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Das Geisterhafte Anwesen: Tod zum Brunch (Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 2)

Das Geisterhafte Anwesen: Tod zum Brunch (Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 2)

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Das Geisterhafte Anwesen: Tod zum Brunch (Ein Cozy-Krimi mit Hundespürnase Casper — Buch 2)

Länge:
280 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Dez. 2020
ISBN:
9781094343174
Format:
Buch

Beschreibung

„Der perfekte Liebesroman für den Urlaub mit dem gewissen Etwas: sein Enthusiasmus und die wunderschönen Beschreibungen bieten einen unerwarteten Blick auf die Komplexität der sich entwickelnden Liebe und der sich veränderten Psyche. Er ist eine unterhaltsame Empfehlung für Fans von Liebesromanen, die nach etwas mehr Komplexität bei ihrer Lektüre suchen.“
--Midwest Book Review (Für jetzt und für immer)

DAS GEISTERHAFTE ANWESEN: TOD ZUM BRUNCH ist Buch 2 der neuen, mitreißenden Cozy-Krimireihe der Bestsellerautorin Sophie Love, Autorin der Reihe Die Pension in Sunset Harbor, einem Nr.-1-Bestseller mit mehr als 200 Fünf-Sterne-Bewertungen.

Marie Fortune, 39, eine erfolgreiche Hundefrisörin aus Boston, lässt das stressige Leben hinter sich und macht sich auf in eine Kleinstadt an der Küste Maines, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, das alte, historische Haus, das ihr ihre Großtante vermacht hat, zu renovieren und ihm als Bed & Breakfast neues Leben einhauchen. Doch mit einer Sache hatte sie nicht gerechnet: in dem Haus spukt es. Doch auch das zweite Erbstück, das ihre Tante ihr vermacht hat, ist eine Überraschung: ein Hund, der sich jedoch nicht wie ein typischer Hund verhält.

Andere Bed & Breakfast-Besitzer haben von Maries Fähigkeit gehört, Geister zu vertreiben, weshalb ihre „Dienste“ zu ihrer großen Überraschung schon bald in den Nachbarstädten benötigt werden. Es scheint, als gäbe es zahlreiche Pensionen, in denen Geister ihr Unwesen treiben. Da ihr eigenes Bed & Breakfast kaum Profit abwirft, hat Marie zusammen mit ihrem treuen Begleiter auf vier Pfoten nichts zu verlieren.

Doch als sie bei ihrem ersten Kunden ankommt – und sich ein unerwarteter Todesfall ereignet – erkennt Marie, dass mehr hinter der Sache steckt als geahnt. Erneut muss sie ein Rätsel lösen, um ihre eigene Zukunft zu retten.

Dieser packende Krimi voller Rätsel, Liebe, Spuk, Reisen, Tiere und gutem Essen vor der Kulisse einer Kleinstadt und einem renovierungsbedürftigen Bed & Breakfast wird Ihr Herz erwärmen – DAS GESITERHAFTE ANWESEN: TOD ZUM BRUNCH ist ein Krimi, der sie fesseln und bis spät in die Nacht nicht mehr loslassen wird. Doch bei allem Schauerhaften kommt auch der Humor nicht zu kurz.

„Die Romantik ist spürbar, aber sie ist nicht erdrückend. Applaus an die Autorin für den gelungenen Auftakt zu einer Romanreihe, die uns Unterhaltung pur verspricht.“
--Books and Movies Reviews (Für jetzt und für immer)

Buch 3 in der Romanreihe — HEIMTÜCKE ZUM MITTAGESSEN — kann bereits vorbestellt werden!
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Dez. 2020
ISBN:
9781094343174
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Das Geisterhafte Anwesen - Sophie Love

DAS GEISTERHAFTE ANWESEN:

TOD

ZUM

B R U N C H

EIN COZY-KRIMI MIT HUNDESPÜRNASE CASPER — BUCH 2

S O P H I E   L O V E

Sophie Love

Von der #1 Bestseller-Autorin Sophie Love, die auch die Romantik-Serie DIE PENSION IN SUNSET HARBOR mit acht Bänden sowie die Romantik-Serie DIE LIEBE AUF REISEN mit fünf Bänden geschrieben hat kommt nun die brandneue „CANINE CASPER"-Krimiserie mit bislang drei Bänden. 

Sophie würde sich freuen, von Ihnen zu hören, also bitte schauen Sie auf www.sophieloveauthor.com vorbei und schreiben Sie ihr eine Nachricht, oder melden Sie sich für den Newsletter an um, um Bücher zu gewinnen, immer auf dem Laufenden zu sein und ganz allgemein in Kontakt zu bleiben.

Copyright © 2020 von Sophie Love. Alle Rechte vorbehalten. Mit Ausnahme der Bestimmungen des U.S. Copyright Act von 1976 darf kein Teil dieser Publikation ohne vorherige Genehmigung des Autors in irgendeiner Form oder mit irgendwelchen Mitteln vervielfältigt, verbreitet oder übertragen oder in einer Datenbank oder einem Datenabfragesystem gespeichert werden. Dieses eBook ist nur für Ihren persönlichen Gebrauch lizenziert. Dieses eBook darf nicht weiterverkauft oder an andere Personen verschenkt werden. Wenn Sie dieses Buch mit einer anderen Person teilen möchten, erwerben Sie bitte für jeden Empfänger ein zusätzliches Exemplar. Wenn Sie dieses Buch lesen und es nicht gekauft haben, oder es nicht nur für Ihren Gebrauch gekauft wurde, dann geben Sie es bitte zurück und kaufen Sie Ihr eigenes Exemplar. Danke, dass Sie die harte Arbeit dieses Autors respektieren. Dies ist ein Werk der Belletristik. Namen, Charaktere, Unternehmen, Organisationen, Orte, Ereignisse und Vorfälle sind entweder das Produkt der Phantasie des Autors oder werden fiktiv verwendet. Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Personen, ob lebendig oder tot, ist völlig zufällig. Jackenbild Copyright Chris Mt, verwendet unter Lizenz von Shutterstock.com.

BÜCHER VON SOPHIE LOVE

EIN COZY-KRIMI IN EINEM KURIOSEN BUCHLADEN

HEXEREI ZUR TEESTUNDE: EIN UNHEILVOLLER BAND (Buch 1)

EIN COZY-KRIMI MIT HUNDESPÜRNASE CASPER

DAS GEISTERHAFTE ANWESEN: MORD ZUM FRÜHSTÜCK (Buch 1)

DAS GEISTERHAFTE ANWESEN: TOD ZUM BRUNCH (Buch 2)

DIE PENSION IN SUNSET HARBOR

FÜR JETZT UND FÜR IMMER (Buch 1)

FÜR IMMER UND EWIG (Buch 2)

FÜR IMMER MIT DIR (Buch 3)

WENN ES DOCH NUR FÜR IMMER WÄRE (Buch 4)

FÜR IMMER UND EINEN TAG (Buch 5)

FÜR IMMER UND NOCH EIN TAG (Buch 6)

FÜR DICH FÜR IMMER (Buch 7)

WEIHNACHTEN FÜR IMMER (Buch 8)

DIE LIEBE AUF REISEN

DAS FESTIVAL DER LIEBE (Buch 1)

ITALIENISCHE NÄCHTE (Buch 2)

EINE LIEBE IN PARIS (Buch 3)

EINE LIEBE IM SCHNEE (Buch 4)

GRIECHISCHER ZAUBER (Buch 5)

INHALT

KAPITEL EINS

KAPITEL ZWEI

KAPITEL DREI

KAPITEL VIER

KAPITEL FÜNF

KAPITEL SECHS

KAPITEL SIEBEN

KAPITEL ACHT

KAPITEL NEUN

KAPITEL ZEHN

KAPITEL ELF

KAPITEL ZWÖLF

KAPITEL DREIZEHN

KAPITEL VIERZEHN

KAPITEL FÜNFZEHN

KAPITEL SECHZEHN

KAPITEL SIEBZEHN

KAPITEL ACHTZEHN

KAPITEL NEUNZEHN

KAPITEL ZWANZIG

KAPITEL EINUNDZWANZIG

KAPITEL ZWEIUNDZWANZIG

KAPITEL DREIUNDZWANZIG

KAPITEL VIERUNDZWANZIG

KAPITEL FÜNFUNDZWANZIG

KAPITEL SECHSUNDZWANZIG

KAPITEL SIEBENUNDZWANZIG

KAPITEL ACHTUNDZWANZIG

KAPITEL NEUNUNDZWANZIG

KAPITEL DREISSIG

KAPITEL EINUNDDREISSIG

KAPITEL ZWEIUNDDREISSIG

KAPITEL DREIUNDDREISSIG

KAPITEL EINS

Eigentlich hätte sich Marie beim Geräusch der Hammerschläge und der Bohrmaschine von drinnen vor Freude auf die Schenkel klopfen sollen, bedeutete es doch, dass es mit dem Bau voranging. In ihren Ohren jedoch klang es mehr nach einer Registrierkasse, deren Klingeln jedes Mal die Entnahme eines weiteren Bündels ihres sauer verdienten Geldes ankündigte. Mit jedem Nagel, den Benjamin, ihr Handwerker, in die Wand trieb, wurde ihr finanzielles Polster dünner. Jedes Mal, wenn die Kette der Schaukel auf ihrer Veranda ratterte, flog Geld davon. Wenn Marie ganz genau aufpasste, glaubte sie zu hören, wie ihr Bankkonto digitale Tränen vergoss.

All das würde sie vermutlich gar nicht so sehr belasten, wenn sie im Moment mehr als nur den einen Gast in June Manor beherbergen würde. So aber fragte sie sich, warum sie sich das überhaupt antat. Wenn sowieso keine Gäste kamen, warum sollte sie dann noch renovieren?

Sie kannte die Antwort. Auch wenn ihr Gästehaus in letzter Zeit genug schlechte Presse bekommen hatte, so hoffte sie doch, dass sich all das bald wieder legen würde. Schließlich hatte nicht jeder von ihren Problemen gehört. Es war noch nicht überall bekannt, dass sie zuerst damit kokettiert hatte, in ihrem Gästehaus würde es spuken, nur um bereits kurze Zeit später im Prinzip das Gegenteil zu behaupten. Diese Nachrichten hatten sich glücklicherweise nur in einem sehr kleinen Teil des Internets verbreitet – und natürlich innerhalb der kleinen Gemeinde Port Bliss hier vor Ort. Ganz bestimmt würde alles bald wieder normal laufen … Das zumindest hoffte sie.

Aber die Hoffnung schien zu trügen, vor allem, wenn sie an ihre Pläne für den Abend dachte. Sie war deswegen nervös, hatte vielleicht sogar ein wenig Angst davor. Auf der anderen Seite warteten am Ende des Abends zwanzigtausend Dollar auf sie. Und mit einem derartigen Finanzpolster auf ihrem Bankkonto würden auch Benjamins Hammerschläge auf der Veranda sie nicht mehr gar so sehr aus der Fassung bringen.

Marie saß am Tisch in ihrem Esszimmer. Damit war sie nah genug am Geschehen, um zu hören, wie Benjamin vorankam, und sich ausmalen zu können, was gerade vor sich ging, aber weit genug weg, um sich nicht allzu sehr davon erschrecken zu lassen. Sie schielte nach ihrem Mobiltelefon in Erwartung des Anrufs, der den Anfang eines aller Wahrscheinlichkeit nach ungewöhnlichen Abends markieren würde.

Während sie wartete, hörte sie, wie sich die Eingangstür öffnete. Nur sehr wenige Leute betraten June Manor ohne anzuklopfen, und so ahnte sie schon, dass es Posey war. Und tatsächlich betrat ihre treue und ausgesprochen fähige Köchin nur einen Moment später das Esszimmer. Sie hatte keine Taschen dabei, was darauf hindeutete, dass sie das Abendessen für den einzigen Gast mit bereits vorhandenen Zutaten aus dem Kühlschrank zubereiten würde.

„Benjamin hat die Schaukel schon fast fertig, sagte Posey. „Das wird wirklich schön. Sie zögerte kurz, bevor sie in Richtung Küche weiterging. „Stimmt etwas nicht?"

„Oh, es stimmt ganz viel nicht. Aber im Moment frage ich mich einfach, ob ich gerade dabei bin, einen Riesenfehler zu machen."

„Oh, stimmt ja, das hätte ich fast vergessen. Ihr habt ja heute Abend dieses … Date, nicht wahr? Du und Brendan?"

Allein den Namen zu hören schickte Marie auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Immerhin waren es Brendan Pecks Filmaufnahmen gewesen, die sie hatten glauben lassen, dass es in ihrem Haus spukte. Und dann hatte er kurz darauf selbst alles widerlegt, damit sie und er selbst nicht ins Visier einer Mordermittlung gerieten. Es war vor allem diese seltsame Wendung der Ereignisse gewesen, die bei ihr gemischte Gefühle für ihn ausgelöst hatte.  Zudem half es natürlich nicht, dass er ausgesprochen anziehend war. Sie hatte tatsächlich alle Hände voll damit zu tun, nicht ihr Herz an ihn zu verlieren.

„Ähm, absolut nicht, sagte Marie. „In einem Haus herumzusitzen und darauf zu hoffen, dass mein Hund ein Gespenst auftreiben und verjagen kann, ist sicherlich kein Date.

„Aber du wirst doch mit ihm zusammen sein, oder etwa nicht?, fragte Posey und grinste sie verschmitzt an. „Und das auch noch die ganze Nacht!

„Ach, du bist furchtbar, Poesy. Aber … du bist auch ein Engel. Bist du sicher, dass du den Laden heute Nacht allein schmeißen kannst?"

„Schätzchen, wir haben nur einen einzigen Gast. Und ich habe die Benjamins Nummer in meinen Kontakten gespeichert. Ja, ich werde klarkommen. Mir wäre es allerdings lieber, du würdest Boo hier bei mir lassen. Ich mag den Köter irgendwie."

Als er seinen Namen hörte, kam Boo ins Zimmer gelaufen. Er sah erwartungsvoll zu Posey auf und wedelte mit dem Schwanz, während sie ihn zwischen den Ohren kraulte. „Wirst du heute Nacht diesen fiesen Spuk beenden, mein Junge?"

Der Klang von Poseys Stimme ließ ihn noch schneller mit dem Schwanz wedeln. Er folgte ihr in die Küche, in der Hoffnung, den einen oder anderen Krümel abzubekommen, während sie das Abendessen zubereitete. Marie blieb allein zurück im Esszimmer. Sie versuchte erneut, sich einzureden, dass sie nicht im Begriff war, einen großen Fehler zu machen. Wie sollte sie sich denn glaubhaft von der Gemeinschaft der Geisterfans distanzieren können, wenn sie sich weiterhin mit voller Absicht in solche Abenteuer stürzte?

Als ihr Telefon läutete, hätte sie vor Schreck beinahe aufgeschrien.

Na großartig, dachte sie. Vom Telefon zu Tode erschreckt. Du wirst heute Nacht sicherlich eine tolle Figur abgeben. Gott sei Dank wird Brendan auch da sein.

Posey hätte ihre wahre Freude an dem Lächeln gehabt, das auf Maries Gesicht erschien, als sie Brendans Namen auf dem Display ihres Telefons erkannte. Obwohl sie gewusst hatte, dass er es war, gab ihr die Gewissheit irgendwie ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit. Aber da war noch etwas … und es gefiel ihr gar nicht, wie sie sich dabei fühlte.

„Hallo, sagte sie. „Ziemlich lange nicht gesehen … oder gesprochen.

„So lange auch wieder nicht, sagte Brendan. „Vier Tage, stimmts?

„Ich habe nicht mitgezählt", sagte sie. Aber natürlich hatte sie das. Und ja, er hatte recht; es waren vier Tage gewesen.

„Das solltest du aber, meinte er. „Hör zu, Marie, ich hasse es, dir das antun zu müssen, aber ich kann heute Abend nicht mitkommen.

Das Erste, was Marie verspürte, war Angst. Direkt gefolgt von Enttäuschung angesichts der Erkenntnis, dass sie Brendan nicht sehen würde. Die Angst gewann die Oberhand. Die Besitzerin des Bed and Breakfast hatte deutlich gemacht, dass heute Abend für eine sehr lange Zeit die einzige Gelegenheit sein würde, in der sie ihnen das Haus ganz zur Verfügung stellen konnte. Es hieß also im Grunde „jetzt oder nie. Und obwohl Marie es vorgezogen hätte, sich für „nie zu entscheiden, konnte sie auf das Geld nicht verzichten.

„Bist du sicher, dass sie den Termin nicht verschieben kann?", fragte sie.

„Nein. Es muss heute Abend sein."

Sie spürte, wie sich die Nerven in ihrem Magen zusammenzogen. Da war auch ein Gefühl der Angst, aber das war eher unbestimmt. Es schien fast, als ob die Angst ihren gesunden Menschenverstand anstupsen wollte, um zu sagen: Hey, das werden wir doch wohl nicht wirklich tun, oder?

„Was? Halt … warte einen Moment. Du warst derjenige, der mich überredet hat, hier überhaupt mitzumachen. Und nun wirst du gar nicht dabei sein?"

„Ich weiß. Aber da ist diese Convention in Rhode Island. Einer der geladenen Gäste ist krank geworden und kann nicht kommen. Ich wurde heute früh angerufen und gefragt, ob ich heute Abend kurzfristig einspringen könnte. Ich weiß, es klingt egoistisch, aber es könnte ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Rettung meiner Karriere sein."

Mit dieser Erklärung wurde ihr schlagartig klar, was da wirklich auf sie zukam. Sie spürte, wie die Angst die Kontrolle übernahm, wie sie sich bis in ihr tiefstes Innerstes bohrte. Sie war sich nicht sicher, ob sie jemals vorher eine solche Angst verspürt hatte. Ironischerweise würde sie sich vermutlich nicht halb so viel fürchten, wenn sie nicht all die Dinge gesehen hätte, die ausgerechnet Brendan in ihr Leben gebracht hatte. Und obwohl sie selbst nicht wirklich an all die Geistergeschichten und unheimlichen Begegnungen glaubte, so hatte sie doch genug erlebt, um zu ahnen, worauf sie sich da gerade einließ … und das auch noch allein.

Ganz tief in ihr war da auch noch der Gedanke, dass sie dort ankommen könnte (allein!), nur um festzustellen, dass Boos kleine Vorstellung in June Manor nichts als ein Zufall gewesen war. Und das letzte, was Maries ohnehin angeknackster Ruf in Port Bliss brauchen konnte, war der Begriff Betrug.

„Und du erwartest von mir, dass ich da einfach allein hingehe?"

„Marie, du schaffst das schon. Boo wird dich doch begleiten."

„Genau, ich werde in Gesellschaft eines Hundes unterwegs sein."

„Eines Hundes mit ganz besonderen Fähigkeiten, wenn ich das hinzufügen dürfte. Brendan seufzte und das wirkte beinahe reumütiger als alles, was er vorher gesagt hatte. „Es tut mir wirklich sehr leid, Marie. Schau …, wenn du es nicht tun möchtest, rufe ich Mrs. Grace an und sage ihr Bescheid.

In ihrem Kopf drehte sich ein Gedanke im Kreis, immer und immer wieder, wie ein Mantra oder ein Gebet: Du brauchst das Geld.

Und der Betrag, der auf sie wartete, wenn sie in dieses andere Gästehaus gehen und Boo tatsächlich sein Ding abziehen würde, war ausgesprochen großzügig. 

„Was ist, wenn ich dort ankomme und ein Dämon oder so von mir Besitz ergreift?", fragte Marie. Sie meinte es im Scherz, aber sie hatte auch diesen Film gesehen – von dem kleinen Mädchen, das über dem Bett schwebte und den Priester mit Erbsensuppe oder so vollspuckte. Es war eine grausame Ironie; ihr üblicher Abwehrmechanismus sorgte nun dafür, dass sie sich nur noch mehr fürchtete.

„Darüber macht man keine Witze, Marie. Schau her, wenn du dort ankommst und alles ein wenig außer Kontrolle gerät, gibt es ein paar Dinge, die du machen kannst. Erstens … vergewissere dich, dass du eine Bibel dabeihast. Kennst du ein paar Schriftstellen auswendig?"

„Ähm … nicht wirklich."

„Ist nicht so wichtig. Such eine Stelle, an der Christus die Dämonen zur Flucht auffordert und …"

„Warte, ist das dein Ernst?"

„Ja, mein voller Ernst. Und wenn dir die Sache mit der Bibel etwas zu schräg vorkommt, dann kannst du immer noch Salz nehmen. Selbst moderne Geisterjäger glauben, dass man sich mit einem Ring aus Salz vor gewalttätigen Geistern schützen kann. Das hat etwas mit der Erdenergie zu tun –"

„Brendan! Soll ich mich dadurch etwa besser fühlen?"

„Schau, Marie. Ich hoffe, du weißt, dass ich dich da nicht allein hingehen lassen würde, wenn es wirklich gefährlich wäre."

„Ja, ich weiß."

„Sehen wir uns bald?"

Sie konnte nicht anders, sie musste ihm noch einen Stich versetzen. „Ich schätze, das liegt ganz an dir."

Sie legte auf und lächelte. Boo hatte sich zurück ins Zimmer gewagt und sah voll Vorahnung zu ihr auf. Manchmal machte ihr der Hund Angst. Zum Beispiel wirkte er im Moment, als wüsste er ganz genau, was sie bedrückte – als hätte er jedes einzelne Wort des Gesprächs, das sie eben geführt hatte, gehört, und zwar auf beiden Seiten der Leitung.

„Was meinst du, Boo? Bist du bereit?"

Anstelle einer Antwort wedelte er mit dem Schwanz, sprang auf und machte sich auf den Weg zur Haustür.

Marie schaute aus dem Fenster, wo Benjamin gerade einen örtlichen Subunternehmer zu einer Birke führte. Die Äste wuchsen zu dicht am Haus und mussten zurückgeschnitten werden. Sie beobachtete die beiden, aber aus der Ferne. Sie dachte darüber nach, was ihr der heutige Abend einbringen könnte und wie es sich auf ihren Ruf auswirken würde, wenn sie einfach absagte. Sie fühlte sich völlig überfordert, trotz der Tatsache, dass Boo ja die ganze Arbeit machen würde. Ja, sie brauchte das Geld, aber war es die Mühe und die Angst wirklich wert? Würde es sich lohnen …?

Ihre Gedanken wurden durch das Geräusch eines knackenden Astes, gefolgt von einem seltsamen metallischen Reißen unterbrochen. Sie blickte nach rechts und sah, dass der erste Ast der Birke direkt auf dem linken Rand der Veranda gelandet war – und die Hälfte der Dachrinne mit dazu.

Sie seufzte und kalkulierte in Gedanken bereits die Kosten. In dem Moment wusste sie einfach, dass es keine Möglichkeit gab, heute Abend nicht dem ursprünglichen Plan zu folgen.

KAPITEL ZWEI

Marie sah durch die Windschutzscheibe und ließ den Anblick des alten Gästehauses auf sich wirken. Sie neigte den Kopf leicht, fast so, als hoffte sie, dass ein veränderter Blickwinkel sie mehr erkennen lassen würde, aber es blieb alles beim Alten. Sie runzelte die Stirn; es ergab für sie einfach keinen Sinn!

„Sind wir hier richtig?, fragte Marie mit einem Blick auf Boo. „Das soll das Gästehaus sein?

Boo saß auf dem Rücksitz und musterte das Haus, als hätte er vor, dort zu übernachten. Das Gebäude selbst hatte etwas Großartiges an sich, aber die düstere Atmosphäre nahm viel von dieser Energie wieder weg. Einfacher ausgedrückt: Es befand sich irgendwo in der Mitte zwischen gruselig und heruntergekommen. Im Vergleich dazu wirkte June Manor beinahe schon wie ein glanzvoller Palast aus einem Pixar-Film.

„Tja, Boo, ich schätze, dass wir damit nicht mehr die Rangliste der gruseligsten aller potenziell verwunschenen Gästehäuser anführen." Sie kicherte über ihren eigenen Witz, merkte dann aber, dass es gar nicht so lustig war.

Boo schnaufte geräuschvoll. Er schien Maries Einschätzung zu teilen.

„Was, wenn es nicht klappt?", fragte Marie.

Boo winselte und kratzte leise an der Tür. Es wirkte fast so, als wüsste er, dass sie hier sein sollten … und dass er hier Arbeit zu erledigen hatte.

„Okay, wir gehen ja schon. Nur … sei bitte nicht sauer auf mich, okay? Ich muss die Lorbeeren dafür einheimsen, wenn es klappt. Das verstehst du doch, oder?"

Boo kratzte nur weiter an der Tür.

Marie sah sich das Haus noch einmal an. Während June Manor ein gewisses Grufti-Flair ausstrahlte, brachte es dieses Haus auf eine ganz neue Stufe. Es sah aus wie ein Miniatur-Schloss, das man direkt aus dem Mittelalter abgeholt und dann mitten in der winzigen Stadt Bloom in Maine abgesetzt hatte. Das niedlichste – und historisch passendste – Detail war ein handgeschnitztes Schild, das über der breiten vorderen Verandatreppe hing und auf dem die Aufschrift „Bloom Gardens and Rest zu lesen war. Marie fand, dass es auch das einzige Detail war, das wenigstens ansatzweise einladend wirkte. Sicher, das Gebäude und das Grundstück darum herum wirkten sehr gepflegt, aber alles hier schrie eher „Haus des Grauens. Eher unwahrscheinlich, dass man hier erholsamen Schlaf finden würde.

Mit anderen Worten: Marie bekam hier einen Eindruck davon, wie sich viele Gäste beim ersten Anblick ihres eigenen Gästehauses fühlen mussten.

„Zwanzigtausend Dollar, sagte Marie zu sich selbst. „Immer daran denken!

Während sie und Boo aus dem Auto stiegen und über den kleinen Hof zur vorderen Veranda gingen, nahm Marie sich einen Moment Zeit, um noch einmal Revue passieren zu lassen, wie sie hier gelandet war. Eines war sicher: Ihre drei Wochen als Betreiberin eines Gästehauses gaben ihr kaum das Recht, der Eigentümerin von Bloom Gardens and Rest gute Ratschläge zu erteilen. Am Ende ging es hier um die Bitte dieser Frau und das Geld, mit dem sie ihr eigenes B&B über Wasser würde halten können. Ein B&B, das zudem selbst mehr als genug Kontroversen und unerklärliche Vorkommnisse zu überstehen gehabt hatte.

Während sie sich der Veranda näherte, kam Marie der Gedanke, dass sie sich wissentlich in ein Gebäude begab, in dem es aller Wahrscheinlichkeit nach tatsächlich spukte. Sie hatte sich schon damit abgefunden, dass derlei Phänomene in ihrer Pension gelegentlich vorkommen würden. Aber es war doch noch einmal etwas anderes, einen Ort zu betreten, in dem es den Worten der Besitzerin nach „jede Nacht mehrfach spukte".

In dem Moment, als sie die Veranda betrat, erstarrte Marie für einen Moment. Bildete sie sich das nur ein, oder war die Umgebung tatsächlich auf einmal etwas kälter geworden?

Boo trottete den Rest der Treppe hinauf und wartete an der Tür auf sie. Marie folgte ihm und klopfte an. Ein hohles Geräusch erklang, wobei Marie sich sicher war, dass ihre angespannten Nerven es furchteinflößender klingen ließ, als es tatsächlich war.

Die Frau, die die Tür öffnete, war das genaue Gegenteil des Erscheinungsbildes des Gebäudes. Sie war ungefähr fünfzig Jahre alt und trug ein hellgelbes Sonnenkleid. Ihr Haar war blond, und offenbar gab sie sich nicht allzu große Mühe, das erste Grau an den Haarwurzeln zu verstecken.

Die Frau musterte Marie einen Moment lang und es dauerte etwas, bis sie sich zu einem Lächeln durchringen konnte. Anscheinend fand sie die Situation genauso seltsam wie Marie.

„Sie müssen Marie Fortune sein, nehme ich an?", fragte die Frau.

„Ja, Ma’am."

„Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Marie. Mein Name ist Anna Grace, und mir gehört Bloom Gardens and Rest." Ihr Blick wanderte nach unten, bis sie Boo entdeckte.

„Ja

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