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Dr. Brinkmeier Classic 27 – Arztroman: Valerie - Verliebt in Vater und Sohn?
Dr. Brinkmeier Classic 27 – Arztroman: Valerie - Verliebt in Vater und Sohn?
Dr. Brinkmeier Classic 27 – Arztroman: Valerie - Verliebt in Vater und Sohn?
eBook100 Seiten1 Stunde

Dr. Brinkmeier Classic 27 – Arztroman: Valerie - Verliebt in Vater und Sohn?

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Über dieses E-Book

Dr. Max Brinkmeier besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten. Dennoch ist er, der lange Jahre erfolgreich in Afrika praktiziert hat und dort so viele Menschenleben retten konnte, einen Augenblick ratlos, als ihn der Hilferuf von daheim erreicht. Sein Vater, der in einem kleinen bayerischen Bergdorf als Landarzt mit ebenso großem Geschick jahrzehntelang tätig gewesen ist, kann die heimatliche Praxis nach einer Herzattacke nicht länger weiterführen.
Max war damals nicht ganz im Frieden von zu Hause geschieden, und jetzt überlagern sich bei ihm verschiedene existentielle Gefühle.
In Afrika hat er eine wirkliche Lebensaufgabe gefunden. In der Heimat wird er dringend benötigt.
Die Ärztin, der seine große Liebe gilt, wirkt mit ihm gemeinsam auf der Missionsstation und ist inzwischen fest verwurzelt auf dem afrikanischen Kontinent.
Dr. Max Brinkmeier muß sich entscheiden – und Sie erwartet die spannendste, gefühlvollste Arztromanserie! Die beliebte Schriftstellerin Sissi Merz erreicht in diesen eindrucksvollen Romanen den Höhepunkt ihres Schaffens.

Es war ein diesiger Novembermorgen, der Untersberg hüllte sich in geheimnisvolle Nebelschwaden, und der Himmel war grau. Christel Brenner, die altgediente Sprechstundenhilfe im Doktorhaus von Wildenberg, beeilte sich, den kurzen Weg zur Arbeit hinter sich zu bringen. Bevor sie die Praxis betrat, wechselte sie aber noch ein paar Worte mit Anna Stadler. Die hübsche Blondine betrieb vis-a-vis die Rosenapotheke und hatte gerade eine Lieferung in Empfang genommen. "Mei, ist das heut ein Wetter. Ich fürcht', jetzt kriegen wir bald Winter. Dabei war der Herbst nach meinem Geschmack ein bissel zu kurz." "Ja, von einem goldenen Oktober konnte leider keine Rede sein", pflichtete Anna ihr bei. "Aber vielleicht klart es ja noch auf. Die Wettervorhersage klingt gar net so schlecht." "Ach die! Als ob die was wüssten mit ihren Geräten und Messungen. Ich sag dir was, Anna: Wenn ich das Reißen in allen Gliedern spür', dann kommt ein Wetter. Meine Knochen haben sich fei noch nie geirrt." Die hübsche Apothekerin musste lachen. "Kannst dich als Wetterfrosch verdingen, wennst nimmer beim Doktor schaffen magst." "Das wird gewiss nie passieren. Ich hab' mich viel zu sehr an die Brinkmeiers gewöhnt, das geht nimmer anders. Obwohl der junge Doktor in letzter Zeit nimmer so ausgeglichen und freundlich ist wie früher.
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum5. Jan. 2021
ISBN9783740975234
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    Buchvorschau

    Dr. Brinkmeier Classic 27 – Arztroman - Sissi Merz

    Dr. Brinkmeier Classic

    – 27 –

    Valerie - Verliebt in Vater und Sohn?

    Die beiden ungleichen Rivalen machen der Auserwählten gehörig zu schaffen …

    Sissi Merz

    Es war ein diesiger Novembermorgen, der Untersberg hüllte sich in geheimnisvolle Nebelschwaden, und der Himmel war grau. Christel Brenner, die altgediente Sprechstundenhilfe im Doktorhaus von Wildenberg, beeilte sich, den kurzen Weg zur Arbeit hinter sich zu bringen. Bevor sie die Praxis betrat, wechselte sie aber noch ein paar Worte mit Anna Stadler. Die hübsche Blondine betrieb vis-a-vis die Rosenapotheke und hatte gerade eine Lieferung in Empfang genommen.

    »Mei, ist das heut ein Wetter. Ich fürcht’, jetzt kriegen wir bald Winter. Dabei war der Herbst nach meinem Geschmack ein bissel zu kurz.«

    »Ja, von einem goldenen Oktober konnte leider keine Rede sein«, pflichtete Anna ihr bei. »Aber vielleicht klart es ja noch auf. Die Wettervorhersage klingt gar net so schlecht.«

    »Ach die! Als ob die was wüssten mit ihren Geräten und Messungen. Ich sag dir was, Anna: Wenn ich das Reißen in allen Gliedern spür’, dann kommt ein Wetter. Meine Knochen haben sich fei noch nie geirrt.«

    Die hübsche Apothekerin musste lachen. »Kannst dich als Wetterfrosch verdingen, wennst nimmer beim Doktor schaffen magst.«

    »Das wird gewiss nie passieren. Ich hab’ mich viel zu sehr an die Brinkmeiers gewöhnt, das geht nimmer anders. Obwohl der junge Doktor in letzter Zeit nimmer so ausgeglichen und freundlich ist wie früher. Ich glaub’, die Julia macht ihm noch immer Kummer. Es ist aber auch kein Zustand net, dass sie sogar nach dieser schlimmen Geschicht’ mit der Entführung in Afrika geblieben ist. Wennst mich fragst; ich begreif’s net.«

    Anna nickte. Ihr ging es ganz ähnlich. Sie musste daran denken, wie Max Brinkmeier vor Wochen nach Ruanda geflogen war, um Julia Bruckner aus den Händen von Kidnappern zu befreien. Eigentlich hatten alle in Wildenberg erwartet, dass er die Frau, die er von Herzen liebte, mitbringen würde. Und Anna wusste, dass Max dies auch vorgehabt hatte. Aber er war allein zurückgekommen.

    »Ich sag’s, wie es ist«, meinte Christel Brenner nun direkt. »Der Max muss die Julia endlich abschreiben. Sie haben zwar zehn Jahre zusammen gelebt und gearbeitet in diesem Buschhospital, aber das ist jetzt vorbei. Sie will oder kann sich ja ganz offensichtlich net von Afrika trennen. Ich finde, er muss einen Schlussstrich ziehen, sonst wird er nimmer froh.«

    »Mei, Christel, wenn das so einfach wäre. Der Max liebt die Julia. Und sie empfindet gewiss auch sehr viel für ihn…«

    »Ach, geh, wenn das stimmen tät, dann wäre sie jetzt hier. Na, ich bleib bei meiner Meinung: Der Doktor soll sich endlich in seiner Umgebung umschauen, anstatt weiterhin Luftschlösser zu bauen. Und du solltest dein Lichterl nimmer länger unter den Scheffel stellen, Anna. Zeig dem Doktor, dass es auch bei uns in Wildenberg schöne Frauen gibt, die den Vergleich mit anderen net zu scheuen brauchen!«

    Die hübsche Blondine musste schmunzeln. Im Grunde hatte Christel ja recht. Während Anna nun in der Apotheke verschwand, musste sie noch eine Weile über die Worte der Arzthelferin nachdenken. Dass Anna Max lieb hatte, war mittlerweile ein offenes Geheimnis in Wildenberg. Und der junge Landarzt mochte sie auch gern, obwohl sein Herz nach wie vor Julia Bruckner gehörte. Schließlich hatten die beiden zusammen studiert und waren danach für zehn Jahre in die Entwicklungshilfe gegangen. Wäre Max’ Vater nicht krank geworden, hätte dieser die Missionsstation im ruandischen Hochland wohl kaum verlassen. Seit er nun wieder in Wildenberg lebte und arbeitete, hatte Max mehrfach versucht, Julia zu sich zu holen. Aber alle Versuche waren letztlich gescheitert, denn auf Dauer konnte oder wollte die engagierte Ärztin sich nicht von Afrika trennen, wo sie ihre Lebensaufgabe gefunden hatte. Anna hatte sich bislang zurückgehalten, es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, sich zwischen Max und Julia zu drängen. Sie begnügte sich mit einer herzlichen Freundschaft zu dem feschen Landarzt. Nun aber, da langsam klar wurde, dass seine Liebe zu Julia Max nur Kummer und Verdruss brachte, dachte Anna ein wenig anders. Und sie war gar nicht mehr so abgeneigt, Christel Brenners Rat zu befolgen…

    Die Sprechstundenhilfe hatte in der Zwischenzeit ihren Dienst aufgenommen. Dr. Max Brinkmeier hatte an diesem Vormittag ein volles Wartezimmer. Viele seiner Patienten klagten über Infekte der Atemwege oder Schmerzen in den Gelenken, die sich bei dem kalten und feuchten Wetter leicht verschlimmern konnten.

    Geduldig hörte der fesche Mediziner mit dem sandblonden Haar sich alle Klagen an, hatte neben der passenden Behandlung auch für jeden noch ein tröstendes Wort übrig. Das war einer der Gründe, weshalb Max Brinkmeier in Wildenberg so beliebt war. Die Menschen schätzten ›ihren‹ Doktor und wussten, dass sie immer auf ihn zählen konnten.

    Das Wartezimmer hatte sich fast geleert, als Christel Brenner den Mediziner wissen ließ: »Der Lallinger wartet noch, der ist zum Gesundheitscheck angemeldet. Und der Bürgermeister mag sich wieder mal vordrängeln. Ist ohne Termin da.«

    »So? Wo drückt ihn denn heut der Schuh?«

    »Angeblich macht sich sein Rheuma bemerkbar…«

    Dr. Brinkmeier hob leicht die Augenbrauen. Alois Burgmüller, Großbauer, Viehhändler und ehrenamtlicher Ortsvorstand, hatte sich im Laufe der Jahre ein stattliches Übergewicht zugelegt. dass er nun Probleme mit den Gelenken hatte, war deshalb nicht verwunderlich. Doch das eitle Mannsbild stritt trotz offensichtlicher Fakten ab, zu dick zu sein und behauptete, das Rheuma seines Vaters geerbt zu haben. Dr. Brinkmeier hatte schon alles versucht, um Alois zu etwas gesünderer Ernährung und etwas Bewegung zu bringen, bisher allerdings ohne Erfolg.

    »Also schön, Christel, schick den Burgmüller eini. Für den Sepp Lallinger brauch’ ich ein bissel mehr Zeit.«

    »Ist schon recht.« Sie öffnete die Tür und wäre fast mit dem feisten Bürgermeister zusammengeprallt, der gelauscht hatte. »Mei, Burgmüller, kannst dich net einmal beherrschen?«

    »Red net. Du ziehst beim Doktor über mich her, Brennerin, das muss ich mir fei net gefallen lassen!«

    »Beruhige dich, Alois. Bei deinem hohen Blutdruck ist jede Aufregung Gift. Und es heißt doch, dass dicke Männer fei recht nett und gemütlich sind…«

    Er verzog ärgerlich den Mund und schob sein Gegenüber einfach zur Seite, um den Raum betreten zu können. »Doktor, es ist deine Pflicht, dieses Weiberleut’ zur Räson zu bringen. Zumindest darf sie net die Patienten beschimpfen!«, beschwerte er sich und stöhnte dekorativ. »Da kommst mit Schmerzen her und hoffst auf Hilfe, und was ist? Pflanzen lassen musst dich, Sackerl Zement!«

    »Setz dich, Burgmüller, und entspann dich. Wo tut’s weh?«

    »Überall. Das Reißen hab’ ich halt in allen Gliedern, das ist bei uns in der Familie. Außerdem hab’ ich fei zu viel Stress und Ärger, das schlägt sich auch nieder, wenn man leidend ist.«

    Dr. Brinkmeier untersuchte seinen Patienten und stellte dann fest: »Dein Blutdruck ist tatsächlich ein bissel hoch, das sollte aber net sein. Hast Beschwerden am Herzen?«

    »Na, nimmer seit…, na, du weißt schon.«

    »Seit du den Schrittmacher hast, ja, ich weiß. Kannst es ruhig aussprechen, das ist schließlich keine Schand’. Was deine Schmerzen angeht, die hast allerdings selbst verschuldet.« Er bemerkte, dass der Burgmüller ihm widersprechen wollte, und fuhr ruhig fort: »Zu viele Kilos, zu wenig Bewegung. Das geht auf die Gelenke. Aber das sag ich dir fei net zum ersten Mal.«

    »Ach, Schmarrn! Der Hochwürden ist an allem schuld«, behauptete der widerspenstige Patient da zu Dr. Brinkmeiers Verwunderung. »Nur wegen dem geht es mir so schlecht!«

    »Hast vielleicht des öfteren im Pfarrhaus zu Abend gegessen?« fragte Max nicht ganz ernst.

    »Der Hirtner hat mir das Projekt droben im Bergschloss gestohlen«, knurrte Alois. »Und jetzt geht da alles drunter und drüber. Aber glaub ja net, dass ich mich

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