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Selig sind die Handynutzer: Wie Medien den Glauben rauben – Wie Medien den Glauben stärken

Selig sind die Handynutzer: Wie Medien den Glauben rauben – Wie Medien den Glauben stärken

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Selig sind die Handynutzer: Wie Medien den Glauben rauben – Wie Medien den Glauben stärken

Länge:
198 Seiten
2 Stunden
Freigegeben:
Mar 27, 2020
ISBN:
9783765575532
Format:
Buch

Beschreibung

Die neuen Medien, die Digitalisierung - Facebook, Instagram, Twitter und viele andere Social-Media bedeuten eine Revolution für unseren Alltag: "Online" oder "Offline" – dieser Gegensatz verschwindet, wir sind sind "onlife"! – Das Leben und die digitale Welt sind eine vollständige Symbiose eingegangen. Was macht das mit unserem Glauben?
Stärken die neuen Medien den Glauben? Bieten sie nicht ungeahnte Möglichkeiten – über Grenzen hinweg Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben, die besten Predigten zu hören und über Glaubensfragen chatten? – Online können Menschen mit dem Evangelium erreicht werden, die nie eine Kirche betreten würden.
Oder rauben die neuen Medien den Glauben – Onlinesucht. Generation Porno. Wir kommen nicht mehr zur Ruhe, weil wir immer online sein müssen – auch nicht mehr zur Ruhe vor Gott.
Christ Pahl und Karsten Kopjar sehen beide Seiten. Gemeinsam erforschen sie die Möglichkeiten und Gefahren der digitalen Welten – gerade auch für den eigenen Glauben. Und sie geben ganz praktische Tipps, wie wir die neuen Medien sinnvoll nutzen können – und wann man auch mal offline gehen muss.
Freigegeben:
Mar 27, 2020
ISBN:
9783765575532
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Selig sind die Handynutzer - Chris Pahl

Autoren

Wenn der Wecker zweimal klingelt

Ich (Chris) hasse meinen Wecker. Immerhin weckt mich mein Handy netter als mein schriller alter Wecker. Der Weckton mit dem verheißungsvollen, aber irreführenden Namen „Coffee" wird langsam immer lauter. Ich öffne die Augen, mache das Licht an und schalte den Handywecker aus. Ich entsperre mit meinem Fingerabdruck mein Smartphone und sehe das WhatsApp-Symbol, was mir neue Nachrichten verheißt. Es ist nichts Wichtiges. Paul hat ein Video von einem pupsenden dicken Mann rumgesandt, in der Kanu-Gruppe gab es 10 Nachrichten – ein Tippfehler hatte ein Missverständnis ausgelöst – und mein Kollege will irgendeine Datei geschickt bekommen. Warum schreibt er das eigentlich nicht an meine Dienstmail? Auch das Facebook-Symbol leuchtet und enttäuscht stelle ich fest, dass mein Post von gestern Abend nur eine neue „Gefällt mir"-Angabe hat. Schlecht gelaunt scrolle ich zwischen Selfies und Essensfotos hindurch. Danach schnell noch Insta checken. Das Foto eines gut gebauten Bodybuilder-Pastors erinnert mich an meinen Vorsatz, mehr Sport zu machen. Klappt wohl dieses Jahr wieder nicht. Bevor ich aufstehe, checke ich noch schnell meine Mails. Der Kollege, der die Datei will, hat mir natürlich auch eine Mail mit seinem Anliegen geschrieben und ein sehr guter Christ hat wichtige theologische Hinweise zu meinem letzten Artikel parat: Ich sollte mehr über die Hölle schreiben. So, jetzt muss ich aber aufstehen, bevor ich mich deprimiert vom Leben wieder rumdrehe. Nur ganz schnell noch in der Tagesschau-App nachsehen. Oh nee – schon wieder ein Terroranschlag und dann das Gesicht von Trump groß auf meinem Handy. Ich stehe auf und weiß: Es kann heute nur noch besser werden.

Nochmal auf Anfang … Ich hasse meinen Wecker. Immerhin weckt mich mein Handy netter als mein schriller alter Wecker. Als Weckton habe ich „Beautiful Things von Gungor eingestellt: „Gott macht wunderschöne Dinge aus meinem Mist, schöner Gedanke. Ich öffne die Augen, mache das Licht an und schalte den Handywecker nicht aus, sondern genieße das Lied. Ich entsperre mit meinem Fingerabdruck mein Smartphone und bin froh, dass ich im Flugmodus noch keine Nachrichten von Messengern sehe. Ich öffne meine Losungs-App und lese die zwei Bibelverse, die für den heutigen Tag dran sind. Mit dem einen Vers kann ich nicht viel anfangen, der andere erinnert mich daran, dass Gott das Licht ist. Während ich ein erstes Gebet spreche, vibriert mein Handy. Häh? Ich bin doch offline! Doch eine Nachricht? Nein, es ist meine „Exerzitien-App, die mich an meine Zeit der Stille erinnert. In 5 Minuten wird sie wieder „bing machen und meine kurze Stille beenden und mir zwischendrin alle Minute eine Frage stellen. Meine Gedanken schweifen ab und ich stehe nach dem letzten „Bing" auf, um mir im Bad meinen Lieblings-Podcast eines britischen Predigers anzuhören. Das wird ein guter Tag.

Welche dieser Beschreibungen trifft auf deinen Morgen eher zu? Ich habe schon beides erlebt. Jeden Tag gibt es die Momente, in denen ich durch Medien Gott näherkomme, und solche, in denen Medien mich von Gott und seinen guten Gedanken ablenken. Dieses Buch ist kein Buch gegen oder für Medien. Dieses Buch ist das Ringen von zwei Christen, in dieser heutigen medialen Zeit eine tiefe und authentische Spiritualität zu leben. Medien sind nicht von Grund auf böse und wurden uns nicht aus der Hölle gesandt (endlich schreib ich mal was dazu ). Aber Medien sind auch keine Heilsbringer, die endlich unsere (geistlichen) Probleme lösen werden. Die Idee zu diesem Buch kam mir in meiner eigenen Sehnsucht nach Begegnung mit diesem Jesus und gleichzeitigem Leben mitten in der (digitalen) Welt. Ich sehe ungeahnte Chancen durch das Internet und gleichzeitig geht auch vieles zu Bruch auf dem Weg zur Digitalisierung.

Mit diesen ersten Ideen zu dem Buch traf ich auf Dr. Karsten Kopjar, den ich aus „guten alten Zeiten in Marburg noch kannte. Karsten ist Medientheologe und arbeitet bei der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands rund um das Thema „Online-Kirche. Seine Expertise macht dieses Buch für mich zu einem großen Gewinn und unsere stundenlangen Gespräche zu dem Thema haben mir (und hoffentlich auch dem Buch) gutgetan. Noch mal: Dieses Buch ist kein Fachbuch, sondern eine Diskussionsanregung. So nehmen wir, Jugendreferent und Medientheologe, dich mit auf die Reise unserer Suche nach Gott mitten in der digitalen Welt. Und wir haben noch zwei wunderbare Reisebegleiter für dich erfunden: Oma Ulla und ihren Enkel Tim. Komm mit uns auf einen Weg, an dessen Ziel du selbst entscheidest, wie digital dein Glaube werden soll.

PS: Auf der offenen Facebook-Seite https://fb.me/seligsinddiehandynutzer kannst du mit uns Autoren diskutieren und bekommst neue digitale Trends/Tipps zum Glauben. Folge uns.

Ulla und Tim 1: Ferien bei Oma Ulla

Tim und Ulla, unsere zwei Hauptdarsteller der Einleitungsgeschichten, werden uns durch die fünf Abschnitte des Buchs begleiten:

Tim lebt mit seinen Eltern im noblen Hamburger Vorort Winterhude. Für ihn sind Smartphone, Computer, Games und Chats elementare Begleiter. Wenn er über Berufswünsche nachdenkt, sind meist digitale Medien beteiligt. Er glaubt an Gott und geht unregelmäßig in eine moderne Jugendkirche in der Stadt.

Ulla lebt verwitwet in ihrem alten Elternhaus auf der schwäbischen Alb. Für sie ist Gartenarbeit sowohl Beruf als auch Berufung. Sie weiß alles über Kräuter und Gemüse, kommt dabei aber sehr gut ohne moderne Technik aus. Ihre geistliche Gemeinschaft ist die Bibelstunde jeden Mittwoch.

Weil Tims Eltern beruflich unterwegs sind, besucht der 17-Jähringe in den Herbstferien eine Woche Oma Ulla in ihrem Haus. Ein echtes Treffen der Generationen.

Tim: Hallo! Jemand zu Hause?

Tim bahnt sich einen Weg am alten Opel Combo vorbei, zwischen Gartengeräten und Komposthaufen zu einer sauber geharkten Rasenfläche. Als Erstes fallen Tim die Obstbäume auf, die gerade voller Äpfel, Birnen und Pflaumen hängen. Das wäre ein Insta-Foto wert, wenn Ullas Garten und Haus nicht mitten in einem Funkloch lägen. Mitten im Gemüsebeet winkt seine Oma.

Ulla: Schön, dass du schon da bist, ich hatte erst in einer Stunde mit dir gerechnet.

Tim: Ich hatte versucht, dich anzurufen … (wedelt mit seinem Smartphone).

Ulla: Ja, das Telefon ist ja in der Stube, das höre ich hier draußen nicht.

Tim schüttelt den Kopf und sagt etwas belustigt: Das Ding heißt ja HANDY, weil man es immer zur Hand haben kann.

Ulla winkt ab: Ach, so was Modernes hab ich doch gar nicht. Weißt du, für mich ist die Gartenarbeit ein Ruhepol. Hier in meinem Paradies will ich gar nicht immer erreichbar sein. Wenn ich hier bin, dann bin ich ganz bei meinen Pflanzen. Den Fuchsien, Hyazinthen, Obstbäumen, Gemüsebeeten …

Tim fällt ihr ins Wort: Und was ist, wenn dir mal was passiert oder vielleicht dein Enkel früher kommt? So ganz offline wäre für mich die Hölle. Kein Internet, kein Netz, keine Kommunikation mit meinen Freunden. Und so, wie es ausschaut, auch keine Raids mit meinem Clan für die nächste Woche. Wie soll ich das nur den anderen beibringen, dass sie die halben Ferien ohne ihren Heiler auskommen müssen?

Ulla: Raid was??? Diese ganzen neuen Wörter. Sag doch, dass du auf Fortbildung bist. Hier, das Kräuterbeet, da kannst du einiges über echte Heilkräuter erfahren. Und ein paar Tage ohne Computer tun dir sicher gut, hat dein Vater durchklingen lassen.

Tim verdreht die Augen und murmelt: Ich werde sterben.

Kapitel 1: Früher war alles besser!

Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Einführung des Buchdrucks oder des elektrischen Stroms? Oder zumindest an die des Fernsehers oder des Festnetz-Telefons? Radio? ISDN? Flatrates im Internet? Wir selbst kennen sie noch – die Jugend ohne Handy. Für Leute wie Tim kaum vorstellbar. Alle neuen Medien haben eins gemeinsam: Es gab große Unsicherheit und große Befürchtungen.

„Bücher werden sich nicht durchsetzen, „Strom in jedem Haus ist viel zu gefährlich, „Radiowellen töten die Menschen, „Wozu brauche ich ein Telefon zu Hause? Wen soll ich denn überhaupt anrufen?, „Der Fernseher führt zur Verdummung der ganzen Welt". Vieles davon ist nicht eingetroffen. Und doch stecken hinter mancher Frage und Befürchtung tiefe Wahrheiten. Was sagen die Mahner unserer Zeit:

„Viele der neuen Technologien sind so ausgelegt, dass sie süchtig machen. Bei jedem Check des Smartphones wird der kokainähnliche Botenstoff Dopamin ausgeschüttet."¹

„Es hat sich gezeigt, dass die Konfrontation mit sozialen Informationen im Internet zu einem geringeren Selbstwertgefühl führt."²

„In der Selfie-Gesellschaft … verliert die Idee von Authentizität, von etwas Echtem und Eigentlichem, an Rückhalt. Aufgegeben wird sie zugunsten des Wunsches sich je nach Anlass und Adressat möglichst passend in Szene zu setzen."³

„Algorithmen manipulieren die Menschen massiv."

„Cybermobbing, Cyberstalking oder andere Formen des digitalen Missbrauchs verbreiten sich rasend."

„Allein, allein: Wie die Nutzung sozialer Medien uns einsam macht."

Dieses Buch soll helfen, aus den Stimmen der Gesellschaft und unseren eigenen Meinungen echte Gefahren zu identifizieren und pauschale Ängste und Weltuntergangsfantasien zu relativieren. Wir starten mit einem Einblick die kritischen Gefühlsregungen von Chris, wenn er die Digitalisierung anschaut:

„Ich bin überfordert"

Ich komme einfach nicht mehr mit. Schon das Einrichten eines neuen Netzwerk-Druckers überfordert mich technisch. Die Fülle an Möglichkeiten einer Google-Suche und die Auswahl an Apps erschlägt mich. Und es wächst in mir ein verständlicher, aber gefährlicher Wunsch: Ich will einfache Wahrheiten. Klares Schwarz-Weiß. Starke Leitung, die mir sagt, wo es langgeht. Ich höre auf zu denken und zu entscheiden und nehme das einfachste Ergebnis der ersten Google-Suche. Dieses verständliche Gefühl hat zugleich die große Gefahr, sein Gehirn und seine Intuition bei der Mediennutzung runterzufahren. Gerade in der Fülle brauchen wir weise Entscheidung und vielleicht weniger Fülle.

„Ich habe Angst etwas zu verpassen"

Weißt du, was „FOMO ist? Es ist eine ziemlich weitverbreitete Krankheit im Zusammenhang mit digitaler Mediennutzung: „Fear of missing out. Das Phänomen beschreibt die zwanghafte Sorge, eine soziale Interaktion, eine ungewöhnliche Erfahrung oder ein anderes befriedigendes Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu bleiben.⁷ Morgens spüre ich dieses Verlangen nachzuschauen, was in der Welt und meinem Mailpostfach passiert ist. Was habe ich verpasst??? Die Antwort lautet fast immer: nichts Wichtiges. Oder vielleicht doch!? Vielleicht habe ich die echten Menschen, Gottes Reden oder die Schönheit der Natur in diesem Moment verpasst. Es gibt übrigens eine Gegenbewegung: JOMO – Joy of missing out. Hier geht es um die Freude daran, disconnected zu sein. Mehr dazu in Kapitel 8.

„Ich bin rastloser und abgelenkt"

In einer Studie der Uni Heidelberg beobachteten Studenten 1000 Menschen in Cafés und Restaurants. Überrascht stellten sie fest, dass 60% von ihnen in Gesprächen nach 10 Minuten auf ihr Handy geschaut hatten. 120 Mal schaut der Mensch durchschnittlich am Tag auf sein Smartphone. Auch wenn mir diese Zahl selbst sehr hoch vorkommt, meine Selbstanalyse zeigt mir: Auch ich tue das. Ich merke es selbst beim Schreiben dieses Buchs. Will ich konzentriert arbeiten, muss ich das Handy auf die andere Seite des Raumes legen und alle Mail- und Internet-Programme auf dem PC schließen. Und wenn ich ehrlich bin, rebelliert meine Seele gegen diese Dauerimpulse. Ich fühle mich rastlos und merke z. B., wie ich lieber aufs Handy schaue als mich mit Problemen zu beschäftigen oder zu beten.

„Ich habe zwei Selbstbilder. Wer bin ich denn nun???"

Ich habe vor ein paar Monaten geheiratet. Dazu habe ich ein Bild bei Facebook gepostet. Der erfolgreichste Post jemals. 125 Kommentare und über 350 Likes. Viele sprachen mich danach an: „Ach, ich wusste ja gar nicht, dass du eine Freundin hast." Denn in sozialen Medien bin ich sehr vorsichtig mit privaten Sachen geworden. Ich poste viel von meinen Dienstreisen, Gedanken zu christlichen Themen, Werbung für meine Bücher und meinen YouTube-Kanal, mal was zum Hobby … Mich beschäftigen aber noch ganz andere Themen, zu denen ich sehr bewusst nichts poste. Ich poste keine Unwahrheiten, aber der echte Chris hat ganz andere Fragen und Probleme als der Social-Media-Chris. Versagen, Kritik, schlechte Bewertungen, Depri-Tage … zeige ich nicht. Den echten Chris kennen meine 1000 Facebook-Freunde nicht. Und ich erahne, dass die meisten Posts der anderen auch nur ein kleiner Teil oder sogar der „So-wäre-ich-gerne"-Teil ihrer selbst sind. Das führt zu zwei Problemen: Wenn ich mir nur meine Posts anschaue, werde ich überheblich. Wenn ich mir nur die Posts der anderen anschaue, bekomme ich Selbstzweifel. Beides bereichert mein Leben nicht.

„Ich verliere wertvolle Beziehungszeit: zu mir, zu anderen, zu Gott"

Neun Stunden verbringt der Deutsche im Durchschnitt pro Tag mit audiovisuellen Medien.⁸ Dabei wandelt sich der Fernseh- und Radiokonsum immer mehr in einen Online-Konsum um. Viele Medien nutzen wir natürlich nebenbei oder immer öfter auch gleichzeitig. Aber ist es nicht krass, dass wir anscheinend immer weniger Zeit haben,

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