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Privatdetektiv Joe Barry - Den letzten fressen die Geier

Privatdetektiv Joe Barry - Den letzten fressen die Geier

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Privatdetektiv Joe Barry - Den letzten fressen die Geier

Länge:
140 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 6, 2018
ISBN:
9788711668689
Format:
Buch

Beschreibung

Der Bankräuber Little Tupper soll in das New Yorker State Prison gebracht werden. Doch auf dem Weg dorthin gelingt ihm die Flucht aus dem Überführungswagen. Die Polizisten suchen vergebens nach ihm – Little Tupper scheint spurlos verschwunden. Joe Barry nimmt sich des Falles an. Doch die Suche nach Little Tupper gestaltet sich als viel schwieriger, als Joe Barry gedacht hat. Denn plötzlich haben es auch andere Gangster auf das versteckte Geld aus Little Tuppers Bankraub abgesehen, und die mögen es gar nicht, wenn ihnen jemand in die Quere kommt, schon gar nicht die Polizei oder gar so ein Schnüffler wie Joe ... Am Ende einer beispiellosen Serie von Gewalt, Spannung, Panik und Blutvergießen haben ein halbes Dutzend Menschen für die 300 000 Dollar aus jener Bank in New Brunswick ihr Leben lassen müssen. Nur mit viel Glück ist der Privatdetektiv aus der Bronx nicht auch selbst unter den Toten.Fritjof Guntram heißt mit vollem Namen Fritjof Guntram Haft und ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Autor. 1940 in Berlin geboren, wurde Fritjof Guntram Haft 1968 mit einer Arbeit über die kybernetischen Systeme im Recht an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert. 1982 habilitierte er sich an der Juristischen Fakultät der LMU München. Von 1982 bis 2005 hatte er den Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsinformatik an der Eberhard Karls Universität Tübingen inne. Unter dem Autorennamen "Fritjof Guntram" hat Haft in den sechziger Jahren zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht, die er vorwiegend während des Jurastudiums geschrieben hat. Als Fritjof Guntram Haft hat er auch zahlreiche rechtswissenschaftliche Werke verfasst.-
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 6, 2018
ISBN:
9788711668689
Format:
Buch

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1. Kapitel

Little Tupper wußte, wieviel das Geheimnis wert war, das er als einziger kannte, und trotzdem machte er einen entscheidenden Fehler

Little Tupper trug seinen Namen zu Recht. Er hafte nicht nur ein Spitzmausgesicht mit lückenhaften Zähnen, sondern maß keine fünf Fuß. Dazu trug er das Kinn ständig auf der Brust und blinzelte mit seinen Knopfaugen wie eine Eule im Luftzug. Er trug seit genau 24 Stunden den praktischen Drillichanzug aus der staatlichen Kleiderkammer und als besondere Verzierung eine vierstellige Nummer aufgepinselt.

Little Tupper hing trübseligen Gedanken nach. Seine knochigen Finger trommelten nervös auf das eiserne Bettgestell seiner Pritsche im Untersuchungsgefängnis New Brunswick. Vor einer halben Stunde hatte er erfahren, daß er noch heute in das berüchtigte New Yorker State Prison gebracht werden sollte. Seine Gedanken kreisten immer wieder um die Möglichkeit, sich möglichst schnell und endgültig zu empfehlen. Daran hinderten ihn im Moment nur ein paar Dutzend Wärter und etliche gut verschlossene Türen.

Little Tupper wußte, daß er kostbares Wissen in seinem mittelmäßigen Gehirn beherbergte. Es gab Leute, die ihm glatte 50 000 Dollar dafür hinblättern, würden. Oder auch eine Kugel, je nach Veranlagung.

Zwanzig Minuten vor fünf war es soweit. Rasselnd drehte sich der Schlüssel im Schloß. Mit sattem Schmatzen flog die Eisentür auf. Zwei Wärter erschienen, nickten dem Untersuchungshäftling zu und packten ein Paar solide Handschellen aus.

„Vorschrift, nuschelte der eine. „Steck deine Pfötchen durch und sei ein braver Junge.

„Und mein Rheuma? empörte sich Little Tupper. „Könnt ihr nicht mal eine Ausnahme machen?

Trotzdem ballte er die Hände zu Fäusten und streckte sie vor. Klickend schlossen sich die Handschellen, und mit einer Spepzialkette schloß der eine Wärter Little Tupper an sich an. Dann nahmen sie ihn in die Mitte und führten ihn durch den endlos längen Korridor. Dumpf hallten die schweren Schritte auf dem eisenbeschlagenen Fußboden. Sie mußten vier Tore passieren, stiegen eine Treppe hinab und kamen an der Hauptwache vorbei. Hier erhielt einer der Wärter die nötigen Papiere, und kurz darauf standen sie vor dem Transportwagen, der einsam auf dem gepflasterten Hof parkte. Ein Mann in blauer Polizeiuniform saß hinter dem Steuer und sah ihnen mit unbewegtem Gesicht zu.

Die Tür zur Ladefläche wurde aufgeschlossen, dann nahmen sie Little Tupper seine Handschellen ab.

„Amüsier dich gut", brummte einer der Wärter und ließ ihn einsteigen.

„Wo bleibt der Whisky?" kicherte Little Tupper, während die Tür sich schloß. Sie wurde zweimal verschlossen, dann stieg einer der beiden in das Fahrerhaus. Der andere Wärter ging zum Tor und gab den Weg für den Gefangenentransporter frei. Tuckernd sprang der Diesel an, dann setzte sich der Wagen in Bewegung.

Little Tupper hatte nicht die geringste Lust, dem Staatsanwalt Rede und Antwort zu stehen. Er wußte als einziger, wo sich die Beute aus dem Überfall auf die Farmers Bank von Edmunston befand, und war sich bohrender Fragen gewiß. Seine beiden Kollegen hatten den Fehler begangen, die Polizisten mit einer Maschinenpistole zu empfangen. Der Schußwechsel hatte zehn Minuten gedauert. Zurück blieben zwei tote Gangster und drei verwundete Polizisten, Er jedoch hatte keinen falschen Ehrgeiz entwickelt und folgsam die Hände gehoben, als sie ihn morgens um halb sieben in dem Motel am Stadtrand von New Brunswick verhafteten.

Little Tupper saß auf der Holzbank und preßte die Nase an das vergitterte Luftloch. Er sah noch die Holzhäuser von New Brunswick mit den vielen Ahornbäumen. Es würde noch fünf Minuten dauern, bis sie die Bundesstraße erreicht hatten.

Blitzschnell huschte er von der Bank, kauerte sich unterhalb des kleinen vergitterten Fensters zum Fahrerhaus hin, so daß er im toten Winkel saß und nicht gesehen werden konnte. Es war das Werk weniger Sekunden, das rechte Hosenbein bis obenhin zu rollen und das dort angebrachte Heftpflaster zu lösen. Er hatte es neben einer Kratzwunde angebracht, die er sich selbst beigebracht hatte, und war unbehelligt durch die Untersuchung gekommen. Zufrieden grinsend holte er den kleinen Universaldietrich heraus, den er auf der Haut getragen hatte, und ließ ihn in der Hosentasche verschwinden. Er wußte, daß er in New York nicht damit durch die Kontrolle kommen würde. Diese faulen Tricks waren dort schon seit Jahren bekannt.

Das Schauloch nach vorn konnte er nicht verhängen. Andererseits hatten ihn die Fahrer ziemlich genau im Blickfeld, wenn er hinten stand und das Schloß zu knacken versuchte. Little Tupper überlegte eine Minute, dann schlüpfte er mit den Armen aus der Jacke und steckte die leeren Ärmelenden in die Seitentaschen. Vorsichtig schob er sich nach hinten und stellte sich breitbeinig vor die Tür, die ebenfalls ein vergittertes Fenster hatte. Für einen flüchtigen Beobachter sah es so aus, als starre er sehnsuchtsvoll in die freie Landschaft. In Wirklichkeit steckte er den Dietrich ins Schlüsselloch und versuchte, die richtige Einstellung zu finden.

„Fall nicht raus!" rief ihm einer der Fahrer zu und lachte schallend. Little Tupper zuckte zusammen und rührte sich nicht. Erst als er merkte, daß der Wagen langsam weiterrollte, wagte er wieder aufzuatmen und arbeitete weiter. Schweißperlen standen auf seiner Stirn und er blinzelte schneller als ein Maschinengewehr schießt. Trotzdem waren seine Fingerspitzen ruhig und arbeiteten konzentriert. Es war zwar ein altmodisches Schloß, aber immer noch kompliziert genug. Sechsmal hatte Little Tupper schon das Standbein gewechselt, als das Schloß zum erstenmal schnappte. Er spürte das Geräusch in den Fingerspitzen und unterdrückte einen Pfiff. Wenn es sich noch einmal herumdrehen ließ, war der Weg in die Freiheit offen.

Er warf einen Blick über die Schulter und sah, daß den beiden Begleitern seine Aktivität noch nicht aufgefallen. Mit einer letzten Anstrengung hob er alle Zuhaltungen an und hatte Sekunden später den Dietrich verschwinden lassen. Das Schloß war jetzt unversperrt.

Der Wagen bremste kreischend, und Little Tupper stolperte zu seinem Sitz. Der Puls ging doppelt so schnell wie normal, und er wischte sich den Schweiß vom Gesicht. Vorn hörte er den Fahrer fluchen, dann hielt der Wagen. Sie hatten die Stadtgrenze von New York City erreicht und waren in eine Stauung geraten. Hinter ihnen stand ein Überlandtruck aus Texas, dessen mächtiger Kühler keine drei Fuß Abstand vom Transporter hielt. Hier traute sich Little Tupper noch nicht auszusteigen. Er hatte gehofft, im dichten Stadtverkehr von Manhattan einen günstigen Augenblick zu finden.

Nach ein paar Minuten fuhr der Wagen wieder an. Little Tupper peilte durch das Seitenfenster und sah einen Streifenwagen parken. Zwei Verkehrs-Cops winkten den Wagen durch und sperrten dann die Durchfahrt. Der Truck blieb zurück, und hinter ihnen ergoß sich der Querverkehr über die Straße. Noch rollte der Transporter langsam, und die Fahrer waren mit dem Verkehr vorn beschäftigt. Wie ein Wiesel huschte Little Tupper nach hinten, hörte den zweiten Gang auf Touren kommen und wartete kurz, bis das Geräusch am lautesten war. Dann drückte er blitzschnell die Klinke herunter, ließ die Tür aufschwingen und huschte hinaus. Er kauerte sich auf das Trittbrett und ließ die Tür sofort wieder zufallen. Das klickende Geräusch ging im Motorenlärm unter. Keiner der beiden Fahrer hatte etwas gemerkt.

Am Horizont tauchte der erste Wagen auf, und Little Tupper riskierte es. Er sprang nach hinten ab, rollte sich wie ein Igel zusammen und schlug auf der Straße auf. Rasch kam er wieder auf die Füße, raste seitlich auf das Maisfeld zu und sah aus den Augenwinkeln heraus die Bremslichter des Transporters aufleuchten.

Seine Schnelligkeit kam ihm jetzt zugute. Mit einem Hechtsprung verschwand er im knapp mannshohen Maisfeld. Ein paar Kugeln pfiffen durch die Luft und rauschten irgendwo durch die Halme.

Die beiden Wärter hatten den Schatten auf der Straße gesehen, sich sofort überzeugt, daß die Ladefläche leer war, und hatten den Wagen mitten auf der Straße stehenlassen. Gleichzeitig rissen sie die Türen auf, sprangen mit einem Satz auf den Asphalt und schossen schon im Laufen. Sie rannten dreißig Meter zurück und stürzten sich an der Stelle ins Feld, wo Little Tupper verschwunden war. Mit beiden Armen pflügten sie durch die wogende Pracht, stießen wütende Flüche aus und schossen wahllos auf alle sich bewegenden Halme.

Nach einer halben Stunde sahen sie ein, daß Little Tupper ihnen entkommen war. Nur mit einer Hundertschaft hätte man jeden Quadratmeter untersuchen können. So aber mußten sie es aufgeben.

Mit verkniffenen Gesichtern kehrten sie zur Straße zurück. Hier hatte sich inzwischen ein Auflauf gebildet. Mit heulender Sirene jagte gerade ein Streifenwagen heran. Zwei Polizisten sprangen heraus und wollten die Fahrer wegen Verkehrsgefährdung anraunzen, als einer abwinkte.

„Verbinden Sie mich mit der Zentrale New York", sagte der Wärter und kletterte in den Streifenwagen. Er bekam die gewünschte Sprechfunkverbindung und gab seinen Bericht durch.

„Mann, sagte der Sergeant und schob sich die Mütze ins Genick, „in Ihrer Haut möchte ich jetzt nicht stekken. Das gibt nicht nur eine Zigarre von oben, sondern gleich eine ganze Kiste voll.

Achselzuckend ging der Wärter zum Wagen und stieg ein. Er fuhr weiter nach New York und bereitete sich seelisch schon auf den Anpfiff vor. Es war ihm noch immer ein Rätsel, wie der Gefangene den verschlossenen Wagen hatte verlassen können, aber dafür waren die Spezialisten zuständig. Sie sollten sich mit dem Problem herumschlagen und dann den Schuldigen finden.

*


Drei Minuten vor sechs Uhr parkte Privatdetektiv Joe Barry seinen Wagen im Hof des Police Center. Kurz darauf stand er vor der Glastür mit der Aufschrift „Mordkommission C/II" und wartete, bis der Sekundenzeiger auf der Zwölf stand. Dann riß er die Tür auf und stand Punkt sechs Uhr in Antony Starrs Büro.

„Gewonnen!" verkündete er und schob den Hut in den Nacken.

„Okay, das ist das erste Mal, daß du pünktlich bist, brummte Tom und schob einen Schwung Akten in die Schreibtischschublade. „Für heute ist Schluß.

Kritisch musterte er Joes neue Krawatte und setzte gerade zu einer passenden Bemerkung an, als das Telefon klingelte.

„Ich würde sagen, du bist schon weg", riet Joe und starrte argwöhnisch auf den weißen

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