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Romantic Thriller Doppelband #3: Der Fluch der Steine/ Die Angst hat ein Ende

Romantic Thriller Doppelband #3: Der Fluch der Steine/ Die Angst hat ein Ende

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Romantic Thriller Doppelband #3: Der Fluch der Steine/ Die Angst hat ein Ende

Länge:
266 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
2. Feb. 2016
ISBN:
9783739623450
Format:
Buch

Beschreibung

Romantic Thriller von Alfred Bekker & A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 216 Taschenbuchseiten.

Dunkle Geheimnisse, übernatürliche Bedrohungen, mysteriöse Begebenheiten - und eine Liebe, die sich dem Grauen widersetzt.

Dieses Buch enthält folgende zwei Romane:
Alfred Bekker: Der Fluch der Steine
A. F. Morland: Die Angst hat ein Ende

Mit einem Titelbild von Firuz Askin.
Herausgeber:
Freigegeben:
2. Feb. 2016
ISBN:
9783739623450
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Romantic Thriller Doppelband #3 - Alfred Bekker

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Romantic Thriller Doppelband #3

von Alfred Bekker & A. F. Morland

Der Umfang dieses Buchs entspricht 216 Taschenbuchseiten.

Dunkle Geheimnisse, übernatürliche Bedrohungen, mysteriöse Begebenheiten - und eine Liebe, die sich dem Grauen widersetzt.

Dieses Buch enthält folgende zwei Romane:

Alfred Bekker: Der Fluch der Steine

A. F. Morland: Die Angst hat ein Ende

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Authors

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Der Fluch der Steine

von Alfred Bekker

John Jennings ist ein begnadeter Bildhauer - aber durch seine Werke entfaltet er wahrhaft mörderische Kräfte. Als eine Reporterin sein dunkles Geheimnis erfährt, gerät sie in große Gefahr...

1

Du wirst sterben, Mark Potter, flüsterte John Jennings leise vor sich hin. Der Gedanke gefiel ihm, dass sich sein Opfer in diesem Moment nicht wehren konnte. Es ahnte nicht einmal, in welcher Gefahr es sich befand und das seine Atemzüge buchstäblich gezählt waren...

Die Kräfte der schwarzen Magie sind eine tödliche Waffe, dachte Jennings. Genau die richtige Waffe für einen unbarmherzigen Scharfrichter...

Und genau so sah Jennings sich.

In Gedanken stellte er sich sein Opfer vor. Die Augen, die sich in dem Moment vor Entsetzen weiteten, wenn die Luft wegblieb, der verzweifelte Griff zum Hals, um sich von der unsichtbaren Schlinge zu befreien, die sich immer enger zu ziehen schien und schließlich das letzte Todesröcheln. Der Schweiß stand Jennings auf der Stirn. Wie ein Besessener hatte er für diesen Augenblick gearbeitet und nun war es soweit. Er ließ Hammer und Meißel sinken.

Sein Blick fixierte die steinerne Büste vor ihm auf dem Tisch. Dann sah er seitwärts, wo er das Foto eines etwa vierzigjährigen grauhaarigen Mannes hingelegt hatte. Es war seine Vorlage.

Jennings atmete tief durch.

Das Gesicht war perfekt. Jennings legte Hammer und Meißel zur Seite. Er hatte ein natürliches Gefühl dafür, wann man mit einer Arbeit aufhören musste, um sie nicht zu ruinieren. Er bewegte den Rollstuhl, in dem er saß, ein Stück nach hinten und verharrte dann einige Augenblicke lang. Sein Blick hing noch immer an der Büste.

Ein Kopf aus kaltem Stein, dessen Gesicht dem auf dem Foto so ähnlich war, dass einem Betrachter schon fast unheimlich werden konnte.

In Jennings feingeschnittenem, etwas melancholisch wirkendem Gesicht zuckte es. Bilder tauchten vor seinem inneren Auge auf. Bilder eines Unfalls, die ihn seit jenem Tag verfolgten und dafür sorgten, dass er ohne Medikamente kaum Schlaf finden konnte...

Ein einziger Augenblick, dachte Jennings, der alles verändert hatte...

Jennings schluckte.

Er kniff die Augen zusammen und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. Dann rollte er durch das halbe Atelier. Bei einem Schrank stoppte er und holte eine schwere gusseiserne Kette sowie eine Dose mit schwarzer Farbe und einen feinen Pinsel aus einer Schublade. Damit kehrte er zurück zu dem steinernen Gesicht.

Er öffnete die Farbdose, indem er den Deckel mit dem Meißel heraushebelte und trug mit dem feinen Pinsel eine Reihe von Zeichen auf der Stirn des Steinkopfes auf.

Dann nahm er die Kette und schlang sie der Büste um den Hals. Ganz fest zog er sie, so als wollte er jemanden damit erwürgen.

Die Kraft der Finsternis wird dir den Atem nehmen, Mark Potter, murmelte er und wiederholte es gleich darauf. Er sagte es immer wieder und es wurde eine Art dumpfer Singsang daraus. Jennings' eigentlich sehr gutaussehendes Gesicht verzog sich dabei zu einer Maske des Hasses.

Schließlich brach er abrupt ab.

In seinen Augen blitzte es.

Deine Seele ist eine Beute Satans, Mark Potter!, stieß er dann hervor und lehnte sich in seinem Rollstuhl zurück. Er schwieg. Es war vollbracht.

In den nächsten Tagen würde er aufmerksam die Todesanzeigen der Londoner Tageszeitungen studieren... Eine ganze Weile saß er einfach nur so da. Ein stilles Lächeln von kalter Grausamkeit stand ihm dabei im Gesicht. Er wirkte in sich gekehrt. Dann sah er das blinkende Lämpchen des Sprechgeräts am anderen Ende des Tisches. Er bewegte sich mit seinem Rollstuhl dorthin und drückte auf einen der Knöpfe.

Was gibt es?, fragte er mürrisch, denn eigentlich hatte er diesen Augenblick noch etwas auskosten wollen.

Eine weibliche Stimme antwortete.

Da ist wieder diese junge Journalistin. Miss Dana McGraw vom LONDON CHRONICLE wartet auf dich, John!

Jetzt nicht!

Aber du bist mit ihr jetzt verabredet!

Ich habe gesagt: jetzt nicht!, fauchte Jennings. Hast du mich verstanden, Elizabeth?

Was soll ich ihr sagen?

Denk dir was aus und mach einen neuen Termin mit ihr, okay?

Er wartete ihre Antwort nicht ab, sondern schaltete das Gerät aus und umrundete erneut den Tisch. Dann betrachtete er mit einem Ausdruck der Zufriedenheit die Steinbüste von Mark Potter. Er fühlte sich leer und ausgelaugt.

Und erleichtert.

2

Guten Morgen, Dana, begrüßte mich Morton T. Smith, der Chefredakteur des LONDON CHRONICLE, als ich sein Büro betrat. Für eine Sekunde war ich etwas irritiert, denn anstatt des eher etwas mürrischen Gesichtsausdruck, der ansonsten so typisch für ihn war, schien er heute gut gelaunt zu sein.

Guten Morgen, erwiderte ich.

Er erhob sich und umrundete seinen Schreibtisch, der über und über mit Manuskripten bedeckt war.

Ich wollte mal fragen, wie weit Sie schon mit Ihrer Reportage über diesen Künstler sind?

John Jennings?

Genau!

Ich atmete tief durch. Er scheint seit dem Unfall, den er vor drei Jahren hatte, sehr exzentrisch geworden zu sein, erklärte ich dann.

Seitdem sitzt er ja auch wohl im Rollstuhl, oder?, hakte Smith nach, der sich erklärtermaßen nicht sehr für moderne Kunst interessierte. Der Chefredakteur zuckte die Achseln und verschränkte die Arme vor der Brust. Seine Exzentrik ist schließlich der Grund dafür, dass wir überhaupt etwas über ihn bringen. So sehe ich das jedenfalls!

Da hatte Smith natürlich recht. John Jennings war ein Star auf dem Kunstmarkt.

Seine Objekte und Skulpturen erreichten astronomische Preise. Und das, obwohl der Künstler erst Mitte dreißig war. Nicht, dass seine Jugend gegen seine Kunst gesprochen hätte, aber die meisten erreichten diese Preisklasse erst, wenn sie verstorben waren.

Wirklich prominent hatte Jennings seine Hinwendung zu Okkultismus und Magie gemacht, die er seit seinem tragischen Verkehrsunfall vollzogen hatte. Die einen hielten ihn nun für halb wahnsinnig, aber auf andere wirkte gerade das anziehend. Es gab Jennings etwas Mysteriöses, wie auch die Tatsache, dass er sich kaum noch in der Öffentlichkeit zeigte.

Der LONDON CHRONICLE war die erste Zeitung seit langem, die überhaupt hoffen konnte, an ihn heranzukommen. Und das auch nur, weil einer der Herausgeber des CHRONICLE offensichtlich gute Kontakte zu Jennings' Manager besaß.

Also, wiederholte Smith. Wie weit sind Sie, Dana?

Ich stehe noch ganz am Anfang!, musste ich bekennen und Smith runzelte die Stirn. Er sagte es nicht, aber ich konnte ihm ansehen, was in seinem Kopf für Gedanken herumspukten: Da hätte ich Ihnen mehr zugetraut, Dana!

Das müssen Sie mir erklären!

Er hat bereits zweimal Termine mit mir von einer Minute zur anderen abgesagt. Es scheint wirklich nicht so einfach zu sein, an ihn heranzukommen... Ich habe zwar im Archiv recherchiert, aber schließlich sollte auf den Seiten der CHRONICLE ja nicht nur das stehen, was ohnehin alle wissen...

Allerdings!, nickte Smith. Da gebe ich Ihnen recht. Er ballte unwillkürlich die Hände zu Fäusten. Verzögerungen aller Art hasste er wie die Pest.

Er ist ein scheuer Mann, gab ich zu bedenken. Smith sah mich sehr ernst an. Glauben Sie, dass es noch Zweck hat, an der Sache dranzubleiben?

Ja, davon bin ich überzeugt, behauptete ich, obwohl ich mir da inzwischen gar nicht mehr so sicher war. Es war gut möglich, dass Jennings mich ewig hinhalten würde, nur um sich schließlich zu überlegen, dem LONDON CHRONICLE doch kein Interview zu geben.

Aber ich hatte an der Sache ein persönliches Interesse, denn dieser mysteriöse Mann faszinierte mich. Ich hatte einiges über ihn und sein Leben gelesen und brannte darauf, ihn kennenzulernen.

Gut, hörte ich Smith sagen. Dann machen Sie weiter. Heute schien er seinen nachsichtigen Tag zu haben.

3

Der neue Termin, den ich mit John Jennings' Sekretärin abgemacht hatte, lag an einem Montag Nachmittag.

Jim Berringer begleitete mich. Er war Fotograf beim LONDON CHRONICLE und wir bildeten bei den meisten Reportagen ein Team. Jim und ich waren gleichaltrig. Er war blond, trug das Haar etwas zu lang und wirkte sehr unkonventionell. Wir waren trotz unserer Gegensätzlichkeit ein wunderbares Team. Allerdings nur beruflich, auch wenn Jim manchmal durchblicken ließ, dass er nichts dagegen gehabt hätte, das auch ins Private zu erweitern.

Ich glaube, ich habe einmal eines dieser Objekte fotografiert, für die Jennings so berühmt ist, meinte Jim, während uns mein roter Mercedes durch den Londoner Großstadtverkehr trug. Es waren hundert aufeinandergestapelte Stühle und das Werk hieß 'Die Masse'. Um ehrlich zu sein, kann ich mit so etwas wenig anfangen!

Dann fehlt dir vielleicht der Kunstsinn, neckte ich ihn. Jim grinste. Gut möglich. Trotzdem verstehe ich die astronomischen Preise nicht, Stühle aufeinanderstapeln könnte ich schließlich auch!

Aber du bist nicht als erster auf die Idee gekommen und das macht den Unterschied aus!

Wenn du es sagst..., erwiderte er spöttisch. Trotzdem wundere ich mich, dass es offenbar Leute gibt, die dafür solche Summen ausgeben!

Ich lächelte nachsichtig.

Weißt du Jim, es gibt eben auch Menschen, deren Kunstsinn über die Kalender des PLAYBOY hinausgeht.

Er lief rot an.

Ha, ha, sehr witzig, meinte er dann. Inzwischen hatten wir unser Ziel erreicht. John Jennings residierte in einer ehemaligen Fabrikhalle, die er für seine Zwecke hatte umbauen lassen. Er hatte hier alles unter einem Dach: Ein weiträumiges Atelier, seine Privaträume und Büroräume für sein Management. Originelle Kunst war nämlich nur die eine Hälfte seines Erfolges. Die andere war der Tatsache zu danken, dass er sich gut zu vermarkten wusste. Auf dem weitläufigen Gelände war auch ein Parkplatz. Ich stellte den roten Mercedes dort ab und wir stiegen aus. Es war ein freundlicher, sonniger Tag. Jim blinzelte ein bisschen und meinte: Hoffentlich sind wir heute nicht wieder vergeblich hier!

Der Eingang von Jennings' Gebäude war schmucklos. Es war eine stählerne Schiebetür, die elektrisch bewegt wurde und durch die man bequem mit einem Wagen hätte fahren können. Die Schiebetür selbst wirkte schroff und abweisend. Hier hatte sich ein Mann eine Festung gebaut, hinter deren Mauern er sich zurückziehen konnte.

Seitlich war eine Sprechanlage. Ich meldete mich und wir wurden eingelassen. Als wir eintraten bemerkte ich die Videokamera über uns, deren Linse uns automatisch folgte. Ein kahler Gang lag vor uns. Bläuliches Neonlicht herrschte hier und sorgte für eine fast unwirtliche Atmosphäre. Schon nachdem ich die ersten Schritte in dieses Gebäude getan hatte, beschlich mich ein leichtes Unbehagen. Schritte hallten in dem Gang wider. Elizabeth Norman, Jennings' Sekretärin, kam in ihrem konservativen Kostüm auf uns zu. Sie war sicher noch keine dreißig und hatte ein hübsches, feingeschnittenes Gesicht mit dunkelbraunen Augen. Die Haare trug sie in einem Pagenschnitt.

Guten Tag, Miss McGraw, begrüßte sie mich und wandte sich dann Jim zu.

Können wir zu Mr. Jennings?

Einen Augenblick noch. Wenn Sie mir bitte folgen... Wir folgten Miss Norman in einen weiträumigen Aufenthaltsraum, in dem sich ein Springbrunnen befand. Es war eine Mischung aus Büro und Wartezimmer. Schon bei unserem letzten Termin mit Jennings hatten wir hier einige Zeit verbracht.

Ein Mann in den mittleren Jahren und einem kantigen, harten Gesicht begrüßte uns. Es war Brent Erikson, Jennings' Manager. Erikson war der Mann, dem Jennings es wohl letztlich zu verdanken hatte, dass sein Name nicht nur denen ein Begriff war, die die Feuilletons aufmerksam lasen.

Ich möchte mich nochmals bei Ihnen entschuldigen, Miss McGraw!, erklärte er, wobei sich in seinem Gesicht keinerlei Regung zeigte. Aber wissen Sie, John ist einer der genialsten Künstler, die wir in den letzten Jahrzehnten in unserem Land hatten. Und da muss man ihm vielleicht manches nachsehen, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Sicher, erwiderte ich kühl.

Brent Erikson machte eine ausladende Handbewegung.

John ist ein schöpferischer Geist. Wenn er bei der Arbeit ist, vergisst er alles um sich herum. Er gleicht dann einem Besessenen, isst nicht, trinkt nicht... Man muss in diesen Phasen auf ihn aufpassen, sonst würde er zusammenbrechen!

Mr. Jennings schafft also weiterhin Kunstwerke?, vergewisserte ich mich, denn seit Jahren war nichts Neues mehr von ihm auf den Markt oder in die Museen gelangt.

Ja. Aber er ist damit bislang nicht an die Öffentlichkeit gegangen.

Warum nicht?

Erikson zuckte die Achseln.

Ich nehme an, weil Johns gegenwärtige Arbeit nichts mehr mit dem gemeinsam hat, was er zuvor gemacht hat. Es ist ein völliger Bruch. Sie wissen, dass er vor drei Jahren einen Unfall hatte. Seitdem hat künstlerisch eine neue Phase für ihn begonnen.

Dann haben Sie seine neueren Werke aber bereits gesehen, stellte ich fest.

Erikson lächelte.

Natürlich, sagte er. Alle weiteren Fragen wird Ihnen nun John persönlich beantworten - vorausgesetzt er hat Lust dazu.

Sicher.

Wenn Sie mir bitte folgen wollen...

Wir erhoben uns, aber nach zwei Schritten stoppte Erikson und wandte sich an Jim.

Sie nicht, bestimmte er, woraufhin Jim erst ein ziemlich verdutztes und dann ein hilfesuchendes Gesicht machte.

Das verstehe ich nicht, meinte er.

Erikson lächelte kalt und geschäftsmäßig.

Ich habe nichts gegen Sie, Sir. Aber dies ist ein erstes Treffen und es war Johns ausdrücklicher Wunsch, dass dabei keine Fotos gemacht werden. Er will nur Miss McGraw treffen, sonst niemanden.

Verstehe!, knurrte Jim. Er wandte sich an mich. Ich werde mir dann wohl ein Taxi rufen... Bis dann, Dana!

Kommen Sie, Miss McGraw, sagte Erikson indessen. Ich hatte genau in diesem Moment plötzlich ein sehr intensives Bild vor meinem inneren Auge.

Ketten, die sich um meinen Hals schlangen.

Ich rang unwillkürlich nach Luft. Einen Sekunde später war es vorbei.

Ist irgendetwas, Dana?, hörte ich Jims Stimme wie durch Watte.

Ich schüttelte den Kopf.

Nein, nichts, flüsterte ich.

4

John Jennings erwartete mich in einem Raum mit hohen Fenstern. Er hatte dunkles Haar und sehr aufmerksame, intelligente Augen, deren Blick mich einer eingehenden Musterung unterzog. Sein Gesicht wies einen melancholischen Zug auf. Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Alain Delon. Der schmallippige Mund bildete einen dünnen, gerade Strich.

Nehmen Sie Platz, Miss McGraw, sagte er mit leiser, dunkel klingender Stimme und deutete auf eine Gruppe von Ledersesseln. Möchten Sie etwas trinken?

Nein danke, erwiderte ich, während ich mich in einem der Sessel niederließ.

Jennings rollte auf mich zu und stoppte dann etwa zwei Meter von mir entfernt.

Ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel, dass unsere letzten Termine geplatzt sind. Aber ich arbeite sehr hart.

Ihr Manager sagte mir bereits etwas ähnliches, erwiderte ich. Woran arbeiten Sie im Moment?

Jennings hob die Hand und schüttelte den Kopf. Ich begriff. Er wollte nicht darüber reden und ich hätte mich in diesem Moment dafür ohrfeigen können, so ungestüm vorgeprescht zu sein. John Jennings war ein scheuer Mann, der sich nicht gleich jedem offenbarte. Wenn er es überhaupt tat, dann nur nach einer eingehenden Prüfung. Und dieser wurde ich offenbar gerade unterzogen.

Sie sind noch recht jung für Ihren Job, Miss McGraw, sagte er. Ich hatte Sie mir älter vorgestellt.

Enttäuscht?

Nein. Vielleicht haben Sie dadurch weniger Vorurteile.

Vorurteile? Wogegen? Gegen schwarze Magie und Okkultismus?

Zum ersten Mal sah ich in diesem Moment, das sich sein Gesichtsausdruck veränderte. Die Ahnung eines Lächelns huschte über seine Lippen und in den dunklen Augen blitzte es kurz auf.

Vielleicht würde es mir ja doch gelingen, mit ihm eine gemeinsame Wellenlänge zu finden.

Ich hoffte es jedenfalls.

Sie glauben an die Macht der Magie, nicht wahr?, sagte ich. Jedenfalls konnte man das überall lesen. Jennings nickte.

Es ist für mich keine Frage des Glaubens, Miss McGraw, auch wenn Sie das vielleicht überraschen mag. Ich weiß, welche Kräfte durch Magie kontrolliert werden können! Er ballte die rechte Hand zu einer Faust, so als würde er etwas darin zerquetschen. Sein Tonfall wurde klirrend.

Was meinen Sie genau damit, Mr. Jennings?, hakte ich nach. Und wieder

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