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Sophienlust Extra 27 – Familienroman: Unser kleiner Spatz

Sophienlust Extra 27 – Familienroman: Unser kleiner Spatz

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Sophienlust Extra 27 – Familienroman: Unser kleiner Spatz

Länge:
132 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 15, 2020
ISBN:
9783740974619
Format:
Buch

Beschreibung

Das Kinderheim Sophienlust erfreut sich einer großen Beliebtheit und weist in den verschiedenen Ausgaben der Serie auf einen langen Erfolgsweg zurück. Denise von Schoenecker verwaltet das Erbe ihres Sohnes Nick, dem später einmal, mit Erreichen seiner Volljährigkeit, das Kinderheim Sophienlust gehören wird.
Die neue Ausgabe Sophienlust extra wird alle Freunde und Sammler dieser Serie begeistern. Sämtliche Romane, die wir in dieser neuen Ausgabe veröffentlichen, sind Kelter-Erstdrucke. So haben alle Leserinnen und Leser die Möglichkeit, die Lücken in ihrer Sophienlust-Sammlung zu schließen.

Der große Tourenwagen der Eichbergs surrte über die Autobahn. Die Familie war auf dem Weg nach Frankfurt, wo der Balladensänger Simon Eichberg zu einem Liederabend in der Konzerthalle erwartet wurde. Draußen blaute ein herrlicher Sommertag. Wiesen flogen an ihnen vorbei, Wälder, in tiefem Grün. Doch Sabine Eichberg hatte keine Zeit, die Schönheit der Landschaft zu genießen. Christian, ihr fünfjähriger Sohn, lehnte seinen dunklen Kopf an ihre Schulter und hustete leise vor sich hin. Durch den dünnen Stoff ihres Sommerkleides fühlte Sabine die Hitze, die von ihm ausging. Er hatte Fieber! "Es tut mir leid, Mutti", keuchte der Bub. "Papa ist sicher böse auf mich. Er hat doch Angst, dass ich ihn anstecke." "Deswegen ist Papa doch nicht ärgerlich." Sabine sagte es sanft, um ihren Sohn zu beruhigen. Aber sie wusste, dass ihr Mann nichts mehr fürchtete als eine Erkältung, die seinen Stimmbändern schaden konnte. Er war vor dem fiebernden Jungen nach vorn zum Chauffeur geflüchtet und trug einen weißen Wollschal um den Hals – trotz der Sommerhitze. Ab und zu drehte er sich um und schaute durch die trennende Glaswand hindurch nervös auf sie. Seine Lippen formten Worte, die Sabine nicht verstand. Erneut wurde Christian von einem quälenden Hustenanfall geschüttelt. Charlotte, die knapp Vierjährige, seufzte: "Du wirst uns alle noch krank machen.
Herausgeber:
Freigegeben:
Dec 15, 2020
ISBN:
9783740974619
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Sophienlust Extra 27 – Familienroman - Gert Rothberg

Sophienlust Extra

– 27 –

Unser kleiner Spatz

Eine Mutter kämpft um den Zusammenhalt ihrer Familie …

Gert Rothberg

Der große Tourenwagen der Eichbergs surrte über die Autobahn. Die Familie war auf dem Weg nach Frankfurt, wo der Balladensänger Simon Eichberg zu einem Liederabend in der Konzerthalle erwartet wurde. Draußen blaute ein herrlicher Sommertag. Wiesen flogen an ihnen vorbei, Wälder, in tiefem Grün. Doch Sabine Eichberg hatte keine Zeit, die Schönheit der Landschaft zu genießen. Christian, ihr fünfjähriger Sohn, lehnte seinen dunklen Kopf an ihre Schulter und hustete leise vor sich hin. Durch den dünnen Stoff ihres Sommerkleides fühlte Sabine die Hitze, die von ihm ausging. Er hatte Fieber!

»Es tut mir leid, Mutti«, keuchte der Bub. »Papa ist sicher böse auf mich. Er hat doch Angst, dass ich ihn anstecke.«

»Deswegen ist Papa doch nicht ärgerlich.« Sabine sagte es sanft, um ihren Sohn zu beruhigen. Aber sie wusste, dass ihr Mann nichts mehr fürchtete als eine Erkältung, die seinen Stimmbändern schaden konnte. Er war vor dem fiebernden Jungen nach vorn zum Chauffeur geflüchtet und trug einen weißen Wollschal um den Hals – trotz der Sommerhitze. Ab und zu drehte er sich um und schaute durch die trennende Glaswand hindurch nervös auf sie. Seine Lippen formten Worte, die Sabine nicht verstand.

Erneut wurde Christian von einem quälenden Hustenanfall geschüttelt. Charlotte, die knapp Vierjährige, seufzte: »Du wirst uns alle noch krank machen. Deinetwegen muss ich diese grässlichen Eukalyptusbonbons lutschen.«

Sabine sah das Schild, das die Ausfahrt nach Bachenau anzeigte. Sie wusste, in der Nähe dieses Ortes lag Wildmoos, und dazu gehörte das berühmte Kinderheim Sophienlust. Dort musste es auch einen guten Arzt geben.

Schnell entschlossen klopfte Sabine an die Glasscheibe und bedeutete ihrem Mann, den Wagen anhalten zu lassen.

Der Chauffeur fuhr auf die nächste Park-Ausweichstelle und hielt an. Sabine stieg aus dem Wagen, ebenso ihr Mann, der sich ein Taschentuch vor Mund und Nase gebunden hatte.

Sabine flüsterte, als sie sich an Simon wandte, damit Christian sie nicht hören sollte. »Es wäre unverantwortlich, mit unserem kranken Buben bis Frankfurt zu fahren, Simon. Er hat Fieber, und ich fürchte, ziemlich hohes. Bis Wildmoos sind es nur noch wenige Kilometer. Ich könnte Christian dort zu einem Arzt bringen.«

»In einem so kleinen Nest?«

»Zu dem Dorf gehört das Kinderheim Sophienlust, dessen Besitzerin Denise von Schoenecker ist, Simon. Es ist berühmt für die ausgezeichnete Betreuung der Kinder.«

Simon schaute ungeduldig auf seine Armbanduhr. »Bis spätestens fünf Uhr muss ich im Hotel sein. Ich muss noch proben.«

Sabine kannte seine Nervosität vor jedem Auftritt. Sie wusste auch, dass nur sie das Lampenfieber dämpfen konnte, das ihn jedes Mal überfiel. Nun aber hatte Christian Fieber, und sie hatte zuerst an das kranke Kind zu denken.

Unwillkürlich legte sie ihre Hand auf Simons Arm, um ihn zu beruhigen. Doch er wich vor ihr zurück. »Du steckst voller Bazillen, Liebste. Bitte, sei vorsichtig. Du weißt, dass meine Karriere vor einem Jahr auf dem Spiel stand durch eine lächerliche Erkältung, die meine Stimmbänder angegriffen hatte.«

»Verzeih, Simon! Selbstverständlich wollen wir vorsichtig sein. Sag Ariste, er soll uns nach Wildmoos fahren. Du selbst könntest dich währenddessen ein wenig hier im Wald erholen. Ich rufe dich später im Hotel an, Liebster.«

Simon staunte. Er war so gar nicht gewohnt, dass seine Frau die Initiative ergriff. Aber die Angst, von Christian angesteckt zu werden, war stärker als das leichte Unbehagen, das ihn plötzlich ergriff. Er stimmte Sabines Vorschlag zu.

Sabine und Charlotte winkten, als sie an ihm vorbeifuhren. Simon hob die Hand und wandelte dann den schmalen Waldweg entlang. Dabei summte er die Lieder vor sich hin, die er an diesem Abend vortragen würde. Als er den »Erlkönig«, sein Lieblingslied, anstimmte, packte ihn die Künstlerleidenschaft. Er sang laut:

»Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit seinem Kind;

er hat den Knaben wohl in dem Arm,

er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.«

Simon verstummte erschrocken. Nicht ich, Sabine wird meinen Sohn auf dem Arm halten, dachte er. Er ist krank. Er hat Fieber wie der Junge in dem Lied, der von einem bösen Geist ergriffen wurde. Vom Erlkönig!

Gegen seinen Willen drängte sich Simon nun auch die letzte Strophe auf die Lippen:

»Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,

er hält in den Armen das ächzende Kind,

erreicht den Hof mit Müh’ und Not,

in seinen Armen das Kind war tot.«

Angst packte Simon Eichberg. Der Schweiß brach ihm aus. Er eilte voller Ungeduld zur Autobahn zurück. Endlich sah er seinen Wagen. Ariste hielt und stieg aus.

»Hat meine Frau einen Arzt gefunden?«, erkundigte sich Simon Eichberg.

»Eine Frau Dr. Frey. Sie soll sehr tüchtig sein, Herr Kammersänger. Die gnädige Frau und die Kinder sind in einem sehr behaglichen Gasthof in Wildmoos abgestiegen. Sie können jetzt im Fond einsteigen, Herr Kammersänger. Die gnädige Frau hat veranlasst, dass der Wagen von einem Apotheker desinfiziert wurde.«

»Das beruhigt mich ungemein, Ariste.«

Simon Eichberg ließ sich seufzend in die Polster sinken. Er liebte seine Frau und seine Kinder. Aber mehr noch bedeutete ihm die Kunst, die Verehrung des Publikums, der Beifall, der ihn Abend für Abend umrauschte. Ohne ihn konnte er nicht leben.

*

Die freundliche Wirtin hatte der besorgten jungen Frau zwei Zimmer zur Verfügung gestellt.

»Leg dich ein wenig auf das Bett, Charlotte«, sagte Sabine. »Frau Doktor wird gleich kommen.«

»Ich habe Durst. Ich möchte ein Glas Milch. Und meinen Teddy!«, trotzte die Kleine.

»Milch kannst du haben, so viel du willst, Kleines.« Die Wirtin selbst brachte das Glas.

»Hast du auch einen Teddy für mich?«, fragte Charlotte und lächelte spitzbübisch. Sie sah allerliebst aus in ihrem bunten Sommerkleidchen und den rosa Häkelbändchen, die ihr blondes Haar über den Ohren zusammenhielten.

Der geliebte Teddy war im Wagen geblieben. Sabine fühlte sich hilflos. Da mischte sich die Wirtin ein. »Hier ganz in der Nähe ist ein Tierheim. Es heißt Waldi & Co., das Heim der glücklichen Tiere. Dort gibt es die Bärin Isabell mit zwei süßen kleinen Teddys, die von den Sophienluster Kindern Taps und Tölpl getauft wurden. Wenn deine Mama es erlaubt, führe ich dich morgen hin.« Bei diesen Worten blickte die Wirtin die Dame mit den sanften braunen Augen unter dem aschblonden Haar, die sich sichtlich bemühte, ihre Nervosität und Angst zu verbergen, fragend an. Sabine erinnerte sie an ein Reh. Deshalb fügte sie rasch hinzu: »Es gibt noch viele andere Tiere in dem Heim, das dem Tierarzt Dr. von Lehn und seiner Frau Andrea gehört. Auch ein Reh, das Bambi heißt, ist dabei.«

»Bitte, Mutti, erlaube es«, bettelte die kleine Charlotte.

Sabine nickte und verständigte sich mit der Wirtin durch einen bedeutsamen Blick.

Die mütterliche Frau führte das kleine Mädchen in das Nebenzimmer, zog ihm das Kleidchen aus und brachte es zu Bett. Wenige Minuten später war Charlotte eingeschlafen. Sie hörte nicht mehr die eiligen Schritte und den erlösenden Ausruf ihrer Mutter: »Wie froh bin ich, dass Sie da sind, Frau Doktor. Ich mache mir Sorgen um meinen Sohn.«

*

Dr. Anja Frey trat an das Bett, griff mit einer Hand an die Stirn des Jungen, fühlte mit der anderen den Puls. Dann musste Christian weit den Mund öffnen. Die Ärztin horchte seinen Körper ab und nannte danach ihre Diagnose. »Ein akuter grippaler Infekt. Die Lungen sind nicht angegriffen. Da Sie mir am Telefon die Krankheitserscheinungen so deutlich geschildert hatten, habe ich die entsprechenden Medikamente bei mir. In wenigen Tagen können Sie mit dem kleinen Patienten heimfahren.«

»Wir wohnen nicht daheim. Wir sind immer in Hotels«, ächzte Christian, wurde aber gleich darauf wieder von einem quälenden Husten geschüttelt.

Dr. Frey hob die Augenbrauen, versagte sich aber vorläufig jede Frage. Sie bat um Wasser, flößte ihrem Patienten die Medizin ein, maß noch einmal das Fieber und bat Sabine Eichberg, das Fenster einen Spalt zu öffnen. »Ich möchte noch mit Ihnen sprechen«, flüsterte sie, als sie sah, dass der Junge die Augen bereits geschlossen hatte. »Er wird jetzt einschlafen.«

Die Medizin wirkte sehr schnell. Wenige Minuten später verrieten Christians regelmäßige Atemzüge, dass er eingeschlummert war.

»Kann ich ihn denn allein lassen, Frau Doktor?«

Die junge Ärztin nickte beruhigend, schob Sabine sanft zur Tür hinaus und schloss diese nach einem letzten prüfenden Blick auf den Kranken.

Die Mutter hat eine Behandlung vielleicht noch nötiger als der Sohn, dachte die Ärztin und sagte laut: »Ein Kaffee würde mir jetzt guttun und Ihnen auch, Frau Eichberg. Wollen wir zusammen eine Tasse in der Gaststube nehmen?«

»Gern, wenn Sie Zeit dazu haben, Frau Doktor.«

Die nehme ich mir, dachte Anja Frey und schob sich auf die Eckbank. Sabine Eichberg nahm ihr gegenüber auf einem Stuhl Platz. Sie hat Angst, spürte die erfahrene Ärztin.

Kummer bedrückt sie. Ich muss versuchen, sie zum Sprechen zu bringen. Aber ich muss behutsam vorgehen. Sie sieht so verletzlich aus.

Doch Sabine Eichberg machte es Frau Dr. Frey leicht, in ein Gespräch mit ihr zu kommen. Sie, die sonst so schüchtern war, hatte sofort Zutrauen zu dieser hochgewachsenen und ernsten Frau gefasst, deren Gesichtszüge ihr zeigten, dass sie

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