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Einsatzrecht kompakt - Ausländerrecht für die weitere Ausbildung: Laufbahnprüfung erfolgreich bestehen

Einsatzrecht kompakt - Ausländerrecht für die weitere Ausbildung: Laufbahnprüfung erfolgreich bestehen

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Einsatzrecht kompakt - Ausländerrecht für die weitere Ausbildung: Laufbahnprüfung erfolgreich bestehen

Länge:
178 Seiten
1 Stunde
Freigegeben:
Apr 30, 2021
ISBN:
9783415070301
Format:
Buch

Beschreibung

Das Ausländerrecht ist kompliziert
Anwärterinnen und Anwärter für den mittleren Dienst bei der Bundespolizei werden im 2. Dienstjahr das erste Mal mit dem Themenbereich Ausländerrecht konfrontiert: In schneller Folge fallen Begriffe wie z.B. Unionsbürger, Drittstaatsangehöriger, Freizügigkeitsberechtigter und Kurzaufenthalt. Darüber hinaus erschwert die komplexe Systematik den Zugang zu diesem Rechtsgebiet.

So gelingt der Einstieg in die Materie
Hier hilft das Buch schnell und sicher: Zunächst erläutert das Autorenteam die entscheidenden Fachbegriffe des Ausländerrechts. Mit diesem Wissen fällt es den Leserinnen und Lesern leicht, in die Systematik des Ausländerrechts mit seinen Spezialvorschriften (AufenthG, AufenthV, SGK, SDÜ, EUVisaVO, Visakodex) einzusteigen.

Im Anschluss daran werden sowohl die nationalen ausländerrechtlichen Regelungen als auch das Schengen-Recht und die Besonderheiten der Erwerbstätigkeit von Ausländern vermittelt.

Wichtige Maßnahmen im Einsatz
Abschließend behandelt der Lehrbuchteil ausländerrechtliche Maßnahmen wie z.B. Einreiseverweigerung oder Abschiebung, Straftaten und das Recht auf Freizügigkeit.

Fälle und Lösungen zum Üben
Acht speziell ausgewählte Fälle und Lösungen zum Ausländerrecht helfen den Nutzerinnen und Nutzern, ihr erlerntes Wissen zu prüfen, zu vertiefen und zu festigen.

einsatzrecht.de
Weitere Informationen zu den Büchern der Reihe "Einsatzrecht kompakt" und zum Einsatzrecht bei der Bundespolizei finden Sie auf der Homepage unseres Autors PHK Patrick Lerm: https://einsatzrecht.de. Der Autor führt persönlich in Videos/Clips auf Youtube und Instagram (instagram.com/patricklerm) in die Grundbegriffe des Einsatzrechts ein.

Optimal für ...
... die Anwärterinnen und Anwärter des mittleren Polizeivollzugsdienstes bei der Bundespolizei (BPOL) zur Vorbereitung auf die Laufbahnprüfung im Fach Einsatzrecht am Ende des 2. Dienstjahres.
Freigegeben:
Apr 30, 2021
ISBN:
9783415070301
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Einsatzrecht kompakt - Ausländerrecht für die weitere Ausbildung - Patrick Lerm

1. Entwicklung des Ausländerrechts

Haben Sie sich gefragt, warum Sie so viele Gesetze für das Ausländerrecht benötigen?

Wir leben in der Europäischen Union (EU) und haben einen gemeinsamen Lebensraum, der sich aus vielen Einzelstaaten zusammensetzt. Dieses Lehrbuch soll nicht (wie bereits in der Einführung angedeutet) dazu dienen, Ihnen eine detaillierte Abhandlung über die Entwicklung der Europäischen Union zu liefern. Aber um die oben genannte Frage zu klären, müssen wir hier (zumindest) ein paar Sätze darüber schreiben.

Das heutige Europa, wie Sie es kennen, besteht aus 27 EU-Staaten. Das war nicht immer so. Ganz am Anfang waren es nur sechs Staaten, die sich zur Stabilisierung des Friedens vertraglich darüber geeinigt haben, eine Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) zu gründen. Im Laufe der Zeit wurden diese Verträge immer wieder erweitert und immer mehr Staaten haben sich dazu entschlossen, diesen Gemeinschaften beizutreten und die Verträge zu unterschreiben. Es wurden die Europäische Atomgemeinschaft (EAG) und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. Jede Gemeinschaft musste einzeln rechtlich geregelt werden, sodass die Mitgliedsstaaten sich entschieden haben, alle Verträge zusammenzuführen. Daraus ist die Europäische Gemeinschaft (EG) entstanden.

Es wurden Organe für die Legislative, Judikative und Exekutive geschaffen, da gewisse Bereiche der Politik zur Regelung an die EG abgegeben wurden. Auch der Bereich des Ausländerrechts wurde in Teilen zur einheitlichen Regelung abgegeben. So entstand das Schengener Durchführungsübereinkommen (SDÜ).

Das SDÜ enthielt Regelungen zum Abbau der Kontrollen an den gemeinsamen Binnengrenzen sowie Regelungen für Drittstaatsangehörige für eine zeitliche Beschränkung ihres Aufenthalts im Schengen-Raum.

Dieses Durchführungsübereinkommen wurde jedoch nicht von allen EU-Staaten akzeptiert.

Heute befinden sich insgesamt 26 Staaten im sogenannten Schengen-Raum. Hiervon sind zeitgleich 22 Staaten EU-Staaten. Die anderen Staaten sind Island, Norwegen und Liechtenstein, die (nur) EWR-Staaten sind, sowie die Schweiz, die EFTA-Staat ist und ein Freizügigkeitsabkommen mit der EU hat.

Folgende Staaten haben (noch) einen Sonderstatus: Die EU-Staaten Zypern, Bulgarien, Rumänien und Kroatien sind sogenannte Schengen-Teilanwenderstaaten. Das Vereinigte Königreich und Irland sind dem SDÜ nie beigetreten.

Im Laufe der Entwicklung der EU und des Schengen-Raumes wurden Teilregelungen aus dem SDÜ herausgenommen und detaillierte Vorschriften erarbeitet.

Daraus entstanden sind:

Somit kennen Sie nun bereits vier Vorschriften (die in der Grafik dargestellten und das SDÜ), die eine entscheidende Rolle für die ausländerrechtliche Sachverhaltsbearbeitung spielen.

Diese Vorschriften regeln in erster Linie Einreise und Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen, die einen Kurzaufenthalt im Schengen-Raum planen oder sich bereits aufhalten. Was ein Kurzaufenthalt genau ist, wird in den nachfolgenden Kapiteln erklärt. Da es aber auch Drittstaatsangehörige gibt, die einen langfristigen Aufenthalt anstreben, benötigen Sie auch nationale Regelungen. Diese finden Sie u. a. im Aufenthaltsgesetz (AufenthG) und der Aufenthaltsverordnung (AufenthV).

Die wichtigsten nationalen Rechtsvorschriften:

Das europäische Ausländerrecht und dadurch auch das nationale Ausländerrecht unterliegen einem ständigen Wandel, deshalb wird es für Sie zukünftig sehr wichtig sein, Ihre Gesetzestexte immer auf den neuesten Stand zu bringen.

Bevor wir jedoch auf die einzelnen Rechtsnormen und den Regelungsgehalt eingehen, ist es notwendig, die wichtigsten Begriffe im Ausländerrecht kennenzulernen. Denn seien Sie ehrlich, auch wir haben Sie jetzt ganz schnell viele Begrifflichkeiten lesen lassen, mit welchen Sie noch wenig in Verbindung bringen können.

Zunächst soll es um die Schengen-Staaten gehen.

Folgende Staaten sind sog. Schengen-Vollanwenderstaaten¹:

Belgien

Dänemark

Deutschland

Estland

Finnland

Frankreich

Griechenland

Island (gehört zur Europäischen Freihandelsassoziation², European Free Trade Association, abgekürzt EFTA)

Italien

Lettland

Liechtenstein (gehört ebenfalls zur EFTA)

Litauen

Luxemburg

Malta

Niederlande

Norwegen (gehört ebenfalls zur EFTA)

Österreich

Polen

Portugal

Schweden

Schweiz (gehört ebenfalls zur EFTA)

Slowakei

Slowenien

Spanien

Tschechien

Ungarn

Folgende Staaten sind sog. Schengen-Teilanwenderstaaten³, d. h. diese wenden den Schengen-Besitzstand noch nicht vollständig an:

Bulgarien

Kroatien

Rumänien

Zypern

MERKE:

Personenkontrollen an den Binnengrenzen finden bei den Schengen-Teilanwenderstaaten immer noch statt.

2. Prüfungsschema

Für den Bereich des Ausländerrechts existiert ein eigenes Prüfungsschema für die Beurteilungen von Sachverhalten. Sie werden dieses Schema im Rahmen des Unterrichts im Ausländerrecht kennenlernen. Es unterscheidet sich vom bisher bekannten Schema für die rechtliche Begründung von Eingriffsmaßnahmen aus der Grundausbildung. Neben dem folgenden Schema zur Prüfung von ausländerrechtlichen Fragestellungen existiert (weiterhin) auch noch das bereits aus der Grundausbildung bekannte Schema zur Prüfung von Straftaten⁴. Dieses findet zum Beispiel Anwendung bei der Prüfung von Straftaten aus dem Aufenthaltsgesetz (§§ 95 ff. AufenthG).

Schema zur Prüfung von ausländerrechtlichen Fragestellungen

1. Herausarbeiten der anzuwendenden Rechtsnormen

1.1 Statusprüfung der Person

1.2 Grenze

1.3 Beabsichtigte Dauer und Zweck des Aufenthalts

1.4 Anzuwendende Rechtsnormen nennen

2. Prüfung der Voraussetzungen der einschlägigen ausländerrechtlichen Normen

3. Prüfung der zu treffenden ausländerrechtlichen Befugnis (Eingriff)

3.1 Befugnisnorm

3.2 Ermessensausübung

3.3 Verhältnismäßigkeit

3.4 Sachliche Zuständigkeit für die Befugnis

3.5 Feststellung der Rechtmäßigkeit der Maßnahme

In der Klausur sind folgende Fragestellungen denkbar⁵:

Prüfen Sie, ob die Person die Voraussetzungen für die Einreise und den Aufenthalt erfüllt.

Hier müssen Sie auf die Punkte 1 [Herausarbeiten der anzuwenden Rechtsnormen] und 2 [Prüfung der Voraussetzungen der einschlägigen ausländerrechtlichen Normen] eingehen.

Prüfen Sie die ggf. zu treffende ausländerrechtliche Maßnahme gegen die Person.

Hier müssen Sie auf den Punkt 3 [Prüfung der zu treffenden ausländerrechtlichen Befugnis] eingehen.

Prüfen Sie den Sachverhalt in ausländerrechtlicher Hinsicht.

Hier müssen Sie das komplette Schema prüfen.

3. Begriffsbestimmungen

3.1 Statusbestimmung

Um im Ausländerrecht zu wissen, welche Rechtsnormen Sie anzuwenden haben, müssen sie zuerst festlegen zu welcher Statusgruppe der „Ausländer" gehört (→ siehe Prüfungspunkt 1.1 im Schema). Aber auch in der Praxis müssen Sie (in Bruchteilen von Sekunden) sicher wissen, wer vor Ihnen steht. Das Ausländerrecht differenziert zwischen verschiedenen Personengruppen, siehe nachfolgende Grafik. Anknüpfungspunkt ist die jeweilige Staatsangehörigkeit der Person.

3.1.1 Deutsche(r)

Deutscher ist jeder i. S. d. Art. 116 I Grundgesetz (GG).

Art. 116 GG

(1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.

(2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.

3.1.2 Ausländer

Grundsätzlich ist gem. § 2 I AufenthG jede Person – bei uns in Deutschland – Ausländer, welche nicht die deutsche Staatsangehörigkeit i. S. d. Art. 116 I GG besitzt.

Dieser Begriff ist jedoch weit gefasst, und deswegen müssen Sie weitere Differenzierungen vornehmen. Denn nicht alle Ausländer unterfallen für die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland dem AufenthG.

3.1.3 Unionsbürger

Laut Art. 20 I 2 AEUV⁶ ist Unionsbürger, wer die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates hat.

Personen dieser Statusgruppe unterfallen (rechtlich betrachtet) dem FreizügG/EU und haben das Recht auf freien Personenverkehr. Das FreizügG/EU ist ein nationales, deutsches Gesetz. Die nachfolgenden Gesetzesauszüge beinhalten Hervorhebungen durch die Verfasser.

§ 2 FreizügG/EU (Recht auf Einreise und Aufenthalt)

(1) Freizügigkeitsberechtigte Unionsbürger und ihre Familienangehörigen haben das Recht auf Einreise und Aufenthalt nach Maßgabe dieses Gesetzes. […]

(4) Unionsbürger bedürfen für die Einreise keines Visums und für den Aufenthalt keines Aufenthaltstitels. Familienangehörige, die nicht Unionsbürger sind, bedürfen für die Einreise eines Visums nach den Bestimmungen für Ausländer, für die das Aufenthaltsgesetz

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