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Aufstand der Verdammten: Historischer Western

Aufstand der Verdammten: Historischer Western

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Aufstand der Verdammten: Historischer Western

Länge:
146 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
31. Aug. 2016
ISBN:
9783739647012
Format:
Buch

Beschreibung

Der Inhalt dieses Buchs entspricht 131 Taschenbuchseiten.
Historischer Roman über die Ereignisse um den Widerstand der Sioux-Indianer gegen die Weißen am Little Big Horn. Glenn Sterling lässt neben General Custer auch die großen Häuptlinge Sitting Bull, Crazy Horse und Rain-in-the-Face wiederauferstehen und schildert die dramatischen Ereignisse jener Zeit aus dem Blickwinkel einer Siedler-Familie.
Herausgeber:
Freigegeben:
31. Aug. 2016
ISBN:
9783739647012
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Buch

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Aufstand der Verdammten

Historischer Western

von Glenn Stirling

Der Umfang dieses Buchs entspricht 131 Taschenbuchseiten.

Historischer Roman über die Ereignisse um den Widerstand der Sioux-Indianer gegen die Weißen am Little Big Horn. Glenn Sterling lässt neben General Custer auch die großen Häuptlinge Sitting Bull, Crazy Horse und Rain-in-the-Face wiederauferstehen und schildert die dramatischen Ereignisse jener Zeit aus dem Blickwinkel einer Siedler-Familie.

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2016 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

1

Mrs. Hendree band sich die Schürze ab und trat ans Fenster. Durch die regennassen Scheiben blickte sie hinaus in den Morast des vom tagelangen Regen aufgeweichten Hofes. Sie sah den Reiter, der langsam den Hang heraufkam und zusammengekrümmt im Sattel saß. Von der Ölhaut, die sich der Mann umgehängt hatte, rann das Wasser in kleinen Bächen.

Sie sah, wie er vor dem Stall anhielt, absaß und das Pferd durch die Tür führte. Nun drehte sie sich um und rief: „Ann, er ist gekommen. Bringt die Suppe auf den Tisch!"

Zwei Mädchen erschienen mit Tellern und einer Terrine, um sie auf den langen Eichenholztisch zu stellen. Beide waren noch jung, etwa siebzehn und achtzehn. Und beide hatten sie ihr helles Blondhaar in langen Zöpfen über die Schultern hängen. Die ältere der beiden aber war von strenger Schönheit, die jüngere hingegen wirkte weicher und fraulicher.

„Ist Paul mitgekommen?", fragte Ann, die ältere der beiden.

Die Frau schüttelte den Kopf. „Nein, du weißt doch, dass er bei den Jungpferden bleiben muss."

Die jüngere sagte: „Bei dem Regen, der arme Paul."

„Pah, meinte Ann. „Paul ist schließlich nicht aus Zuckerguss. Was du dich immer um ihn sorgst, Su. Was soll denn erst George sagen, der muss viel mehr ausstehen bei der Armee.

„Streitet euch nicht, Ann! Jetzt flott den Tisch gedeckt. Dad hat es nicht gerne, wenn wir damit nicht fertig sind, wenn er kommt."

Sie sah wieder durch die Scheiben und beobachtete den Mann, wie er jetzt über den Platz schritt, die Schultern leicht vorgeschoben, als trüge er eine Last.

Mrs. Hendree wunderte sich, dass ihr Mann nicht wie sonst mit schnellen Schritten auf das Haus zuging, wie es seine Art war. Ihr schien, er hätte wirklich eine Last zu schleppen, und sie spürte mit dem feinen Gefühl einer erfahrenen Frau und Mutter, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte.

Die rundliche Su trat neben die Mutter und blickte wie sie hinaus auf den Hof. „Was ist, Ma? Du machst ein so trauriges Gesicht."

Mehr zu sich als zu ihrer Tochter erwiderte Mrs. Hendree: „Dad macht mir Sorgen ..."

Sie sah das hagere, von Falten durchzogene Gesicht ihres Mannes, als er dicht vor dem Haus war, und dann hörte sie seinen schweren Schritt auf den Bohlen der Veranda. Umständlich zog er sich die lehmbeschmierten Stiefel aus und kam dann auf Socken ins Haus.

Die jüngere Su lief ihm entgegen und half ihm aus der Ölhaut. Sie nahm seinen Hut, schüttelte das Wasser ab und hängte ihn auf.

Auch jetzt hatte Mrs. Hendree erneut Grund, sich zu wundern. Bis jetzt war ihr Mann nie mit solcher Hilfe einverstanden gewesen. Und diesmal ließ er sich von Su helfen. Da musste etwas los sein. Vielleicht war er krank?

Sie ging auf ihn zu, und er sah sie mürrisch an, lächelte dann aber, doch ihr erschien es wie ein Lächeln unter Schmerzen.

„Ist was, John?"

Er zuckte die Schultern und streifte das graue Haar aus der Stirn. „Später, erst wollen wir essen."

Sie fand es grausam, noch länger warten zu müssen, denn nun war sie sicher, dass irgendetwas geschehen war. Noch glaubte sie, es beträfe ihn selbst. Doch als sie dann aßen und sie seinen guten Appetit bemerkte, kam sie auf andere Gedanken. War etwas mit Paul, ihrem zweitältesten Sohn, passiert?

John Hendree aß. Er sprach nicht ein Wort dabei, und sein hageres Gesicht wirkte dabei wie gemeißelt. Scheu sahen ihn die Töchter an, und voller Sorge betrachtete ihn die Frau.

Endlich legte er das Besteck zur Seite und lehnte sich zurück. Sie holte ihm die Tabakdose, Ann zündete am Ofen den Fidibus an.

Als die Pfeife dampfte, sagte John Hendree in die atemlose Stille hinein: „George wird morgen hier sein ..."

Mrs. Hendree rief voller Freude: „John, warum hast du das nicht gleich gesagt? George wird kommen; nein, ist das eine Überraschung!"

Die Mädchen schwatzten durcheinander, und John Hendree vermochte zunächst nicht, den Satz zu vollenden, der für ihn noch gar nicht fertig gewesen war. Ohne in den Jubel einzustimmen und mit todernstem Gesicht fuhr er fort: „ ... er wird hier sein, aber nicht allein. Mit seiner Schwadron. Es ist ein dienstlicher Besuch."

Die Frauen begriffen den Sinn nicht, verstanden nicht, warum Mr. Hendree dabei ein so finsteres Gesicht machte. Vor allem verstand Mrs. Hendree es nicht. Ihr Sohn war ein halbes Jahr nicht da gewesen. Und nun würde er kommen. Das war doch ein Fest, und warum nur freute ihr Mann sich nicht?

John Hendree sah sie der Reihe nach an, dann sagte er mit rauer Stimme: „Ihr werdet nicht mehr lachen, wenn ihr erst einmal angefangen habt, darüber nachzudenken. Seit vier Jahren führt die Armee Krieg gegen die Dakotas. Seit vier Jahren geht der Krieg an uns vorbei wie um eine Insel, als gäbe es hier nur Bäume. Keine weißen Siedler. Und wir sind dabei mitten im Indianerland ..."

„Du hast ja auch mit ihnen einen Vertrag geschlossen." Mrs. Hendree sah ihren Mann stolz an, weil er es war, der mit Crazy Horse verhandelt hatte und gute Beziehungen zu den Dakotas pflog.

„Ja, erwiderte John Hendree unwirsch. „Aber das setzt voraus, dass die Armee sich auch an den Vertrag halten wird. Bis jetzt hat General Sheridan das getan. Und sein Truppenführer General Terry auch. Jetzt aber haben sie einen neuen Mann. Ein gewisser General Custer. Jung und ehrgeizig, will sich Orden und Ruhm einsammeln. Er hält die Dakotas für Tiere, die Verträge mit ihnen für nicht bestehend, und ist der Ansicht, dass Frieden nur mit den Sioux sein kann, wenn es keine Sioux mehr gibt.

Nun begannen die Frauen zu ahnen, was kommen würde.

Er fuhr fort: „Mein Sohn George ist durch einen teuflischen Zufall Lieutenant in dieser Truppe. Und er und seine Kameraden sind auf dem Wege hierher, um die Dakotas zu vertreiben. Es ist eine Schwadron zu sechzig Reitern. Und heute Morgen noch habe ich Crazy Horse gesehen. Ihn und etwa zweitausend Krieger. Sie haben sich auf den Höhen um unser Tal gruppiert und warten nur auf die sechzig Selbstmörder."

„Mein Gott, John, du musst etwas unternehmen! Reite doch George und seinen Leuten entgegen und ..." Die Frau konnte vor Aufregung kaum sprechen.

Er winkte ab. „Ich habe schon mit einem Captain gesprochen, der eine Patrouille führte und heute Morgen in unser Camp bei den Jungpferden kam. Nein, die begreifen nichts. Er hat mich ausgelacht, als ich es ihm gesagt habe. Und er meinte: ,Unsinn, Crazy Horse ist vierzig Meilen von hier, das wissen wir genau.‛ Er machte eine Pause und paffte ein paar dicke Wolken aus seiner Pfeife. Schließlich sagte er, während ihn die anderen gespannt anblickten: „Sie wissen alles besser, diese jungen Leute. Und es ist ihnen völlig egal, ob wir dabei unsere Existenz verlieren oder nicht.

„Hast du mit George gesprochen?", fragte Mrs. Hendree hastig.

„Nein, er kommt mit dem Gros der Truppe. Morgen. Und vielleicht sehen wir ihn dann noch einmal ..." Er vollendete den Gedanken nicht, aber alle wussten, was er damit meinte.

Es waren bittere Gedanken, die John Hendree spann. Und er hatte Grund genug dazu. Aber er überlegte sie nur und sprach sie nicht mehr aus. Seine Töchter wussten wenig darum, mehr jedoch seine Frau.

„Und was sagt Paul?", fragte sie.

Der Mann lächelte entspannt. „Er ist der Einzige von unseren Kindern, der es begriffen hat."

Die Mädchen sahen ihn ob dieser unfreundlichen Bemerkung erschrocken an. Dann erwiderte Ann, die immer auf Georges Seite stand: „Begriffen? Was sollen wir denn begreifen, Dad? Ist es unsere Schuld, dass wir aus Texas weggegangen sind? Wir konnten nicht bestimmen, wohin du mit uns gehen würdest. Nun sind wir hier, und wenn die Armee die Sioux vertreiben will, dann geht es um nationale Interessen. Da müssen wenige ihren Egoismus schon zurückstecken."

Der Mann lachte rau auf, aber es war keine Freude darin. „Du dummes Gör! Nationale Interessen, was weißt du davon? Der weiße Mann hat den Dakotas nicht nur Land und Lebensgrundlage geraubt, er hat auch jedes Abkommen gebrochen, das mit ihnen in den letzten zweihundert Jahren geschlossen wurde. Er hat angefangen damit, ihre Dörfer niederzubrennen, ihre Familien zu morden, und das Skalpieren ist keine Erfindung der Roten. Weil Manitu nach dem Indianerglauben den toten Krieger am Schopf in seine ewigen Jagdgründe zieht, haben weiße Trapper damit begonnen, den toten Indianern den Skalp abzuziehen. Erst daraufhin haben sich die Indianer besonnen, es mit den toten oder gefangenen Weißen ebenso zu machen.

Die Armee ist dazu da, die Siedlungen zu schützen. Das genügt. Aber damit sind die Herren Offiziere nicht zufrieden. Im Frieden sind keine Orden zu gewinnen. Also wird gekämpft, wird immer unter einem Vorwand angegriffen. Das sind die nationalen Interessen."

„Du warst ja selbst Offizier, erwiderte Ann angriffslustig. „Und ihr habt auch Menschen getötet.

„Das war ein richtiger Krieg. Wir haben für eine Idee gekämpft."

„Und verloren", entgegnete Ann und sah ihren Vater mit dem Eifer des Fanatismus an. „Verloren gegen den Norden. Aber du willst es nicht wahrhaben. Noch immer sind Namen wie General Lee oder Stonewall Jackson

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