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Das Geisterhafte Anwesen: Mord zum Frühstück (Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 1)

Das Geisterhafte Anwesen: Mord zum Frühstück (Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 1)

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Das Geisterhafte Anwesen: Mord zum Frühstück (Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 1)

Länge:
277 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
28. Okt. 2020
ISBN:
9781094343167
Format:
Buch

Beschreibung

„Der perfekte Liebesroman für den Urlaub mit dem gewissen Etwas: sein Enthusiasmus und die wunderschönen Beschreibungen bieten einen unerwarteten Blick auf die Komplexität der sich entwickelnden Liebe und der sich veränderten Psyche. Er ist eine unterhaltsame Empfehlung für Fans von Liebesromanen, die nach etwas mehr Komplexität bei ihrer Lektüre suchen.“
--Midwest Book Review (Für jetzt und für immer)

DAS GEISTERHAFTE ANWESEN: MORD ZUM FRÜHSTÜCK ist der Debut-Roman einer neuen, mitreißenden Cozy-Krimireihe der Bestsellerautorin Sophie Love, Autorin der Reihe Die Pension in Sunset Harbor, einem Nr.-1-Bestseller mit mehr als 200 Fünf-Sterne-Bewertungen.

Marie Fortune, 39, eine erfolgreiche Hundefrisörin aus Boston, hat die Nase voll davon, es den Reichen und ihren verwöhnten Hunden recht zu machen. Es ist Zeit für einen Neuanfang, weshalb sie kündigt und in eine Kleinstadt in Maine reist, an die sie sich durch die Sommer ihrer Kindheit erinnert. Marie wollte eigentlich nur ein paar Tage dort bleiben, doch muss schockiert feststellen, dass ihr ihre Großtante ein Erbe hinterlassen hat: ein heruntergekommenes, historisches Haus oben auf dem Berg mit Blick auf den Hafen.

Marie fühlt sich sofort zu dem Haus hingezogen. Und auch wenn die Einwohner der Kleinstadt sie für verrückt halten, beschließt Marie, das Haus zu renovieren und ihm als Bed & Breakfast neues Leben einzuhauchen.

Doch mit einer Sache hatte sie nicht gerechnet: in dem Haus spukt es.

Doch auch das zweite Erbstück, das ihre Tante ihr vermacht hat, ist eine Überraschung: ein Hund, der sich jedoch nicht wie ein typischer Hund verhält.

Als sich kurz darauf auch noch ein unerwarteter Todesfall ereignet, versucht Marie, das Verbrechen nicht nur aus reiner Neugierde zu lösen – ihre eigene Zukunft könnte davon abhängen.

Dieser packende Krimi voller Rätsel, Liebe, Spuk, Reisen, Tiere und gutem Essen vor der Kulisse einer Kleinstadt und einem renovierungsbedürftigen Bed & Breakfast wird Ihr Herz erwärmen – DAS GESITERHAFTE ANWESEN ist ein Krimi, der sie fesseln und bis spät in die Nacht nicht mehr loslassen wird. Doch bei allem Schauerhaften kommt auch der Humor nicht zu kurz.

„Die Romantik ist spürbar, aber sie ist nicht erdrückend. Applaus an die Autorin für den gelungenen Auftakt zu einer Romanreihe, die uns Unterhaltung pur verspricht.“
--Books and Movies Reviews (Für jetzt und für immer)

Buch 2 und Buch 3 in der Romanreihe — TOD ZUM BRUCH und HEIMTÜCKE ZUM MITTAGESSEN — können bereits vorbestellt werden!
Herausgeber:
Freigegeben:
28. Okt. 2020
ISBN:
9781094343167
Format:
Buch

Über den Autor


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Das Geisterhafte Anwesen - Sophie Love

DAS GEISTERHAFTE ANWESEN:

Mord

Zum

Frühstück

Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 1

S O P H I E   L O V E

Sophie Love

Von der #1 Bestseller-Autorin Sophie Love, die auch die Romantik-Serie DIE PENSION IN SUNSET HARBOR mit acht Bänden sowie die Romantik-Serie DIE LIEBE AUF REISEN mit fünf Bänden geschrieben hat kommt nun die brandneue „CANINE CASPER"-Krimiserie mit bislang drei Bänden. 

Sophie würde sich freuen, von Ihnen zu hören, also bitte schauen Sie auf www.sophieloveauthor.com vorbei und schreiben Sie ihr eine Nachricht, oder melden Sie sich für den Newsletter an um, um Bücher zu gewinnen, immer auf dem Laufenden zu sein und ganz allgemein in Kontakt zu bleiben.

BÜCHER VON SOPHIE LOVE

EIN COZY-KRIMI IN EINEM KURIOSEN BUCHLADEN

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ITALIENISCHE NÄCHTE (Buch 2)

EINE LIEBE IN PARIS (Buch 3)

EINE LIEBE IM SCHNEE (Buch 4)

GRIECHISCHER ZAUBER (Buch 5)

INHALT

KAPITEL EINS

KAPITEL ZWEI

KAPITEL DREI

KAPITEL VIER

KAPITEL FÜNF

KAPITEL SECHS

KAPITEL SIEBEN

KAPITEL ACHT

KAPITEL NEUN

KAPITEL ZEHN

KAPITEL ELF

KAPITEL ZWÖLF

KAPITEL DREIZEHN

KAPITEL VIERZEHN

KAPITEL FÜNFZEHN

KAPITEL SECHZEHN

KAPITEL SIEBZEHN

KAPITEL ACHTZEHN

KAPITEL NEUNZEHN

KAPITEL ZWANZIG

KAPITEL EINUNDZWANZIG

KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG

KAPITEL DREIUNDZWANZIG

KAPITEL VIERUNDZWANZIG

KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG

KAPITEL SECHSUNDZWANZIG

KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG

KAPITEL ACHTUNDZWANZIG

KAPITEL NEUNUNDZWANZIG

KAPITEL DREISSIG

KAPITEL EINUNDREISSIG

KAPITEL ZWEIUNDDREISSIG

KAPITEL DREIUNDDREISSIG

KAPITEL EINS

Der Mann, der sich gerade vor ihr aufgebaut hatte, erinnerte Marie Fortune stark an ihren ehemaligen Schuldirektor, auch wenn sie nicht so recht wusste, warum. Wenn er die Stirn runzelte, hatte sie den Eindruck, als würde sein gepflegter Schnurrbart es dieser gleichtun. Aber es lag vermutlich eher an der Art, wie er sie über den unteren Rand seiner Brille hinweg betrachtete; fast so, als wäre sie ein Käfer, den er am liebsten zertreten würde.

„Ich verstehe nicht, sagte der Mann, der nicht Schuldirektor Davis war. „Es ist doch wirklich nichts Besonderes. Warum haben Sie es nicht vorrätig?

„Na ja, es ist eine ganz spezielles Haargel, sagte Marie. „Wenn wir es auf Lager hätten, würde es nur Staub ansetzen. Und Sie haben auch einen einzigartigen Hund.

Außerdem, dachte sie, benötigen nicht alle Hunde ein besonderes Gel. Das zu sagen hätte sie sich natürlich niemals getraut.

Der Mann sah sie noch finsterer an. Einen Moment lang fühlte sich Marie, als wäre sie wieder 15 Jahre alt, und Direktor Davis starrte sie von oben herab an.

Es war allerdings immer einfach gewesen, Direktor Davis zu erklären, was sie schon wieder in seinem Büro machte. Einem verwöhnten reichen Pinkel zu erklären, warum der Salon „Pampered Paws nicht genau das Haargel führte, das er suchte, war jedoch nicht ganz so leicht. Er war nicht die Art von Mann, der einsah, dass sich die Welt nicht ständig um ihn drehte. Für ihn war nicht nachvollziehbar, dass „Pampered Paws nicht perfekt auf seine Hündin eingestellt war – eine drahtige Saluki-Dame, die noch dazu genau zu wissen schien, wie teuer sie war.

Selbst die Hündin wirkte auf einmal so, als würde sie die Stirn runzeln. Als Maries Blick den der Hündin traf, drehte diese ihren Kopf zur Seite, fast so, als wäre es auch unter ihrer Würde, sich mit Marie abzugeben.

„Es tut mir wirklich leid, erklärte Marie, „aber niemand macht Haargel speziell nur für Salukis. Das einzige, das ich bestellen könnte und das für Ihr Tier geeignet wäre, ist sehr schwer erhältlich und außerdem ziemlich teuer.

„Ich finde das ungeheuerlich!"

Wirklich ungeheuerlich ist, dachte Marie, dass ein erwachsener Mann auf ein Haargel für Hunde besteht. Auch das sagte sie selbstverständlich nicht. Stattdessen sah sie ihn verständnisvoll an und nickte, genauso, wie sie es bei ihrer Einschulung bei „Pampered Paws" eingebläut bekommen hatte.

„Wie Sie sicherlich wissen, sind wir ein Hundesalon, keine Tierhandlung, erklärte Marie. „Darum führen wir auch nicht genau Ihre Marke. Ich könnte es aber bestellen, wenn Sie –

„Das kann ich dann schon selbst machen, von zu Hause aus!"

Aber das wirst du nicht, dachte sie. Selbst einzukaufen, auch online, war etwas, das nur die einfachen Bürger unter uns machen.

„Ich verstehe natürlich. Aber wenn Sie – "

„Daisy Mae hat am kommenden Montag einen Termin. Ich erwarte, dass Sie bis dahin das Gel besorgen, das ich für ihre Pflege ausdrücklich angefordert hatte, oder ich bin hier die längste Zeit Kunde gewesen!"

„Selbstverständlich. Sie können sich auf mich verlassen."

„Auf Wiedersehen, sagte er. Dabei spuckte er das Wort „Wiedersehen so angewidert hin, als hätte er gerade in etwas Saures gebissen.

Daisy Mae und ihr großer, schnauzbärtiger Besitzer stürmten aus dem Laden. Als sie durch die Tür verschwanden, warf Daisy Mae noch einen Blick über die Schulter ihres Herrchens und bellte. Auch sie wollte offenbar sicherstellen, dass Marie die Botschaft klar und deutlich verstanden hatte.

Oh ja, das hatte sie, und wie. Marie wurde einmal mehr bewusst, wie sehr sie ihren Job hasste.

Die Begegnung mit dem Doppelgänger ihres ehemaligen Schuldirektors hatte Marie ziemlich durcheinandergebracht. Sie schlenderte in den hinteren Bereich des Salons, hin zu dem großen Fenster, durch das die Kunden zuschauen konnten, wie ihre geliebten Fellnasen verwöhnt wurden.

Im Moment war dort nur ein einzelner Hund in Behandlung – ein Labradoodle, um den sich Maries Freundin Kara kümmerte. Kara sah, wie Marie sie durch das Fenster beobachtete und gab ihr ein „Daumen hoch". Danach widmete sie sich stirnrunzelnd dem Hinterteil des Hundes, hob seinen Schwanz und fing an, die Stelle zu rasieren, die niemand wirklich gerne rasierte.

Gerade als Marie sich wieder abwenden wollte, um etwas zu finden, womit sie sich beschäftigen konnte, erfasste sie aus den Augenwinkeln heraus ihr Spiegelbild. Sie war eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Aussehen: Ihr Make-up war nicht übertrieben, ihr schulterlanges, braunes Haar war auf eine süße Art verwuschelt, und sie selbst sah frisch und ausgeruht aus.

Aber ganz egal wie gut sie aussah, sie konnte ihre 39 Lebensjahre nicht verleugnen, ebenso wenig wie die Tatsache, dass sie in einem Hundesalon arbeitete, dessen Kundenstamm ziemlich reich und ziemlich narzisstisch veranlagt war. Was war nur aus ihren Träumen geworden, eines Tages eine eigene Pension zu eröffnen, irgendwo an der Küste von Maine? Die Idee dazu stammte von ihrer Großtante June, einer der etwas exzentrischeren Mitglieder ihrer Familie. Oder, um genauer zu sein, sie war inspiriert von dem großartigen wie außergewöhnlichen Haus am Strand, in dem Großtante June wohnte. Aber woher auch immer die Idee ursprünglich stammte, es war ein Traum geblieben. Ein Traum, der selbst ihr immer absurder erschien, je älter sie wurde. 

Nicht, dass das nun noch irgendeinen Unterschied machte. Das Leben hatte sie hierher geführt. Sie hatte ja versucht, eine Arbeit zu finden, der sie zumindest in Teilen etwas abgewinnen konnte. Sehr schnell jedoch war sie in ihrer Karriere vom Weg abgekommen, aus der Kurve geflogen und wie ein Sack Müll am Straßenrand gelandet, genau hier bei „Pampered Paws". Der Abflug war während ihrer College-Zeit passiert, nur drei Semester hatten noch zum Abschluss als Tierärztin gefehlt. Eine furchtbare Liebesbeziehung hatte genauso viel mit dem Absturz zu tun wie der unerwartete Tod ihres Vaters. Sie konnte damals gar nicht so schnell schauen, wie sich anschließend ihre Träume in Luft aufgelöst hatten. Kein Abschluss als Tierärztin, und erst recht keine eigene Pension.

„Marie!"

Die Stimme ihrer Chefin ließ ihren Herzschlag stocken. Marie drehte sich um und setzte ihr strahlendstes Lächeln auf, bevor sie sich Deandra Lewinston zuwandte. Obwohl sie durchaus attraktiv war, hatte die Frau etwas von den bösen Stiefmüttern in Disney-Filmen. Und sie hatte sich ganz offenbar auch in die kundigen Hände eines Schönheitschirurgen begeben. Zugegeben, die Eingriffe waren gut gelungen. Man musste sehr genau hinsehen, um etwas zu erkennen. Deandra hatte aber fünf Kinder, und ihre Brüste waren noch immer so prall und fest, dass Marie überzeugt davon war, dass sie auch da hatte Hand anlegen lassen.

„Ja, Deandra?"

„Hast du so wenig zu tun, dass du Kara bei der Arbeit zuschauen musst?"

„Nein, ich – "

„Wir haben neun Buchungen heute zwischen Mittag und drei Uhr. Bevor sie da sind, möchte ich, dass du sicherstellst, dass die Tiere, die abgeholt werden sollen, rechtzeitig gefüttert werden. Und pass dieses Mal bitte auf, dass die Vegetarier getrennt ihr Futter bekommen. Mrs. Thornton beschwert sich noch immer, weil der Atem ihres Cockerspaniels eine Woche lang nach Fisch gestunken hat."

„Selbstverständlich."

„Und hast du die Schleifen für Precious fertig? Mrs. Hight kommt gleich, um sie abzuholen."

„Ja, alles fix und fertig vorbereitet."

„Gut", sagte Deandra kurz angebunden und wandte sich ab.

Ihr Lächeln wirkte verkrampft, als Marie den Pflegebereich verließ und zu den Bädern ging. Sie verbrachte die folgende Stunde damit, die Wasch-Stationen für die nächsten Buchungen vorzubereiten. Als sie anfing, die Spiegel an den Waschplätzen zu putzen, fühlte sie sich, als wäre sie endgültig gescheitert. Ich putze Spiegel, damit Hunde, die mehr kosten als mein Auto, sich darin betrachten können, während ich ihre Krallen stutze und ihr Fell auskämme. Wie um alles in der Welt konnte es nur so weit kommen?

Sie kannte die Antworten, aber sie waren alle wenig erbaulich. Niedergeschlagen putzte sie weiter und versuchte dabei, keine Schlieren auf den Spiegeln zu hinterlassen.

Nach der Putzaktion bereitete sie die Futternäpfe im Wartebereich vor. Sie portionierte das Futter, als müsste sie einen Weltklasseathleten mit exklusiven Smoothies versorgen, und nicht einen Vierbeiner, der nichts lieber tat, als an seinem eigenen Hinterteil zu schnüffeln und zu lecken.

Als sie fertig war, begab sie sich wieder nach vorne in den Laden. Sofort sah sie die Frau, die mit einem gehetzten Ausdruck im Gesicht so auffällig im Wartebereich hin- und hermarschierte, dass sie gar nicht übersehen werden konnte. 

„Hallo, entschuldigen Sie?", rief die Frau laut, kaum dass Marie im Laden erschienen war.

Als sie näherkam, erkannte sie die Kundin sofort – Mrs. Gloria Hight, ausgerechnet! Sie trug ein sehr eng anliegendes, rosa Kleid und dazu trotz des trüben Wetters eine schwarze Sonnenbrille. Sie war Stammkundin bei „Pampered Paws", sie und ihr kleiner Yorkie-Pommeraner-Mix, ein energiegeladener Fellball namens Precious. Mrs. Hight, eine 30 Jahre alte sogenannte Society-Lady, war mit dem buchstäblichen Silberlöffel im Mund zur Welt gekommen, und vermutlich mit dem Rest des Silberbestecks gleich dazu.

„Guten Tag Mrs. Hight, antwortete Marie. „Was kann ich für Sie tun?

„Ich warte seit geschlagenen fünf Minuten auf Bedienung, meinte Mrs. Hight patzig. „Ist meine Precious fertig?

„Das ist sie, sagte Marie betont fröhlich. „Schon seit einer Stunde. Sie fühlt sich in ihrer Luxuskoje richtig wohl. Sie hasste diesen Ausdruck. Die ‚Luxuskojen‘ waren nichts anderes als kleine, wenn auch prächtig ausdekorierte Zwinger für Hunde.

Einmal hatte sich ein Kunde beschwert, weil es in den Luxuskojen keine Fernsehgeräte gab. Offenbar war sein Bull Mastiff ein großer Fan der Show „Animal Planet", und der Kunde war außer sich, dass man seinem Liebling diese Extrawurst vorenthalten hatte.

Das war eine eher unsinnige Beschwerde, sicher, aber Mrs. Hight und ihre Precious fielen in dieselbe Kategorie. Unter all den Hunden, die Marie pflegte — und das waren viele — war Precious der mit Abstand schlimmste Fall. Das Traurige daran war, dass Precious eigentlich ein wirklich hübscher Hund war. Aber Mrs. Hight bestand darauf, Precious auf eine Weise herzurichten, die jedem Betrachter das Entsetzen ins Gesicht trieb.

Marie führte Mrs. Hight zu Precious in die Luxuskoje. Zöpfe und Schleifen verzierten jeden Zentimeter des Kopfes des kleinen Hundes. Sie sah aus wie eine Schriftrolle, die darauf wartete, entpackt zu werden. Ihr Zöpfe waren so fest geflochten, dass sie samt der rosa Bänder vom Kopf abstanden wie seltsame bunte Antennen. Die Schleifen waren kleiner als diejenigen, die man einem Baby ins Haar binden würde, aber dafür fünfmal so teuer. Das Fell war gemäß Mrs. Hights Anweisungen so stark zurückgekämmt, dass dem armen Ding fast die Augen aus dem Kopf fielen.

Es war eindeutig, dass der Hund sie hasste.

Und ganz offensichtlich auch Mrs. Hight.

„Was um alles in der Welt soll dieses erbärmliche Etwas darstellen?"

Äh, Ihr Hund, dachte Marie.

„Was meinen Sie?", fragte Marie.

„Das ist ganz bestimmt nicht so, wie ich es bestellt habe." Mrs. Hight beugte sich hinunter, um Precious aufzuheben. Der Hund sprang ihr in die Arme und fing sofort an, ihren Kopf an ihr zu reiben bei dem Versuch, die lächerlichen Schleifen loszuwerden.

„Es tut mir leid, Mrs. Hight, aber das ist genau, was Sie bestellt haben. Wenn sie wünschen, kann ich Ihnen den Auftrag holen und –"

„Glauben Sie, ich bin bescheuert? Ich habe ganz klar gesagt, dass ich die Schleifen in der Farbfolge Rosa, Magenta, Türkis, Weiß und Lavendel verflochten haben möchte. Sie haben es in der Reihenfolge Rosa, Türkis, Magenta, Weiß und Lavendel gemacht. Sind Sie farbenblind?"

Marie konnte den Fehler nun auch sehen, tat sich jedoch schwer, sich darüber so sehr aufzuregen wie Mrs. Hight.

„Ja, aber ich kann das in Ordnung bringen, wenn Sie mir zwanzig Minuten geben."

„Ich habe aber keine zwanzig Minuten. Ich bin eine viel beschäftigte Frau!"

Mrs. Hight schrie inzwischen förmlich. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, stimmte Precious kläffend ein. Die Hündin schien bemerkt zu haben, dass sie die volle Aufmerksamkeit der anderen Kunden im Wartebereich hatten. Das spornte sie noch mehr an – Tier und Frauchen gleichermaßen.

„Ich habe schon mehr Geld hier ausgegeben, als mir lieb ist! Wenn Sie noch nicht einmal eine einfache Farbfolge beachten können…"

Zwischen all dem Gekläffe und Gejaule fiel eine der Schleifen aus Precious’ Fell. In weitem Bogen segelte sie quer durch den Raum und landete vor den Pfoten eines Husky-Welpen, der gerade erst hereingebracht worden war und als Reaktion auf das Durcheinander direkt eine kleine Pfütze unter sich machte.

Als wäre das noch nicht genug, sah Marie, wie Deandra auf sie zugestürmt kam. „Mrs Hight, sagte sie, „was kann ich tun, um die Situation in Ordnung zu bringen?

„Na, vielleicht würde es schon helfen, jemanden anzustellen, der Ahnung hat. Und nicht farbenblind ist!"

„Oh, da können Sie Gift drauf nehmen, meinte Marie, „dass ich Ahnung habe.

„Ich wäre mir da nicht so sicher!"

Precious und ihre Besitzerin bellten und schimpften im Duett wie ein ziemlich durchgeknallter Chor. Dabei kläffte der Hund noch nicht einmal Marie an. Die kleine Hündin bellte nur, um sich an dem Lärm zu beteiligen. Marie fragte sich, ob Mrs. Hight sie vielleicht sogar darauf abgerichtet hatte.

„Mrs. Hight, das war doch nur ein kleines Versehen", versuchte Marie es mit Deeskalation.

Mrs. Hight und Deandra sahen sie an, als hätte sie den Verstand verloren. Danach wandte sich Deandra der Kundin voll Mitgefühl zu. „Ich verspreche Ihnen, wir bringen das in Ordnung. Die Kosten für den gesamten Auftrag übernehmen natürlich wir – ich werde sie von Maries Gehalt abziehen."

Mrs. Hight nickte zufrieden. „Das klingt vernünftig. Vielleicht sollten Sie ihr aber dabei über die Schulter sehen, damit sie nicht wieder alles durcheinanderbringt."

Etwas ganz tief in Marie erwachte in diesem Moment. Sie war normalerweise sehr höflich und vermied Konfrontationen. Sie verlor so gut wie nie ihre Fassung, und wenn es doch einmal geschah, war es auf eine eher kindliche Art. Es war ihr vorher nur einmal passiert – ein ganz unglücklicher Zwischenfall bei einem Football-Spiel, das sie zusammen mit ihrem Freund angesehen hatte. Sie erinnerte sich jetzt daran, aber die Worte lagen ihr bereits auf der Zunge und wollten hinaus.

„Noch einmal, sagte sie, „ich kenne mich mit der Pflege von Hunden aus und bin auch nicht farbenblind. Ich habe schon mit vielen Hunden gearbeitet, einige davon noch verwöhnter und dümmer als die Ihre, also habe ich auch da Erfahrung. Und jeder kann sehen, dass Ihr Hund diese Schleifen und Bänder absolut verabscheut.

„So können Sie nicht mit mir r –"

„Schauen Sie sich das arme Ding doch einmal an, fuhr Marie fort. „Sie hasst sie. Und ich kann sie gut verstehen. Die Dinger sehen furchtbar aus.

„Ich kenne meinen Hund! Erzählen Sie mir nicht…"

Marie war sich nur zu bewusst, was sie da gerade sagte. Sie war sich auch ihrer Lautstärke bewusst. Jeder im Laden konnte sie hören, aber sie konnte sich nicht mehr bremsen. Nur das Winseln von Precious war neben ihrer Stimme noch zu hören.

„Marie –", sagte Deandra.

„Ja, meine Liebe? Ach, weißt du was, Deandra, ich werde es Dir leicht machen."

Ein Teil ihres Gehirns flehte sie an, den Mund zu halten. Aber sie musste an all ihre Träume aus ihrer College-Zeit denken, und die aus der Zeit vorher. Tierärztin und Besitzerin einer Pension. Dieser Job bei „Pampered Pets" war so weit von allem entfernt, was ihr wichtig war, dass die nächsten zwei Worte ihr nicht nur leichtfielen – sondern förmlich eine Befreiung waren.

„Ich kündige!"

„Großartig, rief Deandra. „Endlich!

„Ach ja? sagte Marie. „Das möchte ich sehen! Mit weniger Personal wirst du selbst mehr arbeiten müssen und diese furchtbaren Leute hier im Laden endlich richtig kennenlernen.

Ein wenig bekam sie Angst vor ihrer eigenen Courage. Sie konnte es sich eigentlich nicht leisten, ohne Arbeit dazustehen. Aber sie hatte mit diesem Mist mehr als ein Jahr ihres Lebens vergeudet. Sie hatte genug, mehr als genug. Und sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie zum krönenden Abschluss die Hand ausstreckte und Precious am Hals kraulte.

Der Hund wedelte mit dem Schwanz. Mrs. Hight verzog wütend das Gesicht.

Marie ging schnurstracks zur Tür und winkte auf dem Weg den Anwesenden, die sie offen anstarrten, fröhlich zu. Einem Impuls folgend hob sie auf dem Weg nach draußen noch die Schleife auf, die Precious aus dem Fell geflogen war.

Sie wusste, dass es kindisch war, aber sie band sie in ihr eigenes Haar. Jemand hinter ihr schnappte hörbar nach Luft. Sie hoffte inständig, dass es Mrs. Hight war.

Marie grinste den gesamten Weg zu ihrem Auto und ihr Lächeln erstarb erst, als sie den Motor anließ. Ich habe gerade gekündigt, dachte sie. Was habe ich mir dabei gedacht?

Sie hatte keinen Plan B, keine Alternative. Und ihr Lebenslauf war bestenfalls mittelmäßig. Sie hatte keinen Abschluss und keine wirklichen Fähigkeiten, abgesehen davon, Hunde zu frisieren und gelegentlich einen guten Witz zu reißen.

Sie versuchte, sich die gehobene Stimmung beim Verlassen des Hundesalons wieder in Erinnerung zu rufen, aber sie schien verschwunden zu sein wie die Schleife aus Precious’ Fell.

Marie legte ihren Kopf auf das Lenkrad. Wenigstens hatte sie einen Freund, zu dem sie gehen konnte – jemanden, bei dem sie sich ausheulen konnte. Jemanden, der sie ermutigen und ihr

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