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Coltkämpfer-Tricks: Western Sammelband 5 Romane

Coltkämpfer-Tricks: Western Sammelband 5 Romane

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Coltkämpfer-Tricks: Western Sammelband 5 Romane

Länge:
685 Seiten
8 Stunden
Freigegeben:
27. Dez. 2020
ISBN:
9781540196170
Format:
Buch

Beschreibung

Coltkämpfer-Tricks: Western Sammelband 5 Romane

Von Alfred Bekker, Horst Weymar Hübner, Heinz Squarra, Larry Lash

Dieses Buch enthält folgende Western:


 

Bill Garrett: Heps großer Trick

Alfred Bekker: Im Schatten der Outlaws

Horst Weymar Hübner: Mit erster Klasse in die Hölle

Heinz Squarra: Duell am Sweetwater Creek

Larry Lash: Drei Kämpfer


 


 


 

Vor vier Jahren hat Jeff Cassidy seine alte Heimat am Brazos River verlassen, um auf der Seite der Union im Sezessionskrieg zu kämpfen. Viele seiner texanischen Landsleute halten ihn deshalb für einen Verräter – und das bekommt Jeff Cassidy sehr deutlich zu spüren, als er nach Ende des Krieges wieder zurückkehrt. Viel ist seitdem geschehen. Der gewissenlose Geschäftsmann Don Derring treibt die Rancher in die Enge, und es hat schon den ersten Toten gegeben. Als Jeff Cassidy den Ranchern beistehen will, misstraut man ihm zunächst – aber dann erkennen die Männer, dass Cassidy es ehrlich meint und wirklich mit ihnen Seite an Seite gegen Derrings Revolvermänner kämpfen will. Aber auf seine Weise und möglichst ohne großes Blutvergießen. Wird ihm dieses riskante Spiel gelingen, und wird er es schaffen, einen grausamen Weidekrieg zu verhindern?

Freigegeben:
27. Dez. 2020
ISBN:
9781540196170
Format:
Buch

Über den Autor

Alfred Bekker wurde am 27.9.1964 in Borghorst (heute Steinfurt) geboren und wuchs in den münsterländischen Gemeinden Ladbergen und Lengerich auf. 1984 machte er Abitur, leistete danach Zivildienst auf der Pflegestation eines Altenheims und studierte an der Universität Osnabrück für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Insgesamt 13 Jahre war er danach im Schuldienst tätig, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Schon als Student veröffentlichte Bekker zahlreiche Romane und Kurzgeschichten. Er war Mitautor zugkräftiger Romanserien wie Kommissar X, Jerry Cotton, Rhen Dhark, Bad Earth und Sternenfaust und schrieb eine Reihe von Kriminalromanen. Angeregt durch seine Tätigkeit als Lehrer wandte er sich schließlich auch dem Kinder- und Jugendbuch zu, wo er Buchserien wie 'Tatort Mittelalter', 'Da Vincis Fälle', 'Elbenkinder' und 'Die wilden Orks' entwickelte. Seine Fantasy-Romane um 'Das Reich der Elben', die 'DrachenErde-Saga' und die 'Gorian'-Trilogie machten ihn einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus schreibt er weiterhin Krimis und gemeinsam mit seiner Frau unter dem Pseudonym Conny Walden historische Romane. Einige Gruselromane für Teenager verfasste er unter dem Namen John Devlin. Für Krimis verwendete er auch das Pseudonym Neal Chadwick. Seine Romane erschienen u.a. bei Blanvalet, BVK, Goldmann, Lyx, Schneiderbuch, Arena, dtv, Ueberreuter und Bastei Lübbe und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.


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Buchvorschau

Coltkämpfer-Tricks - Alfred Bekker

Coltkämpfer-Tricks: Western Sammelband 5 Romane

Von Alfred Bekker, Horst Weymar Hübner, Heinz Squarra, Larry Lash

Dieses Buch enthält folgende Western:

Bill Garrett: Heps großer Trick

Alfred Bekker: Im Schatten der Outlaws

Horst Weymar Hübner: Mit erster Klasse in die Hölle

Heinz Squarra: Duell am Sweetwater Creek

Larry Lash: Drei Kämpfer

––––––––

Vor vier Jahren hat Jeff Cassidy seine alte Heimat am Brazos River verlassen, um auf der Seite der Union im Sezessionskrieg zu kämpfen. Viele seiner texanischen Landsleute halten ihn deshalb für einen Verräter – und das bekommt Jeff Cassidy sehr deutlich zu spüren, als er nach Ende des Krieges wieder zurückkehrt. Viel ist seitdem geschehen. Der gewissenlose Geschäftsmann Don Derring treibt die Rancher in die Enge, und es hat schon den ersten Toten gegeben. Als Jeff Cassidy den Ranchern beistehen will, misstraut man ihm zunächst – aber dann erkennen die Männer, dass Cassidy es ehrlich meint und wirklich mit ihnen Seite an Seite gegen Derrings Revolvermänner kämpfen will. Aber auf seine Weise und möglichst ohne großes Blutvergießen. Wird ihm dieses riskante Spiel gelingen, und wird er es schaffen, einen grausamen Weidekrieg zu verhindern?

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author /COVER STEVE MAYER NACH MOTIVEN

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

Heps großer Trick

Western von Bill Garrett

Der Umfang dieses Buchs entspricht 107 Taschenbuchseiten. 

Luis Satank und seine Bande werden von dem skrupellosen Truillio Torro mit einem Aufgebot der Wells Fargo verfolgt. Die Bande hatte reiche Beute bei einem Banküberfall gemacht.

Auf der Circle C-Ranch will Satank mit seinen Leuten für ein paar Tage unterschlüpfen und die Bewohner als Geiseln nehmen. Doch sie treffen nur auf den Vormann Hep Waller. Um die Ranch zu schützen, trifft Hep eine Entscheidung, die für ihn den Tod bedeuten kann ...

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von

Alfred Bekker

© Roman by Author / Cover: Steve Mayer, 2020, nach Motiven Mark Turner123RF und W.Dunton

© dieser Ausgabe 2020 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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1

„Den Weg zur Grenze, Wes, den müssen wir finden, oder wir sind verloren", sagte der große Mann, der im Sand lag, und hob den Kopf, um den er einen durchbluteten Verband trug. Sein von Wind und Wetter gebräuntes Gesicht sah grau aus. Die Wildlederjacke war dunkel vom Blut aus der Kopfwunde. Es war ihnen nicht einmal die Zeit geblieben, ihre Kleidungsstücke zu reinigen.

Der große Mann hieß Luis Satank. Er war mit seinen Leuten auf der Flucht vor einem großen Aufgebot von ziemlich entschlossenen und harten Männern. Dieses Aufgebot war ein Jagdkommando der Wells Fargo. Sie hatten nicht wissen können, dass dieses Aufgebot rein zufällig in der Nähe gewesen war, als sie gleich hinter Prescott den Überfall auf den Wells-Fargo-Transport abgespult hatten. Die Beute fiel riesig aus. Doch waren sie in Gefahr, nicht nur die Beute, sondern auch ihr Leben zu verlieren, wenn nicht ein Wunder geschah. Satank war ein zu praktischer und erfahrener Mann, um nicht zu wissen, dass man schon in einer höllisch aussichtslosen Situation sein musste, wenn Glück das einzige war, auf das man noch hoffen konnte.

Es raschelte im Gebüsch. Satank legte die Hand auf die Waffe. Wes riss die Winchester hoch und wirbelte herum.

Es war Nino, der Jüngste von ihnen.

„Verdammt, wo bleibt ihr denn?, zischte Wes. „Und warum schleichst du dich wie ein Indianer heran? Beinahe hätte ich dir die Fresse weggeschossen, du Sumpfbiber.

„Wo sind die anderen?", fragte Satank mit matter Stimme.

Der Junge kam heran und hockte sich zu ihnen.

„Ihr sollt in den Canyon kommen, raunte er. „Stinto meint, es wäre der bessere Weg.

„Woher will er denn das nun wieder wissen?", fragte Wes gereizt.

Der Junge zuckte die Schultern.

„Stinto hat auch gesagt, dass die Männer des Aufgebots weiterreiten. Sie werden von Truillio Torro geführt."

„Was?, fragte Wes. „Von diesem Bluthund! Ist Stinto sicher?

Der Junge nickte.

„Truillio Torro?, fragte Satank und hob wieder den Kopf. „Wer ist denn das?

„Truillio Torro ist das größte Schwein, das ich kenne, stieß Wes hervor. „Gnade uns Gott, wenn wir dem in die Hände fallen. Nicht der Weg zur Grenze ist wichtig, sondern bessere Pferde. Truillio Torro, du meine Fresse!

„Wieso, was ist denn mit dem?", krächzte Satank.

„Truillio Torro hat noch nie einen Mann erschossen, sagte Wes. „Er quält sie alle zu Tode. Ein Schwein ist das. Ein gemeiner Sadist. Der lässt nicht einmal einen kleinen Hühnerdieb am Leben. Ich habe ihn das erste Mal in Abilene gesehen, als er mit seinen Leuten einen jungen Cowboy totgeschlagen hat, und der Junge hat weiter nichts gemacht, als am Verladebahnhof eine Weiche umgelegt. Nur so zum Spaß, verstehst du. Er wollte mal sehen, wie das geht. Er gehörte zu einer Treibherde aus Texas. Er hatte noch nie die Eisenbahn gesehen. Er kannte sie nicht einmal von Bildern. Es war ein Nebengleis. Zum Rangieren. Und weit und breit kein Zug. — Wir müssen uns Pferde besorgen, Satank, oder wir werden nicht einmal mehr erfahren, wo die Grenze ist.

Satank streckte den beiden die Arme entgegen. Sie zogen ihn hoch, führten ihn zu seinem Pferd und halfen ihm in den Sattel. Auch Wes saß auf. Nino nahm Satanks Pferd am Zügel.

Sie ritten den Saumpfad zurück und bogen in einen kleinen Canyon ein. Dort stießen sie auf die anderen sechs Männer. Sie warteten in den Sätteln.

Stinto kam ihnen ein Stück entgegen.

„Wir müssen weiter, Satank, sagte er raunend. „Sie sind da oben im Westen. Gleich wird es richtig hell sein, dann können sie uns sehen. — Hat euch Nino gesagt, dass die Bastarde von Truillio Torro angeführt werden?

„Ja!, sagte Satank knirschend. „Aber deswegen machen wir uns nicht in die Hosen. Kugelfest ist auch dieser Truillio Torro nicht, selbst wenn er noch so ein hartgesottener Bruder ist. Wir reiten weiter. Zwei Mann sollen ausschwärmen. Vielleicht gibt es hier irgendwo ein Anwesen. Dort setzen wir uns fest. Die Familie benutzen wir einfach als Geiseln. Da werden wir schon sehen, wo dieser Truillio Torro mit seinen Halunken bleibt. Wie geht es Sanso?

„Mies!", sagte Stinto.

„Also weiter!, sagte Satank. „Mir geht es auch nicht besonders.

Nino stieg auf sein Pferd. Dann ritten sie los. Dichtgedrängt, die Blicke nach oben gerichtet, wo sie ihre Feinde wussten, die Gewehre schussbereit über den Schenkeln.

Es wurde rasch heller. Bald flutete Sonnenlicht in den Canyon herab. Stinto hielt plötzlich an und wies nach oben. Die Männer blickten alle zur Felswand im Westen hinauf. Auf dem Rand des Canyons standen an die zwanzig Reiter. Hoch über ihnen. Klein wie Zinnsoldaten sahen sie aus.

„Deckung! Zur anderen Felswand hinüber!", rief Satank.

Stinto drehte sich im Sattel.

„Die schießen nicht. Die wissen, dass sie uns lebend haben können. Hat dir Wes nicht gesagt, dass Truillio Torro noch nie einen Mann mit einer Kugel getötet hat? Der wird auch vor Geiseln nicht haltmachen, wenn wir uns irgendwo festsetzen."

„Rede nicht!, zischte Satank. „Sie haben einen Marshai im Aufgebot. Da kann auch Truillio Torro nicht machen, was er will. — Weiter! Wir reiten weiter.

Sie setzten den Ritt fort, die Blicke nach oben gerichtet. Die Männer da oben ritten ebenfalls weiter und folgten ihnen. Erst gegen Mittag wurde die Passage auf dem Canyonrand für sie unpassierbar, so dass sie sich auf das Plateau hinaus entfernten und nicht mehr zu sehen waren. Die Männer wussten jedoch, dass sie in der Nähe und ihnen mithin auf den Fersen blieben.

Sie verschärften das Tempo. Sie mussten die Tiere pausenlos treiben, da sie ihnen schon zu viel abverlangt hatten. Deshalb reichte es auch nicht. Als sie zum Ausgang des Canyons hinaufritten, sahen sie hinter den flacher gewordenen Felsen im Westen eine lehmbraune Staubwolke in der Luft hängen.

Stinto drehte sich im Sattel.

„Schneller! Zusammenbleiben!", rief er den Männern zu.

Doch sie hatten die Pferde längst bis an den Rand totaler Erschöpfung getrieben. Es gab kein Entrinnen mehr. Die Staubfahne wanderte mit geradezu erschreckender Schnelligkeit in Richtung des Canyonausganges. Dann bekamen sie Truillio Torro und dessen Männer schon zu Gesicht. In einer breiten Kette riegelten sie den Ausgang ab.

Die Männer fluchten.

„Vaya con dios!", murmelte der Mexikaner an Stintos Seite ergeben.

Da entdeckten sie eine schmale Schlucht, die nach Osten aus dem Canyon führte. Eine volle Meile vor dem breiten Canyonausgang. Sie brachten die Pferde noch einmal in Galopp, ritten dicht an die Felswand und jagten dann in die Schlucht hinein.

Truillio Torros Leute hatten die Schlucht nicht sehen können und begannen wütend und sinnlos drauflos zu feuern. Dann brachten sie die Pferde in Galopp und kamen in den Canyon hereingejagt.

Die Schlucht war knapp zwanzig Meter breit. Von der Witterung abgeplatztes Geröll bedeckte den Boden. Felsbrocken, oft mannshoch, machten den Grund der Schlucht zu einem Labyrinth.

Satank erkannte die Chance.

„Stinto, anhalten!, rief er. „Wir stoppen sie hier.

Die Männer ritten zur Felswand, glitten aus den Sätteln und rannten ein Stück zurück in Stellung. Satank stützte sich auf Wes. Stinto wies jedem einen Platz zu. Das dauerte nur Sekunden, Dann war es wieder still in der Schlucht. Bis Hufschlag aus dem Canyon hereindrang.

2

„Lasst sie ’rankommen!, rief Stinto halblaut. „Lasst sie ganz nah ’rankommen.

Vom tauchten die ersten vier Reiter auf. Dicht dahinter kamen die nächsten sechs in die Schlucht herein. Sie ritten im gestreckten Galopp. Es dauerte eine Weile, bis auch der Rest der Gruppe in die Schlucht einbog. Die Männer nahmen die Gewehre an die Schultern und zielten.

„Feuer!", brüllte dann Stinto und jagte die erste Kugel hinaus.

Es krachte und knallte in der Schlucht, dass es sich anhörte, als wären zwei Abteilungen feindlicher Kavallerie aneinander geraten. Der Feuerschlag der Banditen traf die Wells-Fargo-Männer wie ein Fausthieb. Sie hatten sofort sechs Tote und mehrere Verwundete und verloren auch noch die Hälfte der Pferde. Kaum dass der Rest Deckung gefunden hatte, befahl Truillio Torro den Rückzug. Einzeln und in kleinen Gruppen zogen sie sich kämpfend in den Canyon zurück. Die Banditen stellten das Feuer ein.

Stinto kam zu Satank. In seinen Äugen blitzte es wild.

„Jetzt haben wir wieder eine Chance, Satank. Wir haben sie uns herausgekämpft. Bis diese Hundesöhne sich von dem Schreck erholt haben, sind wir schon meilenweit. Sieh dir das an! Die Schlucht ist drei Meilen lang. Wir können die Pferde führen und jederzeit in Stellung gehen. Aber vorläufig wird uns dieser Bluthund nicht mehr angreifen. Verlieren wir bloß keine Zeit!"

Satank ließ sich von Wes aufhelfen.

„Abmarsch!, rief er krächzend. „Wir ziehen weiter!

Sie gingen zu ihren Pferden zurück, nahmen die Tiere an den Zügeln und marschierten los. Erst als sie die Schlucht verließen und nach Süden abschwenkten, tauchten Truillio Torros Leute auf.

Satank ließ halten.

„Wir müssen einen Unterschlupf suchen, ein Anwesen, auf dem wir uns mit frischen Pferden versorgen können. Wir trennen uns deshalb jetzt. Torro hat nicht mehr genügend Leute. Da wird er überlegen müssen, wie er weiterhin vorgeht. Ich reite mit Wes und Nino genau nach Süden. Fünfzig Meilen. Etwa zwei Tage lang. Dort treffen wir uns wieder. Stinto, du schlägst einen Haken nach Osten. Mex führt die andere Gruppe in südwestlicher Richtung. Es muss einfach klappen. Wir werden Rauchzeichen setzen, wie wir es früher schon immer gemacht haben. An uns soll sich dieser Truillio Torro die Zähne ausbeißen. Nino führt die Packpferde. Er lächelte salzig. „Damit wir uns auch alle wiedersehen.

Niemand murrte. Satank teilte die Männer ein. Dann ritten sie weiter. Schon nach wenigen Minuten waren die einzelnen Rudel der Bande in den Falten und Schluchten des wildzerklüfteten Landes verschwunden.

Satank stellte bald darauf fest, dass Truillio Torro die Jagd dort abbrach, wo sie sich getrennt hatten. Er hatte zwei schwerverletzte Männer dabei, auf die er Rücksicht nehmen musste.

3

Hep Waller, Cowboy der Circle C-Ranch, trat aus dem Ranchhaus und blinzelte wütend von einem zum anderen.

„Und das alles passiert, wo keiner der Coppers zu Hause ist und ich den ganzen Laden hier schmeiße. Wie stellt ihr euch das vor? Bin ich euer Suppenlöffel? Nein! Bin ich euer Hanswurst? Nein! Bin ich euer Kletteraffe, der für euch die Kokosnüsse von den Bäumen holt? Auch nein! Zum Henker, warum rege ich mich überhaupt auf?"

Sten, Ol und Kane grinsten.

„Ja!, meinte Sten und hinkte ein Stück zur Seite. „Warum regst du dich überhaupt auf? Das wollte ich dich ja fragen. Aber bei dir kommt man ja nicht zu Wort. Rinder sind uns schon so oft abgehauen. Aber ein solches Geschrei erleben wir deswegen zum ersten Mal.

„Geschrei?, knurrte Hep wütend. „Wieso denn Geschrei? Hab’ ich mein Maul vielleicht aufgerissen?

„Du brüllst doch schon wieder, meinte Kane. Hep klappte den Mund zu und starrte ihn an. „So gefällst du mir schon viel besser, sagte Kane. „Aber es war nicht meine Absicht, dass du überhaupt nichts mehr sagst. Kriegen wir jetzt drei Mann oder kriegen wir sie nicht? Wir drei sind allein nicht imstande, den Zaun zu reparieren, die Jungtiere auszusortieren, sie zu brennen und auch noch die Rinder aus der Wüste zurückzuholen. Das muss ja nun jeder einsehen."

„Ihr benötigt also drei Mann", sagte Hep.

„Das ist doch nicht zu fassen!, meinte Ol. „Er hat es begriffen.

Hep schob den Kopf vor.

„Drei Mann! Das ist ein verdammt guter Vorschlag. Und woher soll ich die Leute nehmen?"

„Fragst du mich?", knurrte Kane.

„Nicht nur dich! Euch alle", schnarrte Hep.

„Zur Zeit bist du der Boss von der Circle C, sagte Ol gelassen. „Dass wir uns deinen Kopf zerbrechen sollen, ist einfach eine Zumutung.

„Stimmt!", pflichtete Kane bei.

„Buster Tom ist mit Jimmy, der Ma'am und Matt Jackson vor zwei Tagen abgereist, um Zuchtstiere einzukaufen. Mexico ist heute Morgen mit zwei Männern nachgeritten. Acht Mann treiben die Mastherde auf die Sommerweide und kommen vor acht Tagen nicht zurück. — Habt ihr mitgezählt? Dann bin ich noch hier und ihr drei Schneider. So!"

„Dass du dir nichts aus den Rippen schneiden kannst, wissen wir, sagte Sten und grinste verärgert „Vor allem keine Ranchhelps. Bislang hast du es ja nicht einmal geschafft, Vater zu werden.

Kane und Ol wieherten. Hep aber blickte wütend von einem zum anderen und riss sich den Hut vom Kopf. Sein feuerrotes Haar schien in der Sonne zu brennen. Er kochte.

„Haut ab!, brüllte er. „Wirbelt Staub auf! Aber hinter euch! Schwirrt ab, bevor ich mich vergesse und jeden von euch in der Mitte auseinandernehme. Dann seid ihr sechs und habt die Helps, die euch fehlen.

Die drei machten kehrt und rannten meckernd davon, liefen zu den Pferden und schwangen sich in die Sättel.

„Nicht einmal Vater!, lachte Kane. „Dabei rennt er Sonntag für Sonntag nach Tucson zu Lorie Rainbow.

„Es ist nicht zu fassen!, spottete Sten. „Kein bisschen Saft und Kraft in den Knochen.

Heps Gesicht verfärbte sich, wurde so feuerrot wie sein Haar. Vor Wut! Er sah sich nach einem harten Gegenstand um. Neben der Tür stand eine alte Holzbank. Doch als er dort ankam, galoppierten die drei schon Seite an Seite davon, stoben am Brunnen vorbei, über dem das Windrad leierte und knarrte, und verschwanden ins Land hinaus.

Hep ließ sich auf die Bank fallen und fluchte, zog die Bandana ab und wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht. Es dauerte eine ganze Weile, bis er sich beruhigt hatte. Er dachte noch einmal über das Ansinnen der drei nach und musste ihnen recht geben. Sie waren dort unten im Süden auf jeden Fall zu wenig Männer. Er beschloss deshalb, zur Mastherde hinauszureiten, um zu sehen, ob er dort nicht zwei Mann für die drei im Süden abziehen konnte. Er setzte den Hut auf und ging zum Stall. Da sah er drei Reiter auf die Brücke zugeritten kommen. Einer führte zwei Packpferde am Zügel. Dann trommelten auch schon die Hufe der Tiere auf den Holzbohlen. Hep wartete und schob sich den Hut aus der Stirn.

Genau drei Mann, dachte er. Aber dann sah er schon, dass es diese Männer eilig hatten und sich vermutlich nur mit Wasser versorgen wollten.

„Hallo!", grüßte er und grinste, als sie vor ihm hielten.

Einer der Männer trug einen durchbluteten Verband um den Kopf.

„Sind Sie der Rancher? Wo sind wir hier?", fragte er Hep.

„Ich bin zur Zeit hier der Vormann, sagte Hep. „Das ist die Circle C-Ranch. Wollen Sie Mr. Copper sprechen? Da muss ich Sie leider enttäuschen. Die Coppers sind nach El Paso gereist. Das kann acht Tage und noch länger dauern, bis sie zurückkommen. Aber wenn ich Ihnen helfen kann?

Zwei stiegen ab. Der junge Mann, der die Packpferde führte, blieb im Sattel.

„Könnten wir hier etwas verschnaufen und uns mit Wasser versorgen?", fragte der Mann mit dem Verband.

Hep wies zum Brunnen.

„Bedienen Sie sich! Eine Mahlzeit kann ich Ihnen leider nicht anbieten. Die Mannschaft arbeitet draußen an der Herde, und unser Koch ist mit einem Küchenwagen bei den Männern. Sie sehen ja, hier herrscht gähnende Leere. Ich wollte eben auch verschwinden, um ... Hep verstummte. Die beiden Männer hatten blitzschnell die Revolver gezogen. Der junge Mann legte das Gewehr auf ihn an. Hep hob die Arme. „Wollen Sie sich die Gastfreundschaft vielleicht erzwingen, oder was hat das zu bedeuten? Vielleicht ein Überfall? Mir hüpft das Zwerchfell. Im Ranchhaus findet ihr nicht einmal einen Cent!

Der Mann mit dem Verband nickte dem anderen zu, der daraufhin Hep den Colt abnahm.

„Nino, versorg die Pferde und bring sie in den Schatten!, sagte der Mann mit dem Verband. „Hier bleiben wir vorläufig. Sieh im Stall nach, Wes, was sie an Pferden haben!

„Das ist eine große Ranch, Satank! meinte Wes und setzte sich in Bewegung. „Hier werden wir bestimmt finden, was wir suchen.

Der Junge stieg vom Pferd und führte die Tiere an Hep vorbei. Die Pferde machten einen restlos erledigten Eindruck. Die Männer waren weit und lange geritten. Doch nicht nur das. Hep erkannte, dass er Gejagte vor sich hatte, Männer, die auf der Flucht waren und todsicher nach Mexiko wollten.

Satank drückte ihm die Revolvermündung in den Bauch.

„Zeigen Sie mir das Haus! Wir wollen es uns dort bequem machen."

Hep blickte auf die Waffe. Widerstand war im Augenblick sinnlos. Aber er ärgerte sich, dass er sich hatte so mir nichts, dir nichts von den drei Schurken überrumpeln lassen.

„Wenn Sie sich auch nur einen Zoll falsch bewegen, drücke ich ab!, warnte Satank. „Lauern Sie also nicht!

„Nur keine Aufregung, ich tue schon, was Sie sagen", erwiderte Hep und lief zur Tür. 

Satank drückte ihm die Coltmündung in den Rücken und folgte ihm. Hep öffnete die Tür und trat ein. Satank sah sich um und nickte zufrieden.

„Nicht schlecht! Das Rindergeschäft bringt noch immer genügend ein und ernährt seinen Mann. Das ist zu sehen. — Los, wir gehen durch alle Räume, um nachzusehen, ob auch wirklich niemand da ist!"

Hep fügte sich. Als sie dann in den Wohnraum zurückkehrten, kam Wes ins Haus.

„Genug Pferde, Satank!, sagte er. „Genug für uns alle. Wir könnten sofort weiterziehen und die anderen heran signalisieren. Es ist tatsächlich niemand hier. Er war mit seinem schiefen Maul ganz allein auf der Ranch.

Hep grinste und zog dabei den Mund noch schiefer, als er ihm ohnehin gewachsen war.

„Hüten Sie sich, Satank! Mit Pferden der Circle C kommen Sie nicht weit. Unser Brandzeichen ist bis tief hinein nach Mexiko bekannt."

„Halt das schiefe Maul, Freund!, sagte Wes grob. „Wenn wir von dir etwas wissen wollen, merkst du das schon.

„Nino soll uns etwas zu essen bereiten, sagte Satank. „Die Küche ist da drüben. Wes machte kehrt und stapfte wieder hinaus. Satank wies Hep einen Stuhl zu. „Setzen Sie sich! Wie weit ist das nächste Anwesen von hier entfernt?"

Hep schüttelte den Kopf.

„Hier gibt es weit und breit kein anderes Anwesen. Bis nach Tucson hinauf nicht. Er ging zu dem Stuhl und setzte sich. „Aber das heißt nicht, dass Sie hier ungestört hausen könnten.

„Wir werden schon sehen, was es heißt, versetzte Satank. Wes und Nino kamen herein. Nino verschwand in der Küche. „Eine Familie wäre mir lieber gewesen als nur dieser Rotkopf, meinte Satank. „Damit hätten wir uns Truillio Torro lange genug vom Hals halten können. Aber es können ja noch Leute kommen. Geh du aufs Dach, Wes, und halte die Augen offen!"

„Warum nehmen wir nicht die Pferde und verschwinden?", wollte Wes wissen.

„Rede nicht! Wir brauchen alle Ruhe. Vergiss Sanso nicht! Willst du ihn umbringen? Nino wird morgen Mittag ein Stück zurückreiten und die anderen herbei signalisieren. Dann sehen wir weiter. Schließlich könnten wir Truillio Torro vortäuschen, dass wir die Rancherfamilie als Geisel haben. Das wird er schon schlucken. — Wie weit ist es bis zur Grenze, Vormann?"

„Ich bin hier fremd. Vollkommen", sagte Hep gereizt.

Die beiden sahen ihn an. Wes grinste wütend.

„Du willst wohl, dass ich dir die schiefe Fresse einschlage?" Wes wedelte mit dem Revolver. Wild und wütend.

Hep grinste und zog den linken Mundwinkel herab wie selten zuvor.

„Dass ihr euch hier zu den Herren aufschwingt, bedeutet nicht, dass ich euch unterstütze, dass ich jedes Mal gurre wie ein Stachelschwein, sobald auch nur einer von euch eine Frage stellt."

Wes kam drohend auf ihn zu.

„Du willst wohl hier den Helden spielen, was? Den Maulhelden, meine ich. — Nimm dich vor mir in Acht! Nimm dich bloß vor mir in Acht!, sagte er mit knirschender Stimme. Hep lehnte sich zurück und grinste. „Hör auf zu grinsen!

„Lass ihn doch, Wes!, meinte Satank. „Wenn wir ihn nicht mehr benötigen, kannst du ihm ja ein Stück Blei durch den Hut blasen. Aber jetzt nicht.

Wes drehte den Kopf. „Ja, dann bring' ich ihn bestimmt ..."

Weiter kam er nicht. Hep flog hoch, schlug ihm mit einem harten Hieb den Colt aus der Faust und traf ihn, als er herumzuckte, um den Angriff abzuwehren, voll am Kiefer. Er hatte mit Wucht zugeschlagen, dass ihm der Schmerz bis in das Schultergelenk hinauf fuhr.

Wes schloss die Augen, kippte hintenüber und flog genau in Satanks Richtung. Satank sprang zurück und prallte gegen die Wand. Dabei schoss er. Aber der Anprall schlug ihm die Waffe aus der Richtung. Die Kugel fegte weit an Hep vorbei und klatschte in die Wand. Dann war Hep schon zur Stelle und trat ihm den Colt aus der Faust. Satank wollte sich auf ihn werfen, hielt aber plötzlich inne.

Nino, der Junge!

Hep zuckte herum. Zu spät. Der junge Mann war aus der Küche gekommen und schlug schon zu. Der Schmerz lähmte Hep. Er wollte sich ans Genick fassen, um die schmerzende Stelle zu reiben. Da fiel er schon, schlug hart zu Boden und verlor das Bewusstsein.

4

Die Sonne sank. Vom Osten her fielen erste Dämmerschatten in das wildzerklüftete Land. Ol, Kane und Sten trafen sich weit im Süden der Ranch hinter einer flachen Felsformation und stiegen aus den Sätteln. Sie waren alle drei wütend, erledigt und hungrig. Sie hatten die entlaufenen Rinder am Rand der Wüste aufgespürt und noch in der Nacht zurückgetrieben. Sie hatten nur wenige Stunden geschlafen und den Rest des Tages dann damit verbracht, den Zaun auszubessern. Der letzte Sandsturm hatte die Pfosten des Zaunes in einer Länge von zwei Meilen flachgelegt, so dass sie mit dieser Schufterei noch eine Woche zu tun haben würden.

„Ich habe die Faxen satt!, schimpfte Ol. „Hep, dieser Sumpfbiber, lässt die Zügel ganz schön schleifen. Statt dafür zu sorgen, dass wir hier mal Essen herausbekommen, scheint der sich nur um das Bier in Tucson zu kümmern. Zwei Tage leben wir jetzt schon von Maisbrot und Schafkäse. Ich brauche mal etwas Warmes, ein Steak, groß wie ein Brotteller. Wenn der Laden laufen soll, muss er schließlich geschmiert werden.

„Reg dich nicht auf!, meinte Kane besänftigend. „Ich sehe mal nach, ob ich uns etwas schießen kann. Der liebe Onkel Sten ist ja bei uns.

Sten hinkte mit dem Sattel zur Felswand und setzte sich. Er rieb sich das Knie, da ihn sein Rheumatismus wieder plagte.

„Ja, schaff uns eine junge Antilope her! Ol, du kannst dich ums Holz kümmern."

Ol fuhr herum.

„Bist du verrückt? Holz! Da muss ich ja bis zum Canyon hinaufreiten."

„Natürlich!, sagte Kane. „Oder willst du die Zaunpfosten verfeuern?

„Es wird dunkel, du Schneider!", bellte Ol.

„Du bist doch nicht plötzlich nachtblind?", grinste Kane.

Ol riss den Hut vom Kopf.

„Nein! Das nicht! Aber mächtig geladen bin ich. Ich werde zur Ranch reiten und Hep in die Rippen treten, damit er endlich munter wird. Wenn der Boss zurückkommt, kann er von mir etwas zu hören bekommen. Hep macht das schon. Hep macht schon dies und macht schon das; der schmeißt den Laden schon. Er ist ja lange genug auf der Circle C. Der kennt den Laden. Scheibenkleister! Der Storchreiher kann nicht einmal dafür sorgen, dass unsereins was zwischen die Zähne bekommt."

„Hep wird bei den anderen sein, meinte Kane wieder besänftigend. „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass er auf der Circle C in der Sonne sitzt.

„In der Sonne nicht, aber im Schatten und mit einer Bierkanne in der Hand, bellte Ol. „Den Hut ziehe ich ihm über die Ohren. Während wir hier schuften und schwitzen und dazu noch hungern, liegt er auf der faulen Haut, stopft sich bis obenhin voll und säuft das Bier gleich kannenweise. Ich wette, der ist Tag für Tag schon morgens besoffen. Es ist ja keiner da, der ihm auf die Zehen tritt. Aber das werde ich jetzt übernehmen. Er stapfte wütend zu seinem Pferd und warf ihm den Sattel wieder über.

„Du spinnst! Du hast einen Knall!, rief Kane gereizt. „Hep wird bei den anderen sein. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass er auf der Circle C herum sitzt, während wir alle Hände voll zu tun haben?

„Nach der Arbeit hat er sich noch nie gerissen", schimpfte Ol.

Sten verzog das Gesicht vor Schmerzen.

„Hör doch auf mit dem Theater, Ol! Kane hat recht. Hep wird bei den anderen sein. Hol Holz! Kane schießt uns etwas, und ich bereite uns einen erstklassigen Braten. Wir haben doch alles hier."

„Ihr könnt mich mal!, polterte Ol. „Und das auch noch kreuzweise. Er wurde immer wütender.

Kane stemmte die Fäuste ein.

„Ich reiße dir gleich ein Ohr ab!, brummte er. „Wenn du danach dein Angebot wiederholst, geht dir auch das andere flöten. Da haben wir hier endlich wieder etwas zu lachen.

Ol spie wütend aus und schwang sich aufs Pferd.

Da tauchte von Westen her ein Reiter auf. Er kam im gestreckten Galopp auf sie zugejagt.

„Das ist Gordo!, sagte Sten, der den Cowboy sofort erkannte. „Vielleicht bringt er uns etwas zu essen. Warte, Ol!

Ol stützte die Fäuste aufs Sattelhorn, Sten erhob sich und hinkte an Kanes Seite zu Ol. Sie blickten alle drei dem Cowboy gespannt entgegen. Gordo war seit vierzehn Tagen auf der Circle C beschäftigt. Er kam im gestreckten Galopp heran, ritt vor den Männern einen kurzen Bogen und glitt aus dem Sattel.

„Ist Hep hier?", fragte er und schaute sich suchend um.

„Siehst du ihn?", knurrte Ol sofort und nahm die Zügel in die Faust.

„Nun mal langsam!, sagte Kane. „Was gibt es, Gordo? Ist denn Hep nicht bei euch gewesen?

„Wir haben ihn schon Tage nicht zu Gesicht bekommen, sagte Gordo. „Ich glaube, wir haben irgendein verdammtes Fieber in der Herde.

„Was?", rief Kane betroffen.

„Und Hep sitzt auf der Bank vor dem Haus und säuft Bier, schimpfte Ol wild. „Komm, Gordo, wir suchen ihn!

„Ja, reitet zur Ranch!, stimmte Kane nun zu. „Sten, wir reiten zur Herde. Hier lassen wir alles stehen und liegen. Bringt einen Wagen voll Brennholz mit, Ol! Wenn es sich wirklich um eine Krankheit handelt, müssen die kranken Tiere noch heute Nacht von der Herde getrennt werden. Da benötigen wir Licht.

Gordo stieg wieder auf.

„Wenn ihr Geschrei hört, so ist es Hep, weil ich ihm in den Hintern trete", rief Ol Kane und Sten nach. Dann gab er seinem Pferd die Sporen. Gordo holte ihn ein und jagte mit ihm Seite an Seite zur Ranch.

Sie erreichten die Circle C-Ranch im letzten Schein des Tageslichtes, ritten zum Sattelplatz und schwangen sich von den Pferden.

„Hep!, brüllte Ol. „Hep, zum Teufel, wo steckst du?

„Hep!", rief auch Gordo.

Sie erhielten jedoch keine Antwort. Ol fluchte.

„Ich sehe im Mannschaftshaus nach", meinte Gordo.

„Das kannst du dir sparen!, schimpfte Ol und zog ihn mit. „Ich wette, der Bruder liegt entweder stinkbesoffen auf Buster Toms Sofa oder er sitzt in Tucson direkt vor Rip O’Hagans Bierhahn.

Sie stapften Schulter an Schulter über den Platz zum Haupthaus. Als Ol die Hand nach der Klinke ausstreckte, flog die Tür auf und die beiden Männer blickten unvermutet in zwei Gewehrmündungen.

Sie hatten Hep erwartet, auch noch als die Tür herumschwang. Sie waren deshalb so überrascht, dass sie einfach stehenblieben und die Arme hoben.

„Kommt nur herein, Brüder!, sagte einer der Männer. „Wir haben doch auf euch gewartet.

Ol und Gordo schauten sich um. Auch im Stalltor standen Männer mit schussbereiten Gewehren. Auf dem Dach ebenfalls. Ein Mann blickte über die Brüstung hinweg auf sie herunter, das Gewehr auf sie gerichtet.

Ol biss sich auf die Lippe. Mit einem Schlag wusste er, was Hep zugestoßen war. Es tat ihm sofort leid, dass er ihn so verflucht und verdächtigt hatte, ein stinkfauler Bruder zu sein.

Sie wurden entwaffnet und ins Haus gezogen.

„Jetzt haben wir schon drei!, sagte jemand. „Ich schätze, dass wird Truillio Torro respektieren.

Ol und Gordo wurden durch den Raum gestoßen. Da sahen sie Hep auch schon sitzen. Er saß gefesselt auf einem Stuhl. Sein rechtes Auge war blutunterlaufen. Er grinste säuerlich.

Einer der Männer trug Stühle heran. Ol und Gordo mussten Platz nehmen und wurden gefesselt.

„Du lieber Himmel, was hat das zu bedeuten?, raunte Ol nach einer Weile. „Da ist ja eine ganze Bande!

Hep drehte den Kopf.

„Das sind noch nicht alle. Zwei fehlen noch, wie ich gehört habe. Und das Schlimme ist, dass sie gejagt werden und sich hier verteidigen wollen. Sie haben einen schwer verwundeten Mann dabei, deshalb können oder wollen sie nicht weiter. Sie haben bei Prescott einen Transport überfallen und siebzigtausend Dollar geraubt. Ein Wells-Fargo-Kommando ist ihnen dicht auf den Fersen."

„Wir haben eine Krankheit in der Herde", sagte Ol.

Hep sah ihn bestürzt an.

„Die Jungs sind sich noch nicht sicher, aber wir müssten etwas unternehmen, meinte Ol. „Stell dir vor, da kommen die Coppers nach acht Tagen mit neuen erstklassigen Zuchtstieren zurück und die Herde liegt flach.

„Das Wells-Fargo-Kommando wird von einem gewissen Truillio Torro angeführt. Vor dem haben die meisten hier höllisch die Hosen voll."

„Den Namen habe ich noch nie gehört", sagte Ol und wandte sich an Gordo.

Gordo kannte Truillio Torro und erzählte von ihm eine ähnliche Geschichte, wie sie Wes seinem Boss Satank zum Besten gegeben hatte. Seine Ansicht deckte sich mit der Mehrzahl der Banditen, die die Circle C besetzt hatten. Er erklärte Ol und Hep, dass dieser Truillio Torro die Ranch und auch die Geiseln nicht schonen würde, selbst wenn ihm die Banditen glauben machen konnten, Frauen und Kinder im Haus festzuhalten.

Hep fluchte. „Und ausgerechnet ich trage jetzt auf der Circle C die Verantwortung!", schnaufte er verbittert.

„Dir wird niemand etwas vorwerfen, versuchte ihn Ol zu beruhigen. „Buster Tom schon gar nicht.

Unruhe entstand unter den Banditen.

„Mex und Carlos kommen!", rief ein Mann vom Dach herunter.

Satank, der in Buster Toms Lehnsessel saß, stand auf.

„Na endlich! Das wird Zeit!"

Kurz darauf war Hufschlag zu vernehmen. Zwei Reiter kamen in den Ranchhof und hielten vor dem Haus. Wes kam mit den beiden heraus. Einer war Mexikaner und der andere war ein kleiner untersetzter Texaner. Sie wirkten beide abgekämpft und erschöpft. Sie waren über und über staubbedeckt. Im Licht der Lampen glänzten ihre bärtigen Gesichter vom Schweiß.

„Da seid ihr ja!, rief Satank erfreut. „Setzt euch! Hier an den Tisch. In diesem Haus sind wir sicher. Es ist im Handumdrehen in eine Festung zu verwandeln. Geiseln haben wir auch.

Der Mexikaner nahm den Sombrero ab und lächelte hart.

„Vor Truillio Torro sind wir nirgends sicher. Wir müssen weg, Satank! Die Grenze ist nicht weit."

„Sanso liegt hinten in einer Kammer, schnaufte Satank. „Sieh ihn dir an, bevor du solche Vorschläge machst! Oder willst du ihn vielleicht hier zurücklassen? Der Mexikaner schwieg. „Zwei, drei Tage nur, die können Sanso auf die Beine helfen", sagte Satank mit Schärfe in der Stimme.

„In dieser Zeit wird Truillio Torro die Ranch umzingelt haben, sagte Carlos vorsichtig. „Jedenfalls müssen wir damit rechnen, wenn er uns einmal aufgespürt hat. Dann aber wird er vor nichts zurückschrecken, Satank. Er wird uns diese Ranch über den Köpfen abfackeln. Auf die drei Kerle da hinten pfeift er.

„Wir werden ihm erklären, dass wir den Rancher und seine Familie hier haben, zischte Satank. „Frauen und Kinder!

„Damit stoppen wir ihn nicht", mischte sich da Wes ein.

Satank wirbelte wütend herum.

„Du kennst meine Entscheidung! Halte also den Rand, wenn ich Mex und Carlos meinen Willen erkläre!"

„Wir wollten doch auf direktem Weg nach Mexiko, quer durch die Wüste, meinte Carlos. „Warum halten wir uns nicht daran?

„Weil wir den einzigen Mann, der den Weg kannte, bei dem Überfall auf den Transport verloren haben, brüllte Satank. „Und jetzt Schluss!

„Mex ist doch von drüben!", sagte ein anderer.

Satank starrte den Mann wütend an, wandte sich dann aber dem Mexikaner zu.

„Erzähle ihm selbst, dass du die Gila Bend so wenig gesehen hast wie er. Mir hängt dieses Debattieren langsam zum Hals heraus."

„Ich kenne die Wüste!", sagte da Hep laut.

Die Banditen wandten sich den drei Circle C-Männern zu, blickten von einem zum anderen und starrten dann nur noch Hep an.

„Ich kenne mich da drüben aus wie in meiner Westentasche, sagte Hep. „Ich kenne nicht nur die Wege, sondern auch die Wasserstellen.

Auch Ol und Gordo sahen Hep an. Sie wussten, weshalb er sich anbot. Er wollte sie und die Ranch vor dem Zugriff dieses Truillio Torro retten.

Wes stemmte die Fäuste ein und kam langsam herüber.

„Es gibt wenige, die das von sich behaupten können. So viel habe ich über die Gila Bend schon gehört. Wieso willst du die Wüste kennen? Gestern hast du noch erklärt, überhaupt nicht Bescheid zu wissen."

„Gestern!, grinste Hep. „Heute sehe ich eben keine andere Möglichkeit euch loszuwerden. Ich bin also bereit euch hinüberzubringen. Aber dieses Angebot halte ich nicht lange aufrecht.

Wes spie ihm vor die Füße.

„Kennt er die Wüste wirklich?", wandte er sich an Ol und Gordo.

Gordo nickte, obwohl er keine Ahnung davon hatte. Er wollte Hep einfach unterstützen.

Ol nickte aber auch.

„Er kennt sie! Er kennt die Wüste so gut wie der Boss der Circle C. Von uns kann das weiter keiner von sich behaupten. Und in Tucson findet ihr auch niemand."

Wes stapfte zurück. „Wollen wir es nicht versuchen, Satank?"

„Und Sanso? Bist du taub?", schnaufte Satank.

„Wir können einen Wagen mitnehmen, sagte Hep. „Dieser Truillio Torro ist ja noch nicht erschienen. Wenn wir sofort aufbrechen, könnten wir morgen früh in einem Gebiet sein, in dem uns niemand findet. Dafür bürge ich. Wir könnten dort so lange bleiben, bis er sich erholt hat.

Die Banditen blickten von Hep zu Satank und sahen Hep wieder an. Hep zuckte die Schultern. „Ich bin ja bei euch. Ihr könntet mich jederzeit erschießen."

Schweigen herrschte. Dann fiel Satanks Entscheidung.

„Die Wachen 'raus, und du, Cowboy, du hältst dein Maul, oder ich stopfe es dir. Mit Blei!"

Satanks Stimme rasselte und klirrte förmlich. Die Banditen gehorchten. Doch Hep hatte einen Stachel geworfen, der saß. Und das war ein Stachel mit Widerhaken, den Satank nicht mehr herausreißen konnte.

Die Würfel fielen eine Stunde später, als Truillio Torro erschien. Zum Glück der Circle C-Ranch und zum Glück jener Leute, die in ihr ihre Heimat sahen, kam er nur mit acht Männern.

Draußen fielen plötzlich Schüsse. Die Banditen, die sich im Haus befanden, löschten die Lampen und stürzten an die Fenster. Es krachte und knallte draußen. Doch der Schusswechsel währte gerade eine Minute. Dann war es wieder still.

Die Tür flog auf. Einer der Banditen kam geduckt herein und warf die Tür wieder ins Schloss.

„Truillio Torro!, rief er mit scharfer Stimme. „Er ist da! Er ist draußen.

„Wie viele Mann hat er bei sich?, tönte Satanks Stimme aus der Dunkelheit. „Habt ihr das feststellen können?

Da polterte es auf der Leiter. Wes kam vom Dach herunter.

„Truillio Torro ist draußen. Er hockt mit acht Männern hinter der Brücke. Er will dich sprechen, Satank."

Satank richtete sich auf und ging zur Tür, öffnete sie und glitt hinaus. Wes folgte ihm bis an die Schwelle, hielt die Tür auf und lauschte.

„Ich bin hier, Torro!", rief Satank.

„Ergeben Sie sich, Satank!, tönte eine Stimme von der Brücke her. „In einer Stunde habe ich über fünfzig Männer. Wenn ihr dann nicht herauskommt, zünden wir alles an, dass ihr glaubt, euch in der Hölle zu befinden.

„Das werden Sie nicht tun!, antwortete Satank. „Wir halten die Familie des Ranchers gefangen. Wenn Sie noch einmal angreifen, können Sie den Leichenträger aus Tucson für die Rancherfamilie gleich mitbringen. Ob Frauen und Kinder umkommen, das wird Ihre Sache sein.

„Mich bluffen Sie nicht, Satank!, antwortete Truillio Torro. „Die Familie des Ranchers ist gar nicht zu Hause. Ich komme direkt aus Tucson. Ich bin gut informiert. Ergebt euch, oder wir räuchern euch aus!

Satank und Torro setzten den Dialog fort. Im Haus aber entstand Unruhe. Wes machte kehrt und kam zu Hep, Ol und Gordo.

„Könntest du uns jetzt noch sicher wegführen, Cowboy?", krächzte er.

Hep zuckte die Schultern, was Wes in der Dunkelheit freilich nicht sehen konnte.

„Vor einer Stunde wäre es noch verdammt einfacher gewesen", sagte er.

„Ob es jetzt noch möglich ist, verdammt?", zischte Wes.

„Sattelt die Pferde!, erwiderte Hep gelassen. „Und bindet mich los! Das ist schließlich auch wichtig.

„Wir haben einen schwerverletzten Mann ...", erinnerte Wes.

„Die Nacht über muss er es im Sattel aushalten, sagte Hep. „Wir müssen Zugpferde mitnehmen und ein Wagenrad. In einer alten spanischen Mission, keine zwanzig Meilen von hier, steht ein Wagen. Er ist reparaturbedürftig. Aber wenn wir ein Rad mitnehmen, kriegen wir den Prärieschoner wieder flott.

„Wes! Wes!, rief Satank. Er kam zurück und warf die Tür hinter sich ins Schloss. „Wir müssen die Schakale angreifen. Truillio Torro verfügt gerade über acht Mann.

„Bald wird er fünfzig haben", sagte Wes und tastete sich zu ihm.

„Wir werden uns nicht bluffen lassen", raunte Satank wütend.

„Wir sollten verschwinden, bevor das wirklich nicht mehr möglich ist", sagte Wes.

Zustimmendes Geraune klang auf. Ein Posten kam vom Dach herunter in den Wohnraum gestiegen.

„Im Norden ist es verdammt unruhig, Satank, sagte er. „Da kommen Reiter. Aber das sind nicht nur drei oder vier.

„Jetzt ist es deutlich zu hören!, rief ein Mann von oben durch die Luke. „Truillio Torro erhält Verstärkung. In einer halben Stunde sind die Kerle bestimmt hier.

Satank suchte in der Dunkelheit Wes’ Blick. „Und Sanso?"

„Zwanzig Meilen von hier entfernt befindet sich eine verlassene Mission. Dort steht ein Wagen. Wir müssen nur die Zugpferde mitnehmen und ein Ersatzrad."

Es war still im Raum. Nur Satanks scharfe Atemzüge waren zu vernehmen.

„Truillio Torro wird uns auf den Fersen bleiben."

„Es ist Nacht!, versetzte Wes. „Und der Kerl da hinten kennt den Weg.

„Nur vier Meilen, dann sind wir im Buschland, ließ sich Hep vernehmen. „Dann haben wir das Buschland erreicht. Das ist so unübersichtlich, und es gibt so dichte Flecken, dass eine ganze Abteilung Kavallerie nur hundert Yard entfernt an uns vorüberreiten kann, ohne uns zu entdecken.

„All right!, schnarrte Satank nach kurzem Zögern. „Aufbruch! Stinto, Nino, Carlos und Mex decken mit mir den Abmarsch! — Aber wie finden wir euch?

Wes kam zu Hep, Ol und Gordo zurück.  „Wer kennt den Weg zur Mission noch? Die drei Circle C-Männer schwiegen. „Wir nehmen euch ohnehin alle drei mit, zischte Wes.

„Mein Freund Ol kann euch führen, sagte da Hep. „Ich werde bei Satank bleiben.

„Aufbruch!", rief Satank mit rasselnder Stimme. Er gab mit halblauter Stimme Befehle.

Während die Posten auf dem Dach Torro und dessen Leute beschossen, um sie abzulenken, liefen andere hinaus und sattelten Pferde. Zwei Mann beluden Packpferde und suchten vier Zugtiere aus. Ebenfalls aus dem Bestand der Circle C. Wes befreite die drei Cowboys von den Fesseln. „Aber vorsichtig, Nachbarn!, raunte er murrend. „Ich bin immer hinter euch. Versucht vor allem nicht, uns hereinzulegen! Dann schlage ich euch alle drei tot. Wer also einen Fehler macht, wird immer das Leben der anderen mit auf dem Gewissen haben.

Hep fluchte verbittert in sich hinein. Er hatte geglaubt, dass nur er mit den Banditen würde ziehen müssen. Aber er musste den Halunken zugestehen, dass sie aus Vorsicht gar nicht anders handeln konnten. Ol und Gordo hatten schließlich mit angehört, wie und durch welche Gegend er die Banditen in Sicherheit bringen wollte.

Nachdem zwei Mann den Verwundeten hinausgetragen hatten, wurden auch Ol und Gordo hinausgeführt.

Draußen nahm das Schießen zu. Truillio Torro und dessen Begleiter hatten bemerkt, dass etwas im Gange war. Wes kam dann noch einmal von draußen herein.

„Wir sind fertig, Satank. Torro hat seine Männer auf dem Rand des Arroyos verteilt. Wir reiten zunächst direkt nach Westen, um hinter den Gebäuden Deckung zu haben."

„Dann los!, schnarrte Satank. „Zeigen wir es dem Hundesohn da drüben!

Wes glitt hinaus. Satank sammelte die restlichen Männer um sich. Stinto hielt Hep in Schach. Ihre Pferde warteten hinter dem Stall.

Als der Hufschlag der abreitenden Männer aufklang, liefen sie hinaus, warfen sich in Deckung und erwarteten Truillio Torres Leute.

Torro hatte die Absicht der Banditen erkannt. Er war mit seinen Leuten im Schutz des Arroyos wieder in die Sättel gestiegen. Südlich der Brücke kamen sie Mann hinter Mann hervor, um die Verfolgung aufzunehmen.

„Feuer!, rief Satank mit scharfer Stimme und jagte den ersten Schuss hinaus. „Trefft! Zielt auf die Pferde!, schrie er.

Die ersten Reiter galoppierten direkt in das Gewehrfeuer der Banditen hinein. Der Rest flutete zurück. Dann schossen die Waffen dieser Männer auf den Rand des Arroyos. Das Gefecht währte fast zehn Minuten. Es krachte und knallte, Mündungsblitze stachen auf beiden Seiten pausenlos in die Nacht. Das Krachen der vielen Winchestergewehre klang wie rasendes Trommeln. Die Männer jagten Schuss auf Schuss aus den Rohren.

Plötzlich brach das Schießen auf der anderen Seite ab. Da befahl auch Satank, das Feuer einzustellen.

„Genug!, raunte er. „Zu den Pferden!

Hep, der neben Stinto lag und den Kopf tief heruntergenommen hatte, um in diesem Kampf, der ihn gar nichts anging, nicht getroffen zu werden, wurde von Stinto hochgerissen. Seite an Seite rannte er mit ihm zum Sattelplatz und am Stall entlang zu den Pferden. Die anderen kamen sofort hinterher.

Auf dem Arroyorand knallten sofort wieder die Gewehre. Doch da befanden sich die Banditen bereits hinter dem Stall in sicherer Deckung. Sie saßen auf.

Satank und Stino nahmen Hep in die Mitte.

„Vorwärts, Hep!, rief Satank. „Aber nicht direkt hinter Wes her.

„Nach Süden!", rief Hep und gab seinem Pferd die Sporen.

Sie galoppierten los. Satank und Stinto wichen Hep nicht vor der Seite. Die anderen folgten dichtauf. Diese Formation hielten sie auch bei, als sie wieder von Torros Männern beschossen wurden.

Es war eine dunkle mondlose Nacht. Torro nahm mit seinen Männern die Verfolgung auf. Aber als Satank zum ersten Mal anhielten ließ und die Männer angestrengt lauschten, war hinter ihnen nichts mehr zu hören.

„Der Boden ist locker. Wir hinterlassen eine Fährte", wandte sich Satank an Hep, als sie im Schritt weiterritten.

„Wir kommen im Morgengrauen durch einen Canyon, in dem der Wind heult und pfeift und ganze Wände von Sand vor sich hertreibt. Damit sind wir verschwunden. Sofern es unsere Absicht ist, für alle Zeiten."

Hep hatte von Anfang an nichts anderes im Sinn, als sich von seinen Begleitern zu lösen. Dabei hoffte er, dass es auch Ol und Gordo gelingen würde.

Doch die Banditen waren wachsam. Sie wichen ihm nicht von der Seite.

Wes ließ Ol ein ganzes Stück vorausreiten. Er begnügte sich damit, Gordo in Schach zu halten. Hinter den beiden ritt Sanso, der sich im Morgengrauen, als sie das Buschland erreichten, kaum noch im Sattel halten konnte. Ihm folgten die beiden anderen Banditen mit den Packpferden und den Zugtieren.

Als die Sonne emporstieg, öffnete sich vor ihnen plötzlich das Dickicht. Sie hatten die mitten in der Wildnis liegende zerfallene spanische Mission erreicht. Auf einem freien Platz, umgeben von Gestrüpp, Kakteen und einige vulkanischen Felsen, thronten die toten Gemäuer. Das Gebäude wirkte massig und gedrungen. Die Fensteröffnungen klafften gähnend, das große,

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