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Typenatlas DR-Lokomotiven: Loks und Triebwagen der DDR 1970 bis 1989
Typenatlas DR-Lokomotiven: Loks und Triebwagen der DDR 1970 bis 1989
Typenatlas DR-Lokomotiven: Loks und Triebwagen der DDR 1970 bis 1989
eBook410 Seiten1 Stunde

Typenatlas DR-Lokomotiven: Loks und Triebwagen der DDR 1970 bis 1989

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Über dieses E-Book

Welche Loks und Triebwagen fuhren in der DDR? Wie sahen sie aus, was waren ihre Merkmale, wo kann man sie heute noch antreffen? Die Antworten darauf und vieles mehr finden Sie in diesem Buch, das sich dem Fahrzeugbestand der Deutschen Reichsbahn von ca. 1970 bis 1989 widmet. Zusammen mit den zahlreichen Importfahrzeugen aus den "sozialistischen Bruderländern" ergab sich eine Typenvielfalt, die mittlerweile schon beginnt, in Vergessenheit zu geraten.
SpracheDeutsch
HerausgeberGeraMond Verlag
Erscheinungsdatum16. Dez. 2019
ISBN9783964530141
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    Buchvorschau

    Typenatlas DR-Lokomotiven - Rudolf Heym

    Güsten.

    Dampflokomotiven

    Die Streckenlänge der DDR-Schmalspurbahnen betrug im Jahr 1974 340 Kilometer, die meisten davon befanden sich in Sachsen. Und weil es die DDR in all den Jahren nicht schaffte, eine betriebstaugliche schmalspurige Diesellokomotive oder einen Triebwagen zu bauen, wurden diese Schmalspurbahnen mit Dampflokomotiven befahren. Auf der Strecke Freital-Hainsberg – Kipsdorf überqueren die Neubaulok 99 1775 und die Einheitslok 99 1761 im April 1988 vor einem Personenzug die Brücke über einen Seitenarm der Talsperre Malter. Zwei Maschinen waren talwärts nicht nötig, die Vorspannlok hatte einen schweren Güterzug bergwärts unterstützt und kommt nun auf diese Weise wieder zurück nach Freital-Hainsberg.

    Es nötigt aus heutiger Sicht höchsten Respekt ab, was die Frauen und Männer der Deutschen Reichsbahn nach 1945 leisteten: Mit alten oder mühsam geflickten Lokomotiven und Wagen einen halbwegs verlässlichen Verkehr wieder in Gang setzen, und das auf einem Netz mit zerstörten Bahnhöfen und Anlagen – oft genug mit leerem Magen! Kein Wunder, dass die Heilung der Wunden des Krieges im Osten einfach länger dauerte. Die Planwirtschaft mit ihren überzogenen Zielstellungen bei gleichzeitig fehlender Wirtschaftskraft tat ein Übriges.

    Was Dampflokliebhaber aus aller Welt in die DDR lockte, war ja der sichtbare Beweis der Rückständigkeit des Schienenverkehrs. Selbst in den „sozialistischen Bruderländern" waren die Dampfloks früher abgestellt worden als in der DDR. Während die Neubaulokomotiven mit Ausnahme der 23.10 nicht unbedingt große Würfe waren (einige sogar richtige Fehlschläge, wie die Reihe 83.10), verdient das Reko-Programm großen Respekt. Auf der soliden Basis von Einheitslokomotiven (und sogar der alten preußischen G 12 beziehungsweise P 10) wurden sehr leistungsfähige und absolut alltagstaugliche Lokomotiven geschaffen. Hans Wendler perfektionierte die Braunkohlenstaubfeuerung so, dass sie wirklich sicher funktionierte. Ölgefeuerte 03.10, 44er, 50er und 95er bewältigten schwerste Züge. Und nicht zuletzt wirkten in Halle (Saale) bei der dortigen Versuchsanstalt Spitzenkönner um Max Baumberg an der Vervollkommnung der Dampflok. Kein Land der Welt hat zum Ende der Dampftraktion noch einmal derart viel – und mit Erfolg – in diese untergehende Technik investiert. Aus der Not heraus …

    BAUREIHE 01

    Die klassische Einheitslok aus der Vorkriegszeit

    TECHNISCHE DATEN

    Hersteller: Borsig, BMAG, Henschel und andere

    Lieferung/Indienststellung: 1926–1938

    Spurweite: 1.435 mm

    Achsfolge: 2’C1’h2

    Länge über Puffer: 23.940 mm

    Dienstgewicht: 108,9 t

    Größte Achslast: 20,3 t

    Höchstgeschwindigkeit: 120 (130) km/h

    Leistung: 1.650 kW

    Verwendung/Einsatzgebiet: S-Zugdienst im Flach- und Hügelland

    Baureihenbezeichnung ab 01.01.1992: keine

    Außerdienststellung: 1982

    Der erste Typisierungsplan für neue Lokomotiven der 1920 gegründeten Deutschen Reichsbahn sah zwei Schnellzuglokbaureihen der Achsfolge 2’C1’ vor. Eine – die 01 – wurde mit zwei Zylindern (Zwilling) ausgeführt, die andere – Baureihe 02 – mit vier Zylindern in Verbundwirkung. Anschließende Vergleichsfahrten sollten die bessere Bauart ermitteln. Die 01 ging 1927 aus diesen Tests als Siegerin hervor. 231 Stück wurden insgesamt gefertigt, die zehn 02er wurden in Zwillinge umgebaut, so dass insgesamt 241 01er existierten. Mit ihren großen Windleitblechen verkörperten sie die klassische Einheitslok.

    Die 01 118 hat im Mai 1978 einen Interzonenzug nach Helmstedt gebracht und restauriert im Bw Helmstedt vor der Rückfahrt in die DDR. 1981 wurde die Lok gegen Devisen an die Historische Eisenbahn Frankfurt e.V. in die Bundesrepublik verkauft.

    Die Lokomotiven der Baureihe 01 (Bw Dresden Altstadt) kamen auch vor Gepäck-Expresszügen (Gex) zum Einsatz. Im Mai 1977 steht die 01 2137 im Dresdener Hauptbahnhof mit einem Gex nach Berlin.

    Die 01 2066 ist beim Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen (BEM) museal erhalten. Hier sehen wir die schöne Maschine mit den großen Windleitblechen im Mai 2000 in München-Laim.

    70 Lokomotiven der Baureihe 01 verblieben nach 1945 im Osten. Fünf waren so beschädigt, dass sie ausgemustert werden mussten, 35 Stück wurden zur Baureihe 01.5 rekonstruiert. Die verbliebenen Altbau-01 fuhren schwere Schnellzüge. 1977 endete ihr Einsatz beim Bw Dresden Altstadt. Zu Beginn der 1980er-Jahre erlebten 01 2114, 2118, 2137 und 2204 durch die Ölkrise eine kurze Auferstehung in Saalfeld. Auch in Halberstadt und zuletzt Wismar kamen die Loks noch ein letztes Mal planmäßig auf die Strecke.

    Im Juli 1976 steht die oben gezeigte Museumslok 01 2066 (Bw Dresden Altstadt) noch im Plandienst bei der Deutschen Reichsbahn und wartet im Dresdener Hauptbahnhof mit dem D 1076 nach Berlin auf das Abfahrtsignal.

    BAUREIHE 01.05 / 01.15

    Die Reko-01 – Starlok der Reichsbahn

    TECHNISCHE DATEN

    Hersteller: Reko Raw Meiningen

    Lieferung/Indienststellung: 1962–1965

    Spurweite: 1.435 mm

    Achsfolge: 2’C1’h2

    Länge über Puffer: 24.350 mm

    Dienstgewicht: 111 t

    Größte Achslast: 20,1 t

    Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

    Leistung: 1.820 kW

    Verwendung/Einsatzgebiet: S-Zugdienst im Flach und Hügelland

    Baureihenbezeichnung ab 01.01.1992: keine

    Außerdienststellung: 1982

    Zwischen 1962 und 1965 wurden 35 Lokomotiven der Baureihe 01 im Raw Meiningen rekonstruiert. Die Maschinen bekamen dabei völlig neue, komplett geschweißte Kessel mit Verbrennungskammer, neue Vorlaufdrehgestelle und schließlich auch neue, geschweißte Zylinder mit Trofimoff-Schiebern. Eine teilweise Verkleidung, moderne Führerhäuser und eine neue Frontpartie verliehen den Loks ein wuchtiges Aussehen.

    Die erste bereits bei der Rekonstruktion 1964 auf Ölfeuerung umgebaute 01.5 war die 01 0519. Hier begegnet uns die Lok, wieder auf Rostfeuerung zurückgebaut, im Februar 1991 mit dem P 8454 Magdeburg – Halberstadt in Dodendorf. Heute ist sie im Besitz der Eisenbahnfreunde Zollernbahn (EFZ).

    Die 01 1515 (Bw Berlin Ostbahnhof) hat im Sommer 1979 einen D-Zug nach Berlin-Lichtenberg gebracht. Sie gehört zu den sieben Reko-01, die Rostfeuerung behielten.

    Die ölgefeuerte 01 0533, fotografiert im Frühjahr 1972 auf der Drehscheibe des Bw Bebra. Hinten lugt die 01 0530 aus dem Schuppen. Beide Maschinen haben die elegante kegelige Rauchkammertür, wie sie ursprünglich alle Reko-01 besaßen. Nach Bebra kamen die Lokomotiven mit den Interzonenzügen aus der DDR.

    Ab 01 519 erhielten alle Loks ab Werk Ölhauptfeuerung. Nachträglich wurden weitere damit ausgestattet, nur die 01 506, 511, 512, 514, 515, 516 und 518 behielten Rostfeuerung. Ölloks wurden ab 1970 zu 01.05, Rostloks zur Baureihe 01.15.

    Sie waren nicht schneller als die Altbau-01, aber der neue Kessel lieferte sehr viel mehr Dampf, sodass den Reko-01er schwerere Züge angehängt werden konnten. Das war im Interzonenverkehr von und nach West-Berlin sehr wichtig. Mitte der 1970er-Jahre waren diese Einsätze Geschichte, und Saalfeld wurde die letzte Hochburg der 01.05. Einzelexemplare überlebten bis zum Beginn der 1980er-Jahre.

    Auch diese Aufnahme der 01 0523 in voller Fahrt vor einem Interzonenzug entstand im Westen, im Mai 1973 bei Obersuhl.

    BAUREIHE 03

    Die leichte Schwester der 01 für den Schnellzugdienst

    TECHNISCHE DATEN

    Hersteller: Borsig, Krupp und andere; Reko Raw Meiningen

    Lieferung/Indienststellung: 1930–1938

    Spurweite: 1.435 mm

    Achsfolge: 2’C1’h2

    Länge über Puffer: 23.950 mm

    Dienstgewicht: 99,6–100,3 t

    Größte Achslast: 17,7–18,1 t

    Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

    Leistung: 1.320 kW (1.380 kW mit Rekokessel)

    Verwendung/Einsatzgebiet: S-Zugdienst im Flachland

    Baureihenbezeichnung ab 01.01.1992: keine

    Außerdienststellung: 1983

    Die heute beim Lausitzer Dampflok-Club (LDC) Cottbus erhaltene 03 2204 besitzt den Originalkessel mit nachträglich eingebauter Mischvorwärmer-anlage, aufgenommen im Juli 1998 in Barby (Elbe).

    Weil viele Strecken noch nicht 20 Tonnen Achslast zuließen, wurden ab 1930 Lokomotiven der Baureihe 03 mit 17/18 Tonnen Achslast ausgeliefert. 298 Stück entstanden bis 1938. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren 86 dieser Lokomotiven im Osten verblieben. Sie wurden dringend benötigt, da die Reichsbahn nur 60 Loks der Reihe 01 besaß. Besonders abgenutzte Maschinen der Baureihe 03 erhielten neue, geschweißte Hinterkessel, dazu Mischvorwärmer.

    In den Jahren 1958 bis 1962 waren in Meiningen 85 Loks der Baureihe 39 (preußische P 10) zur Baureihe 22 rekonstruiert worden. Schon Ende der 1960er-Jahre war aber ein Großteil dieser Loks abgestellt. Die Idee lag nahe: Die noch fast neuen, geschweißten Kessel mit Verbrennungskammer der Baureihe 22 konnten auf Lokomotiven der Baureihe 03 weiterverwendet werden. Das Ziel war, mit dieser Maßnahme die 03 in den Leistungsbereich der Altbau-01 vordringen zu lassen. Das gelang auch: 52 03er wurden ab 1969 noch rekonstruiert. Trotzdem schieden 1983 die letzten aus.

    Die 03 2254 (Bw Leipzig Hbf West) hat im März 1978 den D 505 von Leipzig nach Saalfeld gebracht. Gut erkennbar ist der Neubaukessel der Lok mit nur einem Sandkasten und Dampfdom.

    BAUREIHE 03.10 / 03.00

    Die rekonstruierte Dreizylinder-03 der Reichsbahn

    TECHNISCHE DATEN

    Hersteller: Borsig, Krupp, KM; Reko Raw Meiningen

    Lieferung/Indienststellung: 1939–1941

    Spurweite: 1.435 mm

    Achsfolge: 2’C1’h3

    Länge über Puffer: 23.905 mm

    Dienstgewicht: 104 t

    Größte Achslast: 18,4 t

    Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h

    Leistung: 1.520 kW (mit Ölfeuerung)

    Verwendung/Einsatzgebiet: S-Zugdienst im Flachland

    Baureihenbezeichnung ab 01.01.1992: keine

    Außerdienststellung: 1981

    Im Mai 1978 ist die 03 0019 mit dem D 715 auf dem Weg von Berlin nach Stralsund. Beim Zwischenstopp in Pasewalk nimmt die Maschine Wasser am Gelenkwasserkran direkt am Bahnsteig.

    Die Baureihe 03.10 war eine Weiterentwicklung der Baureihe 03. Ausgestattet mit drei Zylindern (völlig ruhiger Lauf und bessere Anfahrzugkraft) und einer stromlinienförmigen Verkleidung wurden ab 1939 insgesamt 60 Stück gebaut. Der Krieg verhinderte die Auslieferung einer höheren Stückzahl.

    Nach 1945 blieben der Reichsbahn im Osten 19 Maschinen. Bald wurde die Verkleidung entfernt, die bei der Wartung nur im Wege war. 18 Stück erhielten ab 1959 den im Raw Halberstadt gefertigten neuen Reko-Kessel mit Verbrennungskammer und Mischvorwärmer (wie auch die Baureihen 22 und 41). Nur zwei Loks, die 03 1010 und 1074, behielten Oberflächenvorwärmer, da sie als Bremsloks der VES-M in Halle benötigt wurden. Einsatz-Bw der 03.10 wurde Stralsund. Von dort aus beherrschten die Maschinen den Schnellzugdienst nach und von Berlin und auf Rügen. Ab 1965 wurden 16 mit Ölhauptfeuerung ausgerüstet (außer 03 1057 und 03 1087) und ab 1970 mit 03.00 bezeichnet. Zu Beginn der 1980er-Jahre wurden die 03.00 durch Dieselloks der Reihen 132 und 142 ersetzt.

    Auf den ersten flüchtigen Blick ähneln die Reko-03.10 der DR stark ihren Zweizylinder-Schwestern. Die ehemalige Stralsunder 03 0090 wird heute nicht betriebsfähig in Schwerin

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