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Gretchen
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eBook35 Seiten25 Minuten

Gretchen

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Über dieses E-Book

Eine humorvolle Novelle über das Heiraten: Gretchen ist mit dem langweiligen und behäbigen Assessor Klotzsche verlobt, den sie nicht liebt. Zusammen mit ihrer Freundin Elsa beschließt sie, dass auch Frauen sich vor der Ehe ausleben dürfen. Daraufhin sucht Gretchen Kontakt zu dem galanten Schauspieler Herrn Stolzeneck, den sie schon lange anhimmelt und der in der Damenwelt durchaus beliebt ist. Doch es kommt anders, als Gretchen es sich erträumt hat...-
SpracheDeutsch
HerausgeberSAGA Egmont
Erscheinungsdatum19. Apr. 2021
ISBN9788726885316
Gretchen
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Autor

Heinrich Mann

(Luiz) Heinrich Mann, geb. 1871 in Lübeck; 1889 Abbruch der Schulausbildung, Buchhändlerlehre, erste Erzählungen und Texte; ab 1890 Volontariat bei S. Fischer in Berlin; 1905 "Professor Unrat", zunächst kein großer Erfolg; 1914 Heirat, 1915 "Der Untertan", erst auf Russisch, ab 1918 auch auf Deutsch, schließlich großer Erfolg; einziges Kind 1916 geboren; 1930 Ehescheidung, Verfilmung von "Professor Unrat" unter dem Titel "Der blaue Engel", Welterfolg; 1933 Emigration, zunächst nach Frankreich; 1935-1938 "Die Jugend des Königs Henri Quatre" und "Die Vollendung des Königs Henri Quatre"; 1939 zweite Heirat; 1940 Flucht in die USA, dort 1950 gestorben.

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    Buchvorschau

    Gretchen - Heinrich Mann

    Cover: Gretchen by Heinrich Mann

    Heinrich Mann

    Gretchen

    Saga

    Gretchen

    Coverimage/Illustration: Shutterstock

    Copyright © 1910, 2021 SAGA Egmont

    Alle Rechte vorbehalten

    ISBN: 9788726885316

    1. E-Book-Ausgabe

    Format: EPUB 3.0

    Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit der Zustimmung vom Verlag gestattet.

    Dieses Werk ist als historisches Dokument neu veröffentlicht worden. Die Sprache des Werkes entspricht der Zeit seiner Entstehung.

    www.sagaegmont.com

    Saga Egmont - ein Teil von Egmont, www.egmont.com

    I

    Am Sonnabend mittag hatte Frau Heßling es immer noch nicht ihrem Manne beigebracht, daß Gretchen sich am Sonntag verloben sollte. Beim Essen war Diederich endlich guter Laune; von dem Aal, den er allein aß, warf er Gretchen ein Stück über den Tisch zu. Aber der Aal war groß und fett gewesen; im Mittagsschlaf ächzte Heßling, und nach dem Erwachen verlangte er massiert zu werden. Seine Gattin wisperte Gretchen zu:

    »Nun könn' mer 'n wieder dein' Hut und Gürtel nich abluchsen. Aber Geld muß her.« Und sie gab der Tochter einen nützlichen Wink.

    Herr Heßling wartete schon in wollenem Hemd und Unterhosen zwischen den Sofakissen. Er überlieferte seinen blonden Bauch der Gattin zur Bearbeitung mit den Handrücken. Angstbeklemmt blinzelte er, indes sie hackte, den drei Figuren in zwei Drittel Lebensgröße und in Bronze zu, die von der Erkerstufe mit erhabener Heiterkeit auf ihn und seine Not herabsahen: Kaiser, Kaiserin und Trompeter von Säckingen. Und während Frau Heßling sich nach allen übrigen Seiten um ihren Mann verbreitete und ihn laut tröstete, kroch Gretchen zur Tür herein, auf den Knien in ihrem weißen Kleid, umsichtig den langen Hals vorgestreckt und mit Furcht und Hohn in ihren bleichsüchtigen Augen, kroch geräuschlos zum Stuhl mit Papas Hose und griff hinein. Es hatte ein bißchen geklimpert; ihre Mutter sagte um so kräftiger:

    »Nu haste's gleiche hinter dir, und morgen wollten mer nach Goschelroda machen, daß du's weißt. Der' Herr Assessor Klotzsche geht auch mit, und dich kost es nischt, Alter. Ich hab noch so viel vom Haushaltungsgeld, daß es langt.«

    Heßling brummte; aber die Massage hatte ihn erweicht.

    Abends am Stammtisch stand er für Deutschlands

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