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Hauptsache gesund!: Wider den Wellness-Wahn

Hauptsache gesund!: Wider den Wellness-Wahn

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Hauptsache gesund!: Wider den Wellness-Wahn

Länge:
97 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 11, 2013
ISBN:
9783869212517
Format:
Buch

Beschreibung

Sind Sie gesund? Das ist doch die Hauptsache, oder? Der Publizist und chrismon- Chefredakteur Arnd Brummer und der Theologieprofessor Klaas Huizing gehen dem weit verbreiteten Aberglauben nach, Gesundheit sei die allerwichtigste Voraussetzung für ein gelingendes Leben. Sie entlarven die Hybris, man müsse nur genügend viele Ratgeber lesen und befolgen, um Krankheiten zu vermeiden oder zu besiegen. Die Gesundheitsindustrie wächst, während die Schere zwischen gesundgetrimmten Reichen und krankernährten Armen weiter aufgeht. Ein Aufruf, den modernen Götzen Gesundheit durch Selberdenken zu entthronen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 11, 2013
ISBN:
9783869212517
Format:
Buch

Über den Autor

Klaas Huizing ist Professor für Systematische Theologie an der Universität Würzburg.


Buchvorschau

Hauptsache gesund! - Klaas Huizing

ARND BRUMMER KLAAS HUIZING

HAUPTSACHE

GESUND!

WIDER DEN

WELLNESS-

WAHN

ARND BRUMMER, geboren 1957, ist Gründer und Chefredakteur des evangelischen Magazins „chrismon. Von 1987 bis 1991 arbeitete er als politischer Korrespondent für Tageszeitungen in Bonn, danach war er Chefredakteur des „Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts in Hamburg.

KLAAS HUIZING, geboren 1958, hat einen Lehrstuhl für Ästhetische Theologie in Würzburg und ist Schriftsteller. Er veröffentlichte zwölf wissenschaftliche Monographien und elf Romane, die zum Teil in sechs Sprachen übersetzt wurden. Seit 2007 ist er Chefredakteur des internationalen Kulturmagazins OPUS.

INHALT

Cover

Titel

Zu den Autoren

ARND BRUMMER

GÖTZENGRÜTZE:

HAUPTSACHE GESUND!

DER ABSCHIED

GENUG

HÖHER, SCHNELLER, BESSER

SELBSTBESTIMMUNG STATT MORAL

LIEBE DEINE RATGEBER-LITERATUR!

DU-SOLLST-HAMMER

GOTT GESUNDHEIT

DIE ÜBERFÜLLE AN NAHRUNGSZUFUHR – DAS FETTSEIN

DIE ÜBERFÜLLE AN ENTHALTSAMKEIT – ASKESE

WAS IST DER WERT DER WERTE ?

ÜBERFÜLLE ALS NORM UNSERER EXISTENZ

DAS ANGEBOT, DIE VERLOCKUNG – KOMM HER!

LERNEN, WENIGER ZU LERNEN

DIE ENTMYTHOLOGISIERUNG DES GESUNDHEITSWAHNS

DIKTATUR DER GESUNDHEITSBEWUSSTEN

GESUNDHEITSRELIGION

DIE GRÖSSTE KIRCHE IM LAND

WAS IST DIE HAUPTSACHE?

DIE FREIE WAHL

DIE JÜNGER DER GESUNDHEIT

LEBEN UND ZUKUNFT

DER KOMPARATIV

DER IMPERATIV

ENDE! ENDE?

WAS BLEIBT?

ANMERKUNGEN

KLAAS HUIZING

CLAP YOUR FAT

EIN NACHRUF AUF DIE GESUNDHEITSSTREBER

BMI-GLÄUBIGKEIT UND DIE ETHIK DER LABORWERTE

GESUNDHEIT ALS INTEGRATIONSKRAFT

ERGIBT LEIDEN SINN?

IST DAS LEBEN UND DAMIT DIE GESUNDHEIT EIN GESCHENK?

VERHALTENES LOB DER ZELLULITIS UND DES DOPPELKNIES

ANMERKUNGEN

Impressum

ARND

BRUMMER

GÖTZENGRÜTZE:

HAUPTSACHE GESUND!

Wohlan denn, Herz, nimm’ Abschied und gesunde!

Der Abschied vom Ideal als Akt der Gesundung!

Der Abschied vom Ideal des Gesundseins!

Der Abschied vom Sein-Sollen!

DER ABSCHIED

Der Mut zum Sein ist der Abschied vom Sollen und Müssen.

Der Abschied von einer Selbstwahrnehmung des durchweg Defizitären, des Mangels, der Mangelhaftigkeit. Schöne Noten sind das: mangelhaft und ungenügend. Aber was ist ausreichend? Und noch viel schwerer: Was ist befriedigend? Gut ist gut. Und sehr gut ist das Paradies. Das gibt es hienieden nicht.

Auch die Überfülle ist defizitär, ist mangelhaft, kann nicht genügen.

Genügsamkeit? Wie schrieb Konstantin Wecker: „Auf den Dächern hockt ein satter Gott und predigt die Genügsamkeit"?

Und wie passt das zu Bachs Kantate? „Ich habe genug. Ich habe den Heiland, das Hoffen der Frommen, auf meine begierigen Arme genommen. Ich habe genug! Satt sein macht nicht göttlich. Nur ewiges „Nicht-genug-Haben auch nicht. Wer sagt uns denn, wann es genug ist? Und wann? Und wie? Predigend? Befehlend? Die Religion der Wissenschaft? Eine neue Studie belegt?

US-Ärzte

haben herausgefunden? Zu viel Cholesterin? Zu wenig Eiweiß? Was soll der Schwachsinn?

GENUG

Kein Schwachsinn! Illustrierte und Magazine wollen doch leben! Arbeitsplätze in Medien und Verlagen wollen erhalten sein. Wenn niemand mehr unter den Kanzeln sitzt … dann kommen die Kanzeln auf Papier. Die Geschichten mit dem Tenor „So ernähren Sie sich richtig, „So treiben Sie am besten Sport, „So schützen Sie Ihre Haut, Ihre Knochen, Ihr Herz" lassen die Suchenden hoffen, die Glaubenden zufrieden weitermachen und geben ihnen die Gewissheit, auf dem rechten Weg zu sein. Kaufen Sie unser Heft, werfen Sie in den Opferstock! Werfen Sie alle Taler rein, die Sie mit ihrem ungesunden Körper verdient haben. Sie retten Ihre Gesundheit, das freut uns und unsere werbenden Anzeigenkunden. Wenn der Euro aufs Konto rauscht, haben wir Knete für Ablass getauscht. Und mit Ihrem gesünderen Körper können Sie noch besser arbeiten, noch mehr Geld machen, noch weiter ausbrennen, damit Sie noch mehr einwerfen können, um Ihr Gewissen zu beruhigen. Loben Sie den Gott, der uns ernährt!

Die ständige und rastlose Arbeit, das Sich-schuldig-Fühlen, wenn Werte nicht erreicht werden, wenn man aus seinen Möglichkeiten zu wenig oder gar nichts macht, wenn man sein Leben wegwirft, seine Gaben nicht nutzt, nicht vernünftig lebt.

HÖHER, SCHNELLER, BESSER

Nur die Unvernünftigen glauben an einen Gott, der jenseits aller Vernunft steht, der die Menschenkinder liebt, wie sie auch aussehen und was sie auch immer zuwege bringen oder nicht. Ein Gott außerhalb der Normen, höher als die Normen, anders als die irdischen Normen, wie soll man ihn verehren? Wie soll man gottgefällig sein, wie soll man gefallen?

Menschliche Gemeinschaft scheint ohne Druck, ohne Leistung, ohne eine Verpflichtung des Einzelnen auf das Größere, Bessere, Schönere nicht existieren zu können.

Die revolutionäre Leistung, jedem Einzelnen das Recht zuzuerkennen, auf seine Weise nach dem streben zu können, was er Glück nennt, scheint verlorengegangen zu sein.

SELBSTBESTIMMUNG STATT MORAL

Die 68er haben mit Kraft gegen das Diktat einer bürgerlichen Moral aufbegehrt. Aus dem Streben nach dem individuellen Glück wurde die Selbstbestimmung. Letztlich blieb davon übrig, dass wir nun selbst bestimmen können, von wem wir unser Leben bestimmen lassen. Aus dem getreuen Staatsbürger und seiner Bürgerpflicht, aus dem getreuen Gemeindeglied und seiner Christenpflicht, denen eine rechtliche oder göttliche Ordnung sagt, was zu tun ist, wurde ein scheinautonomer Marktbewohner, der sich schnuppernd und selbst entscheidend dahin tragen lässt, wo er – gerade eben – sein Glück vermutet. Aber die Kirchenlehrer des Marktes ruhen nicht. Sie weisen den einstigen Untertanen den Weg, sie locken und säuseln, trompeten und predigen: Tu dies, tu jenes, auf dass dein Leben gerechtfertigt sei!

Ins Fußballstadion zu gehen, ist nicht unmoralisch

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