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Der neue Dr. Laurin 23 – Arztroman: Ein böser Wunsch wird wahr
Der neue Dr. Laurin 23 – Arztroman: Ein böser Wunsch wird wahr
Der neue Dr. Laurin 23 – Arztroman: Ein böser Wunsch wird wahr
eBook99 Seiten1 Stunde

Der neue Dr. Laurin 23 – Arztroman: Ein böser Wunsch wird wahr

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Über dieses E-Book

Die Kosmetikerin Nicole Pfister bekommt sympathische Nachbarn. Deren Sohn versteht sich gut mit seiner neuen Klassenkameradin Kaja Laurin, und er findet beim Boxtraining einen erwachsenen Freund: Dominik Schöler. Sonst aber hat er es schwer, besonders mit der Gang des arroganten Oliver Gehring, der aus einem sehr betuchten Elternhaus stammt. Die Gang lässt eines Abends Himmelslaternen steigen und äußert die sehr konkrete Hoffnung, dass ein ganz bestimmtes Haus in Brand geraten solle. Tatsächlich trifft es Nicoles Haus. Die Gang frohlockt – aber es gibt eine unerschrockene Mitwisserin!

"Frau Doktor", sagte Carolin Suder, "da ist eine Frau mit ihrer Tochter, die sich offenbar am Fuß verletzt hat. Das Mädchen weint, und die Mutter zeigt immer auf den Fuß der Kleinen, sie spricht nur gebrochen Deutsch. Das Mädchen hat noch keinen Ton gesagt, nur geweint." "Schicken Sie die beiden herein", bat Antonia Laurin. Gleich darauf betrat eine dunkelhaarige Frau, die Antonia auf Ende dreißig schätzte, das Sprechzimmer. Sie stützte ein Mädchen von neun oder zehn Jahren. "Guten Tag", sagte die Frau leise, mit deutlich hörbarem Akzent. Sie zeigte auf sich. "Mona Harari." Dann auf das Mädchen. "Tochter. Samira." Zuletzt auf Samiras Fuß. "Kaputt", sagte sie. Antonia zeigte auf sich. "Doktor Laurin"
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum28. Apr. 2020
ISBN9783740964856
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    Buchvorschau

    Der neue Dr. Laurin 23 – Arztroman - Viola Maybach

    Der neue Dr. Laurin

    – 23 –

    Ein böser Wunsch wird wahr

    Aber die kleine Kaja Laurin zeigt eine bewundernswerte Haltung

    Viola Maybach

    »Frau Doktor«, sagte Carolin Suder, »da ist eine Frau mit ihrer Tochter, die sich offenbar am Fuß verletzt hat. Das Mädchen weint, und die Mutter zeigt immer auf den Fuß der Kleinen, sie spricht nur gebrochen Deutsch. Das Mädchen hat noch keinen Ton gesagt, nur geweint.«

    »Schicken Sie die beiden herein«, bat Antonia Laurin.

    Gleich darauf betrat eine dunkelhaarige Frau, die Antonia auf Ende dreißig schätzte, das Sprechzimmer. Sie stützte ein Mädchen von neun oder zehn Jahren.

    »Guten Tag«, sagte die Frau leise, mit deutlich hörbarem Akzent. Sie zeigte auf sich. »Mona Harari.« Dann auf das Mädchen. »Tochter. Samira.« Zuletzt auf Samiras Fuß. »Kaputt«, sagte sie.

    Antonia zeigte auf sich. »Doktor Laurin«, erwiderte sie, wobei sie freundlich lächelte, bevor sie auf die Untersuchungsliege wies.

    Mona Harari verstand sie sofort. Gemeinsam halfen sie dem noch immer weinenden Mädchen auf die Liege, wo die Mutter ihrer Tochter ganz selbstverständlich Schuh und Strumpf auszog, mit behutsamen Bewegungen. Dennoch verstärkte sich Samiras Weinen.

    Der Fuß sah in der Tat böse aus: blaurot und dick geschwollen.

    Als Antonia ihn auch nur vorsichtig berührte, schrie Samira vor Schmerzen auf.

    Doch Antonia musste ihn abtasten, auch ein bisschen drehen, das konnte sie dem Mädchen nicht ersparen. Sie kam zu dem Ergebnis, dass ein Röntgenbild zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll war. Die Schwellung war zu stark. Sollte der Fuß gebrochen sein, würde man es möglicherweise auf dem Röntgenbild nicht einmal erkennen können.

    Sie zeigte auf den Fuß. »Wie ist das passiert?«, fragte sie.

    »Spielen«, sagte die Mutter. »Springen.« Sie machte es vor. »Und dann so.« Sie tat, als knickte sie mit dem Fuß um.

    Antonia nickte, so etwas hatte sie sich schon gedacht. Sie trug kühlende Salbe auf. Bei der ersten Berührung zuckte das Mädchen wieder zurück, aber als es die lindernde Wirkung der Salbe bemerkte, hielt es still. Antonia umwickelte Fuß und Gelenk mit einem recht festen Verband und wandte sich erneut an die Mutter, da sie annahm, dass das Kind noch weniger Deutsch sprach als diese. Sie holte einen Kalender und tippte auf das Datum, das sie meinte. »Wiederkommen«, sagte sie.

    Mona Hararis Blick war fragend. Sie schüttelte den Kopf. »Was bedeutet?«

    Zu Antonias Überraschung öffnete das Mädchen zum ersten Mal den Mund und sagte ein paar Worte auf Arabisch zu seiner Mutter. »Du verstehst, was ich sage?«, fragte Antonia.

    »Ja«, antwortete Samira mit schüchternem Lächeln. »Ist der Fuß kaputt?«

    »Du meinst, ob er gebrochen ist?«

    Samira nickte. In ihren Wimpern hingen noch Tränen, aber sie weinte nicht mehr.

    »Er ist zu stark geschwollen, deshalb habe ich kein Röntgenbild gemacht. Weißt du, was ein Röntgenbild ist?«

    Samira schüttelte den Kopf.

    Mona Harari stellte eine Frage, es gab einen schnellen Informationsaustausch zwischen Mutter und Tochter.

    »Sag deiner Mama, dass ich den Fuß in zwei Tagen noch einmal ansehen möchte. Ich glaube nicht, dass er gebrochen ist, aber ich würde in zwei Tagen eine Röntgenaufnahme machen, um ganz sicherzugehen. Warte, ich zeige dir, was das ist.«

    Antonia holte eine Aufnahme aus ihrem Aktenschrank. »So sieht das aus, ich kann in deinen Fuß hineinsehen, verstehst du?«

    Wieder gab es ein schnelles Gespräch zwischen Samira und ihrer Mutter, die sich offenbar bemühte, alles zu verstehen, was Antonia sagte, aber ihre Deutschkenntnisse reichten noch nicht aus.

    »Wie ist das jetzt mit den Schmerzen?«

    Samira lächelte dankbar. »Fast weg«, sagte sie.

    Sie war ein hübsches Mädchen mit ihren dunklen Augen und den schwarzen Haaren. Sie sah ihrer Mutter sehr ähnlich.

    »Du solltest den Fuß ruhig halten in den nächsten beiden Tagen, Samira.«

    »Ruhig halten?«

    »Nicht laufen.«

    »Aber ich muss zur Schule! Ich kann nicht fehlen, ich muss gute Noten haben, weil ich aufs Gymnasium will. Ich will Ärztin werden, wie Sie.«

    »Wie alt bist du?«

    »Neun, bald werde ich zehn.«

    »Warte einen Moment, bitte.«

    Antonia rief nach Carolin. »Haben wir ein paar Krücken, die wir Samira leihen könnten?«

    Carolin nickte, verschwand und kehrte gleich darauf mit zwei Krücken zurück, die zwar farblich nicht zueinander passten, aber dafür die richtige Größe für das Mädchen hatten.

    »Probier mal aus, ob du damit gehen kannst, Samira.«

    Zuerst stellte die Kleine sich ungeschickt an, aber sie hatte den Bogen bald heraus und lief mit den Krücken durchs Sprechzimmer.

    »Sei vorsichtig damit, lauf nicht zu schnell«, mahnte Antonia. »Am Sportunterricht kannst du natürlich nicht teilnehmen, ich schreibe dir ein Attest.«

    »Attest?«, fragte Samira. »Was ist das?«

    »Eine Art Entschuldigung, damit dein Sportlehrer weiß, dass du eine Verletzung hast und nicht etwa den Unterricht schwänzen willst. Du weißt doch, was ›schwänzen‹ bedeutet?«

    Samira nickte. »Krank spielen«, sagte sie.

    Zum Abschied ergriff Mona Harari Antonias Hand mit ihren beiden Händen. »Vielen Dankeschön!«, sagte sie. »Gute Arzt, Sie!«

    »Bis übermorgen, Frau Harari«, erwiderte Antonia. »Nicht vergessen, Samira!«

    »Bestimmt nicht«, versprach Samira und führte beim Verlassen der Praxis vor, wie gut sie bereits mit den Krücken umgehen konnte.

    »Das Mädchen spricht schon gut Deutsch, und die Mutter lernt es bestimmt auch schnell«, sagte Antonia. »Sie versteht schon ziemlich viel, nur sprechen kann sie noch nicht gut. Ich habe vergessen zu fragen, aus welchem Land sie kommen.«

    »Aus Syrien«, erwiderte Carolin. »Frau Harari hat mir ihre Papiere gezeigt. Sie haben hier in der Nähe eine Wohnung gefunden, deshalb sind sie wahrscheinlich auch bei uns in der Praxis gelandet.«

    Antonia nickte, dann riss sie ihre Gedanken von den Samira und Mona Harari los und fragte: »Wer ist der Nächste?«

    »Carlo Klötzer muss geimpft werden«, antwortete Carolin.

    »Na, dann wollen wir mal sehen, ob wir das große Geschrei dieses Mal verhindern können.«

    »Ich bin da nicht sehr hoffnungsvoll, muss ich gestehen«, sagte Carolin und eilte zum Wartezimmer, um den dreijährigen Carlo und seinen Papa, der ihn dieses Mal begleitete, ins Sprechzimmer zu rufen. Carlo brüllte schon, wenn er eine Spritze nur von Ferne sah – so war es bislang jedes Mal gewesen, und kein Trick hatte daran etwas ändern können.

    Das Gebrüll setzte zwei Minuten, nachdem die Sprechzimmertür sich hinter Carlo und seinem Vater geschlossen hatte, ein.

    »Na, also«, murmelte Carolin, »wusste ich’s doch.«

    *

    »So, Frau Diersch«, sagte Nicole Pfister. »Nun sehen Sie sich mal an.«

    Die junge Frau öffnete erwartungsvoll die Augen und sagte dann erst einmal nichts.

    Sie sagte so lange nichts, dass Nicole nervös wurde. »Sind Sie nicht zufrieden?«, fragte sie schließlich. Das konnte sie sich eigentlich nicht vorstellen, denn von der grauen Maus, als die Gesa Diersch ihren Kosmetiksalon betreten hatte, war nichts mehr übrig.

    »Sind Sie verrückt, Frau Pfister? Ich bin einfach … überwältigt. Wie haben Sie das gemacht? Ich wusste überhaupt nicht, dass ein bisschen Farbe so viel verändern kann.«

    Nicole musste lachen. Ihre Erleichterung war groß. Es kam durchaus vor, dass Kundinnen nicht

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