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Fürst der Wikinger: Die große Saga - Bolthar 1-13: Sammelband 13 Romane

Fürst der Wikinger: Die große Saga - Bolthar 1-13: Sammelband 13 Romane

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Fürst der Wikinger: Die große Saga - Bolthar 1-13: Sammelband 13 Romane

Länge:
1.293 Seiten
15 Stunden
Freigegeben:
12. Okt. 2020
ISBN:
9781393459538
Format:
Buch

Beschreibung

 

Fürst der Wikinger: Die große Saga - Bolthar 1-13: Sammelband 13 Romane
von Tomos Forrest

Über diesen Band:

Dieses Buch enthält die Bände 1-13 der Serie "Bolthar - der Wikingerfürst" von Tomos Forrest

Als der Wikingerfüst Bolthar nach mehreren Monaten von einem Raubzug in sein Dorf zurückkehrt, muss er erfahren, dass seine Tochter Fringa ohne seine Erlaubnis das Dorf mit einem Fremden verlassen hat.
Seine Nachforschungen ergeben rasch, dass sie einem christlichen Prediger gefolgt ist, und Bolthar schwört allen Christen dafür blutige Rache. Er wird rauben, gnadenlos morden, Klöster überfallen und Städte niederbrennen, bis er seine Fringa wieder in die Heimat zurückholen kann. Es kommt der Tag, an dem er sie tatsächlich trifft, und er erlebt er eine Überraschung ...
 

Freigegeben:
12. Okt. 2020
ISBN:
9781393459538
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Buch

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Fürst der Wikinger - Tomos Forrest

Fürst der Wikinger: Die große Saga - Bolthar 1-13: Sammelband 13 Romane

von Tomos Forrest

Über diesen Band:

Dieses Buch enthält die Bände 1-13 der Serie Bolthar - der Wikingerfürst von Tomos Forrest

Als der Wikingerfüst Bolthar nach mehreren Monaten von einem Raubzug in sein Dorf zurückkehrt, muss er erfahren, dass seine Tochter Fringa ohne seine Erlaubnis das Dorf mit einem Fremden verlassen hat.

Seine Nachforschungen ergeben rasch, dass sie einem christlichen Prediger gefolgt ist, und Bolthar schwört allen Christen dafür blutige Rache. Er wird rauben, gnadenlos morden, Klöster überfallen und Städte niederbrennen, bis er seine Fringa wieder in die Heimat zurückholen kann. Es kommt der Tag, an dem er sie tatsächlich trifft, und er erlebt er eine Überraschung ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker (https://www.lovelybooks.de/autor/Alfred-Bekker/)

© Roman by Author /

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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Bolthar, der Wikingerfürst Band 1: Blutspur der Nordmänner

Bolthar, der Wikingerfürst Band 1: Blutspur der Nordmänner

Tomos Forrest

Published by Uksak Sonder-Edition, 2018.

Table of Contents

UPDATE ME

Bolthar, der Wikingerfürst Band 1: Blutspur der Nordmänner

Tomos Forrest

––––––––

IMPRESSUM

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: Andrew Poplavsky/123RF, 2018

Created by Thomas Ostwald mit Jörg Martin Munsonius, 2018

Lektorat: Kerstin Peschel

© dieser Ausgabe 2018 by Alfred Bekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Klappentext:

Als der Wikingerfüst Bolthar nach mehreren Monaten von einem Raubzug in sein Dorf zurückkehrt, muss er erfahren, dass seine Tochter Fringa ohne seine Erlaubnis das Dorf mit einem Fremden verlassen hat.

Seine Nachforschungen ergeben rasch, dass sie einem christlichen Prediger gefolgt ist, und Bolthar schwört allen Christen dafür blutige Rache. Er wird rauben, gnadenlos morden, Klöster überfallen und Städte niederbrennen, bis er seine Fringa wieder in die Heimat zurückholen kann. Es kommt der Tag, an dem er sie tatsächlich trifft, und er erlebt er eine Überraschung ...

***

1.

Die schmale, bleiche Mondsichel verschwand gerade hinter den dunklen Wolken, die der Wind von der See her auf das Land blies und dabei auch die Wellen gegen die steinerne Ufereinfassung schlagen ließ. Auf der Zinne starrte ein schläfriger Wachtposten blinzelnd in die Dunkelheit bei der Hafeneinfahrt, denn für einen kurzen Moment hatte er geglaubt, dort am Ufer eine Bewegung zu erkennen. Doch als jetzt plötzlich der Himmel auch noch seine Schleusen öffnete und wahre Sturzbäche vom Himmel auf den nur mit einem Wollmantel ausgestatteten Mann goss, flüchtete der sich rasch unter den überstehenden Teil des hohen Wachturmes. Hier hatte er zwar die Möglichkeit, dem starken Regen zu entgehen, aber nun frischte auch der Wind auf und trieb den Regen seitlich über die gesamte Festungsanlage.

Knurrend öffnete die Wache eine einfache Holztür und trat in die dunkle Turmkammer, die den Kameraden als Unterkunft und Schlafstätte diente. Sie lagen auf dem Holzboden und hatten ihre Decken über sich gezogen, weil es schon seit ein paar Tagen erstaunlich kalt für diese Jahreszeit geworden war. Zum Glück gab es eine Feuerstelle in der Wachstube, und die anderen Soldaten hatten dort ein paar Scheite aufgelegt, sodass es warm genug in den dicken Mauern werden würde.

Beim Eintritt des vierten Mannes richtete sich einer von ihnen etwas auf und murmelte schlaftrunken: „Schon Zeit für die Ablösung?"

„Schlaf weiter, gab der andere zurück und zog sich den durchnässten Wollmantel herunter. „Bei dem Wetter haben wir nichts zu befürchten. Während die Herrschaften sich an einem gemütlichen Feuer wärmen können und die Feier noch in vollem Gang ist, denkt niemand an unsereinen. Schon gar nicht wird uns etwas von dem köstlichen Essen gebracht oder ein Schluck Wein gereicht!

„Das stimmt", brummte der andere und drehte sich auf die Seite. Gleich darauf kündeten seine tiefen Atemzüge, dass er erneut schlief.

Nun hängte die durchnässte Wache den Mantel an einen Mauerhaken, rieb sich die Hände und lachte leise in sich hinein.

„Nur eine denkt heute an mich! Wenn die gute Martha nicht wäre, würde ich glatt verhungern und verdursten. Aber sie wollte noch vor dem Ende der Feier zu mir herauskommen und mir etwas von den Köstlichkeiten aus der Küche bringen."

Er trat an die Herdstelle und legte noch einen Scheit auf, als er ein Geräusch vernahm. In der Annahme, dass wohl nun die Küchenmagd das lang Ersehnte zu ihm bringen würde, öffnete er erwartungsvoll die Tür.

Mit schreckgeweiteten Augen starrte er auf den Spieß, der sich ihm bedrohlich entgegenstreckte. Als ihn plötzlich ein scharfer Schmerz durchzuckte und er instinktiv den hölzernen Schaft der Waffe mit seinen Händen packte, verstand er noch immer nicht, was hier gerade geschah.

Der bärtige Mann, der ihn aus dunklen Augen anstarrte und ihm gerade den Spieß in den dicken Wanst gestoßen hatte, verschwamm vor seinen Augen. Er ließ den Schaft wieder los, begann, unkontrolliert mit den Händen in der Luft zu fuchteln und war schon tot, bevor sein Körper auf dem Boden aufschlug.

Ein weiterer Feind war mit zwei Schritten hinter dem anderen vorüber und beugte sich über die schlafenden Wachen, und gleich darauf stand ein dritter neben ihm. Alle trugen wilde, zottelige Bärte, die ihnen das Aussehen von Barbaren verliehen, als die Männer so plötzlich aus tiefstem Schlummer gerissen wurden. Doch das war auch das letzte Bild, das sie aufnehmen konnten, denn mit raschen Schnitten hatten die Eindringlinge ihnen die Kehlen durchtrennt und waren wieder aus der Wachstube, als sich die Überraschten zuckend in ihrem Blut bewegten.

„Das waren alle!", sagte einer der Krieger mit rauer Stimme zu dem Mann, der plötzlich aus der Dunkelheit auf dem Wehrgang trat und ihnen zunickte.

„Bis auf diesen, den habt ihr vermutlich übersehen!, lautete die Antwort, die mit einer tiefen, brummenden Stimme gegeben wurde. Der Sprecher war von ungewöhnlicher Größe, als er jetzt aus dem Dunkel des Wehrganges einen Körper nach vorn zog und seinen Gefährten vor die Füße warf. „Solche Nachlässigkeiten können sich rächen!, ergänzte er dazu, und die drei Krieger starrten wütend auf den reglosen Körper.

„Wie ist das möglich?, sagte schließlich einer von ihnen. „Ich schwöre dir, Bolthar, dass wir uns vorher sehr gründlich umgesehen haben!

„Nicht so gründlich, wie ich es verlangt habe. Das wird dich etwas kosten, Galdur."

Ein unwilliges Brummen des Genannten war die Antwort, dann folgten die Krieger dem hünenhaften Anführer auf dem Weg über den Hof zum Palas der Anlage, aus der ein breiter Lichtschein fiel und das Lachen zahlreicher Menschen zu ihnen klang.

Jetzt setzte auch wieder die Musik ein, die kurz zuvor unterbrochen war, und mit einem breiten Grinsen um den Mund öffnete Bolthar die Saaltür.

Dahinter standen zwei Wachen, die jedoch ihre Aufmerksamkeit dem Fest und seinem Treiben widmeten, und nun röchelnd zusammenbrachen, als ihnen Bolthar und Galdur ihre Schwerter durch den Hals stießen. Noch hatte niemand der Gäste das Verhängnis erkannt, das sich hier über ihnen zusammenbraute. Man lachte und rief etwas durch den großen Saal.

Bolthar runzelte seine dicken, rötlichbraunen Augenbrauen, die sein hartes Gesicht zu dem eines Dämons machten, wenn er dazu seine dunklen Augen zu einem Spalt zusammenzog und seine Mitmenschen betrachtete. Dieser Anblick ließ viele Bürger zittern, und oft war es das letzte Bild in ihrem Leben, das sie noch wahrnehmen konnte.

Doch hier, auf dieser ausgelassenen Feier, ignorierten die Menschen vorerst noch die seltsame Schar, die da von der Tür zur Festtafel schritt und blutige Schwerter in den Händen hielt.

Erst, als Bolthar nach einem gebratenen Huhn griff und herzhaft hinein biss, schrie eine daneben stehende junge Frau erschrocken auf. Noch immer reagierten die anderen Gäste nicht, denn geschrien wurde überall, und zu dieser späten Stunde hatten alle so viel von dem guten Wein getrunken, dass selbst die spitzen Schreie einer Frau nicht ungewöhnlich waren.

Dann aber fiel klirrend ein Becher auf den Steinboden, rollte dort ein Stück entlang und vergoss den dunkelroten Rebensaft, den er enthalten hatte. Galdur nahm einen anderen Becher von der Tafel und reichte ihn seinem Fürsten. Bolthar ergriff ihn mit einer Hand, hielt ihn hoch in die Luft und brüllte mit seiner Stentorstimme:

„Auf das Brautpaar – es lebe hoch!"

In einem Zug leerte er den Becher und schleuderte ihn dann so heftig gegen eine der Wände, dass er davon zurückprallte und einem älteren Mann gegen den Kopf schlug, der einen wütenden Schrei ausstieß.

Das schien das Signal für alle zu sein, denn nun brach Panik aus.

Man hatte die fürchterlichen Männer wahrgenommen, die da wie aus einem bösen Traum plötzlich mitten unter ihnen standen, die blutigen Schwerter erhoben, die sie gleich darauf auf die Köpfe und Schultern der nächsten Männer hinuntersausen ließen.

In die schrillen Schreie der Sterbenden mischten sich nun die Schreckensrufe der Männer und das Rufen der Frauen – alles bewegte sich von den vier Männern weg, jeder wollte nur aus ihrer Nähe kommen.

Ungestört setzten die vier Bärtigen, die direkt aus der Hölle zu kommen schienen, ihr blutiges Handwerk fort. Rechts und links stürzten die Getroffenen zu Boden und wälzten sich in ihrem Blut, das wie ein Rinnsal durch den Saal des Palas zu fließen begann.

„Haltet ein, ich bitte euch! Stellt das sinnlose Morden ein, ich gebe euch alles, was ihr verlangt – nur schont diese Menschen!"

Es war ein ehrwürdiger, weißhaariger Greis, der sich von seinem Sitz erhoben hatte und nun vor den vier mordenden Bestien stand. Der größte der Schlächter stellte sich hohnlachend vor ihn hin und betrachtete den Mann von Kopf bis Fuß.

„Wen haben wir denn hier, der den Mut findet, sich ohne eine Waffe mir, Bolthar, dem mächtigsten Fürsten der Nordmänner, in den Weg zu stellen?"

Es wurde plötzlich leise in dem Raum, nur das schmerzerfüllte Wimmern einiger Verletzter auf dem Boden war noch zu vernehmen, als der Greis die Hand erhob und auf den Hünen deutete.

„Ich bin Fürst Hengiff und das ist meine Burg, meine Stadt. Was verlangt ihr von uns, damit dieses Morden ein Ende hat?"

Die Stimme des Alten klang furchtlos und kräftig, und Bolthar trat noch einen Schritt näher an ihn heran, sodass Fürst Hengiff den Geruch von Salzwasser und Tang, den Bolthars Kleider ausströmten, deutlich in die Nase stieg.

„Was wir verlangen?"

Bolthar legte den Kopf in den Nacken und stieß ein so fürchterliches Lachen aus, dass die Anwesenden insgeheim mit ihrem Leben abschlossen. Das waren keine Menschen, die hier eingedrungen waren. Diese mitleidlosen Mörder mussten Boten der Wölfe Skalli und Hati sein und hier mit dem Ragnarök beginnen, dem Ende der Welt.

Der Nordmann ergriff mit beiden Händen die Schultern des alten Mannes, und noch immer lachte er dabei. Doch plötzlich verstummte sein fürchterliches Lachen, und Bolthar schrie durch den großen Raum, sodass es jeder in der entferntesten Ecke verstehen konnte:

„Wir wollen alles – euer Gold, eure Frauen und – euer Leben!"

Damit veränderte er seine Körperhaltung, seine mächtigen Hände fuhren an den Hals des alten Mannes, und als er sie plötzlich bewegte, gab war in der erneut eingetretenen Stille ein hässliches, trockenes Knacken zu hören.

Darauf ließ er den leblosen Körper des Alten auf die Fliesen sinken, während erneut entsetztes Schreien der Gäste sein Handeln verfolgte.

Als die ersten Flüchtenden nun an den mordenden Kriegern vorbei gelangt und die Tür erreicht hatten, prallten sie sofort wieder zurück. Sie hatte sich geöffnet, und nun folgte eine ganze Schar wild aussehender, Schwerter schwingender Gestalten, die sich zu den anderen gesellten und das blutige Werk fortführten, das von den vier Männern begonnen wurde.

Bolthar betrachtete alles mit finsterer Miene, und um seine grausamen Züge zuckte es hin und wieder, wenn ein weiteres Schlachtopfer unter den Streichen der Mörder grausam starb. Dann aber drehte er sich abrupt herum und stapfte mit schweren Schritten aus dem Saal, in dem jetzt das Massaker seinen Höhepunkt zu erreichen schien.

Die Breitaxt, Breiðöx genannt, trug er quer vor sich, als er kraftvoll die breiten Steinstufen hinauflief und gleich darauf vor einer schön verzierten Tür stand. Er wollte sie aufdrücken, musste aber feststellen, dass sie wohl von innen verriegelt war. Einen Moment lauschte der Nordmann, und wieder verzog ein hässliches Grinsen sein Gesicht. Der Lärm aus dem großen Saal war auch hier oben nicht zu überhören, die Todesschreie gellten durch die Mauern bis hier herauf.

Bolthar hob den rechten Fuß und trat kraftvoll zu, sodass die Tür aus ihrer Verriegelung brach und splitterte. Von innen erklangen laute Schreckensrufe, aber das nahm der Rasende nicht wahr. Mit der Axt schlug er die restlichen Stücke beiseite und trat in den Raum, der von zahlreichen Öllampen beleuchtet wurde.

In der Mitte des Raumes stand ein prächtiges Bett, auf dem sich ein junges Paar ängstlich aneinanderklammerte. Das Gesicht des jungen Mannes war bleich, die Züge der jungen, rothaarigen Frau vor Angst verzerrt. Als der Wikinger jetzt mit der erhobenen Axt vor ihnen stand, hatte der junge Mann den Mut, ein Schwert unter der Decke vorzuziehen und es ihm entgegenzuhalten. Mit dem linken Arm umfasste er die zitternde Frau und drückte sie fest an sich.

„So, habe ich euch endlich gefunden!, schrie der Nordmann die beiden an und hob die mächtige Axt über den Kopf. „Vereint in ihrer Hochzeitsnacht, und das nun für die Ewigkeit! Küsst euch, ihr beiden Turteltäubchen, dann musst ihr nicht auf die Axt starren, die euch gleich die Schädel spalten wird!

Damit trat er an die Bettstatt und schwang die Breitaxt über dem Kopf.

Doch der junge Mann sprang vom Lager auf und schrie den Wikinger an:

„Verflucht sei der Tag, an dem du geboren wurdest, du Bastard! Odin stehe mir bei, aber ich werde nicht zulassen, dass du uns ein Leid antust!"

„Dann stirb!", erwiderte Bolthar voller Hass und wollte zuschlagen, als durch eine Bewegung der jungen Frau, die sich ebenfalls erhob und ihm mutig, aber am ganzen Körper zitternd, entgegentrat.

„So ist alles wahr, was man von euch Nordmännern erzählt – ihr seid nichts anderes als eiskalte Mörder!"

Bolthar hielt in seinem Wüten inne, senkte sogar die gerade zum tödlichen Hieb gehobene Axt und starrte den jungen Mann an.

„Du redest von Odin? Weshalb? Du betest den Nazarener an und hast längst mit Odin gebrochen! Was also soll das Gerede?"

Rasend vor Zorn hob Bolthar erneut die Axt, als sich die junge Frau vor den Mann schob. Sie sah in ihrem einfachen, dünnen Gewand, das mehr von ihr enthüllte als verbarg, furchtlos und mutig, wenn auch sehr blass aus. Verwundert streifte der Blick des tobenden Nordmannes ihre Gestalt und sah ihr tief in die Augen. Als Reaktion auf diesen winzigen Moment entfiel ihm die Breitaxt und schlug polternd auf den Boden.

„Du bist nicht Fringa! Wer bist du? Was geht hier vor, wollt ihr mich vor meiner Reise in die Totenwelt nicht aufklären, was hier gerade geschieht? Bin ich nicht Bolthar, der Fürst der Wikinger, der mächtigste Herrscher der Nordmänner? Wo ist meine Fringa, meine Tochter, die mir diesen Schmerz angetan hat? Ich hörte, dass sie, während ich auf Viking mit meinen Getreuen war, mit einem der neuen Lehrer gegangen ist, um Odin und Thor zu verraten und dem Gott der Christen zu folgen! Sie sollte hier leben und heute heiraten!"

„Nein, Bolthar, die bin ich nicht! Ich habe niemals von deiner Tochter gehört, und bis zum heutigen Tag auch nicht vor dir, du blutrünstiger Barbar! Mein Name ist Freya Hengiff, Tochter des Fürsten Hengiff, die heute Olav geheiratet hat, im guten Glauben an den Bund, den Odin zusammengeführt und gesegnet hat! Aber dann kommt ihr in unser Haus und wollt uns ermorden – weshalb?"

Während der Worte der jungen Frau zuckte es in dem harten Gesicht des Fürsten, er schlug seine Hände vor das Gesicht und verbarg seine Augen, aus denen jetzt wirklich Tränen herabliefen.

„Fringa!, schrie er voller Schmerzen auf. „Was hast du mir angetan? Wo bist du?

Die junge Frau trat an ihn heran und legte ihre Hand auf seinen Unterarm.

„Bolthar, wer ist Fringa? Sieh dich um, du wirst sie bei uns nicht finden! Ich bin Freya Hengiff und habe heute Olav Hultgård geheiratet. Wir haben geglaubt, dass wir damit eine Verbindung zwischen zwei großen Familien besiegeln können, die Handel und Kaufmannschaft verbinden und stärken können. Dann bist du in unser Brautlager eingedrungen und hast mit deinen Männern unsere Brautgesellschaft überfallen.

Aus welchem Grund bist du so blutdürstig, Bolthar? Hörst du mich überhaupt?"

Die letzte Frage schien berechtigt, denn der Nordmann war vor dem Brautlager in die Knie gesunken und starrte die junge Frau mit weit aufgerissenen Augen an. Nicht meine Fringa!, war der einzige Gedanke, der den blutrünstigen Wikinger immer wieder durchzuckte. Nicht meine Fringa! Hier heiratet eine Frau aus einer angesehenen Familie einen Mann nach ihrem oder ihrer Eltern Geschmack. Nicht meine Fringa, die diesen Priester der Christen heiratet! Die Familie Hengiff hat nichts mit Fringa zu tun! Du mordest mit deinen Männern eine Gesellschaft, die nichts, aber gar nichts mit dem Irrglauben dieser Menschen, die du verfolgst, zu tun hat!

Laut schreiend brach Bolthar zusammen.

Er lag auf dem Fußboden vor dem großen Bett, als sein Gefolgsmann und Unterführer Galdur mit dem Sax-Schwert in der Hand hereingestürmt kam, weil er seinen Fürsten in Bedrängnis glaubte. Erstaunt sah er von ihm zu den beiden jungen Leuten, die sich erneut eng umschlungen hielten.

Was war hier geschehen?

Dieser Gedanke lähmte den Unterführer und ließ ihn innehalten. Für einen kurzen Moment dachte er an die Ströme von Blut, die ihre Männer im großen Saal des Palas vergossen hatten, dann kniete er sich neben seinen Fürsten und schlug ihm leicht auf die Wangen, um ihn wieder zu sich zu bringen.

Irgendetwas Furchtbares war hier geschehen, aber Galdur verstand es nicht.

Noch nicht.

2.

Der Sand knirschte unter dem Kiel der Boote, als sie fast gleichzeitig am Strand ankamen. Doch noch während des Anlandens waren die Männer herausgesprungen und wateten durch das kniehohe Wasser, die Schwerter in den Händen. Es waren große Langschiffe mit dreißig Ruderplätzen auf jeder Seite, die man als þritugsessa im gesamten Norden fürchtete.

Die Krieger liefen über den Strand auf die Klosteranlage zu, deren niedrige Mauern kein wirkliches Hindernis boten. Auf ein Zeichen des hünenhaften Anführers, der weit vorausgelaufen und eben an der ersten Mauer angelangt war, sammelten sich die wild aussehenden Nordmänner um ihn, finstere Blick auf das Kloster gerichtet.

Dann brach es aus mehr als einhundert Kehlen heraus.

Die Männer stürmten auf die Mauer zu, die Ersten von ihnen zogen sich rasch hinauf und halfen anderen hinüber. Kurz verhielten die Ersten auf dem Innenhof und warfen begehrliche Blicke auf den lang gezogenen Bau dieses Klosters. Dann liefen sie auf die große Eingangstür zu, die jedoch von innen fest verriegelt war.

„Nehmt die Balken vom Strand auf!", rief ihnen Galdur zu, aber das war fast schon überflüssig, denn die letzten Nordmänner, die sich eben über die Mauer schwangen, hoben gemeinsam zwei Balken darüber, die nun von anderen mitgefasst wurden und im Sturmlauf gegen die Kirchentür gerammt wurden.

Die mächtige, zweiflügelige Tür ächzte in ihren Angeln, hielt aber stand.

Jetzt hob Bolthar seine mächtige Stimme und feuerte seine Krieger an.

„Was ist los mit euch, Männer? Habt ihr zu wenig zu essen bekommen? War die Beute im Palast der Hengiffs so ausreichend, dass ihr keine Lust mehr auf das Gold dieses Klosters habt? Dann denkt an die zahlreichen jungen Novizinnen und Nonnen, deren Angstgeschrei ich schon hören kann! Das sollte euch anfeuern und eure Lust steigern! Vorwärts – jetzt gelingt es!"

Aber mit dem, was sich beim erneuten Anrennen vor ihnen abspielte, hatte nun niemand gerechnet. Bolthar, der in den vergangenen Monaten zahlreiche christliche Kirchen und Klöster angegriffen und vernichtet hatte, begriff es ebenfalls nicht. Die Männer rannten mit dem Balken auf die Doppeltür zu, als sie plötzlich wie von Geisterhand geöffnet wurde und die Krieger in den Kirchenbau stolperten.

Das so unvermutet verschwundene Hindernis bewirkte, dass sie schließlich übereinander stürzten und damit den Bogenschützen ein freies Schussfeld auf die noch draußen stehenden Krieger gaben, während die Gestrauchelten unter den Schwerthieben der Männer im Kloster starben.

„Verrat! Vorwärts, Männer, tötet alles, was sich hier versteckt hält!", schrie Bolthar und stürmte seinen Kriegern voraus. Er sprang über die ersten Körper, die im Weg lagen, mit einem gigantischen Sprung hinweg und schlug dabei mit dem Sax einen Mann aus dem Weg, der gerade einen anderen durchbohrte.

Mit infernalischem Geschrei ergoss sich die ganze Kriegerschar in den Innenraum, aber noch immer schossen die Bogenschützen Pfeil auf Pfeil zwischen sie.

Bolthar hieb abwechselnd mit Sax oder Beil auf die Verteidiger ein und hatte bereits den nachrückenden Kämpfern Platz geschaffen, als ihn ein Pfeil in die Wade traf. Er brüllte laut auf und sah den Schützen, der eben einen weiteren Pfeil auf die Sehne legte und auf ihn zielte. Als der Pfeil davon schnellte, hatte auch der Wikingerfürst reagiert und seinen Sax geworfen. Der Bogenschütze wurde tödlich am Hals verwundet, der noch abgeschossene Pfeil verfehlte den Anführer, der sich blitzschnell nach dem Wurf fallen gelassen hatte.

Aus dieser Perspektive konnte er einen raschen Überblick gewinnen.

Hinter den Körpern der Gefallenen befand er sich für einen Moment in Sicherheit.

Die Kampfstätte im Kirchenraum wurde jetzt für ihn übersichtlicher, und mit einem Fluch musste er erkennen, dass ein weiteres Eindringen seiner Krieger nur unter großen Verlusten möglich wurde.

Er schätze die Menge der hier versammelten Krieger auf etwa einhundert, die alle mit Speeren in der Hand bereit standen, um die Wikinger zu empfangen. Jetzt rückten sie langsam gegen die Angreifer vor, die gegen diesen Wall aus starrenden Spitzen den Rückzug beginnen mussten.

Doch auch für Bothar wurde es höchste Zeit, den Standort zu wechseln.

Er erkannte auf einer Empore schräg gegenüber die Bewegung zwischen den Säulen, als dort offenbar weitere Bogenschützen ihre Stellung bezogen.

„Rückzug!", ordnete er deshalb mit donnernder Stimme an, aber seine Männer hatten längst erkannt, dass es ihr Anführer war, der sich jetzt in höchster Gefahr befand. Ringsum ihn her schlugen die Pfeile auf den Steinboden und sprangen seitlich ab. Doch diese Situation wurde mit jedem Augenblick gefährlicher, denn auch von der Seite begann jetzt neuer Pfeilbeschuss. Doch fünf Mann kamen herangelaufen, die Schilde über den Köpfen, und gaben Bolthar auf diese Weise die Möglichkeit, aufzustehen und mit ihnen zurückzulaufen.

Kaum war der letzte Mann im Freien, wurden die großen Türflügel wieder zugeschlagen und gleich darauf erneut verriegelt.

Schäumend vor Wut schlug Bolthar mit der Faust dagegen, dann drehte er sich zu seinem Unterführer um. Galdur ahnte, was jetzt folgen musste, wollte man hier nicht mit leeren Händen abziehen.

„Zehn Mann bleiben hier beim Tor, Galdur!, ordnete der Fürst mit einer Stimme an, die einem Donnergrollen glich. „Du nimmst zwanzig Krieger und holst aus den umliegenden Häusern alles herbei, was brennbar ist. Der Rest umstellt das Gebäude und achtet darauf, dass niemand aus den Fensteröffnungen entkommt.

„Gut, was wirst du machen, Bolthar?", erkundigte sich der Unterführer, indem er bereits mit ein paar herrischen Handbewegungen die Männer einteilte.

„Ich suche mir ein paar Krieger aus und schaue mich in der Anlage um. Mir will es nicht in den Sinn, wieso hier ein so starker Schutz für ein Kloster besteht. Was sind das für Krieger? Und woher wussten sie überhaupt, dass wir hierher kommen?"

Galdur starrte in das vor Wut verzerrte Gesicht Bolthars, der während der wenigen Worte, die sie wechselten, den Schaft des Pfeiles abbrach. Das Geschoss steckte in seiner Wade, war aber mit der Spitze noch nicht vollständig durchgeschlagen.

„Soll ich den Rest durchschlagen, Bolthar?", erkundigte er sich und griff zu seiner Axt, die er inzwischen wieder am Gürtel trug.

„Nicht nötig, das mache ich selbst. Aber gib mir mal deine Axt, die ist für solche Arbeiten etwas handlicher als meine Breitkopfaxt!"

Galdur nickte nur und überreichte seine Handöx, die Handaxt. Dann kümmerte er sich nicht weiter um Bolthar, der sich auf den Boden setzte und nun mit einem gut gezielten Hieb auf den verbliebenen Schaftrest die Pfeilspitze durch das Fleisch trieb. Zwei Krieger, denen er zugewunken hatte, standen daneben und sahen interessiert zu, als die Spitze plötzlich Haut und Fleisch durchdrang und zusammen mit einer blutigen Masse nun greifbar wurde. Rasch griff Bolthar mit zwei Fingern in die Wunde und zog mit einer großen Kraftanstrengung den restlichen Pfeil heraus, presste dann seine Hand darauf, um das Blut zu stoppen, und wickelte anschließend einen Wollstreifen darum, den er sich mit seinem Messer aus dem Stoff seiner Beinkleider geschnitten hatte.

„Was steht ihr hier herum und gafft?", schnauzte er schließlich die beiden Krieger an. Während der gesamten, schmerzhaften Prozedur hatte er zwar eine verkniffene Miene gezeigt, aber nicht einen Schmerzenslaut von sich gegeben.

„Ich denke, wir sollten mit dir kommen, Bolthar?, antwortete einer der Männer. „Sonst können wir ja auch zu den anderen und noch ein wenig von dem Holz aus den Häusern hier aufschichten. Schließlich sollen es die Verteidiger schön warm bekommen, oder?

Bolthar stieß ein verächtliches Stöhnen aus. Behutsam probierte er, ob er auf dem verletzten Bein stehen konnte, dann nickte er den beiden zu.

„Kommt mit, ich will sehen, was dort drüben aufbewahrt wird Es muss ja sehr kostbar sein, dass es von hundert Bewaffneten geschützt wird."

Ohne sich zu den beiden noch einmal umzudrehen, ging er an der Reihe der Männer vorüber, die jetzt alle möglichen Gerätschaften aus Holz heranschleppten. Stühle, Tische, sogar eine einfache Tür befanden sich darunter und alles wurde vor der großen Doppeltür der Klosterkirche aufgeschichtet.

Die Krieger betraten ein weiteres Gebäude, das mit einer Holztür verschlossen war. Sie bot ihnen keinerlei Hindernis, und als sie in den ersten, größeren Raum traten und sich ihre Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, erkannten sie, dass sie sich wohl im Küchen- und Speisesaal des Klosters befanden. Auf der einen Seite waren zwei große Herdstellen an einer Wand, darüber hingen viele Gerätschaften für die nächste Benutzung.

Einfache, lange Holztische mit schlichten Bänken davor zeugten vom Speisesaal. Nirgendwo schien sich jemand aufzuhalten, und langsam gingen die beiden Krieger mit ihren gezogenen Waffen in den Händen durch die ansonsten kahlen Räume. Sie sahen nichts von Wert, schlichte, eiserne Kerzenhalter wurden von den beiden gar nicht beachtet.

Bolthar stieß die Tür zum Nebengebäude auf und warf einen Blick in die ersten Zellen. Es waren sehr schmale, einfache Klosterzellen, mit etwas Stroh und einer Decke auf dem Boden – mehr nicht. Er eilte den langen Gang hinunter auf eine Tür zu, während seine beiden Begleiter sich die Zeit nahmen, um in jede Zelle einen Blick zu werfen.

Das Nebengebäude diente wohl den Nonnen als Scriptorium. Auf den Tischen lagen ein paar Pergamentstücke zusammen mit Schreibgeräten, aber auch hier trafen die prüfenden Blicke der beiden Nordmänner auf nichts, das ihnen wertvoll genug erschien, um mitgenommen zu werden.

Schließlich standen sie wieder im Küchenraum, und Bolthar sagte leise:

„Wo sind die Nonnen? Was ist hier los, was glaubt ihr?"

„Die Anlage birgt irgendein Geheimnis, Jarle", antwortete einer der beiden Krieger und nutzte dabei die uralte Anrede für die Fürsten. Der andere zuckte nur die Schultern, und als ihn der missbilligende Blick des Anführers traf, beeilte er sich mit der Frage:

„Zu wem gehört denn eigentlich dieses Kloster, Jarle?"

Bolthar sah sich langsam im Raum um und musterte dabei auch sorgfältig die großen Steinplatten, mit denen hier der Boden ausgelegt war.

„Dieses Kloster gehört der Familie Brønderslev, die hier ihren Sitz ganz in der Nähe hat und dort auch einen Ort mit gleichem Namen angelegt hat. Warum fragst du?"

Jetzt hatte sich das von Narben entstellte Gesicht des Mannes zu einem Grinsen verzogen.

„Brønderslev, Jarle? Gehört das nicht damit einer der reichsten Familien hier an der Küste?"

Bolthar nickte zwar, schien aber durch etwas abgelenkt zu sein, dass ihn plötzlich wie magisch anzuziehen schien.

„Das stimmt schon, aber warte ..."

Er bückte sich in der Nähe der beiden Herdstellen und untersuchte den Boden genauer.

„Was seht ihr hier?"

Als sich die beiden Krieger neben ihn hockten und Bolthar sich für einen kurzen Moment den stechenden Schmerz verbeißen musste, der von seiner frischen Wunde heftig zog, als er die unbequeme Haltung eingenommen hatte, sahen sie ihn mit großen Augen verwundert an.

„Wüsste ich nicht um eure Fähigkeiten im Kampf, ich glaube, ich würde euch bei nächster Gelegenheit ins Meer werfen!"

Die beiden schwiegen, und als ihr Anführer seine kräftige, behaarte Hand ausstreckte und auf ein paar Getreidekörner zeigte, dämmerte es ihnen wohl.

„Körner, die wohl aus einem undichten Sack gefallen sind, antwortete der mit dem Narbengesicht und grinste dazu. „Hier beginnt die Spur, und hier hört sie plötzlich wieder auf.

Bolthar nickte und hatte schon sein Messer gezückt, um es in die Rillen am Rand einer großen Steinplatte zu schieben.

„Weiter, ich höre dir zu!, sagte er dabei und hatte es plötzlich geschafft, die Klinge unter die Platte zu führen, während die beiden Krieger ihm verwundert bei seiner Tätigkeit zusahen. „Was bedeutet das nun?

Doch eine Antwort konnten die beiden ihm nicht geben, aber als Bolthar nun mit der neben dem Messer unter die Steinplatte geschobenen Sax diese Platte anhob, sprangen die beiden hinzu und legten sie an die Seite. Darunter wurde ein dunkles Loch sichtbar, groß genug, um einen Menschen hindurchzulassen.

Und dann erkannten alle drei die Holzstufen, die nach unten führten.

„Holt Galdur her, rasch. Er soll mit allen Männern, die das Holz geschleppt haben, sofort hierher kommen. Der Rest bleibt bei der Klosterkirche."

Die beiden eilten davon, und mit einem teuflischen Lächeln setzte sich der Wikingerfürst direkt neben den freigelegten Einstieg, streckte dabei behutsam sein verletztes Bein aus und nahm das Messer in die Hand, um sich die Fingernägel zu säubern.

Das hier versprach eine interessante Sache zu werden.

Für einen Moment glaubte er fast, die Angst riechen zu können, die ihm mit dem dumpfen Geruch aus dem Keller entgegenwehte.

3.

Die beiden Führer der wilden Kriegerschar hatten sich zehn Männer ausgesucht und ihnen befohlen, sich mit Kienfackeln auszustatten. Die anderen warteten vor der zweiflügeligen Klostertür auf den Befehl, den Holzstapel zu entzünden. Als Bolthar seiner Gruppe voran zum Küchentrakt schritt, schlugen die Flammen aus den rasch entzündeten Gegenständen und erzeugten innerhalb kurzer Zeit eine heftig qualmende, schwarze Wolke, die das Gebäude umhüllte.

Danach folgten die Krieger grinsend ihren beiden Anführern die schmale Holztreppe in den dunklen Keller hinunter und sahen sich dort um. Sie standen in einem langen Gang, der richtig ausgemauert war und wohl auch als Vorratskeller diente, denn hier lagerten noch allerlei Früchte, Rüben, Äpfel und auch Kohl. Doch über allem stand jetzt deutlich ein ganz anderer Geruch. Die Männer kannten ihn zur Genüge, denn Menschen in panikartiger Angst verursachten überall die gleichen Ausdünstungen nach Angst und Schwei8.

Und nach Urin, den sie nicht mehr halten konnten.

Bolthar hob die Fackel bis an die Decke, als er etwas weiter vorn ein Geräusch vernommen hatte. Dann stand er vor einer Holztüre, drückte Galdur die Fackel in die Hand und holte mit seiner Breitkopfaxt zum wuchtigen Schlag aus.

Holz splitterte unter seinem Hieb in alle Richtungen, und als er die Tür mit dem zweiten Hieb zerschlagen hatte, drangen Entsetzensschreie an die Ohren der Männer.

Der Rest war eine Sache von wenigen Augenblicken.

Die Krieger zögerten nicht lange, als sie die Frauen vor sich sahen, die sich im Schein der Fackeln wimmernd in einer Ecke zusammendrückten. Es blieb nur noch eine Fackel beim letzten Mann, die anderen wurden auf den Boden geworfen und sorgten für eine schauerliche Beleuchtung der sich jetzt abspielenden Szene. Ohne jegliche Rücksichtnahme griffen die harten Männer in die Kleidung oder die Haare der Frauen und rissen sie aus der Ecke, stapften mit ihren Opfern zurück in den Gang und schlugen sie nieder, wenn sie nicht gutwillig folgen wollten.

Als die ersten Nordmänner ihre Opfer ans Tageslicht gezerrt hatten, riss einer von ihnen seinem Opfer das schlichte Kleid herunter, warf sich auf ihren Körper, riss ihre Beine auseinander und drang in sie ein, während die Frau hilfeschreiend und mit Armen und Beinen zappelnd versuchte, ihm zu entkommen. Mit einem letzten, qualvollen Laut wurde sie ohnmächtig, als ihr Peiniger sie mit der Faust ins Gesicht schlug, denn sie hatte erneut versucht, sich unter ihm wegzudrehen.

Als jetzt auch die anderen mit den Nonnen neben ihm auftauchten, begann der Erste von ihnen, lauthals zu lachen, und nun fielen auch die anderen dröhnend in das Gelächter ein. Der Krieger ließ sich davon nicht beeindrucken, unermüdlich hob sich sein weißer Hintern vor ihnen und stieß wieder hinunter. Aber jetzt wurde das Gelächter so dröhnend, dass schließlich Bolthar, der als Letzter eine der Nonnen an das Tageslicht über der Schulter trug, ausrief:

„Oleg, du bist ein Rindvieh! Hast du dir das Weib nicht einmal angesehen? Die ist so alt und so hässlich, dass sie dir dankbar sein wird für das, was du da gerade für sie tust! Ich glaube nicht, dass sie in den letzten zehn Jahren so einen wilden Liebhaber gehabt hat!"

Erneutes, dröhnendes Lachen der Umstehenden, und Oleg, der offenbar nun endlich fertig war, erhob sich von seinem Opfer und sah sich mürrisch um. Jetzt konnte es auch der Letzte der anderen sehen, dass er offenbar wirklich die Älteste unter den Frauen als Opfer ausgewählt hatte. Das Gesicht der Ohnmächtigen war jedenfalls von zahlreichen Falten durchzogen, ihre langen, aufgelösten, grauen Haare hingen wirr um ihren Kopf und gaben ihr ein fürchterliches Aussehen.

„Wann wirst du sie heiraten?", rief Bolthar und erntete einen erneuten Lachsturm. Was sich dann vor dem Küchen- und Schlafgebäude an Widerlichkeiten und Abartigkeiten entwickelte, lässt sich kaum beschreiben. Der Wikingerfürst hatte jedoch schon bald genug, fesselte seinem Opfer die Hände mit den Resten ihres Gewandes und zog sie hinter sich her, als die Männer beim brennenden Holzhaufen nun laut danach riefen, nun endlich abgelöst zu werden – sie würden ja den größten Spaß verpassen!

Bolthar kannte seine wilde Schar zur Genüge und erlaubte es deshalb einem Drittel der Krieger, sich nun ebenfalls auf die Nonnen zu stürzen. Das Feuer hatte inzwischen die große Tür ergriffen, aber das Holz war hart und trotzte den Flammen noch lange Zeit. Doch der starke Qualm zog trotzdem in das Innere des Klosters, drang durch die schmalen Fensteröffnungen über der brennenden Tür und wurde stetig zu einer wachsenden Gefahr für die Verteidiger, die sich inzwischen bis weit in den hinteren Kirchenraum zurückgezogen hatten.

Die Nordmänner erwarteten jeden Augenblick einen Ausbruchsversuch der vom Erstickungstod bedrohten Männer. Und wieder geschah etwas nicht Vorhersehbares, das dem Geschehen im Kloster eine Wende gab.

Bolthar bemerkte die Gefahr erst, als der dichte Qualm durch einen Windstoß verwirbelte und er die neuen Angreifer sehen konnte. Er war abgelenkt, denn die junge Frau, die er gefesselt mit sich gerissen hatte, war wieder aus ihrer tiefen Ohnmacht aufgeschreckt, richtete ihren nackten Oberkörper auf und sah sich verwundert um.

Ihre schneeweiße Haut, die birnenförmigen Brüste mit den kleinen, rosigen Warzen und ihre langen, schwarzen Haare, die über ihre zarten Schultern flossen, erregten ihn erneut.

Sie wollte sich gerade erheben, als sie sich von einer harten, schwieligen Hand zurückgerissen fühlte und ihr Peiniger sich erneut auf sie warf, brutal in sie eindrang und dabei mit seinen Händen ihre Brüste massierte und knetete, sodass sie die Schmerzen erneut an den Rand einer Ohnmacht brachten.

Doch diese Gnade wurde ihr nicht zuteil, diesmal war der Akt so wild, dass sie bei jedem seiner heftigen Stöße aufschrie und das Gefühl hatte, einen Pfahl zwischen den Beinen zu haben, der immer tiefer in sie eindrang und sie dabei auseinander riss. Bolthar dagegen genoss sein Treiben, spürte, dass er sie noch lange so weiter malträtieren konnte und war entschlossen, diese Frau noch eine Weile für sich zu behalten.

Ein Hornsignal erklang, das aber nur von wenigen überhaupt wahrgenommen wurde.

Plötzlich drangen von allen Seiten Bewaffnete gegen die Nordmänner und töteten innerhalb weniger Augenblicke die Krieger, die sich an den Nonnen vergingen.

Bolthar, der die Frau in der Nähe der brennenden Tür vergewaltigte, erkannte deshalb fast zu spät die heranstürmende Gefahr. Er stand auf, ordnete rasch seine Kleider und rief über den Platz und das herrschende Chaos.

Seine alles übertönende Stentorstimme brachte die Männer, die sich um den Kirchenbau versammelt hatten, sofort an seine Seite.

„Wo ist Galdur?", rief er und spähte über die Köpfe seiner Männer, die sich jetzt gegen die anstürmenden Feinde wandten.

„Hier!", rief der Unterführer und trat aus dem Qualm heraus, einen skotvápn, den Wurfspieß der Nordmänner, in der Hand. Mit einer fließenden Bewegung schleuderte er ihn auf einen Angreifer, der davon vollkommen überrascht wurde. Die lange Spitze fuhr dem Mann durch die Brust und warf ihn auf die nachfolgenden Soldaten zurück.

Das war das Zeichen für die anderen, die nun ebenfalls Speere schleuderten, ihre Äxte auf unbehelmte Köpfe schlugen oder mit dem Sax versuchten, den Hals- oder Brustbereich des Gegners zu durchbohren.

Doch wenn auch die vordere Reihe der neuen Feinde etwas wankte und einige Schritte zurückwich, so drängten sie doch gleich darauf erneut gegen die Männer um Bolthar und Galdur, die nun ihrerseits Sorge tragen mussten, nicht von den Gegnern eingeschlossen zu werden.

„Die Schiffe!", schrie Galdur und streckte mit einem mächtigen Axthieb erneut einen Angreifer zu Boden. Mit seinem Hieb hatte er dem Mann glatt den Schädel gespalten, und als sich Bolthar aufrichtete und einen irritierten Blick über die Mauer zur See warf, wo er seine beiden Schiffe sicher am Strand wusste, antwortete er mit einem nicht enden wollenden Fluch. Die schwarze Wolke, die von dort aufstieg, zeigte das Schicksal der beiden Langboote.

„Zurück!", schrie Bolthar über die Köpfe der nächsten Kämpfer, und Schritt für Schritt zogen sich die Nordmänner bis zur Mauer zurück, die sie jedoch nicht überwinden konnten, solange ihnen die Feinde dicht nachrückten und jede Gelegenheit nutzten, um einen der Feinde zu erwischen, wenn er seine Deckung aufgab, um auf die Mauer zu springen.

Keiner der Kämpfenden hatte bei der starken Rauchentwicklung noch zum Himmel aufgesehen und die schwarzen Wolken bemerkt, die jetzt heran waren. Die Sonne war längst untergegangen, ihre letzten Strahlen schienen die brennenden Schiffe am Strand noch mit einem goldenen Schein zu beleuchten.

Dann zuckte ein Blitzbündel vom Himmel, gefolgt von einem so starken Donnerschlag, dass Bolthar für einen Moment glaubte, taub geworden zu sein.

Jetzt öffnete der Himmel alle Schleusen, und wahre Sturzbäche brachen aus den schwarzen Wolken herunter, die innerhalb kürzester Zeit nicht nur alle Kämpfenden durchweicht hatten, sondern sich mit dem Blut der Männer zu einem Rinnsal verbanden, das gleich darauf über den Klosterhof schwappte und die Steine zu einer glitschigen Unterlage machte, auf der die Kämpfenden mühsam ihr Gleichgewicht bewahren mussten.

Doch trotzdem bemerkte der Wikingerfürst mit Ingrimm, dass die Sturzbäche nicht nur den Brand an der Klostertür löschten, sondern dass nun auch die dort eingeschlossenen Krieger nach und nach herausdrängten und sich gleich darauf ebenfalls auf seine Männer stürzten.

Galdur schrie ihm etwas ins Ohr, was Bolthar jedoch nicht verstand.

Dann fühlte er, wie ihn sein Unterführer am Arm riss und er ungewollt ein paar Schritte in die Richtung stolperte, in der ihn Galdur zerrte.

„Was soll das, Galdur, willst du feige fliehen?"

„Sieh dich doch um, Bolthar, von unseren Männern stehen keine zwanzig mehr auf den Beinen!"

Zu dem starken Rauschen des niederbrechenden Regens kamen immer wieder nach den Blitzen heftige Donnerschläge, die eine weitere Verständigung unmöglich machten. Noch einmal riss Galdur an seinem Ärmel, und widerwillig folgte ihm der Wikingerfürst jetzt.

4.

Galdur konnte sich nicht beherrschen.

Als der Wind über den Berghang strich, an dessen Fuß sie Zuflucht in einem Ginstergebüsch gefunden hatten, war ihm so jämmerlich kalt zumute, dass seine Zähne heftig aufeinander schlugen. Sein Blick hing an Bolthar, der mit Sicherheit genauso fror wie auch die restlichen um sie versammelten Krieger. Aber ihr Fürst hatte alle durchnässten Kleidungsstücke abgelegt und war in einem weiten Bogen vollkommen nackt über den Hügel gelaufen und erst nach einer sehr langen Zeit schwer atmend, aber lächelnd zurückgekehrt.

Es war einem der Männer tatsächlich gelungen, mit einem kleinen Haufen Reisig das feuchte Holz in Brand zu setzen, das zwar stark qualmend brannte, dann aber genügend Hitze entwickelte, um mit weiteren Ästen und losgerissenen kleinen Zweigen zu einer beachtlichen Flamme aufzulodern und dabei die Trocknung ihrer Kleidung ermöglichte.

Kurze Zeit später hatten sich alle ausgezogen und ihre tropfnasse Kleidung so dicht wie möglich an das Feuer gehängt. Ingvar, der Bogenschütze, war losgezogen, um mit seiner Lieblingswaffe Nahrung zu besorgen. Als er zurückkehrte, war seine Ausbeute nicht sonderlich groß, aber sie wurde trotzdem bejubelt. Zwei Enten und ein Hase lagen neben dem Feuer, wurden rasch zubereitet und staken dann an zugeschnittenen Zweigen dicht am Feuer, um zu garen.

Als die Männer sich die ersten Stücke heißhungrig mit den Zähnen abrissen, verbrannten sie sich die Lippen und die Zunge. Außerdem war das Fleisch auf der einen Seite verbrannt, auf der anderen noch nicht gar. Aber niemand beschwerte sich, alle schlangen die Stücke gierig herunter und sehnten sich nach einem Becher Wein oder Bier. Doch abgesehen vom Wasser des kleinen Baches, der an dem Gesträuch munter vorübersprudelte, gab es nichts, um den Durst zu löschen.

Endlich brach einer der Nordmänner das bisher gewahrte Schweigen, und sagte laut in die Runde:

„Habt ihr gesehen, wie Snorre die alte Frau beglückte?"

Es war Ingvar, der Bogenschütze, der sich bei der Erinnerung an die groteske Szene vor Lachen kaum noch halten konnte. Aber die Reaktion der müden und durchnässten Krieger war eher zurückhaltend. Zudem hatten sie alle die erlebte Niederlage noch nicht vollständig überwunden.

Ein paar der Männer lachten aber trotzdem müde auf, denn nicht alle waren dabei, als der Mann über die erste aus dem Kellerversteck herausgezerrte Nonne herfiel und sich an ihr verging. Also blieb dem Bogenschützen nichts anderes übrig, als die erlebte Szene noch einmal in allen Einzelheiten zu berichten. Irgendwann unterbrach ihn jedoch Bolthar rüde, indem er wütend ausrief:

„Wer hat uns das angetan? Warum haben uns die Götter verlassen?"

„Die Götter haben uns nicht verlassen!, antwortete Galdur, der sich am Feuer noch immer die Hände wärmte. „Du vergisst, dass wir unter dem Schutz Thors der Niederlage entkommen konnten!

„Das stimmt, Bolthar, wir sollten ihm dafür dankbar sein!", antwortete ausgerechnet Snorre, über den eben noch alle gelacht hatten.

„Meinetwegen, Snorre. Du hast meine Erlaubnis, wenn du Thor dafür ein Menschenopfer bringen möchtest. Aber bitte nicht die alte Frau!"

Dröhnendes Gelächter von allen Seiten, aber Snorre richtete sich stolz auf und wandte sein von einer riesigen, feuerroten Narbe auf der rechten Wange entstelltes Gesicht seinem Fürsten zu und antwortete:

„Was ihr wahrscheinlich alle nicht gesehen habt und nicht sehen wolltet, war der Anführer der Bewaffneten, die uns so fürchterlich im Kloster gedemütigt haben, richtig?"

Augenblicklich trat völlige Stille ein, nur unterbrochen vom Knacken der Scheite im jetzt kräftig lodernden Feuer. Botlhar beugte sich etwas vor und starrte Snorre in die Augen, bis der es nicht länger aushielt und seinen Blick senken musste.

„Ich höre dich, Snorre. Erzähle weiter, es ist gerade sehr interessant!"

„Gut, wenn ihr es alle nicht bemerkt habt, ich habe es jedenfalls deutlich gesehen! Der Anführer der Leute, die uns außerhalb der brennenden Klosterkirche angegriffen haben, war eine Frau!"

Eisiges Schweigen antwortete ihm, aber Snorre ließ sich nicht irritieren. Er fuhr fort in seinem Bericht.

„Sie ist an mir vorbeigelaufen, als ich im Kampf mit einem ziemlich kräftigen Burschen war, dem ich schließlich die Axt in den Schädel schlagen konnte. Lange, rötliche Haare hingen ihr bis auf den Rücken hinunter, und sie war die Einzige unter unseren Angreifern, die einen Helm trug. Ihr müsst sie gesehen haben!"

Ingvar nickte zu seiner Bemerkung.

„Ich habe zumindest einmal einen Helm unter den Angreifern bemerkt, aber ich kann nicht mehr dazu sagen, als dass es einer dieser Helme war, den man bei Gjemundbu schmiedet. Er ist leider viel zu teuer, als dass ich ihn mir leisten könnte, aber er wäre etwas für unseren Jarle, wenn ich mir diese Anmerkung erlauben darf!", erklärte schließlich Ingvar.

Jeder wusste, dass diese Helme von einem außergewöhnlich kunstfertigen Schmied gefertigt wurden, der bei Gjemundbu lebte. Sie hatten den großen Vorteil, dass die obere Gesichtshälfte durch angeschmiedete, kräftige Stücke im Stirnbereich, die bis über die Augen reichten, geschützt wurde. Zwei Ausschnitte ließen dem Träger gute Sichtmöglichkeiten und verhinderten zugleich einen Schwertschlag auf Stirn-, Augen- und Nasenbereich.

Bolthar schwieg einen Moment und überlegte, wie er mit dieser Mitteilung umgehen sollte. Eine Frau war es, die diese Kriegerschar befehligt hatte und damit ihn, den mächtigsten Wikingerfürsten seit dem berühmten Rollo, von dem an jedem Herdfeuer den Kindern erzählt wurde, besiegt hatte?

„Nun, sagte Bolthar gelassen und erhob sich, um seine inzwischen halbwegs getrockneten Kleidungsstücke von dem Busch abzunehmen, über den er sie zum Trocknen gelegt hatte. „Wir alle wissen, wie es um die Augen von unserem Snorre bestellt ist. Er hat sich mit sicherem Blick eine alte Frau ausgesucht, als es um die Befriedigung seiner Lüste ging. So könnt ihr nun selbst bestimmen, wie es um diese Frau als Anführerin einer starken Kriegergruppe bestellt sein muss!

Lautes Gelächter antwortete ihm, aber Snorre fühlte sich nun herausgefordert und antwortete: „Jedenfalls möchte ich beim nächsten Mal mein Lager mit ihr teilen! Erfahrung mit alten Weibern habe ich nun genug!"

Für diese Bemerkung hätte ihm der Fürst gern mit der Faust geantwortet.

Aber er machte gute Miene zum bösen Spiel und fiel in das Lachen der anderen ein. Insgeheim nahm er sich aber vor, bei passender Gelegenheit Snorre spüren zu lassen, was er von ihm hielt.

Auf ihrem Marsch an der Küste entlang schliefen die Männer nur ein paar Stunden in einer natürlichen Mulde zwischen zwei Dünen. Bolthar teilte Wachen ein, denn er befürchtete, dass sie von den unbekannten Feinden verfolgt wurden.

Unruhig wälzte sich der Wikingerfürst auf seinem Lager hin und her, bis er dann schließlich kurz vor dem Morgengrauen einschlief.

Als er mit einem wütenden Schrei aufsprang und seine Axt in der kräftigen Faust hob, war er nur aus einem Traum aufgefahren, dessen Trugbilder ihn noch immer umgaben. Die anderen neben ihm erhoben sich jetzt ebenfalls rasch vom Boden, klopften sich den Sand aus den Kleidern und starrten Bolthar an, dessen Haar in wirren Strähnen vom Kopf abstand und ihm zusammen mit dem struppigen Bart das Aussehen eines Dämon verlieh.

Bolthar hatte einen schrecklichen Traum gehabt.

Sie war ihm begegnet, Fringa, seine Tochter. Sie trug diesen seltsamen Helm, und ihre kupferroten Haare quollen darunter hervor, flossen über ihre Schultern und ringelten sich um ihren Kopf, als wären es viele kleine rote Schlangen. Fringa war wie einer seiner Krieger gekleidet und hatte in der rechten einen Sax, dessen Klinge vom Blut der gerade Erschlagenen rot glänzte. Sie lächelte ihn auf eine böse Art herausfordernd an, und als er die Hand nach ihr ausstreckte, schlug sie so rasch mit dem Sax zu, dass sie um ein Haar seine Finger erwischt hätte.

Warum tust du mir das an, Fringa? Warum bist mit diesem Christen fortgelaufen? Du bist alles, was ich noch habe, meine Tochter, und du hast mir das Herz gebrochen! Komm zurück zu mir, ich befehle es dir nicht nur als dein Vater, sondern auch als dein Fürst!

Die Kriegerin trat einen Schritt zurück und starrte ihn aus den Löchern im Gesichtsschutz mit glühenden Augen an.

Wage es nicht, Bolthar, mich anzurühren, oder du wirst es bereuen!

Trotzdem ließ sich Bolthar durch diese Drohung nicht einschüchtern, sondern machte einen Schritt auf sie zu und streckte erneut die Hand nach ihr aus. Mit einer blitzschnellen Drehung schlug Fringa zu, und ein schrecklicher Schmerz raste von seinem Bein bis hinauf zum Rücken. Das war der Moment, in dem er erwachte und aufsprang. Er hatte so unglücklich gelegen, dass er an seine Pfeilwunde kam und durch den Schmerz aus dem Schlaf gerissen wurde.

Als er in die fragenden Gesichter seiner Männer blickte, stieß er einen Fluch aus und schrie über die versammelten Männer die Worte:

„Das wirst du mir büßen!"

Dann stapfte er davon, ohne sich noch einmal umzudrehen.

Snorre und Galdur blickten sich an, dann zuckte Galdur mit den Schultern und folgte Bolthar, der jetzt an der Wasserlinie marschierte, wo der Sand noch nass und schwer war und damit das rasche Gehen erleichterte.

5.

„Brønderslev – endlich!", sagte Bolthar erleichtert und deutete über den Strand auf den Ort, der sich dort hinter einer lang gestreckten Palisadeneinfassung erhob und im Licht der Morgensonne glitzerte. Auf den Dächern war noch der Regen des Vortages und warf das Licht tausendfach zurück. Unter der Sonne stieg von den Dächern ein dünner Dunststreifen auf.

Die erschöpften Männer waren endlich am Ziel, das ihnen ihr Fürst genannt hatte. Hier würden sie zumindest ein Schiff finden und damit die Rückkehr in ihr Dorf antreten können, um dann, mit mehreren anderen Langschiffen und weiteren Kriegern, zurückzukehren und ihr Rachewerk zu vollenden.

„Es ist noch zu früh am Morgen, Bolthar. Wir können da jetzt nicht in den Hafen gehen und uns eines der Boote schnappen!", gab Galdur zu bedenken.

„Und warum nicht? Macht es einen Unterschied, ob wir die Menschen beim Boot am Vormittag oder am Nachmittag töten werden?", kam die mürrische Antwort.

„Es macht einen Unterschied, wie viele uns dabei zusehen!", antwortete sein Unterführer rasch.

Bolthar schüttelte den Kopf.

„Es macht keinen Unterschied, Galdur. Und weißt du auch, warum? Weil wir Nordmänner sind und auf Viking gezogen sind, um mit reicher Beute beladen in unser Dorf zurückzukehren. Hast du schon vergessen, dass unsere Boote vor unseren Augen verbrannt wurden? Hast du bemerkt, dass wir unsere gesamte Beute von diesen verdammten Hengiffs verloren haben? Willst du, dass uns die Frauen und Kinder verspotten, wenn wir mit leeren Händen zurückkehren? Willst du das, Galdur? Dann nimm mein Sax und führe unsere Krieger zurück in unser Dorf. Mich aber töte hier an diesem Strand, ich will dann nicht mehr zurückkehren!"

Betretenes Schweigen antwortete den Worten des Fürsten.

„Wir gehen also hinunter zum Strand, suchen uns ein Boot aus, und dann nehmen wir es uns. Niemand wird uns aufhalten können!"

Mit diesen Worten drehte sich Bolthar auf dem Absatz herum und ging auf den Ort zu. Die Männer wechselten einen kurzen Blick, aber niemand wagte es, zurückzubleiben. Wenig später standen sie neben einem einfachen Boot, wie es auch die Fischer benutzten, um damit weit hinaus auf das Meer zu fahren. So wurde es ihnen möglich, Netze sicher mit den vorbeiziehenden Heringsschwärmen füllen zu können.

„Ein Fischerboot?", erkundigte sich Ingvar leise und sah sich um. Niemand von den Menschen am Strand befand sich in unmittelbarer Nähe. Für das Boot sprach das Vorhandensein eines aufstellbaren Mastes, dazu lag das aus guter Schafswolle gefertigte Segel ordentlich gefaltet im Bug, und mehrere Riemen waren neben den Sitzhockern abgelegt worden. Alles schien also für ihre Weiterfahrt bereit zu sein, aber noch zögerte Bolthar.

„Ein tolfæringr mit sechs Riemenpaaren, antwortete er etwas gedehnt dem Bogenschützen. „Wenn du aber irgendwo ein Langboot entdeckst, lass es mich wissen, dann tauschen wir!

Der Bogenschütze antwortete nicht auf diese Bemerkung, aber er war der Erste aus der Gruppe, der handelte. Rasch flogen sein Bogen und der Köcher mit den restlichen Pfeilen über die Bootswand, anschließend stemmte er sich gegen den Bug. Sofort folgten die anderen seinem Beispiel, das Fischerboot schwamm frei, die Krieger liefen durch das Wasser und sprangen in das Boot, noch bevor ein einziger Mann am Strand den Diebstahl bemerkte.

Galdur richtete den Mast auf, die Männer befestigten das noch tadellos intakte Segel an der Rah, zogen sie hoch und entfalteten damit das Segel. Dann wurden die Riemen aufgenommen, um das Boot mit ein paar Schlägen aus der schwachen Brandung zu treiben und dann Kurs auf das Ende der kleinen Bucht zu halten.

Niemand schien sich für sie zu interessieren, als die leichte Brise in das Segel fuhr und es blähte. Das Boot nahm rasch Fahrt auf, und die Männer jubelten, als sie unbehelligt aus der Bucht segelten und gleich darauf ihren neuen Kurs bestimmten.

Was sie nicht erkennen konnten, waren die Beobachter auf dem Turm der Palisadenfestung. Sie hatten das Geschehen am Strand wohl bemerkt, griffen aber nicht ein.

Es waren drei Bogenschützen, die neben einer Frau standen, deren kupferrotes Haar in dicken Strähnen unter ihrem sonderbar geformten Helm hervorquoll. Als einer der Bogenschützen die Waffe hob, um sie zu spannen, legte sie ihm beschwichtigend die Hand auf den Unterarm und sagte mit rauer, aber leiser Stimme:

„Lass sie fahren. Wir werden sie finden und vernichten. Und dazu alle, die mit ihnen sind. So wird es leichter, das Unwesen des Wikingerfürsten zu stoppen."

Damit drehte sie sich zu einem großen, breitschultrigen Mann hinter ihr um und gab ihm ein Zeichen. Der Krieger strich mit einer nachdenklichen Geste über seinen dichten, blonden Bart und nickte zustimmend.

Als das kleine Boot der Männer um Bolthar aus der Bucht heraus war und der Wind ihr Segel bauschte, stieß der Blonde in ein Horn. Gleich darauf begann in den Palisadenzäunen ein geschäftiges Treiben. Männer trugen ihre Waffen und Pakete mit Lebensmitteln an Bord der herskip, der Kriegsschiffe, die hier in einem kleinen, geschützten Hafenteil lagen. Man hatte sie etwa zur Hälfte auf das Ufer gezogen, denn der künstlich angelegte Graben war nicht lang genug, um die Schiffe vollständig aufzunehmen.

Seit der Herrschaft des blonden Garpur, Häuptling in Brønderslev, war die alte Palisadeneinfassung verstärkt, die vorhandenen vier Langboote mit Platz für zwölf Ruderer auf jeder Seite ergänzt um vier weitere, größere Skeide-Boote, die auf jeder Seite Platz für zwanzig Ruderer boten.

6.

Mit sorgenvollem Blick stand Galdur im Bug des Schiffes und spähte zum Horizont, an dem sich nun, für alle deutlich erkennbar, eine schwarze Wolkenwand auftürmte.

Die Dünung hatte sie längst erreicht und ließ ihr Boot hoch über die Wellenberge hinausschießen, um gleich darauf in das tiefste Wellental einzutauchen. Darüber machte sich jedoch keiner der Männer an Bord Gedanken, denn alle waren Sturm und kräftigen Seegang gewohnt. Doch nur ihr Fürst Bolthar und sein Unterführer Galdur waren jemals in einem so kleinen Fahrzeug längere Zeit unterwegs gewesen, und das kam ihnen jetzt zugute.

„Holt die Rah herunter!", kommandierte der Fürst, der hoch aufgerichtet und breitbeinig am Steuerruder stand und ebenso wie Galdur auf den Horizont starrte. Während acht Mann zusätzlich zum Segel die Ruder bedienen mussten, weil das nicht sonderlich breite und wenig Tiefgang aufweisende Boot sonst Gefahr gelaufen wäre, bei einer heftigen Sturmböe zu kentern, eilten zwei Mann nun auf seinen Zuruf zum Mast und zogen die Rah herunter. Nur noch ein knappes Drittel der Segelfläche bot jetzt dem Wind Widerstand und trieb sie an der Küste weiter, bis die schwarze Wolkenwand direkt über ihnen stand und einen heftigen Regen mit sich brachte.

„Ganz runter mit der Rah!", kommandierte der Fürst mit mächtiger Stimme, die jedoch von dem Brausen und Toben des jetzt über sie hereinbrechenden Unwetters fast übertönt wurde.

Doch die Männer wussten, dass von ihrem richtigen Verhalten das Überleben aller abhing. Die Ruderer hatten Mühe, den Kurs zu halten, den Bolthar festgelegt hatte, so lange er noch die Sonne sehen konnte. Jetzt umgab sie jedoch tiefschwarze Finsternis wie zur Nacht, und eine Orientierung wurde fast zur Unmöglichkeit. Doch Bolthar war davon überzeugt, dass sie durch das Kreuzen ihren Kurs immer wieder korrigieren konnten und nicht wesentlich abweichen würden.

Mit einem grimmigen Fluch verdrängte er den Gedanken an einen Raben, der von den Männern an Bord der kaum größeren Handelsschiffe mitgeführt wurde, um durch ihn die Möglichkeit auszuprobieren, Land in der Nähe zu finden. Das waren Maßnahmen für ängstliche Händler, nicht für Krieger wie ihn. Er hatte sich noch nie vertan, wenn es um die Einhaltung seines Kurses ging, und mit trotzigem Blick auf die heranstürmenden Wellenberge und ihre weißen Gischtkronen hielt er seinen Kurs.

Jetzt wurde jedoch die kleine tolfæringr immer mehr zu einem Spielball der Elemente. Die Wellen hoben das Boot hoch hinauf und stürzten es gleich darauf so heftig wieder hinunter, dass nun bei jeder Talfahrt Wasser über Bord schwappte und das Gleichgewicht im Boot gefährdete.

Bolthar erkannte auch diese Gefahr und erteilte lautstark seine Befehle, die jedoch von Galdur, der sich vor ihn auf das Deck gesetzt hatte, wiederholt werden mussten. Das Brausen des Sturmes war jetzt so laut geworden, dass die Befehle des Fürsten untergingen. Trotz der Schreie hatten nur wenige verstanden, was nun verlangt wurde.

Erst, als ihr Unterführer mit zwei raschen Sprüngen am Mast angelangt war und den anderen mit Zeichen klar machte, was nun zu tun sein, mühten sich drei weitere Krieger, trotz des heftigen Schaukelns und dem ständigen Heben und Fallen des Untergrundes, neben ihm den Mast zu erreichen.

Eine Verständigung war hier nicht mehr möglich, aber als Galdur sich vor dem Mast auf die dicken Decksplanken kniete und den Mast mit beiden Armen umklammerte, griffen auch die anderen zu. Es befanden sich insgesamt noch siebzehn Krieger an Bord, sodass sich nun alle, die nicht an den Riemen ihre schwere Arbeit in der aufgewühlten See verrichteten, zum Mast begaben.

Er musste aus seiner Halterung gehoben und ins Boot gelegt werden, was bei diesem Sturm eine unglaubliche Herausforderung bedeutete. Die Muskeln der Männer waren aufs Äußerste angespannt, ihre vom Wasser bereits mit einer Salzkruste versehenen, braunen Gesichter von der gewaltigen Anstrengung verzerrt.

„Jetzt, er hebt sich!", schrie Galdur durch den Sturm, aber die Männer um die vier, die den schweren Mast aus seiner Halterung hoben, wurden sofort durch die anderen unterstützt, die in das Tauwerk griffen, um beim Wüten des Sturmes, der heftig an allen zerrte, den Mast in das Boot zu legen. Dabei hatten sie zusätzliche Schwierigkeiten, mit der großen, gerafften Segelfläche und der Rah nicht ins Gehege zu geraten.

Fast war diese Arbeit geschafft, als der Sturm so auffrischte, dass sich das Boot regelrecht aus dem Wasser hob und dann mehrere Meter tief hinab schlug. Dabei gab es einen heftigen Aufprall, die Männer verloren den Halt und der Mast schlug teils auf die Bordwand, teils auf den ersten Ruderer und tötete ihn dabei.

Bolthar sah das Unglück voraus, war aber nicht in der Lage, darauf zu reagieren. Die Macht der Elemente hatte das Schiff zu einem hilflosen Spielball gemacht. Das Gewicht des Mastes und des sich rasch mit Wasser vollziehenden Segels verursachten eine starke Kränkung, und wenn auch Bolthar versuchte, mit dem Steuerriemen vor der nächsten, heranstürmenden Welle einen Ausgleich zu erreichen und die Männer an den Riemen fast Übermenschliches leisteten, waren alle Versuche vergeblich.

Die nächste, riesige Welle jagte heran, hob das Boot wie eine auf dem Wasser schwimmende Nussschale hoch hinauf, und als es jetzt wieder hinunterstürzte, schlug es um und warf die Männer in die kochende See.

Bolthar verlor bei dem Aufschlag fast das Bewusstsein, begann aber sofort, heftig mit den Beinen zu strampeln, um wieder an die Oberfläche zu gelangen. Als sein Kopf endlich aus den tosenden Wassern schoss, zog er die Luft tief in seine Lungen, bevor ihn erneut das Gewicht seiner nassen Kleidung und die Axt in seinem Gürtel hinunterzogen.

Der Wikingerfürst sank in tiefste Schwärze, wurde etliche Male herumgewirbelt und war davon überzeugt, dass an diesem Tag die Asen verlangt hatten, dass er zu ihnen treten sollte. Auf eine seltsame Weise beruhigte ihn das, während er immer tiefer sank.

Dann werde ich Fringa auf dieser Welt nicht wiedersehen. Aber bei Vali, dem Rächer der Götter, würde er ihre Bestrafung fordern.

7.

Zunächst war da um ihn nur die Dunkelheit. Eine Schwärze, die nichts, aber auch gar nichts erkennen ließ. Dann kam das Lachen, laut und höhnisch, auf- und abperlend und von ganz tief unten aufsteigend bis hin zu schrillen Tönen. Das konnte nicht von dieser Welt sein!

Du glaubst, Odin hätte dich gerufen, Bolthar? Ausgerechnet dich? Wo sind deine Langboote, Jarle? Wo sind deine Krieger?

Erneutes Hohngelächter, das ihn erschauern ließ. Er wollte etwas schreien, aber kein Laut stieg aus seiner Kehle auf und erreichte die Lippen.

Sieh dich jämmerlichen Fleischklumpen doch einmal an! Und du glaubst, dass sich Vali ausgerechnet für deine Sorgen interessiert?

Diesmal wurde das Hohngelächter so unerträglich, dass er in blinder Wut seine Fäuste nach vorn stieß. Ein Lichtstrahl schien die Finsternis zu durchdringen, und plötzlich sah er sie wieder ganz deutlich vor sich.

Warum tust du mir das alles an, Fringa?

Immer wieder hörte Bolthar seinen Namen aus weiter Ferne an sein Ohr dringen. Er wollte antworten, schreien, dass er hier bei seiner Tochter wäre, aber mehr als ein Röcheln gelang ihm nicht.

„Odin sei Dank, er lebt!", klang eine Stimme dicht an seinem Ohr, und mit aller Gewalt gelang es ihm endlich, aus der Finsternis zu entkommen

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