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Bio-Touch: Die heilende Kraft der Fingerspitzen
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Bio-Touch: Die heilende Kraft der Fingerspitzen
eBook343 Seiten4 Stunden

Bio-Touch: Die heilende Kraft der Fingerspitzen

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Über dieses E-Book

Fast jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ihn bei der unerwarteten Berührung der Hände einer fremden Person ein kleiner elektrischer Impuls getroffen hat. Die Hände sind ein unmittelbarer Überträger der Lebensenergie eines Menschen!
Diese Ur-Empfindung stand am Anfang von „Bio-Touch“! Über die Hände, und in ganz speziellem Maß über die Fingerspitzen, strömt Energie. Energie, die, wenn sie bewusst eingesetzt wird, eine wunderbare Heilwirkung ausüben kann.
Debra Schildhouse schildert auf spannende Weise ihre persönlichen Erfahrungen mit dieser neuen Heilweise. Sie erlebt außergewöhnliche Verwandlungen und bewegende innere Transformationen. Heilwerdung umfasst immer den ganzen Menschen!
So wird dieses Buch zu einem lebendigen Dokument über die Wirkungsweise von „Bio-Touch“ im Alltag und zu einer Quelle der Inspiration, um die eigenen Heilkräfte neu zu entdecken!

SpracheDeutsch
HerausgeberAquamarin Verlag
Erscheinungsdatum10. Aug. 2020
ISBN9783968611631
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    Buchvorschau

    Bio-Touch - Debra Schildhouse

    Fingerspitzen

    © 2017 der deutschen Ausgabe:

    Aquamarin Verlag GmbH, Voglherd 1, D-85567 Grafing

    www.aquamarin-verlag.de

    © 2015 Debra Schildhouse

    published by Arrangement with WATERSIDE Production INC.,

    Cardiff-By-The-Sea, CA, USA

    Dieses Werk wurde vermittelt durch die

    Literarische Agentur Thomas Schlück • 30827 Garbsen

    Deutsche Übersetzung von Astrid Ogbeiwi

    Umschlag unter Verwendung von:

    © 167712623/Boule – shutterstock.com

    All rights reserved.

    ISBN 978-3-96861-163-1

    Inhalt

    Vorwort

    Zum Geleit

    Kapitel Eins: Mein Weckruf

    Kapitel Zwei: Eine ganz neue Erfahrung

    Kapitel Drei: Meine Vergangenheit akzeptieren

    Kapitel Vier: Mit eigenen Augen sehen

    Kapitel Fünf: Neue Lektionen

    Kapitel Sechs: Die Dunkelheit besiegen

    Kapitel Sieben: Die Zukunft winkt

    Kapitel Acht: Wissen weitergeben

    Kapitel Neun: Eine berührende Verbindung

    Kapitel Zehn: Die Geburt von Bio-Touch

    Kapitel Elf: Im Laufe der Jahre

    Kapitel Zwölf: Eine Heilung, die zu Herzen geht

    Kapitel Dreizehn: Meine eigene Erfahrung mit Bio-Touch

    Worte von Paul Bucky

    Nachwort

    Danksagungen

    Über die Autorin

    Mehr über Bio-Touch

    Dieses Buch ist dem Andenken meines Vaters Joseph J. NuDell gewidmet, dessen Liebe mich noch immer Tag für Tag berührt; und es ist für Lory, der mich gelehrt hat, dass Mitgefühl für andere uns den vielfältigen Möglichkeiten in uns selbst öffnet.

    Vorwort

    Von Dr. Gary E. Schwartz

    Energie fließt, wo der liebevolle Geist ist.

    Ist es möglich, dass die einfache Technik, bestimmte Körperstellen sanft zu berühren, nicht nur zu einer signifikanten Verminderung von Schmerz und Leiden führen, sondern die Heilung von Körper-Seele-Geist sowie die Gesundheit fördern kann?

    Ist es darüber hinaus möglich, dass diese einfachen Berührungen mit den Fingerspitzen mit minimaler Übung nicht nur von Studenten in den ersten Semestern, sondern tatsächlich sogar von kleinen Kindern mühelos ausgeführt werden können?

    Bis ich Paul Bucky begegnet bin und von Bio Magnetic Touch Healing™ oder kurz Bio-Touch™ erfahren habe, hätte ich gesagt: „Selbstverständlich nicht."

    Doch im Verlaufe dessen, dass ich

    1.ihn und seine Kollegen kennen (und schätzen) lernte,

    2.ihnen half, systematische Forschungsstudien über Bio-Touch durchzuführen und schließlich

    3.sowohl mit Studenten in meinen Kursen als auch in meinem Labor (das damals The Human Energy Systems Laboratory hieß) selbst über Bio-Touch forschte, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass Bio-Touch alles erfüllt, was darüber behauptet wird – und mehr.

    Später machte Paul mich mit Debra Schildhouse bekannt, der Verfasserin dieses gut geschriebenen und äußerst sinnvollen Buches über die Geschichte von Bio-Touch und das, was es individuell und weltweit für die Gesundheit verspricht; und ich erhielt das Privileg, ihr und Bio-Touch mit dieser zu Recht verdienten Einführung und Kommentierung die Ehre zu erweisen.

    Ich sollte einräumen, dass ich als Autor „voreingenommen bin – nicht nur, weil ich die replizierten Nachweise miterlebt habe, die sich in der Forschung zeigten, sondern auch weil ich viele Stunden mit Paul Bucky und seinem Team verbracht und sie hinsichtlich ihrer Vergangenheit, Beweggründe, Vorgehensweise und Träume „auf Herz und Nieren geprüft habe. Wie Sie bei der Lektüre dieses Buches feststellen werden, sind nicht nur Paul und Debra (gelinde gesagt) „ungewöhnliche" Menschen, sondern auch die Herkunft der zentralen Behandlungsformen von Bio-Touch ist ausgesprochen unüblich. Wenn ich auch an dieser Stelle nicht ins durchaus faszinierende und herausfordernde Detail gehen will (Sie werden gleich selbst das Vergnügen haben, mehr darüber zu lesen), muss ich doch von vornherein zugeben, dass Entstehung und Entwicklung von Bio-Touch alles andere als konventionell sind.

    Diese einzigartige Geschichte tut jedoch weder der Wahrheit über die Leichtigkeit und Effektivität der Bio-Touch-Methoden noch der Lauterkeit, mit der Paul, Debra und zertifizierte Bio-Touch-Anwender dieser Arbeit nachgehen, den geringsten Abbruch. Ihre Hingabe ist eine Inspiration, und ihre gemeinsamen Bemühungen lassen einen demütig werden. Da Debra dankenswerterweise dieses Buch geschrieben hat, kann Bio-Touch jetzt auch potenziell auf der ganzen Welt akzeptiert und angewandt werden.

    Ich möchte die Gelegenheit nutzen, zwei Dinge weiterzugeben, die ich bei meiner Beschäftigung mit Bio-Touch gelernt habe, insbesondere in Bezug auf andere Heilverfahren, die unter die allgemeine Rubrik „Energieheilung" fallen. Das erste ist, dass es offenbar keinen Ersatz für die direkte körperliche Berührung zwischen Behandler und Behandeltem gibt. Obwohl ich, wie ich in meinem Buch The Energy Healing Experiments berichte, über die Wirksamkeit verschiedener berührungsloser Heilverfahren, darunter auch Distant Intentionality (Fernheilungsabsicht), geforscht habe, haben meine Forschungen über Bio-Touch eindeutig gezeigt, dass die stärksten Effekte regelmäßig bei direktem Hautkontakt erzielt werden. Dieses Fazit wird auf der Website von Bio-Touch unter http://www.justtouch.com/univeristy-arizona-research/ kurz erläutert, und etwas weiter unten finden Sie den Nachdruck einer Grafik, welche die Ergebnisse veranschaulicht.

    Um es kurz zu machen: Bei diesem Experiment erhielten insgesamt hunderteinundzwanzig Studentinnen und Studenten der Universität von Arizona drei verschiedene Varianten der „Begrüßung, die den Auftakt einer Sitzung bildet (und in Debras Buch näher erklärt wird). Die erste war „Hautkontakt – also direkter Körperkontakt zwischen den Fingerspitzen des Behandlers und der Haut des Behandelten. Die zweite war „Kleidungskontakt, wobei dieselben Fingerspitzen an denselben Körperstellen eingesetzt wurden, die Finger des Behandlers aber lediglich die Kleidung des Behandelten berührten. Die dritte schließlich war „Kontaktlos, wobei sich die Finger des Behandlers wenige Zentimeter über dem Körper des Behandelten befanden.

    Schmerzraten vor und nach Kontakt

    Die studentischen Bio-Touch-Empfänger stuften ihre Schmerzen sowohl vor (graue Kurve) als auch nach (schwarze Kurve) jeder Variante auf einer Skala von Null bis Zehn ein. Alle hunderteinundzwanzig Studenten erhielten jeweils alle drei Varianten. Darüber hinaus waren auch alle „Behandler" Studentinnen und Studenten, die jeweils ganz einfache Anleitungen befolgten, wo sie ihre Finger zu platzieren hatten. Da viele Studenten minimale oder keine Schmerzen hatten, wurde nicht erwartet, dass bei der Gruppe im Ganzen Schmerzlinderungen in einer hohen Größenordnung zu beobachten wären.

    Dennoch zeigten die Daten eindeutig, dass hinsichtlich der Linderung angegebener Schmerzen nach der Behandlung „Kontaktlos zwar einen minimalen und „Kleidungskontakt einen mäßigen, direkter „Hautkontakt" jedoch den größten Effekt erzielte. Diese Unterschiede waren statistisch hochsignifikant. Mit einem Wort: Es kam auf direkte körperliche Berührung an.

    Die Frage ist: Warum.

    Ist der Grund in erster Linie physiologischer Natur (weil zum Beispiel durch direkte Berührung sowie durch die Wärme der Finger des Behandelnden die Berührungs-Rezeptoren aktiviert werden)?

    Ist der Grund in erster Linie psychologischer Natur (weil zum Beispiel mit einer sanften und gefahrlosen Berührung positive Gefühle verbunden sind)?

    Oder ist es möglich, dass auch elektromagnetische Effekte, die mit dem direkten körperlichen Kontakt einhergehen, am Werk sind (weil zum Beispiel Elektronen ausgetauscht werden und zwischen dem Herzen/EKG des Behandelnden und dem Empfänger ein Stromfluss entsteht)? Diese Möglichkeit wird in den Forschungen näher beleuchtet, über die ich in The Energy Healing Experiments berichte.

    Meine Hypothese lautet, dass am Bio-Touch-Prozess wahrscheinlich alle drei Mechanismen beteiligt sind – physiologische, psychologische und biophysikalische.

    Die zweite Lektion ist gewissermaßen tiefer sowie offen gestanden für mich und vielleicht auch für Sie inspirierender. Sie steht im Bezug zu einem Motiv, das in Debras Buch zum Ausdruck kommt: Die Bedeutung der Liebe sowie der Prozess des Gebens und Empfangens nicht-sexueller liebevoller Berührung.

    Die Liebe, die Bio-Touch fördert, ist eine hohe Form der Liebe, die Empathie, Mitgefühl, Fürsorge, Güte, Sanftmut, Schutz, Geborgenheit, Wärme, Dankbarkeit, Wertschätzung und Achtung einschließt.

    Es ist genau die Art von Liebe, auf die ich in einem Workshop, den ich regelmäßig im Gesundheits-Zentrum Canyon Ranch gebe und der den Titel trägt „Awakening the Power Within: Achieving Optimal Health through Energy Healing (Die Kraft im Inneren wecken: Optimale Gesundheit durch Energieheilung), so großen Wert lege. Ich lehre die Gäste das Kernprinzip: „Energie fließt, wo der liebevolle Geist ist.

    Wenn Sie in liebevoller Weise an Ihre Hände denken – denken Sie zum Beispiel einfach beim Einatmen „Liebe Herz und beim Ausatmen „Liebe Hände – dann steigt normalerweise die Temperatur in Ihren Händen ganz von selbst. Dies liegt nicht etwa daran, dass Sie versuchen, sie warm zu „machen" oder auch nur sich zu Bewusstsein zu führen, dass Ihre Hände wärmer werden. Ihre Hände werden einfach deshalb wärmer, weil Sie (1) Ihre Aufmerksamkeit auf sie richten und (2) dies in liebevoller Absicht für sie tun.

    Die „Ausrichtung des Geistes auf liebevolle Energie ist in Bio-Touch stillschweigend enthalten und wird in Bio-Touch-Einrich-tungen ausdrücklich gepflegt. Wir könnten meinen Satz leicht umformulieren und sagen: „Energie fließt, wo die liebevolle Berührung ist. Die hohe Form der Liebe, die Bio-Touch bei seinen Anwenderinnen und Anwendern fördert, ist spürbar.

    Wenn Sie nun in Debras liebenswürdiges und wohltuendes Buch eintauchen, dann ist es mein Wunsch, dass Sie wie ich erfüllt werden von dem Wunder und der Verheißung, die Bio-Touch für uns, unsere Lieben, die ganze Menschheit und die Natur als Ganzes darstellt.

    Dr. Gary E. Schwartz ist Professor für Psychologie, Medizin, Neurologie, Psychiatrie und Chirurgie sowie Direktor des Laboratory for Advances in Consciousness and Health an der Universität von Arizona. Außerdem ist er Entwicklungsleiter Energieheilung beim Gesundheits-Ressort Canyon Ranch. Zu seinen Büchern gehören: Alles erinnert: Wie zwei Wissenschaftler ein universelles, lebendiges und interaktives Gedächtnis entdecken (Originaltitel: The Living Energy Universe) und The Energy Healing Experiments.

    Zum Geleit

    Ich war skeptisch, als ich hörte, was über Bio-Touch gesagt wird. Es handelt sich dabei um eine Heilmethode, bei der mit zwei Fingern beider Hände bestimmte Punkte am Körper berührt werden, um Schmerzen zu lindern, Stress abzubauen und die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken. Jeder kann sie erlernen, hieß es. Man musste noch nicht einmal heilerische Fähigkeiten oder Begabungen besitzen. Anscheinend war außerdem jeder schon beim ersten Versuch erfolgreich. Das klang zu gut, um wahr, und zu einfach, um wirksam zu sein. Allerdings war ich verzweifelt auf der Suche nach einer Heilungstechnik, auf die ich mich verlassen konnte.

    Vor Jahren hatte ich mich in verschiedenen Heilverfahren versucht, die mit Handauflegen arbeiten, und tatsächlich einigen meiner „Patienten" zu mehr Wohlbefinden verhelfen können. Es war ergreifend, tatsächlich Schmerzen lindern zu können. Doch meine Methode war unzuverlässig und versagte, als ich sie am meisten brauchte – um das Leiden meiner eigenen Tochter zu lindern. Jill hatte sich eine virale Meningitis zugezogen, und die Intensität ihrer Kopf- und Nackenschmerzen überstieg meine begrenzten Heilfähigkeiten. Schlimmer noch, die starken Narkotika ihrer Ärzte waren ebenso machtlos wie meine Hände.

    Nach vielen höllischen Tagen und zwei notfallmäßigen Fahrten ins Krankenhaus erholte sich Jill. Sie konnte ihr umtriebiges Leben ganz ohne schädliche Nachwirkungen fortführen. Doch ich war völlig aufgerieben und zutiefst verstört; nie wieder wollte ich mich derart hilf- und hoffnungslos fühlen müssen.

    Etwa ein Jahr vor Jills Erkrankung hatte ich einen Artikel über Bio-Touch gelesen. Im Bio-Touch-Zentrum in Tuscon, Arizona – zufällig nur vierzehn Kilometer von meinem Wohnort entfernt – bot die zugehörige Organisation zu einem vernünftigen Preis Ausbildungskurse an. Die Heilmethode klang faszinierend, doch damals war ich bereits anderswo ehrenamtlich stark engagiert. Daher verschob ich die Kurse auf später, wenn ich nicht mehr ganz so viel zu tun hätte. Das war weiß Gott eine grottenschlechte Entscheidung! Doch jetzt konnte ich nicht schnell genug ins Zentrum kommen.

    Leider fühlte ich mich am ersten Kurstag unter den anderen Teilnehmern und selbst unter den Lehrern recht deplatziert – für mich waren sie alle Hippies und „Baumumarmer" unterschiedlichsten Alters. Ich bekam mit, wie sie sich über ihre Traumtagebücher, pflanzliche Ernährung und spirituelle Studien unterhielten. Verflixt, und ich meditierte noch nicht einmal. Mehr noch, mich beschlich die Sorge, die Heilungstechnik könnte sich als über alle Maßen verschroben erweisen. Ich hatte gelesen, dass sie durch Berührung unmittelbar auf der Haut ausgeführt wird, deshalb musste man vor Beginn der Heilungssitzung den Oberkörper freimachen. Als anständige Frau war ich darauf gefasst wegzulaufen, sobald ich mich im übertragenen oder wörtlichen Sinne nackt fühlen würde.

    Doch als ich die zu Herzen gehenden Geschichten hörte, die uns die drei Lehrer erzählten, ließ meine Anspannung nach. Sie erklärten, dass Bio-Touch durch seine Bildungsstiftung, die International Foundation of Bio-Magnetics (Internationale Stiftung für Bio-Magnetik), im Laufe der Jahre Scharen von Menschen geholfen hatte, weil jedem, der durch die Tür des Zentrums tritt, kostenlose Heilungssitzungen angeboten werden. Es werden lediglich Spenden angenommen. Hatte ich recht verstanden? Konnte es eine solche Einrichtung tatsächlich geben?

    Als dann einer der Lehrer sagte, die Kursteilnehmer bräuchten keine besonderen Kenntnisse, Überzeugungen oder heilerischen Fähigkeiten, um diese Technik wirksam anwenden zu können, fühlte ich mich eindeutig qualifiziert. Überraschenderweise kam es mir dann am Ende des ersten Kurstages doch so vor, als sei ich genau am rechten Ort, um die Heilungstechnik zu erlernen, die ich gesucht hatte.

    Alle Anwender, die im Zentrum Bio-Touch-Sitzungen gaben, arbeiteten ehrenamtlich – und jetzt wollte ich unbedingt zu ihnen gehören. Daher absolvierte ich alle erforderlichen Kurse sowie ein Praktikum und wurde fünf Monate später zertifizierte Anwenderin. Es war immer wieder erhebend, wenn ich dort arbeiten, Menschen berühren und ihr Leiden lindern konnte.

    Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, wie viel ich im Laufe des Prozesses über mich selbst lernen würde. Unvermittelt stand ich vor herausfordernden Situationen, auf die ich nicht vorbereitet war. In solchen Momenten wollte ich einfach nur noch aus dem Zentrum weglaufen, ohne je wieder zurückzuschauen. Doch unter Anleitung des Leiters, Paul Bucky, und nach einiger Gewissenserforschung biss ich die Zähne zusammen und blieb. Dabei überwand ich nach und nach meine tiefsten Abneigungen und Ängste.

    Jahre bevor ich ihn kennenlernte, hatten Pauls starke Rückenschmerzen ihn dazu getrieben, bei einem Heiler in einer winzigen Ortschaft in Colorado Linderung zu suchen. Der Mann wandte Bio-Touch an und beseitigte damit Pauls Schmerzen innerhalb von zwei Sitzungen vollständig. Paul erkannte das ungenutzte Potenzial von Bio-Touch und widmete sein ganzes weiteres Leben der ehrenamtlichen Tätigkeit als Anwender und Lehrer der Methode.

    Eines Tages erwähnte er mir gegenüber, wie sehr er sich wünsche, dass jemand ein Buch über Bio-Touch schreibt. Er sagte, auf der ganzen Welt müssten Menschen von dieser Heilmethode erfahren, die jeder überall anwenden könne. Er stellte sich vor, dass irgendwo in abgelegenen Regionen Chinas oder Bangladeschs Nachbarn sich gegenseitig zu Hause mit Bio-Touch behandeln und einander helfen würden, damit es ihnen bessergehe.

    Seine Worte weckten in mir das plötzliche, überwältigende Verlangen, die Autorin dieses Buches zu sein. Ich hatte keine professionelle Erfahrung im Schreiben, sondern schrieb lediglich hobbymäßig Geschichten. Doch für die Sehnsucht, die mir nun im Herzen brannte, spielte dies offensichtlich keine Rolle. Ich wollte unbedingt weitersagen, was ich im Bio-Touch-Zentrum gesehen und gelernt hatte.

    Mir war klar, dass ich auch Biografisches aus Pauls Leben in mein Buch aufnehmen musste. Er hatte nicht nur außergewöhnlich gelebt, sondern auch Bio-Touch weit über die Grenzen der Kleinstadt Mancos in Colorado hinaus bekannt gemacht. Er hatte die Stiftung gegründet, die bis heute jedem, der Bio-Touch erlernen will, Kurse anbietet, weil diese Methode Pauls lebenslanges Bekenntnis, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", perfekt verkörpert. Und er wird nicht ruhen, bis er Bio-Touch noch viel mehr Menschen weitergegeben hat.

    Stundenlang interviewte ich ihn, um Einzelheiten aus seinem unkonventionellen Leben auszugraben. Seit seiner Jugend war er spirituell auf der Suche gewesen. Als junger Erwachsener lud er Freunde ein, bei ihm einzuziehen, um miteinander zu leben. Rasch entwickelte sich sein Haus zu einer Selbstversorger-Gemeinschaft von Leuten, die spirituelle Erleuchtung suchten und diese zugleich an andere weitergaben. Später lebte er in den Bergen von Colorado in einem hundert Jahre alten Haus ohne fließendes Wasser, Gas, Strom, Telefon oder Briefzustellung. Vier Jahre lang mied er zusammen mit einer Gruppe ausgewählter Menschen die moderne Zivilisation und lebte wie einst die Pioniere, um sich ausschließlich auf seine spirituellen Studien zu konzentrieren.

    Ich war berührt, wütend, amüsiert und zuweilen auch angewidert von seinen Schilderungen früherer Siege und Niederlagen. Aber je mehr ich hörte, desto deutlicher wurde mir klar, dass sich unser Leben seit Jahrzehnten auf parallelen Bahnen bewegte. Ohne dass wir nahe beieinander gelebt oder uns auch nur gekannt hätten, haben wir genau zum selben Zeitpunkt im Leben die gleichen Erfahrungen gemacht, was wir uns beide angesichts unseres völlig verschiedenen Hintergrunds nie hätten vorstellen können. Schließlich führte das Leben uns beide zum Bio-Touch-Zentrum in Tucson, Arizona, und kulminierte in unserer sich stetig vertiefenden Freundschaft sowie einer gemeinsamen Vision für die einfache und doch ungemein wirkungsvolle Heilmethode namens Bio-Touch.

    Kapitel Eins

    Mein Weckruf

    Ein Arzt verschafft dem anderen Arbeit.

    Englische Redensart

    „M am, mein Kopfweh geht nicht weg. Allmählich wird mir das unheimlich."

    Krampfhaft hielt ich den Telefonhörer fest, denn die Stimme meiner Tochter jagte mir Angst ein. Seit drei Wochen zerbrachen sich Jills Ärzte den Kopf und versuchten herauszufinden, was man gegen ihre ständigen Schmerzen tun könne. Das Ganze hatte als leichte Störung begonnen, war aber nach und nach immer stärker geworden. Inzwischen war das Pochen so schlimm, dass keines der verschriebenen Medikamente mehr dagegen ankam. Sogar hochdosierte Schmerzmittelinjektionen konnten gegen ihre anhaltenden Qualen nichts ausrichten.

    Jill war eine gesunde Frau von zweiunddreißig Jahren und hatte kaum einmal Kopfschmerzen. Migräne hatte sie noch nie gehabt. Doch jetzt zog sich ein unerbittlicher Schmerz ringförmig um ihre Augen und kroch bis in den Nacken hinunter. Sie konnte sich bei der Arbeit nicht konzentrieren, nichts mehr unternehmen und nachts nicht durchschlafen.

    „Erinnerst du dich noch an meinen Freund Marc? Jills Stimme klang dünn und schwach. „Er ist Neurologe. Als ich ihm erzählt habe, dass ich wegen meiner Kopfschmerzen schon bei zwei Ärzten war, ist er sofort vorbeigekommen und hat mich kurz untersucht. Er sagte, oberflächlich wirke es so, als sei alles in Ordnung, aber er will, dass ich zu umfassenden Tests ins Krankenhaus gehe.

    „Was für umfassende Tests?", fragte ich und versuchte, die Panik in meiner Stimme zu unterdrücken.

    „Er sagte, bei mir sei es Zeit für eine Lumbalpunktion, antwortete sie. „Natürlich will ich das nicht, aber ich habe ihm gesagt, wenn es bis Samstag nicht besser ist, dann lasse ich sie machen.

    „Eine Punktion der Wirbelsäule?", seufzte ich. Vor meinem inneren Auge tanzten Bilder, auf denen lange Nadeln aus der Wirbelsäule meiner Tochter herausragten.

    „Ja, Mam, er hat gesagt, das ist die einzige Möglichkeit, um festzustellen, was wirklich mit mir los ist."

    „Nun ja, ich bin mir sicher, dass er weiß, was das Beste ist, sagte ich und war dankbar, dass Jill meinen entsetzten Gesichtsausdruck nicht sehen konnte. „Denke einfach nur daran, dass es dir schon bald bessergeht. Okay, meine Süße?

    Am Samstag ging es Jill nicht besser, daher sprangen mein Mann Howard und ich ins Auto und fuhren die hundertsechzig Kilometer von Tucson, Arizona, nach Phoenix, wo Jill wohnte. Sie befand sich bereits in der Notaufnahme des Krankenhauses. Unser Sohn David, der eigentlich in Tucson wohnt, war an jenem Morgen zufällig in Phoenix und hatte Jill ins Krankenhaus gefahren.

    Obwohl Jill es unnötig fand, dass ihr Vater und ich bloß wegen eines medizinischen Tests extra anreisten, hätten wir uns gar nichts anderes vorstellen können.

    Doch eine halbe Stunde hinter Tucson kam der Verkehr aufgrund eines Unfalls, der sich viele Kilometer vor uns ereignet hatte, zum Erliegen. Eine Dreiviertelstunde mussten wir voll ängstlicher Unruhe im Stop-and-go aushalten.

    Als wir im Krankenhaus ankamen, waren die medizinischen Tests bereits abgeschlossen. David führte uns in ein kleines Zimmer, in dem Jill dick zugedeckt in einem Krankenhausbett lag. Gesicht und Arme wirkten winzig, fast wie bei einem Kind, doch in ihren riesengroßen Augen war der Schmerz deutlich abzulesen. Sanft nahm ich ihre Hand in meine.

    David erklärte, bei Jill seien ein MRT und ein CT gemacht sowie einige Blutproben entnommen worden. „Dann haben sie die Wirbelsäule angezapft, fuhr er fort, „aber der Arzt muss neu gewesen sein oder so ähnlich, denn er hat die Nadel mehrmals an der falschen Stelle eingeführt.

    „Was?", ich spürte, wie sich mir der Magen zuschnürte.

    „Ja, er hat drei Ansätze gebraucht, bis er endlich die richtige Stelle gefunden hatte, erwiderte David. „Das war ganz schön brutal. Jetzt soll sie eine Weile flach auf dem Rücken liegen bleiben.

    Mir brach der Schweiß aus, und eine Welle der Übelkeit nach der anderen überkam mich. Howard atmete scharf ein, und sein Körper straffte sich. Ich wusste, dass es ihm genauso ging wie mir und er jemanden finden wollte, der ihm Rede und Antwort stünde. Doch um unsere Tochter nicht aufzuregen, blieben wir ruhig und sagten nichts. Irgendwie brachten wir eine lockere Unterhaltung zustande, bis David ging und wieder nach Tucson zurückfuhr. Howard und ich begleiteten ihn zum Parkhaus. Als wir wieder in Jills Zimmer kamen, stand der Arzt aus der Notaufnahme mit ihrer Akte in der Hand neben ihrem Bett. Er stellte sich vor und sagte, die Testergebnisse seien eingetroffen.

    „Bei allem, worauf wir sie untersucht haben, sind sie negativ", sagte er, zog die Brille mit den dicken Gläsern ab und putzte sie mit einem schmuddeligen, ausgefransten Taschentuch.

    „Das sind doch gute Nachrichten, oder?", fragte ich.

    „Ja sicher. Ein paar unangenehme bakterielle Erkrankungen konnten ausgeschlossen werden, räumte er ein, „aber wir haben immer noch keine eindeutige Diagnose. Und bei einem Test warten wir noch auf die Ergebnisse.

    Howard wirkte misstrauisch: „Was für ein Test ist das, Herr Doktor?"

    „Der auf Beulenpest", sagte er so beiläufig, als hätte er gerade eine Pizza bestellt.

    „W… was? Wurde die nicht im Mittelalter von verlausten Ratten übertragen? Wo sollte sich Jill denn die Pest geholt haben?", konnte ich gerade noch fragen.

    Der Arzt warf den Kopf zur Seite, als verblüffte ihn meine Unwissenheit: „Haben Sie es denn nicht in der Zeitung gelesen? Jährlich werden hierzulande immer noch zehn bis zwanzig Fälle gemeldet – insbesondere hier in Arizona. Aber ich würde mir deshalb keine Sorgen machen. Ich bin hundertprozentig sicher, dass sie keine Beulenpest hat."

    „Wie können Sie so sicher sein?", fragte Howard.

    Der Mann setzte die Brille wieder auf und schob sie mit dem Mittelfinger zur Nasenwurzel. Sein Mund verbreiterte sich zu einem dämlichen Grinsen: „Weil Ihre Tochter schon seit Wochen Symptome hat, stimmt’s? Hätte sie die Beulenpest, wäre sie inzwischen tot."

    Ein kehliger Laut entwich meinen Lippen; ich ballte ein paar Mal die Fäuste und löste sie wieder. Diese schnellen Bewegungen dienten einzig und allein dem Zweck, mich davon abzuhalten, mir sein Stethoskop zu schnappen und es ihm so lange um den Hals zu wickeln, bis ihm die Augen aus seinen flaschenbodendicken Brillengläsern träten. Howard stand da wie in Stein gemeißelt, das gerötete Gesicht zu einer wütenden Maske verzerrt. Der Arzt räusperte sich, sagte, er käme gleich wieder, und schlich sich davon.

    „Was für ein Arsch!", flüsterte Jill.

    Stunden später, inzwischen lag sie in ihrem eigenen Bett, beobachtete ich sie, wie sie an die Decke starrte. Deutlich konnte ich ihr Profil erkennen, das vom sanften Schein der Wandlampe vor ihrer Schlafzimmertür erhellt war. Bei jedem Lidschlag flatterten ihre Wimpern wie winzige Fächer.

    „Mam? Siehst du den Wald, der überall um mich herum wächst?"

    „Hm, was für einen Wald?" Angst flackerte in mir auf.

    „Siehst du denn nicht, wie die Bäume sprießen? Schau doch. Außerdem haben sie ein böses Gesicht." Ihre Stimme gluckste vor Verwunderung. „Sie sehen genauso aus wie die Bäume im Zauberer von Oz, die Dorothy mit Äpfeln bewerfen."

    Obwohl ich innerlich in Panik geriet, sagte ich so ruhig wie nur irgend möglich: „Du träumst, Liebes. Die Medikamente machen dich schläfrig. Ich hole ein kühles Tuch für deinen Kopf."

    Egal, was meinen Kindern fehlte, ich habe ihnen in all den Jahren immer gerne ein feuchtes Tuch auf die Stirn gelegt – zusätzlich zu den übrigen Behandlungsmaßnahmen. Ich weiß zwar nicht, ob es ihnen geholfen hat, aber mir hat es jedes Mal gutgetan. In Jills Wäscheschrank herumstöbernd, schnalzte ich frustriert mit der Zunge. Ich konnte es nicht glauben, dass man sie ohne Diagnose aus der Klinik entlassen hatte. Dieser Trottel von einem Arzt hatte ausgeschlossen, was sie nicht hatte, aber keine Ahnung, was wirklich mit ihr los war. Also pumpte er sie mit einer Vielzahl von Medikamenten voll, während ich unter einem Wust von Papieren begraben wurde, auf die irgendwer die korrekte Dosierung der diversen Pillen und Flüssigkeiten gekritzelt hatte. Howard löste die Rezepte in der Apotheke ein, besorgte noch ein paar Lebensmittel, gab uns einen Abschiedskuss und machte sich auf den Rückweg nach Tucson.

    Ich hatte ihm selbst vorgeschlagen, er solle nach Hause gehen, weil ich glaubte, ich würde seine Hilfe bei Jills Pflege nicht brauchen. Es würde schon nicht so schwierig werden, sie alleine ein wenig zu bemuttern, bis sie wieder ganz gesund wäre, dachte ich. Doch darin sollte ich mich gründlich irren. Ich benötigte ihn. Es war halb zwei Uhr morgens – und Jill halluzinierte seit Stunden. Außerdem hatte sie sich zweimal übergeben. Ich nahm an, dass ihr Körper sich von dem Medikamentencocktail befreite, doch wer konnte das schon so genau wissen?

    Als sie sich erneut erbrach, rief ich Jills Freund, den Neurologen Marc, an.

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