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Hexenhammer 2 - Alles Leid währt Ewigkeit

Hexenhammer 2 - Alles Leid währt Ewigkeit

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Hexenhammer 2 - Alles Leid währt Ewigkeit

Länge:
220 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 26, 2021
ISBN:
9783955729561
Format:
Buch

Beschreibung

Charlotte de Conde, die sich rund um Lemgo einen Namen als Inquisitorin und Hexenjägerin gemacht hat, wird vom Großinquisitor Heinrich Institoris beauftragt, eine Sekte zu besuchen, die in einem Kloster im Harz ihr Unwesen treibt. Handelt es sich bei den Mitgliedern von "Sanctus Lupus" wirklich um Werwölfe? Und bietet der Edelmann Heinrich Cornelius Mudt von Gilding Charlotte tatsächlich so selbstlos seine Hilfe an, wie es auf den ersten Blick scheint?
Herausgeber:
Freigegeben:
Feb 26, 2021
ISBN:
9783955729561
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Hexenhammer 2 - Alles Leid währt Ewigkeit - Uwe Voehl

Epilog

Am Anfang stand die Gier

Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben.

Und so ging der Baron Nicolas de Conde einen Pakt ein mit dem Teufel, der in diesem Fall Asmodi hieß.

Nun wissen wir spätestens seit Goethes Faust, dass dergleichen Bündnisse stets Unheil hervorrufen, versteht es der Bockfüßige doch ein jedes Mal, seinen Vertragspartner übers Ohr zu hauen.

So auch den Baron de Conde. Das ewige Leben wurde ihm zwar gewährt, doch zahlte er grausam dafür, indem der Teufel ihm seine Familie – seine Frau und seine geliebten Kinder – nahm.

Soweit die Ausgangsgeschichte, wie sie vor über vierzig Jahren Ernst Vlcek ersonnen hat, als er den Grundstein für die Serie DORIAN HUNTER legte. Dorian, ein düsterer Charakter, wurde aufgrund der Tatsache, dass Dämonen seine Frau in den Wahnsinn getrieben hatten, zum unerbittlichen Kämpfer gegen das Böse. Im Laufe seiner Abenteuer fand er außerdem heraus, dass er die Reinkarnation de Condes war, der nach jedem Tod in einem anderen Körper wiedergeboren wird.

Meinem Verleger Dennis Ehrhardt kam die Idee, einige der Wendepunkte in Dorians Leben (und in den Leben seiner früheren Inkarnationen) zu beleuchten. Dies sollte nicht in der DORIAN HUNTER-Serie geschehen, sondern im Rahmen von Sonderbänden. Die Idee des HEXENHAMMER war geboren – und damit auch die Idee, Buch 1 dieser neuen »Serie« mit dem ersten Leben Dorian Hunters zu beginnen.

Allerdings ist die Geschichte des Barons ja schon aus DORIAN HUNTER bekannt – jedenfalls bis zu de Condes Hinrichtung. Was sollte da noch groß hinzugefügt werden? Aber wo der Teufel im Spiel ist, sind Lug und Trug nicht fern. Ich stellte alles infrage, was de Conde in seinem Tagebuch niedergeschrieben hatte. Und erschuf einen neuen Charakter: Charlotte de Conde, die Tochter des Barons, die jedoch zunächst nichts von ihrer Herkunft ahnt und in einem Kloster von teuflischen Nonnen in Asmodis Namen erzogen wird. Als Charlotte die Flucht gelingt, begibt sie sich in die Dienste der Inquisition. So heißt denn auch der erste HEXENHAMMER-Band »Die Inquisitorin«.

In diesem zweiten Buch führe ich Charlottes Weg und Werdegang fort, wobei immer noch die Frage ihrer wirklichen Herkunft und der ihrer Geschwister im Raume steht. Während »Die Inquisitorin« sich hauptsächlich mit verbürgten geschichtlichen Gräueltaten befasst und drastisch die Grausamkeit der damals im Namen der Kirche verübten Verbrechen schildert, schwebte mir für diesen Band von Beginn an eine eher klassische Horror-Geschichte vor. Die Idee eines abtrünnigen Ordens hatte ich schon sehr früh, aber ich wollte ihm ein spezielles »Gesicht« geben. Darüber grübelte ich nach, als ich zufällig einen Song der Saarbrücker Power-Metal-Band Powerwolf hörte. Die Musik findet voll aufgedreht durchaus meinen Geschmack, aber vor allem faszinierten mich die Coverillustrationen der CDs, die von der slowakischen Künstlerin Zsofia Dankova gestaltet sind und zumeist wolfsartige Menschenwesen zeigen – oder menschenartige Wolfswesen, je nach Sichtweise. Darunter auch mein Lieblingsbild auf dem Album »Blood of the Saints«, das drei Wolfswesen mit Bischofsmitra und abgewandeltem Hirtenstab zeigt. Da hatte ich meinen Orden! Die Idee, dass ein ganzes Heer ähnlich den Kreuzrittern einst im Namen der Kirche unterwegs gewesen war, flog mir daraufhin fast wie von selbst zu ... und schon entwickelte sich die Geschichte um »Sanctus Lupus«!

Natürlich verrate ich an dieser Stelle noch nicht, welche Irrungen und Wirrungen Charlotte de Condes Weg diesmal im Detail nimmt, bleibt doch nicht allein ihre Herkunft ein Menetekel. Auch der Teufel und sein zwielichtiger Geselle Olivaro treiben weiterhin ihr perfides Spiel mit ihr.

Am Ende mag wohl nur eines sicher sein. Dass Charlottes Weg auch mit diesem vorliegenden Band noch nicht zu Ende ist.

Uwe Voehl

Bad Salzuflen, Juli, anno domini 2020

»Nach ewigem Leben strebte der Baron de Conde,

darum ging er ein den teuflischen Pakt.

Doch nicht nur die Seele,

auch Frau und Kinder stahl Asmodi ihm.

Verzweiflung trieb de Conde,

einen zweiten Pakt zu schmieden.

Sohn und Tochter, so versprach der Teufel ihm,

sollten von den Toten auferstehn.

Eins der Kinder sollte Gutes wirken,

das andere dem Bösen dienen

und sein, Asmodis Kinde, sein.

Aber welchen Weg ein jedes nehme

Und welches wessen sei,

das erst würde sich erweisen.

Allein, vom Bösen spricht sich niemand frei.«

(Aufzeichnungen über das Haus Conde, Verfasser unbekannt, Privatdruck, Straßburg, 1837)

»Doch was keiner ahnt und keiner weiß:

Der Kinder waren’s drei!«

(Handschriftliche Notiz, S.5)

Prolog

»Tu es nicht! Geh nicht hinein!«, flüstert die Stimme in meinem Kopf.

»Tu es!«, flüstert eine andere.

Ich weiß nicht, auf welche der Stimmen ich hören soll. Welcher ich vertrauen kann.

Das Haus steht einsam in der Landschaft. Wie ein Würfel, der, vom Teufel geworfen, zufällig hier zum Liegen gekommen ist.

Gehetzt schaue ich mich um. Das Wolfsgeheul ist näher gekommen. Das Rudel ist ausgehungert. Der Winter ist kalt und frostig. Eine dichte Schneedecke liegt über der Landschaft wie ein Leichentuch.

Die ersten Wölfe tauchen auf dem Hügel auf. Wie Scherenschnitte wirken ihre schwarzen Schatten auf dem weißen Grund.

Ich zögere nicht länger und öffne die Tür. Warum wundere ich mich nicht, dass sie nicht verriegelt ist?

»Weil du hier willkommen bist!«, flüstert die zweite Stimme.

»Weil es eine Falle ist«, warnt die erste.

Rasch schließe ich die Tür hinter mir. Keinen Augenblick zu früh, denn schon wirft sich ein Wolf von außen dagegen. Sein Wutgeheul dringt mir durch Mark und Bein.

Doch dann vergesse ich die Wölfe und die Gefahr, in der ich bis eben noch schwebte. Zu wunderlich ist der Raum, den ich betreten habe.

Flackernder Kerzenschein erhellt ihn. Das Licht fällt auf die dicht gedrängten Bilder. Kaum ein Platz an den Wänden ist mehr frei.

Ich trete näher und betrachte die Bilder. Sie alle müssen von demselben Maler stammen. Sie tragen eine Handschrift.

Und sie alle zeigen Kinder. Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters.

Aber es sind keine fröhlichen Gesichter. Die Kinder weinen, und in ihren Mienen spiegeln sich Trauer und Leid.

Leid, wie auch ich es empfinde.

Und alles Leid in mir währt Ewigkeit.

Wer sind all die Kinder? Wer hat ihnen wehgetan? Was müssen sie erlitten haben?

Ein Schluchzen.

Es kommt von oben.

Zögernd gehe ich die knarrenden Stufen hinauf. Je höher ich gelange, umso schwerer fällt mir jeder Schritt. Mir ist, als würde jemand von hinten an mir ziehen, jemand, der mich schützen möchte vor dem, was mich oben erwartet. Dann aber ist es mir, als würde ich einen Stoß in den Rücken erhalten, der mich weiter hoch befördert.

Und so geht es in einem fort. Ich werde nach hinten gezogen, dann wieder nach oben gestoßen. Wie ein Fetzenball fühle ich mich den unbekannten Kräften, die an mir zerren, ausgeliefert.

Gleichzeitig höre ich erneut die widerstreitenden Stimmen.

»Dort oben erwartet dich die Erkenntnis!«, lockt die eine.

»Dort oben erwartet dich Leid«, warnt die andere. Und sie setzt hinzu: »Das Leid wird nicht allein deins bleiben. Es wird viele treffen. Es wird …«

Die zweite Stimme verstummt. Ich vernehme das triumphierende Lachen der ersten.

Zugleich fühle ich mich emporgetragen. Da ist kein Zurückzerren mehr in meinem Rücken.

Halb fürchte ich mich, halb giere ich nach dem, was mich erwartet.

Dann stehe ich dort oben. Auch dieser Raum ist von Kerzenschein erhellt.

Nur ein einziges Gemälde hängt an der Wand. Es ist winzig, sodass ich näher treten muss, um es zu betrachten.

Doch als ich davorstehe, kommen auch mir die Tränen.

Denn ich sehe –

MICH!

Doch noch während ich das Bild anstarre, beginnt es sich zu verwandeln, und ich schaue in das weinende Antlitz eines Jungen, der mir so ähnlich sieht, als wäre er mein Bruder.

Mein Bruder, den ich niemals hatte.

Kapitel 1

Ich habe die Gabe.

Sie ist mir geschenkt worden von Gottes Gnaden.

Ich kann sie nicht erklären oder gar beweisen. Doch sie ist in mir.

Sie ist nicht nur ein Segen, denn sie gebiert gleichermaßen Leid und Qual.

Der Herr Pfarrer Coctorius trat ein. Er hatte sich zuvor angekündigt und wirkte sehr niedergeschlagen. Er war ein großer, gutaussehender Mann und ein treuer Sohn der Kirche.

Das Zimmer, das ich bewohnte, war winzig, aber doch beherbergte es einen Stuhl. Ich bat den Herrn Pfarrer, darauf Platz zu nehmen, und setzte mich selbst auf den hölzernen Rahmen der Schlafstatt, um nicht auf ihn hinabzusehen, denn dies hätte sich nicht geziemt.

»Was führt Euch zu mir?« Ich hatte gleich erkannt, dass ihm etwas auf dem Herzen lag.

Er wand sich zunächst, doch dann rückte er mit der Sprache heraus: »Es ist doch wahr, Ehrwürdige Frau Inquisitorin, dass es sich als nicht gut katholisch erweist zu behaupten, durch Incubi und Succubi könnten Menschen erzeugt werden?«

»Eine höchst ungewöhnliche Frage, Herr Pfarrer. Tragt Ihr denn Sorge, ein Incubus oder Succubus könne eines eurer Schäfchen zu unzüchtigem Beischlaf verleitet haben?«

»Mehr noch, denn wie ich eben sagte, besteht Sorge, dass es nicht bei dem Beischlaf geblieben ist …«

Er hatte die Stirn in tiefe Falten gelegt, und ich vermochte seine Besorgnis durchaus zu begreifen, verstanden es doch die Dämonen, sich durch Hexerei als Söhne und Töchter Gottes auszugeben. Wie jeder wusste, sammelten sie die Samen. Doch wie mein Mentor Heinrich Institoris im »Malleus Maleficarum« richtig sagte: Die Dämonen verüben die gar unflätigen fleischlichen Handlungen nicht der Lust wegen, sondern um die Seele und den Leib jener zu besudeln, die sich in ihrer Gewalt befinden. Als Geister haben diese Dämonen keinerlei Lustgefühl, denn sie besitzen ja keinen eigenen Körper, doch umso mehr verschafft es ihnen Befriedigung, durch das Laster der Wollust die Natur des Menschen zu zerstören. Der besudelte Mensch, durch Hexenkünste an Leib und Seele beschädigt, wird so auch anderen Lastern geneigter sein als zuvor.

Dies alles erklärte ich Coctorius, doch beruhigte es ihn nicht sonderlich.

»Aber heißt es nicht, dass die Dämonen den Samen sammeln, um daraus verschiedene Arten zu erzeugen? Spricht die Heilige Schrift nicht von den Giganten, die auf Erden wandeln, und von Dämonen, die aus ebensolchem Samen gezeugt wurden?«

»Das Sammeln der Samen halte ich für eine Mär. Aber worauf wollt Ihr hinaus?«

»Nun, wenn die Dämonen aus den geraubten Samen Wesen erzeugen, warum sollten sie es dann nicht gleich beim Beischlafe vermögen?«

Ich vergegenwärtigte mir erneut die weisen Worte meines Gönners Heinrich Institoris und antwortete in seinem Sinne: »Wie ich sagte, dienen die unkeuschen Handlungen der Incubi und Succubi allein dem Zwecke, Körper und Seele zu beschmutzen. Zwar kann die Frau den Samen wirklich empfangen und gebären, doch können die Dämonen bei solcher Zeugung nur die örtliche Bewegung ihres Wirtes beeinflussen, nicht aber die Zeugung selbst. Insofern, lieber Herr Pfarrer, vermag ich Euch zu beruhigen, was die Verfehlung Eures Gemeindemitgliedes betrifft: An der Zeugung ist allein derjenige beteiligt, dessen Same es war, daher ist auch das geborene Kind nicht eines Dämons, sondern des Menschen. So will es der Herr, der noch immer und allzeit über dem Teufel und seinen Heerscharen steht!«

Ich hoffte, dass Coctorius sich mit meinen Erklärungen zufriedengeben würde, denn mir knurrte bereits der Magen. Mein Besucher war vor der Morgenmesse erschienen, und ich hatte noch kein Frühstück zu mir genommen. Doch ahnte ich, dass ihn eine ganz andere Besorgnis zu mir geführt hatte.

Ich hatte es gleich gespürt, als er eingetreten war.

Ich habe die Gabe.

Ich vermag die Dämonen zu schauen. Ich kann ihre menschlichen Hüllen erkennen. Daher weiß ich, dass es zumeist Unschuldige trifft, die im Namen der Inquisition in den Folterkellern leiden und gerichtet werden. Oftmals sind es die Dämonen selbst, die sich als Folterknechte und Richter aufspielen.

Doch genauso verleiht mir meine Gabe das Gespür, Verfehlungen zu erkennen.

Und der Pfarrer hatte gefehlt.

Um ihm zu helfen, sagte ich: »Auch wir, die wir der katholischen Kirche treue Diener sind, sind nicht gefeit vor dämonischen Attacken.«

Ich sah ihm tief in die Augen, und er senkte den Blick.

»Dann wisst Ihr also …?«

Ich nickte. »Es ist zu offensichtlich. Ihr sprecht nicht von einem Eurer Schäfchen. Die Sorge um Euch selbst treibt Euch zu mir, nicht wahr?«

Kurz hatte er den Kopf gehoben, nun senkte er ihn rasch wieder. Die Hände, mit denen er den Rosenkranz hielt, zitterten.

»Es war die Bramsche«, presste er hervor. »Sie bat mich in ihr Haus, unter dem Vorwand, es sei von einem Dämon befallen, der sich als ihr vor vielen Jahrzehnten totgeborenes Kind ausgibt, und ich sollte einen Exorzismus ausüben. Doch nicht im Gebäude hauste der Dämon – sondern in ihrem Körper! Sie, die alt und gebrechlich war, verwandelte sich vor meinen Augen in ein junges, wollüstiges Weib! Ich rief den Herrn an, mir beizustehen, doch der Succubus war stärker und bot alle Schlechtigkeit und Scheußlichkeit auf, die nur denkbar ist!«

Coctorius zitterte am ganzen Körper, sodass ich ihm tröstend die Hand auf den Arm legte.

»Niemals ist ein Succubus stärker als der Herr. In allem ist ein Grund zu sehen, selbst in der tiefsten Sünde. Ich vermag ihn zwar nicht zu erkennen, doch weiß ich, dass der Herr uns oftmals schwere Prüfungen auferlegt, um uns unsere Schwäche vor Augen zu führen. Ich vermag Euch weder die Beichte abzunehmen noch Euch von Eurer Sünde freizusprechen, doch solltet Ihr versuchen, im Gebet Vergebung zu finden …«

»Wie könnte ich das, wenn doch mein Same Unheiliges erzeugte!«

Ich sah ihn skeptisch an: »Aber sagtet Ihr nicht, die Bramsche sei eine alte Vettel? So wird sie Euch den Succubus als schönes Weib nur vorgegaukelt haben, und auch wenn sie Euren Samen empfangen hat, wird sie kaum der Zeugung fähig sein.«

Mein Magen knurrte nun so laut, dass Coctorius verwundert aufsah.

»Aber das ist es ja«, jammerte er. »In den Wochen und Monaten darauf wurde ihr Bauch dicker und dicker. Wie zum Hohn erschien das Weib zu mancher Andacht. Manch einer flüsterte bereits, und manches unziemliche Gerücht machte die Runde. Und eines Abends lachte sie mir frech ins Gesicht, und erneut gaukelte mir der Succubus ein begehrenswertes Weib vor und verführte mich zu noch unziemlicheren Lastern!«

»So sprecht Ihr von dem Coitus außerhalb des gebotenen Gefäßes?«

»Und weit Schlimmerem!«

Nun sackte der arme Pfarrer vollends zusammen und schluchzte bittere Tränen.

»So seid Ihr denn ein zweites Mal zur Sünde verführt worden«, sagte ich schließlich und überlegte angestrengt, wie ihm zu helfen sei. Ich allein sah keinen Ausweg, es sei denn, der Succubus hätte sich noch nicht davongemacht. In diesem Fall würde ich natürlich alles tun, um ihn mit Gottes Hilfe zu vertreiben.

Also fragte ich Coctorius danach, doch er schüttelte erneut den Kopf. »Das alles geschah vor zehn Jahren. Damals schon habe ich mich dem Bischof anvertraut und mich allein seinem Urteil gebeugt. Doch wie verwundert war ich, als er mich von aller Schuld freisprach und sogar zugab, selbst schon dem einen oder anderen Succubus auf den Leim gegangen zu sein!«

Er geriet erneut ins Stocken, sodass ich ihn aufforderte weiterzusprechen.

»Der Bischof veranlasste, dass die Büttel die Bramsche in aller Früh aus ihrem Hause holten und fortbrachten. Es gebe, so sagte der Bischof, einen Ort, in dem ihresgleichen das Kind, das sie unredlich empfangen habe, ohne Aufsehen gebären könne, während sie selbst gleichzeitig geläutert werde und Gottes Gnade empfange.«

»So hat sich doch alles zu Eurem Guten gewendet«, erkannte ich, obwohl mir nicht wohl war bei seinen Worten. Zu oft redeten sich auch Kirchenleute mit Succubi und Hexenwerk heraus, wo es doch nur darum ging, ihrer eigenen Lust zu frönen. Auch wagte ich mir den Ort, an dem womöglich noch weitere Mütter ihre Kinder zur Welt

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