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Das Corona-Buch: Anregungen zum Weg aus einer irritierten Gesellschaft

Das Corona-Buch: Anregungen zum Weg aus einer irritierten Gesellschaft

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Das Corona-Buch: Anregungen zum Weg aus einer irritierten Gesellschaft

Länge:
194 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
10. Sept. 2020
ISBN:
9783945701300
Format:
Buch

Beschreibung

Corona macht die Stolpersteine und Fallen unübersehbar, die jedem von uns den Weg zu einem erfüllten Leben erschweren und versperren. Wir sind aufgeschreckt und verunsichert, suchen neuen Halt und neue Orientierung. Wie wir aus der irritierenden Gemengelage aus Fakten und Fakes, aus Übertreibung und Verharmlosung, aus Überhöhung und Verniedlichung mit eigener Kraft herausfinden, dazu gibt dieses Buch eine Fülle von Anregungen.
Das Virus legt die Bruchstellen unserer Gesellschaft überdeutlich offen. Jeder ist von der Krise betroffen, wir alle sind uns selbst die Nächsten und zugleich aufeinander angewiesen. Jede Krise bietet aber Chancen, so auch diese: Gestalten wir unsere individuelle Zukunft „mit und nach Corona“ mit neuem Selbstbewusstsein und in neuer Solidarität. Sammeln wir uns und packen wir es an. Das Leben geht weiter.
Herausgeber:
Freigegeben:
10. Sept. 2020
ISBN:
9783945701300
Format:
Buch

Über den Autor

Dipl. oec. Mathias Scheben, Jahrgang 1945, ist studierter Wirtschaftswissenschaftler, langjähriger Journalist, Kommunikationsberater, Sachverständiger, Trainer und Coach. Er hat diverse Bücher zum Thema professionelle Kommunikation verfasst und war Lehrbeauftragter an den Universitäten Leipzig und Bamberg. „Das Corona-Buch“ ist sein Lösungsvorschlag für alle, die die Gunst der Stunde nutzen wollen.


Buchvorschau

Das Corona-Buch - Mathias Scheben

wurde.

Schreck lass nach

Die Pandemie als unsere Chance

Stehen wir vor einem Epochenbruch? In 75 Jahren Frieden, Wachstum und Wohlstand in Deutschland hatten wir es uns gerade so richtig gemütlich gemacht. Dann kamen Corona, der Lockdown, der Crash und anschließend ein stufenweises Zurück zur „Normalität, die „neu genannt wurde. Es gab Proteste pro und kontra, für alles vermeintlich Mögliche – und für Unmögliches.

Angesichts eines tödlichen und aggressiven Virus, gegen das es weder Impfung noch Medikamente gibt, ging es darum, dessen Verbreitung auf andere Weise zu hemmen: durch die Reduzierung und Unterbindung menschlicher Kontakte. Nur so galt es als gewährleistet, dass das Gesundheitssystem mengenmäßig nicht überfordert wurde und dass denen, die trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erkrankten, die bestmögliche medizinische Versorgung gegeben werden konnte.

Nun ist Deutschland wieder – mehr oder weniger – zu sich gekommen nach dem wochenlangen künstlichen Koma für alle. Wir schütteln uns, richten das Krönchen und motivieren uns mit neuer psychischer Kraft. Wir halten es mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche und sagen uns: „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker." Manchmal muss es eben ganz schlimm kommen, damit alles besser werden kann, als es je war.

Dabei scheint Deutschland noch einmal relativ glimpflich davongekommen zu sein – wenn wir das bei Tausenden von Toten auch bei uns im Land so behaupten dürfen. Was Quarantäne, Lockerungen, Hotspots und neuerliche Einschränkungen und Lockdowns betrifft, so ist Deutschland zum Flickenteppich geworden. Hier wird ein sozialer Brennpunkt zum Problem, da eine Fabrikhalle, dort ein Gottesdienst, anderswo eine unerlaubte Straßenparty. Parks werden zu Open-Air-Clubs, Frustration und Alkohol fördern Unvernunft und Aggression. Ein Ende des Aufs und Ab, des Hin und Her ist nicht in Sicht. Das Virus lebt.

Weil überall in der Welt Unternehmen ihre Produktion drosselten oder stilllegten, ließen unterbrochene grenzüberschreitende Lieferketten plötzlich die hiesige Industrie ins Leere laufen. All das, wo sich Menschen einander infizieren konnten, wurde von Staats wegen geschlossen. Handel, Gastronomie und Dienstleister mussten viele Wochen lang zusperren. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und eine Rezession sind die Folge. Viele Menschen haben weniger Geld zur Verfügung; Corona hat viele Verlierer produziert.

Die globalen medizinischen Katastrophen, die Optimierungen der medizinischen Ausstattung und die allgemeine Versorgung werden uns weiter fordern, auch wenn die Infektionskurven kaum mehr zu sehen sind. Etwa 50.000 Operationen wurden während der ersten Corona-Wochen verschoben, um Platz zu haben für voraussichtlich mit dem Tode ringende Corona-Patienten. Andere Kollateralschäden – wie Beziehungskrisen, persönliche Frustrations- und Stresserlebnisse, Ängste und Enge sowie finanzielle Nöte bis hin zur Existenzangst – haben uns zusätzlich nachdenklich gemacht. Und dann die Frage, ob eine zweite Welle kommt... Sollte es diese geben, dann wird wirklich Schlimmes vorausgesagt. Andreas Peichl, Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen: „Dann gibt es eine Pleitewelle." Vor allem in der Gastronomie, bei Geschäften und anderen Dienstleistern käme es dann zu Entlassungen, und die Arbeitslosenzahl könne bis auf 4 Millionen steigen – „ein Rückfall um mehr als 10 Jahre". Einig sind sich die Auguren nicht: Der Sachverständigenrat der Bundesregierung hält 2,7 Millionen Arbeitslose für möglich, die renommierte Unternehmensberatung Roland Berger prognostiziert 5 Millionen.

Das Schlachtfeld, auf dem uns das Virus immer ein Stück voraus ist, ist noch nicht befriedet. Jeder Tag bringt neue Aktualität. Gleichwohl haben wir jetzt die große Chance, dem Desaster von Verlust, Verboten und Eingeschränktheit für uns persönlich Gutes abzugewinnen: eine neue persönliche Freiheit. Wir wollen uns, nicht so wie manch anderer, aus allen Einschränkungen nicht so unbeholfen verabschieden wie wir hineingeschlittert sind und nicht unbedingt dahin zurück, wie es vorher war. Corona hat uns auf die Probe gestellt und tut es weiterhin täglich, ob wir Verantwortung für uns selbst und andere übernehmen oder nicht.

Mit und nach der Corona-Epidemie so weiter leben zu wollen wie bisher, so easy peasy „Augen zu und durch", macht keinen Sinn. Wir würden in der verunsicherten, bedächtig gewordenen Gemeinschaft der Menschen auflaufen, an den veränderten Realitäten anecken. Dass wir unser Leben, unseren Alltag, unser Verhalten in manchen Bereichen neu ein- und ausrichten sollten, haben wir bitte verstanden. Und das bedeutet keine neue Einengung. Es wird die Zeit zum freien Denken, zum Aufatmen, Durchatmen, zur großen Befreiung von innen heraus. Es gibt die Augenblicke, auch mal ein strahlendes Gesicht zu machen. Stellen wir uns das Schlimmste vor, dann wird alles besser.

Dass weniger mehr ist, haben wir schon immer geahnt, oder gewusst. Letzteres vielleicht auch nur dann, wenn wir nach zu viel Rotwein oder Bier zur Besinnung kamen. Dass ein paar Nummern kleiner zu leben bedeutet, ein paar Nummern gesünder, fröhlicher und dabei auch noch länger zu leben, war schon vor Corona bekannt, zumindest bei Ernährungswissenschaftlern, Asketen, Veganern und diversen Schlaumeiern.

Nun sind an diesem Virus mit dem wissenschaftlichen Namen Sars-CoV-2 inzwischen Abertausende gestorben. Ungezählte wurden vom Virus angesteckt, das lebensgefährliche Erkrankungen an Lunge, Herz, Leber und Nieren verursachen kann, viel mehr sind aber noch einmal ungeschoren davongekommen. Manche haben es nicht einmal bemerkt, als sie befallen waren.

Im Zuge der Abwehrmaßnahmen wurden allein in Deutschland Millionen Menschen arbeitslos oder in Kurzarbeit geschickt. Finanzielle Nöte, Existenzängste, Albträume – die Wirren der plötzlich übers Land geschwemmten Pandemie haben vieles in Frage gestellt, dessen wir bombensicher waren. Was uns blieb, waren Zeit und Zwang zum neuen Denken. Die Wirtschaft wird zumindest 2020 kräftig schrumpfen, Experten schätzen den Schwund auf um 6,5 Prozent.

Selbständige, insbesondere selbständige alleinerziehende Frauen, und Arbeiter mit niedriger Schulbildung und geringem Einkommen sind besonders betroffen, haben die Meinungsforschungsinstitute Ifo und Forsa im Zwischenbericht zu einer Befragung von 30.000 Bundesbürgern berichtet. 17 Prozent der Befragten waren von Februar bis Juni 2020 zeitweise freigestellt, vier Prozent haben ihren Job verloren. 15 Prozent erhielten Kurzarbeitergeld, Männer und Frauen etwa gleich häufig. 22 Prozent der Selbständigen mussten ihre Arbeit komplett einstellen, 2 Prozent haben staatliche Soforthilfen erhalten, knapp die Hälfte hat private Ersparnisse genutzt, um über die Runden zu kommen. 9 Prozent liehen sich Geld von Freunden und Verwandten, 7 Prozent haben Kredite aufgenommen.

Bei allen Menschen ist auch dank „Social Distancing der Wertewandel nun endgültig angesagt, egal, ob wir unbemerkt oder nicht an Covid-19 (Abkürzung von „Corona Virus Disease 2019) erkrankten, egal, ob wir einen Angehörigen, Verwandten und einen Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis gefährdet wussten oder nicht oder gar verloren haben, egal am Ende auch, ob wir vom Virus erwischt wurden und wieder gesundeten. Wir, die klüger geworden sind, halten künftig instinktiv Abstand – und das nicht nur auf einen Meter fuffzig – von allen und von allem, derer und dessen wir nicht bedürfen, die uns beklemmen, beschwätzen, benutzen wollen, auch wenn die Distanz nur eine mentale, in unserer Empfindung ist.

Werden wir uns bewusst: Wir haben innegehalten, und zwar sehr konkret. Als die Geschäfte für langlebige Gebrauchsgüter wie Möbel, Schuhe, Klamotten oder Autos geschlossen waren, haben wir in diesen Wochen nicht unbedingt überlegt, womit wir gerne ein Kauferlebnis feiern würden. Angst macht sparsam. Dass dennoch wie verrückt aus zugänglichen Supermärkten Klopapier und Hefe herausgehamstert wurden, war wohl eine Übersprungreaktion – wie das Nasepopeln im Auto vor der roten Ampel.

Im Ernst, die Gedanken gediehen zur Besinnung und gingen andersherum: Was brauchen wir von dem, was wir haben, wirklich? Was kann weg? Keller, Speicher, Abstellkammern und Schränke wurden während der Hoch-Zeit der Pandemie gründlich gewischt und ausgemistet. Frauen fanden Kleidung wieder, deren Existenz sie vergessen hatten und die jetzt wieder tragbar ist. Auch mancher Lebensplan kam dran – und wurde umgeschrieben, Wertigkeiten wurden neu gesetzt. Wir haben uns viel mehr als sonst mit uns selbst beschäftigt.

Während wir mangels Bewegungsfreiheit tendenziell an Körpergewicht zunahmen, machten wir uns schlank in Ansprüchen, Anforderungen und eigener Wichtigkeit. Aus Ängstlichkeit wuchsen Wachsamkeit, Umsicht und Vorsicht, aus Vorsicht neue Regeln, Wünsche und Ziele, Sehnsucht nach Zeit und Raum. Wir haben uns auch gedanklich von Ballast und Gerümpel befreit. Wir wissen nun, was außer uns selbst sonst noch wirklich wichtig für uns ist. Hoffentlich!

Wenn wir die Ansprüche an unser Leben reduzieren, qualitativ und quantitativ, kommen wir mit ihm besser zurecht. Das Blatt Papier auf dem Küchentisch ist ein guter Anfang, wenn wir darauf ein paar Tage lang links notieren, was für unser eigenes Glück unentbehrlich ist, und rechts das Überflüssige. Nutzen wir die Gunst der Stunde, um uns aus der alltäglichen Überforderung, aus dem Stress und dem Chaos der Gefühle und aus den über die Zeit entstandenen Abhängigkeiten herauszulösen. Wir sind angehalten, diese Notizen nicht am Küchenboard öffentlich auszuhängen. Zum einen sind die Gedanken nicht endgültig, zum anderen gehen sie keinen anderen etwas an. Niemanden!

Uns selbst finden wir ausschließlich in uns selbst, in unserem Selbstvertrauen, nicht im Annehmen der Ansprüche anderer und nicht im Kopieren deren Lebensweisen. Selbstfindung ist ein autonomer, befreiender, auf uns konzentrierter Entschlackungsprozess für Seele und Geist (und auch fürs Portemonnaie, aber dazu später). Niemand darf uns beim Nachdenken über den für uns richtigen Sinn unseres Lebens und dessen Ausgestaltung in Selbstverantwortung hineinreden.

Wir sollten auch niemanden um Rat fragen, wir müssen schon selbst darauf kommen, was uns guttut, was uns im wörtlichen Sinne lebenswichtig ist und was uns nichts, wenig, viel oder gar alles bedeutet. Das Marionettentheater, bei dem andere uns an Strippen ziehen, hat ein Ende. Wir machen nicht mehr das Kasperle. Wir geben unserem Leben vielleicht eine ganz neue Richtung. Wir bestimmen, was für uns wichtig und richtig ist.

Solches Nachdenken und Vorausdenken sind keine einmaligen Prozesse. Weil nun mal im Leben alles fließt, gehen wir künftig mindestens einmal im Jahr zeitaufwendig und gründlich in uns. Wir denken an nichts und niemanden anderen als an uns. Machen wir uns dabei ein paar zusätzliche Notizen, so sind uns diese in der Folgezeit bei der Orientierung im Alltag behilflich: Wir können uns an das Aufgeschriebene halten, wir können die Notizen immer wieder ergänzen und fortschreiben, wir können im Laufe der Zeit durchstreichen, was für uns nicht mehr stimmt.

Was kümmert uns das Geschwätz von gestern?! Nur rechte Gesellen leben in der Vergangenheit, wir denken nach vorne! Hauptsache bleibt, dass wir uns in geistiger Unabhängigkeit korrigieren und wir uns dabei stets unserer bewusst sind: selbstbewusst.

Welchen Ansprüchen wollen wir künftig folgen? Doch bitte nur solchen Ansprüchen, die wir selbst an uns stellen, die wir uns ausgesucht und von Herzen akzeptiert haben; Wünsche und Ziele, von deren Erfüllung wir uns Glücklichsein und Seelenfrieden versprechen. Wenn wir irgendwelchen Ansprüchen anderer Menschen nur „genügen", dann werden diese Ansprüche uns zugetragen worden sein, also aufgebrummt. Das wäre dann wie damals in der Schule, wo es bei zu viel Druck und mangelnder Motivation nur für

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