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Judas: Der berühmteste Kuss der Welt

Judas: Der berühmteste Kuss der Welt

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Judas: Der berühmteste Kuss der Welt

Länge:
450 Seiten
5 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 22, 2021
ISBN:
9783752664027
Format:
Buch

Beschreibung

Judas Iskariot ist die wohl umstrittenste Gestalt des Neuen Testaments. Meist wird er nur negativ gesehen. Der Judaskuss ist zum Sprichwort geworden. Im Lukasevangelium wird sein Verrat begründet mit dem Hinweis, der Teufel sei in ihn gefahren. Im Johannesevangelium wird er als geldgieriger Heuchler dargestellt, der seine Geldgier als soziales Interesse tarnt. Laut den Evangelisten hat Jesus immer gewusst, dass Judas ihn verraten würde; es musste sogar so sein, sagen die biblischen Schreiber, sonst wären die alttestamentlichen Verheissungen nicht in Erfüllung gegangen. Judas ist also derjenige, der den Plan Gottes ausführt.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 22, 2021
ISBN:
9783752664027
Format:
Buch

Über den Autor

Marcel Dietler ist verheiratet mit Verena Bürgin, Vater von zwei Söhnen, evangelisch-reformierter Pfarrer im aktiven Ruhestand. Er ist ein kontaktfreudiger Mensch, der sich durch die halbe Welt gepredigt hat: Er predigte in der Schweiz, in England, Irland, Schottland, Deutschland, Frankreich, Schweden, Finnland, Island, Italien, Polen, Ungarn, Tschechei, Slowakei, Palästina, Sri Lanka, Singapur, Malaysia, USA, Kanada, Nigeria, Kamerun, Kenia, Uganda und auf dem Schiff Jean Mermoz. In der damaligen Sowjetunion war er als Bibelschmuggler tätig; beim dritten Mal wurde er erwischt und ausgewiesen. In Peru wirkte er unter Strassenkindern und predigte in Gefängnissen. Diese Begegnungen haben ihn geprägt. In seinen Büchern versucht er, das Geheimnisvolle, dem er auf Schritt und Tritt begegnete, mit der europäischen Verstandeswelt in Verbindung zu bringen. Ein Freund drängte ihn jahrzehntelang, Bücher zu schreiben, doch hatte Marcel Dietler mit all seinen Tätigkeiten dazu schlicht keine Zeit. Sein mittlerweile verstorbener Freund flüsterte ihm jedoch selbst aus der Ewigkeit zu, er solle jetzt endlich schreiben. Aus dieser Verbindung mit der Ewigkeit entstand schliesslich Dietlers erstes Buch mit Gedanken über Leben und Tod.


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Buchvorschau

Judas - Marcel Dietler

Widmung

Für meine Enkelinnen Taina und Leia.

In den Adern meiner Enkelinnen fliesst von ihrer Grossmutter mütterlicherseits her jüdisches Blut. Ich habe immer Wert darauf gelegt, dass die jüdischen Wurzeln gepflegt werden. Die beiden nennen mich Sabah – das hebräische Wort für Grossvater. Als sie klein waren, habe ich ihnen Märchen und biblische Geschichten erzählt. Seit sie erwachsen sind, lesen sie eher Romane. Und so habe ich für sie einen Roman geschrieben – einen jüdischen Roman.

Ein besonderer Dank geht an meine Redaktoren, Korrektoren und Layouter, Urs und Kathrin Meier.

Inhalt

Erster Teil

Träume und Spiele

Rabbi Schlomo

Debora

Die nützliche Fremdsprache

Das Badehaus

Endlich wieder einmal Fleisch

Im Siloah-Wasserschloss

Die Fischer

Die schönste Nacht

Es steht geschrieben

Die Bar Mizvah

Die Zeiten ändern sich

Der barmherzige Jude

Herodes Antipas

Der Wanderprediger

Die Zwölf

Die Hochzeitsfeier

Die Kommandantin

Dicke Luft

Nachrichten aus Rom

Das Loch im Dach

Liebe ist die beste Medizin

Der Baumeister

Das Lumpenpack

Ben Fresak

Jahwe

Im Haus in Bethanien

Bei den Glaubensvätern und Glaubensmüttern

Die Wiedervereinigung

Zweiter Teil

Kadoschja

Die beiden Brüder

Der Weg, die Wahrheit und das Leben

Brot für alle

Talitha kumi

Samarien

Der Knecht Gottes

Die Herberge zur goldenen Himmelsleiter

Willst du gesund werden?

Tante Rebekka

Lazarus, komm heraus

Die Provokation

Die Ehrwürdigen

Der nackte Tagebuchschreiber

Der Kuss

Nachwort

Erklärungen und Hinweise

Erster Teil

Träume und Spiele

Es war so wie jede Nacht. In der Tiefe des Brunnens glänzte verlockend das Wasser. Er sah es jeweils, der kleine Jehuda, wenn er, ein warmes, sicher eingepacktes Bündel, auf Salomes Rücken ruhte und Salome, seine Mutter, die Kurbel drehte und den Eimer hinabsenkte. Wenn sie sich vornüberbeugte, sah er in der Tiefe das kostbare Nass glitzern. Er liebte es, die kleinen Wellen zu sehen, die sich bildeten, wenn der Eimer das Wasser berührte. In der Nacht war er allerdings weder auf dem mütterlichen Rücken noch am Brunnen und die Wellen, die aus der Tiefe emporschossen und auf ihn zurasten, waren nicht Wasser, sondern Feuer. Es wurde heiss, seine Lunge drohte zu bersten; er stiess gellende Schreie aus. Die Feuerwelle erfasst ihn – aber dann war es nicht mehr das Feuer, sondern es waren tröstende Arme, die ihn liebevoll an die Brust drückten. Sein Gesicht wurde mit Küssen bedeckt und die Stimme der Mutter flüsterte: «Alles ist gut, mein Liebling, du hast wieder deinen furchtbaren Traum gehabt.»

Wenn der kleine Jehuda in den engen Gassen der Siedlung Karioth römischen Soldaten begegnete, erfasste ihn ein Zittern, er knirschte mit den Zähnen und sagte: «Ich hasse sie, ich hasse sie.» Er schickte sich an, die geballte Hand drohend gegen die Legionäre zu erheben, doch Simon, der Vater, nahm die kleine Faust augenblicklich in seine grosse ruhige Hand. Die Römer durften den Hass des Kindes nicht bemerken. Er nickte den Soldaten, die er selber noch so gerne angespuckt hätte, freundlich zu. Zu seinem Sohn sagte er beruhigend: «Das sind nicht dieselben Männer, die unsere Häuser in Brand gesetzt haben, weil wir unsere Steuern nicht korrekt abgeliefert haben. Sie tun dir nichts zuleide, wenn du nicht mit Steinen nach ihnen wirfst oder sie anspuckst. Zudem bin ich ja bei dir.» Sein Sohn war zwei Jahre alt gewesen, als die Römer den unbotmässigen Steuerzahlern von Karioth dramatisch vor Augen geführt hatten, was sie zu erwarten hätten, wenn sie die römischen Forderungen weiterhin nicht erfüllen würden. Eines Tages, als die Frauen in der Kühle des Abends für den täglichen Schwatz und zum Wasserholen am Brunnen gewesen waren, hatten sie ihre Häuser bei der Rückkehr in Flammen gefunden. Salome war in ihr Haus gestürzt und hatte ihren Sohn im letzten Augenblick dem Flammentod entrissen. Die Angst vor den Römern und der Hass auf sie hatten sich dem Kleinen buchstäblich in die Seele gebrannt. In mancher Nacht wurde er seither von seinem schrecklichen Traum mit dem Feuer aus dem Brunnen gequält.

Karioth lag im Süden von Juda, in einer kahlen Gegend. Die Anzahl der Schafe wurde klein gehalten, das kümmerliche Steppengras am Übergang zur Wüste gab wenig Futter her. Zudem wollten auch die Kamele und Esel versorgt werden. Das bisschen Weizen und Gerste, das in gewissen Jahren knapp und in anderen Jahren überhaupt nicht gedieh, musste dem Boden, oder besser gesagt dem Himmel, abgerungen werden, denn Niederschläge waren selten und spärlich. Nur in unmittelbarer Nähe des Brunnens gediehen Ölbäume, die allerdings regelmässig bewässert wurden. Der Brunnen war denn auch der Grund dafür, dass das Städtchen überhaupt entstanden war. Die Kargheit der Gegend bedeutete jedoch nicht, dass Karioth eine arme Stadt gewesen wäre. Karioth war vielmehr ein wohlhabender Handelsknotenpunkt. Hier stiegen die Händler aus Ägypten und Petra ab, welche ihre Karawanen begleiteten, und die Einwohner Karioths waren selber Händler oder Inhaber von Karawansereien. In den nahen Felshöhlen liess sich in Lederschläuchen der Wein lagern, dem die Reisenden gerne zusprachen. Karioth war für die Römer eine wichtige Einnahmenquelle. Ihre Gewaltherrschaft sorgte seit der Bestrafung durch Feuer dafür, dass die Steuern korrekt abgeliefert wurden.

Simon hatte es durch seinen Handel mit farbigem Kreidekalk aus Ägypten zu grossem Reichtum gebracht. Er vermischte die Kreide mit kostbaren Kräuteressenzen und verarbeitete sie zu Schminke, Pudern und Arzneien. Das Rezept für die Mischungen blieb ein streng gehütetes Familiengeheimnis. In der Damenwelt von Ägypten, Petra und Jerusalem sowie in der römischen Koloniestadt Caesarea waren Schminke und Puder aus Karioth, die als hautschonend bekannt waren, sehr begehrt. Selbst nach Athen, Korinth und Rom lieferte der berühmte Isch Karioth – der Mann aus Karioth, wie Simon genannt wurde – seine kostbare Ware. Die Römer und die Griechen, welche Mühe hatten, die aramäischen Guttural- und Zischlaute auszusprechen, nannten Simon schlicht und einfach Iskarioth. Dank Handel und Wandel hielt sich Simons Römerhass trotz Brandkatastrophe in Grenzen. Männer von Frauen, die man für teures Geld verschönern durfte, konnte man nicht hassen, jedenfalls nicht allzu sehr. Zudem war die Brandbestrafung einigermassen glimpflich abgelaufen. Es hatte keine Toten gegeben. Auch mit den Albträumen, die den Sohn heimsuchten, war es besser geworden. Es gab Nächte, in denen die Familie ungestört durchschlafen konnte, und Vater und Mutter waren überzeugt, dass die Schreckensträume des Sohnes mit zunehmendem Alter völlig aufhören würden. Und sollte dieser dereinst das väterliche Geschäft übernehmen, würde sich der jugendliche Heissspornhass in einen allgemeinen, gesunden jüdischen Hass wandeln.

Ein gewisses Mass an Hass den Feinden gegenüber war für die Weiterexistenz des Volkes lebensnotwendig und sogar in der Thora* geboten, wie der Vater zu wissen meinte. Schlomo, der weise alte Mann in Karioth, den alle als ihren Rabbi betrachteten, hatte zwar den Kopf geschüttelt und gesagt, ein solches, jedenfalls ein schriftliches, Hassgebot kenne er nicht, doch die Aufforderung Auge um Auge, Zahn um Zahn könne wohl in diesem Sinn ausgelegt werden.

«Verbrannte Häuser um verbrannte Häuser, vergewaltigte Frauen um vergewaltigte Frauen, ermordete Kinder um ermordete Kinder», fügte Rabbi Schlomo mit funkelnden Augen hinzu, «doch Vorsicht!, die Römer haben zurzeit alle Macht in ihren Händen, also abwarten, bis der Messias kommt. Dann aber ...» Der an und für sich gütige Rabbi griff sich mit der Hand wie mit einem Dolch an die Kehle und machte: «Kkkkkkkkkk!»

Simon nickte befriedigt. «Ganz meine Meinung. Bis der Messias kommt Ruhe und Ordnung bewahren, Handel treiben, Geld verdienen und Steuern nach Rom abliefern, dann aber ...!»

Die Hoffnung des Vaters, der glühende Römerhass des Sohnes werde sich in einen handelsfähigen allgemein abwartenden Hass verwandeln, erwies sich als falsch. Der Römerhass des Sohnes verband sich vielmehr mit religiösem Eifer. Mit seinem drei Jahre älteren Freund Barabbas und anderen Nachbarsbuben spielte der Junge immer wieder Befreiung Judas und Wiederherstellung des davidischen Grossreichs. Barabbas war der königliche Messias, Jehuda sein treuer Heerführer, die anderen Buben waren tapfere Soldaten. Wenn es den Kindern gelang, die fremden Besetzer aus dem Land zu werfen und Jerusalem zur reinen, heiligen Stadt zu erheben, griffen sie mit Ha-Schems Hilfe die Stadt Rom selbst an. Umgekehrte Tische, versehen mit flatternden Tüchern, dienten als Segelschiffe, und wenn nicht die Eltern das Spiel unterbrachen, weil sie für die Buben eine echte Arbeit hatten oder sie zum Essen riefen, lag die Hure Babylon, wie Rom genannt wurde, am Ende des Spiels in Schutt und Asche.

Die Eltern beobachteten die Freiheitsspiele der Kinder mit einer Mischung aus Stolz und Sorge – die Römer sollten möglichst nicht erfahren, was da gespielt wurde. Mit Sorge blickten vor allem die Mütter aber auch auf die Segelschiffe – Tische waren eine Kostbarkeit. Nur begüterte Familien besassen einen Tisch, weniger begüterte Familien kauerten sich beim Essen in Hockstellung um ein Mahlzeitentuch. Die Mütter waren immer froh, wenn die Segelschiffe nach der Zerstörung Roms wieder heil und ganz ins Haus zurückgebracht wurden.

Den gütigen Rabbi erfüllte indessen noch eine weitere Sorge: «Lasst eure Freunde nicht spüren, dass sie arm sind und keine Segelschiffe liefern können», mahnte er. «Keine Sorge, ehrwürdiger Rabbi», beruhigte ihn Jehuda, «die Kinder der Händler liefern die Schiffe, die anderen Kinder bringen die Mahlzeitentücher als Segel. Sowohl Reiche als auch Arme haben in diesem Heldenkampf etwas beizutragen, es gibt keine Benachteiligung.»

Die Kriegsspiele waren anfänglich nur die Spiele der Buben. Die Mädchen hatten ihre Holz- und Strohpuppen und halfen ihren Müttern im Haus. Das änderte sich, als die wilde Rahel, die jüngste und rebellische Tochter des Wirtes der Herberge zum durstigen Kamel, mit ihren Brüdern und zwei Freundinnen ein riesengrosses Schiff herbeitrug, einen grossen langen Gasttisch. Eigentlich wollten die Buben nicht mit den Mädchen spielen, doch das grosse Schiff gefiel ihnen. Einer solchen Kriegsmaschine hatten die Römer nichts entgegenzusetzen. Rahel liess keinen Zweifel daran aufkommen, wer auf dem grossen Schiff das Sagen hatte.

Jehuda wusste, dass das schöne, eigenwillige Mädchen dereinst seine Frau werden würde. Er war vier Jahre alt gewesen, als Rahel geboren wurde und die beiden Elternpaare die Heirat des Vierjährigen mit der Neugeborenen beschlossen hatten. Die Kinder kannten sich, doch hatten sie bis zu den Römerkriegen nie miteinander gespielt. In der Meeresschlacht gegen Rom, die bei der erstmaligen Umfunktionierung des Gasthaustischs stattfand, konnte Jehuda seine Augen nicht von der Heerführerin auf dem grossen Kriegsschiff wenden; die künftige Ehefrau begann ihn zu interessieren. Da eine Staubwolke das Nahen einer Karawane ankündigte, dauerte die Schlacht um Rom für einmal jedoch nur kurz. Das Kriegsschiff musste unbedingt wieder in die Gaststätte zurückgebracht werden, damit sich die aus der Staubwolke allmählich sichtbar werdenden Gäste daran setzen konnten.

«Genau eine halbe Stunde hat die Schlacht gedauert», erklärte Rahel, «nicht mehr und nicht weniger, genau eine halbe Stunde.»

Jehuda war erstaunt. «Wie kannst du das so genau wissen?»

Die dunklen Augen der wilden Rahel funkelten stolz und ihre weissen Zähne blitzten: «Schau, was ich erfunden habe.»

Jehuda betrachtete die zwei kunstvoll ineinandergeschobenen Tonschalen. Aus der oberen Schale rieselte durch ein Löchlein Sand in die untere Schale. «Ein Zeitfresser aus Sand!», rief er begeistert.

«Das ist ein Klepsammos. Das ist griechisch, kleptein heisst stehlen und ammos Sand. Bei den ägyptischen Händlern habe ich die Klepsydoren, die sie verkaufen, bewundert. Hydor heisst Wasser, also ist ein Klepsydor ein Wasserfresser, eine Wasseruhr. Wasser haben wir hier nicht viel, aber wir leben in einem Meer von Sand. Darum habe ich einen Klepsammos entwickelt.»

«Warum griechisch? Cholachal in unserer Sprache wäre doch auch schön?»

«Gewiss, aber ich will Griechisch lernen. Griechisch ist die Weltsprache. Die meisten Händler, die im durstigen Kamel absteigen, sprechen zwar Koptisch. Die Sprache der Kopten spreche ich bereits recht gut, jetzt habe ich mit Griechisch angefangen und sogar ...» Sie verstummte.

«Und sogar was? Doch nicht etwa Latein!», riefen Jehuda und Barabbas wie mit einer Stimme.

Rahel warf den Kopf zurück; kampfeslustig funkelte sie die beiden an. «Niemand braucht zu wissen, dass ich Latein lerne, die Römer schon gar nicht. Unter Umständen kann es gut sein zu verstehen, was die Unterdrücker sagen, wenn sie unter sich sind und beraten, was sie gegen uns unternehmen.»

«Bei Jah...»

Barabbas schlug sich mit der Hand auf den Mund; beinahe hätte er den Namen Gottes ausgesprochen.

«Bei Ha-Schem, dem nicht auszusprechenden Namen, du hast recht.»

Jehuda nickte.

«Kommt endlich das Kriegsschiff wieder in den Gasthof?», ertönte die Stimme des Vaters aus der Herberge zum durstigen Kamel.

Jehuda und Barabbas waren von Rahel so begeistert, dass sie dem Mädchen halfen, das Kriegsschiff in den Gasthof zurückzutragen.

Rabbi Schlomo

Die Kinder konnten die Römer nicht täglich bekriegen. Das wäre mit der Zeit auch langweilig geworden. Die Spiele waren aber ein angenehmer Ausgleich zu der harten Arbeit, welche selbst Kinder verrichten mussten. Die Mädchen trugen auf ihren Köpfen täglich die vollen Wasserkrüge vom Brunnen in die Häuser und Herbergen, die Buben sammelten das in der Halbwüste spärlich herumliegende Brennholz sowie den Kameldung, welcher, zu Kugeln geformt und getrocknet, ebenfalls als Brennmaterial Verwendung fand. Waren die Arbeiten erledigt, begaben sich die Buben in die Thoraschule. Erst wenn Arbeit und Schule zu Ende waren, durften die Kinder spielen. Es galt ganz streng: zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.

In der Thoraschule in der Synagoge goss Rabbi Schlomo auf geschickte Art und Weise Öl in das Spielfeuer der Kinder. Er erwähnte den römischen Kaiser nie auch nur mit einem einzigen Wort, sondern zog es vor, von dem bösen ägyptischen Pharao zu erzählen. Wenn er Mose mit glühenden Worten zu Pharao sagen liess: «Lass mein Volk ziehen!», wussten die Predigthörer am Sabbat und die Kinder im Unterricht allerdings durchaus, wer gemeint war; und wenn er davon sprach, wie die Kinder Israels durch das Meer hindurch gerettet wurden, stellten sie sich bei den ertrunkenen Verfolgern die römischen Soldaten vor. Eines Tages würden die verhassten Römer genauso im Meer ersaufen wie die Ägypter!

Die Römer wussten nur zu gut, wer mit den in den Predigten und im Thoraunterricht erwähnten Ägyptern gemeint war. In der Passahzeit, wenn die Juden die Befreiung aus dem Sklavenhaus Ägypten feierten, verstärkten sie in allen wichtigen Städten ihre militärische Präsenz.

In der Synagoge predigte nicht nur der Rabbi. Im Gegensatz zum Tempel in Jerusalem war die Synagoge kein heiliger Ort, sondern bloss ein Versammlungslokal und ein Schulungsraum. Auf besonderen Schmuck wurde verzichtet. Das einzig Heilige befand sich im vorderen Teil: der Schrein mit den Thorarollen und den Prophetenschriften. Dieser konnte jedoch auch ins Freie getragen werden und dann war eben Gottes freie Natur die Synagoge. In der Synagoge lernten die Buben – und nur die Buben – lesen und schreiben. Papyrus und Pergament kamen als teures Schreibmaterial für Übungszwecke nicht in Betracht, deshalb schüttete der Rabbi Sand auf den Boden und liess die Buben in den Sand schreiben. Die Thorarollen und die Prophetenschriften durften die Kinder nicht berühren. Der Rabbi las rhythmisch singend daraus vor und die Buben chanteten so lange eifrig mit, bis sie die Texte auswendig kannten; gute Schüler wie Jehuda und Barabbas chanteten bald einmal fast das ganze Gesetz und die Propheten auswendig.

Die Frauen und Mädchen sah man nur am Sabbat in der Synagoge – wenn überhaupt. Ein genau geregeltes Gebetsleben wurde von den Frauen zwar erwartet, doch für die Feier des Gottesdienstes in der Synagoge waren die Männer zuständig. Predigen durfte grundsätzlich jeder Mann, sofern ihn der weise Rabbi dazu aufforderte. Als Mann galt ein dreizehnjähriger Junge, der durch die Bar Mizvah in den Kreis der Männer aufgenommen worden war und bei der Aufnahmefeier die erste Predigt gehalten hatte.

Die heiligen Schriften waren auf Hebräisch abgefasst, gepredigt wurde in der Umgangssprache Aramäisch. Im Süden des Landes bemühte man sich, den Klang des Aramäischen dem Klang der hebräischen Sprache anzupassen. Im Norden, in Galiläa, war es genau umgekehrt, da lasen die schlichten Fischer und Handwerker die heiligen Texte mit aramäischem Klang. Für die Südländer und Bewohner von Jerusalem hörte sich Galiläisch vulgär an, für die Fischer und Handwerker im Norden klang das hebraisierte Aramäisch affektiert. In den Augen der Leute aus dem Süden waren die Galiläer gar keine echten Juden. Sie hatten sich mit Nichtjuden vermischt und kannten auch nicht denselben Römerhass. Sie waren eben nicht direkt der römischen Verwaltung unterstellt, die sie hätten hassen können, sondern der Herodesdynastie, welche sie dafür umso mehr verabscheuten. Die wenigen Galiläer, die nach Karioth gezogen waren, hatten es nicht leicht. Mit ihrer Sprache eckten sie dauernd an. Rabbi Schlomo liess die Galiläer nur widerwillig predigen. Die meisten Anwesenden machten gequälte Gesichter, wenn sie den ungeliebten Dialekt über sich ergehen lassen mussten.

Barabbas und Jehuda wollten echte Juden sein, was man bereits ihrer Sprache anmerken sollte. Sie wuschen sich nicht das Gesicht, sondern das Angesicht, und sie holten nicht tief Atem, sondern Odem. Schon als Kinder zitierten sie dauernd Texte, die sie aus der Thora und den Propheten kannten. Jehuda entwickelte sich in der Folge immer mehr zu einem Schriftgelehrten. Barabbas dagegen sprach zwar mit dem heiligen Südakzent, wirkte jedoch körperlich wie ein Krieger. Der ältere Barabbas und der jüngere Jehuda hielten zusammen wie Pech und Schwefel; das konnte allerdings wie bei einer Fackel gefährlich werden und einen Brand auslösen. Dabei waren die Unzertrennlichen sehr unterschiedlich: Barabbas hielt es eher mit den Reichen, zu denen sein jüngerer Freund ja gehörte, Jehuda dagegen fühlte sich von den Armen ganz besonders angezogen. Er spielte gerne mit Kindern, die auf der Schattenseite des Lebens standen, und liess sich nicht einmal von ihrem entsetzlichen galiläischen Dialekt abschrecken. Immer wieder meldete er seiner Mutter, wo eine Familie Not litt, und er ruhte nicht, bis Salome diesen Armen zu Hilfe eilte. Was die beiden Freunde am meisten vereinte, war ihr Hass gegen Rom. Im Thoraunterricht begeisterten sie sich vor allem an den Geschichten über Schlachten, in denen Israel mit der Hilfe Ha-Schems gesiegt hatte.

Jehuda und Barabbas erzählten dem Rabbi, dass sie mit einem kriegerischen Mädchen aus der Herberge zum durstigen Kamel gespielt hatten.

Der Rabbi schmunzelte. «Das muss Rahel sein! Ihr Name bedeutet auf Hebräisch Schäflein

«Wir haben den grossen Gasthaustisch, an dem zwanzig Leute sitzen können, als Kriegsschiff benutzt.»

«Ich habe es gesehen.»

«Rahel spricht Koptisch, und jetzt lernt sie Griechisch und ...», Jehuda stockte, fuhr dann aber fort: «... und Latein, damit sie die Feinde belauschen kann.»

«Kluges Mädchen, eine begnadete Gotteskämpferin, trotz des Namens ganz und gar nicht ein Schäflein, sondern vielmehr eine Debora-Biene», dozierte der Rabbi. Er blickte seine Schüler fragend an. «Warum nenne ich das Rahel-Schäflein eine Debora-Biene?»

«Weil im durstigen Kamel mit Honig gekocht wird», rief einer der ganz kleinen Buben.

«Ausgezeichnete Antwort, Schachar, im durstigen Kamel wird mit Honig gekocht; Bienen schenken uns ihren Honig.»

Schachar schossen vor Freude über das Lob des Thoralehrers Tränen in die Augen.

«Was heisst da schenken», protestierte Barabbas, «wir rauben den Bienen den Honig, sie wehren sich und stechen, so wie wir die Römer stechen, wenn sie uns berauben ... stechen sollten», fügte er kleinlaut hinzu.

«... stechen sollten.» Der Rabbi nahm das Wort des grossen Schülers Barabbas auf. «Unser Volk kann stechen, wenn Ha-Schem auf seiner Seite ist.» Er blickte überlegend in die Bubenschar und räusperte sich.

Barabbas stiess Jehuda an. «Jetzt kommt sicher eine tolle Bienengeschichte.»

Fünfzehn Bubenaugenpaare richteten sich gespannt auf den Rabbi.

«Dass wir oft von fremden Völkern überwältigt und ausgeraubt wurden, wisst ihr. Ihr wisst auch, dass die Unterdrückung die Strafe des Allmächtigen ist, weil wir immer wieder fremde Götter anbeteten. Wenn es uns dann schlecht genug ging, erweckte Ha-Schem aus unserer Mitte einen starken Mann, der uns zurück zu Gott führte und die Fremden aus dem Land jagte. Dann herrschten Ruhe und Frieden im Land, bis wir wiederum von Ha-Schem abfielen. Dann trat wieder dieselbe Not ein, wieder das reuevolle Schreien des Volkes, wieder der von Gott berufene Held, wieder die Ruhe, und sobald die Not vorbei war, wieder die Sünde der Götzenanbetung. Immer wieder dasselbe. Und so beschloss Gott, es einmal mit einer Frau zu probieren, mit einer Biene. Debora heisst Biene. Debora war verheiratet, aber sie kochte nicht einfach und hütete die Kinder. Sie sagte gute oder auch traurige Ereignisse voraus. Sie war eine Prophetin. Wenn Streitereien ausbrachen, ging man zu ihr, sie war auch eine Richterin. Sie ernannte Männer, die in ihren Dörfern das Sagen hatten und auf die man hören musste. Und eines Tages ernannte sie einen Mann namens Barak zum Heerführer Israels. Das vernahmen die Kanaaniter, die uns unterdrückten und ausraubten, durch ihre Spione. Ihr König bot seine Militärmacht auf und ihr Heerführer Sisera zog mit neunhundert eisernen Streitwagen heran. Eisen war neu und furchtbar, wir selber hatten damals nur Bronze, waren also die Schwachen, aber Gott – gelobt sei sein Name – war auf unserer Seite. Barak war zwar ein guter Heerführer, doch er wollte nur in den Krieg ziehen, wenn er die Biene an seiner Seite hatte. Debora war einverstanden, warnte Barak aber: ‘Wenn ich als Frau mitkomme, wird Ha-Schem dafür sorgen, dass nicht du als Mann den Ruhm dafür ernten wirst, Sisera umgebracht zu haben, sondern eine Frau.’ Das mächtige Heer mit Eisen und das schwache Heer mit Bronze, aber mit Gott, stiessen im Tal des Bachs Kidron aufeinander. Am Himmel war kein Wölklein zu sehen, doch in den Bergen liess der Herr es heftig regnen und auf einmal donnerten Schlamm und Wasser auf die Kanaaniter herab. Die Feinde versanken im Schlamm, sodass die Israeliten mit ihren Bronzewaffen sie vernichten konnten. Sisera war die Flucht zu Fuss gelungen. Er glaubte, zwar eine Schlacht verloren zu haben, aber nicht den Krieg. Er war immer noch siegesbewusst, als er das Gebiet des Königs von Hazor erreichte, mit dem die Kanaaniter sich nicht im Krieg befanden. Er glaubte, sich als mächtiger Mann auch dort alles erlauben zu können. Er drang in das Haus einer schönen Frau namens Jael ein, befahl ihr, ihm ein Bad zu richten und eine Mahlzeit zuzubereiten. Jael wusste, was er vorhatte. In Gedanken sah sie schon, wie sein Penis sie durchdringen würde. Sie blieb freundlich und wiegte sich verführerisch in den Hüften, als sie ihm ‘liebevoll’ eine wunderbare Milchspeise brachte. Sie massierte ihm sanft den Rücken, sodass er, müde von seiner Flucht, einschlief. Als er selig davon träumte, was er mit Jael alles anstellen würde, eilte diese aus dem Haus, holte einen Holzpflock und einen Hammer. ‘Da hast du einen Penis, der nicht mich, sondern dich durchdringen wird’, dachte sie grimmig. Sie setzte den Pflock an Siseras Schläfe und schlug mit dem Hammer zu. Das war Siseras Ende, wie Biene Debora es angekündigt hatte, niedergestreckt durch eine Frau.»

Die Buben jauchzten. «Ein Hallelujah für die Biene! Brumm, brumm, brumm!»

«Gott bleibt Gott», sagte der Rabbi mit Überzeugung. «Er wird eines Tages den Messias schicken oder auch eine neue mächtige Biene mit Honig und Stachel als Helferin erwecken.»

Barabbas und Jehuda blickten einander verschmitzt an; in Zukunft würden sie die wilde Rahel Debora nennen.

Debora

Rahel nahm ihren neuen Namen mit der Selbstverständlichkeit eines Menschen entgegen, der seine Bestimmung kennt. Bienen konnten nicht nur Honig produzieren und stechen, sie konnten auch fliegen. Debora würde nicht nur aus dem Klischee ‘Frauen gehören an den Herd’ ausbrechen und davonfliegen, sie würde auch nie der Besitz eines Mannes sein, weder des Vaters noch eines künftigen Ehemannes. Das war ihre Haltung. Der Wirt im durstigen Kamel machte gute Miene zum bösen Spiel, als sein Ex-Schäfchen ihm mitteilte, dass sie nicht sein Besitz sei. Debora war schon als Säugling zielbewusst herumgekrabbelt und sie war schon damals eine Stachelbiene gewesen. Vater und Geschwister hatten keine Mühe mit dem neuen Namen. Einzig die Mutter gebrauchte noch einige Zeit den Namen Schäflein, doch als Rahel eines Tages dem mütterlichen Befehl, beim Kochen zu helfen, keine Folge leistete, gebrauchte auch sie den neuen Namen. Zuerst nannte sie ihre Tochter wütend Hornisse, dann aber wohlwollend Bienchen.

Jehuda verlor, weil die Biene bei den Römerschlachten mitmachte, seine Stellung als Heerführer; Heerführerin war jetzt eine Frau. Und hätten die Juden, anstatt auf einen Messias zu warten, an eine Zukunft unter der Herrschaft einer Messiassin geglaubt, wäre Debora bei den Kriegsspielen die Messiassin geworden. Doch der Messias war nun einmal ein Mann. Messias war und blieb bei den Kindern deshalb Barabbas, was aber nicht hiess, dass die neue Heerführerin ihm gehorcht hätte. Sie teilte Barabbas mit, was die Aufgabe des Messias sei, worauf dieser aufgrund von Bienes Einflüsterung die entsprechenden messianischen Befehle erteilte.

Debora bat auch den Rabbi nicht um eine Ausnahmebewilligung, um in die Thoraschule der Buben aufgenommen zu werden, sondern tauchte eines Tages wie selbstverständlich dort auf. Der alte Schlomo lächelte und meinte: «Das habe ich kommen sehen, das muss so sein.»

Der grosse lange Gasthaustisch, das gewaltige Kriegsschiff, verlieh der Biene grosse Macht. Doch vor jeder Seeschlacht verlangte Debora eine Nachhilfestunde in Lesen und Schreiben. Das energische Mädchen merkte sich die Buchstaben, die Jehuda und Barabbas in den Sand schrieben, löschte sie und zeichnete sie selbständig wieder nach. Nach kurzer Zeit konnte sie bereits einfache Wörter lesen und schreiben. Der Klepsammos sorgte dafür, dass die Stunde Nachhilfezeit genau eingehalten wurde. Debora wollte jedoch nicht nur die Lernende sein, sie wollte auch als Lehrerin anerkannt werden. Wenn nach dem Dafürhalten der Biene genügend Hebräisch und Aramäisch geschrieben worden war, wechselte sie die Sandschalen im Klepsammos zu einer neuen Stundenberechnung, und dann hörte man die beiden Freunde unter ihrer Anleitung Koptisch und Griechisch stottern. Wenn der gelehrte Rabbi an seinem Stock herbeigehumpelt kam, wurde sogar Latein gebüffelt.

Unter den Buben war nicht der muskulöse, schon fast männlich aussehende Messias Deboras Lieblingslehrer, sondern der noch dünne, kleine Schriftgelehrte Jehuda, ihr künftiger Mann. Wenn nicht gerade Krieg geführt wurde, spielten die Kinder Hochzeit. Jehuda und Debora liessen sich vom Messias trauen. Laut Rabbi Schlomo war Rahel zwar eine echte Debora, Barabbas dagegen ausserhalb des Spiels kein echter Messias, da er kein Nachkomme Davids war.

Für die Mädchen in Karioth war Debora eine respekteinflössende Erscheinung. Bei Puppenspielen und Kinderköcheleien machte die Biene nie mit. Sie zwang vielmehr die kleinen Mädchen, sich an den Kriegsspielen zu beteiligen und die Verwundeten zu pflegen und zu füttern.

In der Thoraschule bekannten die Buben und Debora vor jedem Unterricht inbrünstig ihren Messiasglauben. Der Rabbi liess sie chanten:

Der Herr schickt am Ende der Tage unseren Gesalbten, zu erlösen, die auf das Endziel der Erlösung harren.

Die Thoraschüler lernten, dass der König auf Hebräisch ein Gesalbter war, ein Maschiach oder Messias. «Auf Griechisch Christos», flüsterte Debora Jehuda und Barabbas zu. «Das darfst du ruhig laut sagen», ermunterte der Rabbi sie, «damit es alle hören, Griechisch ist eine schöne Sprache. Es sind noch nicht alle Juden zurück in unserem Land. Fast überall im römischen Reich, das der Herr zerbrechen möge, gibt es Juden; die meisten sprechen nebst Aramäisch auch Griechisch.» Der alte Schlomo schüttelte bedauernd den Kopf: «Einige sprechen sogar nur Griechisch.»

Der Rabbi wurde nicht müde zu betonen, dass das Davidreich ein ewiges Reich sei. Er holte eine Buchrolle aus dem Schriftschrein.

«Wenn einst deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern legst – das ist die Ankündigung von Davids Tod –», erklärte der weise Thoralehrer, «wenn einst deine Zeit um ist, dann will ich deinem Nachwuchs das Königtum festigen, sein Königsthron wird auf ewig bestehen.»

«Auf ewig bestehen», wiederholte er.

Liebevoll rollte er die Schriftrolle zusammen, küsste sie ehrfürchtig und brachte sie in den Schrein zurück. Dann wandte er sich wieder an die Kinder.

«Liebe Buben, liebe Debora, das Reich Davids erlebte unter Davids Sohn Salomo eine Blütezeit. Salomo liess den Tempel bauen. Nach Salomo zerbrach Davids Reich allerdings, doch Gott steht zu seinen Verheissungen. Das Reich Davids ist ein ewiges Reich. Der Messias wird ein Davidsohn sein und er wird ewig leben.»

Dass der Messias ewig leben werde und also gar nicht sterben könne, setzte sich unauslöschlich in Jehudas Seele fest. Eine wahre Messiasbegeisterung erfasste ihn.

Im Chor beteten der Rabbi, die Buben und Debora:

Ich glaube mit voller Überzeugung an das dereinstige Kommen des Messias, und ob er gleich säume, so harre ich jeden Tag auf sein Kommen.

Debora war zutiefst erregt. Im Geist sah sie den Messias bereits vor sich. Sie erhob sich und rief mit schallender Stimme: «Stosse in den grossen Schofar zu unserer Befreiung, erhebe das Panier, unsere Verbannten zu

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