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Jesse und der Tollwütige: Action Krimi

Jesse und der Tollwütige: Action Krimi

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Jesse und der Tollwütige: Action Krimi

Länge:
137 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 2, 2021
ISBN:
9781393776284
Format:
Buch

Beschreibung

New York sollte sterben.

Das war sein Wille. Mit weniger gab Mastix sich nicht zufrieden. Die ganze Stadt mußte es sein, mit allem, was darin lebte.

Menschen, Tiere, Pflanzen.

»In dieser Stadt«, erklärte er, »darf nichts mehr atmen, nichts mehr blühen.«

Seine maschinengeschriebenen Briefe adressierte er an große Zeitungen. Die sorgfältig getippten Zeilen begannen stets mit der gleichen Anrede.

AN DIE TOTEN VON MORGEN. Seine ersten Haßtiraden wurden nicht veröffentlicht, aber dann kam die »Tribüne« auf die Idee, daß sich mit diesen Briefen eine Sensationskampagne bestreiten ließ, und die anderen Zeitungen zogen mit.

Die Mastix-Hysterie begann.

Zunächst nahmen nur wenige den unbekannten Schreiber ernst. Ein Verrückter, hieß es. Ein Mann, der aus irgendeinem Grund die Stadt und ihre Menschen haßt und sich auf diese Weise an ihr zu rächen versucht — mit Worten und albernen Drohungen. Aber dann kam der 11. April, der Tag, der den »Schönen Drei« den Tod brachte. Und plötzlich wußten alle, daß Mastix es ernst meinte.

Herausgeber:
Freigegeben:
Jan 2, 2021
ISBN:
9781393776284
Format:
Buch

Über den Autor

Cedric Balmore war das Pseodonym des Autors Hans E. Ködelpeter, der von 50er Jahren an für zahlreiche Leihbuchverlage und Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und "Die Schwarze Fledermaus" schrieb.


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Jesse und der Tollwütige - Cedric Balmore

Publisher

Jesse und der Tollwütige

Von Cedric Balmore

––––––––

New York sollte sterben.

Das war sein Wille. Mit weniger gab Mastix sich nicht zufrieden. Die ganze Stadt mußte es sein, mit allem, was darin lebte.

Menschen, Tiere, Pflanzen.

»In dieser Stadt«, erklärte er, »darf nichts mehr atmen, nichts mehr blühen.«

Seine maschinengeschriebenen Briefe adressierte er an große Zeitungen. Die sorgfältig getippten Zeilen begannen stets mit der gleichen Anrede.

AN DIE TOTEN VON MORGEN Seine ersten Haßtiraden wurden nicht veröffentlicht, aber dann kam die »Tribüne« auf die Idee, daß sich mit diesen Briefen eine Sensationskampagne bestreiten ließ, und die anderen Zeitungen zogen mit.

Die Mastix-Hysterie begann.

Zunächst nahmen nur wenige den unbekannten Schreiber ernst. Ein Verrückter, hieß es. Ein Mann, der aus irgendeinem Grund die Stadt und ihre Menschen haßt und sich auf diese Weise an ihr zu rächen versucht — mit Worten und albernen Drohungen. Aber dann kam der 11. April, der Tag, der den »Schönen Drei« den Tod brachte. Und plötzlich wußten alle, daß Mastix es ernst meinte.

***

Milt Forster, Hank Brenton und Donald Wyler galten als unzertrennlich. Sie stammten aus dem gleichen Häuserblock einer inzwischen abgerissenen Slumecke von Brooklyn, sie hatten der gleichen Jungenbande angehört, und sie waren gemeinsam mit zäher Beharrlichkeit in der New Yorker Unterwelt aufgestiegen.

In den fünfziger und sechziger Jahren hatten sie ein kleines Machtkartell innerhalb eines großen Syndikates gebildet. Es wurde gemunkelt, daß sie die grauen Eminenzen der Mafia waren. Gewiß war das übertrieben, aber fest stand, daß sie mit Geschick und Brutalität einen Geschäftszweig der organisierten Unterwelt kontrollierten und beherrschten: den Handel mit gestohlenen Kunstwerken.

Längst hatten sich alle drei als nach außen hin seriös auftretende Auktionatoren und Kunsthändler etabliert, aber jeder, der in der Branche Bescheid wußte, kannte die Haupteinkünfte dieser Männer: Es waren die Millionen, die sie durch Mittels- und Hintermänner mit gestohlenen Bildern machten.

Jeden Mittwochnachmittag trafen sich Forster, Brenton und Wyler auf dem Gelände des Freeman-Golfklubs in Long Island. Mit ihrem Caddy, einem hageren Negerjungen namens Shimmy, zogen sie über den Golfplatz und redeten dabei hauptsächlich über Geschäfte und Mädchen. Forster und Wyler waren verheiratet, Brenton war Junggeselle geblieben.

»Ich habe einen verrückten Brief bekommen«, sagte Milt Forster, als sie das dritte Loch erreicht hatten. »Von Mastix.«

Forster war hoch aufgeschossen, knochig, ein Mann mit tiefliegenden Augen und sonorer Stimme. Jetzt, auf dem Golfplatz, war er sportlich-salopp gekleidet, aber sonst war er der Eleganteste der drei.

»Soll das ein Witz sein« fragte Hank Brenton, ein untersetzter, sehr kräftiger Bursche mit Halbglatze und leicht vorstehenden Augen. Er war einmal der große Ladykiller des Trios gewesen, ein Mann, dem kein Mädchen zu widerstehen vermochte, aber er mußte schon seit Jahren tief in die Tasche greifen, wenn er sich die Gunst einer neuen Freundin sichern wollte.

»Mastix?« fragte Donald Wyler und ließ den bereits zum Schlag erhobenen Schläger sinken. »Jemand nimmt dich auf den Arm, alter Junge. Soviel ich weiß, hat Mastix seine Phantasien bislang nur Zeitungen zugestellt.«

»Hm«, machte Forster, »ich hoffe, du behältst recht.« Er schaute sich dabei wie suchend um. Der große, weitläufige Platz war fast leer, aber ihm schien es plötzlich so, als lauerte in den großen, die Rasenflächen begrenzenden Busch- und Baumgruppen eine finstere Drohung.

»Wann hast du den Brief bekommen, und was steht darin?« fragte Brenton.

»Das ist eine komische Geschichte. Der Brief enthält einige Daten und Fakten, die nur Eingeweihte wissen können. Leute, die mich gut kennen. Am Schluß stellt der Schreiber fest, daß ich schon zu lange die Luft dieser Stadt verpeste und daß es höchste Zeit würde, mich aus dem Verkehr zu ziehen.«

»Ein Spinner«, sagte Wyler.

»Ich weiß nicht recht«, meinte Forster. »Diktion und Briefaufmachung decken sich mit dem, was ich gelegentlich von Mastix in den Zeitungen lese...«

»Das kann jeder kopieren«, sagte Brenton.

»Ja, aber warum sollte es jemand tun?« fragte Forster.

»Jeder von uns hat Feinde«, sagte Brenton.

»Da ist noch etwas«, sagte Forster. »Mastix spricht in dem Brief davon, daß er auch meine Freunde vernichten wird, zum gleichen Zeitpunkt. Er nennt keine Namen, und er erwähnt kein Datum — aber es ist wohl klar, daß er von euch spricht.«

Donald Wyler fluchte leise, als er den Ball verschlug. Der Caddy rannte los, um ihn zu holen.

»Mann, warum sagst du das erst jetzt?«

»Ich wollte euch nicht nervös machen. Ich weiß selber noch nicht so recht, was ich von dem Wisch halten soll«, meinte Forster.

»Hast du ihn da?«

»Ich war so wütend darüber, daß ich ihn zerrissen und verbrannt habe.«

»Wann hast du den Brief bekommen?« wollte Brenton wissen.

»Vor zwei Tagen.«

»Und das erfahren wir erst jetzt?« fragte Brenton.

»Ich hatte Angst, mich damit lächerlich zu machen«, meinte Forster schulterzuckend. »Mastix, der große Unbekannte! Damit kann sich doch jeder einen Scherz leisten, nicht wahr?«

»Ja«, murmelte Wyler und nickte. »Ein Scherz. Das wird es sein.«

»Vielleicht hätte ich mit dem Brief zum FBI marschieren sollen«, sagte Forster. »Es war nur so eine Idee von mir, eine ziemlich dumme, wie ich zugebe.«

»Eine sehr dumme«, bemerkte Brenton mit leichter Schärfe in seiner Stimme.

Die Männer zuckten heftig zusammen, als plötzlich ganz in der Nähe ein Schuß fiel. Forster warf sich flach auf den Boden und krallte seine Hände in die weiche Grasnarbe des Bodens.

»Was ist denn in dich gefahren?« fragte Wyler stirnrunzelnd. »Du solltest mal zum Arzt gehen und deine Nerven untersuchen lassen. Steh auf, Menschenskind! Willst du dich vor uns und Shimmy lächerlich machen?«

Forster hob den Kopf. Die Angst in seinen Augen klang nur langsam ab. Er kam auf die Beine und klopfte sich mit beiden Händen ab.

»Das war Edmond, der Platzwart«, sagte Wyler erklärend. »Er ist ständig mit seiner Flinte unterwegs, um der Karnickelplage Herr zu werden.«

»Ich kann nicht behaupten, daß seine Knallerei mir gefällt«, sagte Forster unwirsch, sichtlich wütend und beschämt wegen seiner Reaktion. »Ein Wunder, daß dabei noch nie etwas passiert ist.« Shimmy kam mit dem Ball zurück. Sie zogen zum nächsten Loch, drei Männer, die längst aufgehört hatten, dem Prädikat »schön« gerecht zu werden, das man ihnen vor zwanzig Jahren einmal zuerkannt hatte, die aber immer noch — wie damals — die »Schönen Drei« genannt wurden.

Eine Stunde später kehrten sie in das Klubhaus zurück. Forster verschwand gleich im Duschraum, während Brenton und Wyler sich an die Bar setzten und ein Bier tranken.

»Der gute Milt«, sagte Brenton kopfschüttelnd. »Der ist ganz schön durchgedreht.«

»Mastix«, meinte Wyler und legte den Kopf in den Nacken. »Warum hat er sich dieses alberne Pseudonym zugelegt?«

»Er hat es verstanden, daraus einen Markenartikel zu machen«, sagte Brenton. »Vergiß das nicht.«

»Ein Spinner, der davon profitiert, daß die ganze verdammte Menschheit aus arideren Spinnern besteht«, knurrte Wyler.

»Warum«, fragte Brenton, »sollte er es ausgerechnet auf uns abgesehen haben?«

»Warum denn nicht? Er hat in seinen Drohbriefen immer wieder festgestellt, daß er mit kleineren Gruppen beginnen und schließlich die ganze Stadt ausradieren würde.«

»Damit beweist er doch nur, wie verrückt er ist«, meinte Brenton. »Kein Mensch kann eine Stadt vernichten — es sei denn, er verfügte über ein Flugzeug und eine Atombombe.«

»Okay, und was ist, wenn er sie hat?«

»Die Bombe, meinst du?«

»Ja, die Bombe.«

»Das ist nicht dein Ernst.«

»Nein, es ist nicht mein Ernst«, gab Wyler zu. »Aber du mußt zugeben, daß es so sein könnte.«

»Theoretisch.«

»Auch praktisch.«

»Hör mal, Atombomben kann kein einzelner wie Feuerwerkskörper hersteilen. Und die fertigen Produkte werden besser bewacht als das Gold von Fort Knox.«

»Wer sagt dir denn, daß Mastix eine Atombombe stehlen muß? Es kann Leute geben, die ernsthaft daran interessiert sind, aus dieser Stadt und aus diesem Land ein Trümmerfeld zu machen.«

»Wen meinst du?«

»Ich meine gar nichts, aber angenommen, eine feindliche Macht hätte Appetit auf die absolute Weltherrschaft, dann wäre sie doch blöd, wenn sie einen Krieg begänne, der die Möglichkeit ihres eigenen Unterganges mit sich brächte. Viel schlauer wäre es, eine Figur wie Mastix zu erfinden und dann das große Ding hochgehen zu lassen. Nach einer solchen Kampagne würden die Bosse in Washington zwangsläufig annehmen müssen, daß irgendein Verrückter seine Drohungen wahr gemacht habe, und niemand wäre imstande, den wahren Schuldigen zu bestrafen. Man würde den Täter unter uns suchen — statt jenseits unserer Grenzen, wo er wirklich sitzt.«

Eine kurze Pause trat ein.

»Ein phantastischer Gedanke«, gab Brenton dann zu.

»Eher schrecklich.«

»Streichen wir Mastix aus unseren Gedanken«, schlug Brenton vor. »Ich bleibe dabei, daß der Kerl nicht alle Tassen im Schrank hat und sich nur wichtig machen will. Und die Idioten von der Presse helfen ihm noch dabei. — Wo bleibt denn Milt, zum Teufel?«

»Noch ein Bier,

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