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Der Untergang des Hauses Ackermann
Der Untergang des Hauses Ackermann
Der Untergang des Hauses Ackermann
eBook213 Seiten2 Stunden

Der Untergang des Hauses Ackermann

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Über dieses E-Book

Der reiche Fernhandelskaufmann Berthold Ackermann will seinen Handel mit Leinen, Salz und anderen Kostbarkeiten erweitern und hat dafür neue Handelsverbindungen geknüpft. Bei einer Überschwemmung wird in seinem Lagerhaus eine Leiche in einem Salzfass gefunden – sein Geschäftspartner aus Lüneburg. Bei dem Versuch, den Mordfall aufzuklären, gerät Ackermann in Lüneburg in große Schwierigkeiten …

Währenddessen kommt weiteres Ungemach über die Kaufmannsfamilie – seine Magd beschuldigt alle Bewohner des Hauses der Hexerei, sich selbst eingeschlossen …

Als Ackermann endlich wieder Braunschweig erreicht, wartet schon der Büttel auf ihn, um ihn vor den Rat der Altstadt zu bringen, der das Echteding durchführen wird, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum12. Sept. 2020
ISBN9781393870685
Der Untergang des Hauses Ackermann
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    Buchvorschau

    Der Untergang des Hauses Ackermann - Tomos Forrest

    Regionale Morde – aus dem Braunschweiger Land:

    Der Untergang des Hauses Ackermann

    ––––––––

    Tomos Forrest

    ––––––––

    IMPRESSUM

    Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

    © Roman by Author

    © Cover: Kathrin Peschel nach einem Motiv von Hans Holbein, 2020

    Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

    © dieser Ausgabe 2020 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

    www.AlfredBekker.de

    postmaster@alfredbekker.de

    Klappentext:

    Der reiche Fernhandelskaufmann Berthold Ackermann will seinen Handel mit Leinen, Salz und anderen Kostbarkeiten erweitern und hat dafür neue Handelsverbindungen geknüpft. Bei einer Überschwemmung wird in seinem Lagerhaus eine Leiche in einem Salzfass gefunden – sein Geschäftspartner aus Lüneburg. Bei dem Versuch, den Mordfall aufzuklären, gerät Ackermann in Lüneburg in große Schwierigkeiten ...

    Währenddessen kommt weiteres Ungemach über die Kaufmannsfamilie – seine Magd beschuldigt alle Bewohner des Hauses der Hexerei, sich selbst eingeschlossen ...

    Als Ackermann endlich wieder Braunschweig erreicht, wartet schon der Büttel auf ihn, um ihn vor den Rat der Altstadt zu bringen, der das Echteding durchführen wird, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

    Der Untergang des Hauses Ackermann

    - zur Zeit der Hanse -

    Teil 1 – Der Tote im Salzfass

    1.

    Wir schreiben das 16. Jahrhundert

    „Und, Lisbeth – noch eine Kanne Bier, aber von der frischen Mumme, verstehst du mich?"

    „Jawohl, Herr, sofort!"

    Mit einem leisen Stöhnen strich sich Berthold Ackermann über den Bauch. Aber das war kein schmerzliches Ächzen, sondern das eines überaus satten, zufriedenen Mannes.

    „Noch etwas von dem Braten, Berthold?"

    Magda Ackermann, stolze Ehefrau des Fernhandelskaufmanns aus der Neustadt, wandte ihr rundes Gesicht mit den roten Wangen schon zur zweiten Magd, die auf einer Holzplatte den angeschnittenen Schweinebraten bereithielt.

    „Um Himmels willen, Magda, noch ein Stück mehr und ich platze. Es war wieder köstlich, aber mir genügt zum Nachtisch noch ein Viertelstübchen gute Mumme, und dann freue ich mich auf eine Stunde Schlaf."

    „Ach Berthold, das werden doch wieder zwei oder gar drei. Und wie du dabei schnarchst, dass sich die Balken biegen! Als neulich die Frau Apotheker sich etwas von dem feinen Leinen aussuchen wollte, war es mir richtig unangenehm, deine Töne bis in den Lagerraum zu hören."

    „Du übertreibst, Magda!", lachte der Kaufmann und nahm der herbeieilenden Magd die Kanne aus der Hand, um sich den Becher selbst zu füllen.

    Kaum hatte er jedoch einen Schluck von dem Bier genommen, als er es auch im hohen Bogen wieder auf den Steinboden ausspie.

    „Pfui Teufel, was ist das denn für ein Gesöff? Lisbeth, ich hatte doch ausdrücklich befohlen, vom frischen Fass zu zapfen!"

    Die junge Magd war dunkelrot angelaufen und stammelte:

    „Ja Herr, das habe ich auch so getan. Es ist das frische Fass von der Lieferung, die Herr von Wennigen in der Früh mit seinen Knechten geliefert hat!"

    „Das ist ja unglaublich, von diesem Zeug trinke ich nicht einen Schluck mehr!" Misstrauisch schnüffelte er an seinem prächtigen Zinnbecher, dann schleuderte er ihn auf den Boden, wo er scheppernd herumrollte und seinen Inhalt gleichmäßig verteilte.

    „Berthold, muss diese Schweinerei sein? Wenn dir das Bier nicht mehr schmeckt, so lass es doch einfach – du hattest ohnehin genug davon heute Mittag!"

    Jetzt verfärbte sich auch das Gesicht des Kaufmanns von leichter Röte zu dunklem Rot, seine Stirnadern schwollen an und traten sichtbar hervor, während er sich mit beiden Händen auf die Tischplatte stützte. Dann stand der Kaufmann schwerfällig von seinem Sitz auf und wäre um ein Haar in der Pfütze, die er selbst verursacht hatte, ausgerutscht.

    „Macht das weg hier, sofort!", schrie er die beiden Mägde an, die sofort liefen, um das Putzzeug herbeizuholen. Kopfschüttelnd sah seine Ehefrau ihm hinterher, als Berthold wütend die Kellertür aufriss und gleich darauf die steile Treppe hinunterpolterte. Sie hörte ihn noch eine Weile dort unten hantieren und schließlich sogar ein paar kräftige Flüche ausstoßen, aber sie kannte ihren Mann gut genug, um zu wissen, dass er sich bald wieder beruhigen würde. War er einmal in seinem Keller, würde er sicher noch ein weiteres Fass genauer untersuchen, und das konnte dann dauern.

    Seufzend erhob sich die beleibte Frau, ging ein paar Schritte hinüber zu ihrer Auslucht, von der sie eine herrliche Sicht direkt auf die Lange Straße genießen konnte. Hier war ihr Lieblingsplatz: Der bequeme Stuhl stand dicht am Fenster, daneben auf einem kleinen Tischchen die feine Stickarbeit, an der sie gerade saß. Eine Auslucht hatten nur ganz wenige Frauen in Braunschweig an ihren Häusern, und sie wusste es zu schätzen, dass ihr Mann schon beim Bau ihres Hauses großen Wert auf solche Details gelegt hatte. Leider hatte der Regen vom Vormittag erneut eingesetzt und die wenigen Bürger in ihre Häuser getrieben. So konnte sie niemand bewundern, wie sie stolz und aufrecht an ihrem Fenster sah, demonstrativ die Handarbeit hochhielt und so jedermann sehen konnte, wie die ehrwürdige Kaufmannsfrau Magda Ackermann, geborene von Veltheim, es nicht nötig hatte, mit ihren Händen schwer zu arbeiten.

    Sie schaute nachdenklich in den strömenden Regen hinaus auf die Lange Straße und zur Brücke hinüber, die den Überweg zwischen dem Hagen und der Neustadt bildete. Längst war es eine neue, breitere Brücke geworden, denn der Handelsverkehr hatte erheblich zugenommen. Täglich passierten zahlreiche, hoch beladene Fuhrwerke von der Waage neben St. Andreas kommend die Lange Straße hinüber zur Brücke, die man einst nur ‚upper Hagenbrugke‘ nannte, nun aber stolz ‚Neue Brücke‘. Jetzt spannte sich über die wild dahin schießende Oker, die zum Leidwesen der Bewohner des Hagens häufig über ihre Ufer trat, eine breite Holzbrücke, die es zwei Fuhrwerken erlaubte, aneinander vorbei zu fahren, ohne dass es zu Karambolagen kam.

    Das Wasser rann in kräftigen Bächen an den kleinen, dicken Scheiben herunter, die ihr Berthold einst für viel Geld in die unterteilten Rahmen hatte setzen lassen. Ach ja, sie waren damals schon sehr verliebt, und als der junge und schon sehr erfolgreiche Kaufmann beim Vater um ihre Hand anhielt, da zögerte der nicht lange, obwohl der Kaufmann nicht von adliger Herkunft war.

    Doch der alte Johannes von Veltheim tat nichts, ohne das Wohl seiner Tochter im Auge zu behalten, hielt deshalb zunächst Rücksprache mit Magda, und als ihr jubelndes ‚Ja‘ kam, willigte er mit noch größerer Freude in diese Verbindung ein.

    Ihre Gedanken gingen zurück an den Tag ihrer Eheschließung, und mit einem tiefen Seufzer ließ sie die gerade aufgenommene Handarbeit wieder sinken. Sie waren ein schönes Paar, als sie zur Andreaskirche schritten. Ihr Berthold lebte schon in der dritten Generation in der Neustadt und seine Eltern, inzwischen schon sehr betagt aber noch rüstig, besaßen ein wunderbares Haus am Hagenmarkt. Sie hatte angenommen, dass sie dort einziehen würden und die Alten in das Obergeschoss auf ihr Altenteil auswichen. Mit ein wenig bangem Gefühl hatte sie Katharina Ackermann betrachtet, eine kleine, hagere Frau, deren Gesicht mit tausenden von Falten wie ein Spinnennetz überzogen war. Als sie ihr von Berthold vorgestellt wurde, hatte sie den dünnen Mund zusammengekniffen, die schmächtigen Ärmchen in die Seiten gestemmt und nur ein „Na, dann also!" zur Begrüßung von sich gegeben. Keine Miene verzog die Alte dabei, und der kalte Blick aus ihren tiefblauen Augen verfolgte Magda noch bis in den Schlaf.

    Beim Gedanken an ihre Schwiegermutter fuhr Magda zusammen. Es war nicht leicht, mit ihr auszukommen, aber Berthold Ackermann hatte niemals vor, mit seiner jungen Frau in sein Elternhaus zu ziehen. Am Tag ihrer Verlobung präsentierte er ihr den Rohbau an der Langen Straße, und Magda war sprachlos vor Glück. Sie umarmte ihren Berthi und drückte ihm einen herzhaften Kuss auf die Wange, und er schloss sie in seine kräftigen Arme, blies in ihr dunkelbraunes Haar und sagte leise an ihrem Ohr: „Hier werden wir glücklich sein, Magda, unsere Kinder aufziehen und viel, viel Geld verdienen. Ich habe eine Hand dafür, und der Herrgott hat mich bislang wohl behütet!"

    Das war nun schon zwanzig Jahre her, sie selbst auf dem besten Wege, eine alte Frau zu werden, ihr Ältester, der Tile, schon achtzehn Jahre alt und nach dem Besuch des Katharineums im Hagen in das Kontor seines Vaters eingetreten. Schon das erste Jahr schien die Hoffnungen zu bestätigen, die von den Eltern in den Jungen gesetzt wurden. Alles sprach dafür, dass auch Tile Ackermann das Geschick seines Vaters geerbt hatte, dazu einen gesunden Verstand besaß und das Rechnen und Schreiben aus dem Grund heraus verstand. Und ihre Tochter Allin wurde eine Schönheit, war es jetzt schon mit ihren knapp vierzehn Jahren, und würde demnächst eine entsprechende Verbindung eingehen. Ihr Berthold hatte da schon Gespräche geführt, und alles schien zwischen den künftigen Brauteltern glatt zu laufen.

    Vor gut einem Jahr wurde Allin zu Verwandten nach Bremen gegeben, zu ihrer Tante Augusta, die ein Muster einer vornehmen Patrizierfrau für Magda war. Hier sollte sie lernen, wie ein Haus zu führen ist, und da Augusta und Friedrich kinderlos waren, zudem angedeutet hatten, Allin zu ihrem Erbe zu bestimmen, war die Sache abgemacht.

    Noch einmal seufzte Magda tief auf, denn nun dachte sie an ihren Jüngsten, und das Herz wurde ihr plötzlich schwer. Ludger, der gerade seinen 15. Geburtstag gefeiert hatte, war so ganz das Gegenteil des ernsten und schwer arbeitenden Tile. Als Kleinkind ihr Sonnenschein, verhätschelt und verwöhnt, wuchs der Junge sorgenfrei auf. Alles schien ihm zuzufallen, nichts fiel ihm schwer, aber er besaß keine Ausdauer, ein begonnenes Werk auch fortzuführen, irgendetwas langfristig zu verfolgen und zu beobachten.

    Berthold hatte schon mehrfach gedroht, ihn in das Heer von Herzog Heinrich dem Jüngeren, dem Regenten, zu geben. Bei der ersten Androhung hatte Ludger laut herausgelacht und war lachend aus dem Haus gelaufen. Dann folgten weitere, ähnliche Szenen, in denen der Vater ihm vorhielt, ein lüderliches Leben zu führen, nicht ordentlich zu lernen, was ein guter Kaufmann wissen muss, und den Tag mit unnützem Zeug zu vertun.

    Magda hatte den letzten Streit noch gut im Ohr. Sie stand vor ihrem Lieblingsplatz, als Berthold seinen Sohn zur Rechenschaft ziehen wollte. Es war nichts Besonderes vorgefallen, aber der Kaufmann hatte sich darüber geärgert, dass der Junge an diesem Tag erst gegen Morgen in das Haus zurückgekehrt war.

    Als ihn Magda von seinem Vorhaben abbringen wollte mit dem Hinweis, dass der Junge doch noch fast ein Kind sei, hatte er ihr geantwortet, dass ein Kind wohl nicht so viel Bier saufen würde und hinter jedem Weiberrock her sei wie sein Ludger. Es nutzte alles nichts, er rief einen der Knechte und befahl seinen Jüngsten in die gute Stube. Nach einigen Vorhaltungen, die sein mehrfaches Fehlen im Kontor betrafen, kam Berthold schließlich zum Ende seiner Ausführungen und wollte versöhnlicher werden.

    „Der liebe Gott sieht alles, Ludger, und er sieht auch dich. Eines Tages werde ich dich zu den Soldaten geben müssen, damit sie dein Leben in Ordnung bringen. Dann zieht der Herzog in eine Schlacht, und du wirst erschlagen, noch ehe du dein bisheriges Leben bereuen kannst. Willst du das, Ludger?"

    „Aber Vater, was tue ich denn Schlimmes, dass der liebe Gott mit mir unzufrieden sein soll? Gibt es etwas abzuladen, bin ich der Erste am Fuhrwerk! Gibt es etwas zu schreiben, so hat niemand eine bessere Handschrift als ich! Und im Rechnen kann ich sogar noch Tile übertreffen!", lautete seine fröhliche Antwort.

    „Das stimmt alles, Ludger, war die Antwort des Vaters. „Du bist erst fünfzehn Jahre, aber auch immer der Erste beim gewürzten Bier, der Erste, wenn ein Mädchen vorbeigeht, dem du ein Kompliment machst, der Erste, wenn es darum geht, etwas Geld von mir zu erbetteln. Sag mir, ob das ein gottgefälliges Leben ist, das du führst!

    „Ach Vater!", rief Ludger mit gespielt verzweifelter Stimme aus. „Das ist doch alles nicht weiter schlimm! Und wenn du glaubst, dass mein Seelenheil gefährdet ist, dann kannst du mir doch einen Ablass kaufen! Ich habe erst gestern auf dem Markt gehört, dass einer der Ablassprediger wieder in der Stadt ist. Und wie sagt man doch so schön? ‚Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt‘."

    Bei diesen Worten war der Vater mit hochrotem Kopf auf seinen Sohn zugesprungen, hatte sein Wams mit der Linken gepackt und die Rechte bereits zum Schlag erhoben, als ein Ruf der Mutter ihn innehalten ließ. Langsam sank seine Hand herunter, aber noch eine ganze Weile funkelte er seinen Jüngsten wütend an.

    „Ludger, versprich mir, nie wieder von diesen Ablasspredigern zu reden, hörst du? Eine Sünde kann nicht mit Geld reingewaschen werden, und kein Mensch kann einem anderen eine Sünde vergeben, verstehst du das, Ludger?"

    „Du bist also ein Anhänger des Doktor Martin Luther, Vater? Das freut mich, denn mir gefällt, was er verbreitet. Wir sollten uns darüber einmal länger unterhalten, das ist mal ein Thema, das mich interessiert!"

    Bertholds Zorn war verflogen und verwundert blickte er den Jungen an.

    „So? Du Grünschnabel kennst also den Doktor Luther, was? Und woher hast du von ihm gehört? Etwa auch auf dem Markt?"

    „Nein, direkt von dem Drucker, du weißt doch – Hans Dorn in der Altstadt. Er hat etwas von Martin Luther gedruckt."

    „Das hast du gelesen, Ludger? Ich staune über dich, mein Sohn. Da denkt man, du hast nur Bier und Weiber im Kopf und dann höre ich, dass du dich mit den Schriften eines gefährlichen Aufrührers beschäftigst. Allmählich sehe ich dich mit anderen Augen, Sohn. Es gefällt mir aber noch immer nicht, dass du die Nächte in den Wirtshäusern verbringst, aber solange ich dich nicht in der Echternstraße erwische, soll es mir recht sein!"

    Magda schluckte bei der Erinnerung an diese Szene. Ihr kleiner Ludger und in der Echternstraße! Bei den Unehrlichen und Huren! Was für eine schreckliche Vorstellung!

    Ihr Blick ging wieder zum Fenster, aber der Ausblick war kaum möglich, so stark rannen die Wassermassen über die kleinen, gewölbten Scheiben in den Bleifassungen. Nein, nicht ihr Ludger.

    2.

    „Karl, du läufst sofort rüber zum alten Christian und sagst ihm, wenn sein Sohn nicht noch am heutigen Tag frisches Bier liefert, war es die letzte Lieferung, die er im Ackermannschen Hof abgeladen hat, verstanden!", befahl der Kaufmann seinem Knecht, der mit gesenktem Kopf vor ihm stand

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