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Götterdämmerung in Nürnberg - Das Haus Leupolth Anno 1930

Götterdämmerung in Nürnberg - Das Haus Leupolth Anno 1930

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Götterdämmerung in Nürnberg - Das Haus Leupolth Anno 1930

Länge:
144 Seiten
1 Stunde
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Jan. 2021
ISBN:
9781393566939
Format:
Buch

Beschreibung

 

Auf das Handelshaus Leupolth, das sich in den letzten Jahrzehnten einen Namen als Hersteller von ansprechender Mode gemacht hat und seitdem auf diesem Gebiet einen sehr guten Ruf genießt, kommen schwierige Zeiten zu, obwohl die Modelle in aller Welt heiß begehrt sind. Wir schreiben das Jahr 1930, die Weltwirtschaft gerät massiv ins Wanken, die Nationalsozialisten fassen politisch immer mehr Fuß. All das geht auch am Handelshaus Leupolth nicht spurlos vorüber, das massive Umsatzeinbrüche verzeichnen muss, bis es sogar einen Anschlag auf Carl Anton zu Leupolth gibt, der einer alten Geschäftspartnerin der Familie zu Hilfe eilt, weil diese ihr Leben bedroht sieht

Herausgeber:
Freigegeben:
30. Jan. 2021
ISBN:
9781393566939
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Götterdämmerung in Nürnberg - Das Haus Leupolth Anno 1930 - Tomos Forrest

Götterdämmerung in Nürnberg

von Tomos Forrest

––––––––

Klappentext:

Auf das Handelshaus Leupolth, das sich in den letzten Jahrzehnten einen Namen als Hersteller von ansprechender Mode gemacht hat und seitdem auf diesem Gebiet einen sehr guten Ruf genießt, kommen schwierige Zeiten zu, obwohl die Modelle in aller Welt heiß begehrt sind. Wir schreiben das Jahr 1930, die Weltwirtschaft gerät massiv ins Wanken, die Nationalsozialisten fassen politisch immer mehr Fuß. All das geht auch am Handelshaus Leupolth nicht spurlos vorüber, das massive Umsatzeinbrüche verzeichnen muss, bis es sogar einen Anschlag auf Carl Anton zu Leupolth gibt, der einer alten Geschäftspartnerin der Familie zu Hilfe eilt, weil diese ihr Leben bedroht sieht ...

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Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books, Alfred Bekker, Alfred Bekker präsentiert, Casssiopeia-XXX-press, Alfredbooks, Uksak Sonder-Edition, Cassiopeiapress Extra Edition, Cassiopeiapress/AlfredBooks und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© Roman by Author

© Cover: Nach Motiven mit Steve Mayer, 2021

© Logo: Steve Mayer, 2021

Lektorat/Korrektorat: Kerstin Peschel

DAS HAUS LEUPOLTH, ANNO ... – Created by Jörg Martin Munsonius

Based on the Characters and Storyline by Thomas Ostwald & Jörg Martin Munsonius

© dieser Ausgabe 2021 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

––––––––

Helene zu Leupolth

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Harriet Duncan

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Die Personen der Handlung

Carl Anton zu Leupolth: Sohn von Wilhelm zu Leupolth, 34 Jahre

Charlotte: seine Frau 31 Jahre, Kinder: Gustav und Anton

Heinrich zu Leupolth: der jüngere Bruder, sitzt im Rollstuhl, unterstützt aber nach Kräften Carl Anton.

Helene zu Leupolth: Cousine von Friedrich und Karl, moderne Frau und Verführerin (‚Das rote Korsett‘) 83 Jahre – noch immer tonanagebend im Hause Leupolth

Christine Walburg: kehrt nach längerer Abwesenheit nach Braunschweig zurück

Harriet Duncan und Bruder John: Deutsch-Amerikaner. Harriet fährt Motorradrennen und ist Fliegerin mit einem Höhenrekord für Frauen. Sie trainiert derzeit für den ersten Transkontinentalflug einer Frau.

***

1.

Carl Anton zu Leupolth liebte die blaue Stunde. Diese Spanne zwischen dem Sonnenuntergang und der eigentlichen, nächtlichen Dunkelheit, war für ihn die Zeit, um vom hektischen Alltag in seiner Firma zu entspannen. Ein guter Rotwein, eine Zigarre und – ein Buch gehörten für ihn dazu. Er würde sich selbst niemals als Schöngeist bezeichnen, und doch war er es auf eine ganz eigene Art. Tagsüber im Gespräch mit Kunden, Geschäftspartnern oder dem Personal war er der kühle, unnahbare Geschäftsmann, Leiter einer über lange Zeit gewachsenen Firma. Wohlgefällig ging er durch die neuen Gebäude in der Praterstraße, sah in jedes Büro, in jedes Atelier und schließlich in die Schneiderwerkstatt. Das Haus zu Leupolth expandierte, und während man den Gewürzhandel in der letzten etwas Zeit vernachlässigte, wurde der Modebereich, der 1877 durch die Cousinen Vanessa und Helene zu Leupolth ins Leben gerufen wurde, geradezu stürmisch gefordert. Lächelnd stand er bei diesen Rundgängen vor den Gemälden seiner Ahnen, die man zur Einweihung der neuen Textilfabrik aus den alten Häusern der Familie herübergeschafft hatte und in einer würdigen Galerie vereinte. Besonders gern stand er vor den noch sehr frisch wirkenden Porträts der vorigen Generationen. Er bewunderte durchaus den unruhigen Geist seines Großonkels Karl Ludwig zu Leupolth, der einen eigenen Firmenzweig mit seinen Motorenwerken gründete. Karl Ludwig arbeitete an der Verbesserung eines Fahrzeuges, das kostengünstig mit Dampf angetrieben werden sollte und nach Art eines Omnibusses Menschen über größere Distanzen beförderte. Mehr nebenbei liefen seine Arbeiten an den Motorkutschen, die mit Benzin angetrieben wurden. Karl Ludwig zu Leupolth verunglückte gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Wilhelm bei einer Probefahrt tödlich, als die Dampfmaschine der Dampfkutsche explodierte.

Neben dem Porträt seines Großonkels hing das seines Großvaters Friedrich Wilhelm zu Leupolth, der zusammen mit dessen Ehefrau Emma Viktoria Luise und Tante Vanessa sowie deren Cousine Helene das Modehaus zu Leupolth zu einer großen und bedeutenden Marke entwickelte. Während der reine Handel mit qualitätsvollen Stoffen weiterentwickelt wurde, zusätzlich Schnittmuster auf den Markt kamen und in den Modezeitungen der Zeit ihre Verbreitung fanden, waren es die Damen, die nach dem Tod Friedrich Wilhelms die Geschäfte weiterführten und sich vor allem einen Namen mit neuer, aufregender Damenunterwäsche machten.

Ihnen verdankte die Damenwelt ein neuartig geschnittenes Korsett, das nicht nur zu einer perfekten Figur verhalf, sondern auch durch seinen Zuschnitt die Fantasie der Männer beschäftigte. Obwohl in zahlreichen, verschiedenen Farben und Ausführungen in vielen Geschäften überall im deutschen Kaiserreich erhältlich, war es insbesondere das rote Korsett, das den Namen Leupolth in der Modewelt des 19. Jahrhunderts zu einer der bekanntesten Marken machte. Leupolth – Creation Vanessa & Helene – das war als Name wohl inzwischen jeder modebewussten Frau gut vertraut.

Einen Schritt weiter brachte ihn vor das Porträt seines Vaters Wilhelm, der bereits sehr jung verstarb. Der stets etwas blass aussehende Wilhelm war hier als noch ganz junger Mann gemalt worden. Wo seine Vorfahren noch streng geschlossene Hemdkragen und Krawatten oder Schals trugen, hatte er ein quergestreiftes, offenes Hemd an und blickte nicht so ernst und würdevoll zu dem Künstler, sondern zeigte ein breites, jungenhaftes Lächeln. Es war also ein außergewöhnliches Bild und schien nicht so recht in die Ahnenreihe zu passen.

Wilhelm zu Leupolth hatte das Erbe nur äußerst zögerlich und ungern angetreten. Er wäre viel lieber Lehrer am hiesigen Gymnasium geworden, dazu war er leidenschaftlicher Turner und förderte in Nürnberg das noch immer verbotene Fußballspiel, so gut es ihm möglich war. Nachdem die Lehrer Konrad Koch und August Herrmann als winterliches Spiel für ihre Schüler bereits 1874 das Fußballspiel in Braunschweig eingeführt hatten, war es in Bayern noch lange Zeit regelrecht verboten, und auch im fränkischen Nürnberg zögerte man noch lange, das Spiel im Schulunterricht zu erlauben. In München hatte man erst 1872 nach preußischem Vorbild die Zentralturnlehrerbildungsanstalt gegründet. 1891 folgte die Gründung des „Zentralausschusses zur Förderung der Volks- und Jugendspiele in Deutschland, die nun auch den Turnunterricht für die Mädchen einführte. Aber das ursprünglich aus England stammende Fußballspiel galt trotz seiner deutschen Väter mit eigenem Regelwerk als „undeutsch und dagegen setzte sich nun Wilhelm zu Leupolth energisch ein. Der junge Kaufmann hatte während seiner Ausbildungsjahre auch mehrfach Reisen zu den ausländischen Geschäftspartnern unternommen, unter anderem auch nach England. Hier sah er sich bei den verschiedenen Colleges Sportarten an und brachte begeistert Anregungen mit nach Nürnberg. Zum Erstaunen seiner Mutter und der anderen Damen, die gemeinsam die Firma zu Leupolth führten, entwarf der junge Mann eine Kollektion für das Turnen an Gymnasien und höheren Bildungsanstalten, wie er sie etwas umständlich nannte. Nach den Schulbekleidungen in England gab es nun im Hause Leupolth für die Jungen Shirts mit langen Ärmeln und einem gestreiften Muster, dazu lange, über das Knie reichende, bequem geschnittene Turnhosen. Für die jungen Mädchen weit geschnittene Hosenkleider, die einerseits ihre Körperformen verhüllten, andererseits genügend Freiheiten beim Turnen gaben. Daraus entstanden dann gleichzeitig auch bequeme Bademoden, die sich ebenfalls rasch großer Beliebtheit erfreuten. So entstand dank der Vorliebe Wilhelms für das Turnen eine neue Verkaufslinie des Hauses zu Leupolth, die auch gern von den immer mächtiger werdenden Warenhäusern aufgenommen wurden. Schon bald wurde für die Leupolths deutlich, dass diese Warenhäuser ihre wichtigsten Kunden wurden. Alte Beziehungen nach Braunschweig lebten wieder auf, und da man dort noch eine Immobilie besaß, war ein regelmäßiger Besuch in der Stadt an der Oker mit der Annehmlichkeit verbunden, dort in eigenen Räumen übernachten zu können. Das Kaufhaus Frank wurde in dieser Zeit einer ihrer besten Kunden.

Doch Wilhelm zu Leupolth konnte seine Leidenschaften nicht lange pflegen. Er erkrankte früh an einer heimtückischen Blutkrankheit und hinterließ bei seinem frühen Tod Frau und zwei Söhne: Carl Anton, der schon im Folgejahr auch seine Mutter verlor und nun seine ganze Kraft dem Wohlergehen des Hauses zu Leupolth widmete. Heinrich dagegen, der jüngere Sohn der Familie, saß seit seiner frühesten Kindheit im Rollstuhl. Aber er brachte sich ein, wo es um neue Modeentwürfe und Ideen für das Haus Leupolth ging.

Das letzte Porträt in der Reihe zeigte die schöne Helene zu Leupolth, Cousine von Friedrich Wilhelm und Karl Ludwig, femme fatale und kreativer Kopf bei zahlreichen Entwürfen. Die resolute, betagte Dame lebte noch immer und war an nahezu jedem Wochentag in der Fabrik anzutreffen. Sie trat auf wie die Firmenchefin, was sie eigentlich auch noch immer war, nachdem sowohl Emma wie auch Vanessa schon vor einigen Jahren gestorben waren und schließlich Carl Anton die Firmenleitung von seinem Vater Wilhelm übernahm, der schon seit seinem zwanzigsten Lebensjahr unter einer schweren Lungenkrankheit litt, die sich allerdings langsam entwickelte und ihm sogar eine Zeit lang das ausgiebige Turnen mit Laufspielen und dem Fußball ohne besondere Beschwernisse ermöglichte.

„Helene, was wären wir wohl heute ohne dich, was wäre das Haus zu Leupolth ohne deine nimmermüde Kreativität?", murmelte er oft leise, wenn er vor ihrem Jugendbildnis stand. Aber dann erlebte er die alte Dame wieder, wie sie auf einen Stock gestützt, gertenschlank und immer noch mit der Schönheit des Alters gesegnet, resolut Einspruch erhob, wenn ihr wieder einmal ein Entwurf nicht gefallen hatte oder ein Stoff in der vorgelegten Qualität oder der Farbe

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