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Erzähl keine Märchen! Gratis-Leseprobe: 3 von 12 Märchen

Erzähl keine Märchen! Gratis-Leseprobe: 3 von 12 Märchen

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Erzähl keine Märchen! Gratis-Leseprobe: 3 von 12 Märchen

Länge:
42 Seiten
33 Minuten
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 9, 2017
ISBN:
9783736853607
Format:
Buch

Beschreibung

Diese Gratis-Leseprobe enthält 3 von 12 Märchen, die dieses Genre in all seiner Vielfalt ausloten: Märchen aus Orient und Okzident, sentimental bis satirisch, spannend bis beschaulich, legendär bis aktuell, mystisch bis kriminell, magisch bis realistisch, klassisch bis modern, inspiriert u.a. von Grimm, Andersen und Scheherazade. Klassische Märchen-Muster werden mal mehr, mal minder bedient, aber immer sollte es im besten Sinne märchen-haft zugehen. So treten Drachen auf, Froschkönige, Helden, Hexen, Schwäne, Räuber, Kalifen, Könige ...

Einige Texte wurden bereits in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht; die übrigen sind Erstveröffentlichungen. Die komplette Sammlung ist unter dem gleichen Titel gesondert erhältlich.
Herausgeber:
Freigegeben:
Oct 9, 2017
ISBN:
9783736853607
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

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Die Kinder des Ministers

Nach Motiven aus dem Alten Korea

Zu einer Zeit, als der große König Sejong noch jung war und erst wenige Jahre auf dem Thron in der Hauptstadt Hanseong saß, da war sein wichtigster Ratgeber ein Minister namens Hong. Dieser war viele Jahre älter als der König, doch blieb er lange kinderlos – sehr zu seinem Kummer und dem seiner Frau Choran. Sie befragten Ärzte, Akupunkteure, Mönche und Weise; sie empfingen viele Ratschläge, nahmen Tränke ein, vollzogen magische Riten und pflegten den Beischlaf an allen möglichen und unmöglichen Orten und Zeitpunkten, wo besonders gutes Chi zu finden sei. All dies hatte keinen Erfolg. Schließlich hörten sie von einem Taoisten, der am Fuße des Paektusan lebe und schon vielen kinderlosen Paaren zu Nachwuchs verholfen habe. So erbat sich der Minister Urlaub von seinem König, und zusammen mit seiner Frau pilgerte er gen Norden zu jenem Berg.

Nach vielen Wochen fand man die Einsiedelei des Taoisten, und der Minister trug dem Gelehrten sein Anliegen vor. Dieser meditierte drei Tage und drei Nächte, und am vierten Tag gab er dem Paar seine Antwort: »Minister Hong, Ihr seid ein mächtiger Mann, doch alle irdische Macht kann Euch keine eigenen Kinder verschaffen. Auch ich kann dies nicht, denn ich bin nur ein demütiger Gelehrter. Doch der Drachenkönig kann Euch helfen.«

Choran staunte: »Der Herrscher des Drachenreiches auf dem Grunde des Meeres? Meister, es war schon schwer, Euch zu finden; wie sollen wir jenen König aufsuchen?«

»Ihr braucht ihn nicht aufzusuchen«, erklärte der Taoist. »Ihr müsst ihm nur ein Zeichen Eurer Macht opfern, um zu beweisen, dass Ihr seine Macht anerkennt: Und zwar jenen Finger, mit dem Ihr den Pinsel führt, wann immer Ihr Erlässe im Namen des Königs schreibt und unterzeichnet. Für diesen Finger wird der Drachenkönig Euch ein Kind schenken.«

Damit wies der Gelehrte auf den Zeigefinger an der rechten Hand des Ministers. Dieser erblich, versuchte zu schachern, doch vergeblich: Dies, so der Taoist, sei der einzige Weg.

So brach man auf: Die Frau voller Hoffnung, der Minister aber voller Zagen. Auf der Rückreise kam man an die Bucht Tongjoson; dort bestieg man ein Schiff der königlichen Flotte und segelte aufs Meer hinaus. Als eine Flaute einsetzte, erkannte man darin ein Zeichen, und als das Meer so spiegelglatt war wie Quecksilber, ließ sich der Minister vom Kapitän ein Schwert reichen. Er trat allein an das Heck des Schiffes, doch er zögerte. Er zögerte lange. Erst als die Sonne über dem Festland versank, hörte man vom Heck her einen lauten Schrei, und das Schwert fiel klirrend zu Boden. Sofort stürzte Choran an die Seite ihres Gatten, und entsetzt sah sie, wie das Blut von der Rechten des

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