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Supernormal - Faszinierende Beweise für die unglaublichen Kräfte des Menschen

Supernormal - Faszinierende Beweise für die unglaublichen Kräfte des Menschen

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Supernormal - Faszinierende Beweise für die unglaublichen Kräfte des Menschen

Länge:
539 Seiten
6 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 18, 2020
ISBN:
9783861911418
Format:
Buch

Beschreibung

Sollten Sie noch nicht davon überzeugt sein, dass es Telepathie Hellsichtigkeit Vorherwissen Gedankenlesen und zahlreiche weitere spirituelle Kräfte tatsächlich gibt, dann sind Sie es sicher nach der Lektüre dieses Buches! Dr. Dean Radin erforschte als Erster in einer wissenschaftlichen Langzeitstudie die verborgenen Kräfte des Menschen, wie sie schon vor zweitausend Jahren in den geheimnisvollen Yoga-Sutras beschrieben wurden. Er weist zweifelsfrei nach, dass jene Fähigkeiten, die heute noch als außergewöhnlich oder als supernormal gelten, einmal die natürlichen Eigenschaften jedes Menschen sein werden! Ein wahrhaft bahnbrechendes Buch von einem Pionier der modernen Bewusstseinsforschung. Dieses Werk öffnet das Tor in eine neue Dimension menschlichen Lebens!

Das Bewusstsein endlich ernst zu nehmen, ist ein entscheidender Schritt in der Evolution der Wissenschaft! Deepak Chopra

Ein großartiges Buch! Es ist gewürzt mit der kostbarsten Gabe in wissenschaftlichen Publikationen HUMOR! Dieses Buch sollte Sie bei der Lektüre atemlos machen, denn es enthüllt die Zukunft des Menschen! Larry Dossey

Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 18, 2020
ISBN:
9783861911418
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Supernormal - Faszinierende Beweise für die unglaublichen Kräfte des Menschen - Dean Radin

Dean Radin


SUPERNORMAL

Faszinierende Beweise

für die unglaublichen Fähigkeiten

des Menschen

Aus dem Englischen von Astrid Ogbeiwi

Titel der amerikanischen Originalausgabe:

Supernormal – Science, Yoga, and the Evidence for Extraordinary Psychic Abilities

This translation published by arrangement with Deepak Chopra Books,

an imprint of the Crown Publishing Group,

a division of Random House LLC, Inc., New York.

Copyright © 2013 by Dean Radin

Foreword copyright © 2013 by Deepak Chopra

Deutsche Ausgabe:

1. Auflage 2020

© Crotona Verlag GmbH

Kammer 11

83123 Amerang

www.crotona.de

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

Übersetzung aus dem Amerikanischen: Astrid Ogbeiwi

Umschlaggestaltung: Annette Wagner

unter Verwendung von

© 69913678 - Meditating woman© Sergey Nivens – fotolia.com

ISBN 978-3-86191-141-8

INHALT

Vorwort

Zum Geleit

Teil Eins        Von legendären Yoga-Superkräften …

Kapitel Eins        Einführung

Kapitel Zwei        Yoga-Explosion

Kapitel Drei        Andere Realitäten

Kapitel Vier        Mystik und Mirakel

Kapitel Fünf        Unglaublich

Kapitel Sechs        Das Yoga-Sutra

Kapitel Sieben        Die Siddhis

Teil Zwei        … zu moderner Wissenschaft

Kapitel Acht                Die Wissenschaft und die Siddhis

Kapitel Neun       Präkognition

Kapitel Zehn       Telepathie

Kapitel Elf       Psychokinese bei lebenden Systemen

Kapitel Zwölf         Psychokinese bei unbelebten Systemen

Kapitel Dreizehn Hellsichtigkeit

Kapitel Vierzehn Psi und Meditation

Teil Drei          … und darüber hinaus

Kapitel FünfzehnPragmatik

Kapitel SechzehnDer zukünftige Mensch

Danksagungen

Glossar

Zitierte Literatur

Für Susie

und für meine Eltern,

Hilda und Jerry Radin

VORWORT

von Deepak Chopra

Das Seltsame am Paranormalen – am Übernatürlichen, Außersinnlichen oder wie immer man es nennen will – ist, dass es, so oft man es auch beweist, doch immer unbewiesen bleibt. Es gibt Hunderte von Studien über Hellsichtigkeit und Fernwahrnehmung, angeregt durch jahrhundertealte Erfahrung. Ausnahmslos zeigen die Experimente, dass das Erlebnis, jemandes Gedanken zu lesen, ferne Ereignisse zu sehen oder die Zukunft vorherzuahnen, real ist – wie Dean Radin in diesem Buch geduldig erklärt. Seit die Wissenschaft den Glauben als Weg zur Erkenntnis der Wirklichkeit von seinem Sockel gerissen hat, sind Fakten angeblich das Höchste, und es genügt, dass dasselbe Faktum wiederholt nachgewiesen wird, um das Wirklichkeitsverständnis zu ändern. Warum also haben sich Fakten in diesem Fall als wirkungslos erwiesen?

Die Antwort ist komplex, heikel und doch so alltäglich wie jedes tief sitzende Vorurteil. Fakten verändern unser Denken weniger häufig als sie bestätigen, was wir unbedingt glauben wollen. Daher ist der Weg vom Glauben zum Faktenwissen wesentlich ungesicherter als wir meinen; und unterwegs lauern Widersacher – engstirnige Überzeugungen, hartnäckige vorgefasste Meinungen, ad hominem Attacken, die sich gegen die Person statt gegen die Sache richten, Skeptiker, die von vorneherein wissen, dass dieses oder jenes nicht stimmen kann, sowie der am schwersten fassbare Feind, das kollektive Bewusstsein. Die Meinung der Massen kann ein missliebiges Faktum schon im Ansatz ersticken – wie es seit Jahrhunderten geschieht, sobald die Auseinandersetzung mit Wundern, mit dem Ungewöhnlichen, mit Magie und dem Paranormalen zu unbequem wird. Das Klischee, wonach wir unsere Wirklichkeit selbst erschaffen, hat eine Schattenseite: Wenn wir unsere Wirklichkeit nicht selbst erschaffen, tun dies andere für uns.

Aus diesem Grund fährt Dean Radin bei seiner Erörterung der übernatürlichen Fähigkeiten, die erstmals in einer uralten indischen Schrift, dem sogenannten Yoga-Sutra des Patanjali, systematisch erklärt wurden, zweigleisig. Er legt die bisher angesammelten Beweise für alle möglichen »Superkräfte« vor und gibt uns zugleich überzeugende Anstöße, genauer hinzuschauen, warum etwas zugleich bewiesen und unbewiesen sein kann. Diese Zweigleisigkeit ist die einzig vernünftige Methode, Menschen zu einer Meinungsänderung zu bewegen – getreu der Redensart »Ein Mann, der überzeugt wird gegen seinen Willen, bleibt seiner Meinung treu im Stillen.«*

Unzählige kontrollierte Studien haben gezeigt, dass wir Menschen dazu neigen, Tatsachen, die unserer festen Überzeugung widersprechen, einfach zu ignorieren; ja verquerer noch, zu einem beträchtlichen Prozentsatz halten wir umso stärker an unseren Überzeugungen fest, je mehr gegenteilige Tatsachen man uns vorlegt.

Die spirituelle Graswurzelbewegung, die allgemein als New Age etikettiert wird, hat die Gesellschaft in allen Bereichen, die Radin bespricht, unverrückbar in zwei Lager gespalten – in Anhänger und Gegner. Radin handelt klug, wenn er heiße Eisen als Friedensstifter und nicht als weitere spaltende Stimme anpackt. Dieser Ansatz ist glücklich gewählt. Wenn die Wissenschaft bereits über umfassende Beweise für Phänomene verfügt, die dennoch vom offiziellen Bild der Wirklichkeit nachdrücklich ausgeschlossen sind, dann erfordert es großes psychologisches Geschick, wenn man damit auf Akzeptanz stoßen will. Zu überzeugen ist eine hohe Kunst, aber sie beruht auch auf Alltagserfahrungen:

Warum jemandem beweisen, dass er unrecht hat? Eine Auseinandersetzung kann man nicht gewinnen; denn wenn man unterliegt, verliert man sie, und wenn man gewinnt, verliert man sie auch. Du fühlst dich dann großartig. Aber was ist mit dem anderen? Du hast ihm das Gefühl gegeben, unterlegen zu sein, hast seinen Stolz, seine Intelligenz, sein Urteilsvermögen und seine Selbstachtung verletzt.

Dieses Lehrstück in praktischer Psychologie, von Dale Carnegie vor Jahrzehnten verfasst, gilt auch für das Paranormale, sofern man das Wort »jemandem« im ersten Satz durch »einem Wissenschaftler« ersetzt. Der Grund, weshalb Fakten zum Beweis der Echtheit von Superkräften zweitrangig sind, liegt darin, dass in der Wissenschaft, wie in allen menschlichen Dingen, Leute das Sagen haben, für die es bei dem, was sie tun, um Vieles geht – auch um Stolz, Intelligenz, Urteilsvermögen und Selbstachtung; das hat Carnegie klug erfasst.

In Supernormal sorgt Radin dafür, dass sich unser Nervenflattern ebenso legt wie unsere Vorurteile, was faire Voraussetzungen schafft. Er ist bereit, den Weg des Yoga, der übernatürliche Fähigkeiten hervorbringen soll, als »legendär« zu bezeichnen, doch er richtet auch ein scharfes Auge auf die Punkte, in denen die Wissenschaft sich selbst widerspricht, nämlich wenn sie sich weigert, Ergebnisse zu akzeptieren, die unter untadeliger Anwendung wissenschaftlicher Methodik erzielt worden sind. Wie er mit trockenem Humor bemerkt: Wenn sich die Wissenschaft in Richtung einer neuen Realität verändern soll, dann muss das Zähneknirschen allmählich weniger werden.

Aber warum eine neue Realität und was hat die mit Levitation, Hellsichtigkeit, Unsichtbarkeit und etlichem mehr zu tun, was Patanjali behauptet? Die Antwort lautet schlicht, dass die alte Realität sich abgenutzt hat. In seinem dem »Achtfachen Pfad der Wissenschaft« gewidmeten Kapitel – eine Anspielung auf den »Achtfachen Pfad« im Buddhismus – wirft Radin einen Blick auf die Prinzipien, auf denen die moderne Wissenschaft aufbaut, und zeigt recht genau, dass viele durch die Quantenrevolution vor hundert Jahren gesprengt und andere zusehends geschwächt worden sind. Seit Zeit und Raum keine absoluten Größen mehr sind, seit physische Gegenstände zu wirbelnden Energiewolken reduziert sowie Ursache und Wirkung zu einem Spiel mit Wahrscheinlichkeiten wurden und keine Gewissheiten mehr sind, hat in unserer Realitätswahrnehmung eine radikale Veränderung stattgefunden.

Diese Veränderung steht in einem erstaunlichen Einklang mit den Sehern des alten Indien, und seit vierzig Jahren werden Vorstellungen aus der Quantentheorie in spirituelle Konzepte eingeflochten, wobei die Stimmen, die die Parallelen bestätigen, von einem Physiker wie Fritjof Capra bis zu einer spirituellen Koryphäe wie dem Dalai Lama reichen. Radin stimmt in einen veritablen Chor mit ein, jedoch zurückhaltend. Seine Begabung liegt darin, zu den Grundlagen zurückzukehren und Gemeinsamkeiten zu finden. Weil er sehr wohl weiß, dass außerhalb des Spezialgebiets der Indologie nur sehr wenige Menschen das Yoga-Sutra kennen und ihnen Sanskrit-Begriffe wie »Siddhis« oder »Samyama« eher unangenehm aufstoßen, bewegt er sich geschickt zwischen allgemeinen Erfahrungen (insbesondere PSI-Erfahrungen wie Hellsichtigkeit und hellfühlige Intuition) und den Geheimnissen der Mystik. Sein Ziel ist es, die Leserinnen und Leser zu überzeugen – nicht gegen ihren Willen, sondern mit ihrer bereitwilligen Kooperation. »Weißt du noch, als dir dieses oder jenes passiert ist? Stell dir vor, die Yoga-Seher kannten das auch schon, und im Labor wurde es ebenfalls nachgewiesen.«

Radin zielt nicht darauf ab, dass seine Sicht der Realität die einzig richtige ist. Vielmehr will er zeigen, dass es mehr Möglichkeiten gibt, als uns im Allgemeinen bewusst sind, und einige dieser Möglichkeiten verleihen dem Geist größere Kraft, steigern das Potenzial für höhere Erkenntnisse und machen aus dem sattsam bekannten Klischee von der Erschaffung der eigenen Realität eine lebendige Erfahrung. Radin predigt nicht, für welche Version der Realität man sich zu entscheiden habe, doch in seiner unparteiischen Art betont er auch beharrlich, dass bestimmte Realitäten, die der Wissenschaft abwegig erscheinen – etwa die Realität, in der jemand levitieren kann – nicht lächerlich, dumm oder Aberglaube sind. Hunderte von Zeugen haben in ihren Tagebüchern, öffentlich oder sogar unter Eid die Levitationen von Josef von Copertino bestätigt (der einer von vielen levitierenden katholischen Heiligen war, im 17. Jahrhundert lebte und etwa fünfzig Jahre nach Shakespeare starb), und Radin berichtet darüber ohne sie zu verteidigen oder im Nachhinein anzuzweifeln.

Doch dieses Buch ist nicht dazu da, Wunder aus vergangenen Zeiten abzuhaken. Es geht über ein Weltbild, in dem Wunder nicht hinterfragt werden, ebenso hinaus wie über eines, das Wunder für widersinnig hält, und weist den Weg zur Versöhnung. In gewisser Weise spricht es ein salomonisches Urteil: Beide Seiten haben etwas zu sagen und können etwas voneinander lernen. (Versöhnung stand auch Einstein bei seinem berühmten Satz vor Augen: »Wissenschaft ohne Religion ist lahm, und Religion ohne Wissenschaft ist blind.«) Natürlich reicht das nicht aus, denn die Realität springt uns ins Auge, und wir müssen uns zum Faktischen verhalten. Endlose Auseinandersetzungen, in welches Modell sie denn nun zu fassen sei – denn Wissenschaft und Religion sind beides nur Modelle – führen nicht zum Ziel.

Dies vor Augen, verliert Radin nicht den Blick für das grundsätzliche Geheimnis, das die Realität darstellt, nicht nur für Mystiker, sondern auch für die hartgesottenen Realisten unter den Quantenpionieren. Auf den letzten Seiten dieses Buches werden zwei nüchterne Aussagen zitiert. Die erste stammt von Max Planck, der die Quantenrevolution begründete:

Ich betrachte Bewusstsein als grundlegend. Ich betrachte Materie als Ableitung von Bewusstsein. Wir können nicht hinter das Bewusstsein dringen. Alles, worüber wir sprechen, alles, was wir als existent betrachten, setzt Bewusstsein voraus.

Planck glaubte, er stelle damit eine unumgängliche Tatsache fest (was sich allerdings als völlige Fehleinschätzung der Umgehbarkeit von Tatsachen erweisen sollte). Da Patanjali und alle vedischen Seher für eine bewusstseinsbasierte Realität eintraten, hat Radin den Spieß fast unmerklich umgedreht. Es ist nicht die Aufgabe des Yoga zu beweisen, dass Bewusstsein die Grundlage aller Erfahrung ist; es ist die Aufgabe der Wissenschaft zu beweisen, dass es das nicht ist. Ein solcher Beweis ist weit und breit nicht zu entdecken. Vielmehr weist Radin optimistisch darauf hin, dass eine neue, weniger zum Zähneknirschen neigende Wissenschaftlergeneration mit Bewusstsein als einem Faktor, der nicht außer Acht gelassen, umgangen, weggewünscht oder mit Verachtung gestraft werden darf, immer besser zurechtkommt.

Zur Untermauerung seines Optimismus zitiert Radin mit Wolfgang Pauli einen weiteren Quantenpionier: »Es ist meine persönliche Meinung, dass die Realität in der Wissenschaft der Zukunft weder ›psychisch‹ noch ›physikalsch‹ sein wird, sondern irgendwie beides und keines von beiden.« Mit anderen Worten, es geht nicht um entweder/oder, sondern um sowohl/ als auch, wie dieses Buch mit Nachdruck betont. Bewusstsein ernst zu nehmen, ist ein weiterer Schritt in der Evolution der Wissenschaft, noch dazu einer, der das »Spukhafte« der Quantenwelt weiterentwickelt. Dabei verschwinden weder das Spukhafte noch die Weisheitstraditionen der Welt. Visionäre aus zwei Lagern, aus ferner Vergangenheit und aus der vordersten Grenzregion der Gegenwart, bewegen sich auf uns zu. Ihre Botschaft gilt der bewussten Evolution der Menschheit, und dieses scharfsinnige Buch zeigt: Wenn sich die Visionäre aus beiden Lagern zusammenfinden, wird nichts mehr so sein, wie es war.


ZUM GELEIT

Alles Unglück der Menschen entstammt einem, nämlich dass sie unfähig sind, in Ruhe allein in ihrem Zimmer bleiben zu können.

Blaise Pascal – Pensées II, 139

Es hat seine Zeit gedauert, aus dem Schlamm hervorzukriechen. Danach aber errichteten wir in galaktischer Sekundenschnelle prächtige Städte und Kulturen, flogen zum Mond und wieder zurück und brachten Roboter auf den Mars. Sind solche Großtaten der Gipfel der Menschheit, das Beste, was wir zu erreichen hoffen dürfen? Oder können wir uns eine sogar noch erstaunlichere Zukunft vorstellen? Sollte es möglich sein, dass die Superkräfte, von denen uralte Legenden erzählen, hinter den Kulissen geduldig auf uns warten; dass sie in Stellung liegen, bis ein Zucken der Evolution den Abzug betätigt?

Ähnliche Fragen stellen Visionäre seit Anbeginn der Geschichte; und zur Erforschung und Entwicklung unseres Potenzials wurden viele Techniken entwickelt. Eine der effektivsten ist zugleich eine der ältesten Methoden – Yoga.

Das Wort Yoga ist verwandt mit yoke, was »kombinieren, verbinden, vereinigen« bedeutet. Vereinigt werden dabei, so heißt es, das persönliche und das universelle Selbst. Dieser erlesene Zustand ist ein Ziel nahezu aller esoterischen Praktiken. Er wird auch als Erwachen oder Erleuchtung bezeichnet. Der Übertritt vom Alltagsbewusstsein in einen ekstatischen Bewusstseinszustand verschafft einem direkten Zugang zur unmittelbaren Realität. Hier stellt man fest, dass das persönliche Bewusstsein im Einklang ist mit oder aufgeht in einem universellen Geist, im Göttlichen Bewusstsein, im Großen Geist, in Gott oder einer der vielen anderen Bezeichnungen für das Transzendente. Hier entstehen außerdem supernormale Fähigkeiten, »Kräfte und Fertigkeiten, die weit über die sterblicher Menschen hinausgehen«, wie der Moderator der Fernsehsendung Superman in den 1950er Jahren zu sagen pflegte.

So zumindest sagen es uns seit Jahrtausenden die Yogis, Weisen und Mystiker aller Kulturen.

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, wie solche fantastischen Behauptungen im Licht des wissenschaftlichen Fortschritts der letzten fünfhundert Jahre zu interpretieren sind. In unserer modernen Zeit, und insbesondere in der westlichen Kultur, umfassen die Behauptungen über Erleuchtung oder Vereinigung mit einem universellen Selbst ein breites Glaubensspektrum, das von ehrfürchtiger Hingabe bis zu erbitterter Wut über irgendwelches New-Age-Geschwätz reicht. Es gibt substanzielle wissenschaftliche Literatur über die formative Rolle von Mystik, Wundern und dem Übernatürlichen in der Religion, aber den meisten Naturwissenschaftlern (und überraschenderweise auch den meisten vergleichenden Religionswissenschaftlern) wird beigebracht, übernormale Fähigkeiten als eine Peinlichkeit des Mittelalters und daher ernstlicher Aufmerksamkeit nicht weiter wert zu erachten.

Der Begriff »supernormal« wurde 1882 von dem britischen Altphilologen Frederic Myers geprägt, einem Gründer der (in London ansässigen) Society for Psychical Research. Myers bezeichnete mit diesem Wort natürliche, gesetzmäßige Ereignisse, die einen weiter fortgeschrittenen, künftigen Evolutionsstand des Menschen erahnen lassen. Heute mögen solche Phänomene, einschließlich außersinnlicher Fähigkeiten wie Hellsichtigkeit, als anomal oder unglaubhaft gelten. In der Zukunft jedoch wird das Supernormale nach Myers Auffassung dank einem bis dahin erlangten besseren Verständnis unserer selbst, unserer Möglichkeiten und der physischen Welt völlig normal sein.

Hat unser hoch differenziertes wissenschaftliches Realitätsverständnis Scheuklappen angelegt, sobald es um Berichte über das Supernormale geht? Und wenn diese Scheuklappen abgenommen werden, könnte es dann sein, dass tatsächlich etwas Interessantes vor sich geht? Beruhen alle Berichte über mystische oder mediale Erfahrungen, über das Eingehen in Realitäten, die das Gewohnte übersteigen, notwendigerweise auf einem Missverständnis?

Hinter dieser Frage steckt mehr als bloße Neugier. Wir wissen, dass Berichte über derartige Erfahrungen mit dem kometenhaften Aufstieg der Wissenschaft nicht verschwunden sind. Auch heute noch glauben viele Menschen an Wunder und übersinnliche Phänomene. Sie tun dies nicht aufgrund von Geschichten, die ihnen zu Ohren gekommen sind, oder aufgrund eines unerschütterlichen Festhaltens an religiösen Überzeugungen, sondern weil sie es selbst erlebt haben. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Harris* aus dem Jahr 2009 ergab, dass sage und schreibe sechsundsiebzig Prozent der Amerikaner an Wunder glauben. Bei einer Umfrage von CBS News** aus demselben Jahr stellte sich heraus, dass siebenundfünfzig Prozent der Amerikaner an eines oder mehrere übersinnliche Phänomene glauben. Zu dieser Mehrheit gehören auch hoch gebildete Akademiker und Naturwissenschaftler, darunter Experten auf dem Gebiet der Schwächen und Voreingenommenheiten der menschlichen Psyche.

Wir wissen heute, dass vorschnelle Erklärungen der Skeptiker, diese Überzeugungen seien ausschließlich auf Fehlzündungen im Gehirn oder verschiedene kognitive oder frühkindliche Defizite zurückzuführen, schlichtweg falsch sind. Das wissenschaftliche Beweismaterial zeigt zunehmend, dass einige als außersinnlich etikettierte Erfahrungen keine Illusionen oder Wahnvorstellungen sind – es sind echte Fälle, in denen, häufig spontan, »Superkräfte« des Bewusstseins zutage treten.

Bemerkenswert wenige Wissenschaftler haben diesen Beweisen Beachtung geschenkt. Und dies, obwohl die Betroffenen diese Erfahrungen als die tiefsten und umwälzendsten ihres Lebens einstufen. Man sollte doch glauben, dass allein dies ein wenig Aufmerksamkeit auf sich zöge.

Unabhängig von Fragen des persönlichen Interesses haben auch viele Weise und Genies, die unsere heutige Zivilisation maßgeblich prägten, über den Einfluss erhabener Zustände intuitiven Gewahrseins auf ihr Wirken geschrieben. Das bedeutet, dass unser Verständnis transzendenter Erfahrung über ein rein akademisches Interesse hinausreicht – es trifft ins Herz der ewigen Fragen, die jeden beschäftigen, der sich schon einmal gewundert hat: »Wer bin ich?«, »Warum bin ich hier« und »Was soll das alles?«

Wir werden uns dem gesellschaftlichen Druck, der ein fahrlässiges Verwerfen dieser Beweise fordert, ebenso wenig beugen wie wir ins unkritische, blauäugige Akzeptieren aller angeblichen Wunder verfallen werden. Unser Ansatz bedeutet vielmehr, dass wir einen der bekannteren transformativen Wege – nämlich Yoga – daraufhin untersuchen werden, ob die Leitpfosten auf dem Erleuchtungsweg dieser Tradition wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten. Sollte sich herausstellen, dass es vernünftige Gründe dafür gibt, irgendeine, und sei es nur eine, selbst eine klitzekleine, Behauptung über supernormale Fähigkeiten zu akzeptieren, dann haben die Mystiker vielleicht doch nicht nur Lügengeschichten spintisiert, und wir würden die uralte Weisheit in diesen Dingen mit Recht neu überdenken.

Dieses Thema ist nicht jedermanns Sache. Manche verspüren weder die Neigung noch haben sie die Geduld, sich ernsthaft mit Phänomenen auseinanderzusetzen, die nicht von vorneherein offensichtlich sind. Wie Woody Allen einst witzelte: »Ich staune über Menschen, die das Universum ›begreifen‹ wollen, wo es doch schon schwierig genug ist, sich in Chinatown zurechtzufinden.« Am anderen Ende des Spektrums stehen diejenigen, darunter auch etliche Yoga-Anhänger, welche die in den alten Schriften beschriebem legendären Superkräfte rein aus Glaubensgründen akzeptieren. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen sind ihnen zu mühsam und zu irrelevant.

Doch solange diese Fragen gestellt werden können, wird ein Teil der Bevölkerung immer Gründe dafür finden, über ein dogmatisches Pro oder Contra hinauszublicken. Und das ist gut so, denn die Geschichte lehrt uns, dass unser wissenschaftliches Weltbild – jene Ansammlung von Theorien darüber, wer wir sind, was wir zu leisten vermögen und was Wirklichkeit bedeutet – teilweise falsch ist. Dasselbe gilt für einen Teil unserer religiösen und spirituellen Überzeugungen. Wir wissen noch nicht, wo genau wir etwas falsch verstanden haben, doch wenn die Menschheit überhaupt eine Chance haben soll, ihre wilde Pubertät zu überstehen und sich weiterzuentwickeln, dann müssen wir unsere Missverständnisse korrigieren – und zwar bald. In diesem Buch werden wir erforschen, ob nicht die Möglichkeit besteht, dass die Legenden über die Yoga-Superkräfte Hinweise darauf enthalten, wie uns dies gelingen könnte oder zumindest inwiefern wir die Bandbreite des menschlichen Potenzials neu zu überdenken haben.

Wir stehen an der Schwelle zu neuen Lösungen auf die Frage nach den legendären Superkräften. Wir werden feststellen, dass man inzwischen mit Fug und Recht behaupten kann, dass bestimmte Kernelemente der Geschichten über die Yoga-Superkräfte wahr sind und infolgedessen die ontologische Realität der mystischen Wirklichkeit, die den meisten Religionen zugrunde liegt, in gewisser Hinsicht wissenschaftlich bestätigt wird. Das Universum und unsere Aufgabe darin scheinen allmählich interessanter als unsere Lehrbücher uns glauben lassen wollen, selbst in Anbetracht der erstaunlichen Entdeckungen, die die Wissenschaft bisher gemacht hat.

In früheren Büchern habe ich über Ähnlichkeiten zwischen uralten Geschichten von mystischen Kräften und einigen bekannten außersinnlichen Phänomenen gesprochen, darunter Telepathie und Präkognition. Dabei habe ich auch erwähnt, inwiefern diese Fähigkeiten, die sogenannten Siddhis, mit der intensiven Meditationspraxis im fortgeschrittenen Yoga zusammenhängen.¹, ² Auch aufgrund meines Interesses an diesem Thema wurde ich vom Indian Council for Philosophical Research als Gastprofessor des Jahres 2010 eingeladen*. Im Rahmen dieses staatlich unterstützten Programms bereiste ich ganz Indien und hielt eine Vortragsreihe – sowohl an klassischen Universitäten als auch an Hochschulen, die sich auf Studium und Praxis des Yoga und Ayurveda spezialisiert haben. In Indien genießen beide Universitätsarten gleichen akademischen Status, vorausgesetzt sie verfügen über eine staatliche Anerkennung.

Ich stellte fest, dass die Yoga-Siddhis – eine Untergruppe der außersinnlichen Phänomene, wie man im Westen sagen würde – so gut in die indische Kultur integriert sind, dass sich kaum jemand die Mühe macht, sie wissenschaftlich zu untersuchen. Außersinnliche Effekte gelten als absolut alltägliche supernormale Fähigkeiten, über die manche Yogis und Sadhus (heilige Männer) nun einmal verfügen. Sie werden als verfeinerte Aspekte von Geist und Bewusstsein verstanden, die seit Jahrtausenden von Praktikern und Gelehrten eingehend besprochen worden sind.³, ⁴ Warum sollte man etwas mit den neumodischen naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen, wenn es bereits allgemein als ganz normal akzeptiert ist?

Im Gegensatz dazu ist die bloße Existenz außersinnlicher Phänomene im Westen nach wie vor ein umstrittenes Thema, trotz anhaltenden Interesses und entgegen allgemeiner Überzeugung. Für diese chronischen Spannungen gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Auf religiöser Seite gilt, dass nach jüdisch-christlich-islamischer Überlieferung nur Gott (oder von ihm ernannte Personen) Wunder vollbringen dürfen. Tun dies normale Menschen, so gelten sie (bei Theisten), wenn sie Glück haben, als verdächtig, wenn sie kein Glück haben, als Ketzer. Auf wissenschaftlicher Seite herrscht dagegen die weit verbreitete (aber, wie wir sehen werden, unzutreffende) Auffassung, dass es diese Phänomene nicht geben kann, weil sie einem oder mehreren naturwissenschaftlichen Prinzipien widersprechen.

Die meisten Wissenschaftler haben nicht den Mut, diese These öffentlich infrage zu stellen; es ist viel zu gefährlich, gegen den Strom zu schwimmen. Doch das Stigma des anrüchigen Tabus sollte nicht ausreichen, jegliche Neugier auf Phänomene am Rande des Bekannten zu ersticken. So kommt es, dass der skeptische Westen paradoxerweise sehr viel mehr über wissenschaftliche Beweise für die Siddhis erfahren hat als der bejahende Osten.

Bevor wir beginnen, soll es hier drei Hinweise an die Leserinnen und Leser geben: Der erste gilt den diakritischen Zeichen. Einige verwendete Begriffe sind eine Form der alten indo-arischen Sprache Sanskrit. Für das Sanskrit gibt es eine klassische elegante Schrift, das sogenannte Devanagari. In der heutigen Zeit wird für das Sanskrit eine auf dem römischen Alphabet beruhende Transliteration verwendet, die auf die richtige Aussprache hinweist. Diese Methode benutzt dazu ein breites Spektrum diakritischer Zeichen; so wird – »Yoga-Sutra« danach zum Beispiel Yogasūtra geschrieben, aus »Sankhya-Philosophie« wird Sānkhya und »Samadhi« wird zu Samādhi. Diese Markierungen bezeichnen Nuancen in Klang und Betonung, aber ich habe festgestellt, dass sie auf westliche Leser oft störend wirken, deshalb verwende ich sie in diesem Buch nicht. Ich vertraue darauf, dass die Bedeutung der Worte dennoch deutlich wird.

Der zweite Hinweis bezieht sich darauf, dass ich mich als eine praktische historische Richtschnur zur Besprechung supernormaler Fähigkeiten zwar auf eine klassische Yoga-Schrift – das Yoga-Sutra des Patanjali – konzentriere, gelegentlich aber auch auf andere mystische und religiöse Überlieferungen verweise. Ich tue dies nicht etwa deshalb, weil Yoga und zum Beispiel Tibetischer Buddhismus gegeneinander austauschbar wären (wenngleich die Beschäftigung mit den Superkräften wesentlicher Bestandteil des frühen Buddhismus war⁵), sondern weil sich gelegentlich etwas mit einer Geschichte aus der einen statt aus der anderen Tradition passender veranschaulichen lässt. Dieses ungezwungene Hin- und Herspringen zwischen den Traditionen rechtfertige ich damit, dass es uns hier um Ähnlichkeiten im Allgemeinen geht und unser Hauptinteresse wissenschaftlichen Beweisen für supernormale Fähigkeiten gilt, statt den feinen Unterscheidungen, wie man sie von einer wissenschaftlichen Arbeit in vergleichender Religionswissenschaft erwarten würde.

Schließlich finden sich am Ende des Buches mehrere Seiten mit Anmerkungen, die verschiedene Sachfragen klären könnten.

Ich entschuldige mich also bei Puristen, die meine mangelnde Aufmerksamkeit für die Philologie des Sanskrit womöglich verärgert, sowie für meine Vereinfachung einer enorm reichen ethnohistorischen und religiösen Literatur.


TEIL EINS

VON LEGENDÄREN YOGA-SUPERKRÄFTEN …

In einer Welt vor dem Internet, vor Smartphones und Energydrinks gab es Legenden von Superkräften: Die Fähigkeit, verborgene Gegenstände oder ferne Ereignisse zu sehen, die Zukunft zu kennen, auf dem Wasser zu gehen, eine sofortige Heilung zu bewirken.

Solche Legenden kursieren auch heute noch. Sie sind ein Hauptmotiv der Science Fiction, und in der Unterhaltungsbranche tauchen sie an allen Ecken und Enden auf. Die Weltbevölkerung glaubt mehrheitlich an eine oder mehrere dieser Superkräfte. In den meisten Religionen werden sie als Grundwahrheiten dargestellt. Sie haben Etiketten erhalten wie Telepathie, Hellsichtigkeit, Präkognition und Psychokinese. Aber gibt es sie wirklich?

Manche Wissenschaftler antworten mit einem überzeugten Nein. Alle Legenden von außerordentlichen Fähigkeiten, übersinnlichen Phänomenen und anderen Wundern beruhten auf Wunschdenken, Märchen und Aberglaube.

Sie sagen, das, was wir glauben, was uns begeistert und was wir uns wünschen, spiegele lediglich wider, wie unsere Gehirnaktivität unsere persönliche Welt und unser Selbstempfinden berechnet habe. Wir können uns an diesen Fantasien erfreuen, aber das macht sie nicht real. Ebenso wenig gibt es jemanden oder etwas, der bzw. das hinter diesen Fragen stünde. Das heißt, was wir als »Ich« bezeichnen, ist lediglich eine mechanistische Illusion, die eines Tages auf einem hochentwickelten Computer simuliert werden wird. Supernormale Kräfte gibt es nicht.

Vielleicht ist das ja wahr.

Vielleicht aber auch nicht.

»Ist ja toll, aber viel Glück, wenn die Kollegen das begutachten.«

KAPITEL EINS

EINFÜHRUNG

Fang am Anfang an … und lies, bis du ans Ende kommst, dann halte an.

Lewis Carroll*

Wir fangen mit einer einfachen Frage an: War Buddha bloß ein netter Kerl?

Ist Buddhas Lehre so erfolgreich, weil er attraktiver oder charismatischer war als andere oder weil er ein großer Lehrer und ein unermüdlicher Fürsprecher der Armen war? Oder lag es auch daran – und jetzt kommt die Kernfrage, der wir in allen Einzelheiten nachgehen werden – dass er ein erleuchtetes Wesen mit tiefen Erkenntnissen über das Wesen der Wirklichkeit war und über supernormale Fähigkeiten verfügte?

Dieselbe Frage könnten wir zu Jesus, Moses, Mohammed, Milarepa oder einer ganzen Schar weiterer historischer Persönlichkeiten stellen, denen besondere Erleuchtung, Weisheit oder Gnade zugeschrieben werden. Haben diese Leute einfach blendend ausgesehen und sich darauf verstanden, ihr Publikum in Bann zu schlagen, oder hatten sie das Menschsein und unsere Möglichkeiten in einer Tiefe erkannt, die noch nicht in den Blick der Wissenschaft gelangt ist?

Falls es zu heikel ist, solche Fragen zu den Ikonen der Weltreligionen zu stellen, dann können wir uns auch mit einer eher zeitgenössischen Persönlichkeit befassen: Der Dalai Lama lädt regelmäßig zu Gesprächen zwischen Wissenschaftlern und buddhistischen Mönchen ein. Halten die westlichen Wissenschaftler, die um einen der begehrten Plätze bei diesen Veranstaltungen konkurrieren, den Dalai Lama insgeheim für einen zurückgebliebenen Hinterwäldler, den man nur so lange bei Laune halten muss, bis man sein Foto mit dem berühmten Nobelpreisträger sicher hat und es auf seiner Facebook-Seite posten kann?

Angesichts des hohen Lobs, das diesen Konferenzen in Büchern und Artikeln aus dem Munde äußerst nüchterner Wissenschaftsjournalisten gezollt wird, und einer wachsenden Liste von Mitwirkenden, die von den Universitäten Harvard, Stanford und Zürich sowie vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und vielen weiteren Institutionen kommen, will dem nicht so scheinen. Aber der Dalai Lama nimmt Reinkarnation und die legendären Yoga-Superkräfte (die Siddhis) ernst. Er hat behauptet, er habe bereits einige mitangesehen, zum Beispiel bei Orakeln, die künftige Entwicklungen zutreffend vorhersagten.⁶ Weiß er etwas, was die meisten westlichen Wissenschaftler geflissentlich ignorieren? Könnte es sein, dass es die Superkräfte doch gibt? Und wenn Ja, warum haben wir dann in wissenschaftlichen Zeitschriften noch nichts darüber gelesen?

Solche Fragen werden seit Jahrtausenden unter Gelehrten wie unter gewöhnlichen Menschen diskutiert. In der Moderne hat die Wissenschaft die bloße Möglichkeit der Existenz von Superkräften größtenteils verächtlich abgelehnt oder ignoriert, weil solche Fähigkeiten sich im Westen nicht so einfach ins wissenschaftliche Bild vom Leistungsvermögen des menschlichen Geistes fügen. Man weicht diesem Thema auch deshalb gerne aus, weil man mit der Antwort, egal wie sie ausfällt, garantiert immer jemanden gegen sich aufbringt. Sagt man: »Ja, Buddha war bloß ein netter Kerl«, dann werden Buddhisten einem alle möglichen Beinamen an den Kopf werfen. Sie werden dies freundlich und mitfühlend tun, aber doch so, dass man in Deckung gehen muss. Sagt man: »Nein, Buddha war mehr als das«, dann muss man Wurfgeschossen ausweichen, die einem mit derselben Verve sowohl von Wissenschaftlern als auch von Anhängern anderer Religionen entgegengeschleudert werden. Daher bleibt diese Frage schon rein aus Sicherheitsgründen zumeist offen.

Es wird aber auch immer Leute geben, die mit diesem schwammigen Ausweichmanöver nicht zufrieden sind. Zynikern wird äußerst unwohl, wenn man nach der Möglichkeit eines »mehr« fragt. Sie schimpfen lautstark über »Voodoo-Wissenschaft« und rotten sich zusammen, um zu verhindern, dass derlei ihrer Meinung nach unheilvolle Wogen der Irrationalität auf uns zurollen.⁷ Ihre leicht an Hysterie grenzenden Bedenken sind dennoch nicht ganz unberechtigt. Das Versprechen einer geheimen, über das Irdische hinausreichenden Macht war in der Geschichte immer wieder Auslöser für unzählige Betrügereien, Verschwörungen und Hexenjagden. Zivilisation liebt den Aberglauben und lässt die Vernunft auf eigene Gefahr außer Acht; man kann also mit Recht behaupten, dass schwer errungenes Wissen unermüdlich geschützt werden muss.

Aber das hat einen Haken: Gerade weil die Zivilisation über den Aberglauben hinauswachsen muss, sind wir verpflichtet, die Frage supernormaler Kräfte sorgfältig zu untersuchen. Die Lösung ist relevant für grundlegende wissenschaftliche Thesen über Art und Umfang des menschlichen Potenzials, für die Beziehungen zwischen Wissenschaft, Religion und Gesellschaft. Ohne Übertreibung lässt sich sogar sagen: Auch für die Wahrscheinlichkeit eines Fortbestands der Menschheit.

Für das ganze nervöse Getue, das einem so zu Ohren kommt, wie dringend der Aberglaube bekämpft werden müsse, und für das Händeringen angesichts einer sich anbahnenden Bedrohung der Rationalität gilt darüber hinaus: Ein solches Verhalten trieft erkennbar vor Emotionalität und bereitet selbst wiederum Grund zur Sorge. So schreibt der britische Psychiater Anthony Storr in Feet of Clay, A Study of Gurus: »Ob ein Glaube als Wahnvorstellung gilt oder nicht, hängt zum einen davon ab, mit welchem Nachdruck er vertreten wird, und zum anderen, wie viele Menschen ihm anhängen.« (S.199)⁸ Was die mögliche Existenz von Superkräften anbelangt, so verrennen sich viele entweder in scharfen Angriffen oder hektischer Verteidigung, was die Auseinandersetzung nicht eben vernünftiger macht.

Doch jetzt kann etwas Neues in die Debatte einfließen – empirische Beweise. Über viele Jahrzehnte gesammelte Labordaten lassen darauf schließen, dass manche Behauptungen der Yogis, Mystiker, Heiligen und Schamanen wahrscheinlich zutreffen. Das wiederum bedeutet, dass manche der heutigen wissenschaftlichen Thesen wahrscheinlich falsch sind.

Wenn Sie den Gedanken nicht ertragen können, dass das, was Sie in der Schule gelernt haben, nicht ganz richtig sein könnte (obwohl Lehrbücher regelmäßig überarbeitet werden), dann seien Sie beruhigt: Das bedeutet nicht, dass alle Lehrbücher eingestampft werden müssen. Das existierende wissenschaftliche Weltbild ist zu beträchtlichen Teilen recht stabil und wird für die Praxis auch noch lange ausreichend genau bleiben.

Aber es bedeutet, dass einige unserer Thesen revidiert werden müssen, darunter auch grundlegende Vorstellungen davon, wer wir sind und was die Welt zusammenhält. Das neu entstehende Weltbild lässt zum Beispiel vermuten, dass die Vorstellung vom Universum als einem geistlosen Uhrwerk-Mechanismus nicht mehr haltbar ist. Offensichtlich spielt sich etwas anderes ab, etwas, an dem Geist und Bewusstsein in entscheidender Weise beteiligt sind.

Nach der Sichtung einer substanziellen Anzahl wissenschaftlicher Belege für die Verbesserung der körperlichen Gesundheit durch Yoga schrieb der New York Times Redakteur William Broad in seinem Buch The Science of Yoga:

Die Wissenschaft des Yoga mag ja nachweislich zutreffen, ihre Entdeckungen mögen aufschlussreich sein und sie mögen zeigen, dass bekannte Erklärungen falsch oder irreführend sind – doch das Gebiet vermag schon seiner Natur nach kein vollständiges Bild der Wirklichkeit zu zeichnen. Viele Wahrheiten im Yoga gehen eindeutig über die Wahrheiten der Wissenschaft hinaus. Yoga sieht wohl weiter, und meines Wissens bewegen sich fortgeschrittene Praktizierende in Regionen des Bewusstseins und der Spiritualität, von denen die Wissenschaft nichts weiß. Vielleicht ist das aber alles auch nur illusorischer Unsinn. Ich weiß es nicht.⁹ (S.222)

Weiß die Wissenschaft wirklich nichts über die etwas exotischeren Behauptungen im Yoga? Bis zum Ende dieses Buches werden wir entdecken, dass Broad nicht tief genug gegraben hat. In Wirklichkeit wissen wir sehr wohl das eine oder andere.

Flucht in die Realität

Viele alte Lehren besagen, dass wir die Möglichkeit haben, durch unablässiges Bemühen oder durch Gnade außergewöhnliche Fähigkeiten zu erlangen. Techniken zur Erlangung dieser supernormalen Fähigkeiten, die in der Yoga-Tradition als Siddhis (aus dem Sanskrit, übersetzt als »Vollendung«², ⁵ bezeichnet werden,* sind unter anderem Meditation, ekstatischer Tanz, Trommeln, Beten, Chanten, sexuelle Praktiken,

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Was die anderen über Supernormal - Faszinierende Beweise für die unglaublichen Kräfte des Menschen denken

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