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Es kann nicht still genug sein: Schriftsteller sprechen über ihre Schreibtische - Mit 22 Fotografien

Es kann nicht still genug sein: Schriftsteller sprechen über ihre Schreibtische - Mit 22 Fotografien

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Es kann nicht still genug sein: Schriftsteller sprechen über ihre Schreibtische - Mit 22 Fotografien

Länge:
250 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 25, 2020
ISBN:
9783311701552
Format:
Buch

Beschreibung

Ihr Arbeitsplatz sei wie ein Raumschiff, sagt Veronika Peters. Man könne überall sein und bleibe doch am selben Ort. Friederike Mayröcker schreibt nur in ihrer eigenen Wohnung. Das, was einmal ihr Schreibtisch war, hat sie so mit Papierstapeln überhäuft, dass daraus ein "Nicht-Schreibtisch" geworden ist. Hanns-Josef Ortheil saugt täglich mit einem Handstaubsauger etwa dreißig Sekunden den Boden unter seinem Glastisch, aber auf der Platte selbst schätzt er Schweiß- oder Schmutzabdrücke – als natürliche Spuren seiner Arbeit.
Klaus Siblewski hat mit zehn hochkarätigen Autorinnen und Autoren gesprochen und ihnen die kuriosesten Arbeitsvorlieben und überraschendsten Schreibgeheimnisse entlockt. Durch seine präzisen Fragen sind detailgenaue Impressionen entstanden, die nicht nur viel über den Prozess des Schreibens verraten, sondern auch über die Persönlichkeit hinter dem Werk.
Herausgeber:
Freigegeben:
Mar 25, 2020
ISBN:
9783311701552
Format:
Buch

Über den Autor


Buchvorschau

Es kann nicht still genug sein - Klaus Siblewski

Kampa

Ich dachte immer noch, der Altschreibtisch würde zu meinem Schreibort werden.

Annette Pehnt

Jan Wagner

»Am Schreibtisch herrscht Erfolgsdruck.«

Wir sitzen in Ihrem Arbeitszimmer, ich, wenn ich das richtig mitbekommen habe, mit dem Rücken zu Ihrem Schreibtisch. Wie nähern Sie sich Ihrem Schreibtisch?

Zögerlich, würde ich sagen.

Zögerlich?

Ja. Und auch meistens nur für kurze Zeit, und die Dauer meiner Anwesenheit dort hängt davon ab, was ich machen möchte.

Gibt es für Sie nicht nur den einen Grund, zum Schreibtisch zu gehen, um ein Gedicht zu schreiben?

Wenn es um Gedichte geht, muss ich sagen, gehe ich gar nicht an den Schreibtisch, ich meine: nicht direkt. Ich schreibe im Sessel. Ich schreibe derart langsam und so wenig pro Tag, dass sich das Sitzen am Schreibtisch gar nicht lohnt. Weder den Computer anzuwerfen, noch in aufrechter Haltung am Schreibtisch zu sitzen, würde sich lohnen. Außerdem notiere ich zuerst, kritzele, streiche und verwerfe – eine Arbeit, die ich liebe. Und diese Arbeit findet in meinem Sessel statt.

Dann brauchen Sie eigentlich keinen Schreibtisch?

Doch, doch. Bei Gedichten kommt der Schreibtisch aber erst spät ins Spiel, wenn ich mit einer Fassung so weit bin, dass ich denke, so, jetzt tippe ich sie ab. Jetzt ist der Text so weit erstarrt, dass ich mich hinsetzen und eine Druckfassung herstellen kann, die keinen Schaden anrichtet.

»Schaden anrichtet«? Haben Sie wirklich »Schaden anrichtet« gesagt?

Ja. Ich muss darauf achten, dass das Gedicht bereits so weit gediehen ist, dass durch das Erstellen einer Computerfassung der Prozess des Umschreibens und Anreicherns nicht unterbrochen wird, ich das Kritzeln nicht zu früh eingestellt habe.

Abgetippt wird aber nicht im Sessel? Sie wechseln hinüber zum Schreibtisch und geben dort den Text in den Computer ein.

Ja.

Es gibt also zwei Zonen der Arbeit, den Sessel, reserviert für das Entwickeln von Gedichten, und den Schreibtisch zum endgültigen Fixieren des Entwickelten?

Ja, allerdings muss ich dazusagen, dass es sich beim Schreibtisch, von dem ich beim Thema Abschreiben eben gesprochen habe, nicht um den Schreibtisch handelt, über den wir bisher geredet haben. Ich setze mich zum Abschreiben der Gedichte an einen zweiten Schreibtisch gegenüber dem eigentlichen Schreibtisch. Dort steht eine Schreibmaschine, die ich seit kurzer Zeit wieder benutze, eine alte Remington-Schreibmaschine. Ich habe sie aufbereiten lassen, und es ist großartig, mit dieser Schreibmaschine die erste Gedichtfassung herzustellen.

Was macht die Attraktivität dieser Schreibmaschine für Sie aus?

Sie ist alt, und ich hänge aus vielleicht sentimentalen Gründen an ihr.

Machen nostalgische Gründe diese Schreibmaschine attraktiv?

Das stimmt, es gibt aber noch gewichtigere Gründe. Die Schreibmaschine führt mich nämlich nicht in Versuchung, E-Mails anzuschauen oder andere Nachrichten zu lesen, die aus der Welt eintrudeln. An diesem Tisch tippe ich das Gedicht also ab, aber erst nachdem ich entschieden habe, dass es sich lohnt, die neue Arbeit im Druckbild zu sehen und die Arbeit daran fortzusetzen.

Die Wahrnehmung der graphischen Struktur des Gedichts spielt beim Schreiben also eine wichtige Rolle für Sie.

Aber ja! Wie sehen die Strophen aus? Wie sind die Zeilen beschaffen? Das sind wichtige Fragen für mich. Wenn ich Gedichte übersetze, gehe ich anders vor. Dann sitze ich am Schreibtisch, und zwar an dem eigentlichen Schreibtisch, über den wir sprechen wollten, und suche zunächst Vokabeln heraus. Entweder mit einem Lexikon, dem gedruckten, schweren englisch-deutschen von Langenscheidt, oder mit den im Internet bereitgestellten Wörterbüchern. Diese Recherchen werden sinnvollerweise am Schreibtisch gemacht. Essays oder kürzere Prosatexte wie der Nachruf auf Matthew Sweeny vor wenigen Tagen (erschienen unter dem Titel Jedes seiner Barthaare war ein Sensor für das Wunderbare am 8. August 2018 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) schreibe ich am Schreibtisch und direkt am Computer.

Beim Abtippen Ihrer Gedichte mit der Schreibmaschine können Sie nur in minimalem Umfang das Abgetippte korrigieren. Ist das nicht ein Nachteil?

Nein, im Gegenteil. Mir geht es beim Abtippen nicht darum, eine weitere Möglichkeit des Korrigierens zu schaffen. Die Schreibmaschinenfassung liegt irgendwo zwischen dem finalen Computerausdruck und der handschriftlichen Fassung vom Anfang. Das Maschinelle kommt beim Abtippen ins Spiel, aber das Papier spielt noch eine Rolle, der Kontakt, den man mit dem Papier nach wie vor hat. Es ist ein Zwischenschritt vom Flüssigen des Kritzelns zum Erstarrten des Computerausdrucks und deswegen für mich nützlich.

Bei Gedichtübersetzungen, sagten Sie, würden Sie am Schreibtisch beginnen. Findet dann auch die komplette Übersetzungsarbeit am Schreibtisch statt?

Bei Gedichtübersetzungen eile ich zwischen Schreibtisch und Sessel hin und her. Am Schreibtisch sitze ich, wenn ich recherchiere, Vokabeln heraussuche oder Korrekturen übertrage. Im Sessel sitze ich, wenn ich aus den englischen Vorlagen deutsche Gedichte machen möchte, was ja immer das Ziel ist, wenn also bei der Arbeit das Dichterische und nicht die rein handwerkliche Arbeit im Vordergrund steht.

Dann benötigen Sie auch für diese Arbeit lange Zeit keinen Schreibtisch …

… ja, eigentlich nicht (lacht).

Aber es gibt zwei Schreibtische.

Ja, es gibt mehrere Tische, obwohl auch das eigentlich nicht stimmt.

Und das heißt?

Es gibt erstens den klassischen Eiermann-Schreibtisch. Das ist mein Schreibtisch, von dem wir von Anfang an sprachen. Dann gibt es einen zweiten Tisch, eher eine Art Esszimmertisch, einen älteren, schönen runden Holztisch, auf dem die Schreibmaschine auf einer Filzmatte ruht. Dorthin rolle ich mit dem Stuhl, der vor dem Eiermann-Schreibtisch steht, um Gedichte abzutippen. Im Grunde gibt es aber trotz dieser beiden Tische nur den einen klassischen Schreibtisch.

Gleichwohl haben Sie sich drei Arbeitszonen in Ihrem Arbeitszimmer geschaffen.

Genau. Mein Sessel mit dem kleinen Tisch für Notizbuch und Getränke; sodann die beiden Schreibtische, von denen ich gerade gesprochen habe.

Mich erinnert die Verteilung der verschiedenen Arbeiten auf eigene Schreiborte in einem Zimmer an die Arbeitsweise des Lyrikers Ernst Jandl. An einem großen Schreibtisch hat er die handschriftlichen Fassungen seiner Gedichte hergestellt. Dann verließ er diesen Schreibtisch, setzte sich an einen kleinen Schreibmaschinentisch und stellte dort die erste Tippfassung eines Gedichts her. Diese Parallele im Arbeiten ist doch erstaunlich?

Ja, das rührt mich, dass auch bei Ernst Jandl verschiedene Schreibtische eine Rolle gespielt haben. Es hat vermutlich mit dem Prozess des Schreibens von Gedichten zu tun.

Ernst Jandl war aber noch nicht am Ende des Schreibens eines Gedichts angekommen, wenn er an seinem Schreibmaschinentisch den Text abgeschrieben hatte. Als dritter und letzter Schritt las er am Abend das Gedicht seiner Lebensgefährtin Friederike Mayröcker vor. Wurde von ihr das Gedicht dann für gut befunden oder brachte sie Argumente gegen das Gedicht als Ganzes oder gegen Teile davon vor, die Ernst Jandl nicht hinnehmen konnte, war die Arbeit an dem jeweiligen Manuskript erst abgeschlossen. (Bei ihm einleuchtenden Einwänden setzte er die Arbeit an einem Manuskript auch fort, und die Prozedur begann wieder von Neuem.) Was ich sagen will: In gewissem Sinn gab es bei ihm noch einen dritten Ort des Schreibens, den Stuhl, von dem aus er den Text vorgelesen hat. Entfernen Sie sich auch mit Ihrer Schreibmaschinenfassung von Tisch Nr. 2 und tragen Sie das Geschriebene laut vor?

Ja, ich lese meiner Frau die Gedichte vor. Der Vortrag spielt auch bei mir eine wichtige abschließende Rolle. Ich lese meine Gedichte zunächst mir selbst, meiner Frau, aber auch einer Freundin vor, die ebenfalls Dichterin ist. Das Ausprobieren und die Erfahrung der Wirkung des Gedichts im Vortrag sind wesentliche Schritte.

Warum?

Es geht darum, das neue Gedicht als Klanggebilde auszuprobieren. Dabei mache ich eher keinen Unterschied zwischen Text und Klangstruktur. Es geht darum, zu erfahren, ob das Gedicht zum Vortrag geeignet ist, unabhängig von der Wirkung, die vom stillen Lesen der Papierfassung des Gedichts ausgeht. Ich überprüfe aber auch, ob die Textfassung des Gedichts stimmt. Gewisse Schwächen spürt man erst beim Vorlesen.

Für Sie ist das Lesen des Gedichts ein weiterer wichtiger Arbeitsschritt, der wieder zurück zum Schreibtisch führen kann.

Ja, so ist es. Für mich macht es dabei auch keinen Unterschied, ob ich mir das Gedicht selber vorlese oder es einem Freund oder meiner Frau vortrage. Das Klingenlassen ist wichtig, darum geht es.

Ich würde gerne etwas über Ihren Sessel erfahren. Wenn Ihr Sessel eine mindestens ebenso große Rolle für das Schreiben wie der Schreibtisch spielt, wie nähern Sie sich denn Ihrem Sessel?

Ich setze mich vertrauensvoll hin.

Wissen Sie am Morgen schon, dass Sie die meiste Zeit des Tages im Sessel verbringen werden?

Ja.

Setzen Sie sich hin, gleichgültig ob Sie einen Einfall für ein Gedicht haben oder nicht wissen, womit Sie den Tag verbringen werden?

Es kommt beides vor. Entweder habe ich den Einfall jenseits des Sessels. Dann setze ich mich hin, um im Weiterspinnen herauszufinden, ob der Einfall Bestand hat und was sich zu dem Einfall noch hinzugesellt. Oder ich nehme mir tatsächlich vor, die Arbeit an einem neuen Gedicht zu beginnen, und setze mich so lange in den Sessel und starre aus dem Fenster, bis irgendetwas geschieht. Das Sitzen im Sessel führt für diese Art der Arbeit zu einer idealen Haltung.

Was macht das Sitzen im Sessel so ideal?

Im Sessel stellt sich keine reine Arbeitsatmosphäre wie am Schreibtisch her. Am Schreibtisch fühle ich mich zum Arbeiten gezwungen; es herrscht ein unmittelbarer Erfolgsdruck. Schon das Wort »Schreib-Tisch« sagt alles über die Spannungen, die dort herrschen. Im Sessel hingegen befindet man sich in einem angenehmen Zwischenzustand – zwischen Bett und Schreibtisch sozusagen. Ich sitze im Sessel nicht ganz aufrecht, lasse mich am Morgen, wenn ich aufgestanden bin, regelrecht hineinfallen und befinde mich ab da in einem guten Zustand zwischen Schlafen und Wachen, Liegen und Sitzen, harter Arbeit und Entspannung.

Sie sprechen zum zweiten Mal von einem Zwischenzustand.

Ja, diese Zwischenzustände scheinen mir für das Schreiben ideal zu sein. In meinem Sessel strebe ich eine Art wachen Dämmerns an. Jeder kennt diesen Zustand kurz nach dem Aufstehen, und im Sessel komme ich diesem Zustand am nächsten – ohne überaufmerksam zu werden oder andererseits einzuschlafen.

Sie sehen aber von Ihrem Sessel aus den Schreibtisch?

Ja.

Ist das gut oder schlecht?

Er droht herüber. Ich habe vom Sessel aus alle anderen Tische im Blick – wie ein Dompteur. Man muss sie aber nicht unbedingt beachten, kann auch aus dem Fenster schauen. Dort sehe ich dann einen Oleander. Das ist gut.

Der Schreibtisch ist aber wahrnehmbar anwesend.

Er steht da und verlangt, benutzt zu werden. Als Zielpunkt ist er da, als Fluchtpunkt, immer mit der Hoffnung, dass ein Gedicht entsteht und sich abzutippen lohnt. Diese Erwartung dringt vom Schreibtisch bis zu mir hier im Sessel herüber.

Der Schreibsessel steht nicht durch Zufall dort, wo er steht?

Nein, er steht in meinem Arbeitszimmer zwischen den Bücherregalen, ein guter Platz. Vom Sessel, ich hatte das vergessen zu sagen, sehe ich übrigens auch ein Stehpult.

Wieso Stehpult?

Ich dachte vor einiger Zeit, es könnte ganz schön sein, die Haltung einmal vollkommen zu ändern und im Stehen zu schreiben.

Hat sich das Stehen als förderlich herausgestellt?

Nein, leider nicht. Viel besser als Stehen sind Spaziergänge. Beim Gehen lösen sich die Blockaden, lockern sich die Verhärtungen. Ich glaube, das geht vielen Autoren so. Mir fallen beim Gehen häufig die hilfreichsten Lösungen ein.

Jetzt ist aber nicht Herumgehen im Arbeitszimmer gemeint.

Nein. Ich spreche von Spaziergängen von meiner Wohnung (sie liegt in Berlin, Neukölln) zum Landwehrkanal, beispielsweise. Obwohl auch das Gehen im Zimmer erste Lockerungen bewirken kann.

Hat es mit dem Rhythmus der Schritte zu tun, dass Gehen für Lyriker in dem Sinne eine Hilfe ist, als es das Rhythmusempfinden wachhält?

Weniger in der von Ihnen beschriebenen Art, mehr in der Weise, dass der Gehende sich dem Gehen überlässt. Dieses Sich-Überlassen hilft. Es gibt ja Dichter, die nur im Gehen notieren und zurück in ihrem Arbeitszimmer den Text abtippen. Ihre Gedichte entstehen stets im Gehen. Der schottische Dichter John Burnside zum Beispiel komponiert seine Gedichte beim Gehen. Ich stelle ihn mir immer wandernd in den Highlands vor, oder in der Nähe von St Andrews, also dem Ort, wo er Kreatives Schreiben an der Universität lehrt. Am Ende seiner Wanderungen, wenn er nach Hause kommt, schreibt er das auf, was sich gehalten hat, was erinnert wird und deshalb das Festhalten lohnt. Das ist im Grunde ein schönes, mich wirklich überzeugendes Verfahren.

Dazu fällt mir Eduard Mörikes kleiner Schreibtisch ein, ich glaube, er ist im Marbacher Literaturarchiv zu sehen. Mörike besaß am Ende seines Lebens einen Wanderschreibtisch, vielleicht war ihm dieser mobile Schreibtisch bei seinen vielen Umzügen eine Hilfe. Vielleicht hat er ihn auch auf Spaziergängen und Wanderungen mitgenommen. Nehmen Sie auf Ihren Spaziergängen Ihren Laptop mit?

Nein, auf gar keinen Fall. Ich habe aber immer ein Notizbuch mit dabei. Und einen Stift. Ich bin also sozusagen ganz klassisch unterwegs. Nie mit einem Computer.

Braucht es für das Schreiben von Gedichten überhaupt einen Computer, oder könnte man Computer aus Sicht von Lyrikern nicht als eine überflüssige Erfindung bezeichnen?

Wenn man von der Menge an Text ausgeht, sicher. Ich bin ja froh, pro Monat ein, zwei Gedichte zu schreiben, so langsam geht es bei mir voran.

Ich meine, auch von den Arbeitstechniken her, die Computer erlauben. Verwenden Sie häufig die Tastenkombination copy and paste, um größere Textpartien in Ihren Gedichten zu verschieben?

Ich selber nicht. Ich bin mir sicher, dass, wenn man Gedichte direkt in den Computer schreibt und ganze Strophen aus einem Textzusammenhang herauslöst und an anderer Stelle wieder einfügt, das Einfluss auf das Wesen, vielleicht auch auf die Qualität des Textes hat. Ob es zum Vorteil eines Gedichts geschieht? Wer weiß …

Sie haben gesagt, Sie würden zum Beispiel zum Landwehrkanal gehen – spazieren Sie manchmal auch in eine Bibliothek?

Eine öffentliche Bibliothek?

Ja.

Nein.

Gehen Sie in Cafés?

Zum Arbeiten? Ja, ab und zu.

Züge? Arbeiten Sie gerne in Zügen?

Auch in Zügen kann man schreiben.

Machen Sie das gerne?

Das Schöne am Gedichteschreiben ist ja, dass es überall stattfinden kann, jedenfalls im Prinzip. Am liebsten aber schreibe ich doch zu Hause – wenn es dunkel wird und Neukölln etwas ruhiger geworden ist. Dann kann ich mich einschließen und habe das angenehme Gefühl, mich in einer Schreibhöhle zu befinden. Dieses Gefühl der Zurückgezogenheit, des Abgeschottetseins ist wunderbar.

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