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Ganzheitliche Pflanzenheilkunde - Auf der Suche nach der ursprünglichen Lebenskraft

Ganzheitliche Pflanzenheilkunde - Auf der Suche nach der ursprünglichen Lebenskraft

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Ganzheitliche Pflanzenheilkunde - Auf der Suche nach der ursprünglichen Lebenskraft

Länge:
314 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
11. Apr. 2020
ISBN:
9783861911609
Format:
Buch

Beschreibung

Durch die neuesten Erkenntnisse der Naturwissenschaften, vor allem der Quantenphysik, zeigt sich immer deutlicher: Alles ist mit allem verbunden! Über die unterschiedlichsten „Felder“ wirken die in der Natur verborgenen Kräfte auf den Menschen ein. Um ihre heilenden Energien zu nutzen, muss die bisherige Pflanzenheilkunde einen erweiterten, ganzheitlichen Ansatz entwickeln.
Dr. Falk Fischer beschreitet mit seinem Grundlagenwerk völlig neue Wege. Er betrachtet die Pflanzen als „Lebe-Wesen“ und versucht, sie in ihrer holistischen Dimension zu erfassen - in ihrer All-Verbundenheit. Auf diesem neuen Pfad, den er mit der Überschrift „Die Chemie des Lebendigen“ charakterisiert, erschließt er eine Tiefe der Naturerkenntnis, die bisher so nicht wahrgenommen wurde.
Wer die Pflanzenheilkunde aus diesem Blickwinkel ganzheitlich betrachtet, wird auch neue Zugänge entdecken, um die Heilkraft der Pflanzen umfassender zu nutzen. So entfaltet dieses Buch zwei Ebenen auf beeindruckende Art und Weise: Die Pflanze als Ur-Baustein des Lebens und die darin enthaltene einzigartige Heilkraft.
Ein Erkenntnis- und Therapie-Buch, das in der Pflanzenheilkunde eine bisher unbekannte Welt eröffnet!

Herausgeber:
Freigegeben:
11. Apr. 2020
ISBN:
9783861911609
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Ganzheitliche Pflanzenheilkunde - Auf der Suche nach der ursprünglichen Lebenskraft - Falk Fischer

Pflanzenheilkunde

Falk Fischer


Ganzheitliche Pflanzenheilkunde

Auf der Suche nach der ursprünglichen Lebenskraft

1. Auflage 2020

© Crotona Verlag GmbH

Kammer 11 • D-83123 Amerang • www.crotona.de

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

Umschlaggestaltung: Annette Wagner

unter Verwendung von © Elena Rostunova 231472480 – shutterstock.com

ISBN 978-3-86191-160-9

Inhalt

Einführung – worum geht es?

Was ist Leben?

Lebewesen – eine Frage der Bindungsstärken

Beispiele für kollektive Lebewesen

Der Lebensbegriff

Intermezzo: Heilpflanzen für die Lebertätigkeit – Löwenzahn und Wegwarte

Der Teil und das Ganze

Komplexität und Kompliziertheit

Erkenntniswege und Heilung

Licht und Bewusstsein

Biophotonen

Intermezzo: Blutreiniger und Ordnungsmacher – Brennnessel und Bärlauch

Evolution als Klärungsprozess und Sinngeschehen

Die Bedeutung des Rhythmischen

Der Beginn des biologischen Lebens auf der Erde

Stabilisierung von Metastabilität

Eine kleine Theorie des Fühlens

Körper, Geist und Seele

Die bedeutungsschöpferische Kraft des Todes

Der Prozess der Artbildung

Der Evolution nachhelfen: Optimieren unter

der Perspektive der Ganzheitlichkeit

Der Gesundheitsbegriff

Intermezzo: Heilpflanzen der Wärmeorganisation – Holunder und Gundermann

Mensch und Pflanze

Die Kunst geeigneter Kategorisierungen

Erde, Wasser, Luft und Feuer

Planeten-Ordnungen

Das Ätherische und das Astralische

Pflanzenfamilien

Wirkstoffgruppen

Intermezzo: Heilpflanzen für die Haut – Ringelblume und Stiefmütterchen

Eine kleine Philosophie des Wirkens

Wirkprinzipien in biologischen Systemen

Wirkstoffe

Information

Lebenskraft

Qualia

Der Heilungsraum

Zubereitungsformen

Tees und Extrakte

Bachblüten

Homöopathie

Besondere Zubereitungsverfahren

Alchemistische Wandlungsprozesse

Intermezzo: Hustenheilpflanzen – Efeu und Spitzwegerich

Semantische Chemie

Wasserstoff

Sauerstoff

Kohlenstoff

Stickstoff

Kalium und Natrium

Magnesium und Calcium

Phosphor und Schwefel

Selbstähnlichkeit

Intermezzo: Universalheilpflanzen – Kamille und Schafgarbe

Schlusswort

Danksagung

Literaturverzeichnis

Für Anne

Einführung – worum geht es?

Das vorliegende Buch entspringt einem jahrzehntelangen eigenen Ringen um die Frage, was Leben eigentlich ist. Wie lässt sich Leben von Grund auf verstehen und was macht es so anders als alles, was man sich ausdenken und bauen kann. Wie kann man sich diesem Wunder annähern, von der Pike auf, von den Gesetzen der Quantenphysik aus, ohne dabei gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten und den Kern des Lebendigen dabei zu entzaubern und zu banalisieren. Das Leben ist ja gar nicht banal. Es strebt nach Sinnerfüllung, nach Ganzheit, nach einer grundlegenden Form von Verbindung. Unter einem bestimmten Blickwinkel lässt sich der gesamte Lebensweg als Heilungsweg begreifen, denn Heilung – wie auch das Heilige – leitet sich ja ab von holon = das Ganze. So gesehen geht um eine Form von Klärung zum Ganzen hin. Wie kann ich als Mensch wesentlich werden? Und was heißt das überhaupt? Spaß zu haben ist ja auch schön, nur fehlt beim Spaß so etwas wie innerer Klang oder seelische Klangfülle. Es gibt genügend, vor allem junge Menschen, die sich Todesgefahren aussetzen, die Bungee-jumpen, auf fahrende Züge aufspringen, gefährliche Klettertouren unternehmen, um jene Klangfülle in sich größer werden zu lassen, also intuitiv an das Wesentliche heranzukommen, dass ihr Leben etwas zählt und sie das fühlen können. Die Nähe zum Tod macht wesentlich.

Krankheit ist die kleine Schwester des Todes. Indem sie die eigene Integrität gefährdet und ans Existenzielle rührt – das kann sie in beliebigen Graden – birgt sie erstaunlicherweise das Potenzial zu seelischer Belebung und Sinnerfahrung. Sie erinnert in sehr eindringlicher Weise daran, das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren, denn Gesundheit ist gewissermaßen unsichtbar. Der 1. Weltkrieg ist ja sogar mit dem Argument der seelisch-sittlichen Erneuerung einer ganzen Nation mitbegründet worden.

Ich will damit Krankheit und Leid keinesfalls romantisieren. Trotzdem gilt, dass Krankheit heute relativ banal geworden ist und keinen rechten Spaß mehr macht. Hat sie noch nie, aber die meisten Menschen gehen aus Krankheit gewissermaßen leer aus, wo sie doch eine Stärkung zur Verbindung mit dem Leben hätten erfahren können. Das hat natürlich mit unserem modernen Krankheitsverständnis zu tun, welches in hohem Maße vom wissenschaftlichen Denken geprägt ist. Es gibt ein ziemlich genaues Krankheitsverständnis, jedoch kein Grund-legendes Heilungsverständnis. Wirklich heiler und vitaler werden die Menschen aktuell ja auch nicht. Sie leben länger, gewiss, wobei man freilich ein bisschen frech auch sagen könnte, dass ganz viele bereits mit vierzig schon sterben, jedoch mit achtzig erst begraben werden.

Schaut man sich den Stand der modernen Medizin an, dann stehen zwar viele Verheißungen im Raum, in Wirklichkeit zeichnet sich aber eher eine Krise ab. Multiresistenzen, Zivilisationskrankheiten, Allergien und anderes mehr nehmen tendenziell zu, und die bewährten ‚Waffen‘ werden teilweise stumpf, was ja allein schon ihrem überhäufigen Gebrauch geschuldet ist. Gleichzeitig stagniert die Entwicklung neuer Wirkstoffe. Sie werden nicht mehr stetig besser, sondern ändern nurmehr ihr Nebenwirkungsprofil. Das sieht nach Sackgasse aus.

Die Vision der naturwissenschaftlichen Medizin war es ja ursprünglich, irgendwann einmal eine Art externes, kollektives Immunsystem aufzubauen, um gegen fast alle Krankheiten früher oder später standardisiert vorgehen zu können. Dazu bedarf es einer guten Diagnostik, die ja inzwischen wirklich bis zur Meisterschaft entwickelt ist. Die braucht es auch, nicht unbedingt um besser heilen zu können – viele verschiedene Krankheiten werden exakt gleich behandelt, mit Antibiotika, Kortison oder Virostatika – sondern aus systematischen Gründen. Denn die Diagnose verwandelt den kranken Mensch in einen Menschen, der eine Krankheit hat. Sie macht aus ihm einen Krankheitsbesitzer; und das erlaubt nun, anstelle des kranken Menschen die Krankheit zu behandeln – ohne wirkliches Ansehen des individuell leidenden Menschen. Die Diagnose objektiviert, wodurch jetzt das wissenschaftliche Instrumentarium greifen kann. Das Kranksein zerfällt in benennbare Krankheit(en), es wird herunterprojiziert auf ein bestimmtes, der Objektivität verschriebenes Methodenverständnis, obwohl eigentlich genau umgekehrt die Methode dem kranken Menschen angepasst werden müsste. Letzteres ist nicht standardisierbar und, schlimmer noch, auch nicht kontrollierbar, sondern ein schöpferischer Prozess, was Heilung im Grunde auch sein muss.

Aktuell ist es so, dass die Menschen der wissenschaftsbasierten Medizin viel Autorität zuschreiben und jede Menge Respekt entgegenbringen, sich aber nicht besonders wohl mit ihr fühlen. Sie erscheint ihnen nicht lebensgemäß, zu technisch – und das gilt auch für die übliche Verordnungspraxis. Pillen einzuwerfen, ist so ähnlich, wie einen technischen Apparat zu reparieren.

Tatsächlich orientiert sich ja das führende Menschenbild schon seit vielen Jahrhunderten an der jeweils führenden Maschine. Es ist geradezu lustig, dies einmal kurz zu überfliegen.

Im 12. Jahrhundert war die Erfindung des Uhrwerks die revolutionärste Erfindung überhaupt und die komplizierteste Maschine, die sich damals denken ließ. Zahnräder und Pendel griffen auf raffinierteste Weise ineinander, wie es beim Menschen ganz ähnlich mit seinen ganzen Organen zu sein schien. Umgehend passte sich der Sprachgebrauch daran an, dass ein Mensch nicht mehr richtig tickte oder ausrastete und einem anderen auf den Zeiger ging. Und das Herz war die Unruhe.

Als dann die Dampfmaschine ihren Siegeszug antrat, erschienen die ganzen inneren Wärme- und Aktivitätsprozesse des Menschen in neuem Licht. Das Essen ließ sich als Brennstoff deuten, der Magen als Verbrennungskessel, das Herz, einst Sitz der Seele, als Pumpe. Deshalb fand man, dass Menschen manchmal Dampf ablassen oder unter Druck stünden und Arbeitskräfte teilweise einfach verheizt werden.

Mit Beginn der Elektrifizierung erwachte ein neues psychisches Verständnis des Menschen. Das sonst nur Erahnte konnte nun in anschauliche Bilder gefasst werden, dass beispielsweise zwei Menschen einen guten Draht zueinander hatten oder auf gleicher Wellenlänge kommunizierten. Zwischen den Verliebten funkte es jetzt und Gestresste standen unter Strom. In den Nervenbahnen sah man die eigentlichen Kabel.

Heute ist der Mensch eine Art Computer. Die Organe stellen die Hardware dar, das Hirn und das Erbgut die Software. Selbst die gesamte Hormon- und Säfteorganisation ist genau betrachtet nichts anderes als ein komplexer Informationsverarbeitungsprozess. Das eröffnet natürlich neue Zugriffsmöglichkeiten auf den Menschen. Frankensteins Nachfolger denken bereits über Kopftransplantationen nach oder in der leichteren Variante daran, sich Chips ins Hirn verpflanzen zu lassen.

So sehr die Eingriffsmöglichkeiten in den menschlichen Organismus gewachsen sind, am Lebensverständnis selbst hat sich seit dem 12. Jahrhundert nichts Wesentliches verändert. Naturwissenschaftlich gesehen, sind Lebewesen mehr oder weniger komplexe biochemische Apparate; das daraus abgeleitete Heilungsverständnis ist dementsprechend ein Reparaturverständnis. Aber der Kern des Lebens ist dabei in keiner Weise erfasst.

Also ist es Zeit, bevor überhaupt an Heilungskonzepte gedacht werden kann, einen tragfähigen Lebensbegriff zu entwickeln, der nicht auf biochemischem Geklapper gründet und trotzdem naturwissenschaftlich anschlussfähig ist. Das führt unweigerlich auf den Begriff des Ganzen, der bislang auch nur als wabernde Vorstellung in den Köpfen herumgeistert. Fragt man konkret nach, was Menschen, auch Ärzte oder Therapeuten, die sich eine ganzheitliche Methodik auf die Fahnen, sprich auf ihr Praxisschild geschrieben haben, kommt in aller Regel nur Ungefähres heraus. Solange das aber nicht geklärt ist, kann auch ganzheitliche Naturheilkunde nur einen Bruchteil jener Kraft entfalten, über die sie potenziell verfügt.

Es fehlt eine lebensgemäße, wärmere Sprache, die das Wesentliche fraglos mit einpreist und trotzdem nicht vom Boden des naturwissenschaftlichen Weltverständnisses abhebt. Unser Lebensverständnis und unsere Handlungsorientierung darin hängt immer davon ab, dass wir die dafür hinreichend geklärten Begriffe und Metaphern verfügbar haben. Ansonsten ist die Gefahr, sich im Spekulativen und Ideologischen zu verlieren, einfach groß.

Der Weg lebensgemäßen und schöpferischen Heilens verlangt selbstredend nach Heilmitteln, die selber dem Lebensprozess entstammen. Das sind in erster Linie Heilpflanzen, freilich auch Minerale, eben das, was sich in der Natur finden lässt. Es geht mir in diesem Buch nicht um Anleitungen und Methoden, wie ganzheitliches, schöpferisches Heilen zu praktizieren ist, denn das lässt sich nun einmal nicht schematisieren. Sehr wohl aber lässt sich das Grundverständnis dafür ebnen und ein Weg aufzeigen, wie vor allem bei den ältesten Heilmitteln der Menschheit, den Pflanzen, Heilung als Klärungs- bzw. Erkenntnisweg begriffen und beschritten werden kann und sich die Möglichkeit zu einer tieferen Verbindung mit dem Leben selbst und einem größeren Sinnverständnis eröffnet.

Ein paar Worte möchte ich noch über mich selber sagen. Der Umstand, dass ich dieses Buch schreiben konnte, hat mit einer Reihe von Zufällen zu tun. Studiert habe ich Physik und nach der Promotion lange als Feature-Autor beispielsweise Wissenschaftsjournalist für das Radio gearbeitet. Als freier Autor hatte ich immer die Möglichkeit, allen Themen nachzugehen, die mich jeweils interessierten. Das waren immer zeitlose Themen, deren Auftakt eine Serie über die ‚Geschichte des Lichtes‘ bildete – ausgerechnet. Das Thema Licht hat mich seither nie mehr ganz losgelassen. In den Neunzigerjahren beschäftigte ich mich viel mit Bewusstseinsforschung, im Grunde getrieben von der Vorstellung, dass die Hirnforscher irgendwann einmal so etwas wie den Schaltplan der Seele nachzeichnen könnten. Das hatte auch etwas für mich persönlich Ernüchtendes in sich, denn wo bliebe dann das Kreative und Wesentliche, das Sinnhafte? So wurde auch Kreativität ein Thema, dem ich nachging, und lebendige Pädagogik. Wie schafft man es, aufgeweckt durchs Leben zu gehen und nicht eingeweckt zu werden. Was macht das Schöpferische aus? Das führte zu einem Nachdenken über das Verhältnis von Wissenschaft und Weisheit, zu erkenntnistheoretischen Fragen und damit auch zu grenzwissenschaftlichen Themen wie Homöopathie und geistigem Heilen. Als mir im Zuge dessen Uri Geller einmal in einer Pressekonferenz einen Löffel – meinen Löffel – verbog und dieser sich auch noch gegen die Schwerkraft nach oben bog, war das für mich erst einmal ein erkenntnistheoretisches Desaster – nicht ins eigene Weltbild integrierbar. Wie damit umgehen? Hinnehmen und weitermachen, als hätte es das nicht gegeben? Vielleicht war es ein Trick, vielleicht auch wirklich ein geistiges Phänomen. Und dann kam die Frage, wie sich geistige Phänomene überhaupt als solche erkennen ließen, falls sie real existierten, aber nicht streng und unter festgezurrten kontrollierten Bedingungen wiederholbar sind. Was ist dann Geist? Was ist Materie? Wie wirkt das eine ins andere? Was ist Wirklichkeit? Was ist Seele? Was ist das Sein?

Bald danach lernte ich meine Frau kennen – eine Heilpraktikerin, die sich von der praktischen Seite her sehr ähnlichen Themen verschrieben hatte – dem lebens- und wesensgemäßen Heilen mit Pflanzen. Sie arbeitete neben ihrer Praxis in einer Heilpflanzenfirma, die sich darauf spezialisiert hatte, Heilpflanzen zu ganzheitlichen Arzneien weiterzuverarbeiten. Irgendwann ergab es sich, dass ich für diese Firma als Wissenschaftsautor arbeiten und mich so viele Jahre sehr intensiv mit Heilpflanzen und ganzheitlichem Heilen auseinandersetzen konnte. Immer ging es mir dabei darum, lebendiges oder schöpferisches Heilen mehr zu durchdringen; und irgendwann schloss sich dabei sogar der Kreis zur Quantenphysik.

Dieser große Bogen hat mein Lebensverständnis und den Blick auf die Schöpfung fundamental verändert. Ich glaube sogar, dass dieses Verständnis grundlegend dafür ist, das wissenschaftliche Weltbild mit Spiritualität zusammendenken zu können und in Einklang zu bringen. Ich halte so ein Verständnis für notwendiger denn je, weil die Welt aktuell so achtlos vernutzt wird und die Lebenskraft des ganzen Planeten rapide abnimmt. Dies schlägt natürlich durch auf den Menschen, der sich schlecht ernährt, der dumpfer wird und damit selbstverstärkend noch einmal achtloser umgeht mit dem Leben, mit der Mitwelt, wodurch sich das eigene Leben tendenziell banalisiert. Daraus resultiert ein allgemeiner Vitalitätsverlust, eine Neigung zur schnelleren Erschöpfung und im ungünstigen Fall zu Krankheit beziehungsweise erhöhter Erkrankungsbereitschaft. Man kann zwar vieles auffangen, Fitness betreiben und anderes mehr, doch letztlich bleibt das Geklimper und erzeugt nicht den tiefen, wohltuenden Klang in der Seele, nicht das Erleben von Fülle, wonach alles Leben letztendlich strebt.

Also geht es in einem viel umfassenderen Sinn um Heilung, eine authentische, unverstellte Ehrfurcht vor dem Leben, den Rückbezug zu natürlicher Achtsamkeit, ein tieferes Gewahrsein und reicheres Erleben von Fülle. Darin können uns die Pflanzen die besten Lehrer sein, die ja in der Fülle schwelgen. Der Weg über die Pflanze ist möglicherweise der Heilungsweg schlechthin, weil wir ja in den Bezug zur Flora hineingeboren sind und davon leben. Die besten Lehrer sind dabei die Heilpflanzen. Sie begegnen uns – wenn wir ihnen begegnen wollen – vor allem in den existenziellen Momenten unseres Lebens, in Krisenzeiten. Zumindest treten sie da an uns heran und bieten sich an, uns auch über die Krisenzeiten hinaus zu begleiten. Wir müssen uns nur begleiten lassen und das Tor finden, um in diesen Bezug eintreten zu können.

Dieses Buch will dafür ein Torfinder oder Türöffner sein.

Das Leben tiefer begreifen zu wollen, verlangt einige Abstraktionen ab, die ungewohnt sind. Das Buch führt durch die philosophischen Urgründe der Quantenphysik. Es lässt sich gar nicht vermeiden, denn das philosophische Nachdenken über das Verhältnis von Teil und Ganzem gelangt völlig von selbst in die Begriffswelt der Quantentheorie, ohne es recht zu merken. Weil diese Theorie schon existiert und in die kristalline Sprache der Mathematik gebannt ist, fällt es viel leichter, Ganzheit und das Wesen von Materie zu verstehen und in Umrissen wenigstens erkennen zu können, wo die Ursprünge des Fühlens und eben des Lebendigen zu verorten sind und wie sich der Begriff des Bewusstseins fassen lässt.

Damit das Theoretische nicht überdosiert daher kommt, sind zwischendrin immer wieder Heilpflanzenporträts eingestreut als Unterbrechung, als Rückbesinnung auf das Anschauliche, Sinnliche, Reale. Es sind Erkundungen des Pflanzenausdrucks, wie sie in der Anthroposophie vor allem von Wilhelm Pelikan entwickelt und in jüngerer Zeit durch das Ehepaar Hildegard und Roger Kalbermatten zu Wesensbeschreibungen weiterentwickelt wurden. Mir persönlich erscheint dieser Zugang zu Heilpflanzen nicht nur als der natürlichste, sinnlichste und warmherzigste, sondern auch als der einzig gangbare, wenn man wirklich ganzheitlich mit Pflanzen arbeiten will. An sich dürften die Porträts alle erst im letzten Drittel des Buches stehen, weil es mir gerade darum geht, den Wesensbegriff zuerst naturwissenschaftlich anschluss- und hoffähig zu machen oder, genauer formuliert, naturwissenschaftliches Denken anschlussfähig zu machen an das Lebendige. Wenn man Physikern, klassischen Heilpflanzen-Pharmafirmen oder Ärzten mit dem Wesen-Begriff kommt, sträuben sich dort die Nackenhaare. Die meisten finden das zu blumig im wahrsten Sinne des Wortes und letztlich zu unseriös und spekulativ, um daraus Heilwirkungen ableiten zu können. Naturwissenschaftliche Herangehensweisen erscheinen den meisten glaubhafter und verlässlicher, und sie entfalten einen Denksog, aus dem viele nicht mehr herausfinden, weil ihnen eine erkenntnistheoretische Durchdringung fehlt. Letztlich geht es, wie es schon einmal Václav Havel ausdrückte, um eine Rehabilitation der Seele.

Mit diesem Buch will ich eine Brücke schlagen. Es soll einen anderen Blick auf das Leben und das Lebendige eröffnen, soll inspirieren, Lust machen, sich in philosophische Tiefen zu bewegen und sich den Pflanzen zuzuwenden, um sie als mögliche Lebensbegleiter wahrzunehmen, insbesondere in Krankheits- oder Krisenzeiten. Vor allem soll es zu einem anderen Umgang mit der Welt einladen: Aus Achtung vor dem Leben.

Was ist Leben?

Augustinus sinnierte einmal über die Zeit: „Wenn mich niemand darüber fragt [was Zeit ist], so weiß ich es; wenn ich es aber jemandem auf seine Frage erklären möchte, so weiß ich es nicht." Mit dem Leben verhält es sich ebenso. Jeder meint zu wissen, was es ist, je genauer man aber hinschaut, um so geheimnisvoller und unklarer wird es. Das zeigt sich insbesondere daran, dass es bislang keinen ursprünglichen Lebensbegriff gibt, also einen Lebensbegriff, der sich aus ersten, fundamentalen Prinzipien herleiten lässt und keine Anleihen nehmen muss aus irgendeinem Vorwissen.

Tatsächlich geschieht es aber genau umgekehrt. Anstelle der Frage, was Leben ist, wird immer nur die Ausweichfrage beantwortet, was der gemeinsame Nenner aller Lebewesen ist, die wir als solche anerkennen. Im ‚Anerkennen‘ wird bereits die ganze Beliebigkeit deutlich, die in einen solchen Definitionsversuch einfließt. Unterschiedliche Kulturen definieren deshalb Leben zum Teil sehr anders. Manche indigene Völker betrachten die Landschaft, in der sie leben, oder den Wald als eigenständiges Lebewesen – was für eine wunderbare Vorstellung. Sie hat ihren eigenen Geist, ihre eigene Ausstrahlung und Selbstregulation und erscheint den Sinnen, wenn man ganz darin eingelassen ist, als beseelt. Der englische Biophysiker und Mediziner James Lovelock begreift die ganze Erde als Lebewesen und hat dafür viele sehr gute Argumente geliefert (Gaia-Hypothese).

Umgekehrt fällt es manchen Pflanzenforschern, die tagein tagaus ihren Untersuchungsobjekten rein wissenschaftsorientiert begegnen, schwer, Pflanzen wirklich noch als Lebewesen zu sehen. So sagte mir ein führender Heilpflanzenforscher einmal wörtlich, dass Pflanzen natürlich keine Maschinen seinen, sondern biochemische Apparate, die auf äußere Reize in zwar sehr vielfältiger, aber dennoch programmierter Weise reagieren müssen. Offenbar spielt die Art der Fragestellung oder Begegnung eine wichtige Rolle, inwieweit uns etwas als Lebewesen erscheint oder nicht.

Bei Viren, die hauptsächlich aus eingekapselter DNS bestehen, gingen die Meinungen schon immer auseinander. Auf der einen Seite können sie sich ähnlich rasch und gut vermehren wie Bakterien und treten auch nur in Lebenszusammenhängen auf, aber einen eigenen Stoffwechsel betreiben sie nicht. Ähnlich heikel verhält es sich mit Bienenstöcken oder Ameisenkolonien, die ja zum Beispiel kollektiv ihre Temperatur regulieren können und wie ein großer Organismus funktionieren, aufgrund der Spezialisierung der Tierchen sogar mit verschiedenen Organen. Manche Menschen halten sogar den gesamten Kosmos für ein Lebewesen, dem sie eine Intelligenz und ein kosmisches Bewusstsein zusprechen. Selbst dafür gibt es durchaus Argumente.

Es ist schon erstaunlich, wie tief in die verschiedensten Lebensprozesse inzwischen technisch eingegriffen wird, ohne Basis und Klarheit darüber, womit man es tatsächlich zu tun hat. Wo wissenschaftliche Neugier der Schau des Schönen dient, ist sie einfach wunderbar, und das ist auch der ursprüngliche Antrieb aller Wissenschaft – erkennen zu wollen. Die Schönheit der Schöpfung soll nicht ungesehen bleiben, will in gewissem Sinne vielleicht sogar erkannt sein. Nur erwachsen aus dieser Neugierde zu viele Zauberlehrlinge, die dann in seltsamer Naivität einfach achtlos und letztlich ahnungslos mit etwas im Grunde Heiligem umgehen, nicht wissend, was sie da tun.

Bislang findet sich in den gängigen Lexika unter dem Begriff ‚Leben‘ nur, wie es unter wissenschaftlichen Ansprüchen sein muss, eine Liste von vermuteten Eigenschaften, die nach Gutdünken erweiterbar ist. Wikipedia zählt auf, dass Lebewesen Stoffsysteme seien, die

•einen Energie- und Stoffwechsel haben,

•mit der Umwelt interagieren und reizbar sind,

•sich selbst organisieren und regulieren,

•sich fortpflanzen und reproduzieren können,

•wachsen und entwicklungsfähig sind und physikalische oder

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