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Mord im Prater: Der Fluch des Codex

Mord im Prater: Der Fluch des Codex

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Mord im Prater: Der Fluch des Codex

Länge:
138 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
11. Sept. 2020
ISBN:
9783748757160
Format:
Buch

Beschreibung

Ein Vater ermordet zwei seiner Töchter, nur um eines alten Familiencodex wegen, für den er sich verantwortlich fühlt. Er lebte Zeit seines Lebens im Glauben, dass eine adlige Abstammung dazu berechtigt, sich als Richter über  Anstand und Moral aufzuspielen. Zwischen beiden Morden liegen zehn Jahre, doch Kommissar Georg Mahrer und sein Team erkennen die Zusammenhänge und überführen ihn. So konnten sie einen alten, offenen Fall und den aktuellen gleichjzeitig durch genaue und aufreibende Polizeiarbeit aufklären. 
Und wenn Du lange genug in einen Abgrund bickst, blickt der Abgrund auch in Dich hinein. (Friedrich Nietzsche)
Herausgeber:
Freigegeben:
11. Sept. 2020
ISBN:
9783748757160
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Mord im Prater - Joana Angelides

München

Mord im Prater

Es war mittwochmorgens und ein wundervoller Sommertag. Außerdem lockte das nahe Wochenende und Dr. Georg Mahrer, Kommissar der Mordkommission der Polizeidirektion Wien freute sich schon auf drei freie Tage, die er mit Dr. Barbara Rauch, der Pathologin, verbringen kann. Sie planen einen Kurzausflug in die Wachau an der Donau, Barbara hat dort schon ein Zimmer ab Donnerstag bestellt.

Leise vor sich hin pfeifend fuhr er den Lift hinauf zu seinem Büro. Als sich die Lift Türe öffnete stand Inspektor Thomas Bauer genau davor.

„Guten Morgen Chef! Sie brauchen gar nicht erst auszusteigen es gibt Mordalarm Im Prater!", sagte er.

„Oje, gut, dass ich noch eine zweite Tasse Kaffe zu Hause getrunken habe!, sagte Mahrer lächelnd, „informieren Sie mich unterwegs.

Der Lift fuhr wieder abwärts.

„Es wurde in einem der Waggons vom Riesenrad eine weibliche Leiche gefunden. Die Leiche weist eine offene Wunde am Hinterkopf auf. Das ist wahrscheinlich auch die Todesursache. Aber wir werden mehr wissen, wenn die Leiche durch Frau Dr. Rauch untersucht wurde. Sie ist auch schon mit der Spurensicherung unterwegs, wir werden sie dort treffen"

„Weiß man schon, wer die Frau ist?", fragte Mahrer, während sie in der Garage in den Wagen einstiegen.

„Nein, ich glaube nicht. Aber vielleicht hat man inzwischen ihre Handtasche gefunden. Angeblich lag keine daneben, was ja für Frauen ganz ungewöhnlich ist!"

„Und wer hat sie gefunden?"

„Der Betreuer des Riesenrades, er nimmt das Rad am Mittwoch immer um 10:30h in Betrieb ist aber immer schon viel früher da, um alles zu kontrollieren. Und bei dieser Kontrolle hat er die Leiche entdeckt. Aber Näheres weiß ich auch nicht. Wir werden ihn aber befragen!", ergänzte Tom seine Angaben.

„Das Riesenrad wird täglich um 10:30h in Betrieb genommen?" fragte Mahrer.

„Nein, da gibt es unterschiedliche Zeiten, glaube ich. Wir werden das noch genau eruieren!"

Am Platz wo das Riesenrad stand, war bereits alles abgesperrt, aber trotzdem gab es eine Menge Schaulustiger.

„Die Leute sollen da weg, gibt ja nichts zu sehen!", sagte Mahrer zu einem der Beamten.

Neben dem, nun untenstehenden Waggon stand ein Mann mittleren Alters mit einer Fantasieuniform und blickte fassungslos auf die Szene im Inneren des Waggons, wo Dr. Barbara Rauch bereits damit beschäftigt war, die am Boden liegende Leiche zu untersuchen. Auf der Plattform zum Einstieg standen auch einige Männer der Spurensicherung, sie warteten bis die Leiche freigegeben wird. um sie abzutransportieren. Erst dann konnte man nach Spuren suchen.

Mahrer ging an ihnen vorbei und stand neben der Pathologin.

„Hallo, Barbara, Guten Morgen!", begrüßte er sie lächelnd und zwinkerte ihr zu.

„Guten Morgen, Herr Kommissar! Du kommst gerade zur rechten Zeit! Nach der ersten Beschau kann ich sagen, die Frau wurde so zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens ermordet. Sie bekam einen harten Schlag am Hinterkopf ab und dürfte sofort tot gewesen sein. Ihr Hinterkopf weist eine große Wunde auf und es ist einige Gehirnmasse ausgetreten!"

„Das muss aber von einer kräftigen Person getan worden sein, oder?" fragte Mahrer.

„Ja, mit großer Wucht und wahrscheinblich auch mit großer Wut! Näheres kann ich Dir erst nach der Obduktion sagen!" sagte sie. Dann erhob sie sich und trat etwas näher an Mahrer heran.

„Das Zimmer in Rosatz kann ich wohl wieder abbestellen?" fragte sie leise, mit Bedauern in der Stimme.

Mahrer raunte ebenso leise zurück:

„Ja leider!"

„Es handelt sich um eine junge Frau, so zwischen zwanzig bis dreißig Jahren. Sie scheint sehr gepflegt zu sein und auch ihre Kleidung scheint nicht von der Stange zu sein. Ist also keine Obdachlose, obwohl sie ein wenig schmuddelig aussieht. Eher so, als wäre sie einige Tage nicht zu Hause gewesen! Da wäre noch etwas zu sagen, der Leiche wurde postum ein Finger abgeschnitten!", sagte sie noch und stieg die kleine Stufe vom Podest hinunter.

Mahrer zuckte zusammen, Tom merkte es erstaunt.

„Welcher Finger?", fragte er hastig

„Der Ringfinger der rechten Hand!, sagte die Pathologin, „wieso ist das wichtig?

„Ja, sehr. Erkläre ich Dir im Büro! Kann man auch sagen, womit der Finger abgeschnitten wurde?"

„Wenn ich mir das so ansehe, tippe ich bei der jetzigen Toten auf eine Baumschere. Die hat die Kraft und Beschaffenheit um den Knochen und das Fleisch zu durchschneiden. Mit einer normalen Schere oder einem Messer geht das fast gar nicht! Das ist hier ein glatter Schnitt! Wie das bei der ersten Toten war, weiß ich nicht. Das müsste im Akt stehen", erklärte Dr. Rauch.

Mahrer trat zur Seite und ließ die Männer mit der Metalltrage vorbei, die nun den Leichnam hineinlegten und wegtrugen. Er warf dann einen Blick in das Innere des Waggons und wunderte sich, wie groß und geräumig diese Gondeln, so aus der Nähe betrachtet eigentlich waren. Dann drehte er sich um und ging ebenfalls vom Podium hinunter, um die Leute von der Spurensicherung nicht zu stören.

„Ich will möglichst viele genaue Fotos und die so rasch als möglich auf meinem Schreibtisch!", rief er noch in den Waggon hinein.

Inspektor Thomas Bauer kam von dem Zeugen, der die Leiche fand wieder herübergelaufen und schaute ihn fragend an.

„Wollen Sie mit dem Mann sprechen, der sie gefunden hat?", fragte er.

„Ja, unbedingt! Wie ist sein Name?"

„Er heißt Imre Bayos, ist eigentlich Ungar, aber schon sehr lange in Wien und betreut das Riesenrad seit ca. 15 Jahren! Er schaut ein bisschen wie der „Zigeunerbaron aus der Operette aus. Dass er Ungar ist, merkt man sofort an seinem Akzent! Die Ungarn bringen diesen Zeit ihres Lebens nicht an! Sie wissen, wie das ist, einmal Magyar, immer Magyar., lachte Tom. „übrigens was hat es mit dem Finger auf sich, Sie schienen überrascht und elektrisiert zu sein?", fragte er neugierig.

„Vor ca. zehn Jahren hatten wir schon einmal einen Mordfall! Es war ebenfalls ein junges Mädchen, das wir tot auffanden und ihr fehlte ebenfalls der Ringfinger der rechten Hand. Der Mord wurde glaube ich niemals aufgeklärt. Der damalige Leiter, Oberkommissar Leitgeb war da sehr engagiert und es hat ihn so sehr belastet, dass er den Mörder nie fand, dass er in Pension ging! Wenn wir im Büro sind, müssen wir uns diesen Akt beschaffen. Der Name des Mädchens war Burger, oder Berger oder so ähnlich…" sinnierte er vor sich hin.

Der Zeuge sah ein wenig mitgenommen aus. Der Leichenfund hatte ihn offenbar erschüttert. Es war ein Mann, so in den Fünfzigern, mit einem buschigen Schnurbart und schwarzen Haaren, die mit grauen Strähnen durchzogen und lockig waren! Mahrer musste ein wenig lächeln, er sah tatsächlich wie der „Zigeunerbaron" mit seiner Fantasieuniform aus! Vielleicht war er ein wenig schlanker als die Operettenfigur!

„Sie sind Herr Imre Bayos und arbeiten hier direkt am Riesenrad?", fragte er ihn dann.

„Jo, seit fünfzehn Jahren, war nie auch nur einen Tag krank, und es ist die erste Leiche, die ich finde! Igen", sprudelte es aus ihm heraus. Es klang als würde er sich die Schuld geben, dass das Mädchen tot ist.

„Guten Tag! Ich bin Kommissar Mahrer und leite hier die Untersuchung. Herr Bayos, das glaube ich Ihnen natürlich! Man findet ja nicht alle Tage Leichen an seinem Arbeitsplatz!", beruhigte ihn Mahrer.

Imre Bayos nickte.

„Haben Sie die Tote schon einmal gesehen, arbeitete sie auch hier, oder generell irgendwo im Prater?"

„Nein, ich habe sie noch nie gesehen und ich glaube auch nicht, dass sie im „

„Werden denn die Waggons in der Nacht nicht versperrt, kann es sein, dass sie einer der letzten Benützer war?"

„Nein, das kann nicht sein. Die Waggons sind nachts versperrt, das heißt, wenn die Türe geschlossen wird, dann schnappt ein Schloss ein, dass man nur von außen öffnen kann, damit niemand während der Fahrt auf die Idee kommt, die Türe zu öffnen! Bevor ich das Riesenrad ganz zum Stillstad bringe, lasse ich es einmal durchlaufen, kontrolliere jeden Waggon und schaue, ob sich noch jemand darin befindet! So auch gestern abends. Die Waggons waren alle leer! Dann habe ich den Strom abgeschaltet!" sagte er selbstbewusst.

„Der Waggon mit der Leiche befand sich also wo heute Morgen?" wollte Mahrer wissen.

„Der befand sich genau hier, bei der Einstiegsrampe, verschlossen und auf den ersten Blick, leer! Erst als ich genau hineinschaute, sah ich sie da liegen, ich bin sehr erschrocken! Igen!"

„Wie spielt sich das normaler Weise ab. Das Riesenrad dreht sich ja nicht dauernd, die Leute müssen ja ein- und aussteigen?"

„Ja genau. Es dreht sich nur langsam und immer wenn ein Waggon unten ankommt, steigen Leute aus und neue wieder ein. Da steht es dann so lange. Dann geht es wieder weiter!"

„Wie lange dauert so eine Fahrt?"

„Die Umfangsgeschwindigkeit des Riesenrads beträgt maximal 0,75 Meter pro Sekunde also 2,7 Kilometer pro Stunde, die Zeit für eine vollständige Umdrehung beläuft sich somit theoretisch auf 255 Sekunden. Die tatsächliche Dauer für eine Umdrehung ist wesentlich länger und hängt vom Passagieraufkommen ab, da im längsten Fall das Riesenrad jeweils nur um die Wegstrecke zwischen zwei Waggons weiterbewegt wird, um die Passagiere ein- und aussteigen zu lassen, wie bereits gesagt!"

„Das haben Sie schön gesagt, lobte ihn Maher, „wie auswendig gelernt!

„Habe ich auch, manche Passagiere wollen das nämlich auch wissen und stellen immer die gleichen Fragen, wie Sie eben!", lächelte Imre.

„Was kostet so eine Fahrt?",

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