmen: Er reist mit Sabella nach Puninum – sehr zur Freude seiner Schülerin, da ihr nur an einer solchen Akademie die längst überfällige Examinatio, die Prüfung zur Magierin, abgenommen werden kann.

Andronicus erhält tatsächlich den Lehrstuhl eines verstorbenen Magisters, macht aber keinerlei Anstalten, Sabella zur Examinatio anzumelden. Bei einem riskanten Ritual holt Andronicus versehentlich eine rätselhafte körperlose Dämonin in diese Welt ­– den Geflügelten Schatten –, die in Tote fahren kann und den alten Magier sowie Sabella beinahe das Leben kostet.

Frustriert von der ablehnenden Haltung ihres Lehrmeisters sieht Sabella nur noch einen Weg, doch noch ihre Freiheit zu erringen: Sie hofft, dass Quintus sie als Studiosa übernehmen wird. Der Akademieleiter hat aber bereits einen Schüler – Acinus Semesius, den sadistischen und überheblichen Sohn eines beim Horas in Ungnade gefallenen Comes und Feldherrn, Rhesus Semesius Magnus.

Sabella entschließt sich zu einem drastischen Schritt: Mit Unterstützung ihrer Kameradin Jandora Castillian tötet Sabella Acinus und lässt dessen Ableben wie das Resultat einer fehlgegangenen Untotenbeschwörung aussehen.

Kapitel 1

Valerius bemühte sich, seine angespannten Glieder zu strecken. Er hockte schon seit Stunden in diesem Versteck. Wenn er mit Ariana und ihrem gemeinsamen Kind durchbrennen wollte, dann benötigte er Gold. Zudem musste er es schnell heranschaffen, bevor Ariana ihr Geheimnis nicht länger würde verbergen können und ihr Paterfamilias sie verstoßen würde.

Erfreulicherweise war Feqz mit ihrem Vorhaben und Valerius’ Bemühungen einverstanden: Dunkle Wolken verdeckten Mond und Sterne und hüllten den Flusshafen in Schatten. Diese Schatten waren in der heutigen Nacht seine besten Freunde, seine treuen Begleiter bei seinem Vorhaben.

Im Hafen kehrte Ruhe ein. Selbst die trinkfestesten Tagelöhner dachten nun nur noch an ihre weichen, warmen Betten. Die Tavernen und Spelunken leerten sich, die Schiffer spazierten zu den Galeeren und Flussseglern zurück, die entlang des Kais vertäut waren.

Valerius hockte zwischen einigen Kisten und Fässern im Schatten eines der großen Speichergebäude. Die Speicher am Hafen glichen einander wie ein Ei dem anderen: hoch aufragende, gemauerte Klötze, die den Blick auf die Stadt hinter ihnen versperrten. Die meisten besaßen keine Fenster im Erdgeschoss, sondern nur hoch oben in der Fassade, im zweiten oder dritten Stock. Auf der dem Hafen zugewandten Seite verfügten sie alle über ein großes Tor, das tagsüber offen stand und gierig all die Waren aus dem Umland, den Tulamidenlanden oder den Nordprovinzen verschluckte. Später wurden diese Waren dann auf Flusskähne geladen und nach Bosparan geschifft. Der stete Strom aus Weizen, Sklaven, Tuchen und Wein versiegte nie und konnte die Hauptstadt des Bosparanischen Reiches dennoch nicht sättigen.

Valerius hatte die Umgebung sorgfältig ausgekundschaftet und beobachtete nun bereits seit Stunden das ihm gegenüberliegende Speichergebäude. Aufmerksam verfolgte er das Kommen und Gehen dort und achtete auf jedes Detail, so wie Umbra es ihn gelehrt hatte. Selbst in Kleinigkeiten und scheinbar unbedeutenden Momenten verbarg Feqz bisweilen den Schlüssel zu einem seiner Rätsel und Herausforderungen.

Jede Kiste, jedes Paket, jede Amphore und jedes Tuchbündel wurde noch am Tor geöffnet, ihr Inhalt kontrolliert und in Ladelisten eingetragen. Die Wachen behielten die Tagelöhner und Sklaven dabei genau im Auge.

Schließlich verließen die Tagelöhner und Kontoristen den Speicher. Nur zwei Nachtwachen blieben zurück, hinter einem stabilen, bestens gesicherten und sorgfältig verschlossenen Tor.

Valerius’ Hand wanderte zur Waffe an seinem Gürtel. Amara hatte sie ihm übergeben, nicht etwa Tacitus. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass der Tavernenwirt den Kontakt zu allem mied, was Menschen verletzen könnte. Valerius ertastete eine sehr kurze, mit Leder überzogene Keule mit einer Schlaufe für sein Handgelenk, die schwer in seiner Hand wog. Er hatte eine solche Waffe schon das ein oder andere Mal in den Händen von Türstehern oder Bandenvollstreckern gesehen. Sie eignete sich gut dazu, eine nichtsahnende Person mit einem beherzten Hieb außer Gefecht zu setzen. Derartige Keulen nannte man auf der Straße ›Totschläger‹, doch diesen Gedanken verdrängte Valerius. Tacitus stand nicht der Sinn nach Todesopfern, Valerius sollte die Wachen lediglich außer Gefecht setzen, bevor er das Tor öffnete. Darin waren sie beide sich absolut einig und auch Feqz würde es nicht gutheißen, wenn er überzogene Gewalt anwandte.

Valerius vergewisserte sich, dass auch das Säckchen mit Murmeln, die ihm einige Nonen zuvor das Straßenmädchen verkauft hatte, immer noch griffbereit in seinem Tuchbeutel lag. Er hatte so eine Ahnung gehabt, dass er es irgendwann noch einmal brauchen könnte.

In der Ferne schlug der Brajanosgong ein Mal. Die Nacht war weit genug fortgeschritten, dass die Wachen nachlässig und müde wurden. Es blieb immer noch genug Zeit, bis die Handlanger von Tacitus’ Auftraggeber im Schutz der Nacht auftauchten, um sich an den Waren im Speicher zu bedienen.

Die Mannpforte im Tor von außen zu öffnen und auf diesem Weg in den Speicher einzudringen, hatte Valerius rasch ausgeschlossen: Die Wachen würden ihn sofort bemerken. Alles musste ohne Aufsehen und reibungslos laufen, wollte er Tacitus nicht enttäuschen.

Valerius dehnte noch einmal seine Glieder, dann zog er die Kapuze seines dunklen Mantels tiefer ins Gesicht und huschte von Schatten zu Schatten auf den Speicher zu. Er erreichte die Seitenwand des Bauwerks, dort, wo nur drei oder vier Schritt den Speicher von seinem Nebengebäude trennten. In der Dunkelheit zwischen den beiden Gebäuden würde ihn kein zufälliger Passant bemerken.

Valerius strich über die Wand, die etliche Schritt hoch vor ihm aufragte. Vor langer Zeit musste sie einmal gut verputzt gewesen sein, der Speicher hatte aber schon bessere Tage gesehen. Nun fanden sich einige schmale Fugen und hervorstehende Steine in der Wand, hier und da nisteten sogar Tauben in den Löchern. Ausreichend, um einem geschickten Fassadenkletterer Halt zu bieten.

Er warf einen Blick in den Himmel. »Steh mir nun bei und führe meine Hand, alter Freund.« Wenn der Mondgott ihm gewogen war, würde er ihn anleiten. Dennoch musste Valerius auf der Hut sein. Feqz war kein Gott, der seinen Dienern alles in den Schoß legte. Er schätzte es, wenn seine Anhänger Gewitztheit und Geschick unter Beweis stellten. Sicher würde er ihm Hindernisse in den Weg legen, mit deren Überwindung er seinen Diener testen wollte.

Valerius vergewisserte sich, dass er nicht beobachtet wurde, griff nach einer Fuge über seinem Kopf, ertastete einen Halt für seinen Fuß und zog sich hoch. So begann sein Aufstieg: Ertasten eines weiteren Vorsprungs oder einer Fuge, in die er greifen konnte, einen Halt für seinen freien Fuß finden, aufsetzen und schließlich emporziehen. Dann Ausatmen und weiter.

In der Gasse zwischen den Speichern war es so dunkel, dass Valerius kaum die Hand vor Augen sah. Er fand schnell einen Rhythmus, die Abfolge an Bewegungen gab ihm Sicherheit: Tasten – Halt suchen – Emporziehen. Tasten – Halt suchen – Emporziehen.

Bisweilen fand er keinen Halt über seinem Kopf. Dann bewegte er sich seitlich fort, bis er wieder einen Weg nach oben fand. Valerius vernahm dabei nichts anderes als das gleichmäßige Schlagen seines Herzens, das Schaben seiner Sandalen über die Fassade und das Bröckeln des Putzes, wenn seine Hände in den Fugen nach Halt suchten.

Handbreit für Handbreit, Schritt um Schritt arbeitete er sich die Wand hinauf. Er konnte nicht abschätzen, wie viele Schritt ihn noch von der ersten Fensterreihe trennten. Auch wenn er sich bemühte, seine Kräfte einzuteilen, protestierte sein Körper schließlich lautstark. Der Schmerz erfasste zunächst seine Finger und Hände, dann auch seine Arme und Beine. Schweiß sammelte sich auf seiner Stirn und biss ihm in die Augen.

Über ihm schälte sich der Umriss eines Fensters aus der Dunkelheit hervor. Etwas höher noch zeichnete sich bereits deutlich die Dachkante gegen den Nachthimmel ab. Weniger als zwei Schritt trennten ihn von dem schmalen Fensterbrett. Valerius lächelte. Er nahm den linken Fuß von der Wand, reckte sich und tastete mit der Rechten Halt suchend über seinem Kopf.

Ein Vogel flatterte auf und krächzte protestierend, seine Flügel schlugen Valerius ins Gesicht. Valerius’ Herz setzte einen Schlag lang aus, er rutschte mit dem Fuß ab und schlagartig hing sein ganzes Gewicht an nur einem Arm. Schmerz raste durch seinen Körper, erschrocken schrie er auf. Mit dem freien Arm rudernd, bemühte er sich, das Gleichgewicht wiederzufinden. Verzweifelt suchte er nach Halt für Füße und Hand, seine Sandalen glitten über den abgeblätterten Putz. Dann fand er mit dem rechten Fuß einen vorspringenden Stein und mit der Hand ein Loch im Mauerwerk. Er griff zu.

Schwer atmend und an die Wand gepresst wartete er, bis sich sein pochendes Herz wieder beruhigt hatte. Nach einigen Momenten wagte er es, in die Tiefe zu schauen. Sicher trennten ihn nun acht Schritt vom Pflaster, wenn nicht mehr. Nur einen Augenblick länger und er hätte sein Gewicht nicht länger halten können. Den Weg zurück zum Boden hätte er dann in deutlich kürzerer Zeit zurückgelegt, als er für den Weg hinauf benötigt hatte.

Er lehnte den Kopf gegen die Wand und atmete tief durch. Dann setzte er seinen Weg fort, erreichte schließlich das Fensterbrett und zog sich hinauf. Das schmale Fenster war hier oben nicht durch ein Gitter gesichert und auch nicht durch Läden. Es gab auch keinen Grund dafür.

Valerius zog sich langsam durch die Fensteröffnung. Er ertastete einen schweren Dachbalken und ließ sich darauf nieder. Endlich konnte er aufatmen und seinen schmerzenden Armen und Beinen Ruhe gönnen.

Es war kühl in der weiten Halle, die Wärme des Tages hatte hier nie Einzug gehalten. Unten stapelten sich Kisten, Körbe, Fässer, Amphoren und Tuchballen, die in der Dunkelheit zu unförmigen Bergen miteinander verschmolzen. Ein Gewirr aus Dachbalken zog sich kreuz und quer darüber hinweg. Hier und da hingen Umlenkrollen, über die dicke Schiffstaue hinwegliefen: Kräne, mit deren Hilfe die gelagerten Güter bewegt und auf Karren geladen wurden.

Es war nicht vollkommen finster dort unten: Nahe des Eingangs schimmerte warmes Licht zwischen den Kisten hervor.

Valerius durfte nicht länger zögern. Sein Aufstieg hatte mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Wahrscheinlich warteten draußen schon diejenigen, für die er hier tätig war. Wer auch immer das war, es fiel auf, wenn sie zu lange vor dem Speicher herumlungerten. Im schlimmsten Fall zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab und alle seine Bemühungen waren vergebens.

Valerius kroch den Dachbalken entlang. Bisweilen verharrte er, wenn Staub herabrieselte oder er eine Maus aufgescheucht hatte, die das Gebälk ihr Zuhause nannte. Schließlich erreichte er einen großen Kistenstapel direkt unter ihm. Fast zwei Schritt trennten ihn von den obersten Kisten.

Feqz, fang mich auf und lass mich so weich aufkommen wie auf Federn, bat Valerius stumm und glitt von seinem Balken herab.

Er kam mit einem dumpfen Knall auf und ruderte mit den Armen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Valerius fing sich, kauerte sich zusammen und lauschte in die Dunkelheit der Lagerhalle hinein. Glücklicherweise kamen keine Wachen angerannt, niemand schlug Alarm. Er ließ sich auf eine tiefer liegende Kiste hinabgleiten und von dort auf einen Tuchballen. Schließlich fand er sich auf einigen großen, grob gezimmerten Kisten wieder.

Er nahm den Totschläger vom Gürtel und zog die Schlaufe über sein Handgelenk. Er hatte zwar damit geübt, dennoch kam er sich nun hilflos vor. Nie zuvor hatte er einen Menschen bewusstlos schlagen. Hoffentlich schlug er nicht zu fest zu. Feqz schätzte Gewalt nicht. Einen Gegner durch Findigkeit und Gerissenheit zu überwinden, zog er vor. Hoffentlich würde der Listige es ihm nachsehen.

Valerius ließ sich auf den Boden sinken und huschte zwischen Kisten mit tulamidischem Tee und gestapelten Amphoren mit Wein und Öl entlang, bis er eine geeignete Stelle fand: eine Gasse zwischen den Warenbergen, die an der Außenmauer endete. Durch ein Fenster hoch oben über ihm fiel Mondlicht herein.

Valerius kramte einen silbernen Argental hervor, polierte ihn mit seiner Tunika und legte ihn sorgfältig auf dem Boden ab. Dann zog er sich auf eine nahe Kiste hinauf und drückte sich in den Schatten. Er kramte eine Murmel aus dem Beutel an seinem Gürtel hervor und wog sie in der Hand.

Noch ein letztes Mal bat er Feqz innig um Unterstützung und warf die Murmel. Sie prallte laut vernehmlich von einer Kiste ab und rollte davon. Valerius hielt den Atem an und wartete. Nichts regte sich. Dann eben deutlicher. Die nächste Murmel schlug klirrend gegen eine Amphore.

Dieses Mal musste er nicht lange warten. Schritte näherten sich, Licht tanzte zwischen den gestapelten Waren umher. Valerius fasste den Totschläger fester und verharrte still. Der Lichtschein bog um die Ecke. Das Licht entsprang einer kleinen Laterne, die von einer hoch aufgeschossenen Gestalt getragen wurde. Der Schein glitt suchend zwischen den Warenstapeln umher. Dann fiel er in die Gasse.

Leise vor sich hin grummelnd näherte sich die Wache Valerius’ Versteck. Der Wachmann, ein großer, kräftig gebauter Mann, trug einen Gladius an der Seite und die Laterne in der Hand. Sein Blick suchte die Gasse vor ihm ab, nicht die Kisten. Schließlich schüttelte er den Kopf. »Verfluchte Ratten.« Dann verharrte er abrupt. Sein Blick fiel auf die glänzende Münze. Er setzte sich wieder in Bewegung.

Lautlos schob sich Valerius aus seinem Versteck und ließ sich von der Kiste fallen. Der Wachmann starrte einige lange Momente auf die Münze, die im Laternenschein funkelte, dann bückte er sich. Rasch trat Valerius vor und hob den Totschläger. Nur leicht scharrten seine Sandalen dabei über den gepflasterten Boden, doch die Wache wandte sich sofort um. Valerius schlug beherzt zu und traf den Wachmann an der Schläfe.

Sein Gegner stieß einen eher überraschten als schmerzerfüllten Laut aus. Seine Laterne zerschellte auf dem Boden. Rasch griff der Wachmann nach der Waffe an seiner Seite und riss sie aus der Scheide.

Valerius sprang hastig zurück. Die Klinge durchschnitt seinen Umhang.

»Bastard!«, stieß die Wache hervor und holte erneut aus.

Valerius wandte sich um und rannte davon, so schnell ihn seine Füße nur tragen konnten.

»He! Bleib stehen!«, bellte hinter ihm der Wachmann.

Hastig bog Valerius in die nächste Gasse, erst rechts, dann links. Hinter ihm näherten sich eilige Schritte, die auf den Steinboden pochten.

Im Laufen griff Valerius in seinen Tuchbeutel, doch der Totschläger, der an seinem Handgelenk baumelte, behinderte ihn. Am Ende einer weiteren Gasse bog er um eine Ecke und verharrte. Endlich ertastete er das Lederbeutelchen mit den Murmeln und leerte den Inhalt aus. Prasselnd ergossen sich die Murmeln auf den Boden. Valerius hastete weiter.

Hinter ihm ertönte ein überraschter Laut, gefolgt von einem Schmerzensschrei und dem Klappern von Metall auf Stein.

Valerius packte seinen Totschläger fester und wandte sich um. Er durfte jetzt nicht zögern. Im Halbdunkel richtete sich der Wachmann gerade wieder auf und tastete nach seiner Waffe. »Was bei …«, stieß er noch aus. Dann hieb Valerius ihm die Keule über den Kopf.

Mit erhobenem Totschläger starrte Valerius den Wachmann einige bange Momente lang an, doch dieser rührte sich nicht mehr. Erst jetzt bemerkte Valerius das laute Pochen seines Herzens. Und dann die Schritte, die sich ihm näherten. »Obodin? Sag etwas!« Eine helle Stimme hallte von den Wänden der Lagerhalle wider.

Hastig schaute sich Valerius um. Kurzerhand zog er sich auf einen nahen Kistenstapel hinauf und kauerte sich hinter einigen Tuchballen zusammen. Ein Lichtschein fiel auf Obodins reglosen Körper.

Die Schritte der zweiten Nachtwache wurden langsamer. Der Lichtschein schwenkte behutsam nach links und dann wieder nach rechts.

Valerius drückte sich gegen die fest verschnürten Tuchballen in seinem Rücken. Er konnte es nicht auf einen Kampf mit der Frau ankommen lassen. Sie würde ihn schneller zu den Totengöttern schicken, als er ›Gnade‹ ausrufen könnte. Vielleicht war es besser, die Flucht zur Mannpforte anzutreten und darauf zu hoffen, dass die draußen Wartenden die Frau überwältigten.

Der Lichtschein näherte sich.

Die Tuchballen! Valerius richtete sich langsam auf. Er stemmte sich gegen die aufeinander gestapelten Ballen, schob und drückte. Geron, verleih mir deine Stärke! Der Stapel schwankte und stürzte um.

Die Wachfrau gab einen überraschten Laut von sich und ging unter den Ballen zu Boden. Der Lichtschein erstarb. Valerius sprang von seiner Kiste herab, landete auf einem Tuchballen und rang um sein Gleichgewicht. Die Wache bemühte sich verzweifelt, auf die Beine zu kommen. Erst als Valerius ausholte, wurde ihm bewusst, dass der Totschläger immer noch nutzlos an seinem Handgelenk baumelte. Hastig griff er danach.

Die Frau richtete sich auf, das Schwert in der Faust. Valerius stand nun über ihr, auf einem gefährlich schwankenden Tuchballen. Sie allerdings wusste ganz genau, was sie tat: um zu einem Hieb auszuholen, hatte sie zwischen den Ballen nicht genug Raum. Stattdessen zuckte die Spitze ihres Gladius wie der Kopf einer Schlange nach vorne.

Valerius holte aus.

Die Klinge fuhr über seinen linken Oberschenkel. Sein eigener Schlag traf den abwehrbereit gehobenen Arm seiner Gegnerin. Die Wachfrau stieß einen Schmerzenslaut aus. Er schlug erneut zu, dieses Mal heftiger. Nun ging sie mit einem leisen Ächzen zu Boden. Keuchend sah Valerius auf sie herab, den Totschläger erhoben. Sie rührte sich nicht mehr.

Er schloss die Augen und ließ sich von dem Tuchballen gleiten. Sein Atem ging stoßweise, seine Hände zitterten. Er fühlte nasses Blut an seinem Oberschenkel und zuckte vor Schmerz zusammen.

Tacitus sah ihm hoffentlich nach, dass es nicht ganz so glatt gelaufen war, wie es sich der Sacerdos gewünscht hatte.

Valerius verband sein Bein notdürftig, dann hinkte er hastig zum Tor. Er schob den schweren Riegel vor der Pforte zurück und zog sie auf. Sofort schob sich ein Arm in die Öffnung und packte ihn. »Bist du Valerius?«, raunte sein Gegenüber mit hörbarem tulamidischen Akzent.

»Das bin ich«, stieß er hervor.

Der Mann schob ihn zurück ins Lagerhaus und trat ins Licht. Er schlug seine Kapuze zurück und enthüllte eine Höckernase und einen sorgsam gestutzten Bart. Der Tulamide musterte Valerius. Sein Blick fiel auf den blutgetränkten Stoffstreifen an seinem Bein. »Was ist geschehen? Wir mussten warten.«

»Beide Wachen sind außer Gefecht. Sie sind dort hinten.«

Der Tulamide wandte sich um und winkte. Eine Gruppe Gestalten löste sich aus den Schatten und eilte auf das Tor zu. Sie waren überwiegend tulamidischer Herkunft, es fanden sich aber auch einzelne Bosparaner darunter. Der Tulamide wandte sich ihm erneut zu. »Zeig sie mir!«

Valerius führte ihn zu der Gasse zwischen den Kistenstapeln.

Der Tulamide runzelte die Stirn. »Tacitus sprach von zwei Wachen? Wo ist der andere?«

Valerius erschrak. Nur die leblose Gestalt von Obodin lag noch immer unter den Tuchballen. »Da war noch eine Frau«, stieß er hastig hervor.

In diesem Moment sprang die Wachfrau mit hoch erhobenem Gladius hinter einem Kistenstapel hervor. Der Tulamide stieß Valerius grob beiseite. Er wich dem Hieb der Wachfrau geschickt aus, dann flog sein Krummsäbel aus der Scheide und fuhr herab.

Die Frau sank auf die Knie, ein ungläubiger Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. Ein langer Schnitt zog sich quer über ihre Brust, von ihrer linken Schulter bis hinab zu ihrer rechten Hüfte. Sie stürzte zu Boden.

Der Tulamide steckte seine Waffe wieder weg. Die Klinge war nicht einmal mit Blut besudelt. »Du hast dich nicht vergewissert, ob sie betäubt ist.«

Valerius schnappte nach Luft. Mühsam fing er sich wieder. Er starrte die Frau an, unter deren Leib sich eine rote Lache ausbreitete. Noch eine Tote. Noch mehr Blut. Sie könnte noch am Leben sein, wenn er nur umsichtiger vorgegangen wäre. Feqz sah dies nicht gerne.

Die übrigen Tulamiden fesselten und knebelten den bewusstlosen Obodin. Danach wandte sich ihr Anführer an seine Begleiter. »Askarim, ihr wisst, wonach ihr zu suchen habt!«, ordnete er in Tulamidya an. »Überbringen wir dem alten Semesier die Botschaft Abu’Keshals. Der Güldenländer hier ist ein wahrer Sohn der Gelassenheit, Feqzens Herrschaft wird schon bald von der des Sonnengotts abgelöst. Eilt euch!«

Valerius runzelte die Stirn. ›Abu’Keshal‹, das bedeutete ›Vater der Festung‹. Der Name war ihm nicht geläufig.

Die Frauen und Männer verteilten sich und nahmen die Waren in Augenschein. Valerius wandte sich an den Anführer und bemühte sich um eine feste Stimme. »Ohne diesen Sohn der Gelassenheit würdest du noch immer untätig dort draußen in der Nacht stehen«, widersprach er in Tulamidya. »Der listige Gott hat offenbar auch seine Hand geleitet.«

Der Tulamide schaute Valerius einen Moment lang verblüfft an, dann lachte er auf. »Du beherrschst meine Zunge so gut, als wärst du auf einem Basar in Chunchom zur Welt gekommen und nicht in den Gassen Puninums. Es ist selten, dass jemand von dieser Seite der Großen Khôm unsere Sprache so gut meistert. Und noch seltener, dass er seine Taten dem Mondgott anempfiehlt.« Er deutete vor Valerius eine Verbeugung an. »Man nennt mich Uleikan. Ich werde Tacitus ausrichten, dass du deine Aufgabe zu unserer Zufriedenheit erledigt hast.«

Uleikans Begleiter begannen damit, die Tuchballen zu öffnen. Wann immer sie welche entdeckten, in denen fein gewobene glänzende Stoffbahnen im Licht der Laternen zum Vorschein kamen, schafften sie diese umgehend hinüber zum Tor, ignorierten aber die übrigen Waren.

Valerius runzelte die Stirn. Tulamiden, die in ein Lagerhaus in Puninum einbrachen, um tulamidischen Damast zu stehlen? »Darf ich euch zur Hand gehen?«

Uleikan schüttelte den Kopf. »Das ist nicht notwendig. Du würdest uns nur im Weg stehen. Doch bin ich davon überzeugt, dass Feqz dafür sorgen wird, dass sich unsere Pfade wieder kreuzen werden. Maha as-Salâma!«

Besser, er bedrängte Uleikan nicht weiter, wollte er es sich nicht mit Tacitus, dessen Auftraggebern oder gar diesem Abu’Keshal verscherzen. Wichtig war allein, dass Tacitus mit ihm zufrieden war. Ein großer Beutel Silber wartete nun auf ihn.

Valerius trat aus der Lagerhalle hinaus. Gerade schoben vier weitere Tulamiden Handkarren heran. Sie bewegten sich nahezu lautlos. Rasch luden sie die Damastballen auf die Karren.

Sein Blick fiel auf eine breitschultrige, hochgewachsene Gestalt, die im Schatten eines nahen Speichers stand. Sofort trat die Gestalt zurück und verschmolz mit den Schatten.

Valerius spähte angestrengt in die Dunkelheit, doch der Beobachter war verschwunden. Rasch begab er sich wieder auf den Weg zurück in die Stadt.

Kapitel 2

Sabella verharrte vor Quintus’ Studierzimmer, schloss die Augen und atmete tief durch. Erneut hatte sie verschlafen. Heute Morgen vermochte sie kaum längere Zeit zu stehen, ohne dass Schwindel sie befiel. Wieder einmal hatten sie verstörende Alpträume geplagt, in denen sie von einem Unbekannten verfolgt wurde – vielleicht Acinus oder Andronicus. Sie wusste nur eines mit Sicherheit: Immer wieder hatte sie in ihren Träumen das Schlagen gewaltiger Schwingen und ein leises, lockendes Wispern vernommen. Ein so leises Wispern, dass sie die Worte nicht verstand, egal, wie sehr sie sich auch bemühte.

Sie konnte nicht länger warten. Mit jedem weiteren Tag, der verstrich, riskierte sie, dass sich Andronicus einen Fehltritt leistete und ihre Tage am Pentagrammaton damit gezählt wären. Immer häufiger kam er erst spät abends heim. Sie musste etwas unternehmen.

Sabella öffnete die Augen wieder, fasste sich und klopfte an. Scirta, Quintus’ Leibsklavin und Secretaria, ließ sie ein und führte sie direkt in das Arbeitszimmer des Akademieleiters.

Spectabilitas Quintus schaute ihr entgegen, sein Lächeln schwand umgehend. »Du siehst so aus, als wärst du deinem eigenen Grab entstiegen, Sabella.«

Sie schaute an sich herab. Ihre Tunika war sauber und makellos. »Ich kann dir versichern, Spectabilitas, dass ich mich in letzter Zeit nicht auf einem Friedhof aufgehalten habe.«

Er lachte. »Tritt ein und setz dich. Ich hole dir einen Becher Wasser.«

»Nicht nötig, Spectabilitas, es geht mir gut.«

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