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Notizen zum Coronavirus: Neue Notizen zum Coronavirus

Notizen zum Coronavirus: Neue Notizen zum Coronavirus

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Notizen zum Coronavirus: Neue Notizen zum Coronavirus

Länge:
268 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Mai 2020
ISBN:
9783748733300
Format:
Buch

Beschreibung

Die vom Coronavirus ausgelöste Epidemie ist die größte Herausforderung für Europa seit dem 2. Weltkrieg.

Das Auftauchen einer Lungenseuche in China kann nicht wirklich als Überraschung bezeichnet werden, schließlich  gab es aus China heraus bereits 2 Anläufe auf eine ausufernde Epidemie, die Sars- und die Mers-Seuche. Die COVID-19 Pandemie ist, so betrachtet, bereits das dritte Ereignis und gibt uns berechtigten Anlass, sie als Chinaseuche oder chinesische Seuche zu bezeichnen, deren politische Bedeutung nicht zu unterschätzen ist.

Meine Notizen sind im Wesentlichen politisch motiviert. Was bedeutet die Krise für die Demokratie, die Freiheitsrechte und die Meinungsfreiheit? Kann das Ausnahmerecht der Seuchenbekämpfung, das die Grundrechte einschränkt, eine nachhaltige Wandlung der Gesellschaft bewirken? Je länger die Krise dauert, desto gravierender werden die ökonomischen Folgen sein, bis eine Rückkehr zur alten Ordnung unwahrscheinlich wird. 
Doch auch wenn uns das Virus nicht mehr verlassen sollte, setze ich meine Hoffnung darauf, dass wir aufgrund unseres Erkenntnisvermögens und technologisch in der Lage sein werden, uns dagegen zu impfen.

7. Auflage mit Ergänzungsteil, einschließlich einem satirischen Ausblick
Herausgeber:
Freigegeben:
29. Mai 2020
ISBN:
9783748733300
Format:
Buch

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Neue Notizen zum Coronavirus

Ein Schlusswort zu Anfang

 Die Struktur des Buches ist die Frucht einer allgemein verbreiteten erheblichen Verwirrung gesellschaftlicher Natur und der neuen Zensurbestimmungen, wonach keine neuen EBooks über das Coronavirus in den Verteilungszentren des Internets, also den so genannten Shops, ausgegeben werden dürfen. Bis heute ist Corona dort ein verbotenes Wort für freie Autoren. Meine Updates des alten Buches, das vor dem Verbot erschien, gefallen da gar nicht. Statt eines neuen Corona-Buches gibt es also eine Unzahl von Anhängen an das alte.^^

Um die Verwirrung komplett zu machen, hänge ich hier ein Schlusswort an den Beginn des Buches. Einige Dinge haben sich mittlerweile geklärt. In Europa und Deutschland gibt es nunmehr den wiederholten Lockdown und eine Infektionsrate, die die erste Welle der Verbreitung des Virus bei weitem übertrifft. Die Katastrophe und der anfängliche Kontrollverlust über die Seuche haben sich also nicht etwa nur als Anfängerfehler, sondern als Strukturproblem der politischen und gesellschaftlichen Verfassung des Westens herausgestellt.

Die offene Auseinandersetzung mit einer verfehlten Seuchenpolitik hat in den USA zum Rausschmiss des Präsidenten in einem knappen Wahlausgang geführt. Ohne die Seuche wäre Trump wohl im Amt geblieben, denn seine nationalistische Abgrenzungspolitik wurde bei der weißen Arbeiterschaft und einigen antikommunistischen Latinos durchaus goutiert, ebenso in der aufstiegsorientierten farbigen Mittelschicht, wo man sich nicht mehr als Neueinwanderer betrachtet, sondern von der kolonialen Vergangenheit einer Einwanderungsgesellschaft abzurücken pflegt.

In Europa wird sich die Erkenntnis mit Verzögerung durchsetzen, dass in Folge der postkolonialen Globalisierungspolitik nicht nur das Virus eingewandert ist, sondern auch ein neuer Klassenkampf. Mit der Massenmigration werden daneben auch eine Reihe identitärer Verwerfungen sichtbar, die die Grundfrage der Gesellschaft bestimmen werden, wie man zukünftig auf diesem Kontinent zusammenleben wird. Diese Systemfrage wird keineswegs friedlich ausgefochten, der Kampf ist vielmehr fundamental und wird  notwendig immer tiefer in den Dschihad münden, der durchaus Teil eines Weltreligionskriegs ist und nicht etwa nur ein lokaler Terrorkrieg, den regional die Franzosen auszufechten haben.

Wie sich im Rückblick herauskristallisiert hat, sind all die Symptome der Hilflosigkeit und Hektik, des Unvermögens und der Hysterie in ihrem Erscheinungsbild als die große Dekadenz des Westens zusammenzufassen.

Dekadenz aber hat keine Überlebenschance. Nicht zuletzt die Klimakrise wird als der große Problemfraß, der unerbittlich immer weiter an unseren Überlebensressourcen nagt, die alten Strategien des Zusammenlebens in den Kollaps führen. All das, was unserer Gesellschaft heilig war, wird dann Geschichte sein.

Und wo ist der Lichtblick?

Zu funktionieren schien in Deutschland eine Zeit lang die Intensivbetreuung der Erkrankten in den Krankenhäusern, die Belastung ist gewachsen und der eigentliche Test kommt noch. Und überrascht hat uns die Pharmaindustrie mit einem Impfstoff von  Biontech auf mRNA-Basis - eine neuartige Technologie, von der man noch nicht weiß, welche Nebenwirkungen sie produziert, weil es keine Erfahrungswerte gibt, die nach  bisheriger Erkenntnis aber viel versprechende Wirkung als Coronakiller zeigt. Nun werden wir sehen, ob die Herausforderungen der Massenimpfung  in Deutschland besser bewältigt werden, als etwa der Flughafenbau von Berlin, um mal ein Beispiel zu nennen.

Mit dem Impfstoff auf mRNA-Basis gibt es noch keine Erfahrungswerte, insoweit ist das Neuland. Das heißt nicht, dass ich Impfgegner wäre. Eine funktionierende Impfung ist die Lösung des Coronaproblems für den Westen.

Am 14.1.21 hat Deutschland 11 Corona-Todesfälle pro eine Million Einwohner, damit wurde die Todesrate der USA überholt und liegt weit über dem EU-Durchschnitt von 7.5. Der Weltmeister hat sich zum Totalversager gemausert, und mit der Verimpfung der Bevölkerung scheint es wegen  Organisationsversagen auch nur schleppend vorwärts zu gehen. Aber auch dieser Winter geht vorbei.

Siehe auch: Dekadenzpolitik

Begleittext

Die Gesellschaft ist nach über 6 Monaten Coronakrise noch immer nicht aus dem Hysteriemodus rausgekommen. Eine Neuveröffentlichung über Covid-19 und das Coronavirus wurde in den Shops den freien Autoren bis Anfang August verboten. Die Verwendung der entsprechenden Stichworte in den Suchbegriffen untersagt. Erst im zweiten Anlauf ist es gelungen zumindest in Amazon die Suchbegriffe nachzutragen, nachdem der Titel der Veröffentlichung in Neue Notizen zum Virusproblem geändert worden war. Von der freiheitlichen Gesellschaft gehts abwärts in die Zensurdemokratie, die keine wirkliche Demokratie mehr ist, sondern ein Manipulationsobjekt.

Die stark schematisierte Grafik* über die registrierten Toten weltweit, nach Kontinenten aufgeteilt, illustriert uns gewissermaßen den weißen Elefanten im Raum, nämlich den westlichen Dekadenzbuckel des Versagens in der Coronaepidemie.

Innerhalb kürzester Zeit wurde die westliche Zivilisation zum herausragenden Seuchenüberträger. Obwohl der Bevölkerungsanteil des Westens weniger als 20 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, stellte der Westen zwei Drittel der registrierten Coronainfizierten.

Erst als die Katastrophe da war, wurde von den Regierungen die Notbremse des Lockdowns gezogen, welcher Wirtschaft und Gesellschaft zum zeitweiligen Stillstand brachte.

Dieses Desaster wurde von den westlichen Propagandamedien und den herrschenden Politikern der Bevölkerung als Erfolg verkauft. Es zeigt uns aber vor allen Dingen, dass es keinen funktionierenden Seuchenplan gab, der adäquat umgesetzt werden konnte, wie das in einigen Ländern Südostasiens der Fall war. Die dekadente Gesellschaft und ihre politische Klasse hatten versagt. Und so wie China als der Ausgangspunkt der Seuche, die die Welt verpestete, markiert wurde, wird der Westen als deren Hauptverbreiter in die Geschichte eingehen.

Aufstieg und Untergang vieler Gesellschaften und ganzer Kulturen wurden in der Geschichte von Seuchenausbrüchen begleitet und leiteten oft den Wendepunkt ein. Im Krieg war die Seuche sowohl im Heerlager als auch in den belagerten Städten ein erheblicher Faktor. Die attische Seuche begünstigte das Ende der Dominanz des alten Athens über seine Nachbarn. Die Justinianische Pest krempelte die geschwächte römische Antike um, von da an kam das römische Reich nicht mehr zur Einheit zurück und dämmerte seinem Untergang entgegen. Die Seidenstraße, als Ausdruck der kulturellen Überlegenheit der chinesischen Zivilisation wurde als Übertragungsweg der Pest  identifiziert, die das mittelalterliche Europa verheerte.

War der Einsatz der Pest durch die Mongolen als Kampfmittel, belagerte Städte zu brechen, noch ein Gerücht, wurde im Kolonialismus das Geschenk masernverpesteter Decken an die Urbevölkerung zum verbürgten Killer der alten indianischen Kulturen. Kolonialismus und Imperialismus stehen in einem symbiotischen Verhältnis zur Pestverbreitung.

Wenn der Westen, der einstmals als Beherrscher der Pest galt, nunmehr zum Opfer der chinesischen Seuche geworden ist, hat das weit mehr als bloß symbolische Bedeutung.

Vom Coronavirus zum Faschismus und von da zur Verschwörungstheorie

Dass es der kommunistischen Diktatur Chinas gelang, ihr anfängliches organisatorisches Versagen in der Coronakrise letztlich in einen gigantischen Propagandaerfolg umzumünzen, verwundert wenig, sie hat das Internet weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht. Vom Gulag als Massenlager zur Umerziehung von Minderheiten zum flächendeckenden Hausarrest ganzer Stadtbevölkerungen ist es nur ein Schritt. Der Weg von der ideologischen Volksherrschaft zur totalitären Volkskontrolle unter der Diktatur der Partei wurde mit der Digitaltechnologie und ihren Schnellrechnern noch zusätzlich gepusht und zum allesbeherrschenden Fetisch der modernen chinesischen Zivilisation sakralisiert. Perverser geht’s nimmer.

Aber auch der Westen, der doch die Meinungsfreiheit auf seine Fahnen schrieb, entlarvt sich zunehmend als Gesellschaftskonstrukt mit Schnüffelantrieb, in welchem die herrschende Klasse sich dem Kontrollfetischismus über das niedere Volk hingibt, um von ihrer neu erblühenden Allmacht über den Zeitgeist zu träumen. Die Meinungsherrschaft über das Volk zu erlangen, gilt auch hier als oberstes Geschäftsprinzip der Führerelite. So wird das Volk, das doch oberster Souverän des Staates sein sollte, zum Kasperidioten herabgesetzt. Die Verschwörung einer internationalen Gemeinschaft von Geheimdiensten des Westens - voran die NSA - um in seiner gesamten Breite das Volk auszuschnüffeln, ist dabei nur ein Aspekt des manipulatorischen Willens, den Bürgern auch noch die privatesten Geheimnisse zu entreißen, um sie für den Bedarfsfall irgendwo abzuspeichern, algorithmisch auszuwerten, zu sortieren und gegen sie zu verwenden. Mit derartig ausgefeilten Instrumenten können sowohl im Namen der Statistik windige Entscheidungen über ganze Bevölkerungsgruppen, als auch die Diskriminierung der Einzelnen pseudowissenschaftlich legitimiert werden.

Der Gott aus der Maschine ist ein automatisches Programm. Wer den ersten Zugriff darauf hat, wird zur bestimmenden Instanz. Wohin du immer auch blicken magst, das große Auge trackt dich und schaut in allen Dingen auf dich zurück. Am Ende schwingen sich Volkswächter zu Zensoren auf, die den Faschismus im Volk vermuten und die Verwendung deiner eigenen Sprache qua Oberaufsicht vorschreiben, alte Bücher umschreiben, um böse Wörter zu entsorgen und sie korrekt zu machen und deine öffentlich im Internet geäußerte Meinung nach dem Herr-im-Haus-Standpunkt zu selektieren, um am Ende das Öffentlichkeitsbild herzustellen, das den Herrschenden in ihre Schublade passt, nach der sie die Welt zuzurichten pflegen.

Nach dieser Lesart muss das Internet unter Kontrolle gebracht werden, um den Faschismus im Volk einzudämmen, das in den Spiegel sieht und rassistisch dabei denkt, weil es an sich einen weißen Fleck erkennt, den es programmatisch aus seinem Gesicht wegzuretuschieren gilt, damit kein Unfrieden in der Welt mehr sei. Da die zugegeben naive Selbstliebe in jedem Volk gleichermaßen zuhause ist, wird sie zum universellen Herrschaftsargument aller Imperialisten, die die Weltgesellschaft unter ihre Hoheit bringen wollen. Das Volk ist seinem Wesen nach kein Sklavenhalter, wie es die Geschichtsverfälscher glauben machen wollen, vielmehr schwingt sich eine kleine selbsternannte Herrenschicht auf, sich als höherwertig zu nobilitieren, um feudalistisch als Adelsgeschlecht die Bevölkerung zu ihren Untertanen zu erklären. Im Kolonialismus verband sich dieses Klassenprivileg mit einer unstillbaren Gier nach Landeroberung, in dem die Untertanen fehlten, die deshalb aus der Fremde importiert werden mussten, das neue Territorium zu bewirtschaften.

An diesem Punkt scheidet sich das Alte Europa von den Kolonien. Die Europäer waren eben nicht die, die ausgewandert waren und die Sklavenhaltergesellschaften der Mittelmeerantike blieben den Nordländern barbarischen Ursprungs suspekt, ihnen galt der Menschenraub als orientalische Widerwärtigkeit, die zumindest auf den inneren Zustand der Gesellschaft nicht abfärben durfte.

Die Volksherrschaft ist im Kern antikolonialistisch, sie erklärt das Land zum Volkseigentum.  Wer aus der Fremde kommt, um sich dort anzusiedeln, genießt kein Gastrecht, er muss sich assimilieren. In Deutschland muss er Deutscher werden. Das mag gut oder schlecht oder auch barbarisch gedacht sein, Faschismus ist dergleichen nicht, der kommt aus der Sklavenhalterattitüde des Mittelmeerraums, die sich auf den Imperialismus der römischen Antike bezieht. Aus ‚Heil Cäsar’ konnte so ‚Heil Hitler’ werden, eine gefährliche Narretei sondergleichen und natürlich mörderisch.

Das Coronavirus hat den neuen Nazis kein Glück gebracht, sie konnten damit nichts anfangen. Auch den Rechten, wie Salvini, dem man italienischen Rechtspopulismus vorwirft, hagelte die Seuche in die Umfragewerte, vielleicht hat ihn das Virus politisch sogar zur Strecke gebracht bei der nächsten Wahl. Damit ist die beliebteste Keule, dem Volk einen Maulkorb umzuhängen, für die Coronakrise unbrauchbar, es musste eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden, der Hang des Volkes zum Irrglauben und zur Verschwörungstheorie, der über das Internet die Volksgesundheit gefährde.

Wir Bildungsbürgerlichen sind in die Aufklärung verliebt. Meinungsfreiheit bedeutet, dass niemand die Wahrheit gepachtet hat und kein Wahrheitsministerium den scheinbaren Irrtum verbieten kann, indem es ihn der kritischen Überprüfung durch Verbot entzieht, überhaupt das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Aufklärung ist nur möglich, wenn der Bürger sich selbst informieren kann, der Grundvoraussetzung zum Selberdenken. Dafür muss das Volk zu Wort kommen, statt dass, wie im Internet, an jeder Ecke sich schon ein Türwächter aufgepflanzt hat, der sagt: „Hier stehe ich, hier kommst du nicht vorbei!" Genau so sieht Freiheit nämlich nicht aus. Wer den Irrtum qua Machtvollkommenheit verbieten will, ist kein Freund der Aufklärung, keiner der Demokratie, nicht links und nicht liberal, er ist nur ein Faschist oder ein Chinakommunist, der Freiheitsrechte durch ein Sozialpunktesystem ersetzen will.

Kein Unterdrückungssystem unterband je den Aberglauben, es will sich ihn nur verfügbar machen.

Descartes kritischer Zweifel, Kants Kritische Vernunft, Adornos Kritische Theorie, Poppers Falsifikationstheorie - die Aufklärung kritisiert die traditionalen Glaubenssätze. Keinesfalls nämlich ist das Internet der Hort des Irrtums, der den Irrsinn und die Verschwörungstheorie in den Geist des Volkes implantiert. Die Institutionen des Irrglaubens sind älter und in der Gegenaufklärung erwachen sie wieder. Wer sich aus ein paar vagen Anhaltspunkten eine Weltverschwörungstheorie zusammenbastelt, ist nie dem Gedankengang Descartes gefolgt. All die populistischen Irrtümer, die unaufgeklärten und die der Gegenaufklärung, wo  man der Märchenerzählung über höhere, unsichtbare Wesen und Götter glaubt, die den Menschen befehlen und deren übernatürliche Macht anzubeten sei, sind kein Produkt der Informationsfreiheit, sondern der Mythenbildung, die sich in dem Maße in den Regionen verschieden und widersprüchlich ausdifferenziert, wie die Märchenerzählung eine lokale Wendung nimmt.

Früher glaubte man an den einen Gott und seine vielen Poltergeister, heute an alles Mögliche.

Nur wenn die Gegenrede erlaubt ist und der Irrtum widerlegt werden kann, ist der Aberglaube, der so alt wie die Menschheit ist und nicht etwa so alt wie das Internet, kritisch einzudämmen.

Die grauslichsten Irrtümer wurden von Propheten vor dem Zeitalter der Moderne begangen und endeten damals schon in der Vergöttlichung der Macht, dem heiligen Krieg und der Ketzerverbrennung auf dem Scheiterhaufen. Die Kanzeln der Pfaffen und die Propagandalautsprecher der lokalen Elite, die die Meinungsherrschaft ausübten, haben nur Konkurrenz bekommen, seit Informationen mit Lichtgeschwindigkeit vom andern Ende der Welt ins eigene Haus übertragen werden können. Das wurmt diejenigen, die bisher auf dem hohen Ross saßen, weil ihr interessengeleitetes Gesabber so lange unwidersprochen blieb, während jetzt ausländische Mächte ihre Botarmeen installieren, die Welt mit anderem Unsinn vollzuspammen und dabei zu behaupten, sie seien das Volk.

Zum Schweigen bringen will man das Volk, weil es den Einflussagenten erliege, die teilweise nur KI ist, also kranke Idiotie und künstlicher Irrtum, die vortäuscht, menschlich zu sein und Persönlichkeit zu haben. Übrig bleiben sollen nur die eigenen Einflussagenten, das institutionalisierte Gebrüll über ein erstarrtes Jasagervolk.

Und nun kommen wir zum Knackpunkt der Geschichte. Man kann von den Vereinigten Staaten sagen was man will, aber immerhin  gibt es dort den öffentlichen Zweifel, der es erlaubt, den Präsidenten für seine verfehltes Seuchenmanagement in der Coronakrise zu kritisieren. So besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Virus diesen Regenten in einer kommenden Wahl zur Strecke bringt.

Schon früher in der Finanzkrise ist mir aufgefallen, wie offensiv in der Öffentlichkeit Irrtümer und Verfehlungen der Herrschenden dort angeprangert werden können, selbst Obama hatte sich hingestellt und konstatierte, auf welchem Irrweg die Wirtschaftsmächtigen sich befanden und wie das Glück der einfachen Bürger damit zerstört worden ist, während die Regenten und ihre Lakaien bei uns sich als die großen Macher feiern ließen, als wären nicht staatliche Banken und mangelnde Aufsicht an vorderster Stelle bei den Übeltätern zu finden gewesen. Merkel, die aus dem Mustopf kam, als die Finanzkrise hereinbrach, weil sie blind war, als sie mit der Deutschen Bank im Kanzleramt Party feierte, ließ sich anschließend als Krisenbewältigerin hochleben. Was für ein Déjà-vu–Erlebnis heute.

Heute in der Coronakrise läuft derselbe Propagandazirkus ab wie damals, die Macht  bleibt bei uns sakrosankt und schwingt sich in der Krise zum obersten Zensor falscher Kritik an den Versagern auf, die den großen Dekadenzbuckel in Europa verursachten, der so vielen das Leben gekostet hatte und uns als Weltverpester auf den andern Kontinenten desavouiert, statt klarzustellen, dass es Scheiße bei uns gelaufen ist und dieser Ruin auf die Kappe der Herrschenden gehört, statt dem bösen Volk Unvernunft anzudichten, weil es nicht genügend Abstand gehalten hat, während ihm das Gesichtstuch fehlte. Die Superspreader sind doch die Minderheit, statt das Volk. Ich habe jedenfalls die Regierung rechtzeitig für ihre Untätigkeit kritisiert, als man dachte, die Coronaseuche sei, wie wenn in China ein Sack Reis umkippt, und diese Kritik wurde in den Medien ausgeknipst.

Demokratie kann ohne eine funktionierende Opposition, die befähigt ist, jederzeit die Regierung abzulösen, nicht bestehen. Das Fundament dafür ist Meinungspluralismus und dazu gehört der offene Zugang der Bevölkerung zu den Medien. Wo Zensur herrscht oder der effektive Zugang der besitzenden Klasse und einer politischen Elite vorbehalten bleibt, ist das nicht möglich. Jede Regierung muss den zensurfreien Zugang und die Teilhabe der einfachen Bürger an der Meinungsbildung im Internet gewährleisten, das ist die Systemvoraussetzung für unsere funktionierende Gesellschaft.

Die Verantwortlichen müssen für ihre Fehler bezahlen, statt die Schuldzuweisung auf das Unvermögen des Volkes abwimmeln zu können. An diesem Punkt sind die Interessen der Regierenden und der Regierten nie deckungsgleich. Das Volk muss der Boss bleiben, der die Mächtigen feuert oder der Teufel ist los.

* Vgl. auch https://www.sueddeutsche.de/wissen/corona-zahlen-1.4844448 (Zahlen vom 1.8.20)

Die von mir grafisch stark vereinfachte Flächenaufteilung zeigt den Dekadenzbuckel in Europa und Nordamerika am Anfang der Krise. Viel mehr sollte man da nicht hineinlesen.

Kommentare Mai bis Ende August 2020

 Kommentare I

(Die Kommentare greifen tagesaktuelle Geschehnisse auf. Sie wurden zu Artikeln in den Medien auf deren Forumsseiten unter Pseudonym verfasst und regelmäßig in erheblichem Umfang wegzensiert.)

 2.5.20

Sonntag ist Tag der Pressefreiheit: Die Pressefreiheit sei der Grundstein demokratischer Gesellschaften, sagt der EU-Außenbeauftragte. Na ja, genauer gesagt, ist es

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