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Sophienlust Extra 22 – Familienroman: Unsere geliebten Kinder

Sophienlust Extra 22 – Familienroman: Unsere geliebten Kinder

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Sophienlust Extra 22 – Familienroman: Unsere geliebten Kinder

Länge:
139 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 6, 2020
ISBN:
9783740972196
Format:
Buch

Beschreibung

Das Kinderheim Sophienlust erfreut sich einer großen Beliebtheit und weist in den verschiedenen Ausgaben der Serie auf einen langen Erfolgsweg zurück. Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, mit Erreichen seiner Volljährigkeit, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.
Die neue Ausgabe Sophienlust extra wird alle Freunde und Sammler dieser Serie begeistern. Sämtliche Romane, die wir in dieser neuen Ausgabe veröffentlichen, sind Kelter-Erstdrucke. So haben alle Leserinnen und Leser die Möglichkeit, die Lücken in ihrer Sophienlust-Sammlung zu schließen.

Der weite Rock des zartgelben Seidenkleides flatterte im Sommerwind. Das Kleid hatte fast die Farbe der reifenden Kornfelder zu beiden Seiten des schmalen Weges. Und es kleidete seine dunkelhaarige Trägerin ausgezeichnet. Leicht und beschwingt ging Denise von Schoenecker an der Seite ihres Mannes durch die Felder. Soweit das Auge reichte, gehörte das fruchtbare Land zu Gut Schoeneich. Alexander von Schoenecker war stolz auf diesen Besitz. Seine schöne Frau teilte diese Leidenschaft. "Hier werden wir mit der Ernte anfangen", erklärte der große, breitschultrige Mann gerade. Er zeigte dabei auf ein riesiges, goldgelbes Weizenfeld. Sanft beugten sich die reifen, schweren Ähren im Wind. Ein leises Rauschen erfüllte die Luft. Es roch nach der sommerlich warmen Erde, nach reifenden Äpfeln und frischem Heu. Denise lehnte sich leicht gegen ihren Mann. "Wunderschön sieht das aus", flüsterte sie verträumt. "Ich glaube, so gut wie in diesem Jahr stand die Ernte noch nie." Alexander nickte schmunzelnd. "Ja, es wird einen Rekordertrag geben. Dank der neuen Düngungs- und Bewässerungsmethoden."
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 6, 2020
ISBN:
9783740972196
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Sophienlust Extra 22 – Familienroman - Gert Rothberg

Sophienlust Extra

– 22 –

Unsere geliebten Kinder

Bewegende Schicksale in Sophienlust...

Gert Rothberg

Der weite Rock des zartgelben Seidenkleides flatterte im Sommerwind. Das Kleid hatte fast die Farbe der reifenden Kornfelder zu beiden Seiten des schmalen Weges. Und es kleidete seine dunkelhaarige Trägerin ausgezeichnet.

Leicht und beschwingt ging Denise von Schoenecker an der Seite ihres Mannes durch die Felder. Soweit das Auge reichte, gehörte das fruchtbare Land zu Gut Schoeneich. Alexander von Schoenecker war stolz auf diesen Besitz. Seine schöne Frau teilte diese Leidenschaft.

»Hier werden wir mit der Ernte anfangen«, erklärte der große, breitschultrige Mann gerade. Er zeigte dabei auf ein riesiges, goldgelbes Weizenfeld. Sanft beugten sich die reifen, schweren Ähren im Wind. Ein leises Rauschen erfüllte die Luft. Es roch nach der sommerlich warmen Erde, nach reifenden Äpfeln und frischem Heu.

Denise lehnte sich leicht gegen ihren Mann.

»Wunderschön sieht das aus«, flüsterte sie verträumt. »Ich glaube, so gut wie in diesem Jahr stand die Ernte noch nie.«

Alexander nickte schmunzelnd. »Ja, es wird einen Rekordertrag geben. Dank der neuen Düngungs- und Bewässerungsmethoden.«

»Ich bin so stolz auf dich. Lächelnd schaute Denise zu Alexander auf. Sie liebte ihn mit der ganzen Kraft ihres Herzens. An seiner Seite hatte sie das große, das echte Glück gefunden.

»Und ich bin stolz auf dich«, gab er voll Zärtlichkeit zurück.

Wie ein verliebtes junges Paar sahen sich die beiden in die Augen. Die Lippen des Mannes legten sich auf den Mund der Frau und küssten ihn ungeniert.

»Du bist eine wunderbare Frau, Denise«, murmelte Alexander und strich dabei liebevoll über ihr glänzendes dunkles Haar. »Oft frage ich mich, wie du es fertigbringst, nicht nur für deine eigene Familie stets Zeit zu haben, sondern auch für die vielen fremden Kinder auf Sophienlust, und dabei immer so wundervoll gepflegt und apart auszusehen.«

Alexander von Schoenecker betrachtete seine Frau voll offener Bewunderung. Es schien, als würden die Jahre spurlos an ihr vorübergehen. Sie war noch immer schön, schlank und zierlich wie ein junges Mädchen. Aber ihr Wesen hatte den Charme einer gütigen, reifen Frau. Das war es wohl, was Denise von Schoenecker überall so außerordentlich beliebt machte.

»Wer so glücklich ist wie ich, dem fällt alles leicht«, wehrte Denise bescheiden ab. Flüchtig dachte sie daran, wie viele Schwierigkeiten es gegeben hatte, als sie vor etwa zehn Jahren als junge Witwe für ihren Sohn das Erbe Sophie von Wellentins angetreten hatte. Missgunst, Neid und Unvernunft hatten es ihr fast unmöglich gemacht, den Wunsch von Nicks Urgroßmama, ein Kinderheim aus Sophienlust zu machen, zu verwirklichen. Vielleicht wäre es ihr nie gelungen, wäre ihr nicht Alexander von Schoenecker, ihr damaliger Nachbar, mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Es war fast selbstverständlich gewesen, dass sich aus diesem Vertrauensverhältnis Liebe entwickelt hatte. Sie hatten geheiratet. Und Denise war Alexanders Kindern aus erster Ehe eine gute Mutter geworden. Längst hatte sie Sascha und Andrea genauso lieb wie Alexander ihren Sohn Dominik. Als dann noch das Nesthäkchen Henrik dazugekommen war, war das Glück vollkommen geworden. Inzwischen war Andrea schon verheiratet, und Sascha studierte in Heidelberg. Doch die enge Bindung zum Elternhaus war bestehen geblieben.

Innig legte Alexander den Arm um die schmale Taille seiner Frau und ging langsam mit ihr weiter. Immer wieder fanden sie Gelegenheit, eine Stunde ganz allein zu sein, trotz der vielen Arbeit. Und diese Stunden gehörten zu ihren schönsten Erlebnissen.

»Das Leben ist so schön, wenn es einen Menschen gibt, mit dem man sich so gut versteht«, raunte der Mann. Liebevoll drückte er dabei Denises Hand.

»Ja«, gab Denise strahlend zurück. »Jeder Tag mit dir ist schön. Und jeder Tag ist viel zu kurz.«

»Den Eindruck habe ich auch. Ich habe nie genügend Zeit, dir all das zu sagen, was ich empfinde. Dir zu sagen, wie sehr ich dich liebe und wie gut du mir gefällst. Ich kenne dich nun schon so lange, aber ich entdecke immer wieder neue Reize an dir. Selbst wenn wir beide für den Rest unseres Lebens auf einer kleinen, einsamen Insel leben müssten, würde ich keine Minute Langeweile empfinden, solange du in meiner Nähe wärst.«

»Schmeichler«, wehrte Denise lachend ab. Ihr Mann machte ihr täglich Komplimente. Immer wieder bewies er ihr seine große Liebe. Manchmal durch Geschenke, manchmal durch ein liebes Wort, eine zärtliche Geste oder einen verliebten Blick. Er verwöhnte sie. Doch niemals nahm Denise all dies für selbstverständlich. Sie war glücklich über die vertrauten kleinen Zärtlichkeiten, und sie tat alles, um die gegenseitige Zuneigung zu fördern und zu erhalten.

»Du weißt, dass ich es ernst meine.« Alexander zog Denise noch enger an sich. Stundenlang hätte er mit ihr so durch die Felder streifen mögen. Wenn sie an seiner Seite war, schien die Sonne viel heller, war die Luft viel reiner, sangen die Lerchen noch einmal so schön.

»Schau mal, wer da kommt!« Mit fröhlichem Lachen wies Denise den Feldweg entlang.

In etwa dreihundert Meter Entfernung rannte ein etwa fünfzehnjähriger Junge. Er war groß und schmal. Das blauschwarze Haar hing ihm ein wenig ins Gesicht. Er trug engsitzende Blue Jeans und ein buntes Hemd.

Alexander nickte vielsagend. »Nick kann es wieder einmal nicht erwarten, über seine Erlebnisse zu berichten.« Stolz und väterliche Liebe lagen dabei in seinem Blick. Nick war ihm ans Herz gewachsen. Eigentlich hatte er längst vergessen, dass er nicht der Vater dieses prächtigen Burschen war.

»Mutti, Vati«, keuchte der Junge ein wenig außer Atem. »Na, endlich finde ich euch!« Nick strich sich das dunkle Haar aus dem hübschen Gesicht. Er war seiner schönen Mama sehr ähnlich. Nicht nur äußerlich, auch im Charakter.

Nick liebte Kinder und Tiere, und er setzte sich voll für sie ein, wenn es nötig war. Schon oft hatte er kleinen Kindern, die in Not gewesen waren, geholfen. Schon oft hatte er durch seine Aufmerksamkeit und seinen Mut das Leben eines Tieres gerettet.

Trotzdem blieb Dominik der bescheidene, sympathische Junge, den alle gern mochten und dessen Freundschaft als etwas ganz Besonderes galt.

»Mensch, bin ich gerannt …«

Selbstverständlich verzichtete auch Nick nicht auf den burschikosen Ton, der unter den Jungen seines Alters üblich war. Doch Alexander und Denise verwehrten es ihm nicht. Sie wussten, dass dies eine Entwicklungsphase war, die vorübergehen würde.

»Aufregende Neuigkeiten, mein Junge?« Alexander war für seine Söhne ein guter Kamerad, der alle Späße mitmachte, aber dennoch respektvoll behandelt wurde.

»Und ob!« Nick drückte seiner Mutti rasch einen Begrüßungskuss auf die Wange. Obwohl er sich eigentlich für solche Zärtlichkeiten schon zu groß fühlte, wollte er auf dieses Zeichen inniger Verbundenheit doch nicht verzichten.

»Ich bin gespannt.« Unwillkürlich ging Alexander von Schoenecker ein wenig schneller. Denn an der nächsten Wegbiegung tauchte jetzt eine kleine Gestalt auf, die rasch näher kam. Es musste Henrik sein. Der Siebenjährige hatte Nicks Tempo wohl nicht durchzuhalten vermocht.

»Stellt euch vor, heute war ein Amerikaner bei uns in der Schule. Er hielt einen Lichtbildervortrag. Mehr als vier Jahre hat er im Dschungel am Amazonas gelebt. Er hat ganz tolle Aufnahmen gemacht. Bilder von Pflanzen und Tieren, von den Leuten, die dort wohnen. Ihr müsst euch das unbedingt ansehen.«

Denise wusste, wie rasch ihr Sohn zu begeistern war und lächelte amüsiert. »Das wird kaum möglich sein. Diese Lichtbildervorträge sind sicher nur für Schulen bestimmt.

»Dany Miller würde eine Ausnahme machen«, berichtete Nick erregt.

»Ja, hast du denn schon mit ihm gesprochen?« Denise schüttelte den Kopf. Es war erstaunlich, wie rasch Nick Kontakt zu wildfremden Menschen fand. Doch erging es ihr nicht genauso? Wie oft schilderte man ihr vertrauensvoll Sorgen und Nöte? Wie oft sagten Kinder, die sie noch nie gesehen hatte, »Tante Isi« zu ihr?

»Ich habe ihm gesagt, dass sich die Kinder von Sophienlust für seine Bilder interessieren würden. Weißt du, Mutti, ich möchte so gern, dass alle diese herrlichen Aufnahmen sehen. Sie sind einmalig. Und da … Da habe ich Dany Miller eingeladen.« Es war Nick längst bewusst geworden, dass er recht eigenmächtig gehandelt hatte. Schuldbewusst senkte er den Kopf. »Ist das sehr schlimm?«, fragte er zerknirscht.

»Ich finde, das ist eine ausgezeichnete Idee«, lobte Alexander von Schoenecker den großen Jungen. Anerkennend nickte er ihm zu.

»Ja«, meinte nun auch Denise freundlich, »die größeren Kinder werden sich freuen.«

»Dany Miller kommt am Nachmittag. Dann können auch die Kleinen zuschauen. Es wird ihnen bestimmt nicht langweilig dabei.« Nick atmete erleichtert auf. Er war froh, dass ihm die Eltern nicht böse waren.

»Nicht wahr, ich darf auch zusehen?«, prustete Henrik, obwohl er die kleine Gruppe noch gar nicht erreicht hatte. Für ihn war es oft gar nicht so einfach, sich dem größeren und bedeutend älteren Bruder gegenüber zu behaupten.

»Selbstverständlich!« Denise breitete lachend die Arme aus. Sie ließ Henrik hineinlaufen und drückte ihren Jüngsten innig an sich. Henrik war seinem Vati sehr ähnlich. Er hatte dessen unbekümmertes, fröhliches Lachen. Aber er konnte auch ernst und nachdenklich sein – genau wie Alexander.

»Und wann findet das große Ereignis statt?«, erkundigte sich der Gutsbesitzer interessiert.

»Heute Nachmittag. Dany Miller hat nämlich sehr wenig Zeit. Er ist ja nur auf der Durchreise«, erklärte Nick mit glänzenden dunklen Augen.

»Mutti, ich freu’ mich schon so sehr!« Henrik machte voll Übermut einen kleinen Luftsprung.

*

»Gehen Sie nur, Frau Dähnhardt. Sie haben doch heute Ihren freien Nachmittag«, ermutigte Schwester Regine die junge Frau in der blütenweißen Schürze.

Auf Marianne Dähnhardts apartem Gesicht zeigte sich ein winziges Lächeln. »Solange Uli schläft, helfe ich gern noch ein wenig«, meinte sie und nahm das nächste Wäschestück zur Hand. Kleinigkeiten waren daran auszubessern. Manchmal war ein Knopf anzunähen oder eine geplatzte Naht zu schließen, oder es war ein

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