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Der letzte Bladfield

Der letzte Bladfield

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Der letzte Bladfield

Länge:
162 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Aug 30, 2020
ISBN:
9781393110309
Format:
Buch

Beschreibung

Der letzte Bladfield

Western von Glenn Stirling

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 138 Taschenbuchseiten.

 

Als James Bladfield, endlich auf dem elterlichen Hof der Barrel-C-Ranch angekommen, von seinem Pferd steigt, freut er sich auf das Wiedersehen mit seiner Familie. Doch seine Freude endet in einem Schock, denn er muss erfahren, dass seine Eltern und sein Bruder nicht mehr leben, dass man ihn, James, für tot hält, dass seine Schwester mit Brake Plound verheiratet ist und dieser sich als Herr und Besitzer der Barrel-C-Ranch aufführt – Brake Plound, ein Deserteur und Dieb der Kriegskasse ...

Freigegeben:
Aug 30, 2020
ISBN:
9781393110309
Format:
Buch

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Der letzte Bladfield - Glenn Stirling

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Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: Nach einem Motiv von I.Shishkin - Steve Mayer, 2020

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

James Bladfield stützte die Unterarme aufs Sattelhorn, starrte über den Kopf seiner Stute hinweg auf die Lichterkette im Tal und fand, dass Hansford größer war, als er es in Erinnerung hatte. Ein glückliches Gefühl durchströmte ihn, als er in das Tal blickte und die Lichter der Stadt sah. Ja, mehr noch, er konnte auch den Fluss erkennen, den Fluss, an dem er früher — wie lange war das schon her — mit seinen Brüdern gespielt hatte. Ja, dieser Fluss hatte eine große Bedeutung in seinem Leben gehabt. Vor sechs Jahren hatte er mit den anderen jungen Männern am Ufer gestanden, bei Fackelschein, umringt von den Patrioten der Stadt. Und dort unten am Fluss hatten sie den Eid geschworen, den Eid gegen die Yankees, gegen die Nordstaaten.

Es lagen Schlachten zwischen diesem Tag und heute. Ein Krieg, ein verlorener Krieg, die Zeit in der Gefangenschaft, Lazarett, Hunger, Kälte, Not ... Sechs lange Jahre ... Als er daran dachte, zog es in seiner Schulterverletzung, als wollte ihn sein Körper an die Drangsale jener sechs Jahre erinnern.

Er wischte sich über die Augen, als versuche er damit die Gedanken an die Vergangenheit zu verbannen. Vor ihm lag Hansford, die blühende Stadt ... seine Heimat!

In Gedanken versunken streichelte er das struppige, verschwitzte Fell der Stute.

„Komm, Nelly, wir wollen weiter! Sie werden alle nett zu dir sein, weil du mich zu ihnen zurückgebracht hast ... auch wenn du ein Yankeegaul bist. Lauf, Nelly!", murmelte er.

Er war müde, erschöpft und hungrig, genau wie sein Pferd. Aber das zählte jetzt nicht. Er freute sich auf das große Haus am Fluss, das seine Eltern bewohnten. Er dachte an den alten Josua, der ihn einst das Reiten lehrte. Und bei diesem Gedanken überkam ihn Angst. Wie denn, wenn Josua nicht mehr lebte? Und Vater? Oder gar seine Mutter? Die Kriegsjahre waren doch bestimmt nicht spurlos an ihnen vorübergegangen.

James Bladfield ritt weiter. Schon nach knapp hundert Yard zügelte er das Pferd und blickte erstaunt nach vorn. Dort hatten früher die hohen Sykomoren gestanden. Ihre mächtigen Kronen tauchten einst zur Mittagsstunde Haus und Park in tiefe Schatten. Aber jetzt sah er nur die Silhouette des Hauses. Die Sykomoren waren nicht mehr.

Er lauschte. Vom Haus her drang Musik. Er konnte auch die Lampions im Garten erkennen und hörte das Lachen eines Mädchens. Mit gemischten Gefühlen ritt er weiter. Feierte man im Hause seines Vaters ein Fest? Vielleicht gar die Hochzeit eines seiner Brüder? Oder die seiner Schwester? Einen anderen Grund konnte diese Feier nicht haben, denn Vater war sparsam im Festefeiern.

Links vom Wege stand die Wagenremise mit dem Stall der Reitpferde. Rechts davon ragten die beiden Häuser der Dienerschaft aus der Dunkelheit auf, und hinter beiden stand wie ein Bollwerk die Casa Grande, das große Haus, in dem die Bladfields seit Generationen lebten. Denn sie waren schon hier, als Hansford noch gar nicht existierte.

Vor dem Stall zügelte James die Stute. Nelly schnaubte und schien zu ahnen, dass hier die lange Reise beendet war. Eine Reise von Pennsylvanien nach Westtexas.

Eine Weile wartete James. Aber es kam niemand. Die Musik spielte einen Hochländer.

James klatschte in die Hände. So hatten die Bladfields es immer getan, wenn der Stallbursche nicht gleich kam.

Es geschah nichts. James lächelte vor sich hin, weil er schon in der ersten Minute seines Hierseins die alten Gewohnheiten angenommen hatte. Er saß ab und führte das durstige Pferd zum Brunnen. Als Nelly gierig die kühle Flüssigkeit in sich hinein schlürfte und James ebenfalls den größten Durst gelöscht hatte, hörte er jemanden über den knirschenden Kies kommen.

„Eh, was machen Sie da?", fragte eine raue Stimme. James kannte sie nicht.

„Ich tränke mein Pferd, wie man wohl sehen kann", erwiderte James ruhig. Er lächelte dabei, denn gleich würde dieser offensichtlich neu eingestellte Stallbursche die Augen rollen, wenn er erst erfuhr, mit wem er es zu tun hatte.

Der Mann trat zu James. Es war ein breitschultriger, nicht sehr großer Mensch.

„Hier hat niemand etwas zu suchen, Fremder!, sagte der Untersetzte. „Schwingen Sie sich auf Ihre Mähre und zotteln Sie weiter!

„Ich bin James Bladfield, wenn Sie das interessiert", sagte James spöttisch und genoss es, wie der Mann einen Schritt zurücktrat, vermutlich vor Verblüffung.

„Sie sind James Bladfield? Das gibt es ja gar nicht! Mann, ich hole sofort den Sheriff, damit er Sie einsperrt, Sie Schwindler! James Bladfield lebt schon seit drei Jahren nicht mehr ... „Überlassen Sie die Entscheidung anderen, Boy! Bringen Sie mein Pferd in den Stall, aber pronto!, befahl James barsch. Er begann die Geduld zu verlieren. In seinem Magen rumorte es vor Hunger, und er sehnte sich danach, andere Gesichter zu sehen als das des Untersetzten.

„Hören Sie mal, Ihr Ton gefällt mir nicht! Und wenn Sie zehnmal James Bladfield sind, auch dann haben Sie nicht mehr viel zu sagen, Mann, erklärte der Untersetzte unbeeindruckt. „Mir gibt nur ein Mann die Befehle, und das ist Brake Plound.

„Was ist das? Brake Plound gibt Ihnen die Befehle? Was wollen Sie hier, wenn Sie auf Plounds Lohnliste stehen?", platzte James heraus.

„Sie scheinen vom Mond zu kommen, Mister, meinte der Untersetzte. „Noch nicht gehört, wer Brake Plound ist, was?

Langsam klomm eine dumpfe Ahnung in James hoch. Brake Plound, und ob er den kannte! Der Sohn eines Ranchers, dann Soldat in Bladfields Schwadron. Ein Feigling, wie sich James genau erinnern konnte. Brake Plound lief in der Schlacht bei Gettysburg zum Feind über.

„Doch, sagte James dann, „ich kenne einen Deserteur namens Brake Plound.

Der Untersetzte lachte rau.

„Sagen Sie das nicht zu laut, auch wenn Sie wirklich James Bladfield sind, was ich bezweifle. Brake regiert diese Stadt, Mister. Und ... damit Sie sich keinen falschen Illusionen hingeben: Brake Plound ist ... hmm, wie soll ich es Ihnen sagen? Sind Sie wirklich James Bladfield?"

„Wer denn sonst, zum Teufel?", knurrte James.

„Hm, eigentlich könnten Sie mir leidtun, Mister. Setzen Sie sich mal dort auf die Bank! Es ist eine dicke Sache, was ich Ihnen erzählen muss, falls Sie wirklich James Bladfield sind."

„Reden Sie nicht so herum! Wo ist mein Vater?"

„Ihr Vater? Hm, John Bladfield verunglückte ... Wussten Sie das nicht?"

„Verunglückte?", echote James verwirrt. Über seinen Rücken rann ein eisiger Schauer.

„Ja ... er und seine Frau. Die Pferde gingen ihnen durch - vor zwei Jahren muss es gewesen sein. Drüben am Beaver-Creek passierte es. Statt über die Brücke raste der Buggy in den Fluss. Beide tot. Ja, es trifft Sie hart, nicht?"

James war wie gelähmt. Seine Ahnung von vorhin hatte sich bewahrheitet.

„Und meine Brüder? Und Savannah?", fragte er tonlos.

„Ihre Brüder, mein Gott, Bladfield, wissen Sie das auch nicht?, stöhnte der Untersetzte. „Es ist ja furchtbar, Mann. Woher kommen Sie überhaupt?

„Aus der Gefangenschaft", murmelte James.

„Ja, du liebe Güte, der Krieg ist doch zwei Jahre aus!"

„Für Stabsoffiziere von General Lee dauerte er etwas länger. Man hat mir einen Prozess gemacht und mich etwas länger eingesperrt als die anderen."

Der Untersetzte räusperte sich und sagte dann gequält: „Man hat Sie hier für tot gehalten. Aber bevor ich Ihnen noch mehr erzähle, Mister, kommen Sie ins Haus. Ich habe hier ein Zimmer über der Remise. Bin hier in Plounds Garde ..."

„Plounds Garde?", wunderte sich James, der den Sinn nicht verstand.

„Na ja, ich erkläre es Ihnen noch. Kommen Sie, wir bringen das Pferd in den Stall! Ned kann es nachher abreiben. Futter gebe ich ihm noch!"

2

James Gastgeber legte Brot, Schinken und Maisfladen auf den Tisch, stellte eine Flasche Brandy dazu und ließ sich auf seinem klobigen Stuhl nieder.

„Ich heiße übrigens Al Chapman, sagte er so beiläufig, während er das Brot zu Kanten schnitt. „Langen Sie ruhig zu, Bladfield! Hm, Sie werden mich nicht kennen. Ich komme aus dem Hutchinson-County. Aber Ihren Namen habe ich schon oft genug gehört. Er sah James durchdringend und zweifelnd an. „Man hat mir gesagt, dass der echte James Bladfield einmal dem „Bund angehörte. Und da ich selbst im „Bund war, habe ich ..."

Bevor Al Chapman ausreden konnte, zog sich James den linken Ärmel hoch. In der Armbeuge war eine längliche Schnittnarbe zu erkennen. Al Chapman starrte blinzelnd auf die Narbe, grinste breit und zeigte dann seinen linken Arm. Auch hier befand sich an der gleichen Stelle eine ähnliche Narbe.

Al erhob sich, griff nach James’ Hand und sagte: „Dann sind wir Brüder! Es tut mir leid, dass ich Sie so rau empfangen habe. Aber wenn der „Bund auch verboten ist, wir halten alle noch zusammen, trotz der verdammten Yankees, die in unserer Stadt herumkrauchen!

„Du wolltest mir von meinen Brüdern erzählen, Al", sagte James.

Al Chapman wurde wieder ernst. Er vermied es, James anzusehen, und druckste eine Weile herum, ehe er sagte: „Sie sind alle gefallen."

James rang nach Luft. Er glaubte in diesem Zimmer nicht mehr atmen zu können. Aber er bezwang sich und flüsterte erschüttert: „Und Savannah?"

„Ist Plounds Frau!"

„Plounds Frau?", fragte James ungläubig.

„So ist es ... Aber es gibt noch mehr. Plound hat die Barrel-C-Ranch der Bladfields. Er ist es ja auch, der von deinem Tod berichtet hat. Ja, so sieht es also aus."

„Wieso gehört ihm unsere Ranch?", stieß James hervor.

„Wenn nur Savannah noch lebt — und das nahmen wir alle an — erbte sie doch die Ranch. Und als Ehemann von Savannah hat Plound die Ranch ..."

„Lieber Himmel, wie kam meine Schwester dazu, ausgerechnet Plound zu heiraten?", erregte sich James.

„Du redest wie ein Narr, James. Sie erwartete ein Kind - und Plound war der Vater. Außerdem, James, du ahnst nicht, was hier

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