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Verletzungen homöopathisch behandeln

Verletzungen homöopathisch behandeln

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Verletzungen homöopathisch behandeln

Länge:
460 Seiten
2 Stunden
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Nov. 2016
ISBN:
9783906407197
Format:
Buch

Beschreibung

Verletzungen homöopathisch behandeln

Homöopathische Behandlung von Sport- und allgemeinen Verletzungen

"Verletzungen homöopathisch behandeln" ist ein ausführlicher und praxisbezogener Ratgeber. Er wird sowohl dem erfahrenen Homöopathen wie auch dem Anfänger und dem interessierten Laien von Nutzen sein, gleich ob es sich um Verletzungen beim Sporttreiben, bei Haushaltsarbeiten, in der Freizeit oder im Beruf handelt.
Homöopathie eignet sich hervorragend, um Verletzungen effizient zu behandeln, entweder alternativ oder komplementär zu anderen Therapien. Alle wichtigen Verletzungsarten wurden in diesem Buch einbezogen, von der einfachen Schnittwunde bis zur Kopfverletzung oder Stromschlag. Homöopathie und Chirurgie ergänzen sich sehr gut. Diesem oft verkannten Aspekt ist entsprechend Rechnung getragen worden.
Herausgeber:
Freigegeben:
30. Nov. 2016
ISBN:
9783906407197
Format:
Buch

Über den Autor


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Buchvorschau

Verletzungen homöopathisch behandeln - Mohinder S. Jus

Mohinder Singh Jus

Verletzungen

homöopathisch behandeln

© 2007 Homöosana, SHI Homöopathie AG, Zug

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 2007

Homöosana, SHI Homöopathie AG

Steinhauserstrasse 51

CH - 6300 Zug

+41 (0)41 748 21 80 Tel.

+41 (0)41 748 21 88 Fax

bestell@homoeosana.ch

www.homoeosana.ch

www.shi.ch

Gestaltung: Peter Oswald, Mohinder Singh Jus, Homöosana Verlag

eBook: Schwabe AG , Muttenz

ISBN-13: 978-3-906407-09-8

eISBN ePub: 978-3-906407-19-7

eISBN mobi: 978-3-906407-20-3

Dieses Buch widme ich

Dr. med. Ulrich Lemberger,

den ich sowohl als

ausgezeichneten Chirurgen

wie auch als

lieben Freund sehr schätze.

Hoffentlich werden wir noch

bei vielen Fällen gemeinsam

erleben, wie gut

Homöopathie und Chirurgie

sich ergänzen.

Mohinder Singh Jus, der Verfasser dieses Buches, studierte Homöopathie am Calcutta Homoeopathic Medical College and Hospital.

Sein Lehrer, Dr. B. K. Bose, war der letzte noch lebende Schüler von J.T. Kent.

Mohinder Singh Jus ist seit 1985 lehrend und praktizierend in der Schweiz tätig. Er ist der Leiter der SHI Homöopathie Schule in Zug und gefragter Referent im In- und Ausland.

Natur und Sport spielen eine grosse Rolle im Leben von Dr. Mohinder Singh Jus. Seit seiner Schulzeit bis zu seiner Einreise in der Schweiz spielte er intensiv Cricket und Badminton. In der Schweiz wurde Tennis bald sein Lieblingssport. In seiner Freizeit gehören neben der Malerei und dem Gärtnern Wandern zu seinen bevorzugten Beschäftigungen. Jede Bewegung birgt eine gewisse Verletzungsgefahr in sich. In seiner langjährigen Praxiserfahrung konnte Mohinder Singh Jus immer wieder bestätigen, wie gut die Homöopathie sich eignet, um Verletzungen zu behandeln. Dank diesem Buch wird nun seine grosse Erfahrung auf diesem Gebiet einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Er ist Autor folgender Bücher: «Kindertypen in der Homöopathie», «Die Reise einer Krankheit», «Homöopathische Erse Hilfe», «Praktische Materia Medica». Zudem ist er Chefredaktor von «Similia, Zeitschrift für klassische Homöopathie».

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Vorwort von Silvano Beltrametti

Teil I Grundlagen

Was ist Homöopathie?

Einige Prinzipien der Homöopathie

Individualität

Ähnlichkeitsgesetz

Arzneimittelprüfung

Kleinste Dosis

Potenzierung

Akute und chronische Krankheiten

Homöopathie und Chirurgie

Homöopathische Erstverschlimmerung

Homöopathie und Verletzungen

Homöopathische Selbstbehandlung

Wie finde ich das richtige Mittel

Dosierung

Konstitutionelle Störungen nach Verletzungen

Wundheilung

Teil II Homöopathische Therapeutica

Augenverletzungen

Bänder- und Sehnenverletzungen

Bluterguss

Blutungen

Chirurgische Eingriffe

Erfrierungen

Ertrinken

Gelenkverletzungen

Hitzschlag

Höhenkrankheit

Knochenverletzungen

Kopfverletzungen

Muskelkater

Muskelriss

Nasenverletzungen

Nervenverletzungen

Ohrenverletzungen

Rückenverletzungen

Schleudertrauma

Schneeblindheit

Schock

Stromschlag

Tierbisse, Insektenstiche

Überheben

Verbrennungen

Quetschwunden

Risswunden

Schnittwunden

Stichwunden

Teil III Materia Medica

Aconitum napellus

Agaricus muscarius

Apis mellifica

Arnica montana

Arsenicum album

Badiaga

Belladonna

Bellis perennis

Bovista lycoperdon

Bryonia alba

Calendula officinalis

Cantharis vesicatoria

Carbo vegetabilis

China officinalis

Colocynthis

Conium maculatum

Echinacea angustifolia

Gelsemium sempervirens

Glonoinum

Hamamelis virginiana

Hypericum perforatum

Ledum palustre

Magnesium phosphoricum

Moschus

Natrium sulfuricum

Rhus toxicodendron

Ruta graveolens

Staphysagria

Sulfuricum acidum

Symphytum officinale

Teil IV Repertorium

Repertorium der Verletzungen

Teil V Verzeichnis

Indikationsliste

Stichwortverzeichnis

Verzeichnis der Arzneien

Vorwort

Jeder Tag im Leben überrascht uns mit etwas Speziellem. Es gibt Überraschungen, die Freude, Glück und Wachstum bringen, es gibt aber auch Momente, die wir am liebsten vergessen möchten, aber nicht können. Ich denke da an die psychischen und körperlichen Narben, die ein Unfall hinterlässt. Verbrennungsnarben, schrecklich aussehende Narben, die uns jedes Mal, wenn wir an einem Spiegel vorbeikommen, wieder an diesen Unglückstag erinnern, an dem unser Leben sich für immer änderte.

Wir sind anfällig für Stürze, weil wir versuchen, uns zu bewegen. Es gibt keine Bewegung ohne Risiko, kein Erfolg ohne Misserfolg. Jeder Sportler, der versucht, etwas zu erreichen, etwas zu gewinnen, riskiert eine Verletzung. Ob Boxer, Leichtathlet, Skifahrer oder Tennisspieler, jeder versucht, seine Grenzen ein bisschen über die eigene Kapazität zu strecken. Jeder Versuch wird belohnt mit einem Resultat, manchmal mit einem Erfolg, ein andermal aber mit einer Verletzung. Aber das Leben geht in allen Fällen weiter.

Notfallmedizin und Unfallmedizin haben unglaubliche Fortschritte gemacht. Seien es Verkehrsunfälle, Verbrennungen oder Sportunfälle, die Verletzten werden von Expertenteams behandelt und alles wird daran gesetzt, ihr Leben zu retten.

Trotz dieser Spitzenmedizin, oder gerade weil es sich um eine Spitzenmedizin handelt, hat die Homöopathie eine sehr wichtige Rolle bei der Behandlung von Verletzungen zu spielen. Leider wird das Potenzial der Homöopathie in diesem Bereich weitgehend unterschätzt. Einen Beitrag, dies zu ändern, war eine grosse Motivation, um dieses Buch zu schreiben. Homöopathie ist eine wunderbare Therapie – alternativ oder komplementär zu anderen Therapien, um Verletzungen und Folgen davon zu behandeln. Sie eignet sich zum Beispiel sehr gut, um Schockzustände zu behandeln. Bei Unfällen sterben mehr Verletzte an den Folgen des Schocks als an den Folgen der Verletzung selber. Während meiner Arbeit in indischen homöopathischen Spitälern konnte ich oft die spontane Reaktion auf das indizierte homöopathische Mittel bewundern. Der Schock verschwand Sekunden nach Aconitum, in einem anderen Fall stoppte die Blutung, als die Arnica-Globuli noch im Mund des Patienten waren. Die Homöopathie kann bei allen Verletzungsarten eingesetzt werden, gleich ob es sich um innere oder äussere Verletzungen handelt, ob der Verletzte bei Bewusstein oder komatös ist, unabhängig von seinem Alter, Geschlecht und seiner Spezies. Mit Spezies meine ich, dass nicht nur Menschen, sondern alle Tierarten homöopathisch behandelt werden können.

Am Anfang wollte ich eigentlich nur eine erweiterte Auflage von meinem Buch «Homöopathie und Sport» verfassen. Ich fing also mit ein paar Ergänzungen und Korrekturen an. Ich war aber bald unbefriedigt und beschloss, ein ganz neues Buch zu schreiben. Somit konnte ich mich nicht nur auf den Sportbereich begrenzen, sondern das Thema «Verletzungen» umfassend behandeln.

Es war mir ein Anliegen, alle wichtige Verletzungsarten aus dem Alltag und dem Sport einzubeziehen, ob es sich um Verletzungen auf dem Spielplatz, bei Haushaltarbeiten, bei Gartenarbeiten oder beim Sport handelt. Selbstverständlich konnten nicht alle Verletzungssituationen berücksichtigt werden und manche Leser werden vielleicht das eine oder andere Thema vermissen. Ich habe in erster Linie die klinischen Bereiche einbezogen, in denen ich in meiner Praxistätigkeit Erfahrung sammeln konnte.

Das Buch wurde in vier Abschnitte unterteilt:

IGrundlagen

II Homöopathische Therapeutica

III Materia medica

IV Repertorium der Verletzungen

Die Behandlung von verschiedenen Verletzungsarten wie z.B. Kopfverletzungen, Tierbisse, Stromschlag, Erfrierungen können zuerst im Teil «Homöopathische Therapeutica» studiert werden. Weitere Details über die erwähnten Arzneien sind dann im Teil «Materia medica» erläutert.

Der Übersicht halber wurde der Abschnitt «Homöopathische Therapeutica» und «Materia medica» alphabetisch geordnet. Das Repertorium basiert auf diesem Buch und soll die Mittelwahl erleichtern. Im zweiten Teil habe ich zudem eigene klinische Tipps erwähnt. Ich hoffe, dass Sie sie nützlich finden werden.

Homöopathie eignet sich nicht nur um akute Verletzungen, sondern auch um ihre chronischen Folgen zu behandeln wie z.B. postraumatische Depressionen, Persönlichkeitsveränderungen, chronische Neuralgien usw. Homöopathie ist die beste Freundin des Chirurgen. Es mildert die Nebenwirkungen einer Narkose, es hilft bei Schockzuständen, es beschleunigt die Heilungsphase nach einer Operation und zusammen mit allen anderen nötigen unterstützenden Massnahmen hilft es das Leben zu beschützen und zu stimulieren.

Ich hoffe, dass dieses Buch vielen Menschen im Alltag nützlich sein wird und ihnen die Suche nach der passenden Arznei erleichtern wird.

Dieses Buch konnte nur durch die grosse Unterstützung meines SHI-Teams entstehen. Insbesondere möchte ich Dr. med. Gabriele Stimming, Stephan Kressibucher und meiner Frau, Martine, für ihr Engagement danken.

Zug, 15. März 2007

Mohinder Singh Jus

Vorwort von Silvano Beltrametti

Skirennfahrer und Sportmanager

Unsere Gesellschaft lebt in einem Wandel, welcher sich immer mehr mit den Komponenten Stress, Erfolgsdruck, Selbstverwirklichung auseinander setzt. Das Zeitmanagement ist fast auf die Minuten genau geplant und es gibt fast nichts mehr, was wir nicht Umsetzen und Realisieren möchten. Unsere Lebenshaltung fordert nicht nur Geist sondern auch den Körper mehr und mehr. All diese Entwicklungen führen auch dazu, dass immer mehr psychische und physische Leiden bei Personen auftauchen und unser Organismus geschwächt wird. Vielfach nehmen wir uns nicht die Zeit, uns zu Fragen was die Auslöser solcher Symptome sein könnten. Die Homöopathie zeigt uns vorbildlich, wie der Kreislauf des Menschen ineinander verknüpft ist, und wie man viele kleine Leiden ganzheitlich aus dem Körper hinausschaffen kann. Die Homöopathie als Therapieform kann ich persönlich sehr unterstützen, da ich sehr positive Erfahrungen damit gemacht habe. Homöopathie ist für mich eine Begleitmassnahme, um meinen Gesundheitszustand zu erhalten.

Nicht zuletzt wünsche ich mir, dass die Gesellschaft in der schnelllebigen Zeit trotzdem wieder zurück zum Naturbewusstsein findet, sich Zeit nimmt Probleme nicht zu verdrängen, sondern langsam zu verarbeiten - im Grundsatz gleich wie die Homöopathie.

Ihr Silvano Beltrametti

Zeichenerklärung:

>besser durch

>> viel besser

< schlimmer durch

<< viel schlimmer

(Lach) Arzneimittel die mit dem Hauptmittel verglichen werden

Bei der Rubrik «Miasmen» wird die miasmatische zugehörigkeit in absteigender Wertigkeit aufgelistet.

Teil I

Grundlagen

Was ist Homöopathie?

Homöopathie ist eine Wissenschaft, die akute und chro­nische Krankheiten gemäss den Gesetzen der Natur heilt. Begründet wurde sie vor ca. 200 Jahren von Dr. C. F. S. Hahnemann, einem deutschen Arzt, seitdem verbreitete sie sich auf der ganzen Welt.

Die Bezeichnung Homöopathie stammt von den grie­chischen Wörtern «homoios» (= ähnlich) und «pathos» (= Krankheit, Leiden).

Dr. Hahnemann, unglücklich und enttäuscht von der alten Methode, Krankheitssymptome nur aufgrund der medizinischen Diagnose zu behandeln, begann bei den Patienten nach tieferen Störungen zu suchen, die für die Krankheiten verantwortlich sein könnten.

Er selbst war ein hochbegabter, feinfühliger und wei­ser Mensch. Dank dieser Fähigkeiten, gepaart mit einer wachen Beobachtungsgabe und dem unermüdlichen Wunsch, die der Entstehung von Krankheiten zugrunde­liegende Ursache zu finden, eröffnete er der Medizinwelt eine völlig neue Dimension. Die damals vorherrschenden schmerzhaften und brutalen Behandlungsmethoden (z.B. Aderlass, Brechmittel, Abführmittel etc.) verstärkten in ihm die Abneigung, in die Fussstapfen seiner medizini­schen Kollegen zu treten.

Während der Gespräche mit seinen Patienten fiel ihm auf, dass sich der Mensch in zwei verschiedene Bereiche einteilen liess. Es gab Dinge, die der Patient in Sätzen mit dem Wort «ich» schilderte (z.B. ich schlafe gut, ich bin ver­stopft, ich fühle mich unwohl), und es gab Beschwerden und Schmerzen in verschiedenen Organen und Körper­teilen, die er mit dem Wort «mein» ausdrückte (z.B. meine Haut juckt, mein Knie ist geschwollen, mein Rücken tut weh). Hahnemann begann zu überlegen, welches die übergeordnete Instanz sei, die Organe des Menschen oder er selbst? Aber was war denn dieses «er» oder «ich»? Die Schlussfolgerung und Erklärung seiner Beobachtungen war, dass Symptome mit «ich» sich in der Regel auf den inneren Menschen, den Geist, die Lebenskraft (Dynamis) bezogen und Symptome mit «mein» auf den Körper. Von da an war ihm klar, dass diese unsichtbare, dynamische Kraft die leitende Instanz des Körpers ist. Mit anderen Worten, eine innere Harmonie oder Lebenskraft ist ver­antwortlich für die allgemeine Gesundheit und die nor­malen Aktivitäten der Menschen. Nur wenn die Lebens­kraft durch emotionalen Schock, Stress, Verlust, Kummer, schlechte Lebensgewohnheiten etc. gestört ist, kann der Körper krank werden. Durch diese Faktoren oder durch unnatürliche Einflüsse, z.B. Unfälle kann die Lebenskraft geschwächt werden. In diesen Fällen hilft die Homöopathie der Lebenskraft von innen her und zusammen mit äusse­rer Hilfe, wie z.B. einem chirurgischen Eingriff, stellt sie die Gesundheit des Patienten wieder her.

Wenn bei einem verrenkten Gelenk, einem Knochenbruch oder einer of­fen blutenden Wunde chirurgische Behandlung notwen­dig ist, so wird dies von homöopathischer Seite selbstver­ständlich unterstützt. In der Tat arbeiten Chirurgie und Homöopathie Hand in Hand zusammen.

Einige Prinzipien der Homöopathie

Individualität

Jede Kon­stitution wird individuell studiert und behandelt mit dem Ziel, die geschwächte Lebenskraft wieder zu stärken. Die Symptome, die als äusserer Hilfeschrei der gestörten Lebenskraft angesehen werden, werden individualisiert, und darauf wird jeweils nur ein einzelnes homöopa­thisches Mittel verschrieben. Z.B. erhalten zwei Menschen, die nach einer Knieverletzung Meniskusprobleme haben, zwei verschiedene Mittel. Der eine hat eine Schwellung mit stechenden Schmerzen, die besser sind durch Ruhe, Bandage, kalte Umschläge. Auch ist er gereizt, will nicht gestört werden, er ist verstopft, hat Durst und trinkt alle 2-3 Stun­den grosse Mengen Wasser. Ihm wird das homöopa­thische Mittel Bryonia verabreicht. Der andere fühlt sich schlechter, wenn er lange Zeit in derselben Position sitzt oder liegt, er muss die Lage häufig wechseln, ist besser bei Wärme, schlimmer nachts und morgens bei den ersten Schritten. Er wird Rhus toxicodendron erhalten.

So kön­nen Sie nach dem obigem Beispiel verstehen, dass die Homöopathie Patienten individuell und ganzheitlich be­handelt, und nicht ihre Krankheit. Dieses Prinzip der In­dividualität ist einer der obersten Grundsätze homöopa­thischer Behandlung. Andere wichtige Prin­zipien der Homöopathie sind:

Ähnlichkeitsgesetz

Arzneimittelprüfung am gesunden Menschen

kleinste Dosis

Potenzierung

Ähnlichkeitsgesetz

Das Ähnlichkeitsgesetz lautet: Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden (Similia similibus curentur). Hahnemann fand bei seinen Arzneimittelprüfungen her­aus, dass die Symptome, die eine bestimmte Substanz bei einem gesunden Menschen hervorbrachte, dieselben Symptome waren, die sie bei einem Kranken heilte. Mit anderen Worten, nur die Symptome, die es produzieren konnte, waren die Symptome, die es zu heilen vermoch­te. Z.B. produziert Arnica, wenn es einem gesunden Men­schen in kleinen, wiederholten Gaben verabreicht wird, Angst, Hoffnungslosigkeit, Besorgnis, den Wunsch, al­leingelassen zu werden, sowie auch schmerzhafte Knoten in den Muskeln und extreme Verschlechterung durch Berührung oder Bewegung. So werden ähnliche Sympto­me, wenn sich bei einem Menschen nach einer Kopf- oder Rückenverletzung ein solches psychisches und körper­liches Bild zeigt, von Arnica geheilt werden.

Arzneimittelprüfung

Weil die Gemütssymptome äusserst wichtig sind und die genaue Darstellung der Gefühle durch ein Tier nicht möglich ist, plädierte Hahnemann für die Durchführung der Arzneimittelprüfungen bei gesunden Menschen.

Kleinste Dosis

Da die homöopathische Behandlung darauf abzielt, die dynamische Lebenskraft zu stimulieren und nicht di­rekt eine Krankheit zu bekämpfen, genügt ein einziges po­tenziertes Mittel, in kleinster Dosis, die erwünschte Wirkung hervorzubrin­gen.

Das Gesetz der Homöopathie verbietet auch die Wie­derholung der Dosis, wenn die Wirkung der vorherge­henden immer noch anhält. Das ist der Grund, weshalb ein homöopathisches Mittel so selten wie möglich wie­derholt werden soll. Wenn dies zu häufig geschieht, besteht die Gefahr, dass der Patient das betreffende Mittel prüft. Darum unterbrechen klassische Homöopathen die weitere Verschreibung, sobald eine Besserung eingetreten ist.

Potenzierung

Der grösste Verdienst Hahnemanns war die Entwick­lung der Potenzierung. Durch sehr starke Verdünnung und Verschüttelung wird die latente, heilende Kraft der Substanz freigesetzt. Je höher die Potenz, also je verdünn­ter die Materie, desto stärker und tiefer ist die Heilwir­kung. Es gibt verschiedene Potenzierungsarten:

D-Potenzen (decem = 10) sind pro Potenzierungs­schritt 10 mal verdünnt, d.h. 1 Teil Urtinktur wird mit 9 Teilen Alkohol gemischt und 10 mal kräftig geschüttelt. Dies entspricht der Potenz Dl. 1 Teil von Dl wird mit 9 Teilen Alkohol weiter verdünnt und verschüttelt, es ent­steht D2. So fährt man fort bis D1000.

C-Potenzen (centum = 100) werden nach dem glei­chen Prinzip hergestellt wie D-Potenzen, aber pro Poten­zierungsschritt wird 100 mal verdünnt.

LM-Potenzen (=fünfzigmillesimal): Diese Potenzie­rungsmethode wurde von Hahnemann gegen Ende seines Lebens entwickelt und ist immer noch weniger verbreitet als die D- oder C- Potenzen. Das Prozedere ist kompli­zierter, vereinfacht kann man sagen, dass der Verdün­nungsgrad von einer Potenz zur nächst höheren 1:50 000 beträgt. Die LM-Potenzen werden meist als Tropfen ver­abreicht und häufig wiederholt.

Akute und chronische Krankheiten

Je nachdem, ob ein akuter oder chronischer Fall vor­liegt, unterscheidet sich das Vorgehen. In

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