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Der Mythos als Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie: Eine sozialphilosophische Studie

Der Mythos als Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie: Eine sozialphilosophische Studie

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Der Mythos als Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie: Eine sozialphilosophische Studie

Länge:
193 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 20, 2020
ISBN:
9783750485877
Format:
Buch

Beschreibung

Die Mythen, die Religionen und die Kunst wirken als Anti-Rationale Antworten gegen den ökonomischen Wahnsinn nunmehr wie hilflose Relikte. Dennoch bieten sie nicht wenigen Menschen eine innere Heimat, die wir "Kultur" zu nennen übereingekommen sind, und die als solche von Beginn an in Gestalt des Mythos eine leise Antwort auf jede Art von Barbarei war.

Angesichts des weltweiten eskalierenden Unheils und der Rückkehr nationalistischen und rechtsradikalen Gedankenguts lässt sich sagen, dass die "Kritische Theorie" trotz ihrer wissenschaftlich unsauberen Struktur wieder mehr Bedeutung erlangt. Der nicht siegreiche, sondern im Wettstreit der Systeme übrig gebliebene Kapitalismus bedroht aktuell als antiökologischer und rassistischer Mahlstrom den gesamten Globus. Die "Kritische Theorie" hat schon vor fast 70 Jahren davor gewarnt, als der Begriff Ökologie kaum Verwendung fand.
Herausgeber:
Freigegeben:
Apr 20, 2020
ISBN:
9783750485877
Format:
Buch

Über den Autor

Dr. Gunter Woelky lebt als Managementberater und Business-Coach in Hamburg und ist Vater einer Tochter. Von 2005 bis 2015 war er Lehrbeauftragter Professor für Medientheorie und Medien- psychologie am dualen Studiengang Kunstpädagogik/Techniklehre der HfbK-bzw. Universität Hamburg.


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Buchvorschau

Der Mythos als Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie - Gunter Woelky

„Die Vernunft ist ihre eigene Krankheit." (Adorno)

„Solange die Weltgeschichte ihren logischen

Gang geht, erfüllt sie ihre menschliche

Bestimmung nicht." (Horkheimer)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort: Zum Begriff der Kultur

Einführung

Historie des Mythos

Benjamin: Sprengung und Rettung des Mythos

Mythos, Sprachphilosophie und Empirismus

Kontexte und Kontraste: Zur Gegenwartsdebatte

Mythos und Sprachmagie

Walter Benjamin über den Mythos in Goethes Wahlverwandtschaftenden

Mythos, Gewalt und Wahrheit

Rettung des Mythos und Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie

Ausgangsposition Max Horkheimer / Theodor W. Adorno

Kritische Theorie und 'Dialektik der Aufklärung'

Von der 'Dialektik der Aufklärung' zum Spätwerk Horkheimers

'Negative Dialektik' und 'Ästhetische Theorie': Der Mythos im Spätwerk Adornos

Der Mythos als Medium menschlicher Selbstvergewisserung und als Spur des Ästhetischen

Der Mythos als psychoanalytisch interpretierte Ontologie

Zur psychoanalytischen Rekonstruktion einer matriarchalischen Lebensform: Fromms Kritik an Freud

Ödipus als Verteidiger des Matriarchats

Der antiautoritäre Aspekt des Mythos

Relevanz des Mythos

Nachwort

Literaturverzeichnis

Vorwort: Zum Begriff der Kultur

In der kulturwissenschaftlichen Annäherung an den Mythos liegt eine Besonderheit, die immer wieder zwei begleitende Probleme berühren muss: Unklar ist, wie weit der Begriff „Kultur" zu bestimmen ist. Unterschiedliche Bemühungen, Kultur durch Synonyme wie Lebensweise, Gesellschaft, Lebensform etc. zu ersetzen, haben sich nicht als hilfreich erwiesen, zumal der perspektivische Zugriff auf den Kulturbegriff ausschlaggebend für dessen Bestimmung ist: Die ästhetische Interpretation von Kultur dürfte zwangsläufig eine andere sein als die anthropologische, philosophische etc.

Dennoch ist die Frage, was letztlich der Mensch sei, an das Vorverständnis von Kultur gebunden. Eine Definition des Kulturbegriffs wäre nicht nur vor dem Hintergrund seiner epistemologischen Dimension von Bedeutung – und damit von wissenschaftlichem Interesse, sondern sie stellte sich praktisch der Bemühung um Antwort auf die Frage, was den Menschen zum Menschen macht, zugespitzt: was das Menschliche am Menschen ist.

Mit diesem Anspruch erfährt der Kulturbegriff eine Aufwertung, die nicht unwidersprochen bleibt. Tatsächlich wäre die Behauptung, Kultur sei identisch mit Ethik oder praktischer Vernunft, schlicht falsch. Manche Ansätze, die den Begriff Kulturwissenschaft substituierend für Geisteswissenschaft setzen, nehmen damit eine Begriffsbestimmung vor, die für die semantische Bestimmung von „Kultur" wenig hilfreich ist. Etymologische Bemühungen sind ebenfalls problematisch.¹ Notwendig wäre folglich eine begriffsanalytische, argumentative Abgrenzung des Kulturbegriffs gegenüber seinen Synonymen oder Spielarten. „Die eigentliche ontologische Schwierigkeit hat die Gestalt eines epistemologischen Problems und besteht darin, dass in kulturwissenschaftlichen Untersuchungen die Grenzziehung zwischen Sachverhalten und Deutungen dieser Sachverhalte überaus problematisch ist. Um kulturelle Phänomene identifizieren zu können, muss man von gesellschaftlichen Bedeutungen sprechen, also von spezifischen Bedeutungssystemen, die ihrerseits schon interpretationsgeleitet wie interpretationsleitend sind [...]. Denn kulturelle Prozesse sind nicht gegebene Naturverhältnisse, sondern gemachte, nichtnaturbestimmte Vorgänge, die gesellschaftlich über die Zeit hinweg produziert werden."²

Mit anderen Worten: Wer über Kultur spricht und sich um begriffliche Fokussierung bemüht, befindet sich bereits im kulturellen System der Sprache und unterliegt der Gesetzmäßigkeit einer Unschärferelation, da die Sprache selbst eine spezifische Form der Kultur ist. Der Kulturbegriff kann oder muss dennoch als Basis und Grundlage jedes gesellschaftlichen Systems verstanden werden, in dem sich Sozialverhältnisse konstituieren und auch beschreiben lassen (und worin sich – in einem ersten semantischen Zugriff – die Künste im denkbar weitesten Sinne als Teilbereich der Kultur wiederfinden).

„Kultur äußert sich vorrangig in Bedeutungssystemen und Bedeutungsgeschichten, in mannigfaltigen Prozessen und institutionellen Einrichtungenüber die Zeit hinweg. In dieser Hinsicht leben wir immer schon in einer Kultur, ohne dass wir aber in der Regel dazu genötigt wären, uns Rechenschaft darüber abzulegen, wie und warum wir an dieser Kultur teilhaben."³ Auf diese Weise bezeichnet der Kulturbegriff gesellschaftliche Bedeutungszusammenhänge. Wie aber lässt sich Kultur ausdifferenzieren gegenüber anderen gesellschaftlichen Grundbegriffen, welche normativen Komponenten sind dem Kulturbegriff unverzichtbar? Wenn Kulturwissenschaft andererseits nicht deskriptiv-explanativ bestimmt werden kann, fallt der Begriff zusammen mit Gesellschaftstheorie. Das aber hieße, auf die Darstellung der nicht unmittelbar erfassbaren Ursachenketten und Ereignisse im Gesamtsystem zu verzichten. Das zweite Problem: Speziell in Zusammenhang mit der Fragestellung dieser Arbeit, die den Mythos als Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie untersuchen will, sind ähnliche wie die beim Kulturbegriff auftauchenden Schwierigkeiten zu berücksichtigen. Als Bestandteil der Kultur ist die Besonderheit des Mythos darin zu sehen – anders als wäre zum Beispiel von Literatur die Rede, dass er als Begriff sich der konkreten Definition entzieht. Eine Annäherung an den Mythos wäre - methodisch und methodologisch adäquat zudem, was gelegentlich als Kulturwissenschaft verstanden wird – entweder von verschiedenen Seiten möglich: soziologisch, psychologisch, historisch, theologisch, kommunikationstheoretisch etc. – oder aber interdisziplinär.

Brisson hat den Kulturbegriff denkbar kurz auf den Punkt gebracht: „Was ist Kultur anderes als ein spezifisches System kommunikativer Handlungen?"⁴ Diese knappe Formulierung, von Brisson mit einer anderen Absicht gewählt als die der Klärung zur Vorgehens weise einer Annäherung an den Mythos, führt zum Hinweis, warum bei der vorliegenden Arbeit methodisch ein interdisziplinärer Ansatz naheläge – ihm aber nicht explizit gefolgt wird. Die kulturwissenschaftliche Annäherung an den Mythos geht aus von einer Aktualität des Themenfeldes um den Mythos, die in den Jahren seit der „Wiederentdeckung" (ca. 1969) von Max Horkheimers und Theodor W. Adornos ‘Dialektik der Aufklärung’ philosophisch-soziologisch begründet wird. Dabei sind zwei Aspekte relevant. Erstens: Die kulturwissenschaftliche, also interdisziplinäre Vorgehensweise ist dann nicht neu, wenn man berücksichtigt, dass Interdisziplinarität intrinsischer Teil der ‘Kritischen Theorie der Gesellschaft ist. In diesem Sinne war die Kritische Theorie immer schon auch Kulturwissenschaft. Zweitens: Den Mythos als Handlungsmedium (im Sinne von Talcot Parsons, wie durch Brisson nahegelegt) zu identifizieren, wäre möglich, führt aber davon weg, die Positionen von Walter Benjamin, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Erich Fromm herausarbeiten zu können. Es wird stattdessen zu zeigen sein, welche Positionen die genannten Vertreter der Kritischen Theorie gegenüber dem Mythos einnehmen.


¹ Cultura animi war noch im 17. Jahrhundert die Erziehung zum geselligen Leben, zur Kenntnis der freien Künste und zum ehrbaren Leben, zuvor als colere dem Pflegen und Bebauen der Landschaft und Viehzucht zugeordnet.

² Dieter Sturma: Der Begriff der Kultur. Semantische Überlegungen in praktischer Absicht. In: Lüneburger Beiträge zur Kulturwissenschaft. Lüneburg 1991, S. 26f

³ ebd.: S. 28

⁴ Luc Brisson: Einführung in die Philosophie des Mythos. Antike, Mittelalter und Renaissance Bd 1. Darmstadt 1996, S.5.

Einführung

Wenig scheint den Menschen mehr anzuregen als das, was der Verstand nicht zu begreifen vermag. Das Unbekannte, nicht Erklärbare fuhrt entweder zur Wachheit des Denkens oder – als sich schließlich Widersetzendes – zur Resignation. Beim Letzten bleibt es nicht. Im Unverständlichen schlummert die Faszination des sich Entzogenhabenden. Dieses anthropologische Prinzip ist immer schon Nährboden jeglicher Kultur gewesen, schließlich der von Philosophie und Wissenschaft. Verstehen und Erklären stößt schnell an Grenzen, die jedoch mit jeder Beseitigung einer Fehlannahme weiter hinausgetrieben wird. Die Faszination des Menschen gegenüber dem Unbekannten, jedoch auch die Furcht gegenüber dem Fremden ist geblieben. Wo aber dem Unbekannten kein Raum mehr gegeben wird, ihm nachzuspüren, weil auf der anscheinend „vollends aufgeklärten Erde auch dem Rätselhaftesten Rationalität aufgezwungen werden soll, verweisen Sprachgebrauch und rekonstruktive Versuche darauf, dem tatsächlich Erklärbaren ein neues Rätsel zu implementieren. Man spricht im Alltag vom „Mythos selbst dann, wenn keiner vorliegt. Der Begriff des Mythos wird heute kaum noch, außer in theoretischen oder wissenschaftlichen Abhandlungen, im Ursprungssinn gebraucht. Fast alles kann bei Bedarf zum Mythos deklariert werden, sinnfällig oder nicht. Von Humphrey Bogart über die Rolling Stones zu Porsche und Internet entgeht kaum ein kulturelles oder technisches Ereignis mehr dem Versuch, es zu mystifizieren. Der Mythos, der keiner (mehr) ist, dient der Vermarktung, nicht der Erkenntnis. Homer wird selten gelesen, dafür aber Dax, Dow Jones und Nikkei-Index. Dass auf Börsenergebnisse reagiert wird wie im mythischen Wahn, zeigt dann auch jene Angst (oder Hoffnung), die nach bestimmten Theorien den Mythos in die Welt getragen haben soll (siehe Vico, Freud, Blumenberg u. a.): Angst vor der Unbeherrschbarkeit des an sich Undurchschaubaren, die früher der Natur galt. Barthes zog postmodern den Begriff des Mythos aus dem geschichtlichen Vorverständnis, das dem Begriff anhaftete, ins Profane und veränderte diesen – intentional und kenntnisreich – zu einem semiologischen Systemterminus: „Ich verstand das Wort (Mythos) zunächst in einem traditionellen Sinn. Doch war ich bereits von einer Tatsache überzeugt [...]: der Mythos ist eine Sprache [...]. Erst nachdem ich eine gewisse Anzahl von aktuellen Fakten durchforscht hatte, bemühte ich mich, den zeitgenössischen Mythos auch methodisch zu definieren."⁵ Aber kein Sachverhalt ist je durch Deklaration zum Mythos geworden, wohl jedoch der Begriff des Mythos selbst. Er wird verwendet wie das, was dem Mythos angedichtet wird: er sei etwas Numinoses, Irrationales, Unklares, aber auch Erhabenes und sich doch Entziehendes. Was den Begriff des Mythos bestimmen würde, entzieht sich jenem Rationalisierungsgeist, gegen den jener von Beginn an selbst stand – und dem er doch diente.

Unterschiedliche Mythostheorien verfolgen recht unterschiedliche Richtungen. Über weite Strecken – von Platon bis beispielsweise zu Adorno und Horkheimer – wird der Mythos sowohl einer scharfen Kritik unterzogen; aber auch Versuche zu seiner Verteidigung, zu seiner „Rettung sind zahlreich. Eine differenzierte Position bezieht zum Beispiel Jamme: „Der Mythos als negative Kontrastfolie wird zu einem Testfall für das moderne Bewusstsein, sich selbst nämlich als historisch-kulturelles Phänomen zu verstehen – wie eben der Mythos, den Jamme als eine Form Symbol scher Bearbeitung begreift, die Traditionsbildung ermöglicht und den Prozess der Sozialisation begleitet.⁶ Jamme geht es um „»die Radikalisierung eines Selbstverständigungsproblems abendländischer Rationalität.«⁷ Diese Position ähnelt der von Adorno und Horkheimer – wie zu sehen sein wird. Bei jenen bietet es sich aber an, den Begriff „Selbstverständigung zu „Verselbständigung zu wandeln, denn es ist gerade die Verselbständigung der Rationalität, die, (nach Auffassung der hier behandelten Autoren der Kritischen Theorie) vom Mythos ausgehend, zur Fremdheit des Menschen in der Welt geführt hat. Jamme kommt im Zusammenhang mit dem Mythos zu folgender Vernunftkritik: „Seit der Aufklärung werden Religion und Wissenschaft als konkurrierende Mächte angesehen; in Wahrheit jedoch [...] spielen Philosophie und Naturwissenschaft in der säkularisierten neuzeitlichen Gesellschaft eher die Rolle von Testamentsvollstreckern als von Liquidatoren von Religion. Damit entsteht die Frage, wie ein Glaube aussehen soll, der der Aufklärung gewachsen ist, und welche Mechanismen die Wissenschaft zur Abwehr des »wilden Denkens« entwickelt hat. [...] Der Mythos ist legitim als Gegenmodell, um nach den Defiziten unserer eigenen Rationalität bzw. unseres Naturverhältnisses zu fragen. Die Vorstellung vom Mythos als Widerpart des Logos und der Episteme bzw. als dessen Vorstufe ist dagegen heute obsolet. [...] Wichtig sind die [auch von Blumenberg] in diesem Zusammenhang [...] gestellten Fragen, ob die Rationalität des Mythos gewisse Elemente enthält, die durch die Idee einer epistemischen Weltdeutung nur partiell oder überhaupt nicht abgedeckt bzw. ersetzt werden können.

Diese Frage nach dem „Nichtabgedeckten, nach dem Ersatz einer „epistemischen Weltdeutung, stellt sich auch für Benjamin, Adorno, Horkheimer und Fromm. Die andere Frage nach einer Religion, die der modernen Naturwissenschaft gewachsen sein kann, führt in dieser Arbeit zu einigen wenigen Thesen Horkheimers zum Christentum, im Abschnitt Benjamin zum jüdischen Glauben. Dass der „Mythos legitim (ist) als Gegenmodell, um nach den Defiziten unserer eigenen Rationalität bzw. unseres Naturverhältnisses zu fragen ist die wichtigere, erkenntnisleitende These ebenfalls dieser Arbeit und ob nämlich der „Mythos als Negation affirmativer Kultur in der Kritischen Theorie nachzuweisen ist, ob im Zusammenhang mit der Kritischen Theorie überhaupt vom „Mythos als Negation affirmativer Kultur" gesprochen werden kann. Es ist nämlich vielmehr eine kritische Haltung der hier bei handelten Autoren gegenüber dem Mythos, die vorwiegend debattiert wird.

Der kulturkritische Aspekt des Mythos wird erst in der Gegenwart intensiver diskutiert. Gezeigt werden soll demzufolge, dass die heutige Debatte der kulturkritischen Seite des Mythos bei Adorno oder Horkheimer intensiv vorbereitet ist; hermeneutisch soll herausgearbeitet werden, worin das kritische, genauer: das gesellschaftskritische Element des Mythos zu sehen und anhand welcher Textstellender kritischen Theoretiker dieses Element nachzuweisen ist. Der Diskurs dieser Arbeit führt am Ende zur Ästhetik und zu einer weiteren Fragestellung: „Oder verbergen sich die Mythen heute (wie man seit Hegel immer wieder gesagt hat [...] in der Kunst?"⁹ Der „Mythos heute ist Gegenstand ganz heterogener Denktraditionen; wir müssen mindestens einen anthropologischethnologischen, einen religionswissenschaftlich-theologischen, einen literar- bzw. diskurs-theoretischen und einen psychologischen Mythenbegriff unterscheiden. Jeder dieser Begriffe hat eine Einzelgeschichte, eine Gesamtgeschichte des Mythos gibt es nicht."¹⁰

Diese Arbeit trägt dem insofern Rechnung, als dass nicht etwa der gesamte Themenkomplex des Mythos erfasst wird, sondern ausschnitthaft und in exemplarischen Beispielen werden Schwerpunkte dort gesetzt, wo Spuren des

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