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Der neue Dr. Laurin 24 – Arztroman: Seine letzte Chance
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eBook100 Seiten1 Stunde

Der neue Dr. Laurin 24 – Arztroman: Seine letzte Chance

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Über dieses E-Book

Carl Randstetten, ein überheblicher junger Mann aus vermögendem Haus, verursacht durch wüste Raserei einen schlimmen Unfall. Er selbst wird schwer verletzt, die schöne Stella Zurmühlen erleidet zwei Armbrüche. Beim Kennenlernen in der Klinik benimmt er sich arrogant und herablassend. Stella ist erbost über sein Benehmen und straft ihn mit Verachtung. Kurz darauf macht Carl, genannt Charly, eine Erfahrung, die ihn verändert. Er verzweifelt plötzlich daran, was er angerichtet hat. Dabei spielt Stellas siebenjährige Nichte Mila, die ebenfalls in der Kayser-Klinik liegt, eine entscheidende Rolle.

Stella Zurmühlen fuhr schnell, hielt sich aber an die Geschwin­digkeitsbegrenzung. Sie wollte so schnell wie möglich nach München zurück, wo ihre zehnjährige Nichte Mila am nächsten Tag operiert werden sollte: In einer Herzklappe war ein Loch entdeckt worden, das geschlossen werden musste. Der Klinikchef persönlich, Dr. Leon Laurin, würde die Operation vornehmen. Stella war beruflich unterwegs gewesen, hatte ihrer Nichte aber versprochen, am Nachmittag oder frühen Abend vor der Operation zurück zu sein, und dieses Versprechen würde sie halten können. Wenn sie weiter so gut vorankam, würde sie spätestens um sechs in der Klinik sein – Zeit genug also, noch mit Mila zu reden und ihr zu sagen, dass sie während der Operation an sie denken würde. Milas Eltern waren geschieden, sie wuchs bei ihrem Vater Adrian auf, Stellas Bruder. Seit der Scheidung war Stella eine Art Ersatzmutter für ihre Nichte geworden, denn Milas Mutter Aurelia hatte die Freuden der Selbstverwirklichung entdeckt, sie war seit der Trennung von Adrian nicht mehr in München gewesen. Sie lebte auf einer griechischen Insel, wo sie malte und töpferte und sich ›endlich frei fühlte‹, wie sie Stella bei ihrem letzten Anruf gesagt hatte. Den Kontakt zu Adrian hatte sie vollständig abgebrochen, und Mila hatte kürzlich gesagt, sie wolle mit ihrer Mama nicht mehr telefonieren. "Ich kann mich nicht mehr richtig an sie erinnern, und sie erzählt Sachen, die mich nicht interessieren." Stella war immer gut mit Aurelia ausgekommen, trotz der Versponnenheit ihrer Schwägerin, aber sie hatte geahnt, dass die Ehe ihres Bruders über kurz oder lang scheitern würde. Die beiden waren zu unterschiedlich, und sie hatten im Rausch der ersten Verliebtheit zu schnell geheiratet. Hätten sie etwas länger gewartet, wäre zumindest ihrem Bruder, glaubte Stella, aufgegangen, dass die Verbindung auf Dauer nicht halten konnte. Adrian hatte sich ganz gut mit der Situation arrangiert, aber für Mila tat es ihr leid. Aurelia wäre ihr sicherlich eine gute Mutter gewesen, hätte Verständnis für sie gehabt, wenn es um ›Mädchen-Sachen‹ ging, wie Mila das nannte. Da war Adrian ganz Mann: Er hasste Rosa, war für Prinzessinnenkleider, Glitzerschuhe und Nagellack auf zehnjährigen Fingern nicht zu haben und wollte Mila weder ein Pferd kaufen, noch sie auch nur Reitstunden nehmen lassen – was zurzeit ihr sehnlichster Wunsch war. Es stimmte, ein Pferd war viel zu teuer, Adrian war schließlich kein Großverdiener als Rundfunktechniker, und sie hatten auch keinen Reitstall in der Nähe, in dem er Mila hätte anmelden können, aber Stella fand trotzdem, dass er mehr auf Milas Wünsche hätte eingehen müssen. Sie würde noch einmal mit ihm darüber reden. Adrian liebte seine Tochter über alles, aber für manche Dinge fehlte ihm schlicht das Verständnis.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum12. Mai 2020
ISBN9783740965556
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    Buchvorschau

    Der neue Dr. Laurin 24 – Arztroman - Viola Maybach

    Der neue Dr. Laurin

    – 24 –

    Seine letzte Chance

    Du solltest sie nutzen, Charly!

    Viola Maybach

    Stella Zurmühlen fuhr schnell, hielt sich aber an die Geschwin­digkeitsbegrenzung. Sie wollte so schnell wie möglich nach München zurück, wo ihre zehnjährige Nichte Mila am nächsten Tag operiert werden sollte: In einer Herzklappe war ein Loch entdeckt worden, das geschlossen werden musste. Der Klinikchef persönlich, Dr. Leon Laurin, würde die Operation vornehmen.

    Stella war beruflich unterwegs gewesen, hatte ihrer Nichte aber versprochen, am Nachmittag oder frühen Abend vor der Operation zurück zu sein, und dieses Versprechen würde sie halten können. Wenn sie weiter so gut vorankam, würde sie spätestens um sechs in der Klinik sein – Zeit genug also, noch mit Mila zu reden und ihr zu sagen, dass sie während der Operation an sie denken würde.

    Milas Eltern waren geschieden, sie wuchs bei ihrem Vater Adrian auf, Stellas Bruder. Seit der Scheidung war Stella eine Art Ersatzmutter für ihre Nichte geworden, denn Milas Mutter Aurelia hatte die Freuden der Selbstverwirklichung entdeckt, sie war seit der Trennung von Adrian nicht mehr in München gewesen. Sie lebte auf einer griechischen Insel, wo sie malte und töpferte und sich ›endlich frei fühlte‹, wie sie Stella bei ihrem letzten Anruf gesagt hatte. Den Kontakt zu Adrian hatte sie vollständig abgebrochen, und Mila hatte kürzlich gesagt, sie wolle mit ihrer Mama nicht mehr telefonieren. »Ich kann mich nicht mehr richtig an sie erinnern, und sie erzählt Sachen, die mich nicht interessieren.«

    Stella war immer gut mit Aurelia ausgekommen, trotz der Versponnenheit ihrer Schwägerin, aber sie hatte geahnt, dass die Ehe ihres Bruders über kurz oder lang scheitern würde. Die beiden waren zu unterschiedlich, und sie hatten im Rausch der ersten Verliebtheit zu schnell geheiratet.

    Hätten sie etwas länger gewartet, wäre zumindest ihrem Bruder, glaubte Stella, aufgegangen, dass die Verbindung auf Dauer nicht halten konnte.

    Adrian hatte sich ganz gut mit der Situation arrangiert, aber für Mila tat es ihr leid. Aurelia wäre ihr sicherlich eine gute Mutter gewesen, hätte Verständnis für sie gehabt, wenn es um ›Mädchen-Sachen‹ ging, wie Mila das nannte. Da war Adrian ganz Mann: Er hasste Rosa, war für Prinzessinnenkleider, Glitzerschuhe und Nagellack auf zehnjährigen Fingern nicht zu haben und wollte Mila weder ein Pferd kaufen, noch sie auch nur Reitstunden nehmen lassen – was zurzeit ihr sehnlichster Wunsch war.

    Es stimmte, ein Pferd war viel zu teuer, Adrian war schließlich kein Großverdiener als Rundfunktechniker, und sie hatten auch keinen Reitstall in der Nähe, in dem er Mila hätte anmelden können, aber Stella fand trotzdem, dass er mehr auf Milas Wünsche hätte eingehen müssen. Sie würde noch einmal mit ihm darüber reden. Adrian liebte seine Tochter über alles, aber für manche Dinge fehlte ihm schlicht das Verständnis.

    Was den Umgang mit Pferden betraf, hatte er freilich vor allem Angst, denn er war stets in Sorge um Mila, wollte sie vor Gefahren beschützen. »Sie ist so zart und zerbrechlich, und dann soll ich zulassen, dass sie in einem Pferdestall in Gefahr gerät? Man hört doch immer wieder, was beim Reiten alles passieren kann. Also, meine Erlaubnis bekommt sie nicht! Es reicht mir, dass ich wegen dieser Opera­tion seit Wochen nicht schlafen kann.«

    »Du kannst sie doch aber nicht in Watte packen! Sie muss selbst lernen, Gefahren richtig einzuschätzen.«

    Aber es war zwecklos gewesen, er hatte nichts mehr davon hören wollen.

    Stella verließ die Autobahn. Sie würde noch einen Abstecher zu einem Gasthof machen, um dort etwas zu essen und dann die restliche Strecke in einem Rutsch durchfahren.

    Sie war in Italien gewesen, in der Lederwerkstatt, in der die Taschen für das Modehaus gefertigt wurden, bei dem sie seit zwei Jahren angestellt war. Die Produktion musste ständig überwacht werden, das war unter anderem ihre Aufgabe. Sie hatte zuvor auch das Leder ausgewählt und die Proben der Designerin vorgelegt. Ihr hatte gefallen, was man ihr in Italien gezeigt hatte.

    Sie war glücklich in diesem Job, denn sie kam viel herum, wurde gut bezahlt und hatte ständig mit anderen Menschen zu tun, was ihr wichtig war. Sie diskutierte vor allem gern mit Handwerkern, ließ sich einzelne Arbeitsschritte erklären, versuchte nachzuvollziehen, warum es an einigen Stellen Probleme gab. Kurz bevor sie die Stelle angetreten hatte, war ihre Vorgängerin entlassen worden: Sie hatte sich über Bedenken der Handwerker bei der Verarbeitung eines sehr dicken Rindsleders hinweggesetzt, die Tasche war danach einer der größten Flops der Firmengeschichte geworden.

    Ihr Telefon meldete sich, sie hatte eine Freisprechanlage, weil sie während ihrer langen Autofahrten oft telefonierte. Das Bild ihres lachenden, blonden, blauäugigen Bruders Adrian erschien. Er sah aus wie ihre Mutter, während sie selbst ein dunkler Typ war wie ihr Vater.

    »Hallo, Adrian.«

    »Wo bist du gerade?«, fragte er.

    Sie sagte es ihm. »Ich mache jetzt eine Pause und laufe ein bisschen herum, danach fahre ich direkt in die Klinik. Ich denke, ich bin vor sechs da. Wie geht es Mila?«

    »Du kennst sie doch, frech wie immer. Man käme nicht auf die Idee, dass sie morgen operiert wird. Sie lässt sich von Schwester Marie verwöhnen …«

    »Ach, Schwester Marie!«, sagte Stella. »Die gute Seele der Kayser-Klinik.«

    »Du müsstest die beiden mal zusammen erleben – als wären sie schon seit Jahren die besten Freundinnen.«

    »Ich habe sie schon zusammen erlebt, Adrian!«

    »Ja, stimmt. Na ja, und Semmel hat auch einen Narren an Mila gefressen, er guckt immer mal wieder rein und bringt sie zum Lachen. Sie ist da wirklich sehr gut aufgehoben.«

    Stella lächelte in sich hinein, als sie sich von ihrem Bruder verabschiedet hatte. Semmel hieß eigentlich Robert Semmler und war einer der beliebtesten Pfleger in der Kayser-Klinik: lang, dünn und immer gut gelaunt. Er heiterte selbst die traurigsten Patienten auf, für jeden hatte er ein freundliches Wort, und er ließ sich auch durch zunächst ablehnende Reaktionen nicht entmutigen.

    Sie fuhr wieder schneller, sie freute sich jetzt aufs Essen. Eine Viertelstunde noch, dann würde sie den Gasthof erreichen.

    Bislang hatte sie Glück gehabt mit dem Verkehr, jetzt merkte sie, dass er allmählich zunahm und zwar eher auf der Gegenfahrbahn. Die Leute wollten offenbar das gute Wetter für einen Ausflug in die Berge nutzen.

    Plötzlich schoss auf ihrer Fahrbahn ein Sportwagen auf sie zu, wild blinkend, als sei sie Diejenige, die ihm auszuweichen hatte – er überholte mit völlig überhöhter Geschwindigkeit eine ganze Reihe von Fahrzeugen, von denen er sich offenbar ausgebremst gefühlt hatte.

    »Spinnst du?«, schrie Stella, die sofort vom Gas gegangen war, doch sie sah, dass es nicht reichen würde für den Sportwagen, der sogar noch beschleunigt zu haben schien, während der Fahrer immer weiter die Lichthupe betätigte, als gehörte die Straße ihm und alle anderen hätten ihm Platz zu machen.

    Aber wohin sollte sie ausweichen? Rechts und links der Straße standen Bäume, aber sie hatte keine Wahl, wenn sie keinen frontalen Zusammenstoß riskieren wollte, also riss sie das Steuer nach rechts. Doch der Sportwagen war schneller. Er bedrängte einen rechts fahrenden Kleinwagen,

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