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Die Medien: Ihr Einfluss und ihre Wirkung auf den Menschen

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Die Medien: Ihr Einfluss und ihre Wirkung auf den Menschen

Länge:
318 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 27, 2020
ISBN:
9783751986694
Format:
Buch

Beschreibung

Die Medien
Das Buch behandelt wie einzelne Medien auf die Masse und das Ich eines Staates Einfluss nehmen und darin wirken, um durch die Medien und der Propaganda eine Manipulation der öffentlichen Meinung umsetzen zu können.
Beispielhaft wird an bestimmten Medien dargestellt, wie in einem Staat, unter der Perspektive der strukturellen Gewalt, der Zusammenarbeit zwischen der Regierung, den Medienunternehmen und den Medien- und Technikproduzenten, eine Manipulation der Masse stattfindet, um die Gedankenkontrolle, die Propaganda, die Kulturarbeit und mit Hilfe der Medien die Manipulation der öffentlichen Meinung realisieren zu können.
Herausgeber:
Freigegeben:
Jul 27, 2020
ISBN:
9783751986694
Format:
Buch

Über den Autor

Der Autor befasste sich in den letzten Jahren mit diesem Thema.


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Buchvorschau

Die Medien - Georg Herter

Zitate von George Orwell

„Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten -, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit."

„Das wirklich beängstigende am Totalitarismus ist nicht, dass er Massaker begeht, sondern dass er das Konzept der objektiven Wahrheit angreift: Er gibt vor, die Vergangenheit wie die Zukunft zu kontrollieren."

„Alle Propaganda lügt, auch wenn jemand die Wahrheit sagt."

„Um die Lügen der Gegenwart durchzusetzen, ist es notwendig, die Wahrheiten der Vergangenheit auszulöschen."

„In Zeiten der allgemeinen Täuschung ist es eine revolutionäre Tat, die Wahrheit zu sagen."¹


¹ https://beruhmte-zitate.de/autoren/george-orwell/zitate-uber-wahrheit/, 20.05.2020

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Medien bzw. das Medium

Unterscheidung von statischen und dynamischen Medien

Die Manipulation und deren Anwendung

Die Medien und ihre Bedeutung für das kulturelle Wissen

George Orwell - 1984 und das Wahrheitsministerium

Die strukturelle Gewalt

George Orwell - 1984 und die Gedankenkontrolle

Die Gedankenkontrolle

George Orwell – 1984 und das Erziehungswesen

Die Umerziehung

Die Massenpsychologie und die Massenmedien

Die Masse und das ICH

Die Bildung der Masse und der Individuen durch die Medien

Die Experten und ihr Expertenwissen

Die Kulturindustrie, ein Betrug an der Masse?

Die Sozialisation durch und mit den Medien

Neil Postmans Ansicht über die Medien

Die Daily Soap

Die mediale Gewalt

Der Horror und die Faszination des Grauens

Der Eskapismus

Leseentscheidung und Lektüreauswahl

Die Unterhaltungsliteratur und die Trivialliteratur

Die Manipulation durch die Medien

Der Funktionsmechanismus der Massenmedien

Die Sprachmanipulation

Die Propaganda

Die Technik der Propaganda und die Manipulation der öffentlichen Meinung

Die Medienmanipulation

Edward Bernays

Die Anwendung und die Umsetzung der Propaganda für die Manipulation der öffentlichen Meinung

Zusammenfassung

Vorwort

Seit der Mensch existiert, stellt er nicht nur Medien für sich selbst, sondern auch für seine Mitmenschen her. Neben den statischen Medien, existieren seit über 100 Jahren auch dynamische Medien, die Einfluss auf den Menschen haben und auf ihn einwirken. Statische Medien wirken anders auf den Menschen ein und haben auf ihn einen anderen Einfluss als dynamische Medien.

Auf den folgenden Seiten des Buches wird bei einzelnen Medien dargestellt, wie diese Einfluss auf den Menschen haben und auf ihn wirken. Dabei wird auch behandelt, wie in einer Gesellschaft durch die Medien bestimmte Prozesse, die Propaganda und die Manipulation der öffentlichen Meinung praktiziert und realisiert werden können.

In einem separaten Kapitel wird der Einfluss der Medien, der Propaganda und der Manipulation der öffentlichen Meinung der Masse und dem Ich behandelt, sowie die psychologischen und soziologischen Folgen für die Zusammenarbeit und für den Konformitätsprozess in der Gesellschaft.

Der Inhalt dieses Buches hat die Intension den Leser und die Leserin die Medien und deren Botschaften, Wahrheiten und Wirklichkeiten von einer anderen Perspektive zu veranschaulichen, damit er bzw. sie einen anderen Blick auf die Medien und deren medialen Botschaften, Wahrheiten und Wirklichkeiten erhalten.

Die Medien bzw. das Medium

Der Begriff Medium (lateinisch medium, „Mitte, „Mittelpunkt, altgr., „das Mittlere; Öffentlichkeit, Gemeinwohl, öffentlicher Weg) wird nach neuerem Verständnis in der Kommunikation als ein Vermittelndes verstanden. Das Wort „Medium lässt sich in der Alltagssprache als Kommunikationsmittel gleichsetzen.

Medium als stofflicher Vermittler

Stoffe übertragen Impulse und Energie und können auch Informationen übermitteln.²

Um die Medien in ihrer Struktur, in ihrem Wesen sowie in ihrer Wirkung für den Menschen besser zu verstehen, muss zwischen dem Wesen und der Eigenart der statischen und der dynamischen Medien unterschieden und jene erklärt werden.


² https://de.wikipedia.org/wiki/Medium_(Kommunikation) 28.08.2019

Unterscheidung von statischen und dynamischen Medien

Zu den statischen Medien, gehören Medien, die die Abstraktion und die Rationalität des Menschen fördern und aufbauen, wie z.B. das Buch, die Buchkultur, die Zeitung etc. Statische Medien setzen beim Rezipienten die Konzentration, die Disziplinierung, die Affektkontrolle, die Domestizierung und Triebunterdrückung etc. voraus. Diese Kulturtechnik fördert beim Rezipienten das abstrakte, das rational-logische, das analytische, das reflektierte, das distanzierte Denken und Handeln zum Anderen etc.. Es fördert beim Rezipienten die Entwicklung und die Ausbildung der Introspektion, die Verinnerlichung des eigenen Seins, das Selbstbewusstsein, das Selbst, das Ich und das Bewusstsein.

Statische Medien fördern die Entwicklung des inneren gedanklichen Monologs in einem Selbst, der schriftlich durch das Schreiben dargestellt werden kann. Das linear-literarische Medium hilft beim Aufbau des eindeutig-logischen vorausschauenden Denkens und Handelns.

Mit dem statischen Medium wird der gedankliche und bewusste Aufbau von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufgebaut. Das statische Medium fördert und macht dem Rezipienten das Zeitgefühl bewusst, ihm wird das Zeitgefühl bewusster, es findet kein „lost in space" durch das Medium statt. Er hat und bekommt durch das statische Medium ein rational-bewusstes Raum-Zeitgefühl. Er hat es selber in der Hand, das statische Medium selbst und die Zeit zu strukturieren. Das statische Medium stiehlt ihm nicht die Zeit, er verliert sich nicht darin. Er gewinnt durch dieses statische Medium Zeit. Das Wesen des statischen Medium besteht darin, dass durch den Gebrauch desselben beim Rezipienten eine gedanklich-logisch-rationale Struktur in seinem Geist aufgebaut und geformt wird, die dem Rezipienten eine Orientierung gibt, mit der er selbstständig und eigenverantwortlich handeln kann, es führt zu keinem „lost in space", er verliert sich und seine Gedanken nicht darin, im Gegensatz zum dynamischen Medium.

Der Mensch hat von seiner Natur aus eine natürliche Orientierung.

Diese natürlichen Orientierungsmerkmale sind im Menschen selbst vorhanden, sein instinktiver Orientierungssinn, wie z.B. die Merkmale die Anzeichen des Wetters, Sonne, Mond, Sterne. Durch das Lernen und die Auseinandersetzung mit dem statischen Medium entwickeln sich im menschlichen Körper in einer bestimmten Art und Weise die Gefühls- und Gedankenkontrolle, die Selbstbeherrschung, das Selbstbewusstsein, die Affektkontrolle, das abstrakte Denken, Handeln, Fühlen, der Perspektivenwechsel, das sich in den anderen hinein zu versetzen, das distanzierte und reflektierende Verhalten des Menschen. Beim statischen Medium geht der Mensch keine Symbiose mit dem statischen Medium an sich ein und verliert sich nicht darin selbst, denn das statische Medium selbst sorgt durch sein Wesen dafür, dass der Mensch durch die Rezeption mit dem statischen Medium eine Distanz erlernt und eine Distanz aufbaut. Er verliert sich nicht im statischen Medium. Das statische Medium entwickelt und fördert eine strukturierte Persönlichkeit auf und besonders die grammatikalischsprachliche Entwicklung des Menschen. Das statische Medium ist in seiner Struktur, in seiner Beschaffenheit und in seiner Eigenschaft statisch, schafft und entwickelt aber dadurch Dynamik im Menschen, in seinem Geist und in der Gesellschaft.

Zu den dynamischen Medien, gehören Medien, die die Emotionalität, die Visualität oder die Akustik des Menschen ansprechen, fördern und erweitern. Diese Medien verlangen vom Menschen nicht die gleiche Form und Struktur der Rationalität wie sie bei den statischen Medien erforderlich sind, der Domestizierung, der Triebunterdrückung, der Disziplinierung oder der Selbstkontrolle vor. Im Vordergrund des dynamischen Mediums steht das hier und jetzt, der Moment, die Situation. Bewegte Bilder, Symbole, Visualität, die Geschwindigkeit, die Akustik etc. die emotional-gefühlhaft vom Rezipienten wahrgenommen und angesprochen werden, stehen hier im Vordergrund. Sie sind mehrdeutig, nicht eindeutig. Sie werden emotional-gefühlhaft erschlossen bzw. sind zugänglich, sie geben dem Rezipienten bei der Benutzung des dynamischen Medium ein anderes Raum-Zeit Gefühl, eine andere Strukturierung der Persönlichkeit und der Zeit und es tritt beim längeren Gebrauch des dynamischen Medium ein „lost in space" auf. Es ist, wie als würde die Maus, hypnotisiert in die Augen der Schlange schauen, von der die Maus dann verschlungen wird. Die Schlange frisst die Lebensenergie der Maus.

Der Mensch geht in dem dynamischen Medium auf, er wird emotional-gefühlhaft Eins mit ihm. Dieses Medium führt zu einer Symbiose zwischen dem Menschen und dem dynamischen Medium. Denn das Wesen des dynamischen Medium besteht darin, dass der Mensch mit dem Medium eine Symbiose eingeht und darin verschmilzt, die Zeit verliert, darin aufgeht und sich darin verliert bzw. verlieren kann. Eben weil es diese Eigenschaft des dynamische Medium ist, hat es diese Wirkung und Einfluss auf den Menschen. Das dynamische Medium fördert nicht die gleichen Persönlichkeitseigenschaften wie das statische Medium.

Die Manipulation und deren Anwendung in der Gesellschaft

„In dem Maße, in dem psychologische Erkenntnisse und Methoden eingesetzt werden, um soziale Probleme zu lösen oder einzelne Personen oder Personengruppen zu beeinflussen, erhebt sich auch die Frage, inwieweit psychologische Interventionen als Manipulation zu verstehen ist."³ Die Manipulation ist mit einer negativen Bedeutung versehen und versteht sich als die gezielte Beeinflussung anderer Personen ohne deren Wissen.

Es werden vier Formen der psychologischen Intervention unterschieden, welche die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen beschränken. Dazu gehören:

der Zwang

die Manipulation

die Überredung

die Förderung

Die Grenzen zwischen den vier Einflussmöglichkeiten sind im Einzelfall schwer zu ziehen bzw. zu unterscheiden.

Manipulation ist eine gezielte durchgeführte Intervention, um die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen zu beeinflussen, ohne dass er von dem Zweck und den Maßnahmen Bescheid weiß und das es ihm bewusst ist.

Das Merkmal der Manipulation ist das Hintergehen der betroffenen Personen.

Vordergründig meinen die Betroffenen sie erhielten dem Anschein nach die verbreiteten Informationen durch das Umfeld in ihren Handlungen eine Entscheidungsfreiheit. Hintergründig aber handelt es sich bei diesen Handlungen und Entscheidungen um gezielte Manipulationen aus dem Umfeld der betroffenen Individuen. Die gezielte Beeinflussung muss dabei nicht immer ein Nachteil für die Betroffenen sein.

Die individuellen Handlungen können indirekt durch die Struktur der Lebensumwelt und durch die umgestalteten Handlungsalternativen aus der Umwelt (ökonomische Manipulation) beeinflusst werden. Zu diesen ökonomischen Manipulationen gehören z.B. die Arbeits- und Organisationsformen, die Beeinflussung der familiären Eßgewohnheiten und das Einkaufsverhalten der Käufer.

Mit den direkten Beeinflussungsmöglichkeiten und -techniken wird der individuelle Entscheidungsprozess des Individuum manipuliert.

Zu diesen direkten Beeinflussungstechniken gehören folgende Techniken:

Diese Techniken sind Vorgehensweisen (z.B. Petitionen, Kampanien), um bestimmte Verhaltensweisen bei den Zielpersonen zu erreichen.

Die „foot-in-the-door" - Technik.

Die Zielperson wird um eine Forderung bzw. Gefälligkeit gebeten, der sie vermutlich nach kommt. Auf die Anfangsgefälligkeit folgt die eigentliche Forderung. „Die Bereitschaft, auf die Hauptforderung einzugehen, ist im allgemeinen wesentlich größer, wenn bereits eine vorangegangene Bitte erfüllt wurde, als wenn keine Bitte erfüllt wurde"⁷. Der Erfolg dieser Technik erklärt sich durch die Selbstwahrnehmungstheorie. Mit der Zustimmung und der Ausführung der ersten Bitte kommt das Individuum solchen Bitten nach. Mit der Selbstwahrnehmungstheorie erfüllt sie die zweite Bitte. Mit Ausübung des Verhaltens neigt das Individuum sich konstant zu verhalten.⁸

Die „door-in-the-face" - Technik.

Das Individuum wird mit einer Forderung konfrontiert, die das Individuum ablehnt. Nach der Forderung folgt die eigentliche Hauptforderung an das Individuum, die gemäßigter ist und die vielleicht erfolgt und ausgeübt wird. „Dieses Entgegenkommen lässt sich mit der Norm der Reziprozität erklären. Denn die „door-in-the-face-Technik nutzt die Tendenz aus, Gefälligkeiten (wie z.B.

Zugeständnisse) mit reziproken Gefälligkeiten zu erwidern."⁹ Die Missachtung dieser Norm bei dem Individuum kann zu Schuldgefühlen führen. Mit der Ablehnung der ersten Forderung entstehen Schuldgefühle beim Individuum wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft und das Entgegenkommen zum anderen, das als „Vergehen" betrachtet wird. Dies führt zu einer größeren Nachgiebigkeit bei der Zielperson, um einen abgelehnten und unkooperativen Eindruck zu vermeiden.¹⁰

Die „low-ball" - Technik.

Diese Vorgehensweise wird beim Verkauf verwendet. Mit bestimmten Vorinformationen wird das Individuum auf seine Entscheidung festgelegt. Legt sich das Individuum auf seine Entscheidung fest, wird die Ausgangsbedingung beim Angebot aufgegeben. „Der Erfolg des low-ball lässt sich mit der Verpflichtung erklären, die die Zielperson mit ihrer Entscheidung eingegangen ist. Dadurch entsteht das Gefühl, für die eigene Entscheidung und daraus folgende Handlungen selbst verantwortlich zu sein, und das Bedürfnis, in Übereinstimmung mit der ursprünglichen Entscheidung zu handeln"¹¹. Das „Konsistenzstreben" wird dann sinnlos, sobald die Voraussetzungen für dessen Entscheidung nicht mehr gültig ist.¹²

Die „that's-not-all" - Technik.

Bei diesem Vorgehen nennt der Verkäufer dem … Kunden den Preis des ... Produkts. Noch bevor sich der Kunde zu dem Angebot äußern kann, reduziert der Verkäufer den Preis des Produkts oder bietet – bei konstantem Preis – ein zusätzliches Produkt als Extra-Beigabe an. Im Falle eine Preisreduktion entspricht der reduzierte Preis dem im Grunde angestrebten Verkaufspreis. Der Kunde erhält ….. keine Gelegenheit, sich zum ersten Angebot zu äußern. Die „that's-not-all- Technik führte in Verkaufsexperimenten zu im Vergleich mit Kontrollgruppen erhöhten Verkaufsraten. Neben dem Einfluss reziproker Zugeständnisse werden für diesen Effekt Urteilsprozesse von Bedeutung sein, bei denen das zweite Angebot mit dem neu etablierten Standardkriterium …. des ersten Angebots verglichen wird.¹³

Die Manipulation und deren Anwendung in der Gesellschaft

„In dem Maße, in dem psychologische Erkenntnisse und Methoden eingesetzt werden, um soziale Probleme zu lösen oder einzelne Personen oder Personengruppen zu beeinflussen, erhebt sich auch die Frage, inwieweit psychologische Interventionen als Manipulation zu verstehen ist."¹⁴ Die Manipulation ist mit einer negativen Bedeutung versehen und versteht sich als die gezielte Beeinflussung anderer Personen ohne deren Wissen.

Es werden vier Formen der psychologischen Intervention unterschieden, welche die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen beschränken. Dazu gehören:

der Zwang

die Manipulation

die Überredung

die Förderung¹⁵

Die Grenzen zwischen den vier Einflussmöglichkeiten sind im Einzelfall schwer zu ziehen bzw. zu unterscheiden.

Manipulation ist eine gezielte durchgeführte Intervention, um die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen zu beeinflussen, ohne dass er von dem Zweck und den Maßnahmen Bescheid weiß und es ihm bewusst ist.

Das Merkmal der Manipulation ist das Hintergehen der betroffenen Personen.

Vordergründig meinen die Betroffenen, sie erhielten dem Anschein nach mit den verbreiteten Informationen durch das Umfeld eine Entscheidungsfreiheit für ihre Handlungen. Hintergründig aber handelt es sich bei diesen Handlungen und Entscheidungen um gezielte Manipulationen aus dem Umfeld der betroffenen Individuen. Die gezielte Beeinflussung muss dabei nicht immer ein Nachteil für die Betroffenen sein.

Die individuellen Handlungen können indirekt durch die Struktur der Lebensumwelt und durch die umgestalteten Handlungsalternativen aus der Umwelt (ökonomische Manipulation) beeinflusst werden. Zu diesen ökonomischen Manipulationen gehören z.B. die Arbeits- und Organisationsformen, die Beeinflussung der familiären Eßgewohnheiten und das Einkaufsverhalten der Käufer.¹⁶

Mit den direkten Beeinflussungsmöglichkeiten und -techniken wird der individuelle Entscheidungsprozess des Individuums manipuliert.¹⁷

Zu diesen direkten Beeinflussungstechniken gehören folgende Techniken:

Diese Techniken sind Vorgehensweisen (z.B. Petitionen, Kampanien), um bestimmte Verhaltensweisen bei den Zielpersonen zu erreichen.

Die „foot-in-the-door" - Technik.

Die Zielperson wird um eine Forderung bzw. Gefälligkeit gebeten, der sie vermutlich nach kommt. Auf die Anfangsgefälligkeit folgt die eigentliche Forderung. „Die Bereitschaft, auf die Hauptforderung einzugehen, ist im allgemeinen wesentlich größer, wenn bereits eine vorangegangene Bitte erfüllt wurde, als wenn keine Bitte erfüllt wurde"¹⁸. Der Erfolg dieser Technik erklärt sich durch die Selbstwahrnehmungstheorie. Mit der Zustimmung und der Ausführung der ersten Bitte kommt das Individuum solchen Bitten nach. Mit der Selbstwahrnehmungstheorie erfüllt sie die zweite Bitte. Mit Ausübung des Verhaltens neigt das Individuum sich konstant zu verhalten.¹⁹

Die „door-in-the-face" - Technik.

Das Individuum wird mit einer Forderung konfrontiert, die das Individuum ablehnt. Nach der Forderung folgt die eigentliche Hauptforderung an das Individuum, die gemäßigter ist und die vielleicht erfolgt und ausgeübt wird. „Dieses Entgegenkommen lässt sich mit der Norm der Reziprozität erklären. Denn die „door-in-the-face-Technik nutzt die Tendenz aus, Gefälligkeiten (wie z.B. Zugeständnisse) mit reziproken Gefälligkeiten zu erwidern."²⁰ Die Missachtung dieser Norm kann bei dem Individuum kann zu Schuldgefühlen führen. Mit der Ablehnung der ersten Forderung entstehen Schuldgefühle beim Individuum wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft und das Entgegenkommen zum anderen, das als „Vergehen" betrachtet wird. Dies führt zu einer größeren Nachgiebigkeit bei der Zielperson, um einen abgelehnten und unkooperativen Eindruck zu vermeiden.²¹

Die „low-ball" - Technik.

Diese Vorgehensweise wird beim Verkauf verwendet. Mit bestimmten Vorinformationen wird das Individuum auf seine Entscheidung festgelegt. Legt sich das Individuum auf seine Entscheidung fest, wird die Ausgangsbedingung beim Angebot aufgegeben. „Der Erfolg des low-ball lässt sich mit der Verpflichtung erklären, die die Zielperson mit ihrer Entscheidung eingegangen ist. Dadurch entsteht das Gefühl, für die eigene Entscheidung und daraus folgende Handlungen selbst verantwortlich zu sein, und das Bedürfnis, in Übereinstimmung mit der ursprünglichen Entscheidung zu handeln"²². Das „Konsistenzstreben" wird dann sinnlos, sobald die Voraussetzungen für dessen Entscheidung nicht mehr gültig ist.²³

Die „that's-not-all" - Technik.

„Bei diesem Vorgehen nennt der Verkäufer dem … Kunden den Preis des ... Produkts. Noch bevor sich der Kunde zu dem Angebot äußern kann, reduziert der Verkäufer den Preis des Produkts oder bietet – bei konstantem Preis – ein zusätzliches Produkt als Extra-Beigabe an. Im Falle eine Preisreduktion entspricht der reduzierte Preis dem im Grunde angestrebten Verkaufspreis. Der Kunde erhält ….. keine Gelegenheit, sich zum ersten Angebot zu äußern. Die „that's-not-all- Technik führte in Verkaufsexperimenten zu im Vergleich mit Kontrollgruppen erhöhten Verkaufsraten. Neben dem Einfluss reziproker Zugeständnisse werden für diesen Effekt Urteilsprozesse von Bedeutung sein, bei denen das zweite Angebot mit dem neu etablierten Standardkriterium …. des ersten Angebots verglichen wird".²⁴

Die Anwendung des Manipulationswissen

Die Werbung

Zur Werbung gehören Beeinflussungsstrategien wie z.B. die Aktivierung, die Produktauswahl und das Kaufverhalten zu der die Informationsaufnahme, -verarbeitung und -speicherung angewendet werden. Bei Werbeanzeiger wird z.B. mit einem starken Auslöser, z.B. die farbige Abbildungen so gestaltet, dass diese die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenken und die Aktivierung erhöhen. Mit dieser Aktivierung soll

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