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DAS SCHATTENVOLK: Ein Horror-Roman
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eBook171 Seiten2 Stunden

DAS SCHATTENVOLK: Ein Horror-Roman

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Über dieses E-Book

Sie leben unter uns wie brave Bürger. Aber in gewissen hellen Mondnächten geschieht mit ihnen etwas Unheimliches: Sie verwandeln sich in schreckliche Vampire, Werwölfe, Hexen und Hyänen, auf einsamen Waldlichtungen geheimnisvolle Beschwörungsformeln murmelnd. Dann ist nichts Lebendes vor ihnen sicher, denn sie dürsten nach dem warmen Blut ihrer Opfer.
Detektiv Carl Denner ist diesem Schattenvolk auf der Spur. Im unterirdischen Labyrinth der Ghuls erwartet ihn ein Inferno, dem noch niemand entkommen ist. Die Ungeheuer beherrschen alle magischen Kräfte, aber er bekämpft sie mit den gleichen Mitteln, denn er ist einer von ihnen - ein Wolfsmensch...

Der Roman Das Schattenvolk der US-amerikanischen Schriftstellerin Pat A. Brisco erschien erstmals im Jahr 1970; eine deutsche Erstveröffentlichung folgte 1972.
Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers in seiner Reihe APEX HORROR.
SpracheDeutsch
HerausgeberBookRix
Erscheinungsdatum8. Jan. 2021
ISBN9783748770817
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    Buchvorschau

    DAS SCHATTENVOLK - Pat A. Brisco

    Kapitel

    Das Buch

    Sie leben unter uns wie brave Bürger. Aber in gewissen hellen Mondnächten geschieht mit ihnen etwas Unheimliches: Sie verwandeln sich in schreckliche Vampire, Werwölfe, Hexen und Hyänen, auf einsamen Waldlichtungen geheimnisvolle Beschwörungsformeln murmelnd. Dann ist nichts Lebendes vor ihnen sicher, denn sie dürsten nach dem warmen Blut ihrer Opfer.

    Detektiv Carl Denner ist diesem Schattenvolk auf der Spur. Im unterirdischen Labyrinth der Ghuls erwartet ihn ein Inferno, dem noch niemand entkommen ist. Die Ungeheuer beherrschen alle magischen Kräfte, aber er bekämpft sie mit den gleichen Mitteln, denn er ist einer von ihnen - ein Wolfsmensch...

    Der Roman Das Schattenvolk der US-amerikanischen Schriftstellerin Pat A. Brisco erschien erstmals im Jahr 1970; eine deutsche Erstveröffentlichung folgte 1972.

    Der Apex-Verlag veröffentlicht eine durchgesehene Neuausgabe dieses Klassikers in seiner Reihe APEX HORROR.

    DAS SCHATTENVOLK

    Erstes Kapitel

    Er rannte, die Angst jagte ihn durch das Dunkel, ohne jede Vorsicht, mit fliegenden Pulsen. Sein Atem brannte ihm in der Kehle, seine Sohlen schmerzten von der Berührung mit den scharfen Steinen auf dem Abhang, den er emporlief. Er hörte die Verfolger hinter sich, das erregte Kläffen von Hunden, Männerstimmen. Er kletterte den steinigen Abhang hinauf, ohne sich um das Geröll zu kümmern, das sich unter seinen Füßen löste, ohne der dornigen Äste zu achten, die nach seinem groben Mantel griffen. Er wurde müde. Sie konnten ihn jeden Augenblick einholen. Er sog keuchend die Gerüche der Nacht ein, den feuchten Duft von Blättern, die scharfe Witterung eines jagenden Wiesels, den starken Geruch von Hunden, die aus vielen Komponenten zusammengesetzte Ausdünstung ihrer Herren und vor allem den Blutgeruch.

    Er versuchte seine Gedanken zu sammeln, aber seine Sinne waren verwirrt, ihn schwindelte. Sie jagten ihn, weil er etwas getan hatte, etwas...

    Nun waren die Hunde ganz nahe. Seine Füße schmerzten, seine Hände bluteten; an seinem Hemd war Blut, das sah er im Licht des Mondes. Plötzlich fand ihn der Strahl einer Lampe, nagelte ihn wie einen Riesenfalter an den Berghang. Er wand sich, drehte sich herum, doch der Strahl hielt ihn fest. Die Hunde bellten laut, wild, nah, doch sie blieben außerhalb des Lichtkreises. Er hörte jemand schreien: »Mein Gott! Ein Mann!«

    »Nein! Sieh doch, es verwandelt sich. Heilige Mutter Gottes, es ist...«

    Carl erwachte und fuhr hoch, dass seine Decke zu Boden fiel; er blieb keuchend liegen, schweißbedeckt. Es dauerte eine Weile, bis er wusste, wer und wo er war, bis er voll Dankbarkeit erkannte, dass er wieder einmal nur geträumt hatte.

    Er lag dort, und als er zur Wirklichkeit zurückfand, wurde er sich des Sonnenscheins bewusst, der durch das Fenster hereinfiel, des Kaffeedufts, der unter der Tür hereindrang. Sein Herzschlag wurde ruhiger, sein Atem langsamer. Er verbannte den Traum und die Gedanken daran aus seinem Bewusstsein, setzte sich auf und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen, während er unter dem Bett nach seinen Pantoffeln tastete.

    Er erhob sich, streckte sich, gähnte und trottete zum Badezimmer. Als er sich im Spiegel betrachtete, stellte er fest, dass seine Augenbrauen wieder einer Behandlung bedurften. Wie die Brauen von allen seiner Art neigten sie dazu, über dem Nasenbein zusammenzuwachsen. Das Gesicht blickte ihm ziemlich herausfordernd entgegen; es war durchfurcht, ausgeprägt männlich. Haar, Augen und Haut waren fast vom gleichen Goldbraun, was ihm ein eigenartig harmonisches Aussehen gab.

    Wieder fühlte er, wie der Traum sich in sein Bewusstsein schlich. An etwas anderes denken! An das Haus, wie angenehm, wie ideal es war. Was für ein Glück, dass Gina und Jonathen es gefunden hatten, dass sie an ihn gedacht hatten, als sie jemand brauchten, mit dem sie es teilen konnten, da es für sie allein zu groß und zu kostspielig gewesen wäre.

    Das Haus, abgeschieden in den Bergen, bot ihnen die Ruhe, deren sie alle bedurften, die sie sich jedoch allein nicht leisten konnten. Der Doktor war natürlich eine Ausnahme.

    Carl hätte gern mehr über den Doktor erfahren; sie wussten von ihm nur, dass er eine Artikelserie für die Zeitschrift schrieb, bei der Jonathen angestellt war, und dass er einer der ihren war. Der Herausgeber der Zeitschrift hatte ihn Jonathen vorgestellt, und als der Doktor erwähnte, er suche eine Wohnung für die Zeit, während er an der Serie arbeitete, schlug Jonathen vor, er solle doch bei ihnen wohnen. Jonathen sagte, angeblich habe der Doktor einen wichtigen Posten im Rat inne. Carl war sofort die starke Persönlichkeit aufgefallen. Anscheinend war er gewohnt, Befehle zu erteilen und sie befolgt zu sehen.

    Carl seifte sein Gesicht ein und begann sich zu rasieren, wobei er ton- und melodielos vor sich hin summte. An den Traum dachte er nicht mehr. Als er fertig rasiert war, kleidete er sich an.

    Auf halbem Weg die Treppe nach unten hörte er die Stimme Jonathens und des Doktors aus der Küche. Die Stimme des Doktors klang etwas theatralisch, die Jonathens tonlos und ärgerlich. Als Carl eintrat, saßen die beiden Männer an dem kleinen Frühstückstisch. Der Doktor sagte: »Am besten, Sie sprechen mit ihr, Jonathen«, und brach ab, als er Carl sah. »Ah, guten Morgen. Sie sind heute früh auf gestanden.«

    Carl nickte. »Ja, ich hab' euren Kaffee gerochen.« Er blickte Jonathen an. Sein Freund lächelte, doch Carl fühlte seine Spannung. Jonathens schmale Schultern waren so gekrümmt, wie er es aus ihren Collegetagen in Erinnerung hatte, und sein dichtes schwarzes Haar war wirr. Der Doktor dagegen sah entspannt und gutgelaunt aus. Sein prachtvolles weißes Haar war sorgfältig frisiert, seine Kleidung wie immer tadellos. Er wischte sich mit der Serviette über die Lippen, erhob sich und trug seinen Teller und seine Tasse zum Ausguss. »Wir müssen ein wenig auf räumen, sonst ist Gina böse.«

    Carl lächelte, doch Jonathen blickte ernst in sein Glas. Carl hätte gern gewusst, worüber sie gesprochen hatten. Jedenfalls hatte es Jonathen durcheinander gebracht. Er sagte laut: »Wie geht es mit der Serie, Doktor?«

    Der Doktor langte nach seinem Handtuch und trocknete sich die Hände ab. »Großartig. Jonathens Chefredakteur ist sehr entgegenkommend, er lässt mir völlig freie Hand. Ich bin sicher, die Leser werden das Material äußerst interessant finden. Meine Artikel legen die Ansicht dar, dass es auch heute unter uns Vampire, Werwölfe, Hexen und Zauberer gibt. Sie sind natürlich in scherzhaftem Stil geschrieben. Das Publikum wird sich amüsieren, vielleicht denkt es auch ein wenig darüber nach. Fordert doch zum Denken heraus, nicht?«

    Carl zog die Brauen hoch. »Es enthält ein gewisses Fünkchen Humor.«

    Der Doktor nickte. »Ich finde es überaus anregend. Ein Spielchen könnte man sagen.« Seine Augen glänzten. »Was meinen Sie, würden die Leute draußen unternehmen, wenn sie wirklich glaubten, dass es Wesen gibt, die neben ihnen im Theater sitzen, mit ihren Kindern zur Schule gehen und die von ihnen als übernatürliche Scheusale angesehen werden?«

    »Daran möchte ich lieber nicht denken. Nicht auf nüchternen Magen.« Carl suchte Jonathens Blick zu erhaschen, aber der war immer noch mit dem Glas vor sich beschäftigt.

    »Sie würden uns umbringen.«

    Carl blickte hoch, überrascht von der Heftigkeit in der Stimme des Doktors. »Ja«, sagte er ernst, »das glaube ich auch.«

    Die Stimme des Doktors wurde sanfter, seine Augen jedoch glühten in einer Weise, dass Carl sich nicht abzuwenden vermochte. »Wir sind ein Schattenvolk, wir blicken von der Außenwelt nach innen und dürfen uns nicht zu erkennen geben, sonst sind wir unseres Lebens nicht mehr sicher. Und Sicherheit ist wichtig, glauben Sie das nicht auch, Jonathen?«

    Während er das sagte, wandte sich der Doktor Jonathen zu, der verlegen hochblickte. »Ich glaube, mir ist ebenso klar wie Ihnen, was wichtig ist, Doktor.«

    »Dann denken Sie daran, dass Sie mit Ihrer Schwester sprechen. So, ich muss zu meiner Arbeit. Wünsche euch einen guten Tag, Jungs.«

    Er nahm seinen grauen Filzhut von der Anrichte, zog sein Stecktuch zurecht und ergriff den Spazierstock, der an der Rückenlehne seines Stuhls hing. Während er hinausging, lächelte er beiden zu, ein freundliches, ein wenig spöttisches Lächeln, das Carl aus irgendeinem Grund beunruhigte. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss.

    »Der alte Schuft.« Jonathen schob seinen Stuhl zurück.

    Carl setzte sich ihm gegenüber. »Na schön. Du brauchst mir nicht zu erzählen, was vorgeht, wenn du nicht willst.«

    Jonathen fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. »Es ist wegen Gina. Du weiß ja, wie sie ist.«

    »Na, sagen wir, ich weiß es bis zu einem gewissen Grad, wie sie ist. Aber was hat das mit dem guten Doktor zu tun?«

    Jonathen blickte hoch. »Was man von dem Doktor erzählt, ist wahr. Er sitzt im Rat, deshalb sprach er mit mir über Gina. Sie hatte einen Rückfall, Carl.«

    Carl seufzte. »Das ist es also. Kein Wunder, dass du durcheinander bist.« Er blickte seinen Freund verständnisvoll an. »Was wollte er von dir?«

    »Ich soll mit ihr sprechen, sie dazu bringen aufzuhören, bevor der Rat eingreifen muss.« Er schlug mit der Faust gegen sein Knie. »Er meint es gut, aber irgendwie geht es mir gegen den Strich, vielleicht eben, weil ich weiß, dass er recht hat. Reden Sie mit ihr, sagte er. Ich habe mit ihr geredet, bis mir nichts mehr einfiel.« Er blickte Carl unglücklich an. »Willst du wissen, was sie sagt? Dass sie keinen Beweis haben, und dass ich mir keine Sorgen machen soll. Wahrscheinlich sollte ich auch nicht; sie hat sich ihr Bett selbst gemacht und legt sich nur mit den einflussreichsten Leuten hinein. Also gut. Aber muss sie es tun?«

    Carl legte seinem Freund die Hand auf die Schulter. »Entschuldige, Jonathen, aber leider kann keiner von uns etwas dagegen unternehmen. Das liegt nur an Gina selbst. Sie ist jetzt ein erwachsenes Mädchen.«

    Jonathen schüttelte den Kopf. »Wenn sie nur einige von den armen Dingern sehen könnte, die der Rat gemaßregelt hat. Ich könnte es nicht ertragen, Carl, dass das mit Gina geschieht.«

    Carl erhob sich. »Ich würde doch noch einmal mit ihr reden. Wenn du glaubst, dass es irgendwie nützt, werde auch ich mit ihr sprechen.« Er warf einen Blick auf seine Uhr. »Ich muss jetzt ins Büro. Kopf hoch, mein Lieber, die Dinge werden schon wieder in Ordnung kommen.«

    Jonathen machte einen schwachen Versuch zu lächeln. »Jaja, gewiss, es sieht bloß manchmal eklig aus!«

    Carl nickte. »Das stimmt. Da kann man nichts tun, als auf der Schattenseite bleiben und leise weitergehen.«

    Nun war Jonathens Lächeln echt. »Das Sprichwort hab' ich schon seit Jahren nicht mehr gehört.«

    Carl blieb auf dem Weg zur Tür stehen. »Ist mir eben eingefallen. Also, bis heute Abend. Wir reden beide mit Gina.«

    »Ja, auf Wiedersehen heute Abend.«

    Als Carl in sein Büro kam, legte Sandy eben den Telefonhörer auf. Sie blickte ihn an. »Eine Kundin. Klang nach einer netten Dame mittleren Alters.«

    »Immer das gleiche«, sagte Carl, »keine blonden Schönheiten, bloß nette Damen mittleren Alters.«

    Sandy grinste. »Sie heißt Mrs. Constantine Vidor; möchte einen vermissten Bruder finden. Sie sollen, wenn möglich, heute Nachmittag in ihre Wohnung kommen.«

    Carl nahm den Zettel, den Sandra ihm reichte. Die Adresse war Evening Lane 711. Ein gutes Mittelstands-Wohnviertel, wenn er sich richtig entsann.

    »Schön«, sagte er. »Sonst etwas?«

    »Mr. Sandlo hat angerufen und gesagt, er sei mit der Art, wie Sie seinen Fall behandelt haben, sehr zufrieden.«

    Ein angewiderter Ausdruck zeigte sich auf Carls Gesicht.

    »Scheidungsfälle.«

    Sandy lächelte teilnahmsvoll. »Die zahlen die Rechnungen, Chef. Übrigens, auf Ihrem Schreibtisch liegt ein Haufen Post.«

    »Das werde ich mir gleich ansehen.« Carl ging in sein Zimmer und hängte sein Jackett auf den geschnitzten Kleiderständer. Das Büro war hübsch, blassgrün gestrichene Wände, ein Teppich in den Farben von Herbstblättern. Die Vorhänge zeigten ein Blattmuster, und an den Wänden hingen einige Jagdtrophäen. Carl nannte es seine Höhle, und seine Kunden lächelten dann anerkennend, wussten aber nicht, dass er nur zur Hälfte spaßte.

    Er löste

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