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Cupcake-Connection

Cupcake-Connection

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Cupcake-Connection

Länge:
248 Seiten
3 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
9. Juni 2018
ISBN:
9783961271108
Format:
Buch

Beschreibung

Die ›Cupcake Connection‹ – so nennt sich ein Club backbegeisterter Cupcake-Freunde, die sich regelmäßig treffen, um ihrem Hobby zu frönen. Jedoch herrscht unter ihnen eine erbitterte Konkurrenz um den ›Goldenen Cupcake‹ für die beste Neuschöpfung. Besonders Louisa Mangold tut sich durch Intrigen hervor, um den begehrten Preis zu gewinnen, und schreckt auch nicht davor zurück, der Konkurrenz den Teig zu versalzen und ihm Schlimmeres anzutun. Als Louisa an einem vergifteten Cupcake stirbt, steht für den frisch gebackenen Hauptkommissar Piet van Dyck die gesamte Connection unter Verdacht. Doch jeder gibt jedem ein Alibi, und alle halten zusammen. Aber dann findet Piet heraus, dass auch etliche Personen außerhalb der Connection ein Mordmotiv haben, und diese Spuren führen in eine ganz andere Richtung.

Piet van Dycks 3. Fall mit Cupcake-Rezepten zum Nachbacken
Herausgeber:
Freigegeben:
9. Juni 2018
ISBN:
9783961271108
Format:
Buch

Über den Autor


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Cupcake-Connection - Mara Laue

Mara Laue

Cupcake Connection

Piet van Dycks 3. Fall

Kriminalroman

Impressum

Cupcake Connection

Piet van Dycks 3. Fall

Mara Laue

© 2018 vss-verlag, 60389 Frankfurt

Covergestaltung: Sabrina Gleichmann

Korrektorat: Hermann Schladt

www.vss-verlag.de

Anmerkung der Autorin

Alle Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit realen Personen oder tatsächlichen Begebenheiten wären reiner Zufall. Aus rechtlichen Gründen sind die im Roman genannten Adressen ebenfalls fiktiv, was die Hausnummern betrifft. Sie existieren nicht. Auch das Café „Luculls Paradies gibt es nicht, aber es könnten in der Duisburger Cecilienstraße beheimatet sein, wohin ich es gestellt habe. Das „Palmenblatt ist ebenfalls Fiktion und nicht an ein real existierendes Etablissement angelehnt.

Ein Glossar der im Roman vorkommenden italienischen Ausdrücke befindet sich im Anhang.

1.

Dienstag, 12. Juli

„Du Miststück!" Sabine Traude wischte sich hektisch den Mund ab und spuckte zum wiederholten Mal in die Serviette, während sie Louisa Mangold unverwandt anstarrte und sich wünschte, ihre Blicke in Dolche verwandeln zu können. Oder Gewehrkugeln, mit denen sie Louisa durchsieben konnte. Andererseits wäre ein so schneller Tod viel zu gut für diese Schlange. Sabine packte den Cupcake, von dem sie abgebissen und den Bissen sofort wieder ausgespuckt hatte, in die Serviette und warf sie nach Louisa. Leider verfehlte sie ihr Ziel, was sie noch wütender machte.

Louisa verzog verächtlich den Mund. „Ja, ja, gib nur mir wieder die Schuld an deinem missglückten Cake. Wer nicht backen kann, sollte es eben sein lassen."

„Ich kann sehr gut backen!, fuhr Sabine auf. „Und als ich die Cakes in die Formen gefüllt habe, war der Teig noch in Ordnung. Was hast du diesmal hinter meinem Rücken reingetan? Benzin? Sie blickte anklagend in die Runde der fünf anderen Anwesenden. „Und ihr – wieso habt ihr nicht aufgepasst?"

„Vielleicht haben sie nichts gesehen, weil ich gar nichts getan habe."

Das klang so höhnisch und falsch, dass Sabine Louisa am liebsten das Backblech ins Gesicht geschlagen und damit ihr süffisantes Lächeln zerquetscht hätte. Möglichst blutig. Sie ballte die Fäuste.

„Lass gut sein, Mama", bat ihr Sohn Felix und maß Louisa mit einem verächtlichen Blick. „Es spricht doch Bände, dass sie es nötig hat, anderen den Teig zu versalzen und die Jury zu bestechen, nur um den Preis zu bekommen. Das zeigt doch deutlich, dass sie diejenige ist, die nicht backen kann."

Louisa schenkte ihm ein hämisches Lächeln, aber ihre Augen blitzten wütend. „Ach, Kleiner, nimm dein Maul mal nicht so voll. Werde erst mal ein richtiger Mann, bevor du dich in Erwachsenenangelegenheiten mischst."

„Du verdammte ..."

Werner Bongers legte Felix die Hand auf die Schulter und unterbrach, was er hatte sagen wollen. „Lass ma, Jung’. Die isset nich’ wert. Er strafte Louisa mit einem verächtlichen Blick. „Komma, Jung’, gemma enne rauchen. Er schob Felix zur Terrassentür. „Lass dich von der doch nich’ ins Bockshorn jagen", riet er ihm und bot ihm eine Zigarette an.

Felix lehnte ab.

Werner zündete sich eine an, inhalierte den Rauch und klopfte Felix auf die Schulter. „Nimm da bloß nich’ dat Jift zu Herzen, dat et Miststück verspritzt."

„Das sagt sich so leicht, grollte Felix. „Können wir die nicht endlich aus dem Club werfen? Wenn die noch länger hier ihr Unwesen treibt, bringe ich sie um!

Werner schüttelte den Kopf. „Doch nich’ wejen die paar versalzene Kappkekse."

„Wenn sie die nur versalzen würde, wäre das wirklich nicht der Rede wert. Aber in meinen Teig hat sie neulich die Pisse von ihrem Hund gekippt. Und in den von Brigitte hat sie seine Scheiße gerührt. Und was sie über meine letzte Kreation gesagt hat ..." Er ballte die Fäuste und machte mit ihnen Bewegungen, als würde er sie nur zu gern in Louisas Gesicht dreschen.

Werner konnte es ihm nicht verdenken. Felix hatte sich für den Wettbewerb um den letzten „Goldenen Cupcake" – die Trophäe, die der Backclub jeden Monat auslobte und von einer unabhängigen Jury verleihen ließ – wirklich etwas Besonderes einfallen lassen. Indem er dem Teig englisches Ingwerbier statt Milch beigemischt hatte, hatte er nicht nur geschmacklich eine neue Note kreiert. Auch mit der Dekoration des Hat, des „Hutes, hatte er sich selbst übertroffen. Aus Marzipan hatte er in tagelanger Arbeit eine Schneewittchen-Figur sowie die von sieben Zwergen modelliert. Per Hand, ohne eine Form zu benutzen. Er hatte sie eingebettet in „Gras aus Pistazienhälften mit bunten Liebesperlen als Blütenknospen. Eine Meisterleistung, die jeder anerkannte.

Jeder – außer Louisa. Sie hatte beim Anblick der Kollektion gelacht. Wahrscheinlich würde nicht nur Werner die darin hörbare Gehässigkeit nie vergessen. Die wäre noch zu verkraften gewesen. Doch Louisa hatte es nicht nur dabei belassen, sondern obendrein Felix’ Kreation und ihn selbst verhöhnt in einer Weise, wie Werner noch nie erlebt hatte.

„Die weiße Gestalt – sie meinte Schneewittchen – sehe so gruselig aus wie ein Zombie. Allein schon deswegen würde „jeder normale Mensch sich scheuen, sie zu essen. Die „Trolle" seien offenbar dem Gruselkabinett einer Geisterbahn entsprungen und dermaßen grotesk, dass sie Felsbrocken ähnlicher sähen als allem anderen. Und überhaupt Schneewittchen: „Auf so eine dämliche Idee kann doch nur ein Kindskopf kommen, der geistig noch im Kindergarten feststeckt. Kein Wunder, dass du noch keine Frau hast, Felix. Frauen wollen einen Mann, einen richtigen Mann, keinen Kindergarten-Märchenfreund-Softie."

Der Hohn hatte Felix bis ins Mark getroffen. Er hatte wortlos den Raum verlassen. Dass die Jury ihm den Goldenen Cupcake zuerkannte und des Lobes voll gewesen war – weil Louisa es nicht geschafft hatte, seinen Teig zu versalzen oder ihm Schlimmeres anzutun –, hatte ihn nicht getröstet. Für solche Gemeinheiten gab es keinen Trost.

„Die Frau ist entweder komplett irre oder einfach nur bodenlos bösartig, knurrte Felix. „Oder beides. Sie ist jedenfalls nicht mehr tragbar für den Club. Schon lange nicht mehr! Er blickte Werner wütend an, als wäre er als Clubvorsitzender dafür verantwortlich, dass Louisa immer noch Mitglied der „Cupcake Connection e.V." war.

Werner blieb gelassen. „Drum ham wa ja de außerordentliche Vollversammlung für Freitagabend einberufen. Gemäß unserer gejenwärtijen Satzung könne wa jemand nur aus’m Club werfen, wenna die im Vereinszweck festgelegten Interessen det Vereins verletzt, gejen de Satzung verstoßen hat oder wenna wiederholt den Mitgliedsbeitrag nich’ bezahlt hat. Leider trifft nix davon auf et Louisa zu. Er drückte den Zigarettenstummel aus und machte eine Kopfbewegung zur Terrassentür. „Ich muss ma für kleine Königstiger.

Felix begleitete ihn und schwieg ebenso wie Werner, während sie durch die Küche zu den Toiletten gingen, ohne Louisa einen Blick zu gönnen, die sich immer noch mit Sabine stritt. Die anderen Anwesenden sahen dem Schauspiel zu oder beteiligten sich an dem Streit, während Emma Schmidtchen – Sabines Mutter und Felix’ Großmutter – die Geschirrspülmaschine einräumte. Die alte Dame hatte wie immer die Ruhe weg. Werner beneidete sie um diese Gelassenheit, denn die beizubehalten, war in Gegenwart von Louisa Mangold ein echter Kraftakt.

„Von wegen Louisa würde nicht die Interessen des Vereins verletzten, schimpfte Felix, als er mit Werner in der Toilettenkabine stand und sich erleichterte. „Sie stört den Clubfrieden. Erheblich!

„Aba eben dieset Verjehen steht nich’ inner Satzung, erinnerte Werner ihn. „Und wat den Vereinszweck betrifft, den erfüllt se. Ob et uns passt oda nich’. Er zog seinen Hosenschlitz zu und betätigte die Spülung, ehe er an den Fingern aufzählte. „Se jenießt mit uns de Jeselligkeit, se backt mit uns, se tauscht mit uns Rezepte aus und engaschiert sich für de Entwicklung von neuen Kappkeks-Kreationen. Allet im Rahmen vom Vereinszweck."

Felix riss den Reißverschluss seiner Hose so heftig zu, dass dessen Zähne knirschten und schlug mit der Faust auf den Spülknopf. „Aber wir genießen keine Geselligkeit mehr mit ihr. Schon lange nicht mehr!"

Werner nickte und wusch sich die Hände. „Aba, wenn wa et ma janz buchstabenjenau nehmen, is dat unser persönliches Problemskes. Und dat schaffen wa Freitag aussa Welt, indem wa de Satzung ändern und als zusätzliches Ausschlusskriterium ‚unbilliges Verhalten gejenüber annern Mitgliedern und Störung det Clubfriedens’ beschließen."

„Du glaubst, das beeindruckt das Miststück?"

Werner lächelte böse. „Janz sicher nich’. Aber wenn de Änderung beschlossen is und de Mehrheit für ihren Ausschluss stimmt – und wa werden einstimmig dafür sein –, kann se jar nix machen und wa sinse endlich los."

Felix brummte unwirsch und trocknete sich die Hände ab. „Dauert alles viel zu lange."

Werner klopfte ihm auf die Schulter. „Jeduld, Jung’, Jeduld. De paar Tage wirste de Zieje wohl noch ertraache könne."

„Ziege? Beleidige doch bitte nicht diese netten Tiere!"

Werner lachte. Felix stimmte nach kurzem Zögern darin ein. Gemeinsam kehrten sie in den Hauptraum zurück.

Der Streit dort war einem frostigen Schweigen gewichen. Louisa thronte auf einem Stuhl vor dem Tisch, auf dem die Cupcakes der anwesenden Bäckerinnen und Bäcker für die Jury arrangiert waren, die bald eintreffen würde. Jeder achtete darauf, dass sie keine Gelegenheit bekam, etwas daran zu verändern. Emma und Sabine gaben Emmas Arrangement den letzten Schliff. Sabine hat ihr eigenes Tablett neben die Spüle gestellt. Was immer Louisa diesmal in ihren Teig getan hatte, schloss ihre Cupcakes von der Wettbewerbsteilnahme aus. Sie jetzt schon in den Abfall zu werfen, hatte sie aber nicht übers Herz gebracht. Dazu hatte es sie zu viel liebevolle Mühe gekostet, sie mit roten Hüten aus Marzipan, die wie Pilzköpfe über den Rand ragten, und mit weißen Liebesperlen wie Fliegenpilze aussehen zu lassen.

Louisa beobachtete die beiden Frauen mit verächtlich verzogenem Mund. Sie nahm einen ihrer eigenen Cupcakes, den sie als Pröbchen aufgehoben hatte, und verteilte großzügig Ahornsirup aus einer kleinen, schlanken Tonflasche darauf. „Gebt euch keine Mühe. Ihre Stimme klang abfällig. „Meine Cupcakes werden wieder die besten sein.

„Bestimmt nicht, wenn du die anderen auch mit diesem widerlichen Sirup verschandelst", zischte Sabine.

Emma schüttelte stumm den Kopf und ging zu den Toiletten.

„Deine Cupcakes waren noch nie wirklich die Besten, giftete Brigitte Ludwig. „Wenn du gewonnen hast, dann immer nur, weil du betrogen hast.

„Oder weil sie die Jury bestochen hat", erinnerte Marion Vehreschild.

Louisa lächelte. „Beweist es, wenn ihr könnt." Sie biss in den Cupcake und kaute genussvoll.

„Miststück!, attestierte ihr Felix. Er warf einen Blick zur Uhr. „Die Jury kommt in zwanzig Minuten. Er schüttelte die Faust vor Louisas Nase. „Und bis dahin werden wir dafür sorgen, dass du keine Gelegenheit bekommst, wieder einmal zu betrügen."

Louisa lächelte breiter. Doch ihr Lächeln erstarb, als sie husten musste. Sie öffnete den Mund mehrmals und bewegte ihn, als habe sie einen schlechten Geschmack im Mund.

Brigitte rieb sich die Hände und grinste. „Na, wohl eine Dosis deiner eigenen Medizin geschluckt. Wie fühlt es sich denn an, wenn einem der Teig versalzen wird? Oder schmeckt er nach Hundescheiße wie meiner letzten Monat?"

„Hal... ...och ...ie ...appe", verlangte Louisa deutlich lallend und würgte. Schwankend kam sie vom Stuhl hoch und hastete auf sichtbar unsicheren Beinen Richtung Toilette.

Schadenfrohes Gelächter folgte ihr.

Werner blickte sich grinsend um, nachdem sie den Raum verlassen hatte, und hielt einen Daumen nach oben. „Wer imma ihr wat auch imma innen Teig jemischt hat: jut jemacht! Ich hoffe, et is’ Brechwurz oder irjendwat, dat en höllischen Durchfall verursacht."

„Am besten beides, wünschte Brigitte. „Nein, ich war es nicht, fügte sie hinzu, als sie bemerkte, dass alle sie fragend ansahen. „Aber wer immer es war: Gratulation!"

Angespannt lauschten alle, um sich nichts von Louisas Leiden entgehen zu lassen. Doch zu ihrer Enttäuschung kam zunächst nichts. Stattdessen kehrte Louisa zurück.

„Ihr sei... so ...emein!, stöhnte sie, presste die Hände auf den Bauch und krümmte sich. „Wa... ...abt ihr reinetan?

Sie japste nach Luft, zuckte wie unter Krämpfen und wankte wieder im Eilschritt Richtung Toilette. Diesmal waren deutlich lautes Würgen und Furzgeräusche zu hören, denen gleich darauf ein Platschen folgte, das verdächtig nach heftigem Durchfall klang. Alle lachten schadenfroh. Nachdem Louisa jedem von ihnen in der Vergangenheit mindestens einmal die Cupcakes ruiniert hatte, gönnten alle ihr die Pein von Herzen.

Emma kehrte von ihrem Toilettengang zurück, maß die feixenden Cupcake-Bäcker mit einem vorwurfsvollen Blick und schüttelte den Kopf. „Also wirklich, Kinder! Reicht es nicht, dass Louisa so bosnickelig ist und andern Leuten was in die Cakes tut? Müsst ihr euch mit ihr auf eine Stufe stellen?"

„Das hat sie verdient!, meinte Sabine. „Hundertfach! Als ihre Mutter sie befremdet anblickte, schüttelte sie den Kopf. „Nein, ich war das nicht. Aber ich gönne es ihr! Nach allem, was sie getan hat ..."

Emma schüttelte ebenfalls den Kopf, nahm eine Packung Zigaretten aus ihrer Handtasche und ging auf die Terrasse, um eine zu rauchen. Die anderen schwelgten weiter in Schadenfreude.

Brigitte nahm einen von Louisas Cupcakes und schnupperte daran. „Riecht ganz normal, fand sie. Sie brach einen fingernagelgroßen Krümel vom Boden ab und kostete ihn vorsichtig. „Schmeckt auch ganz normal. Ratlos blickte sie in die Runde.

Louisa kam zurück, kreidebleich, das Gesicht nass mit dicken Schweißperlen auf der Stirn. Anklagend blickte sie die grinsenden Vereinskameraden an. „I... ...ür ...ich’s ...ehr!"

„Was?", fragte Sabine verständnislos.

„Ich ...pür nich’s mehr", brachte Louisa mühsam heraus.

„Was spürst du nicht mehr?" Sabine wollte das nicht wirklich wissen, hatte aber das Gefühl, etwas sagen zu müssen.

Louisa rang nach Luft. Sie zitterte und zuckte unkontrolliert.

Werner sah die anderen der Reihe nach an. „Mann, wat habta ihr innen Keks jetan? Dat Zeug is ja echt höllisch." Er klang ein bisschen besorgt. Aber nur ein winziges bisschen.

Louisa röchelte. Nackte Angst lag in ihrem Blick. „H... H... Hi... Sie fasste sich an den Hals. „...ilf..., brachte sie kaum verständlich heraus.

Obwohl jeder das als Hilferuf interpretierte, rührte niemand einen Finger. Alle blickten sie an und beobachteten ihren Kampf um Luft.

„Wir sollten den Notarzt rufen", schlug Marion vor. Man hörte ihr an, dass sie das nur der Form halber gesagt, aber nicht ernst gemeint hatte.

„Ach, das wird schon wieder." Felix klang nicht im Mindesten mitfühlend. Wie die anderen sah er keine Veranlassung, auch nur einen Finger zu rühren, um Louisa zu helfen. Verrecke, du Aas!, schoss es ihm mit einer Vehemenz durch den Kopf, die ihn erschreckte. Trotzdem schämte er sich keine Sekunde für den unfrommen Wunsch.

Louisa furzte und würgte, sackte zu Boden, japste verzweifelt nach Luft und zerrte am Kragen ihrer Bluse in dem vergeblichen Versuch, durch dessen Lockerung wieder atmen zu können. Die Augen traten ihr aus den Höhlen und ihr Körper zuckte heftig.

„Was ist denn hier los? Emma kam von der Terrasse zurück. Als sie Louisa am Boden sah, wie sie um ihr Leben kämpfte, zögerte sie keine Sekunde. Sie kniete sich neben sie. „Ruft den Notarzt, befahl sie. „Sie erstickt sonst."

„Wäre ganz bestimmt nicht das Schlechteste", murmelte Sabine und erntete einen verweisenden Blick ihrer Mutter.

„Sofort!", verlangte Emma.

Felix griff zum Handy und tätigte den Anruf.

Emma drehte Louisa auf die Seite. Die jüngere Frau röchelte, zuckte noch ein paar Mal in Krämpfen und lag dann still, die Augen halb offen. Emma fühlte ihren Puls, stellte keinen mehr fest und begann geübt mit der Herzdruckmassage und Mund-zu-Nase-Beatmung. Sabine löste sie nach ein paar Minuten ab und setzte die Maßnahme fort, bis der Notarzt mit einem Kollegen eintraf. Doch die beiden konnten nur noch Louisas Tod feststellen. Werner hatte die inzwischen ebenfalls eingetroffene Jury wieder weggeschickt.

„Was ist passiert?", wollte der ältere Notarzt wissen und schaute in die Runde. Sein Blick wurde misstrauisch, als niemand antwortete.

„Sie hat ihren Cupcake nicht vertragen, sagte Sabine. „Dann hat sie sich übergeben und wohl auch Durchfall gehabt, dann hat sie geröchelt und keine Luft mehr gekriegt und ist zusammengebrochen.

„Richtig sprechen konnte sie auch nicht mehr, murmelte Brigitte. „Und gezuckt hat sie.

„Gezuckt? Der Notarzt runzelte die Stirn. „Wie – gezuckt?

„Krämpfe", erklärte Emma.

Die beiden Sanitäter sahen einander an. „Hatte sie sonst noch Symptome?", wollte der Ältere wissen.

„Sie hat geschwitzt wie ein Schwein, ergänzte Brigitte. „Und richtig sprechen konnte sie auch nicht mehr. Als wenn sie total besoffen wäre.

Der jüngere Sanitäter blickte zum Tisch mit den Cupcakes. „Was hat sie gegessen?"

Emma deutete auf den Teller, auf dem noch der Rest von Louisas Cupcake lag. „Sie hat davon abgebissen, nachdem sie ihn wie immer mit diesem widerlichen Sirup verschandelt hatte. Danach fing sie an zu röcheln. Darum dachten wir zuerst, dass sie sich verschluckt hat."

„Und die anderen Symptome kamen Ihnen nicht verdächtig vor?", fragte der jüngere Mann. Er öffnete Louisas Mund, roch daran und leuchtete mit einer kleinen Lampe hinein.

Die Connection schwieg.

„Vielleicht eine allergische Reaktion, vermutete Emma nach einer Weile. „Ein anaphylaktischer Schock. Die Symptome deuten darauf hin. – Ich war früher Krankenschwester, fügte sie erklärend hinzu.

Der ältere Notarzt zögerte. „Das wäre möglich. Er sah seinen Kollegen an, der den Blick ernst erwiderte. „Ist denn eine Allergie der Dame bekannt? Oder hatte sie schon mal solche Anfälle?

Allgemeines Kopfschütteln. Betreten sahen sie einander an.

Dem Arzt entging das nicht. „Was ist hier los?, verlangte er eine Antwort. „Sie wissen doch was. Das sehe ich Ihnen an. Los, raus mit der Sprache.

„Et is nix, versicherte Werner und wiegte den Kopf, ehe er mit den Schultern zuckte. „Wir ... na ja, einije von uns sin schon ma auf en dummen Jedanken jekomme, da Konkurrenz um en Goldenen Kappkeks Abführmittel und Brechmittel innen Teig zu mischen. Deshalb ham wa uns nix dabei jedacht. Außer dat enner ihre Kekse mit Brechwurz oder so ‚versüßt’ hat.

„Was genau haben Sie ihr gegeben?", wollte der Arzt wissen.

Niemand antwortete ihm.

Schließlich atmete er tief durch. „Da ich die Todesursache nicht zweifelsfrei feststellen kann und in Anbetracht Ihrer, hm, Aktion, bin ich verpflichtet, die Polizei zu verständigen. Bitte bleiben Sie alle hier und rühren Sie von den Lebensmitteln nichts an." Er griff zu seinem Handy.

„Das darf nicht wahr sein, murmelte Sabine. „Das Miststück kriegt es doch tatsächlich fertig, uns auch noch im Tod das Leben zu vermiesen. Anklagend blickte sie Werner an. „Konntest du

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