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Mörder-Komplotte und eine tödliche Lady: 5 Krimis - Thriller Sammelband 5012

Mörder-Komplotte und eine tödliche Lady: 5 Krimis - Thriller Sammelband 5012

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Mörder-Komplotte und eine tödliche Lady: 5 Krimis - Thriller Sammelband 5012

Länge:
712 Seiten
8 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
May 31, 2020
ISBN:
9781393393740
Format:
Buch

Beschreibung

Mörderkomplotte und eine tödliche Lady: 5 Action Krimis -Thriller Sammelband 5012

von Alfred Bekker, Pete Hackett und Uwe Erichsen, Wolf G. Rahn, Glenn Stirling

 

 

Kriminalromane der Sonderklasse - hart, actionreich und überraschend in der Auflösung. Ermittler auf den Spuren skrupelloser Verbrecher. Spannende Romane in einem Buch: Ideal als Urlaubslektüre.

 

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

 

Wolf G. Rahn: Die Mörder-Lady

Glenn Stirling: Archibald Duggan und der Treffpunkt Pigalle

Pete Hackett: Tödliche Altlasten

Uwe Erichsen: Travers und das Dynamit-Komplott

Alfred Bekker: East Harlem Killer

 

Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Herausgeber:
Freigegeben:
May 31, 2020
ISBN:
9781393393740
Format:
Buch

Über den Autor

Über Alfred Bekker: Wenn ein Junge den Namen „Der die Elben versteht“ (Alfred) erhält und in einem Jahr des Drachen (1964) an einem Sonntag geboren wird, ist sein Schicksal vorherbestimmt: Er muss Fantasy-Autor werden!  Dass er später ein bislang über 30 Bücher umfassendes Fantasy-Universum um  “Das Reich der Elben” schuf, erscheint da nur logisch. Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten und wurde Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen.   Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', ‘Ragnar der Wikinger’,  'Da Vincis Fälle - die mysteriösen Abenteuer des jungen Leonardo’', 'Elbenkinder', 'Die wilden Orks', ‘Zwergenkinder’, ‘Elvany’, ‘Fußball-Internat’, ‘Mein Freund Tutenchamun’, ‘Drachenkinder’ und andere mehr  entwickelte. Seine Fantasy-Zyklen um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' ,die 'Gorian'-Trilogie, und die Halblinge-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt.  Alfred Bekker benutzte auch die Pseudonyme Neal Chadwick,  Henry Rohmer, Adrian Leschek, Brian Carisi, Leslie Garber, Robert Gruber, Chris Heller und Jack Raymond. Als Janet Farell verfasste er die meisten Romane der romantischen Gruselserie Jessica Bannister. Historische Romane schrieb er unter den Namen Jonas Herlin und Conny Walden.  Einige Gruselromane für Teenager verfasste er als John Devlin. Seine Romane erschienen u.a. bei Lyx, Blanvalet, BVK, Goldmann,, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt., darunter Englisch, Niederländisch, Dänisch, Türkisch, Indonesisch, Polnisch, Vietnamesisch, Finnisch, Bulgarisch und Polnisch.


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Buchvorschau

Mörder-Komplotte und eine tödliche Lady - Alfred Bekker

Mörderkomplotte und eine tödliche Lady: 5 Action Krimis -Thriller Sammelband 5012

von Alfred Bekker, Pete Hackett  und Uwe Erichsen, Wolf G. Rahn, Glenn Stirling

KRIMINALROMANE DER Sonderklasse - hart, actionreich und überraschend in der Auflösung. Ermittler auf den Spuren skrupelloser Verbrecher. Spannende Romane in einem Buch: Ideal als Urlaubslektüre.

Dieses Buch enthält folgende Krimis:

Wolf G. Rahn: Die Mörder-Lady

Glenn Stirling: Archibald Duggan und der Treffpunkt Pigalle

Pete Hackett: Tödliche Altlasten

Uwe Erichsen: Travers und das Dynamit-Komplott

Alfred Bekker: East Harlem Killer

Kriminalromane der Sonderklasse: hart, überraschend und actionreich.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Die Mörder-Lady: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Wolf G. Rahn

Der Umfang dieses Buchs entspricht 112 Taschenbuchseiten.

Als David Chapman ermordet wird, soll der Privatdetektiv Bount Reiniger die Hintergründe aufklären und den Mörder finden. Doch es gibt viele Verdächtige, und nicht alle haben ein Alibi. Als dann auch noch der Notar ermordet und das Testament gestohlen wird, steht fest, dass es ein schreckliches Geheimnis geben muss. Reiniger soll ebenfalls sterben, als er es herausfindet.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Jamie Chapman – nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes erbt sie ein stattliches Vermögen.

Ronny und Lucy Chapman – sie befinden sich in finanziellen Schwierigkeiten und suchen nach einem Ausweg.

Edith Halbrook – als sie ihr Ziel auf normalem Wege nicht erreicht, greift sie zur Waffe.

Jesse Halbrook – erbt eine beträchtliche Summe, aber niemand kennt ihn.

June March – ist Bounts Assistentin und hilft ihm bei seinen Fällen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.

1

„Ich könnte ihn umbringen" , tobte Ronny Chapman und zerknüllte voller Wut den Brief, dessen Inhalt er so oft studiert hatte, dass er ihn auswendig kannte.

Er enthielt keine angenehme Nachricht. Genaugenommen war er eine Katastrophe, aber auch gegen Katastrophen ließ sich etwas unternehmen.

Ein Mord zum Beispiel.

Lucy, Ronny Chapmans attraktive Frau, griff diesen Gedanken sofort auf.

„Warum tust du‘s nicht?", fragte sie lauernd. Das Grün ihrer Katzenaugen begann zu funkeln. Es war ein sicheres Zeichen dafür, dass unter ihrer blonden Lockenpracht emsig gedacht wurde.

Ronny Chapman fuhr entgeistert herum. „Bist du denn verrückt?, sagte er keuchend. „Immerhin ist er mein Bruder.

Die vierzigjährige Frau lächelte geringschätzig. „Davon spürt man in seiner Antwort aber nicht viel, fand sie. „Er lässt uns hängen.

Der Mann trat ans Fenster und starrte hinaus. Was er sah, war nicht gerade erfreulich. Eine heruntergekommene Ranch, bei der es an allen Ecken und Kanten fehlte.

Eine kräftige Finanzspritze hätte ihr gutgetan. Aber sein reicher Bruder David hielt anscheinend nichts von einer derartigen Kur.

Mit Rindern sei heutzutage kein Gewinn mehr zu machen, hatte er lakonisch geantwortet. Außerdem sei ein unfähiger Rancher der Garant dafür, dass auch die erbetenen fünfzigtausend Dollar nutzlos im Boden von Kansas versickern würden. Dieser Dreckskerl!

„Es gibt noch andere Wege, erklärte Ronny Chapman nach einer Weile. „David ist nicht der einzige Mann mit Geld. Ich werde für ein paar Tage verreisen.

„Nach New York?", fragte die Blondine hastig.

Sie trug nur einen seidenen Morgenmantel und schlug die schlanken Beine so übereinander, dass dem Mann heiß wurde, obwohl er mit ihr verheiratet war.

„Boston und Philadelphia. Ich kenne dort ein paar Leute, die mich nicht abweisen werden. Ich schwöre dir, dass ich das Geld mitbringe, wenn ich zurückkomme."

Sie lächelte ihn an und lehnte sich etwas zurück. Dadurch sprang der Morgenmantel vollends auf.

Ronny Chapmans Blick wurde starr. Aber er blickte an der fast nackten Frau vorbei zur Tür, als sähe er dort eine Lösung für seine Probleme.

Mit einem heiseren Laut stürzte er aus dem Zimmer und schlug die Tür mit voller Wucht hinter sich zu.

Lucy seufzte enttäuscht und wickelte ihre Kostbarkeiten wieder in kaffeebraune Seide. Sie reckte sich, und in ihren Augen glomm noch immer das erwartungsvolle Feuer. Sie hörte, wie ihr Mann lärmend durchs Haus hastete, wie er Türen zu donnerte, die Treppe hinunter polterte und schließlich den Schlag des Caddy zuwarf.

Sekunden später brüllte der Motor auf. Kies spritzte über den Weg. In einem Höllentempo raste der Wagen davon.

Lucy Chapman erhob sich und trat ans Fenster. Sie sah nur noch die Staubwolke, die sich rasch entfernte.

Sie wandte sich um. Leichtfüßig verließ sie das Zimmer und öffnete die gegenüberliegende Tür.

Es war das Schlafzimmer ihres Mannes. Sie schliefen getrennt, denn Ronny stand nachts häufig auf und hätte sie gestört.

Sie warf nur einen flüchtigen Blick auf den offenen Kleiderschrank, aus dem Ronny ein paar Stücke in einen Koffer geworfen hatte.

Viel mehr interessierte sie der Nachttisch neben dem breiten Bett.

Sie zögerte, bevor sie die Schublade öffnete. Hier lag der Revolver, den ihr Mann griffbereit hielt, falls nächtliche Einbrecher auf die verrückte Idee verfielen, bei den Chapmans sei etwas zu holen.

Schließlich zog sie die Lade mit einem entschlossenen Ruck heraus.

Sie war leer.

Lucy Chapman lächelte versonnen.

„Gut so, Ronny, flüsterte sie. „Ich werde es beschwören, dass du in Boston und Philadelphia warst.

2

Sie hockten in einem düsteren Raum. Keiner von ihnen war älter als dreißig.

Das Zimmer enthielt kein Mobiliar. Auf dem Fußboden lagen lediglich ein paar zerschlissene Matratzen. In der Ecke am Fenster leierte ein Kassettenrecorder. Bierflaschen standen herum. Leere und halb ausgetrunkene. An der Decke baumelte eine Glühbirne, die als Symbol des neuen Energiesparprogramms gelten konnte.

Die Luft war zum Schneiden. Fast alle pafften dicke Rauchwolken vor sich hin. Auch die einzige Frau in der Runde.

Miriam Schneider zog an einer schwarzen Zigarre. Ihr Blick war entrückt. Das aromatische Ding zwischen ihren schmalen Lippen enthielt zweifellos nicht nur Tabak.

Die Frau war fünfundzwanzig. Sie sah aber um mindestens zehn Jahre älter aus.

Sie trug Männerkleidung, deshalb ließ sich ihr Körper nur schwer beurteilen. Das war aber auch nicht nötig. Jeder der Männer kannte ihn. Miriam Schneider war nicht kleinlich.

Vier Männer verteilten sich auf den Matratzen. Ihre Gesichter waren verschlossen, ihre Laune nicht die beste.

Einer stand auf, ging zum Kassettenrecorder und versetzte ihm einen Tritt.

Das Gerät krachte gegen die Wand, plärrte aber unverdrossen weiter.

„Ich kann das Gewinsel nicht mehr hören", stellte der Bursche wütend fest. Er hatte kohlschwarze, fettige Haare, ein stoppeliges Kinn und unreine Haut.

„Mach ‘nen Vorschlag, Sid", sagte Eric Morrow, ein rothaariger Typ, der von Weitem wie ein Lausejunge wirkte.

Aber nur von Weitem. Eric hatte schon allerhand auf dem Kerbholz. Was es alles war, wusste keiner der anderen genau. Immerhin redete er manchmal so seltsam daher, als hätte er vor ein paar Jahren einen Mann wegen lumpiger fünfzig Dollar umgelegt.

Ob das stimmte, war nicht sicher. Aber immerhin trauten sie es ihm zu, und deshalb war Eric Morrow der Boss.

„Eric hat recht", tönte Charly. Niemand kannte seinen vollständigen Namen. Er verriet ihn nicht, und dafür gab es wahrscheinlich auch gute Gründe.

Er war nur klein, aber ungeheuer beweglich. Wie ein Gummiball. Nur nicht so harmlos.

Sid Seel verzog sein Gesicht zu einer Grimasse, als er sagte: „Wie wär‘s mit dem Supermarkt neben dem Alhambra? Die Kasse ist nachts zwar leer, aber es gibt dort einiges zu holen. Auch Schnaps."

Vic Kanter protestierte hustend. Er war blass und sah krank aus. Nur seine stechenden Augen lebten. Sie verhießen nichts Gutes.

„Das ist Schwachsinn. Der Supermarkt hat ‘ne Alarmanlage. Den knacken wir nie. Außerdem brauchen wir Bares. Ich will hier endlich raus. Die Bude kotzt mich an."

„Weißt du was Besseres?", fragte ihn Sid beleidigt.

„Es gibt nur Besseres als den Supermarkt. Eine alte Lady zum Beispiel, die in der Met ihre Klunkern spazieren trägt. Die können wir problemlos zu Geld machen."

„Die Lady?", erkundigte sich Charly feixend.

Eric Morrow war der einzige, der darüber lachte. Er versicherte dem Kleinen, dass Vic vermutlich etwas aus Perlen oder glitzernden Steinen gemeint hatte.

„Ich habe allerdings den Verdacht, dass er nur mal wieder in die Oper gehen möchte, fügte er hinzu. „Vic ist nun mal was Besseres als wir. Der hatte ‘nen reichen Vater.

„Den hatte ich auch, warf Miriam Schneider ein. Ihre abfällige Miene drückte nicht aus, dass sie diese Tatsache für einen Vorzug hielt. „Und meiner lebt sogar noch.

„Möchte wissen, warum du ihn dann nicht melkst, meinte Charly. „Oder sollen wir das für dich erledigen? Er nahm seine Hand aus der Hosentasche. Sie hielt ein Messer. Die Klinge sprang blitzend aus dem Heft. Er grinste genüsslich. „Vielleicht ist er kitzlig."

„Lasst die Finger von ihm, fuhr die Frau ihn an. „Er wäre der letzte, vor dem ich mich erniedrigen würde. Lieber rufe ich wieder den Kubaner an.

„Der hat dich doch vor Wollust fast erwürgt", erinnerte Sid Seel.

„Aber er zahlt gut, entgegnete Miriam Schneider mit unbewegtem Gesicht. „Außerdem wagt er das kein zweites Mal. Es würde ihm schlecht bekommen.

Die Frau stand auf und strich ihre Kleidung gerade.

„Helft ihr mir beim Umziehen?", fragte sie.

Erstaunlicherweise hatte keiner der vier Zeit.

Vic Kanter wollte ein bisschen vor der Met herumkreuzen. Vielleicht, so meinte er, lief ihm da ein geeignetes Objekt über den Weg.

Sid Seel hatte den Supermarkt noch immer nicht abgeschrieben. Man konnte das Gelände ja wenigstens mal sondieren. Zur Not auch allein.

Charly schob sein Messer in die Tasche zurück und hatte es plötzlich mächtig eilig. Er grinste siegessicher. Offenbar hatte er etwas Gewinnträchtiges ausgeheckt.

Sogar Eric Morrow, dessen Jacke sich an der linken Brustseite merkwürdig beulte, verließ den Raum, nachdem er Miriam, die gerade die Hose abstreifte, flüchtig zugenickt hatte.

Er sah jetzt nicht mehr wie ein Lausejunge aus. Etwas Hartes in seinem Blick mahnte zur Vorsicht.

Miriam Schneider blieb allein zurück.

Bedächtig zog sie sich aus, bis sie völlig nackt war. Ihre Sachen ließ sie achtlos liegen.

Sie ging in das angrenzende Zimmer, in dem sich ein altmodischer Schrank befand. Außerdem war an der Wand ein Waschbecken befestigt. Darüber hing ein halbblinder Spiegel.

Die Frau reckte ihre Arme und drehte sich kokett. Dann ließ sie sie wieder sinken, schnitt eine Grimasse in den Spiegel und streckte sich die Zunge heraus.

Sie wusste, dass ihre beste Zeit vorbei war. Nicht mehr lange, dann würde auch der Kubaner keinen Appetit mehr auf sie haben. Vielleicht fand er heute schon eine Ausrede.

Die Frau drehte den Wasserhahn auf und begann, sich zu waschen. Sehr gründlich.

Noch gründlicher rieb sie die verschiedensten Duftwässerchen in ihre Haut, bevor sie in ein paar atemberaubende Wäschestücke stieg.

Darüber streifte sie eine knallrote Bluse und einen schwarzen Mini. Bei beidem war an Stoff gespart worden.

Abschließend brachte sie ihre schwarzen Haare in Ordnung, worauf sie viel Zeit verwandte.

Als sie fertig war, bückte sie sich nach dem Telefonapparat, der auf dem Fußboden stand, nahm den Hörer ab und wählte eine Nummer.

Es dauerte einige Zeit, ehe sich eine männliche Stimme meldete. Nachdem sie ihren Namen verraten hatte, trat eine kurze Pause ein.

Dann sagte der Mann ungehalten: „Du hast lange nichts von dir hören lassen, Miriam. Mach die Leitung frei. Ich erwarte einen wichtigen Anruf."

Die Frau bebte vor Zorn. Sie knallte den Hörer auf die Gabel und stieß hasserfüllt hervor: „Na warte! So billig kommst du mir nicht davon."

3

David Chapman schwitzte . Vom Rudern war ihm warm geworden. Die Sonne meinte es ziemlich gut. Es war wohl einer der heißesten Tage dieses Sommers.

Und einer der unerfreulichsten. Das Gespräch mit der Frau, die ihm gegenüber saß, war mit ziemlicher Lautstärke geführt worden. Nur gut, dass sie draußen auf dem Wasser keiner hatte hören können. Es war keine schlechte Idee gewesen, mit dem Boot hinauszufahren.

Aber er hätte das kleine Motorboot nehmen sollen. Das hätte ihn weniger angestrengt.

Nun ja, jetzt hatte er es ja hinter sich. Das Gespräch und die Schufterei. Zum Glück. Unangenehmen Dingen ging David Chapman gerne aus dem Weg.

Während der letzten Minuten hatte keiner von ihnen mehr geredet. Alles war gesagt.

Er trieb das Boot mit wuchtigen Stößen ans Ufer. Allerdings hatte er den Eindruck, dass er die Stelle verfehlt hatte, von der aus sie losgefahren waren. Vom Wasser aus sah alles so ähnlich aus. Die Bucht und das Schilf.

Die Strömung hatte sie vermutlich etwas abgetrieben. Aber er dachte nicht daran, gegen sie anzukämpfen. Lieber ließ er das Boot liegen und ging die halbe Meile zu Fuß zurück. Weiter würde es hoffentlich nicht sein.

Die Frau sah aus, als lachte sie. In Wirklichkeit verzog sie aber nur das Gesicht, weil sie in die tiefstehende Sonne sehen musste. Ihr war auch keineswegs zum Lachen zumute.

Sie war nicht glücklich über das Resultat der Aussprache. Sie hatte sich mehr davon versprochen.

Aber eigentlich hätte sie damit rechnen müssen. David war kein Mann, den man umstimmen konnte, wenn er einmal einen Entschluss gefasst hatte. Das war ein typischer Eisenkerl.

Sie beobachtete, wie der Mann ins Wasser watete, nachdem das Boot auf Grund gelaufen war. Er half ihr zwar heraus, doch sein Gesicht war dabei abweisend.

„Meine Tasche!", rief sie erschrocken und wandte sich um. Um ein Haar hätte sie ihre Handtasche liegenlassen. Sie bückte sich und presste den ledernen Beutel so fest an ihre Brust, als enthielte er eine Kostbarkeit.

Der Mann achtete nicht darauf. Nachdem er das Boot vollends an Land gezogen hatte, stapfte er davon. In südwestlicher Richtung. Dort vermutete er die Bucht, in deren Nähe er den Wagen geparkt hatte.

David Chapman trug einen leichten Sommeranzug. Die Hosenbeine waren nass geworden. Er hastete vorwärts. Das angestrengte Keuchen der Frau hinter ihm, die Mühe hatte, ihm zu folgen, war ihm egal.

Auf dem Wasser tummelten sich jede Menge Boote und Surfer. Ein hübsches, buntes Bild. Doch David Chapman hatte keinen Blick dafür. Mit seinen Gedanken war er längst fort vom Huguenot Beach. Er hastete am Ufer entlang und teilte von Zeit zu Zeit das Schilf, wenn es ihm den Weg versperrte.

Manchmal knackte es neben ihm. Er hörte gar nicht hin. Am Wasser gab es ständig irgendwelche Geräusche. Vielleicht lag auch ein Liebespaar im Schilf. Warum nicht? Ein durchaus erwägenswerter Gedanke, den er sich merken wollte.

Die Frau hinter ihm holte auf. Sie schimpfte leise vor sich hin. Oh, wie gemein er war!

Sie fiel in Laufschritt und war nun dicht hinter ihm. Auch sie schwitzte längst. Das fehlte noch, dass er ohne sie zurückfuhr und sie hier sitzenließ. Zuzutrauen war es ihm.

Sie öffnete während des Laufes ihre Handtasche und griff hinein.

Die Tasche entglitt ihr. Hastig bückte sie sich danach.

David Chapman zuckte zusammen. Etwas warnte ihn. Er konnte es nicht deuten.

Bevor er sich darüber den Kopf zerbrechen konnte, krachte ein Schuss.

Der Mann lief noch ein paar Schritte weiter, bevor er plötzlich stehenblieb, als wäre er gegen eine gläserne Wand gerannt.

Er presste beide Hände gegen die Brust und drehte sich halb um.

Die Frau lag auf dem Boden. Sie starrte ihn mit großen Augen an. In der Linken hielt sie die Tasche umkrampft. In ihrer Rechten blitzte etwas Metallenes.

„Du – du bist wahnsinnig, würgte David Chapman hervor. „War es das wert?

Er taumelte und suchte nach einem Halt.

Außer ein paar Schilfrohren befand sich nichts in der Nähe. Er riss sie mit sich zu Boden.

Dumpf prallte sein Körper auf. Seine Finger krallten sich in den trockenen Sand.

Er versuchte, in die Höhe zu kommen, fiel aber wieder zurück.

Seine Finger streckten sich. Auf dem Rückenteil seines Sakkos bildete sich ein hässlicher, roter Fleck.

Die Frau starrte fassungslos auf das Glitzerding in ihrer Hand. Aufschreiend warf sie es weg, als hätte sie sich daran verbrannt.

David Chapman rührte sich nicht mehr. Er gab auch keinen Laut von sich. Nicht einmal ein Stöhnen.

Er war tot. Darüber gab es keinen Zweifel.

Aber sie hatte ihn nicht getötet. Sie nicht.

Doch wer sonst?

David war erschossen worden. Sie hatte den Knall in ihrer nächsten Nähe gehört.

O Gott! Der Mörder musste sich noch in unmittelbarer Nähe befinden. In seiner Waffe steckte bestimmt nicht nur diese eine Kugel. Auch für sie war noch genügend Munition im Magazin.

Musste der schreckliche Kerl nicht auch sie töten? War sie nicht eine gefährliche Zeugin?

Er konnte ja nicht wissen, dass sie ihn überhaupt nicht gesehen hatte.

Die Frau begann zu zittern. Das Bewusstsein, dass ihr Leben an einem seidenen Faden hing, brachte sie fast um, ohne dass auf sie geschossen wurde.

Sie raffte die Handtasche an sich und stürzte davon.

An dem Toten vorbei, der ihr Furcht und Entsetzen einjagte. Nur fort von hier!

Im Schilf bewegte sich etwas. Es kam hinter ihr her. Es lief in die gleiche Richtung wie sie.

Er holt dich ein, dachte sie angstvoll. Er ist bestimmt schneller als du. Und er hat die Waffe, mit der er treffsicher umgehen kann.

Sie drehte sich um und sah, wie sich das Schilf bewegte. Mehr konnte sie nicht erkennen.

Sie sank mit ihren Schuhen im losen Sand ein. Daraufhin schleuderte sie die Pumps von den Füßen, bereute es aber gleich darauf.

Sie war eine Närrin. Ohne Schuhe würde sie schon bald auffallen. Aber gerade das musste sie vermeiden. Es brauchte niemand zu wissen, dass sie als letzte mit David zusammen gewesen war. Bei der Suche nach seinem Mörder würde die Polizei ihr sonst eine Reihe unangenehmer Fragen stellen, deren Beantwortung nicht den hässlichen Verdacht von ihr nehmen konnte.

Sie rannte, so schnell sie nur konnte.

Und der Tod folgte ihr.

Der unsichtbare Tod, den sie zwar fühlte und hörte, der sich ihr aber nicht zeigte.

Warum?, fragte sie sich. Warum musste David sterben? Und warum gerade an dieser Stelle? Wer hatte wissen können, dass er sich hier aufhielt?

Sollte der Verdacht absichtlich auf sie gelenkt werden? Das war verrückt. Darin sah sie keinen Sinn.

Die Gegend kam ihr immer unbekannter vor. Lief sie in die verkehrte Richtung? Stand der Wagen gar nicht dort?

Erst jetzt fiel ihr ein, dass sie keinen Schlüssel für das Fahrzeug bei sich trug. Der steckte in Davids Jackentasche. Es war also völlig gleich, wohin sie lief. Hauptsache, sie entkam dem Killer.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Das Blut rauschte in ihren Ohren. Ihr war schwindlig. Lange hielt sie diese wilde Jagd nicht mehr aus.

Das Schilf wurde lichter. Die ersten Badenden kamen in Sicht. Der eine oder andere gaffte sie verwundert an. Die Leute konnten sich nicht erklären, warum sie bei dieser Hitze so rannte. Noch dazu in voller Bekleidung.

Die Frau verlangsamte ihr Tempo. Sie sagte sich, dass der Killer es nicht mehr wagen würde, sie jetzt noch abzuknallen. Er hatte den richtigen Augenblick verpasst.

Aber wahrscheinlich war er ihr gar nicht gefolgt. Zweifellos hatte er abgewartet, bis sie davongelaufen war, um sich danach ungestört Davids Taschen zu widmen.

Dieser Schuft!

Sie wurde nur äußerlich etwas ruhiger.

Sie hatte das Gefühl, jeder müsste ihr das Schreckliche ansehen. Unwillkürlich betrachtete sie ihre Hände. Aber sie konnte kein Blut daran entdecken. Natürlich nicht! Sie hatte ihn ja gar nicht berührt.

Jetzt durfte sie nur die Nerven nicht verlieren. Was geschehen war, konnte sie nicht mehr rückgängig machen. Sie musste nur sehen, wie sie ungeschoren aus der Sache herauskam. Sie durfte keinen Fehler begehen.

Am ersten Kiosk kaufte sie ein paar einfache Badeschuhe. Die passten zwar nicht zu ihrem Kleid, aber nun war sie wenigstens nicht mehr barfuß.

Sie ging noch ein Stück weiter und ruhte sich auf einer niedrigen Steinmauer aus.

Um sie her war ein Lachen und Schreien. Ein paar Kinder spielten mit einem Ball. Eine riesige Dogge wollte mitspielen und kam bedrohlich in ihre Nähe. Ein Bengel lachte, weil sie erschrocken aufsprang.

Eilig ging sie weiter und entfernte sich vom Strand.

In der Nähe des Hylan Boulevards nahm sie ein Taxi und ließ sich nach Brooklyn bringen.

In der 65. Straße entdeckte sie ein Schuhgeschäft und kaufte ein paar leichte Slipper.

Mit einem anderen Taxi setzte sie ihren Weg fort, stieg noch zweimal um, einmal davon in einen Bus, und hatte sich einigermaßen gefangen, als sie zu Hause ankam.

Sie fürchtete sich vor den nächsten Stunden. Sie würden ihr weiteres Schicksal bestimmen.

4

Es war schon fast dunkel , aber keine der beiden Frauen fand den Weg zum Lichtschalter.

Leslie Chapman, eine starkknochige Frau von fünfzig Jahren mit zu eng stehenden grauen Augen und einem zu breiten Mund, bewegte unaufhörlich ihre Hände.

Sie strickte. Keiner in der Familie konnte sich erinnern, sie jemals weiter als drei Schritte von ihrem Strickzeug entfernt gesehen zu haben. Stricken war Leslies große Leidenschaft. Wer sie genau betrachtete, kam zu der Überzeugung, dass es auch ihre einzige war.

Jamie, ihre um acht Jahre jüngere Schwägerin, blickte auf die Uhr. Ungehalten erhob sie sich und trat ans Fenster.

„Die Unpünktlichkeit hat Hal von seinem Vater geerbt, sagte sie ärgerlich. „Es ist jeden Abend dasselbe. Immer müssen wir mit dem Essen auf die Männer warten.

„Du vergisst, meine Liebe, meinte die Ältere spitz, „dass dein Mann kein simpler Mechaniker ist, der Anspruch auf einen Achtstundentag besitzt. Ihm gehört die Chapman Tools Company. Das bringt, wie du zweifellos schon bei deiner Eheschließung geahnt hast, zwar ein paar kleine Unbequemlichkeiten, dafür aber erhebliche finanzielle Annehmlichkeiten mit sich.

Jamie Chapman überhörte die Anzüglichkeit geflissentlich. Sie kannte Leslie gut genug, um zu wissen, wann sie zum Streiten aufgelegt war. Heute befand sie sich aber nicht in der Laune für eines dieser endlosen Wortgefechte.

„Hal besitzt keine Fabrik, entgegnete sie. „Und er weiß, dass wir um acht Uhr essen. Jetzt ist es nach neun. Ich möchte wissen, wo er sich wieder herumtreibt.

Die Fünfzigjährige lachte bitter. „Na, wo schon? Bei seiner Glucke natürlich. Hal lässt sich seine Liebe nicht verbieten. Darin ist er stur."

„Liebe? Die Frau ist fünfzehn Jahre älter als er. Sie könnte fast seine Mutter sein."

Leslie Chapman hob den Kopf und blickte die Jüngere unverwandt an. „Damit könntest du recht haben, Jamie. Vielleicht sucht er einen Ersatz für fehlende Mutterliebe, die er bei dir ja wohl vermissen musste. Du hast dich immer nur für fremde Menschen stark gemacht. Mit Davids Geld versteht sich. Wenn man die Tausender nicht selbst verdienen muss, ist es leicht, wohltätig zu sein."

Jamie warf stolz ihren Kopf zurück. Sie ärgerte sich, weil sie Leslie wieder mal auf den Leim gegangen war. Welches Gespräch sie auch anfing, es endete doch immer wieder bei deren Lieblingsthema.

Sie formulierte in Gedanken eine scharfe Erwiderung, wurde aber daran gehindert, sie der Schwägerin an den Kopf zu werfen, weil das Telefon läutete.

„Das ist David, vermutete sie. „Er hat sich wohl daran erinnert, dass in seinem Büro ein Telefon steht. Wahrscheinlich kommt er heute überhaupt nicht mehr.

Sie nahm den Hörer ab und sagte: „Hallo!"

Es war aber nicht ihr Mann, sondern Gars Sutter, sein engster Freund und Mitarbeiter.

„Hallo Jamie!, rief er gutgelaunt. „Gib mir doch mal deinen Göttergatten. Wir haben da ein Problem, bei dem wir seinen Rat brauchen.

„David ist doch noch im Betrieb", erklärte die Frau.

Gars Sutter lachte fröhlich. „Du nimmst mich auf den Arm, Jamie. Ich rufe ja vom Werk aus an. David hat sich schon heute gegen Mittag verabschiedet. Wegen einer wichtigen Besprechung außer Haus. Aber die müsste doch inzwischen vorbei sein. Sage ihm doch bitte, wenn er auftaucht, dass er mich sofort anruft. Ich sitze hier mit den Meistern zusammen, und uns rauchen die Köpfe wegen dieser Produktionsumstellung. Er muss eine Entscheidung treffen. Noch vor Mitternacht."

„Ich werd‘s ausrichten, Gars. Aber warte! Bleibe mal dran. Ich glaube, er kommt. Ich höre einen Wagen." Jamie Chapman legte den Hörer neben den Apparat und eilte zur Tür. Sie trat auf den Gang, wo bereits Emily, die Haushälterin zwei Männern die Tür öffnete.

Jamie kannte die Männer nicht. Aber hinter ihnen erkannte sie den Wagen mit der unübersehbaren Aufschrift an der Seite. Er gehörte der City Police.

Sie erschrak heftig und klammerte sich an den Türrahmen. „Ist – ist etwas mit Hal?", fragte sie aufgeregt.

Die Männer kamen näher. Der Größere stellte sich als Lieutenant Brack vor und zeigte seine Marke. „Sind Sie Mistress Chapman?" Jamie bestätigte es zitternd.

Dann brachte ihr der Polizist so schonend wie möglich bei, dass es nicht um ihren Sohn, sondern um ihren Mann ging.

„Jede Hilfe kam zu spät, versicherte er leise. „Er muss auf der Stelle tot gewesen sein. Vielleicht ist es Ihnen ein kleiner Trost, dass er nicht gelitten hat. Der Arzt hat festgestellt, dass die Kugel sein Herz fast genau durchschlagen hat. Der Mörder hat ihn aus nächster Nähe erschossen.

„Tot? Das kann nicht sein. Das glaube ich nicht, Lieutenant. Sie müssen sich irren."

Der Polizist bedauerte. „Er trug seine sämtlichen Papiere bei sich, sagte er. „Ein Irrtum ist leider ausgeschlossen. Danach erkundigte er sich nach etwaigen Feinden des Ermordeten, dem Tagesablauf der im Haus befindlichen Frauen und nach dem Sohn.

Er notierte sich die Auskünfte sorgfältig und stellte noch einige Fragen, bevor er den abgehobenen Telefonhörer entdeckte.

Erst jetzt fiel Jamie Chapman ein, dass Gars Sutter noch immer auf einen Bescheid wartete.

Der Mann war erschüttert, als er die schreckliche Wahrheit erfuhr, und versprach, sofort zu kommen. Eine Erklärung für das Verbrechen hatte auch er nicht.

Ungefähr eine halbe Stunde später traf er bei den Chapmans ein. Fast gleichzeitig mit Hal, der das Ganze für einen schlechten Witz hielt, sich aber davon überzeugen lassen musste, dass Lieutenant Brack keine Witze machte.

„Ich verlange, dass Sie den Mörder meines Vaters schnellstens aufspüren", sagte er heftig.

Brack versprach es. Doch seine Miene drückte erhebliche Zweifel aus. Dieser Mord draußen am Huguenot Beach, für den es keine Zeugen und vorläufig kein erkennbares Motiv gab, würde sich als harte Nuss erweisen. Vermutlich landete er dort, wo eine Vielzahl der Akten von Schwerverbrechen in New York City endete. Bei den ungeklärten Fällen.

5

Bount Reiniger hielt sich mit June March etwas im Hintergrund. Er wollte die Begräbnisfeierlichkeiten nicht stören. Früh genug würde er sich durch seine Fragen unbeliebt machen.

Vorläufig beschränkte er sich darauf, die Anwesenden zu beobachten und mit June leise einige Meinungen auszutauschen.

Einige Familienmitglieder hatte er bereits kennengelernt.

Vor allem natürlich die Schwester des Ermordeten, die sich, gegen den Widerstand ihrer Schwägerin, an ihn gewandt hatte, da sie der Polizei bei der Suche nach dem Mörder keinen großen Ehrgeiz zutraute.

Leslie Chapman warf ihm von Zeit zu Zeit einen verstohlenen Blick zu. So, als wollte sie sich davon überzeugen, dass er für das Geld, das er verlangte, auch etwas tat. Ihr Gesicht war fast feindselig, doch diese Feindseligkeit galt wohl nicht ihm.

Jamie Chapman, die Witwe, hielt einen demonstrativen Abstand zu ihrer Schwägerin. Dass die beiden Frauen sich nicht riechen konnten, war offensichtlich. Diese Abneigung war wohl nicht erst durch die Gewalttat entstanden.

Sie wurde von Gars Sutter gestützt. Der Mann war fünfundfünfzig und machte einen sympathischen Eindruck, was für Bount aber noch nichts bedeutete. Auch ihm würde er noch gewaltig auf die Zehen treten müssen.

Der zwanzigjährige Sohn zeigte ein verächtliches Gesicht, als der Geistliche davon sprach, dass der Herr einen Knecht zu sich geholt hatte, der bei allen beliebt gewesen war und der sich für seine Nächsten aufgeopfert hatte. Offensichtlich war er da anderer Ansicht. Hal hatte auch dagegen plädiert, einen Privatdetektiv in den Fall einzuschalten. Er fand, dass das nur einen Haufen Geld kostete und nur unnötig das Erbe schmälerte.

Das Testament war überhaupt ein springender Punkt. Bount versprach sich von der Eröffnung einen möglichen Aufschluss über das Mordmotiv.

Er erwartete auch, dort jene Leute zu treffen, die den Weg zum Friedhof nicht gefunden hatten.

Bis zur Verlesung des Testaments hatte er aber noch zwei Tage Zeit. Die wollte er nicht ungenutzt verstreichen lassen.

„Wer ist der Bursche dort drüben?", flüsterte June. Ihre veilchenblauen Augen wanderten nach links, ohne dass sie ihren Kopf bewegte.

Bount folgte ihrem Blick.

Unter einer mächtigen Buche sah er einen Mann in schäbiger Kleidung, der nervös zu ihnen herüberblickte. Übermäßige Trauer war ihm nicht anzusehen. Er hörte nicht auf die Predigt, sondern interessierte sich hauptsächlich für die Anwesenden, die er abschätzend musterte. Immer wieder aber wanderte sein Blick zu June und Bount, die ihm sichtlich nicht ganz geheuer waren.

„Keine Ahnung, gab Bount zurück. „Vielleicht ein leitender Angestellter der Chapman Tools Company.

June hätte beinahe gelacht, besann sich aber rechtzeitig, dass dafür nicht der passende Ort war.

„Deine Witze waren schon mal besser, fand sie. „Wenn Chapman seine Angestellten wirklich so schlecht bezahlt hat, dass sie sich nicht mal einen anständigen Anzug leisten können, ist es kein Wunder, dass ihn einer umgebracht hat.

Der Fremde spürte offenbar, dass man sich für ihn interessierte. Er wartete das Ende der Feierlichkeiten nicht ab, sondern ging hastig davon. Von hinten wirkte er wie ein gerupfter Vogel. Vielleicht war aber auch er derjenige, der David Chapman gerupft hatte.

„Angeblich trug Chapman stets Bargeld in der Größenordnung von ein- bis zweitausend Dollar bei sich, sagte Bount. „Als seine Leiche gefunden wurde, enthielten seine Taschen lediglich etwas Kleingeld. Ich möchte wissen, wer der Mann ist und wohin er geht, Kleines. Aber lass dich möglichst nicht von ihm sehen. Er kennt dich jetzt.

Die Blondine mit der Löwenmähne nickte nur. Sie entfernte sich eilig in einer völlig anderen Richtung. Bount wusste aber, dass sie von nun an ihr Opfer nicht mehr aus den Augen lassen würde.

Er wandte sich wieder der Trauergemeinde zu.

Gerade wurde der Sarg hinabgelassen, als ein Aufruhr entstand. Eine junge, auffallend geschminkte Frau in buntem Sommerkleid, das für den Anlass völlig unpassend dekolletiert war, lief kreischend auf das offene Grab zu und warf höhnisch ein paar Münzen auf den Sarg.

„Da, schrie sie, „damit du endlich den Rachen voll bekommst. Mit blitzenden Augen blickte sie sich in der Runde um und rannte anschließend davon.

Bount bedauerte, dass June bereits fort war. So musste er der Frau selbst folgen. Schon jetzt hatte er begriffen, dass David Chapman bei seinen Mitmenschen längst nicht so beliebt gewesen war, wie seine Schwester ihm das hatte einreden wollen.

Er verfiel in Laufschritt, denn die schwarzhaarige Frau hatte bereits den Ausgang des Friedhofs erreicht. Jetzt warf sie sich in ein Taxi, das offenbar auf sie gewartet hatte.

Der Privatdetektiv jagte zu seinem silbergrauen Mercedes 450 SEL und ließ das Yellow Cab nicht aus den Augen. Es war nicht so leicht, einem Mietauto zu folgen. Die Straßen wimmelten um diese Zeit davon, und sie sahen alle gleich aus.

Bount sah die Schwarzhaarige im Fonds sitzen. Hin und wieder blickte sie sich um. Sie spürte wohl, dass sie verfolgt wurde und trieb den Cab Driver zu größerer Eile an.

Bount blieb ihr auf den Fersen. Selbst ein Berufsfahrer konnte ihm nichts vormachen. Er ließ sich nicht abhängen.

In der Nähe der Bayside Station stoppte das Taxi. Die Frau stieg aus und verschwand in einem Hauseingang. Der Fahrer wartete wiederum auf sie.

Bount hielt den Mercedes unmittelbar hinter ihm und stieg aus.

Der Mann grinste ihn erwartungsvoll an.

„Die Puppe scheint Ihnen zu gefallen, Sir, vermutete er. „Sie hatten‘s ja mächtig eilig, uns einzuholen. Meine Hochachtung. Vom Fahren verstehen Sie was.

Bount erwiderte das Grinsen.

„Wo haben Sie sie abgeholt?", wollte er wissen.

„Sie hat mich in Whitestone gestoppt, verriet der Driver. „Seitdem jagt sie mich von einer Station zur anderen. Soll ich ihr was ausrichten?

„Ich unterhalte mich lieber selbst mit ihr."

Bount musterte das Haus, in dem die Unbekannte verschwunden war. Es war sechs Stockwerke hoch und enthielt neben Apartments auch eine Reihe von Büros. Es war sinnlos, ihr zu folgen. Nur per Zufall würde er sie finden. Wenn er aber auf sie wartete, musste sie ...

Weiter kam er mit seinen Überlegungen nicht. Von hinten erhielt er einen mörderischen Hieb über den Schädel. Bount zuckte zwar reflexartig herum und taumelte einen Schritt zurück, um sich in Sicherheit zu bringen, aber da traf ihn schon der zweite Schlag. Während er seufzend zu Boden sank, sah er nur noch das höhnisch grinsende Gesicht des Taxifahrers, der mit einer Stahlrute zum nächsten Hieb ausholte.

6

Lange währte seine Bewusstlosigkeit nicht. Sie reichte dem Mann aber aus, in der Zwischenzeit zu verschwinden. Und mit ihm vermutlich auch die Frau, die sich so merkwürdig benommen hatte.

Bount verzog sein Gesicht, als er die Beulen an seinem Kopf abtastete. Er spürte nur zwei. Der Halunke hatte also offensichtlich auf weitere Aktivitäten verzichtet.

Ein seltsamer Taxifahrer! Bount ahnte, dass der Bursche ihn nicht nur aus Gefälligkeit seinem Fahrgast gegenüber niedergeschlagen hatte. Die beiden gehörten zusammen. Das stand für ihn fest.

Er erhob sich mit grimmigem Gesicht und fasste in seine Jackentasche. Vorsichtshalber hatte er sich die Nummer des Taxis notiert.

Von seinem Mercedes aus rief er die Zentrale an und erkundigte sich nach dem Burschen, der diesen Wagen fuhr.

Die Auskunft, die er kurze Zeit später erhielt, bestätigte ihm, dass er es mit Leuten zu tun hatte, deren schlimmster Fehler es keineswegs war, bei Beerdigungen unangenehm aufzufallen.

Das Taxi war vor ein paar Stunden gestohlen worden. Der eigentliche Fahrer hatte ein paar Schläge auf den Hinterkopf erhalten. Als er wieder zu sich kam, vermisste er nicht nur den Wagen, sondern auch seine Brieftasche.

Kein Wunder, dass die Unbekannte dann so großzügig mit dem Geld um sich werfen kann, dachte Bount. Er ließ sich noch Name und Anschrift des Überfallenen geben, hatte aber wenig Hoffnung, dass der ihm weiterhelfen konnte.

Er rief in seinem Büro an, nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass aus seinen Taschen nichts fehlte.

June konnte ebenfalls mit keinen erfreulichen Nachrichten aufwarten. Der Mann hatte sie abgeschüttelt, nachdem sie von zwei angetrunkenen Kerlen belästigt worden war.

„Ich glaube nicht, dass sie zusammengehört haben, sagte sie missmutig. „Sie hatten auch wenig Freude an mir. Ihre Schienbeine dürften sich inzwischen leicht verfärbt haben. Aber der Mann ist untergetaucht. Tut mir leid. Großer.

Bount musste zugeben, dass er auch nicht gerade erfolgreicher gewesen war. Er beschrieb June die Frau und den angeblichen Cab Driver, aber mit beiden konnte sie nichts anfangen.

„Was hast du jetzt vor?", erkundigte sie sich.

„Ich fahre zu den Chapmans. Pietät hin, Pietät her, ich kann nicht auf die Testamentseröffnung warten, zumal das Motiv auch woanders liegen kann. Ich muss wissen, wer die beiden Vögel sind, die sich aus dem Staub gemacht haben."

„Hast du für mich einen Auftrag?"

Den hatte Bount. June sollte ihren ganzen Charme, und von dem besaß sie eine Menge, aufbringen, um wenigstens einen Blick in das Testament werfen zu dürfen, das bei Doktor Ferrendy hinterlegt war.

„Du musst ihn zu becircen versuchen, meinte er. „Ich habe keine Lust, zwei Tage lang im dunkeln zu tappen. Lieutenant Brack kann durchaus recht haben, dass Chapman nur deshalb ermordet wurde, weil er zufällig zu jenem Zeitpunkt an der bewussten Stelle vorbeikam, als der Killer auf Beute lauerte. Mit dieser Möglichkeit will ich mich aber nicht zufriedengeben. Und Leslie Chapman tut das auch nicht.

„Findest du es nicht eigenartig, dass du von der Schwester des Erschossenen engagiert wurdest und nicht von seiner Frau?"

Darüber hatte sich Bount auch schon Gedanken gemacht. Er war aber zu keinem Ergebnis gekommen. Jamie Chapman mochte den Zeitpunkt für den Einsatz eines Detektivs noch für verfrüht gehalten haben. Immerhin waren die polizeilichen Ermittlungen erst angelaufen. Vielleicht wollte sie auch nicht noch mehr Staub aufwirbeln, der jedenfalls der Firma Chapman Tools Company schadete. Ein drittes Argument war, dass Schock und Trauer über den plötzlichen Tod ihres Mannes den Wunsch nach unbedingter Vergeltung in den Hintergrund treten ließen. Sobald er sich mit ihr unterhalten hatte, würde er mehr wissen.

Und genau das hatte er jetzt vor.

7

Zuallererst hielt sich Bount Reiniger an Leslie Chapman. Sie hatte ihn um Hilfe gebeten und stand demzufolge auf seiner Seite. Ob sie deswegen über jeden Verdacht erhaben war, musste sich erst noch herausstellen. Sie wäre nicht der erste Klient gewesen, der versucht hätte, ihn, Bount Reiniger, dadurch zu täuschen, dass er ihn bezahlte.

Vorläufig war noch jeder verdächtig. Jeder in der Familie, jeder im Betrieb, jeder in New York City und vielleicht noch darüber hinaus.

Leslie Chapman war noch die Erregung von der Beerdigung anzumerken. Vor allem der skandalöse Auftritt der jungen Frau hatte sie in Rage gebracht.

„Eine Unverschämtheit war das, stellte sie fest. „Aber so war sie schon immer. Kein Wunder, dass David jeden Kontakt zu ihr abgebrochen hatte.

Bount spitzte die Lauscher. „Sie kennen sie also?", fragte er hoffnungsvoll.

„Leider, bestätigte die Frau. „Miriam ist Davids Tochter. Er war damals mit einer Kunststudentin befreundet, die von der Ehe nichts hielt. Inzwischen ist sie gestorben. Miriam entwickelte sich allerdings nicht so, dass David stolz auf sie sein konnte. Sie heiratete, wurde aber schon vier Monate später wieder geschieden. Jobbte an hundert Stellen, wobei es sich bei den meisten um Betten gehandelt haben dürfte. Ich nehme auch an, dass sie Erfahrungen mit Alkohol und Rauschgift gesammelt hat. An ihren Vater erinnerte sie sich immer nur dann, wenn sie sich in finanziellen Schwierigkeiten befand. Das war allerdings oft der Fall. Irgendwann machte David ihr jedoch klar, dass sie mit ihm nicht mehr zu rechnen brauchte. Das hat sie ihm übelgenommen. Sie haben ja ihre Unverschämtheit am Grab miterlebt. Ganz klar, dass ihr Bekanntenkreis auch nicht der Beste ist.

Bount nickte bestätigend und befühlte seine Beulen.

Die derzeitige Adresse von Miriam Schneider wusste die Frau nicht.

„Die brauchen Sie nicht zu suchen, meinte sie verächtlich. „Bei der Testamentsverlesung findet sie sich bestimmt ein. Und falls sie leer ausgeht, wird sie sich zu einer neuerlichen Szene hinreißen lassen.

Bount notierte Miriam Schneider in Gedanken auf seiner Liste der Verdächtigen und setzte die Befragung fort.

Vor allem interessierte er sich für den geheimnisvollen Mann, an dessen Fersen sich June vergeblich geheftet hatte.

Leslie Chapman konnte sich nicht denken, wen er meinte. Trotz der ziemlich detaillierten Beschreibung, die er ihr gab, schüttelte sie den Kopf.

„Den kenne ich nicht, Mister Reiniger. Warum haben Sie ihn entkommen lassen? Bestimmt war es der Mörder meines Bruders. Es hat ihn zum Friedhof getrieben."

Bount überhörte den Vorwurf. Er stellte weitere Fragen und wollte auch wissen, wie die Frau selbst zu ihrem Bruder gestanden hatte.

Leslie Chapman blitzte ihn zornig an. „Diese Frage hätten Sie sich sparen können, fand sie. „Ich hätte keinen Grund gehabt, David zu töten. Ich lebe in seinem Haus und habe mein Auskommen. Sicher werde ich nun etwas erben, aber in zehn oder fünfzehn Jahren wäre mein Anteil größer gewesen. Davids Betrieb befand sich meines Wissens in einem enormen Aufwärtstrend. Im Übrigen kann ich gar nicht mit einer Schusswaffe umgehen.

Bount nahm dies alles zur Kenntnis, fragte aber trotzdem, wie und wo Leslie Chapman den Tag des Mordes verbracht hatte.

Sie ließ sich von der Haushälterin bestätigen, dass sie sich fast den ganzen Tag im Haus aufgehalten hatte. Natürlich hatte sie auch ein paar Besorgungen gemacht. Dafür gab es keine Zeugen.

Jamie Chapman war die nächste, der sich Bount widmete. Die Witwe trug ein schlichtes schwarzes Kleid und sah darin ein bisschen ärmlich aus. Bount fragte sich, ob das Absicht war.

Bevor sie gefragt wurde, verdächtigte sie ihre Schwägerin, die sie offensichtlich nicht leiden konnte.

„Hat sie Ihnen etwas von ihrer grenzenlosen Liebe zu ihrem Bruder vorgelogen?, wollte sie bissig wissen. „Lassen Sie sich von ihr nur nicht einwickeln. Sie ist lange nicht so zahm, wie sie den Anschein erweckt. Fragen Sie sie einmal, ob David ihr das elterliche Erbteil ausgezahlt hat?

„Hat er?"

Jamie Chapman lachte auf. „Natürlich nicht. Wie hätte er eine so bedeutende Summe aus dem Betrieb ziehen können? Er war der Auffassung, dass monatliche Zahlungen für sie viel sinnvoller seien."

„Ihre Schwägerin wollte die Summe aber auf einmal."

„Richtig. Sie wollte nicht mehr abhängig sein. Da steckte irgendein Kerl dahinter. Sie hatte vor, mit ihm ein Geschäft zu eröffnen. Dabei ist Leslie alles andere als geschäftstüchtig. Ihr Liebhaber hätte sie nur ausgenützt. Als sie das Geld nicht bekam, hat er sie auch prompt sitzenlassen."

Auch Jamie Chapmans Alibi war nicht gerade wasserdicht zu nennen. Sie konnte sich zwar an einige Geschäfte erinnern, in denen sie an jenem Tag eingekauft hatte, aber die Kette war bei Weitem nicht lückenlos.

Bount wollte sich nun mit dem Sohn unterhalten, doch als er die Tür öffnete, fiel ihm dieser entgegen. Der Zwanzigjährige musste gelauscht haben.

Er riss sich ungestüm los und stieß einen Fluch aus.

„Fassen Sie mich nicht an, schrie er und verdrehte damit die Tatsachen. „Was schnüffeln Sie überhaupt hier herum? Das ist Sache der Polizei. Die wird den Mörder meines Vaters schon finden.

„Und ich werde ihr dabei helfen, entgegnete Bount Reiniger ungerührt. „Wo waren Sie, als das Verbrechen geschah?

Der Junge schaltete auf stur. „Das habe ich schon dem Lieutenant gesagt, erklärte er. „Fragen Sie ihn doch, wenn Sie‘s unbedingt wissen wollen.

Bount hatte schon längst mit Toby Rogers über den Fall gesprochen. Toby war nicht nur sein Freund, sondern vor allem der Leiter der Mordkommission Manhattan C/II. Und obwohl das Verbrechen nicht in seinen Zuständigkeitsbereich gehörte, hatte er doch verschiedene Informationen beschaffen können. Auf kollegialer Ebene, sozusagen.

Diese Tatsache behielt Bount wohlweislich für sich. Das brauchte keiner von den Chapmans zu wissen. Er wartete auf eventuelle Widersprüche bei den Aussagen. Dann würden Lieutenant Brack und er sofort zupacken.

Hal Chapman hatte angeblich die Vorlesungen in der Columbia University besucht, was vorläufig aber noch von niemand bestätigt worden war.

Auch Gars Sutter befand sich noch im Haus. Der Tod seines Freundes war ihm sehr zu Herzen gegangen.

Vor allem fürchtete er um den Weiterbestand der Firma und damit um seinen eigenen Job.

„Sie werden sehen, Mister Reiniger, sagte er betrübt, „nachdem erst alle Erben befriedigt worden sind, ist von dem Betrieb nichts mehr übrig.

Bount fragte ihn, ob er irgendeinen Verdacht habe, wer als Mörder in Frage käme, aber Gars Sutter schüttelte den Kopf.

„Verlangen Sie nicht von mir, dass ich mich auf einen Namen festlege, Mister Reiniger. Die Chapmans sind meine Freunde, und David war nicht immer genießbar. Wir alle haben wohl irgendwann einmal Groll gegen ihn gehegt. Ich nehme mich da nicht aus. Aber ihn umzubringen, ist etwas anderes. Das würde ich nicht mal Hal zutrauen."

„Wieso erwähnen Sie gerade ihn?" Bount Reiniger wunderte sich.

Gars Sutter hatte schon selbst gemerkt, dass er sich zu weit vorgewagt hatte.

„Ich bin ein alter Esel, klagte er. „Denken Sie jetzt um Himmels willen nicht, ich wollte Hal etwas am Zeuge flicken. Im Gegenteil. Ich mag den Jungen. Und ich finde, es ist besser, Sie erfahren es von mir, denn herausfinden werden Sie es ja sowieso.

„Sie machen mich

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